„The plot thickens“, die Geschichte wird immer verworrener, sagt man in Grossbritannien.
Ein Investigativ-Team von Interpath, einem Londoner Beratungsunternehmen, das für Geschädigte von Lykke tätig ist, hat Erstaunliches ermittelt.
Die Forensiker sind durch die Bücher der Kryptohandels-Plattform mit Hauptsitz in Zug sowie Tochterfirmen unter anderem im Vereinigten Königreich gegangen.
Ende 2024 musste Lykke Konkurs an allen Standorten anmelden; Tausende von Kunden aus der Schweiz und anderen Ländern dürften ihre Krypto- sowie Fiat-Einlagen im Wert von 60 Millionen Franken verlieren.
Braucht es Forensiker, um die Geschäftsbücher einer Firma einzusehen? Im Normalfall nicht natürlich.
Doch Lykke, das 2013 in Zug gegründete Unternehmen von „Krypto-Opa“ Richard Olsen, 72, ein Urenkel des Gründers der Privatbank Julius Bär, war keine normale Firma, wie im Nachhinein bekannt wurde.
Sie machte 2020 einen Verlust von 5 Millionen Franken, den Olsen möglicherweise zum Teil mit eigenen Mitteln ausglich (er soll mit einem vorher gegründeten und verkauften Unternehmen viel Geld verdient haben).
Seit 2022 veröffentlichte Lykke keine Jahresrechnungen mehr.
Dennoch gelang es den Interpath-Investigativ-Mitarbeitern, sich Einblick in die Zahlungsflüsse von 2023 bis zum Ende der Veranstaltung im Dezember 2024 zu verschaffen.
Sie fanden unter anderem heraus, dass Geld, das jetzt Kunden und Gläubigern fehlt, zu Richard Olsen und seinem Sohn Simon geflossen war. Und zwar:
– 780’000 Pfund (heute 815’000 Franken) an Richard Olsen, wofür ist unklar;
– 70’000 Pfund an Olsens Sohn Simon, wofür ist unklar; klar hingegen ist, dass dieser der Chef von Swisschain war, dem Lykke-Custodian (der Verwahrstelle);
– 1’375’000 Pfund an Lykke-Aktionäre, wofür ist unklar (Richard Olsen hielt mindestens 42 Prozent der Aktien).
Danach versprach Olsen senior, er werde alle Kunden wieder whole machen, voll entschädigen. Bloss bis es soweit sei, blieben die Handelsplattform und Kunden-Wallets eingefroren. Doch sie tauten nie mehr auf.
Und, ganz unerklärlich, selbst Kundengelder, die noch gar nicht bei Lykke angekommen waren, sondern bei der Bank Frick lagen – Lykke hatte keine Banklizenz, deshalb musste Geld zur Depotbank nach Liechtenstein einbezahlt werden, von wo es zu Lykke gelangte – sollen verschwunden sein.
Olsen spricht seither nicht mehr, eine Anfrage für diesen Bericht liess er unbeantwortet. Und die Bank Frick gibt keine auch Auskunft („aufgrund des Bankkundengeheimnisses und datenschutzrechtlicher Vorgaben“).
Also weiss man nicht, ob Olsen bloss ein schlechter Unternehmer/Krypto-Opa mit einer ungenügend geschützten IT-Infrastruktur war. Oder, im fortgeschrittenen Alter und ohne erkennbare Not, vom rechten Weg abkam.
Die neu entdeckten Zahlungen seiner notleidenden Firma in Millionenhöhe an ihn, seinen Sohn und Aktionäre sowie die plötzlich fehlenden Fiat-Einlagen bei der Bank Frick stützen die Story vom ehrlichen Entrepreneur, der spät im Berufsleben plötzlich schlecht wirtschaftete, jedenfalls kaum.
Zum Glück, meint man als Leser oder Geschädigter (Transparenz: Ich war Lykke-Kunde), gibt es in der Schweiz schlagkräftige Behörden, besonders in Zug, wo der Lykke-Sitz lag beziehungsweise Zürich, wo sich Olsens Wohnsitz befindet.
Das hofften auch die Zuständigen von Interpath, weshalb sie ihren Bericht, an dem sie 367 Stunden zum durchschnittlichen Satz von 661 Pfund (macht 242’479.45 Pfund) arbeiteten, mit der Zuger Staatsanwältin Katja Maag teilen wollten.
„However, no indication of (…) cooperation was provided“, doch an einer Zusammenarbeit sei kein Interesse vorhanden, schreiben sie.
Mir beschied die Zuger Staatsanwaltschaft, die seit über einem Jahr vermutlich ermittelt: „Aufgrund von Ferienabwesenheiten ist es uns leider nicht möglich, Ihre Fragen(…) zu beantworten.“
Während die Zürcher Behörde mitteilt, aufgrund des laufenden Verfahrens gäbe sie keine inhaltlichen Auskünfte.
Für Richard und Simon Olsen gilt die Unschuldsvermutung. Für die Behördenvertreter ebenfalls.
Seit 2022 veröffentlichte Lykke keine Jahresrechnungen mehr.
Spätestens ab diesem Zeitpunkt hiess es: Rennen!
Krypto ist sowieso mehr Schein als Sein.
Hochgejubelt. Und letzt patzt der Ballon.
Die StA hasst Wirtschaftsdelikte.
Was sie mögen: Einfache Fälle, die man „industriell“ abarbeiten kann.
Dazu zählen Leute, die in einer 30er Zone 45 gefahren sind, eine 50er Tafel übersehen haben, BTG-Fälle mit geständigen Tätern (bitte keine grossen, komplizierten Fälle!), Ehrdelikte, Anti-Rassismusfälle im Internet (mit Beweis).
Alles, was irgendwie intellektuell anspruchsvoller ist, hasst man.
Das stört beim Büroschlaf.
Merke: Staatsanwälte sind brave Parteisoldaten (Parteisteuern) und so ziemlich die schlechtesten Juristen überhaupt (zusammen mit den Richtern).
„Swiss Pillouds“ wo man hinschaut und alle gröhlen!
Mit 60 Mille lässt es sich im Ausland (in dem nicht ausgeschaft wird) gut leben.
Welcome to Thailand. Da gibt es eine gute Investitions Möglichkeit in eine Bar @Loomit‘s a GoGo, Patty, TH. 25% Rendite im Jahr garantiert.
Immerhin weiss man jetzt,für was Kryptos gehalten werden.
Man darf sich dann auch an der Suche ,wo sie sich versteckt haben, beteiligten.
Und das lässt sich auf IP verwursten.
Not your coins.
Der Beweis hier wunderbar erbracht.
Gilt für Bitcoin.
Verstehen die Credit Suisse und Nestle Aktionäre nicht.
Müssen sie auch nicht, das ist dem Bitcoin hodler komplett egal.