Philipp Navratil war der grosse Hoffnungsträger für die schwer angeschlagene Nestlé. Jetzt hatte der Schweizer seine erste Bewährungsprobe.
Und versagte. Auf ganzer Linie.
Nestlé musste auf Behörden-Geheiss Babymilch aus den Regalen holen. Sofort und umfassend.
Doch statt dies schnell und offen zu kommunizieren, schwiegen Navratil und seine hochrangigen Manager in Vevey am Genfersee.
Als die Aktion nicht länger geheim zu halten war, gabs eine verschämte Mitteilung.
Amateurhafter geht kaum. Aktuell folgt der nächste Schrecken. Navratil entschuldigt sich – „aufrichtig“.
Letzter Versuch, den angerichteten Schaden zu begrenzen. Doch das Sorry zeigt erst recht, wie schief die Causa Rückruf gelaufen ist.
Navratil gibt auch sonst Rätsel auf. Er hat kürzlich einen Mann namens Maxence de Royer zu seiner rechten Hand gemacht.
De Royer zeigt sich auf LinkedIn-Pics stolz an der Seite des grossen CEOs.
Was er nicht schreibt: Schon Navratils Vorgänger Laurent Freixe, „le Schürzenjäger“, hatte de Royer bei sich.
Ausgerechnet den Intimus des gefallenen Franzosen auf einen zentralen Vertrauensstuhl setzen: Das Staunen im Innern von Nestlé über Navratil wächst.

Weshalb so ein Multi eine derart schlechte Kommunikationsabteilung hat, weiss ich nicht. Man würde annehmen, dass dort einige der Besten der Branche arbeiten. Ist aber offenbar nicht so.
Als redaktioneller Empfänger derer Medienmitteilungen habe ich direkt und wiederholt mitbekommen, dass sie nicht mal grundlegende Standards der Medienarbeit einhalten (zum Beispiel kein Bildmaterial und für jede Sprache eine eigene Aussendung schicken).
Ein CEO kann nicht alles alleine machen. Er braucht ein fähiges, vertrauensvolles Team.
Die ausgekochtesten Kommunikationsprofis arbeiten für Politiker, wie etwa Beat Yawn (Gähn)
Sowas kann passieren, manchmal auch recht regelmässig. Grosse Konzerne haben generell eine schlechte Kommunikationsabteilung, dafür ein gutes Legal. In einem Monat weiss Niemand mehr wer das mit der Babymilch war.
Der Mann mit dem Chäslädeli im Rheintal schliesst daraus auf „grosse Konzerne“ 🙂
Er muss ja wissen…
Beispiel gefällig:
Kommunikationskatastrophe „Nestlé tötet Babies“ im 1974, das Nestlé „Babykiller“- Ruf eintrug.
Aber der Herr Palfner weiss wie immer besser!
wörtlich zu machen. Dafür verantworlich waren die Leute vor ihm. Allerdings muss man erwähnen, dass solche Dinge bei Nahrungsmitteln nicht vorkommen dürfen. Zukünftig werden daraus sicher die Lehren gezogen werden.
Der CEO ist auf jeden Fall ‚verantwortlich‘. Auch dafür, dass er sich das richtige Team zusammenstellt. Offenbar hat er das bisher nicht gemacht und nimmt noch die Altlasten und Seilschaften seiner Vorgänger mit, die ihm vielleicht nicht alle wohlgesinnt sind.
Bei all den negativen Nachrichten, würde es ja nicht überraschen, wenn Nestlé Ende 2026 ein Sanierungsfall und Übernahmekandidat wäre.
Mit Personalentscheidungen liegen sie offensichtlich fast immer falsch, offenbar fehlen dort die interpersonellen Skills komplett, und bei der Kaderauswahl setzen sie auf angepasste Verlierer. Kommunikation können sie ebenfalls nicht.
Es ist blamabel für einen globalen Multi so provinziell organisiert zu sein. Muss wohl am Standort liegen …
Navratil ist nicht der neue Besen, maximal ein Wattestäbchen. Es fehlt ihm der Mut die Freixe-Buddies los zu werden und die Leute in der Komfortzone richtig zu duschen. Der Textiler-Spanier als VRP ist wo möglich zu weit weg vom Foodgeschäft. Er kann nicht die harten Fragen stellen. Nestle halten. No buy.
