Zwei Jung-Unternehmer gingen 2010 mit Quitt an den Start. Eltern, Doppelverdiener, Vermögende, Faule – jetzt könnt ihr Putzkraft beschäftigen.
Ganz ohne Admin-Martyrium.
In 20 Sekunden sei der Stunden-Einsatz eines Beschäftigten erfasst, den Rest erledige Quitt. Umgekehrt wüssten die Angestellten, dass sie sauber versichert und registriert wären.
Win-win, Eldorado im Tieflohn-Sektor. Und jetzt das:
„Am 7. Oktober hat sich eine unberechtigte Drittperson über eine veraltete technische Schnittstelle Zugriff auf unsere Plattform verschafft.“
„Wir müssen davon ausgehen, dass Ihre Profildaten betroffen sind.“ Neben Name und Handy auch „AHV-Nummer“, „IBAN“. Und: „Aufenthaltsstatus“.
Letzteres scheint bei Putzkräften und Kinderbetreuerinnen besonders spannend. Sie stammen oft aus dem Billigausland.
Die Quitt-Chefs warnen: Seid vorsichtig bei Link-Aufforderungen, auch bei Mails, die „scheinbar von quitt, Ihrer Arbeitgeberin, (…), der Ausgleichskasse oder dem Migrationsamt“ stammten.
Die IBAN allein sei nicht das Problem, damit könne niemand das Konto leerräumen. Trotzdem soll man „in den kommenden Wochen genau“ hinschauen und „verdächtige Aktivitäten“ melden.
Entwickeln lassen die zwei Quitt-Gründer ihre Plattform, deren Mutter in Zürich-Wiedikon zuhause ist, in Armenien.
Dort ist ein Dutzend Developper beschäftigt, daneben hat das mit Preisen überhäufte ETH-Spinoff Angestellte in England und Deutschland.
Total knapp 40 Leute – plus 4 Hunde.
Quitt stellt sich in der Eigenvermarktung als Plattform dar, die den Ärmsten zur Seite steht und den „Reichen“, die sich Haushaltshilfen leisten könnten, den Weg in die Legalität ebnet.

Nie mehr schwarz beschäftigen, nur weil man vor dem Ämter-Labyrinth den Horror habe. Die Mühsal nehme einem Quitt ab.
Für ein bisschen Geld: „Comfort“ kostet 150 Franken im Jahr, hinzu kommen 5 Prozent auf die Bruttolöhne der Angestellten, bei „Flat“ für 990.- ist alles drin.
Wer die Abrechnung von AHV, PK, Krankenkasse und Steuern Quitt überlässt, der darf sich moralisch überlegen fühlen.
32’103 „vorbildliche Arbeitgeber“ würden das bereits tun, so Quitt auf ihrer Landingpage. So würden heute bereits 461 Millionen jährliche Lohnsumme per Quitt abgerechnet.
Das Daten-Leck ist ein Wake-up-Call für hippe Tech-Buden, die das Blaue vom Himmel versprechen. Dass es sogar ein ETH-Spinoff trifft, spricht nicht für die zwei Jung-Unternehmer.
„Mit quitt. bleibt mir am meisten Geld übrig“, macht eine Raumpflegerin namens Kaneha Metzger Werbung fürs KMU auf der Quitt-Homepage.

„Ich finde es auch super, dass mich neue Arbeitgebende in der quitt.Datenbank kostenlos suchen und kontaktieren können. Und für mich ist dieser Service ja auch komplett gratis.“
Kostenfrei, dafür schwirren die persönlichen Daten irgendwo im Digital-Orbit herum.
Vom Hack nicht betroffen seien „Lohnabrechnungen, Kopien von Pass/ID und Passwörter“, versucht Quitt die Angestellten zu beruhigen, ebenso wenig wie die „Daten der Arbeitgebenden“.
In einem „Bilanz“-Porträt nannten die zwei Quitt-Gründer wenige Jahre nach ihrem Start als grösste Hürde: „Seitens der Behörden erhalten wir keinerlei Unterstützung, da diese keine privaten Initiativen unterstützen.“
Jetzt sind sie auf die Beamten stärker angewiesen denn je; dass diese nicht Jagd auf jene Quitt-Immigranten machen, die Opfer eines IT-Pfuschs geworden sind.
Und zwar ausgerechnet bei ihrer vermeintlichen Heilsbringerin. Diese schweigt beharrlich – auf der Quitt-Webseite findet sich immer noch keinerlei Hinweis zum Big Cyber-Leck.

