Für Jahrzehnte galt der Flugzeugträger als König der Weltmeere. Ein Trägerverband signalisierte militärische Dominanz, politische Entschlossenheit und operative Handlungsfähigkeit.
Doch diese Gewissheit bröckelt. Die Carrier Strike Group (CSG) – das Herzstück amerikanischer Machtprojektion – gerät zunehmend in ein Umfeld, in dem technologische, ökonomische und operative Trends ihre traditionelle Überlegenheit systematisch unter Druck setzen.
Der Aufstieg des Flugzeugträgers begann im Zweiten Weltkrieg, als sich zeigte, dass Trägergruppen den klassischen Schlachtschiffen überlegen waren.
Seither setzten die USA auf CSG. Diese bestehen aus einem nuklear betriebenen Träger (Carrier) mit 60 bis 75 Flugzeugen, mindestens 3 bis 5 Begleitschiffen (Surface Combatants, Lenkwaffenkreuzer oder Lenkwaffenzerstörer), einem nuklearen U-Boot und mehreren Versorgungsschiffen.
Die CSG dient als schwimmende Luftwaffenbasis und ist das primäre Instrument der Machtprojektion der USA.
Die 7’000 bis 8’000 Personen an Bord bilden eine eigene kleine Stadt. Die CSG kann in der Praxis bis zu 12 Monate operieren, wenn sie regelmässig versorgt wird (UNREP).
Die CSG kann dank der hohen Mobilität (Marschfahrt circa 40 km/h; circa 55 km/h in schneller Verlegung) optimal für den jeweiligen Einsatz positioniert werden.
Die Hauptschlagkraft besteht in der „Air Wing“, den F/A-18E/F und den F-35C, unterstützt durch die Sensorik der Aufklärungsflugzeuge und Aufklärungsdrohnen.
Die Besatzung besteht aus gut ausgebildetem Personal. Vor allem die Air Wing setzt sich aus erfahrenen Piloten zusammen, unterstützt durch eine hervorragende Deck Crew (Flugdeckpersonal) und weitere Experten.
Die USA verfügen heute über 11 CSG. Jedoch sind davon zu jedem beliebigen Zeitpunkt meistens nur 2 bis 3 tatsächlich voll verfügbar.
Weitere 2 oder 3 befinden sich jeweils in Ausbildung, und 4 bis 6 befinden sich im Wartungszyklus (Dock).
In einer Krisensituation ist es möglich, Wartungszyklen zu verkürzen. Die USA wären dann in der Einschätzung von Experten in der Lage, maximal 4 bis 5 Gruppen gleichzeitig einzusetzen.
Dies zumindest für einen Zeitraum von vielleicht 12 Monaten.
Jedoch ist die militärische Zukunft der CSG heute ungewiss. Dafür sind drei Faktoren verantwortlich.
Erstens die Kosteninflation, zweitens die deutlich gesunkene Effektivität der Luftwaffe (Air Wing). Und drittens die verbesserte Leistung von Waffensystemen, welche die CSG und vor allem den Träger bekämpfen können.
Beginnen wir bei den Kosten.
Flugzeugträger-Kosten sind in der Beschaffung enorm. Der letzte, neu in Betrieb genommene Flugzeugträger (USS Gerald R. Ford; CVN-78) kostete 2017 zu damaligen Preisen 13,3 Milliarden USD (Congress.gov, 2026).
Und dies ohne Begleitschiffe und Flugzeuge.
Es besteht eine enorme Kosteninflation. Die aktuell im Bau befindliche John F. Kennedy (CVN-79) und USS Enterprise (CVN-80) befinden sich weit hinter dem Zeitplan, und es drohen erhebliche Budget-Überschreitungen.
Das Problem weitet sich auch auf die Begleitschiffe aus. Ein moderner Zerstörer der Arleigh-Burke-Klasse steht bei Stückkosten von 2 Milliarden US-Dollar.
Und die Kosten der Munition, vor allem der Lenkwaffen und Fliegerabwehr-Raketen bewegen sich in unglaublichen Sphären und steigen jedes Jahr weiter an.
Eine einzige SM-6-Abfangrakete kostet heute etwa 4,3 Millionen Dollar (FY 2025 MDA Budget). Für die Abwehr eines einzigen feindlichen Marschflugkörpers werden typischerweise zwei Abwehrraketen abgefeuert.
Auch die Air Wing leidet unter der Kosteninflation. Der Austausch der FA-18 E/F, einem relativ robusten und wartbaren System, durch die F-35 ist noch nicht abgeschlossen.
Die Probleme der F-35 vor allem bei den Kosten und der Wartung sind allgemein bekannt.
Der gesamte Anschaffungspreis einer CSG inklusive Bewaffnung und Air Wing liegt heute bei 30-50 Milliarden Dollar (USNI 2019).
Diese strukturelle Kosteninflation existiert auch im Personal. Die Personalstück-Kosten, inklusive der Kosten für Gesundheit und Unterkunft, steigen bei der US Navy seit Jahrzehnten deutlich rascher als die Inflation oder die allgemeine US-Lohnentwicklung (Harper, National Defense, 2021).
