Kurzärmliges weisses Hemd, Logo aufgestickt, zupackend, bodenständig: So präsentiert sich H., ein Unternehmer im Bauzuliefergewerbe.
50 Mitarbeiter beschäftigt die Gruppe mit Sitz in der Zentralschweiz und Hauptoperationsgebiet Ostschweiz, die in der Krise leidet.
Vorletzte Woche kam weitere Unbill dazu. 7 Monate bedingte Gefängnisstrafe gab es für H. vor dem Bezirksgericht in Bülach.
Der Unternehmer habe Geschäftspartner betrogen, sie zu nötigen versucht, und er habe gegen das „Markenschutzgesetz“ verstossen.
Der Verurteilte sieht sich zu unrecht abgestraft, er will gegen das Verdikt in Berufung gehen. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kernpunkt ist eine gefälschte Uhr der Luxusmarke Audemars Piguet. Diese hatte der Verurteilte, der vor vielen Jahren einen bekannten Sportverein präsidierte, einem anderen Unternehmer für 15’000 Franken verkauft.
Formell wurde der Deal als „Forderung aus Werkvertrag“ deklariert.

H. übergab dem Partner die Audemars Piguet im Oktober vor 4 Jahren „auf dem Parkplatz des Restaurants Goldenes Kreuz“ in der Zürcher Gemeinde Rafz, wie die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift von 2021 festhielt.
Laut den Ermittlern übergab H. dem Käufer „eine Papiertüte enthaltend zwei Uhren“. Eine sei die versprochene für 15’000 Franken gewesen, bei der anderen habe es sich um ein „Geschenk“ für den Vater des Empfängers gehandelt.
Bei beiden Zeitmessern handle es sich um Originale des Modells „Royal Oak“, sagte H., so dessen Häscher.
Tatsächlich entpuppten sie sich als billige Fälschungen, für die der jetzt Verurteilte maximal 1’000 Franken ausgegeben hatte.

Gegenüber einem anderen Geschäftspartner habe der KMUler schwere Drohungen ausgesprochen, mit dem Ziel, dass dieser offene Rechnungen begleichen würde.
„A., du schuldest mir Geld“, gibt die Staatsanwaltschaft in Winterthur in ihrer Anklageschrift die entscheidende Passage mit der vermeintlichen Drohung durch H. wider.
Dann soll der Unternehmer am Telefon Folgendes ausgeführt haben: „Ich erwarte die sofortige Zahlung, ansonsten werde ich dich mit Hunden abholen und in den Wald verschleppen.“
In einem Gespräch von letzter Woche zeigte sich H. entrüstet über das Urteil. Die beiden vermeintlichen Opfer hätten ihm hohe Summen geschuldet.
Er selber habe gegen einen der beiden Strafanzeige eingereicht. Er sei Opfer, nicht Täter, meinte er.
Das Gericht sah dies anders. Einzig die behauptete „Tätlichkeit“ sah es als nicht erwiesen an.
Hingegen verurteilte es H. wegen Betrugs, mehrfacher versuchter Nötigung und Verstosses gegen das Markenschutzgesetz zu 7 Monaten bedingt.
Die insgesamt 4 beschlagnahmten Audemars Piguet-Uhren hat das Gericht „der Bezirksgerichtskasse zur Vernichtung“ überlassen.
Ist das ein kurzer Artikel oder eine lange Schlagzeile?
🤔 interessante News für den Finanzplatz. Die Not vom Sommerloch muss gross sein …
Sommerloch ist schon vorbei. Aktuell sind wir in der Herbstflaute.
Baugewerbe mit Sport vermischen und dann kommen halt solche Charakteren raus.
Besser eine Fake Uhr als X-tausend Fränkli für eine Echte bezahlen.
Dafür dürfte die IV Rente auch nicht reichen.
Was für ein primitiver Mensch sie doch sind. Wenn man eben pleite ist oder vom Sozialstaat lebt, kann eine echte Rolex nicht finanziert werden. So einfach ist das.
Gaunereien haben in Ostschweizer Fussball Historie Tradition. Ich erinnere an den Fall H., der den FC Wil mit unterschlagenen Geldern seines Arbeitgebers (SBG) sponserte oder an den mit Rimuserzrägen finanzierten Frauenfussballclub in einem Schaffhausischen Kaff.
