Gleich 56 Prozent aller Stimmberechtigten meldeten sich am gestrigen Abstimmungs-Sonntag zu Wort. In einer chaotischen Welt wollten sie vor allem eines: Sicherheit.
Sie wollten die Sicherheit, weder auf das Lauberhorn-Rennen noch auf die Landfrauenküche verzichten zu müssen.
Sie wollten die Sicherheit für Frauen, künftig individuell und gleichberechtigt mit den Männern ihre Steuern abliefern zu dürfen.
Sie wollten auf ihr Bargeld nicht verzichten und stimmten für die Vorlage des Bundesrats.
Sie wollten keinen Klimafonds finanzieren, der sie wieder einige Mehrwertsteuer-Punkte gekostet hätte.
Selten waren sich die Parteipräsidenten in der Elefantenrunde des Schweizer Fernsehens so einig, wie diesen Sonntag.
SVP-Präsident Marcel Dettling war sich einig mit SP-Präsident Cédric Wermuth.
FDP-Co-Präsidentin Susanne Vincenz-Stauffacher war sich bei ihrem Erstauftritt in dieser Runde einig mit Philipp Bregy, dem Präsidenten der Mitte-Partei.
Dieser sonntägliche Friede am Schweizer Frauentag, wo der Sahara-Staub aus dem muslimisch geprägten Norden Afrikas das Sonnenlicht im christlich geprägten Alpenraum erträglich machte, dürfte nicht lange Bestand haben.
Die SVP Schweiz hatte mit diesen Abstimmungsergebnissen einen ausgesprochen schlechten Start in das Neue Jahr. Ihre SRG-Halbierungsinitiative wurde mit einem klaren Nein abgeschmettert.
SVP-Nationalrat Thomas Matter sah wenig glücklich aus beim Studium der Abstimmungsresultate. Nur ein Wunder hätte seine Initiative beim Stimmvolk retten können, aber die Partei mit Doyen Christoph Blocher stand nicht voll hinter ihm und vergab damit den ersten Sieg in diesem Jahr.
Die SRG lieferte einen Abstimmungskampf, der auch deshalb hervorragend war, weil alle von SRG-Honoraren Begünstigten sich für „ihren Sender“ einsetzten.
SVP-Bundesrat und Medienminister Albert Rösti verhütete das Schlimmste für seine Partei. Er hob im Abstimmungskampf die aufgegleiste Reduktion der SRG-Gebühren von 335 auf 300 Franken hervor, was beim Volk offenbar ankam.
Die SVP verlor auch ihren Kampf gegen die Individualbesteuerung. Dies dank eines äusserst intensiven Einsatzes der SP in den letzten Tagen vor der Abstimmung.
Die bürgerlichen Parteien waren sich in dieser Frage uneinig, obwohl jeder siebte Schweizer (14 Prozent) durch dieses neue Steuersystem Geld verlieren wird.
Begünstigt werden gutverdienende Doppelverdiener ohne Kinder. Das ist genau jenes Modell, welches auch der Wirtschaftsdachverband Economiesuisse begrüsst hat, der sich davon 40’000 neue Mitarbeiter für die Schweizer Unternehmen verspricht.
Verlierer sind die klassischen Schweizer Familien, wo vor allem der Mann für Frau und Kinder sorgt. Wer verheiratet ist und drei und mehr Kinder hat, muss künftig mit einer höheren Steuerbelastung rechnen.
Es sind, wie die Rechnungen ergeben, dann doch nur einige tausend Franken im Jahr mehr, also nichts, das die wirklich reichen Familien gross kümmert.
Diese Abstimmung bleibt eine Mogelpackung, denn die Kantone sind es, welche die definitiven neuen Steuerbelastungen nun aufgrund der kantonalen Steuergesetze neu berechnen müssen.
Niemand hat auch die Frage gestellt, woher künftig die Kinder aus Familien kommen sollen, wo Mann und Frau voll arbeiten und möglichst gleichviel verdienen, aber eigene Kinder mehr denn je als Belastung sehen müssen.
Das ist gut für Staatsangestellte aller Art, Lehrer, Professoren, Ärzte und sonst Bessergestellte, die vom Steuerzahler finanziert werden müssen. Staatliche Kitas sind in Bern eine Selbstverständlichkeit.
Ganz offensichtlich haben an diesem Abstimmungswochenende die Bewohner der grossen Schweizer Städte die entscheidenden Impulse gegeben.
