Wer heute über Zürich jammert, hat vergessen oder nie erlebt, wie es in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts in der Limmatstadt zuging.
Der Autoverkehr war in der Zeit des bürgerlichen Stadtpräsidenten Thomas Wagner in vielem grauenhafter, als er es heute ist.
Oft dauerte es Stunden, um aus dem Seefeld oder vom Flughafen Kloten mit dem Auto in das Stadtzentrum zu fahren.
Zürich verwandelte sich in diesen Jahren mit Beginn der Globalisierung zu einer boomenden Stadt, die rasch wieder von 300’000 Einwohnern auf 360’000 anstieg, ganz wie schon in den 1960er Jahren.
Es waren wunderbare zwei Jahrzehnte, wo die Banken und Versicherungen gewaltig wuchsen, der Maschinenbau und die Elektronikindustrie vielfach den Weltmarkt anführten und auch sonst vieles rund lief.
Die Zürcher Bahnhofstrasse war voller eleganter Menschen, Frauen wie Männer, die in heimischen Läden Textilien und Schmuck von hoher Qualität einkauften. Man war gestresst, aber auf höchstem Niveau, weil alles so toll war.
Zürich war im Begriff, sich aus einer Raupe mit viel Mittelalter-Glanz zu einem modernen Schmetterling, einer Metropole, zu entwickeln.
Heute ist die grösste Stadt der Schweiz mit 450’000 Einwohnern, wahrscheinlich aber noch mehr – sie ist zum Manhattan der Schweiz geworden, mit dem Zürichsee als Central Park.
Zudem stellt sie das Wirtschaftszentrum der boomenden „Stadt Schweiz“ dar, die im Herzen Europas mit neun Millionen Einwohnern global gut mitspielen kann.
Winterthur mit 120’000 Einwohnern ist im Begriff, fest integriert zu werden. Das grosse Zürcher Menschenwachstum hat sich in das Limmattal und das Zürcher Oberland verlagert.
Die „Greater Zurich Area“ von Schaffhausen bis ins Urnerland, von St. Gallen bis Luzern, markiert den Einflussbereich der wirtschaftsstärksten Region der Schweiz.
Wer sich Zürich nicht leisten kann, wohnt in Winterthur oder im Aargau, oft noch weiter entfernt, wo das Leben etwas günstiger ist. Sie sind das, was man in Europa Vorstädte nennt.
Jetzt, wo Zürich mehr denn je die ökonomische Mitte der Schweiz darstellt, braucht die Stadt Hochhäuser, um die Menschen unterzubringen.
Doch eine neue Wachstumsschwelle tut sich auf, weil die Linken und die Rechten (SP und SVP) diese „Monster-Bauten“ nicht wollen.
Ihre Perspektive ist mittelalterlich und kleinbürgerlich geblieben.
Corine Mauch, Musikerin, Agrarökonomin, Chinakennerin, Sozialdemokratin, hat den Übergang Zürichs in die globale Moderne gut gemeistert. Zusammen mit ihrem linksorientierten Stadtrat hat sie viel Geld ausgegeben, das die Bürgerlichen zuvor gespart hatten.
Aber Zürich erhielt etwas, was die Zwinglianer allein nie geschafft hätten: Flair.
Ich habe die für viele schmerzhafte Modernisierung der Stadt miterlebt. Schon 1986 zog ich mit meinem Büro, weil alles zu eng wurde, aus der Zürcher Fraumünsterstrasse gleich neben dem Paradeplatz nach Zollikon, wo „die Gemeinde im Zentrum noch nicht gebaut war“.
Seither ist Zürich grüner und attraktiver geworden. Mein Lieblingsamt war immer das städtische Gartenbauamt, das die wunderbaren Gärten und Parks der Stadt, wie auch deren Alleen, pflegt.
Die Zürcher, darunter auch etliche Ausländer, waren so reich geworden, dass sie die Stadt, Strassenzug um Strassenzug, renovierten und neu glänzen liessen. Die Immobilienfirmen liefern sich seither einen enormen Wettbewerb, wer die grössten Bauvolumen realisiert.
Heute ist daraus ein für die Altbewohner oft brutaler Erneuerungs- und Aufstockungswettbewerb geworden, der aber unausweichlich ist. Wer eine der schönsten Städte der Welt sein will, muss sich laufend erneuern. Wer nicht mithalten kann, wird ein Verlierer.
Auch das ist rotgrüne Politik in der Ära Maucher.
Die bürgerlichen Altzürcher, soweit sie dem oberen Mittelstand angehörten, verloren im Wettbewerb. Sie zogen hinaus in die Gemeinden des Kantons, ganz wie ich auch, und liessen die Stadt allein mit den Bedürfnissen der Dienstleistungsfirmen, Konzernen und Universitäten.
Natürlich auch den Verwaltungen und Genossenschaften, die, wo sie konnten, ihren Einfluss vergrösserten.
Wer klug investierte, konnte nur gewinnen. Unter Corinne Mauch wurde Zürich eine Stadt der politischen und heute auch reichen Linken.
Was hätten die Bürgerlichen besser machen können?
