Die gestrige Medienkonferenz des Universitätsspitals Zürich (USZ) sollte Transparenz, Betroffenheit und kompromisslose Aufarbeitung demonstrieren.
Der Eindruck war jedoch ein anderer: Die Öffentlichkeit soll beruhigt werden, während die eigentlichen Verantwortlichkeiten im Nebel eines allgemeinen „Systemversagens“ verschwinden.
Die aktuelle Darstellung reduziert die Affäre zunehmend auf Governance- und Qualitätsprobleme. Francesco Maisano erscheint primär als überforderter Innovator mit mangelhaften Führungsqualitäten.
Prozesse hätten versagt, Strukturen seien unzureichend gewesen, viele hätten Fehler gemacht.
Genau dadurch verschwimmen die konkreten Verantwortlichkeiten jener Personen, die über Jahre Entscheidungen trafen, Warnungen ignorierten und die Projekte aktiv ermöglichten.
Die eigentliche Brisanz liegt nicht in abstrakten Organisations-Problemen, sondern in einem Netzwerk aus Loyalitäten, institutioneller Rückendeckung, Machtinteressen und wirtschaftlichen Verflechtungen.
Während zahlreiche zentrale Akteure bis heute unverändert in Führungspositionen sitzen.
Der heutige Spitaldirektor und frühere Pneumologie-Chef Malcolm Kohler galt intern früh als Kritiker Maisanos, profitierte institutionell jedoch gleichzeitig vom anschliessenden Machtvakuum.
Auch Philipp Kaufmann, Leiter der Nuklearmedizin und prägende Figur rund um „The Circle“ am Flughafen Zürich, war intern seit Jahren als enger Unterstützer Maisanos bekannt — beruflich wie privat.
Durch institutionelle und persönliche Rückendeckung wurden die Voraussetzungen geschaffen, unter denen die hochriskanten Implantatprojekte überhaupt erst eskalieren konnten.
Eine sehr zentrale Rolle spielte auch der damalige Co-Spitaldirektor und heutige Direktor der Plastischen Chirurgie Pietro Giovanoli. Nach ersten Meldungen über gravierende Vorkommnisse wurden notwendige Schutz- und Interventionsmassnahmen verhindert.
Wodurch weitere problematische Eingriffe und zusätzliche Komplikationen erst möglich wurden.
Auch unter dem damaligen Spitaldirektor Jürg Hodler, der nun die Position als Direktor des Rechtsmedizinischen Instituts innehat, blieb das System trotz schriftlicher Hinweise auf schwerwiegende Probleme weitgehend unangetastet.
Besonders brisant bleibt zudem, wer im Rahmen der Untersuchungen überhaupt befragt wurde – und wer auffallend nicht. So wurden ehemalige prägende Figuren der Herzchirurgie wie Paul Vogt oder Thierry Carrel offenbar nicht einbezogen.
Gleichzeitig wurden Personen wie die weiterhin am USZ tätige Leiterin der Herzanästhesie befragt, der intern seit Jahren eine zentrale Rolle bei der Ermöglichung und Absicherung der damaligen Strukturen zugeschrieben wird.
Sie und ihr damaliger Stellvertreter unterstützten Maisano, während kritische Entwicklungen eher abgesichert als gestoppt wurden.
Der frühere Kardiologie-Direktor Thomas Lüscher ist ein grosser Supporter von Maisano – über Jahre öffentlich und institutionell; unter anderem bei Projekten wie dem CardioBand.
Gleichzeitig war er als Chefredaktor wissenschaftlicher „Journals“ in einer Schlüsselrolle bei der Publikation entsprechender Arbeiten.
Kritiker werfen ihm vor, fragwürdige Projekte nicht nur medizinisch, sondern auch akademisch legitimiert zu haben.
Bemerkenswert ist zudem, dass Lüscher Maisano offenbar bis heute unterstützt und ihn weiterhin zu Workshops nach London einlädt, wo der Schweizer inzwischen am Brompton Hospital tätig ist.
