Die Schweizer Eventbranche wankt durch den Ring wie ein angeschlagener Schwergewichtsboxer in der zwölften Runde.
Die Deckung ist offen, der Atem geht schwer.
Die Corona-Jahre sind kaum verdaut, da plagen die Unterhaltungs-Branche die nächsten Sorgen:
Steigende Kosten, vorsichtige Konsumenten, wachsender Druck auf die Margen.
Besonders laut kracht es im Gebälk von „Das Zelt“. Jahrelang war die mobile Zelt-Dynastie das Nonplusultra des helvetischen Kulturschaffens.
Man sonnte sich im Erfolg, klopfte sich auf die Schultern. Jetzt herrscht dort plötzlich wirtschaftliche Eiszeit.
Die Erklärungen aus der Branche klingen dabei oft ähnlich:
Corona habe ein riesiges Loch gerissen, Sponsoren seien zurückhaltender geworden, gleichzeitig explodierten die Neben- und Infrastrukturkosten.
Während die grossen Player der Szene den Untergang des Abendlandes beschwören, passiert auf den Schweizer Bühnen derzeit etwas, das nach dieser Logik völlig unmöglich wäre.

Sandra Studer sorgt nämlich mit „Mamma Mia!“ in der Maag-Halle seit drei Wochen für einen Erfolg, von dem die Branche derzeit nur träumen kann.
Bereits vor der Premiere waren 30’000 Tickets verkauft, die Vorstellungen sind praktisch ausverkauft, die Stimmung euphorisch.
Und dies trotz saftigen Ticketpreise. Das Publikum pilgert scharenweise herbei.
Die Wahrheit ist bitter für die Teppichetagen der Event-Konzerne: Das Problem war nie die mangelnde Nachfrage.
Das Problem ist der hausgemachte Grössenwahn.
Über Jahre kannten die Budgets nur eine Richtung: steil nach oben. Mit jedem Erfolg stiegen die Ansprüche der Macher.
Aus charmanten Formaten wurden industrielle Maschinerien. Mehr Scheinwerfer, mehr Logistik, mehr Administration.
Ein gigantisches Wettrüsten, und ein Wasserkopf, der permanent mit Spitzen-Auslastungen gefüttert werden musste, damit die Rechnung aufging.
Aus erfolgreichen Event-Formaten wurden komplexe Systeme, die eine enorme Auslastung zur Pflicht machten.
Gerade der grosse the Dom von „Das Zelt“ steht symbolisch für diese Entwicklung.
Jetzt zeigt Sandra Studer allen, wo der Bartli den Moscht holt. Die Menschen wollen im Theater keine architektonischen Weltwunder.
Sie wollen schlicht und einfach einen guten Abend verbringen.
„Mamma Mia!“ liefert diese emotionale Beruhigungs-Pille. Eingängige Pop-Hymnen, kalkulierbare Emotionen, null Risiko.
Das Publikum weiss auf die Minute genau, was es für sein Geld bekommt.
Zudem zieht bei Studer ein Asset, das man bei keinem Beratungsriesen kaufen kann: Schweizer Ur-Vertrauen.
Seit Jahrzehnten verkörpert die ehemalige SRF-Moderatorin und Eurovision-Sängerin die perfekte, nahbare und skandalfreie Eidgenossenschaft.
Wer Studer bucht, bucht ein Stück heile Welt. Das schafft keine noch so teure Marketingagentur auf Social Media.
Die Krise der Eventbranche ist keine Nachfragekrise, sondern eine handfeste Strategiekrise. Versagt haben die Anbieter.
Der wahre Luxus im heutigen Markt liegt darin, etwas Einfaches verdammt gut zu machen. Das spart Millionen an Infrastruktur und lässt am Ende die Kasse klingeln.
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Ich würde nicht mal gratis gehen.
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SRF mit Zwangsabgaben via Serafe pushed, ist doch die ganze Sache eindeutig!
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Da verpassen Sie was.
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Gut gemacht Sandra
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Wie wahr: „Der wahre Luxus im heutigen Markt liegt darin, etwas Einfaches verdammt gut zu machen.“
Zwei Beispiele: Flixbus. Schickt Reisebusse quer durch die Welt. Nichts Besonderes, aber gut gemacht.
Oder Würth: Verkauft Schrauben an Handwerksbetriebe, seit Jahrzehnten. Ein sehr einfaches Business, aber gut gemacht.
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Sehr treffender Artikel. Dazu kommt die generell schwierige und unsichere Wirtschaftslage vieler Arbeitnehmer. Und das sich die Kulturschaffenden während Corona fast allesamt die Stastspropaganda sangen, hat den Markt um einen Drittel des Zielpublikums reduziert.
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Das nenn ich jetzt mal eine konsequente Haltung, Amelie. Schon fast Haltungsjournalismus.
Wer wirtschaftlich erfolgreich sein will passt sich dem Konsumenten an.
Auch die kulturelle Unterhaltung muss sich dem Niveau der Konsumenten anpassen. Bierzelt und Volksmusik zieht immer, ansonsten Fussball oder eben Mama Mia.
Alles andere überfordert die geistige Aufnahmefähigkeit zeitlich und/oder geistig.
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Gell, Marcel, da machen wir es uns doch lieber hier gemütlich.
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Konzentration auf das was läuft. Etwas Feingespür. Etwas Innovation. Und ein gutes Team. Bravo „Mamma Mia“. Alle vom Cast sind mit Herzblut dabei. Das spürt man als Gast im Saal.
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Bringt mehr von solch positiven Beiträgen!
Der Alltag ist bei der Mehrzahl der Menschen düster genug.
Und es wird auch nicht gerade heller,
Wenn man den Prognosen Glauben schenkt.
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In defense of Mrs. Studer&Co.
Viele CEOs in der Schweiz haben die Kräfte des Marktmechanismus nie gespürt.
Oft durch Erbschaft oder über akadämliche Vetternwirtschaft in die Teppichetage gespült, haben sie lediglich Wolkenkuckucksmonster geschaffen.
Und aktuell immer noch nicht gemerkt, dass die Tektonik der Branchen im Umbruch ist.
Die traditionsbasierte Betriebsführung, auch „Patronale Führung“ genannt, monetarisiert konsequent die Marktchancen.
Gemäss dem Motto „Inmitten vieler Schwierigkeiten, verbergen sich Möglichkeiten“.
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Im Gegensatz zu den heutigen „Sternchen“ konnten die ABBA noch gute Musik machen und singen.
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Oohh Schreck!
Gekaufte Unterhaltung für gelangweilte Doofbürgerlis?
Völlig unbekannter Name
„Sandra Studer“, dann auch noch vom Bezahlsender? Was soll denn das?
Dann auch noch bezahlen für solchen Schrott? Gibts auch wieder Gratisbratwürste als Lokvogel?
Aufpassen, dass ihr euch nicht mit neuem Virus ansteckt am „Event“.
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Die unsägliche, völlig überbewertete Studi hat sich selber im Glanze des Zeltes gesonnt und gebauchpinselt sowie einen Riesenzapfen rausgepresst. – Hämische Schadenfreude bei ihr völlig unangebracht !!