Dieser Trend wird auch in Zukunft dominant bleiben, sind es doch die Städte, die durch Zuwanderung auch aus den anderen Kantonen schneller wachsen als die ländlichen Regionen.
In den Westschweizer Kantonen, den Bergkantonen und im Tessin dominieren zunehmend regionale Egoismen. Man ist nicht willens, etwas aufzugeben, so man nichts dafür erhält.
Die SVP hat mit Bundesrat Röstis Vorstoss zur Rettung der SRG die Abstimmungssaison nur mit einem halben Sieg begonnen.
Sie muss sich etwas einfallen lassen, um auch die 10-Millionen-Begrenzungsinitiative, die am 14. Juni zur Abstimmung kommen wird, nicht zu einem Flop werden zu lassen.
Rasch wird die Economiesuisse mit ihrer Gegenkampagne beginnen und zeigen wollen, dass sie es noch kann.
Schon machen sich Politiker aus der EU in den Schweizer Medien bemerkbar, die es für eine Katastrophe halten, wenn die Schweiz diesem 10 Millionen-Beschränkungsmodell zustimmt.
Sie halten es für einen ersten Verstoss gegen das vom Bundesrat unterzeichnete Rahmenabkommen.
Es wird also, im Gegensatz zu den Wünschen und Vorstellungen weiter Teile des Schweizer Volkes nicht ruhiger, aber auf jeden Fall teurer.
Richtig traurig heute.
Denke es wird bald Zeit der linken und grünen Schweiz den Rücken zu kehren und deren Untergang zu zuschauen. Werde auch kein tränendes Auge rückwerfen. Was für ein verdager Staat und ihre Mitbürger.
„versagender“
Es war ja zu erwarten, dass der Windbeutel mit Herkunft aus Deutschland, die Abstimmung kommentieren wird. Aber bezüglich der Begrenzungsinitiative liegt er falsch. Die Schweizer Stimmbürger wollen nicht noch mehr Windbeutel, ungeachtet des Herkunftslandes. Es wird zu einer Annahme kommen, denn die echten Schweizer, ungeachtet der politischen Herkunft, haben genug von der Einwanderung.
Es geht bergab mir der schweiz. Der startschuss war die einführung der pfz.
Wenn die Schweizer Bevölkerung dermaßen falsch wählt, gehört ihm das Recht zu wählen entzogen.
Wenn ich die Abstimmungsresultate von heute anschaue, muss man befürchten, dass die 10 Millionen Initiative abgelehnt wird und die EU-Verträge angenommen werden. Die Schweiz löst sich langsam auf. Es wird noch mehr ungebremste Zuwanderung geben und wir verlieren Wohlstand, direkte Demokratie und die EU sagt uns was wir zu tun und zu lassen haben. Es ist uns zu lange zu gut gegangen. Schade um unser Land.
Bei der EU-Abstimmung könnte es dann aber zu einer regelrechten Spaltung samt Aufstand kommen. Es sind zu viele Schweizer, die da dagegen sind.
@Yvonne
Tatsächlich, diesen absoluten Unterwerfungsvertrag werden wir nicht kampflos annehmen. Wenns sein muss gehen wir vor dem Bundeshaus auf die Barrikaden.
Ich staune wielange es sich diese Verwechslung noch hält : Die Zuwanderung reduziert sich nur wenn sich die Wirtschaft reduziert.Solange diese Wirtschaft wächst holt sie ArbeitnehmerInnen im Ausland.
Vor-Bologna Scheizer ziehen ab. Die anderen dürfen den Sozialismus leben – dieses Mal einfach ohne Plattenbau-Wohnungen 😅
Deshalb lebe ich entkoppelt vom Schweizer Mittelstand
wenn man einen Rammler fragt, ob er zukünftig nicht mehr haseln will, wird man die 10-Mio-Grenze nie erreichen!
Manchmal hilft da nur die Guillotine.
Die SVP Kampagne war total unterirdisch. Medial spielt die SVP in der Kinderliga, es wird noch fleissig mit Papier gearbeitet und schöne Prospekte gedruckt. Das wird sich in den kommenden Jahren fatal rächen. Die Partei wirkt altbacken, angestaubt und riecht „muffig“. Leider sind die alten Herren unbelehrbar und der Partner-Filz bei den „SVP“ treuen Werbeagenturen ist dick.
Einfach nur peinlich wieso darf Stöhlker hier schreiben.
Ja viele IP Leser sind satt von Stöhlker Geschwafel.
