Wer „nach Herrliberg“ gehen muss, den erwartet nicht immer Gutes. Das wusste auch Lucia M. Eppmann, Chefredaktorin des Amtsblatt der Stadt Zürich.
Einem Ableger von Swiss Regiomedia AG. Das Gratiszeitungen-Imperium ist im Besitz der Zeitungshaus AG von Christoph Blocher, wohnhaft im zürcherischen Herrliberg.
Herrscherin aller Zeitungen der Swiss Regiomedia ist Blochers jüngste Tochter Rahel Blocher.
Zurück zu Eppmann. In der herrschaftlichen Villa erhielt die Chefredaktorin die Kündigung. Hinter der Personalie steckt eine Entlassungswelle, die unbemerkt in der Öffentlichkeit abläuft.
Seit Jahren schreibt die Swiss Regiomedia AG Verluste. Die Geduld der Blochers ist jetzt aufgebraucht.
Was sie am meisten stört: Die Anfangs Jahr erstellten Budgets werden von fast keinem Titel eingehalten.
Christoph Blocher, immer noch am Drücker, ernannte darum Rolf Bollmann in den Verwaltungsrat. Die beiden hatten bereits die Rosskur bei der Basler Zeitung Medien mit ihrer BaZ durchgepeitscht.
Über 100 Leute verloren damals den Job. Wegen seines harten Durchgreifens benötigte Bollmann zeitweise Polizeischutz.
Der spätere Verkauf an die Tamedia (heute TX Group) mit ihrem Flaggschiff Tages-Anzeiger machte Bollmann sowie Chefredaktor Markus Somm als Mitinhaber zu reichen Männern.
Die Zeit in Basel schmiedete Blocher und Bollmann zusammen. Christoph Blocher (85) rief seinen alten Kumpel deshalb erneut an.
Die Reorganisation traut er anscheinend keinem anderen zu. Seit September 2025 sitzt Bollmann (77) im Verwaltungsrat der Swiss Regiomedia AG.
Jede einzelne Zeitung im Lokal-Medien-Imperium muss sparen; die Personalie Eppmann ist nur das prominenteste Beispiel.
Bollmann will auch die Verwaltung verkleinern. Von einer zweistelligen Stellenzahl ist die Rede.
Die Entwicklung der Swiss Regiomedia AG zeigt, dass die Zeitungskrise bei den Lokalmedien angekommen ist.
Lange war ihnen eine besondere Stellung zugesprochen worden: Nahe bei den Lesern und Leserinnen, im stetigen Kontakt mit den Inserenten.
Also krisenfest. Als dann Blocher die Zeitungsgruppe vom Zehnder Verlag 2017 kaufte, sah dies tatsächlich noch so aus.
Einige Blätter, wie die Wiler Nachrichten, schrieben jedes Jahr Millionengewinne. Diese fetten Jahre sind vorbei. Kündigungen sollen das Blatt drehen.
Ob Bollmann wieder Erfolg hat, muss sich weisen. Die Redaktionen sind jetzt schon so klein, dass weitere Kürzungen fast nicht möglich sind.
So besteht die Redaktion der Bodensee Nachrichten gerade einmal aus einer Person. Andere Redaktionen haben Volontäre und Praktikanten eingestellt, die einen Bruchteil der früheren Mitarbeiter verdienen.
Der Autor schrieb früher für die Zuger Woche (Swiss Regiomedia AG)
In einer globalisierten Welt, wo Roboter, KI und eine depopularisierte, vereinheitlichte Menschenmasse sich die Hand geben, hat es Platz für vieles – für Regionalzeitungen sicher nicht.
Glaube ich nicht. Berichterstattung aus der Gemeinde und dem Bezirk und kritischer Umgang mit Regionalbehörden ist vonnöten, mehr denn je.
Aber nicht im alten Print/TV Format. Das entspricht einfach nicht mehr dem Konsumverhalten des Publikums.
@t.me/nofmgeopolitics Sie mögen mit Ihre Feststellung recht haben. Nur ist halt niemand bereit, für ein Lokalblättli zu zahlen. Das nimmt man, wenn es im Briefkasten ist. Und damit verbunden, sind halt auch immer weniger Firmen bereit, in Lokalblättli zu werben. Ergo: Keine Einnahmen.
