Einmal mehr zeigen die Märkte, wie irrational sie gerade in den entscheidenden Momenten reagieren.
Dabei ist das Umfeld alles andere als beruhigend. Die US-Notenbank signalisiert „higher for longer“, während sich die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten weiter zuspitzen.
Zwei Faktoren, die eigentlich die Rolle von Gold als sicheren Hafen stärken sollten.
Und doch passiert das Gegenteil.

Der Goldpreis fällt, Anleger verkaufen – und die vorherrschende Marktmeinung kippt ins Negative. Doch wer verkauft hier eigentlich. Und vor allem warum?
Die Antwort ist weniger strategisch als viele glauben: Es geht nicht um Überzeugung, sondern um Zwang.
In Stressphasen, wenn Märkte in den „Risk-off“-Modus schalten, müssen institutionelle Investoren Liquidität beschaffen.
Margin Calls, Verluste in Risikoanlagen und der Abbau von Leverage zwingen dazu, selbst defensive Positionen zu liquidieren.
Gold ist liquide – und wird deshalb verkauft.
Dieses Muster ist alles andere als neu. Während der Finanzkrise 2008 fiel der Goldpreis in der ersten Phase des Lehman-Kollapses deutlich.
Viele interpretierten das als strukturelle Schwäche. Ein fataler Irrtum: In den Folgejahren startete Gold eine massive Rally.
Wer damals im Panikmodus verkauft hat, hat eine der grössten Chancen verpasst.
Heute sehen wir sehr ähnliche Dynamiken.
Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied, der die aktuelle Situation noch brisanter macht: die wachsende Kluft zwischen Papier- und physischem Gold.
An den Terminmärkten wird ein Vielfaches an Gold gehandelt, als physisch verfügbar ist. Solange das Vertrauen in dieses System besteht, funktioniert es.
Doch in Stressphasen zeigen sich die Schwachstellen. Während „Papiergold“ unter Verkaufsdruck gerät, steigt die Nachfrage nach physischem Gold häufig an.
Genau das war auch 2008 zu beobachten: fallende Preise auf dem Papier – und gleichzeitig steigende Aufgelder sowie reale Nachfrage im physischen Markt.
Wer Sicherheit sucht, verlässt sich nicht auf Derivate.
If you can’t touch it, you don’t own it – dieser Grundsatz gewinnt gerade dann an Bedeutung, wenn das Vertrauen in Finanzmärkte zu bröckeln beginnt.
Parallel dazu verschärft sich das makroökonomische Umfeld. Steigende Energiepreise könnten die Inflation erneut anheizen und den Spielraum der Notenbanken einschränken.
Gleichzeitig ist es kaum vorstellbar, dass Zentralbanken im Falle einer Eskalation nicht erneut mit massiver Liquidität reagieren würden.
Die Konsequenz ist absehbar: mehr Geld im System – und langfristig weniger Kaufkraft.
Hier liegt die eigentliche Rolle von Gold. Nicht als kurzfristiges Trading-Instrument, sondern als Absicherung gegen systemische Risiken und monetäre Erosion.
Und dennoch entscheiden sich viele Anleger ausgerechnet jetzt für den Ausstieg.
Gold in einer solchen Phase zu verkaufen bedeutet, ein kurzfristiges Liquiditätsereignis mit einem strukturellen Trend zu verwechseln.
Es bedeutet, dem Marktrauschen zu folgen, statt die zugrunde liegenden Entwicklungen zu erkennen. Es ist ein Fehler, der sich wiederholt.
Wer einen Schritt zurücktritt, erkennt ein anderes Bild: ein fragiles Finanzsystem, zunehmende geopolitische Risiken und Notenbanken, die im Zweifel erneut expansiv eingreifen werden.
Mit anderen Worten: genau das Umfeld, in dem Gold historisch seine Stärke ausspielt. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, warum der Goldpreis fällt.
Sondern: Wer verkauft hier aus Zwang – und wer kauft mit klarem Blick?
Wenn die Vergangenheit eines zeigt, dann das: Die grössten Fehler werden selten in Zeiten der Euphorie gemacht – sondern im Moment der Panik.
Nur ein toter Fisch schwimmt mit dem Strom. Alte thailändische Weisheit.