Sicher ist der wenig benutzte Velotunnel unter dem Hauptbahnhof ein Ärgernis. Auch sind die Velofahrer zu oft völlig undiszipliniert im Verkehr unterwegs. Fahre ich stadteinwärts über 50 km/h, riskiere ich eine Busse, während die sportlichen Velofahrer mich locker überholen.
Corine Mauch hat aus Zürich eine Stadt der Secondos, der Singles beider Geschlechter und der globalen Arbeitskräfte werden lassen. Die Europaallee ist Symbol dieser neuen Globalkultur, wie sie nur in einem globalen Zentrum entstehen kann.
Sicher hätten die Bürgerlichen mehr gespart. Ein Velotunnel für 40 Millionen wäre ihnen bestimmt zu viel gewesen. Velo-Stadtautobahnen sind eine lächerliche Einrichtung, höchstens ein Sportparcours für ehrgeizige städtische und kantonale Angestellte, die damit ihre Lunches rechtfertigen.
Ob die Bürgerlichen aus Zürich eine echte europäische Kulturstadt, die Zürich heute nicht ist, gemacht hätten, ist ebenso fragwürdig. Das missglückte Experiment Kunsthaus-Erweiterung ist eine bürgerliche Niederlage, keine städtische oder kantonale.
Wie sich zeigt, lässt sich mit viel Geld allein keine grosse Kultur schaffen; das beweisen die vielen Kunstsammlungen in und rund um Zürich. Es braucht dazu sehr viel Geld, das heute eher in den USA und den arabischen Staaten zuhause ist.
Ohne die Deutschen in der Grossregion Zürich hätte man das Zürcher Schauspielhaus ohnehin längst schliessen müssen, weil das biedere SRG-TV den meisten Einheimischen genügt.
So wurde bis vor kurzem auch der Zoo zum städtischen Leuchtturm, in den hunderte von Millionen Franken investiert wurden. Viele Zürcher ziehen ihn bis heute einem Kulturzentrum in Luzern vor, das ohnehin in nur wenigen SBB-Minuten erreichbar ist.
Weil Zürich eine im europäischen Vergleich „kleine Perle“ geblieben ist, kann es in jedem Vergleich mit anderen grösseren Städten Europas mithalten.
Die 9 Millionen-Stadt Schweiz bietet an Schönheit jedoch weitaus mehr als die Grossregionen Paris, Rom oder London. Keine von ihnen hat solche Landschaften mit Seen, Hochgebirgen und Naturkammern wie die europäische Stadt Schweiz.
Zürich als Zentrum dieser Grossstadt, als Manhattan der Stadt Schweiz, übertrifft andere Stadtzentren bei weitem, wie praktisch alle Umfragen zeigen.
Beklagt wird einzig das Misstrauen der Einheimischen Ausländern gegenüber. Ich habe Verständnis dafür, denn wer teilt schon gerne einen solchen Besitz, der in Jahrhunderten aufgebaut wurde?
Corine Mauch geht jetzt. Wer oder was nach ihr folgt, ist heute schon klar.
Es wird kein bürgerlicher Stadtrat sein, dem die Stadt und deren Bewohner ausgeliefert sein werden. Zürich bliebt eine linksregierte Stadt, wie ihr Vorort Winterthur auch, die von den reichen Seegemeinden im Rahmen des kantonalen Finanzausgleichs finanziert wird.
Solange in der Stadt keine starke bürgerliche Kraft entsteht, wird dies auch so bleiben. Sei’s drum.
Zurich das Manhattan? Selten so gelacht, sorry aber Zurich ist weit davon entfernt um auch nur ansatzweise an NYC heranzukommen.
Manhattan? Eher betreutes Biotop mit Seesicht.
Während andere Städte wachsen, verwalten die rot-grünen Verhinderer in Zürich lieber ihre Ideale – Hauptsache Tempo 30, Baugesuche im Winterschlaf und jede Investition zuerst durch den Moralfilter. Der See ersetzt keinen Central Park, wenn rundherum Stillstand herrscht.
Corine Mauch machte aus Zürich Manhattan…
In Zürich wird nicht gebaut, sondern blockiert. Nicht gestaltet, sondern reguliert. Drei Jahrzehnte rot-grüne Hebelpolitik haben aus der Wirtschaftsmetropole eine Vorschriftenmetropole gemacht.
Faszinierend, wie Zürich angeblich zur „Metropole“ wurde bloss schade, dass die rot‑grüne Politik seither alles daransetzt, jede echte Entwicklung wieder einzubremsen. Hauptsache mehr Verbote, mehr Hürden und eine soziale Hängematte, die so gross ist, dass man darin eine ganze Tramlinie versenken könnte.
Ja aber vor allem wegen der omnipräsenten Hütchenspieler am Bahnhof, in den Werbungen und als Bank-CEO. Die gesamte CH ist ein NYC von Europa geworden, die gesamte Welt tummelt sich hier. Kann mich bloss nicht erinnern darüber abgestimmt zu haben. Bei der MEI weiss ich es.
Wes Brot ich ess, des Lied ich sing. Die Berufsbezeichnung von Herr Stöhler, Unternehmensberater für Öffentlichkeitsbildung, sagt schon alles!