Die reinen Personalkosten inklusive Pension und Gesundheitskosten bewegen sich heute bereits zwischen 140’000 bis 170’000 Dollar pro Person und Jahr im aktiven Dienst, für die Schweiz unvorstellbare Werte (GovInfo, 2024).
Aber wie steht es um die Leistungsfähigkeit und das Einsatzspektrum?
Wie erwähnt, basiert die Offensivkapazität der CSG vor allem auf der Air Wing. Hier ist zu beobachten, dass sich das mögliche Einsatzspektrum von Fliegern in den letzten Jahren erheblich reduziert hat.
Sowohl im Ukraine-Krieg als auch im Israel-Iran-Konflikt 2025 verlagerte sich der Einsatz der Flieger stark in den Stand-off-Bereich. Das heisst, sie feuern ausserhalb der Reichweite der gegnerischen Fliegerabwehrsysteme weitreichende Luft-Boden-Raketen ab.
Dies ist eine grundlegende Veränderung zu den Irak-Kriegen (1991, 2003) oder auch der Luftkampagne gegen Libyen (2011). Die Leistungsfähigkeit der Fliegerabwehr nimmt dabei laufend zu.
Zu nennen ist hier insbesondere die S-400 mit ihren 48N6DM-Abwehrraketen und einer effektiven Reichweite von bis zu 250 Kilometern.
Hier sind sogar Stand-Off-Angriffe mit JASSM-Luft-Boden-Raketen (Stückpreis: 1,2 Mio. Dollar) sehr anspruchsvoll und riskant.
Sie sind nur noch in Kombination mit elektronischer Kriegführung, Täuschung und Sättigungsangriffen möglich, was die Kosten und Risiken eines Angriffs deutlich erhöht.
Am Horizont stehen bereits das S-500-Prometheus-System sowie ambitionierte chinesische Systeme mit einer nochmals deutlich erhöhten Reichweite der Abwehrraketen und einem verbesserten Radar.
Während die Leistungsfähigkeit der Luft-Boden-Raketen stagniert und die Kosten laufend steigen. Das Einsatzspektrum verkleinert sich somit zunehmend.
Gegeben die Performance der S-400-Systeme im Ukrainekrieg und auch die beachtlichen Erfahrungen der S-300 und günstigen chinesischen Luft-Luft-Raketen im Konflikt zwischen Indien-Pakistan ist damit zu rechnen, dass bei einem Ende des Ukraine-Kriegs die S-400 und äquivalenten Systeme weltweit rasche Verbreitung finden.
Dies vor allem in militärisch ambitionierten BRICS-Staaten. Die Offensivkapazität der CSG wäre somit deutlich reduziert.
Das mögliche Einsatzprofil der CSG verschiebt sich somit zunehmend in Richtung militärisch schwach integrierter Staaten (beispielsweise Venezuela). Für solche Ziele braucht man aber auch keine CSG, diese sind dafür viel zu teuer.
Der dritte Faktor liegt in der Qualität moderner Abwehrmittel. Auch hier gab es in den letzten Jahren enorme Fortschritte.
Im High-End Bereich handelt es sich um Hyperschall-Raketen und Fortschritte in der Torpedo-Technologie.
Diese Systeme sind für die Begleitschiffe der Träger nur schwierig zu bekämpfen. Im Low-End Bereich sind auch hier vor allem günstige Drohnen zu nennen.
Auch diese sind nicht harmlos: Am 28. April des letzten Jahres geriet der Flugzeugträger USS Harry S. Truman vor der Küste Jemens unter Drohnenbeschuss der Houthis, einer Miliz.
Der Träger war offensichtlich zu einem abrupten Ausweichmanöver gezwungen. Dabei ging eine FA-18 verloren, und ein Seemann wurde verletzt (AeroTime, 2025).
Dieser Zwischenfall war der Höhepunkt einer Reihe von Angriffen der Houthis gegen den CSG, der immer wieder zu Ausweichsmanövern und Gegenmassnahmen (verstärkte Radarüberwachung, erhöhte Gefechtsbereitschaft) gezwungen war.
Die Kosten des Einsatzes waren enorm: Bereits im Januar 2025 gab es Berichte, dass die US Navy über 220 SM-2/6 zum Stückpreis von 2 bis 4 Millionen Dollar einsetzen musste.
Oft zum Abschuss von Drohnen, die nur wenige Tausend Dollar kosteten (Toropin, Military, 2025).
Eine der teuersten Plattformen der Menschheitsgeschichte wird gezwungen, sich mit Verbrauchsmaterial aus dem Baumarkt-Preissegment auseinanderzusetzen.
Ebenfalls litt die Besatzung physisch und psychisch unter dem erhöhten Stress der ständigen Bereitschaft. Die CSG operiert nicht mehr im Modus der Machtprojektion, sondern zunehmend im Modus permanenter Alarmierung.
Kurz nach dem Zwischenfall vom letzten Frühling brach die Harry S. Truman die Mission ab und verschob sich ins Mittelmeer (Washingtonpost, 2025).