Nestlés grösste Schwäche – und dies seit Jahrzehnten – ist die Kommunikation, insbesondere in Krisensituationen. Dies ist unter anderem auf die komplexe, stark verschachtelte Organisationsstruktur zurückzuführen, welche in Krisenzeiten ein echtes Governance‑Problem darstellt.
Als FDP Grossrat, dipl. Betriebsökonom und Immobilienverwalter möchte ich daran erinnern, dass die Aktiengesellschaft eine Gesellschaft ist mit beschränkter Haftung. Der oberste Chef kann nicht wissen was jeder einzelne Arbeiter macht und kann auch nicht dafür haften.
Das wurde schon mehrmals juristisch und richterlich bestätigt.
Beim Titel dipl. Betriebsökonom gehören eigentlich noch ein paar Buchstaben angehängt, z. B. FH, HF, NDS.
Nestel wird seit Jahren schlecht gemacht, Mineralwasser, Babynahrung etc. etc. Die Medien machen willig mit. Ob jemand zahlt ? Da steckt System dahinter, könnte es sein, dass jemand die Firma günstig übernehmen will ?
Es müsste heissen: Nestlé macht sich schlecht.
Eigentore noch und noch …
Das Nestle Management hat sich in den letzten Jahren richtig Mühe gegeben, schlechte Nachrichten über die Firma zu verbreiten. Und zwar Schlag auf Schlag. Man sehe den Aktinkurs an in den letzen Jahren, während die Börse gestiegen ist. Wie es scheint, geht es weiter. Was wohl dahinter steckt ?
Leider war Herr Bulke ein Fehlgriff und die fähige Alternative ist – verständlich – zu Unilever abgewandert, wo er sehr erfolgreich war. Das Problem bei Nestle scheint mir schon geraume Zeit ein schwach besetzter Verwaltungsrat. Dieser hätte den Fehlentwicklungen viel früher ein Ende bereiten müssen. Navratil wurde in ein tiefes Loch geworfen, kenne ihn nicht. Kann mir noch kein Urteil bilden. Viele schwache Jahre Managment heilt man nicht in paar Monaten. Mir war spätestens nach dem unprofessionellen Rauswurf Schneider klar wie schwach u. selbstgefällig Bulke agiert, er hätte raus gehört!
Völlig korrekt. Dies Medium und seine Community brauchen tägliches Futter, egal woher und egal mit welcher Fachkenntnis dahinter.
@gerstenberg. Bin nicht ihrer Meinung, der völlig abgehobene
Ulf Mark Schneider ist einer der Hauptgründe für die
Probleme bei Nestle. Den Typen hätte man viel früher
entlassen müssen.
Diesen Blog kann man kaum noch lesen, überall nur noch nervige Werbung!!!
Peinliches Foto ! Sieht nach Filz und best buddy Seilschaft aus. Total unprofessionell, mit einer Frau hätte er sich ja auch nicht so eng umschlugen gezeigt!
Ich habe fertig mit Schweiz und ihren unseligen Seilschaften!
Die Geschichte lehrt, Königreiche kann man nicht rwformieren. Man muss sie radikal durch eine andere Art von Institution ersetzen.
Zum Beispiel durch ein richtiges Unternehmen.
Sei es nach dem Modell
– rheinischer Stakeholder-Stil
oder
– angelsächsischer Shareholder-Stil.
Leider gilt auch hier: Fish can’t see Water!
Maxence de Royer ist auch ein Franzose, wie der geschasste CEO.
Und jetzt?
Noch ein bisschen mehr schlechte Publicity für Nestlé gewünscht? Mehrere Studien zeigen, dass in den USA normales Leitungswasser abgefüllt und in Flaschen im Supermarkt verkauft werden. Der Clou? Von den 10 schlechsten Marken gehören 6 Nestlé…
(https://www.nyruralwater.org/news/study-shows-nearly-64-bottled-water-america-just-tap-water-here%E2%80%99s-brands)
“Nestlé-Chef Navratil: Bereits gescheitert?” : JA! Im wahrsten Sinne des Wortes ist Nestlé ein Saftladen geworden. Hände weg!