Ragusa hat recht und irrt zugleich. Was es nicht mehr braucht, sind die traditionellen Print- und TV-Gefäße.
Hingegen braucht es regionale Nachrichten in neuem Format, welches die Leute anspricht.
Aber ja, für News und Analysen wollen die Leute kaum noch bezahlen, vor allem nicht im Abo für mehrere Dutzend CHF pro Jahr.
Es gibt aber andere Finanzierungsmodelle, die angemessener sind.
Und? Daran sieht man bloss wie sinnbefreit die 335.- p.a. für SRF sind. Auch mit 200.- p.a. ist das reine Subventionitis, anstatt von der Familie Blocher bezahlt, eben von der Allgemeinheit.
Zusammenhang??!!
Bürstäschnitt hilft immer, um ali Lüs z’entfärnä.
Bitte nachher gleich in der Bundesverwaltung weiter machen!
Diese rentiert seit Jahrzehnten nicht ubd schreibt sinnlose Verluste.
Abonniert und zahlt keiner der noch seine geistigen Kräfte beisammen hat, um belogen und mit Staats-Propagandamüll zugedeckt zu werden.
Das gilt natürlich in erster Linie für den bekannten Mainstreamschrott, aber das hat sich ausgeweitet in die Regionalblätter die keinen Deut mutiger sind.
So ist es eben, Geschäftsmodell Lügen hat ausgedient.
Auch das letzte Schlafschaft informiert sich, zumindest heimlich, immer mehr auf den alternativen Medien.
Ursula von der Leyen „Glauben Sie Ihren Qualitätsmedien“ 🙂 🙂 🙂
Bitte auch gleich in der Bundesverwaltung 70% entlassen!
Diese rentiert seit Jahrzehnten nicht ubd schreibt sinnlose Verluste. Kostet die Staatsbürger und Steuerzahler jährlich sinnlose Milliarden.
90% ! Und nicht nur beim Bund. Kantone und Gemeinden gleich mitnehmen.
Die Medienlandschaft hat sich auch stark verändert und ändert sich weiterhin. Die traditionellen und oft starren Formen von Print und Fernsehen entsprechen dabei nicht mehr den Bedürfnissen der heutigen Schnelllebigkeit und wie News konsumiert werden. Man braucht auch keine aufwändige Organisation mehr um News und Analysen zu machen, das geht mit modernen technischen Mitteln heute im Ein-Personen-Betrieb.
Bezahlen will der Konsument allerdings in der Regel nichts für News und Analysen, die erwartet er gratis.
Das geht natürlich auch an Regionalmedien nicht spurlos vorbei.
Wie es um die Schweiz steht, sieht man daran das Firmenbesitzer Polizeischutz brauchen wenn sie von ihren rechten gebraucht machen.
sie könnte ja auch von den Linken Gebrauch machen!
Warum erwähnt der Autor nicht, dass es sich hier um Gratisblätter handelt, die nur einmal wöchentlich erscheinen? Es ist doch klar, dass der redaktionelle Teil bloss eine Alibiübung ist, um die Leute davon abzuhalten, die Zeitung sofort auf den Altpapierstapel zu schmeissen. Was trotzdem schwer zu verhindern ist. Es geht um Werbung und Inserate, da ist Print ein Auslaufmodell. Gilt auch für Tagi, Blick & Co.
Verkleinerung in den öffentlichen Verwaltungen. Diese kosten den Steuerzahler seit Jahren Unsummen zu viel.
Derart kann der Bund „locker“ die Mehrkosten der Schweizer Armee finanzieren, ohne Mehrwertsteuererhöhung.
Was da überall in der Bundesverwaltung an EU-Personal beschäftigt wird, ist enorm!!
Die gekündigte Tagblatt-Chefin war längst im Pensionsalter, Herr Frenkel!
… und vor allem die Kommentare von Blocher nicht („e gfreuti Wuche“). Kann doch dem egal sein.
Wollen Sie den Ghostwriter für diese Kolumne arbeitslos machen?
Sie ist vor Abstimmungen ganz wichtig, weil man als Herausgeber die Stimmberechtigten dann sehr diskret beeinflussen kann.
