Zehn Jahre nach dem Platzen der Vincenz-Affäre treiben es die Chefs einer Raiffeisen-Bank hoch über dem Neuenburgersee bunt.
Sie machen Spesen auf Geschäftskosten, als ob das die zweite Bankenkraft im Land wegen ihres damaligen CEOs nicht an den Rand einer Existenzkrise gebracht hätte.
Die Rede ist von der Raiffeisen Mont-Aubert Orbe im Waadtland. Rund 40 Mitarbeiter zählt der Ableger.
Oben ist man sich nah. „Die Verwaltungsräte und die operativen Führungsleute sind alle eng miteinander verbandelt“, sagt eine Quelle.
Keiner schaue hin, jeder dürfe zulangen.
Immer im Januar ist das erste grosse Highlight: Ab nach Wengen, an die Lauberhorn-Skiweltcup-Rennen.
Vor Jahresfrist liess sich die Raiffeisen-Führung den Spass gut 18’000 Franken kosten. Die vielen Teilnehmer verteilten sich auf mehrere Hotels.
Geladen hatten die drei Geschäftsleitungs-Mitglieder, insgesamt umfasste das Wengen-Grüppli 26 Leute.
Allein für die „Billets VIP“ für alle Geladenen zahlte die Raiffeisen-Bank 9’412 Franken, der Rest ging fürs Übernachten und das Dinieren drauf.
„Café croissants + apéros“ im Bergrestaurant Eigergletscher hoch über Wengen schlug 2025 mit 160.70 Franken zu Buche. Quasi der Restposten.
Jeder Rappen ging zulasten der Arbeitgeberin – respektive ihren Besitzern, den Genossenschaftern.
Auch dieses Jahr luden die Raiffeisen-Bosse „Friends and Family“ nach Wengen zum grossen Ski-Zirkus. 22 Mitglieder umfasste das Grüppli, dabei waren wiederum die drei Geschäftsleitungs-Mitglieder.
Zwei von ihnen hatten ihre jeweilige Partnerin an der Seite.
Auch sonst lassen es sich die Chefs der Raiffeisen Mont-Aubert Orbe gut gehen. Auf Geschäftskosten erhalten sie alle zwei bis drei Jahr ein neues Auto.
Anschaffungspreis? The Sky is the Limit.

Der Fuhrpark der Beglückten umfasse derzeit einen teuren Jaguar, einen aufgemotzten Mercedes AMG und … ein Camper mit Küche, so der Insider.
Fürs schnelle Natur-Abenteuer übers Wochenende.
Für den Sprit kommen ebenfalls die Raiffeisen-Genossenschafter auf. Bis 2020 sogar dann, wenns ins Ausland ging, seither „nur“ noch für Spritztouren auf helvetischem Boden.
Das Schönste passiert zur Rente: Wer als Spitzenmann im Waadtländer Raiffeisen-Ableger in Pension geht, erhält neben der ordentlichen 2. Säule obendrauf einen Direktoren-Zuschuss.
Das mache 5’000 bis 7’000 Franken im Monat aus, sagt die Auskunftsperson.
Den Kunden, vorzugsweise Senioren teils über 80, würden derweil Produkte aufgeschwatzt, die für ihr hohes Alter null Sinn machen würden.
Es handelt sich um Versicherungs-Konstrukte, von denen beim gleichen Klienten gleich mehrere Varianten im Depot liegen.
Das generiert Gebühren.
Die interne Raiffeisen-Revision in der Schweizer Zentrale in St.Gallen würde sich nicht um das Gebaren kümmern, sagt der Insider.
„Die Raiffeisen Gruppe verfügt über Regelungen zum Umgang mit Interessenskonflikten und Spesen“, meinte ein Sprecher auf Anfrage. „Weiter äussert sich weder Raiffeisen Schweiz noch die Raiffeisenbank Mont-Aubert Orbe dazu.“


Jeder mitverantwortlich, der bei Raiffeisen ein Konto unterhält.
Herzlichsten Dank, schmunzeln die Frevler.
Sie haben ja ein gutes Vorbild, das scheint wohl in der DNA der Raiffeisen zu stecken. und wen kümmerts? Am Ende wieder niemanden.
Jö, 10 Jahre nach dem grandiosen aufdecken der PV-Affair kommt hüt ein klein-klein Artikel zu einem Incentive das sich diese R-Truppe bestimmt verdient hat. Es wird auch nicht jede Zusatzstunde aufgeschrieben, oder? Und Teambuilding ist auch dabei. Also. Schlag in die Winterluft.