Audermais Pique? Nicht mal für eine Omega oder Rolex hat es gereicht 😂👍
Du hast anscheinend keine Ahnung von Uhren.
Wenn man AP mit Rolex vergleicht ist das etwa so:
AP = Bentley
Rolex = VW
Omega = Skoda
Audermais Pique? Sag mal Loomit, bist Du so bekloppt oder tust Du nur so?
bleiben Sie lieber in Pattaya.. von Uhren scheinen Sie nichts zu verstehen 😉
Was für eine Nullnummer sind sie denn? Lernen Sie zunächst den Namen richtig schreiben.
Jahrzehnte arbeitete ich in der Bauwirtschaft/Liegenschaften-Verwaltung.
Man kann es sich kaum vorstellen, was da geschmiert & gesalbt wird !!
In der „heilen“ Schweiz…….
Nicht mal Rolex Fälschungen. Rüppel geht ja noch, aber fehlender Geschmack; unverzeihlich.
Warum kauft sich jemand für über 60k eine stählerne Panzersperre fürs Handgelenk wenn man für rund 10k eine wunderschöne Uhr aus Schaffhausen kaufen kann?!?
odemr pige: weil fälschungen aus schaffhausen schwieriger zu beschaffen sind – bolex gibt‘s im überfluss 😎
Scheint kompliziert, die Sache.
Wenn ihm der andere Geld schuldet, warum gibt er ihm dann eine Uhr? Müsste es nicht umgekehrt sein?
Zur „Nötigung“: Die Frage ist, ob die Forderung berechtigt ist. Wenn ja, dann habe ich jedes Verständnis: Ich erlebe selber in meinem Umfeld, wie schlimm es für KMUler ist, wenn ein grosser Kunde (meist durchaus zahlungskräftig) nicht bezahlt und dass die Gerichte hier viel zu langsam sind. Mein Cousin hat in einem solche Fall die ganze Familie des Schuldners (Geschwister, Eltern und Onkel) abtelefoniert und über die ausstehenden Gelder informiert. Als der Schuldner dann wutschnaubend angerufen hat, hat er ihn informiert, dass er Morgen dann anfangen würde, Lieferanten und Kunden des Schuldners abzutelefonieren und Übermorgen ein Flugblatt mit allen Details erstellen würde und „in jeden Briefkasten des Wohnquartiers des Schuldners werfen werde“.
Am nächsten Tag war die Forderung um 8:00 voll beglichen.
Nett? Nein. Legal? Vermutlich nicht. Aber das Problem lag beim Schuldner, nicht beim verzweifelten Gläubiger.
Es gab einen Geldeintreiber in der Ostschweiz, der auf dem Lieferwagen einen grossen Tiger mit der Aufschrift „Schulden-Tiger“ hatte. Er hat sein Auto vor dem Geschäft längere Zeit parkiert. Leider durfte er nicht mehr weitermachen. Die Justiz versagt in solchen Fällen praktisch immer. Volles Verständnis von meiner Seite!
IP sollte eine neue Rubrik schaffen, nämlich „Unglücksfälle und Verbrechen“.
Es fehlt hier eine wichtige Angabe, nämlich die Nationalität ! Der SVP will ja immer wissen dass es ein Schweizer ist damit sich die Bürger über die Schweizer eine Meinung bilden können, oder ? Oder hat das SVP-Parteiprogramm schon wieder geändert ?
@Anna Meyer
Man soll keine Eide schwören, steht schon in der Bibel. Haaaha.
Herr Frenkel
in Sachen Börse sind Sie offenbar nicht auf dem Laufenden:
Z.b.:
SMI YTD (1.1. – 12.9.2022): – 15.48%
SPI YTD: – 15.01%
EMS CHEMIE YTD: – 32.75%
RICHEMINT SA YTD: – 21.56%
Jetzt ordnen Sie ein und überlegen was „Markt“ bedeutet.
Ihr Laeri-Bashing hat mit den Fakten nichts zu tun.
@Anna Mayer: „Bernhard Baumann“ aka „Albert Kohler“ aka „Jakob Böhnli“, der in Wahrheit Thomas Meier heisst, gefällt sich in der Rolle des linken Trolls und SVP-Bashers.
Wen interessiert das? Lasst Stahel wieder ran, der hatte von Anfang an recht!