Das hat Blocher seit Jahrzehnten gemacht. Er kaufte immer wieder Illustrierte, deren «Marke» eingeprägt waren, erworben und für Abstimmungszwecke nutzbar gemacht.
Denk jetzt nichts Böses!
e gfreuti Wuche wünscht, Gisela
Es ging ja dort nie um Geld, sondern darum, dass Blocher die öffentliche Meinung kontrollieren kann. Das schafft er seit Jahrzehnten. Er hat die Schweiz in eine Oligarchie verwandelt.
Hä?
Geht es Ihnen gut Herr Schuman? Erklären Sie bitte was eine Oligarchie ist!
Diese Gratiszeitungen sind nichts als Werbe-Müll. Sie verstopfen nur den Briefkasten. Lösung: man kann sich beim Verlag auf die Negativ-Liste setzen lassen. Dann muss er die Post instruieren, den Müll nicht zuzustellen.
„Keine Werbung“ funktioniert nicht – das hat die Politik in Bern ausdrücklich so entschieden!
Mit einer Sanierung bei Bund, Kantonen und Gemeinden könnte man Milliarden sparen. Klar, die müssen sich nicht rechnen dank den Steuerzahlerzwangsabonennten.
Bei privaten Medien gehört der Taschenrechner auf den Tisch. Würde man die Schweiz doch nur wie ein Unternehmen führen. Vielleicht sogar mit Dividendenzahlungen Ende Jahr. Bleibt wohl ein Traum.
Steuerzahlerzwangsabonennt – ein grandioses Wort!
komisch! Die Leute scheinen nicht mehr auf Wunder-Tycoons der Schweiz zu hören.
Wie kommt das? – (Ich frage für meinen 84-jährigen Sohn!)
Also unsere regionale Blocherzeitung ist nicht schlecht.
Wenn es nicht funktioniert oder funktionieren sollte, dann ist der Hauptgrund nicht bei der journalistischen Arbeit zu suchen.
Ich fänds schade, wenn sie verschwinden würde.
ü50?
Ich bin froh, dass es in Kreuzlingen ein lokales Blatt gibt. Die Wanner-Zeitung ist teuer und berichtet kaum über das Geschehen im Ort.
Diese Copy/Paste Gratis-Zeitungen wie auch Regionalbeilagen sind nur ein Ärgernis. Inhaltlich meist uninteressanter Schnee von gestern. Muss immer viel Altpapier schleppen.
Ein Teil des Deals war das Markus Somm wöchentlich eine „bittevergesstmichnicht“ Kolumne in der SoZ erhält und in der Sendung „Sonntagszeitung Standpunkte“ anderen sagen was sie zu tun haben und was sie falsch machen. Ausgerechnet Somm der für das Desaster BaZ verantwortlich ist und auch den Nebelspalter versenkt. Trotz Millionen von Rechten die meinen Somm tauge etwas!
Wieso diese Lokalblättli nicht in Tele Blocher integrieren und dort Werbung schalten.
Zeitungen wie zum Beispiel die St. Galler Nachrichten braucht es wirklich nicht!Schade um das Zeitungs-Papier.
Zeitungen wie zum Beispiel die St. Galler Nachrichten braucht es wirklich nicht! Schade um das Zeitungs-Papier.
Die Beiträge von Franz Welte sind für jeden Sanggaler unverzichtbar.
Der langjährige Chefredaktor führte eine gute Feder. Immer nach Abstimmungen kommentierte er, die Verlierer hätten sich halt früher für die Sache stark machen sollen.
Um gegenüber dem reichen Verleger als Sparfuchs zu gelten, liess er für die Mitarbeiter keine AHV- und BVG-Abzüge einzahlen. Das war halt das Pech, als sie den Job verloren.
Diese Käseblätter sind ein Sprachrohr Blochers. Weit weg von Journalismus. Er kann dort abdrucken was er will. Nun aber kostet die Propaganda jedes Jahr es paar Milliönli mehr und das passt natürlich nicht. Darum Hellebarde raus „Ez muess öbis go“!
