In Genf gehen die Wogen rund um einen Geschäftsmann mit libanesischen Wurzeln hoch, der in der „Reichsten“-Bilanz mit 200 bis 300 Millionen Vermögen figuriert.
Die Tribune de Genève und das Onlinemedium Heidi.news berichteten von finanziellen Nöten von Abdallah Chatila. Das Reich des in der Rhône-Stadt bekannten Unternehmers sei in Gefahr.
Das trifft den ganzen Finanzplatz. Und als Erstes die Finanzaufsicht Finma.

Es waren die Berner Beamten, die vor 3 Jahren Chatila unbedingt als Käufer des Schweizer Ablegers der russischen Sberbank haben wollten.
Diese war nach Putins Einmarsch im Februar 2022 auf der schwarzen Liste gelandet.
Mithilfe eines US-Vermittlers stemmte Chatila den Deal. Dieser hatte ursprünglich mit Diamanten gehandelt und dann ein kleines Imperium mit Restaurants und Masken aufgebaut.
Der Amerikaner hatte für die Sberbank-Transaktion eine stolze Entschädigung zugute. Einen Teil davon blieb Chatila dem Mann schuldig.
Der stand auf die Hinterbeine. Vor Monatsfrist urteilte schliesslich ein Schiedsgericht für den Vermittler und gegen Chatila.
Letzterer muss jetzt dem Amerikaner 70 Millionen überweisen. Das Geld haben er und seine m3 Gruppe nicht.
Den Begünstigten scheinen die Nöte des Schuldners nicht zu interessieren. Sein Anwalt sagte der Tribune, notfalls treibe er Chatila in den Ruin.
Für die Finma ist die Sache ein Debakel. Der Watchdog hatte 2022, als Bern immer dringender eine Lösung für die Schweizer Sberbank brauchte, Chatila inständig gebeten, das Putin-Finanzhaus zu erwerben.
Der war bereit dazu. Doch wie finanzieren, wenn einem das nötige Kleingeld fehlt? Ganz einfach, sagte sich Chatila: Schulden machen.

140 Millionen Franken trieb er mittels einer Obligationen-Anleihe auf. Eine stolze Summe.
Die Finma hatte keine Einwände dagegen, dass die Akquisition der Sberbank Schweiz, die neu TradeXBank heissen würde, mit geliehenen Mitteln erfolgen würde.
Hauptsache, es gab schnell einen neuen Eigentümer, der keine grellroten Lampen zum Leuchten brächte.
Die Bonds reichten nicht. Laut einer Quelle gewährte die Credit Suisse der m3 Gruppe ein Darlehen von rund 30 Millionen – blanko, sprich ohne Sicherheit.
Was aus diesr Schuld wurde, ist nicht bekannt.
Sicher ist: Abdallah Chatilas m3 lud die Investoren der 140-Millionen-Anleihe am 10. Juni nach Genf an den Place de Cornavin 3, direkt beim Bahnhof der UNO-Stadt.
„Einberufung der Versammlung der Anleihegläubiger“ lautete die Überschrift in der Einladung.
Beantragt waren: „Senkung des Zinssatzes auf 8% pro Jahr“, „Aufschub des Rückzahlungstermins um zwei Jahre“, „vollständiger Verzicht auf eine Sicherheit“.
Die m3 sehe sich „mit Liquiditätsschwierigkeiten konfrontiert, die auf externe Faktoren, insbesondere die hohe Inflation und die durch den Konflikt in der Ukraine ausgelöste Marktvolatilität, sowie auf interne Herausforderungen infolge der Übernahme der TradeXBank AG zurückzuführen“ wären.
Ziel der verschlechterten Konditionen für die Obligationäre sei es, die „vorgesehenen Kapital- und Zinsrückzahlungen verringern“ zu können.
Auf damalige Fragen an die Zuständigen, wie die Abstimmung der Obligationäre der m3-Anleihe ausgegangen sei, reagierte Ende Juni niemand.
Jetzt ist klar, warum. Bereits am 23. Juli sprach das Schiedsgericht dem US-Vermittler des Sberbank-Deals 70 Millionen zu.
Seine m3 befände sich „en crise de liquidité, mais pas de solvabilité“, so Abdallah Chatila gegenüber der Tribune de Genève.
Die Erklärung kommt einem aus dem Fall CS bekannt vor. Er sei imstande, seine Schulden durch Gewinne mit Immobilien und der TradeXBank zurückzuzahlen, meinte der Genfer.
Und wieder die CS … schön waren die Zeiten mit den easy Kreditlinien …
Lieber Herr Hässig, bitte etwas eriösere Schreibweise. „Zittert“ ist unter Niveau, die Artikel leiden daruntern. Danke.
Wieviel haben die Verantwortlichen für diese Aktion von den Kunden der Bank erhalten?
Wie muss man sich das vorstellen, die FINMA, die jemanden bittet, eine Bank zu übernehmen? Kann, darf, tut sie das wirklich?
Nicht die FINMA bat irgendwas, sondern die inkompetenten, arroganten, NICHTS verstehenden, staatsbevorzugten und -bejobten SchweizerInnen erlutschten Mitleid „Help, please!“. Ein Libnaese darauf rein.
Ein gutes Beispiel des ‚Art of the Deal‘.