Hier ist es Sache der Genossenschafter zu schauen ob sie damit einverstanden sind. Ist wie bei den grossen Konzernen. Dort die Aktionäre die alles durchwinken und sich danach aufregen.
Bei Bund, Kantonen und Gemeinden wäre es der Steuerzahler. Da der aber nichts zu sagen hat, bedient man sich genüsslich. Denn man weiss, sobald es Wahlen gibt, wählt der Schweizer immer die gleichen Grinde oder was der Bundesrat empfiehlt.
Mir ist es mittlerweile egal. Würde mich auch bedienen wenn ich die Möglichkeiten hätte.
Wenn es Ihnen mittlerweile egal ist, halten Sie doch einfach die Klappe.
Pierins selbstbedienungs Kultur hat sich durchgesetzt.
Die unten sehen was sich die oben leisten. Und folgen dem Beispiel.
Credit Suisse 2.0. Gier frisst Hirn.
Nur gut, haben nur 26 Boomer-Buenzli aus dem Waadt so ein dekadentes Verhalten! Die anderen 9 Mio. Geier sind da viel vernünftiger.
Da oben fliegt ein Geier – von unten sieht man seine grossen Füsse. (SwissAir-Slogan)
Im letzten Jahr gab es doch bereits eine Story auf IP im Zusammenhang mit den Spesen des CEO Heinz H. Ging es dort nicht auch um Ski-Weekends inklusive Familie und Freunde?
…wer jemals glaubt es würde sich was ändern, ist ein Narr.
Nur die Zeiten ändern sich, die Menschen nicht.
Lukas, im Wallis und Waadtland ticken die Uhren noch ein wenig
anders. Aber auch die Ostschweizer Raiffeisen – Barone leben sehr gut,
auch wenn die Leute mal nicht im Home-Office sind. Und die braven
Genossenschafter zahlen das Ganze.
Die „Genossen“ können auch *gross*…. (der alte Klassenkampf, schon in der DDR Genossenschaft fuhren die Obersten Volvo – während die unteren Genossen 20 Jahre auf ihren Trabby warten mussten…
In RUS haben ja auch alle eine Villa auf der Krim – Rot sein heisst, bei den oberen 1% zu sein!
Die 99 zu 1 Genossenschaft!
Och – ist doch üblich.
Genossen gönnen sich oft und gerne was auf Kosten der Genossenschaft.
Und jetzt? Who cares, dann gibt es halt eine von 212 Raiffeisenbanken nicht mehr – das merkt niemand.
Für‘s Protokoll: Eine Raiffeisen Bank ist kein Ableger sondern einer der Eigentümer der Gruppe ….
Ach Lukas hör doch auf wegen Fr. 18’000.- (bei 26 Personen) eine Headline zu machen. Jeder Teamanlass mit Übernachtung kostet soviel, es hätte auch ein 2-tägiges Weiterbildungsseminar mit anschliessendem kulturellen Teil sein können.
Andere Banken (mit einem schlechteren CIR als die Raiffeisen) verballern wöchentlich ein mehrfaches davon indem sie permanent eine VIP-Tribüne im Fussballstadion belegen.
Es geht nicht um den Betrag. Sondern darum, dass die Bank kein Selbstbedienungsladen ist. 🤮🤮🤮
Heute kommt es immer zum Vorschein, manchmal dauert es länger.
In vielen halbstaatlichen Betrieben AXPO, BKW, Kantonal Banken, Swisscom werden Millionen an Spesen verprasst von den Mitarbeitern
Eine Korrektur nach unten dieser, na ja, schon etwas übertriebenen Klotzerei wäre sicher sinnvoll, aber ich finde es nicht so schlimm. Immerhin kommt Geld unter die Leute. – Anderes Thema: Anstelle der hässlichen Wortbildung „Bank-Kosten“ könnte man einfach „Bankkosten“ schreiben. Die Bank hat Kosten, also kann man die beiden Wörter ganz einfach zu „Bankkosten“ zusammenfügen. Endlich, endlich wäre das Deutsch mal an einem kleinen Ort einfacher und direkter als das ewig überlegene Englisch, und prompt schleicht sich wieder so ein überflüssiger Bindestrich ein.
Ja hey, nach dem Pierin wegging sind Spesenbudgets frei geworden
Wurde die Zupfstube in bar aus der Portokasse bezahlt?
Haben wir es immer noch nicht begriffen? Es sind alles Bank(ster). Ob Grossbank oder Raiffeisen.