Exactly. Das Geld liegt im antizyklischen Investment
Nur wer mit dem Strom schwimmt, schafft es zum Ozean.
Alte Bankerweisheit.
Meine Regel:
1. Gut auswählen. Sich bei der Auswahl Zeit lassen.
2. Liegen lassen. Den Markt ignorieren. Keine Anpassungen vornehmen.
Ich empfehle übrigens *Gurit* als strong buy. In 5 Jahren ein vielfaches Wert.
Ich glaube, Sie sind ein Broker. Wenn nicht, unterlegen Sie Ihre unentgeltliche „Kaufempfehlung“ doch mal mit Fakten.
Ich hab Gurit im Depot. Darum sollten sie auch kaufen.
@Junior Loser-Pattaya = heisse Luft und gelangweilt vom eigenen Ego.
Nein, vor zwei Jahren Rheinmetall gekauft. Das hat sich in pures Gold verwandelt…
Ich empfehle Burckhardt, Kering und Stellantis, mein Nachbar empfiehlt Alibaba und BKW. Sonst noch was?
Da gibt es viel Besseres, wie Gurit.
Taktisches Denken und Handeln veranlasst viele Goldanleger, jetzt zu verkaufen. Stop loss von 10% und dies noch mit Gewinnsicherung ist doch ein kluges, börsenmässiges Vorgehen, das insbesondere bei einfach zu handelnden ETF-Goldanlagen zur Veräusserung motiviert.
ROT, egal ob Gold, Aktien oder sonst was an den Märkten bedeutet immer Panik, weil auch heute zu viele am Markt sind die es sich a.) eigentlich gar nicht leisten können oder b.) to high leveraged sind.
Den Notenbanker hat ihnen ihr eigenes Tun immer mehr die Hände gebunden. Egal, welche Stellschraube sie noch versuchen zu drehen der Schaden folgt fast im Gleichschritt vor allem für den kleinen Mann.
Oeffnen die Amis gehts runter mit Papier -Schrott. Offnen die Chinesen geht aufwärts mit physischem Gold und Silber, denn die sind nicht so blöd wie die Amis, das gegenteil ist der Fall, die kaufen alles was auf dem Markt kommt…
Doch, lasst die Leute verkaufen. Der Goldpreis ist zu sehr aufgeblasen und für jene, die Vermögen sicher anlegen wollen, einfach viel zu hoch. Niemand gibt 120`000 für ein Kilo Gold aus.
Komplette Fehleinschätzung: nicht der Goldpreis ist hoch, sondern die Fiatwährungen haben gegebüber Gold Kaufkraft verloren und werden noch ins Bodenlose abschmieren…
10 Daumen runter und 1 Daumen hoch, da ist klar, wie die Leserschaft hier positioniert ist.
@Visionär: Und wenn Geld wertlos sein wird, mit was soll man dann Gold kaufen? Nicht nur Gold, sondern sogar die Immobilienpreise und die Mieten beginnen zu sinken, auch in der Schweiz. Jetzt in Gold einzusteigen ist nicht die beste Idee. Die Hoffnung, dass der Goldpreis steigen wird, weil die Banken Deckung für das von ihnen ausgegebene Papiergold beschaffen müssen, ist eine Illusion. Keine Bank wird einen Finger rühren, um Deckung für ihr Papiergold zu beschaffen. Nötigenfalls wird Trump per Dekret alle Verpflichtungen aus Papiergold in Luft auflösen, zum Schutz der Banken.
„Der jüngste Preis-Rückgang verleitet viele Anleger dazu, genau das Falsche zu tun: zu verkaufen.“
Papperlapapp Vitye, unmöglich zu wissen, ob das das Falsche ist. Wenn der Goldpreis 30 % weiter sinkt und dann für ein paar Jahre da unten bleibt, hören wir dann wieder mal was von Ihnen im Hinblick auf die obige Aussage? Eben.
Ich spüre eine tiefe Unzufriedenheit, mit dir selbst.
Amen.
„…zwingen dazu, selbst defensive Positionen zu liquidieren.“¨
Gold mag vieles sein aber aktuell ganz sicher keine defensive Position, wer das schreibt, hat von den Finanzmärkten schlicht keine Ahnung. Und im Übrigen, wenn jetzt verkaufen komplett falsch ist, kann ja der Schreiber sein Haus und Lebensversicherung verpfänden und gehebelt long gehen. Wird er kaum machen, da wahrscheinlich schon genügend long und schief.