IP nutzt jede Chance, Nestle schlechtzuschreiben. Enthält der Beitrag irgendwelche Neuigkeiten? Nein!
Jeder Personalentscheid wird heftig kritisiert – ohne dafür „hard facts“ zu liefern. Herr De Royer war angeblich ein „Intimus“ von L. Freixe. Was heisst das in Bezug auf seine Qualifikation? Null und nichts – Freixe ist als „Schürzenjäger“ gefallen und dafür gibt es in seinem Umfeld kaum eine Sippenhaftung.
Selbstverständlich ist die Verunreinigung in der Babymilch schlecht und nicht schönzureden. Aber das ist wiklich nichts Neues.
Das ich nicht lache. Schürzenjäger. Das müssten praktisch alle Geschäftsleitungen ausgewechselt werden. Das war wahrscheinlich nur ein blöder Vorwand und den wahren Grund wissen wir nicht.
wer oder was ist dieser Nestlé von dem die Schweiz die ganze Zeit labert?
Mit der Beförderung von Hr.de Royer zu seiner rechten Hand,hat sich Hr. Navratil sicherlich keinen Gefallen getan.
Grund:
Hr.de Royer war zuvor schon
jahrelang die rechte Hand von Hr. Freixe. Sowas kommt selten gut.
Warum:
, Traue nie einer Schlange, denn du Weisst nicht ob aus ihr einst ein Drache wird‘
Bei aller Freundschaft zu Hr.de Royer sollte Hr. Navratil diesbezüglich noch einmal über die Bücher und in sich gehen. Auch im Bezug
auf das Personal in der Kommenikationsabteilung sollte er dies tun und auch dort evtl. die eine oder die
andere Stelle neu besetzen.
Sonst wird das nichts.
lieber Herr Hässig
Sie heulen mit den Wölfen, das kenne ich so nicht von Ihnen. Nestlé ist immer wieder mal – weil es eben Nestlé ist – ein gern gesehener Angriffspunkt von Journalisten, die sich damit profilieren zu glauben können.
Ich glaube nicht, dass Sie gegen Herrn Bulke auf diese Art vorgegangen sind. Der Mann war nie eine gute Wahl. Er hat einen auswärtigen CEO geholt, der zusammen mit Bulke Monopoly gespielt hat. Die haben vor Allem den Börsenkurs geputzt.
Der neue ist ein klassischer Nestlé-Mann, aber lassen Sie dem noch ein bisschen Zeit. Der macht ja nicht nur grosse Sprüche.
Holt Herrn Polmann von Unilever und gut ist. Alternativen: Cracks (m/w) von Coca-Cola, Philip Morris Oder McDonalds/Burger King (Beispiele).
Herr Paul Polman war bis 2019 sehr erfolreicher Anführer bei und von Unilever, er hat seinen Ruhestand seit 2019 verdient. Sowas sollte man eigentlich wissen, oder?
@Herr Gerstenberg. Danke. Dass das schon so lange her ist, wusste ich wirklich nicht. PP ist ja erst 70; vielleicht kommt er doch…
Jetzt also auch Bimbosan: Heute ruft der Hersteller sein Babyfood zurück – x Wochen nach Nestlé. Offenbar ist dort endlich jemand aufgewacht.
Während andere handelten, schwieg man bei Bimbosan wochenlang.
Am Ende bleibt nur ein bitteres Fazit: Dann doch lieber Nestlé.
Das Nestle Bashing ist überflüssig, insbesonderen der direkte Angriff auf Philipp Navratil.Wenn schon müsste man seine Vorgänger inkl den VR etwas srärker in den Fokus stellen. Lassen wir doch Navratil etwas Zeit.
Meineserachtens ist Nestlé bei CHF 72.- am gleichen Ort wie Roche bei CHF 220, allerdings risiko-adjustiert attraktiver.
Die Dividende alleine macht der Gegenwärtigen Kurs bereits interessant.