Wenn bereits eine Miliz wie die Houthis einen Träger zu einem Notfall-Ausweichmanöver zwingen und ein CSG nur unter erhöhter Gefechtsbereitschaft Hunderte Meilen vor der Küste eines Entwicklungslands wie Jemen operieren kann, dann fragt man sich, wie die Überlebensfähigkeit einer CSG gegen beispielsweise China oder Russland zu bewerten ist.
Diese Staaten verfügen über ein breites Spektrum an Systemen, die optimal auf die Bekämpfung von CSG geeignet sind.
Dazu zählen insbesondere Hyperschall-Marschflugkörper, spezialisierte Antischiff-Lenkwaffen, Hochgeschwindigkeits-Torpedos und Drohnenschwärme.
Diese Faktoren bedeuten in Kombination, dass die Zukunft der CSG sehr unsicher geworden ist. Die Kosten steigen, das Einsatzspektrum wird laufend schmaler.
Es ist denkbar, dass die Leistungsfähigkeit der CSG wieder ansteigt. Dies zum Beispiel durch die Neuentwicklung von wirksamen Verteidigungsmitteln (Laserwaffen), verbesserte Elektronische Kampfführungs-Systeme oder durch eine grössere Zahl von Eskorten zur Fliegerabwehr.
Aber die heutigen Trends sind ungünstig.
Historisch gibt es dazu Parallelen. 1906 erfolgte der Stapellauf der HMS Dreadnought, eines revolutionären Schlachtschiff mit modernen Feuerleitsystemen, hoher Geschwindigkeit und überlegener Panzerung und Bewaffnung.
Anschliessend investierten zahlreiche Staaten enorme Summen in vergleichbare Schiffe.
Die Systeme galten damals als eigentliche Wunderwaffe, mit einem breiten Einsatzspektrum sowohl in der Seekriegsführung als auch im Bombardement von Landzielen.
Spätestens im 2. Weltkrieg zeigte sich, dass das Konzept militärtechnologisch überholt war, obwohl es enorme Summen verschlungen hatte.
Die Schlachtschiffe verschoben sich in Nischen und wurden schrittweise in Museumsschiffe umgewandelt oder verschrottet.
Angesichts der aktuellen Trends besteht eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass den Flugzeugträgern das gleiche Schicksal wiederfährt.
aber die billigen Drohnen der Ukraine sind abhängig von Starlink, Baumarktpreis hin oder her, und sonst ist einfach Schicht im Schacht. Den USA ist niemand gewachsen, am wenigsten Europa. Ukraine macht so oder so dicht, Baumarktpreise hin oder her.
Da kann Xi nur noch weise lächeln …mit gutem Grund & Boden 😇✌️
Wieso prahlt Trump damit, dass die USA die weltgrössten Kriegsschiffe bauen würden, wenn Flugzeugträger-Gruppen ins Museum gehören? Wieso stampfen im Gegenzug die Chinesen Flugzeugträger aus dem Boden, wenn das Kosten/Nutzen-Verhältnis sich nicht rechnet? Irgend was passt nicht zur HD Chlausewitz-These. Da muss ihm seine Badeente in die Quere gekommen zu sein.
In TX/US gibt’s ein cooles Konzept. Die Gefangenen übernachten in den alten Militärzelten aus dem Vietnam Krieg. Draussen. Mit altem Army Equipment. Was für die guten US Jungs an der Front gut genug war, soll auch für dämlichen Verbrecher ok sein. Cool. Alle Häflinge müssen zudem hellrosa-rote Unterwäsche & Socken tragen. Immer. Sieht hammermässig aus mit den bösen Tattoos Skulls etc. Jeden Tag zudem Bürgerarbeit & Strassenbau – voll public in den rosaroten Socken. Hier bei uns gibt’s Gym, Psycho & Physio, Zahnbehandlung, Work&Life Coaching@Zelle,….
Frage: welches ist der beste/schönste Knast (Region ZH/TH/ländlich bevorzugt) – ca. noch 3-6 Jahre am Rollator – kann hier die Altersheim Miete nicht bezahlen. 3 meiner CH Zähne sind auch bald fällig. Welche TV Channels gibt’s? Sport & Kultur & Fitness Angebote? Psycho Hilfe? Bin etwas stark verwirrt – von der Politik & Realität hier. Check’s nicht mehr. Brain overload.
Dank im voraus für allg Infos.
Vom AltSack „Hanix“, direkt unter der Brücke/rechts @ Werni, Hausi, Fränzi & Co. – Mal ne gute Flasche vorbei bringen ! Liebe, alte Banker Kollegen !
🔆Mit Laser, Schall & Überschall, vom Meeresboden bis ins All. Wer hat’s erfunden, Shares gekauft ? Wir alle haben mitgerauft ! Was soll das Staunen jetzt am Schluss. Das war’s,des Tellen’s Apfelschuss.
PS./ on going result:
🏹 Pfeil voll im sog. Sinner-Apfel (neue Apple Sorte/VS) stecken geblieben. Mitten ins Schwarze getroffen. Niemand hät’s gedacht o. gar erwartet.
🏆Aber wie immer: CH mässig mit SRF am kochen: voll Mitten drin ! Diesmal aber nicht nur mit Mona & Co. 🤿