Auch der leitende Kardiologe des Kantonsspitals St. Gallen spielte eine zentrale Rolle. Dieser stand Maisano über Jahre aktiv zur Seite und überwies Patienten gezielt für hochumstrittene Implantatverfahren ans USZ.
Er war bei der Umsetzung involviert – trotz zunehmender Hinweise auf technische Probleme und Komplikationen.
Auch wirkte er mit bei der öffentlichen Relativierung der entsprechenden Vorfälle. Trotzdem ist er weiterhin als Konsiliarzt am USZ tätig und direkt in die Patientenversorgung eingebunden.
Wesentliche Aspekte der eigentlichen Vorwürfe erscheinen im aktuellen Bericht dagegen auffallend abgeschwächt oder fehlen ganz.
So bleibt unerwähnt, dass bei einem der ersten CardioValve-Einsätze am USZ – das ist ein weiteres Produkt aus der Küche der Cardioband-Entwicklerfirma Valtech – offenbar ursprünglich ein etabliertes MitraClip-Standardverfahren vorgesehen gewesen war.
Dieses wurde dann jedoch nicht durchgeführt.
Es fehlen detaillierte Darstellungen technischer Probleme und bekannter Komplikationen, darunter mechanische Versagensmuster oder Schraubenausrisse, obwohl diese intern und mittlerweile auch öffentlich zunehmend dokumentiert sind.
Sobald primär von „Systemfehlern“ gesprochen wird, geraten die entscheidenden Fragen aus dem Fokus:
Wer traf die Entscheidungen? Wer wusste was? Wer verhinderte Interventionen? Und weshalb wurden hochriskante Implantate trotz erheblicher Zweifel weiter vorangetrieben?
Gerade deshalb wirkte die gestrige Medienkonferenz weniger wie eine kompromisslose Aufarbeitung als vielmehr wie ein orchestrierter Versuch, die Deutungshoheit über einen der grössten Medizinskandale der Schweiz zurückzugewinnen.
Emotional aufgeladen, kommunikativ kontrolliert und bemerkenswert unscharf dort, wo es konkret würde.
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Wenn „Systemversagen“ die Antwort ist, stellt sich die Frage: Wer hat das System eigentlich so perfekt gebaut, dass am Ende niemand verantwortlich ist?
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Unsere Politikhelden!
Und sie haben sich über Jahre ein solches System zusammen Konstruieren können, das ihr zusammen konstruiertes System es zulässt,dass ihr System es zulässt.
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Man nennt es also Aufarbeitung, wenn man Namen streicht und „Strukturen“ beschuldigt. Klingt eher nach Reputationschirurgie ohne Betäubung.
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Follow the money:
Könnte die Staatsanwaltschaft bitte die vollständige !!! Investorenliste der Valtech und des Israelischen Fonds mit Namen bitte veröffentlchen?
Dann wüsste man auch wieviele Aerzte und möglicherweise wichtige Investoren aus der Schweiz von diesem Skandal profitierten. Das könnte interessant sein
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Die Frage nach finanziellen Interessen ist berechtigt, gerade weil im Bericht auch von Interessenkonflikten die Rede ist. Allerdings gibt es bisher keine öffentlich bestätigten Listen von Investoren oder Hinweise, dass bestimmte Gruppen systematisch profitiert haben. Die Staatsanwaltschaft klärt derzeit genau solche Fragen und veröffentlicht solche Daten aus rechtlichen Gründen nicht einfach. Wichtig ist, zwischen belegten Fakten und Spekulation zu unterscheiden.
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Wer „Systemversagen“ sagt, meint oft: Die Verantwortlichen sitzen noch immer bequem in ihren Sesseln.
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Emotional aufgeladen, kommunikativ kontrolliert und inhaltlich so konkret wie ein Beipackzettel ohne Wirkstoffe.
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Viel Gefühl, wenig Fakten, null Verantwortung.
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Systemversagen und strukturelles Versagen ist die Verniedlichung von persönlichen Versagen.