Dass du dich so echauffierst? Kann es sein, dass du gar nie eine Position hast? Eben…Also behalte deine Belehrungen für dich, bist nicht dem Verfasser seine Schwiegermutter. Du warst sicher nicht an der 100% Rally beteiligt, das steht schon mal fest. Typisch, aber überall nach dem Haar suchen.
Ehrlich Leute, keiner hat was Substanzielles zum Artikel zu sagen. Findet ihr nicht, dass eure Kommentare Zeitverschwendung sind? Ihr belegt nie, was eure Behauptungen zu Fakten machen würden. Alle stochern im Nebel. Glück auf, Leute!
Sehr gut kommentiert, Frustration werden viele an der Tastatur los.
Im Alltag ganz klein, vor dem Bildschirm sind sie Löwen.
Die Krankheit unserer Zeit, kann uns ja egal sein, nicht wahr.
beginnen!
Fiatwährungen, USA, EU, Japan etc. werden irgendwann zwnagsläufig abschmieren. Ist nur noch eine Zeitfrage. Die Comex-Lager für Silber sind bald leer, dann ist Schluss mit Manipulation, und die Edelmetallpreise werden zum Mond abrauschen!! Wer die Reise verpasst ist selber schuld. Die grosse Masse wird dann erst auf dem Mond oben aufspringen, wie immer.
Also, der grösste Fehler, den ein Aleger tun kann, ist auf irgendwen hier auf IP zu hören.
Es sind die dümmsten Affen, die ihr Hirn als erste ausgelöffelt kriegen (altes thailändisches Sprichwort)
Früher habe ich mich ab dem Nebelspalter amüsiert. Heute sind die IP-Kommentare und etwas die Hälfte der IP-Story’s eine Ausflug ins Brüder Grimm „Märchen und Sagen-Land“.
Humor ist wenn man trotzdem lacht
weil die Comex-Lager sich leeren.
Wenn die leer sind, ist Ende mit „Terminmarkt“-Manipulation, dann zählt nur noch physische Ware und Minenaktien der Produzenten, oder Bald-Produzenten.
Fürs Trading habe ich zu Interactive Brokers gewechselt: Keine Depotgebühren, keine Stempelsteuer, 50 mal geringere Kommissionen und 500 mal geringere Währungsgebühren als bei Swissquote. Mit 1000Fr. Gutschrift für Neukunden: ibkr.com/referral/silvia841
Klingt zu schön um wahr zu sein!
… und wie lange gehts bis dieser Anbieter Zahlungsunfähig wird, weil er zu wenig Einnahmen hatte?
Kann gut sein, dass Länder die vorher Gold kauften, jetzt verkaufen, weil sie Waffen und Munition beschaffen wollen/müssen.
Der Verfasser erklärt die aktuelle Situation des Goldmarktes gut und plausibel …. während Kommentarschreiber tote Fische, Wasser, Waffen und Munition im Kopf haben.
Hoffentlich haben diese Leute nicht wirklich solche Dinge im Kopf 😉
In der Beurteilung fehlt mir die Berücksichtigung „wo wir preislich beim Gold herkamen bzw. bei der Finanzkrise 2008 standen“ – Könnte es auch sein, dass der Markt „überreizt“ ist?
Der Schlauste Kommentar hier ist, der vom Verfasser.
Ich habe alles Papiergold mit schönen Gewinnen stufenweise verkauft. Die ETF Flows sind plötzlich per Saldo negativ. Ein wichtiger Preistreiber! Damit kriegt die Nachfragestruktur Risse. Ende Januar hatten wir es mit einem gehebelten Mini-Crash zu tun. Das ist etwas ganz anderes! Ob die Goldstory mit dem jetzigen Einbruch vorbei ist, kann man noch nicht wissen. Das kommt ganz auf die Zentralbanken an.
Warum sie jetzt verkaufen ist ja ziemlich klar.
Der Zenit beim Gold ist erreicht, wie vorher beim Bitcoin.
Jetzt gehen wir in die bereits abgestürzten Sachen rein.