Danke für den Hinweis. Ich wusste nicht, dass Sie Experte für Berufsbezeichnungen sind – mangels eigener. Schön, dass Sie sich an meiner Berufsbezeichnung festhalten. Inhaltlich wäre es ja schwierig geworden.
Ihr Sprichwort passt gut nur anders als gedacht: Wer ständig anderen unterstellt, für Brot zu singen, verrät meist, dass er selbst weder Lied noch Inhalt hat.
Wenn Zürich wirklich „Manhattan“ geworden wäre, hätte man vielleicht weniger rot‑grüne Verhinderungspolitik und mehr Mut zur Gestaltung gebraucht. Stattdessen wird jeder Fortschritt mit Bürokratie zugedeckt, während die soziale Hängematte weiter ausgebaut wird.
Frau Mauch geht in den Ruhestand. Alle Zürcher werden sie sehr schnell vergessen. Niemand wird sich an sie erinnern. Sie kam aus der Bedeutungslosigkeit und geht zurück in die Dunkelheit. Sie hat gutes Geld verdient und nichts für die Stadt erreicht.
Für mich hinterlässt sie eine Stadt, die jahrelang unter Verhinderungspolitik gelitten hat: Verkehr lahmgelegt, Autos systematisch verdrängt, Sozialausgaben aufgebläht und am Ende wirkt Zürich erschöpfter als zuvor.
Allesamt linke Sozialschmarotzer!
Zürich brauch coole Wolkenkratzer wie Manhattan oder Bangkok mit Rooftop Bar.
Der kritische Zuschauer.
Ich kenne wenige Städte, in welchen es noch weniger fahrende Fahrräder gibt als in Zürich 9 von 10 Fahrradfahrern*innen beachtet die Signale nie. Der grünlinke Stadtrat hat noch nie ernsthaft darauf hingewiesen z.B. in Plakaten. Es wird kaum Rücksicht auf die wirklichen Steuerzahler genommen. Neid spielt wohl eine grosse stille Rolle. Mobilitätswende scheint ein Ziel zu sein. Ach wie provinziell das Ganze. Manhattan ???
Ich halte nichts davon, mitten in der Stadt Hochhäuser aufzustellen. Oerlikon, Wallisellen, Dübendorf ok. Aber nicht das schöne Stadtbild durch Hochhäuser verstellen. Von da her finde ich den Spruch von, ich glaube es war Ursula Koch gar nicht schlecht. Sie sagte: „Zürich ist gebaut“. Die Infrastruktur der Stadt ist schon jetzt völlig überlastet. Holt doch nicht noch mehr Leute in die Stadt, es reicht.
✌️⏱️🧐BMW setzt jetzt in der Produktion Leipzig als erste (D) Car Company: auch Humanoid Robots ein (Q: nTv).
Vielleicht mal ein paar von den Dingern mieten und eine Simulation: „ZH Stadtrat-Testlauf“ machen? Die sind sicher schnell, zuverlässig, präzise & SachAufgaben fokussiert – und 100% neutral = immer sachlogisch statt nur ideologisch denkend.
„Grösste Stadt der 9-Millionen-Schweiz ist eine Perle“
verkehrstechnisch ist die Stadt tot, architektonisch konnte sie kaum weniger durchdacht werden. Die Luftmassen bewegen sich den schmallen Strassen wegen kaum, U-Bahn gibt es nicht und der hiesigen Bevölkerung gefällt’s.
Ziehen Sie nach Winterthur und Sie erleben was die Luft zum Atmen in der Stadt bedeutet.
Dafür muss man aber erst aus dem Käfig raus, nicht alle schaffen es. Der Käfig prägt.
Also mir kommt s eher vor wie Seldwyla als wie Manhattan
Zu Mauch würde ich sagen: “ Ab zurück in den Aargau.“ Da gehört sie hin. War DIE Fehlbesetzung in Zürich.
Wenn ich als Pensionär hier auf dem Balkon die örtlich linear steigende Blaulicht Statistik täglich „live mitbekomme/höre“, dann haben wir eine „erhöhte Dynamik“ am Markt….! Wirklich, genau wie damals in Manhatten (hatte dort einfach die Fenster immer geschlossen). Geht hier auf dem Balkon aber nicht. Manhatten ist hier aufgebaut ! q.e.d.
Was ist nur mit dem Herrn Stöhlker los? Schon die letzten Beiträge waren wirr, aber dieser schlägt nun dem Fass den Boden raus. Zuerst habe ich gedacht, er sei ironisch. Aber nein, in seiner Anhimmelung dieser unsäglichen Mauch ist es ihm wirklich ernst. Unglaublich. Wie ein naiver unsterblich verliebter Teenager, der jeglichen Bezug zur Realität verloren hat. Der Arme.
@Fritz Knaller
Das ist wieder mal typisches Stöhlker Geschwafel. Ein Beitrag ohne Substanz. Mit dem Schreiben therapiert er die zunehmende Bedeutungslosigkeit seiner Person. Es fehlen ihm nur noch die blonden Haare a la Trump.