Die Aufsichtsorgane des USZ haben versagt. Das sind Personen, welche ihren Job nicht gemacht haben – entweder unfähig (falls aus politischer Sicht ins Mandat gehoben) oder unwillig (wegen Filz im USZ).
Das Ganze ist ein Desaster für die Schweiz. Ich bin gespannt wie das weiter geht. Hoffentlich nicht nur mit „es tut uns so leid“.
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Guten Tag, Prof. Plass
Systemisch betrachtet stützt sich das Schweizer Gesundheitssystem stark auf Selbstbeschreibungen, die Mythen und strukturelle Verzerrungen überdecken.
Genau deshalb geht es in der aktuellen Kommunikation weniger um echte Aufarbeitung als um Zeitgewinn – denn Zeit dämpft Empörung und stabilisiert bestehende Macht- und Verantwortungsstrukturen. Politik, Medien und Justiz wirken in solchen Fällen oft koordiniert, weil alle drei Institutionen strukturell ein Interesse daran haben, die Verantwortung zu entpolitisieren und in ein abstraktes „Einzelversagen“ zu verschieben.
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Absolut treffend formuliert. Dieses reflexhafte Verschieben auf „Einzelfälle“ wirkt inzwischen fast wie ein Standardprotokoll gerade wenn es um heikle Themen im Umfeld des Universitätsspital Zürich geht.
Dass sich Politik, Medien und Aufsichtsstrukturen dabei erstaunlich oft in einer beruhigenden Erzählung wiederfinden, ist vermutlich weniger Zufall als systemische Selbstschutzlogik.
Am Ende bleibt der Eindruck: Nicht die Aufklärung hat Priorität, sondern die Wiederherstellung von Ruhe und genau das ist das eigentliche Problem.
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@Wirtschaftsanwalt
Prof. Plass schreibt: Zitat: „Sobald primär von „Systemfehlern“ gesprochen wird, geraten die entscheidenden Fragen aus dem Fokus“.
Der eigentliche Systemfehler liegt darin, dass Politik, Medien und Justiz nicht als Korrektive wirken, sondern als stabilisierende Kräfte eines Gesundheitswesens, das auf Mythen, Intransparenz und Selbstschutz beruht. Fällt Ihnen was auf?
Genau denselben Modus Operandi sehen wir in der 2. Säule: strukturelle Aufsichtsdefizite, fehlende Nähe zu den Versicherten und Anreizsysteme, die externe Akteure begünstigen statt die Beitragszahler.
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Im Haftungs- und Organisationsrecht (insb. öffentlich-rechtliche Staatshaftung bzw. OR-analog) ist zwischen Individual- und Organisationsverschulden zu unterscheiden. „Systemfehler“ sind keine eigenständige Haftungskategorie, können aber als Organisationsmangel rechtlich erheblich werden, wenn sie eine Verletzung von Aufbau-, Überwachungs- oder Sorgfaltspflichten indizieren.
Massgeblich ist nicht die terminologische Abgrenzung „System vs. Einzelfall“, sondern die Subsumtion unter die einschlägigen Sorgfalts- und Organisationspflichten sowie die Zurechnung konkreter Pflichtverletzungen.
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Die Versicherungen und die Nachkommen wollen Geld viel Geld. Der Steuerzahler muss noch bezahlen.
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Ja hast du den genügend Geld?
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Wo bleiben die Kommentare von Palfner Loomit und Papers? Ich halte es fast nicht mehr aus.
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Diese geistigen Bodenturner können da nichts intellektuelles beitragen !
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Sitzt dieser unsägliche „Loomit“ nicht auch seine Strafe hinter schwedischen Gardinen ab?!
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Flachdenker Palfi ist heute beim Eingliederungsberater, ab morgen dürfen sie ihn wieder bewundern!😂
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Der Invaliden-Eingliederungsberater hat doch infolge Aussichtslosigkeit längst das Handtuch geworfen.
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in der ach so sauberen 🇨🇭 ist alles eine Farce, wird auch so bleiben. Möchten doch weiterhin ihre Pfründe und Kartellwirtschaft ohne jeglichen Zwang noch möglichst lange geniessen können, also!
