Der „AHV Fonds“ hat im Jahr 2025 eine Netto-Rendite von 6.3 Prozent erwirtschaftet.
Dies gab diese Tage Compenswiss bekannt, der 50 Milliarden-Ausgleichsfonds von AHV, IV und EO.
Stolz präsentierte Manuel Leuthold, oberstes Organ von Compenswiss, das Ergebnis diese Woche.
„Sehr zufrieden sei er“, hiess es. Trotz allen Turbulenzen habe man gut performed mit mehr als 6 Prozent Rendite.
Im gleichen Atemzug wird mit Sorgenfalten gewarnt: Selbst ein gutes Resultat könne womöglich die Zusatzkosten der 13. AHV-Rente nicht decken.
Ein Schock. Jetzt hat man doch so gut performed, und trotzdem droht die 1. Säule unseres Rententempels einzubrechen.
Die Finanzierung der 13. AHV-Rente ist noch immer offen. Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider will dafür die Mehrwertsteuer um 0.7 Prozentpunkte erhöhen.
Der Nationalrat diskutiert ein höheres Rentenalter. Der Ständerat möchte eine Mischvariante: höhere Mehrwertsteuer und zusätzliche Lohnprozente.
Die Erträge des AHV-Fonds verbessern? Kein Thema. Die ist ja top.
Oder wird da gerade eine Nebelkerze in die Luft geworfen? Das Pferd von hinten aufgezäumt?
War die Performance am Ende gar nicht so toll, wie man den Bürger im Schweizer Fernsehen glauben machen wollte?
Compenswiss verspricht, ihre Aktiven so anzulegen, dass für jeden Ausgleichsfonds das bestmögliche Verhältnis zwischen Sicherheit und marktkonformem Ertrag entsprechend seinem Anlage- und Risikoprofil gewährleistet ist.
Um dies zu erreichen, definiert sie Bandbreiten, um konservativ in Geldmarktanlagen, Oblis, Aktien, Immobilien und Gold zu investieren.
Der Blick in die Vermögensallokation offenbart einen sehr hohen Anteil von Anleihen.
Investorenlegenden wie Ray Dalio warnen, dass Inflation der natürliche Feind der festen Verzinsung ist und Bond-Investments langfristig nicht schneller wachsen als die Inflation.
Gerade in der Schweiz in einem Nullzinsumfeld werfen die Festverzinslichen wenig ab.
Doch wir wollen an dieser Stelle nicht hinterfragen, wieso man eine Roche-Anleihe mit einer Rendite von 1.1 Prozent kaufen soll, wenn man mit der Roche-Aktie 2.7 Prozent Dividendenrendite kriegt.
Aber neulich konnte man bei Morningstar, einem Anbieter von Fondsanalysen, lesen, dass ein globales 60/40-Portfolio, also ein sogenannt ausgewogenes Anlage-Portefeuille, durchschnittlich 16 Prozent Rendite in US-Dollar abgeworfen hat.
Selbst nach hohen Hedgingkosten von 4 Prozent für den Dollar hätte eine Rendite in Schweizer Franken resultiert, die doppelt so hoch war als die unserer selbsternannten AHV-Gurus.
Das kann man selbst mit einer deutlich höheren Obligationenquote nicht wirklich erklären. Schliesslich war die AHV auch in Gold investiert, das über 45 Prozent in Franken zulegte.
Also lassen wir den berühmten Affen (siehe „A Random Walk Down Wall Street“ (1973) von Burton Malkiel) zufällig Pfeile auf die AHV-Bandbreiten werfen und schauen dann, was dabei herauskommt.
Der Einfachheit halber bilden wir die Anlageklassen mit passiven Anlageprodukten ab, welche die Durchschnittsrenditen der Anlagen in Franken in 2025 repräsentieren.
Für Darlehen nehmen wir den Mindestsatz der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ESTV), ein verbreiteter Vergleichsmassstab für Darlehen.
Das Resultat: Der Affe ist immer besser. Selbst wenn er die Gewichtung innerhalb der Bandbreiten so wählt, dass das schlechtest mögliche Ergebnis resultiert.
Die AHV-Manager haben offensichtlich Produkte gewählt, die entweder viel zu teuer waren oder schlechter als der Markt rentierten.
Im Fachjargon: Der Fondsmanager hat ein signifikant negatives Alpha generiert.
Der Verwaltungsrat von Compenswiss legt die langfristige Anlagestrategie fest und definiert das Risikoprofil. Er mandatiert externe Vermögensverwalter für die Investitionen in spezifische Anlageklassen. Die US-Bank State Street verwahrt die Gelder.
Dieses negative Alpha kostet jährlich rund 50 Millionen Franken, die dem AHV-Fonds belastet werden.
Hätte man nur eine durchschnittliche Performance in der Zielbandbreite erzielt, wäre bereits eine Milliarde mehr im AHV-Topf. Statt sich in Selbstzufriedenheit zu suhlen, hätten die Verantwortlichen allen Grund, unzufrieden zu sein.



Je höher die Rendite, je höher das Risiko. 6.3 Prozent ist schon eine Hausnummer. Chapeau.
Bernard Madoff hat 12% Rendite geliefert, nur das doppelte.
Nur wenige Schweizer Aktien zahlen über 5% Dividende.
Manuel Leuthold hat einen Bonus verdient, für das eingegangene Risiko.
Warum müssen Sie eigentlich jeden Artikel mehrmals kommentieren?
Ich werde pro Kommentar bezahlt.
Ich ahne, dass Du MarcelPalfner bist.
US-Bank State Street verwaltet die Gelder und die USA hat darum alle Informationen geschenkt. James Bond ist überflüssig.
In Papiergeld gemessen mag die Rendite unter Berücksichtigung des Risikos passabel sein. Wenn wir die reale Rendite betrachten, kann es einem schlecht werden. Gemessen am Goldpreis in Franken verlor man in 2025 etwa 43% seiner Kaufkraft, wenn man Franken auf dem Konto sparte. die 6.3% Rendite abgezogen, hat die AHV immer noch 36.7% verloren. Da wird es schwierig werden, in Zukunft von der Rente zu leben. Altersarmut wird ein Thema werden.
Immerhin wissen wir jetzt, wo all die CS Manager Unterschlupf gefunden haben und ihr Unwesen treiben. Wir sollten alle froh sein, ist die Rendite nicht negativ.
Ungeachtet der offensichtlich enttäuschenden Anlagerendite frage ich mich, weshalb man sich mit der Erhöhung des Rentenalters so schwer tut.
Erstens werden wir immer älter und zweitens sollten wir froh sein die Fachkräfte künftig etwas länger im aktiven Erwerbsleben halten zu können.
😹😹😹
Der alte Affen-Vergleich.
Sehr schön.
Unsere Affen Elite.
Unsere Kakistokratie.
Unsere Herrschaft der Schlechtesten.
Wann hat sie endlich ein Ende?
Wann erlöst uns die AfD in Deutschland?
Die Schweiz ist wirklich nicht erbärmlicher als alle ihre Nachbarn.
Vielleicht drücken die Vergütungen an den Verwaltungsapparat die Renditen.
6,3% Rendite im letzten Jahr 2025? Und der Schreiberling motzt noch? Ich habe ein dickes Minus eingefahren, nur schon wegen dem 20% Dollar Sinkflug dank Trumps US Zöllen. Vontobel riet mir Ende 2024 „overweight US Aktien“. Also bei 6,3% würde ich nicht reklamieren.