Nach dem WW3 sind wir keine 100 000 Schweizer mehr wenn wir nicht zur Neutralität zurück kehren. 😉
HIER WÄHLTE DIE DUMMSCHWEIZ.
Und ich dachte tatsächlich, die Baden-Württemberger seien unschlagbar doof, nach 16 Jahren Kretschmer wieder einen Grünen zu wählen.
Und dann kamen die Schweizer und stimmten mit 52% für die weltweit höchsten Zwangsgebühren für den linken Sammeltopf für Unbrauchbare, Loser und Linksträumer vom Leutschenbach.
Es müssen gute Zeiten sein für Schlangenölverkäufer, schliesslich stehen offensichtlich jeden Tag nicht nur ein paar wenige Dumme auf, sondern Tausende!
reality check1:
Offenbar den Realitätssinn verloren. Es waren übrigens 62 %, nicht 52 %.
Zudem möchte ich die Behauptung wagen, dass gerade das Fussvolk der Initianten, der SVP, eine wesentliche Rolle für die hohe Ablehnung spielten.
Das Schlangenöl würde ich eher Jenen empfehlen, die sich durch ein paar Scharfmacher dermassen instrumentalisieren liessen.
@JederExperte:
– ich gratuliere Ihnen – Sie haben einen Typo gefunden (merke: 5 und 6 liegen auf der Tastatur nahe beieinander…)
– you make my case: wären es nur 52% gewesen, wäre ja gerundet nur jeder 2. doof; so sind es ebenfalls gerundet 2 von 3!
– Sie wissen ja, was Experten sind? Leute, die zwar 372 koitale Stellungen kennen, aber keine einzige Frau… 😉
Trotzdem schöne Woche im Land der zwangsbeglückten Fakenews zu Bern und Leutschenbach.
Die SVP Chefs sind da schon selber gekniffen. Statt sich mit US-TV Gehabe aufs Eis führen zu lassen, wäre die Listung was es für die 200 Stutz immer noch fix gibt richtig gewesen. Also kurz, Lauberhorn und Streiff JA, Landfrauen JA, Oesch die 3ten JA, Gyr Jass JA, Schwingen LIVE JA, Sportpanorama JA, etc. kurz alle Sendungen mit einem Hauch Chüermutz oder Hellebarde bleiben drin. Darts WM oder F1 oder Champions League geht auch bei den Ausländischen.
Jetzt kann sich niemand mehr über höhere Krakenkassenprämien beschweren. Man hat’s ja und hätte 160 CHF Sparen können und die linkslastige SRG reduzieren.
40 Jahre Migrations- und Einbürgerungsparty zeigen langsam ihre Wirkung! jippie…
Wer hier satt ist und über die „Anderen“ schreibt ist hier offensichtlich.
Meine Frau und ich bedanken sich für die Ja-Stimmer für die Individualbesteuerung. Wir sind seit 54 Jahren verheiratet, hatten 3 Kinder. Jetzt werden wir dann 5-600.-/a mehr Steuern bezahlen, 2 Erklärungen ausfüllen müssen resp. 2mal den Treuhandtarif bezahlen müssen. Ein wahrer Segen, dass diese „Heiratsstrafe“ endlich abgeschafft wird. Das trifft wohl für etliche Tausend ältere Ehepaare genau so zu.
Das Problem der SVP ist ihr Führungspersonal, insbesondere der Präsident. Kaum ein vernünftiger Mensch kann mit seinen 10 Standardsprüchen und seiner Hellebarden-Tour um seinen Bauernhof etwas anfangen. Die SVP täte gut daran, wieder mit Argumenten zu politisieren. Viele ihrer Anliegen sind mehr als berechtigt!
Satte IP Leser. Sie haben genug von Kaus‘s Geschichten. Noch ganze 1165 Leser haben sich das Geschwafel zu Gemüte geführt.
„… in dieser Frage uneinig, obwohl jeder siebte Schweizer (14 Prozent) durch dieses neue Steuersystem Geld verlieren wird.“
Was für ein Statement!
Die Tatsache, dass 86 Prozent neutral oder Geld gewinnen, müsste logischerweise wohl Einigkeit kreieren – und nicht ungekehrt.
Ein Debriefing von Stöhlker des Wahl-/Stimm-Wochenendes, mehr nicht. War das nötig?
Einmal mehr eine Nullnummer von Stöhlker.
Einfach me-too.
Null Mehrwert.
Stöhlker musste einach auch noch etwas sagen.
Danke – aber eben:
überflüssig.