Nur, so einfach wird das nicht. Der Werbefranken fliesst zum Zucker- und nicht zum Herrliberg. Was wiederum ein Mittverschulden der Blocherpolitik ist. Es ist nun mal ein physikalisches Gesetz: Wird ein Pendel angestossen, schlägt es zurück.
Wenn man sich das ‚Blocher-Print-Imperium ‚ ( Bild im Text) anschaut weiss man auch weshalb die SVP die Halbierungsinitiative sich zu eigen gemacht hat. Man möchte keine Konkurrenz; schon gar nicht was sie für ‚links‘ hält. Die Schweiz ist gut beraten die Medienvielfalt zu erhalten und dazu gehört die SRG-besonders auch wegen ihrer Regionalprogramme, die den Zusammenhalt der Schweiz ( gegen Sonderbünde)stärkt.
Schlecht recherchiert!!! Der „Bock“ gehört nicht Blocher! Eppmann wüsste das!
Zeitungen lesen eh nur die Alten
Rahel Blocher, PKZ = Papa kann zahlen!
Die Strategie / Idee war gut, deren Umsetzung bis heute geradezu stümperhaft. So geht die Leserschaft peu à peu verloren.
Wieso nicht von anderen lernen?
Papierzeitungen interessieren doch nur Boomers. Für Inserenten ist das wohl nicht unbedingt das interessante Zielpublikum, ausser vielleicht für Wärmedecken oder Hörgeräte. Die Familie Blocher reitet einen toten Gaul, aber finanziell können sie das ja gut verkraften.
Die Blätter sind eigentlich Blochers Internet.
Er kommt so in den ländlichen Regionen an die ältere Leserschaft.
Sie ist ja noch nicht so Tik-tok-affin.
Hauptbotschaft:
In der Kolumne „Der Verleger hat das Wort“ lässt Blocher in seinem Sinne in die Tasten hauen.
Ein bisschen Fake-Infos dürfen dann ruhig auch sein.
Dort wird dann jedes kleine nationale Ereignis auf Teufel komm raus
mit der EU-Drohung verbunden.
Also bis zur Abstimmung werden die Blocher-Postillen
schon noch bleiben!
Auch die Regionalzeitungen verlagern sich in andere Formate.
Linth24 und ähnliche Modelle haben diese Rolle übernommen.
Es ist sehr lobenswert von der Familie Blocher, dass sie die Bevölkerung unterstützt! So ein Blättli ist ganz hervorragend geeignet, um nasse Schuhe auszustopfen oder das Katzenkistli sauber zu halten. Besonders die Verlegerkolumne eignet sich ausgezeichnet für letzteren Zweck. Unsere Katzen sind begeistert.
papierzeitungen? ab ins museum damit.
Herr Frenkel, Sie schreiben, dass die Wiler Nachrichten Millionen-Gewinne erzielt haben. Wann war das, können Sie die Details liefern, und wissen Sie was Gewinn ist. Besten Dank.
„Die Stadt soll weniger amtliche Inserate im Tagblatt veröffentlichen, dafür die rechtlich verbindlichen Online-Publikationen stärken: Der Gemeinderat hat sich am Mittwochabend praktisch diskussionslos mit 98 zu 11 Stimmen hinter entsprechende Vorstösse der SP gestellt.“
(persönlich.com)
Dieser linksgrün dominierte Entscheid vom Gemeinderat der Stadt Zürich hat zweifellos finanzielle Auswirkungen auf das Tagblatt und seine Besitzer.
Dieser gute und ehrliche Artikel wird wohl morgen früh wieder gelöscht, wenn der Grand Senior die neuen IP Artikel ausgedruckt an seinem Schreibtisch liest. Genau wie die gut recherchierte Fredi Heer Story. Man pinkelt seinem Geldgeber nicht auf den Teppich.
Weniger amtliche Publikationen im Tagblatt der Stadt Zürich dürften auch nicht ohne Auswirkung auf die der Stadt zu bezahlende Konzessionsgebühr bleiben.
Sehr geehrter Herr Frenkle ich mG ihr Land (wirtschaftlich und stark ub Medien) aber schreiben Soe auch darüber(wie René Zeyer ohne Angst über Liechtensteiner) oder auch Kuba.