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Nicht die einzige Bude. Auch Offerz ist betroffen. Solange solche Sicherheitslücken nicht zu einer finanziellen Entschädigung für die betroffenen Kunden führt, wird sich nichts ändern.
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Hahah da hat einer auch eine Mail erhalten vor 2h .
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Geiz ist geil. Deshalb IT in Armenien entwickeln. Armenien ist immerhin nicht PFZ Land.
Das durchschnittliche IT-Gehalt in Armenien liegt typischerweise zwischen 500’000 und 1’200’000 AMD (ca. 1’300 bis 3’000 USD) brutto pro Monat und liegt damit deutlich über dem allgemeinen Landesdurchschnitt von rund 303’000 AMD (ca. 803 USD).
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Richard Stallmanns Hinweis, vor ewigen Zeiten gehört, daß wenn Etwas „gratis“ ist, gerade im Netz, der Preis Du, ja Du! der Nutzer bist.
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Der Ruf nach des Staates starke Hand sowohl bei den Vorbereitungen zum reich werden wollen wie auch beim Weg nach unten zurück auf den Boden. Im übrigen schrieb schon der The Economist vor 30 Jahren über das kommende Schlaraffenland der globaliserten Wanderararbeiter die dem leidenen Kapital endlose Renditen versprachen. Nichts was irgendwie einen Preis hatte und Angebot/Nachfrage erzeugt, sollten in der von der WTO designten Welt einem Hindernis begegnen. Heute steht die nationale Politik hilflos da und feiert den Glauben an alles heilende Märkte.
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Heiri, Tabletten heute wieder vergessen!
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Nun ja, je digitaler und vernetzter, desto angreifbarer. Schöne neue Welt …. mit klaffenden Lücken!
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Revolut, Offerz, Publica, Quitt, Pk der Stadt Zürich in Abklärung, BK Bern in Abklärung, Ricardo,
Darum E ID Ja
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Mit meiner Beeinträchtigung bin ich nicht mal als Hilfsputzkraft zu gebrauchen!
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Das Leben in Loomitaya scheint nicht sonderlich spannend zu sein, nur so kann man sich die tägliche Flut an armseligen dumm-primitiven Kommentaren dieses Loomit et al. erklären.
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Mir hat auch eine Schönheit aus dem Kaukasus die grosse Liebe versprochen, bin zig tausend CHF los.. mein Betreuer hatte gar keine grosse Freude.
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„Klassiker. Die grosse Liebe aus dem Kaukasus – exklusiv im Abo-Modell, Bezahlung per Vorkasse.“
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Suche noch dringend Laufkundschaft muss meine Haushaltskasse dringend aufbessern.
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Wird es billiger wenn ich noch Loomit mitnehme?
Sind schnell fertig, jeder so 5 Minuten..
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Offerz macht doch Firmenbenefits ? D.h Zahlreiche Firmenemailadressen sind nun im Darknet?
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Mich wollte das Amt auch als Putzkraft vermitteln, dabei habe ich keinerlei Erfahrung wohne noch bei Mutti zu Hause.
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150 Franken im Jahr pro Chrampfer/in und 5% von deren Lohn für die eigenen Aufwände. Das ist eine Geschäftsidee.
Klar werden noch AHV, PK, Krankenkasse und Steuern von Lohn abgezogen.
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Die meisten Putzkräfte in Privathaushalten arbeiten schwarz. Dies nicht unbedingt, weil die „Arbeitgeber“ gierige Abzocker sind, sondern weil es viel zu viel Bürokratieaufwand bedeutet, jemanden für zwei Stunden in der Woche offiziell anzumelden. Dann zahlt man halt die „Sozialleistungen“ direkt auf die Kralle. Quitt wäre eigentlich eine gute Idee, funktioniert aber in der Praxis mehr schlecht als recht. Und jetzt kommt da noch dies Geschichte dazu.
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Und das Problem, abgesehen vom mangelnden Datenschutz, ist jetzt wo, dass bekannt werden könnte das die Angestellten vorwiegend illegal im Land sind?