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„Kampagnen Politik“ nennt sich das. Und da mittlerweilen überall wo von der fachlichen Qualifikation her überforderte Räte am Werk sind, sind die nachgefragten PR-Einflüsterer und die Juristen am „Schönfärben und Nivellieren“ … USZ – Crans – F35 einfach überall.
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„…und bemerkenswert unscharf, wo’s konkret würde…“
Meint der Autor wirklich, die Verantwortlichen würden vom verfilzten, verlotterten, verlogenen, korrupten und käuflichen Rechts-Staat zur Verantwortung gezogen?
Selbst wenn es juristische Verfahren geben wird, wird festgestellt werden, dass alles mit rechten Dingen zu und her gegangen ist.
Die verantwortlichen Politiker und Beamten werden ungeschoren davon kommen.
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Es sieht so aus, als gehe die Sauerei weiter. Bravo Herr Plass, dass sie weitermachen und das ganze unter der versuchten Vertuschung hervorzerren!
Ich frage mich, warum hier kein politischer Druck ausgeübt wird? Geht die Sauerei am Ende dort weiter?
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Klar geht sie dort weiter.
Den sie hat ja auch dort angefangen.
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Wie üblich wurden gestern zum Kaschieren von Verantwortung medial schwadronierende Nebelpetarden gezündet.
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Hat dich eine am 1. Mai auf dem Zürcher Kasernen Areal getroffen?
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Nicht möglich, da das Areal gut geschützt politisch abgesichert ist.
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Bei vielen Toten von „Systemversagen“ sprechen, obwohl Gier und Fehlverhalten Einzelner offensichtlich waren, dient lediglich dazu, individuelle Verantwortung zu verschleiern, degoutant!
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Man nimmt in der heutigen Schweiz ein Problem zur Kenntnis. Ändern will oder kann wegen Komplexität und Überforderung sowieso niemand etwas – am wenigsten die politisch Verantwortlichen, weil man sich doch nicht unnötig mit anspruchsvoller Materie auf der Schattenseite beschäftigen will.
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Falls jemand der Kontrollorgane oder sonst nahe involvierten mal in den Kanst musa, für 70 Tote, dann erwartet ihn je nach Knast Kunsttherapie, Sport, Gymnastik & Verantwortungs Coaching
/Eingliederings Thérapie etc…..
Gut geheizt im Winter. Recht & Ordnung mindestens dort Im Knast.
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Es war nicht das Ziel Ross + Reiter zu benennen, es war nicht das Ziel der politischen Aufsicht, der Verantwortlichen des USZ Verantwortung zu übernehmen. Das Ziel war mit Kosmetik bei Personal und Abläufen Sand in die Augen zu streuen!
Und ja als lächerliches Trostpflaster wurde noch eine Beratungsstelle eingerichtet
Die Opfer und Hinterbliebenen wurden noch einmal vorgeführt!
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Ich habe auch auf die Namen von Verantwortlichen gewartet. Im Spital, bei der Poltik. Beginnt jetzt endlich die juristische Seite mit der Arbeit nach so langer Zeit ? Danke Herr Plass für ihren Mut.
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Mit Leuten wie André Plass stünde die Schweiz Heute international ganz anders da: kompetent, zuverlässig, geachtet, innovativ, strukturiert. Zur Zeit aber überall geschwätziges Komplettversagen. Machen Sie weiter Herr Plass!!!!!!
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Sage nichts, (hinter)frage nichts. Omertà d.h. Schweigepflicht.
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Bravo, Herr Plass, dass Sie Missstände publik machen. Danke.
Aber schade: Seit 22. Juni 2025 ein schleichender KI Prozess, im Mai 2026 komplett übernommen. Sie verlieren an Authentizität. Und weil Sie den KI Einsatz nicht deklarieren, leidet auch Ihre Glaubwürdigkeit.
Das ist schade für einen Whistleblower wie Sie.
Deklarieren Sie es, oder lassen Sie es bleiben.