Heute Donnerstag, 1. Oktober 2026
Russland greift Kiew (UA) seit dem 23. September fast täglich an, zuletzt Energieanlagen, eine Schule und die Südbrücke. An der Front bewegt sich wenig.
Drohnen treffen am Donnerstagvormittag die Südbrücke über den Dnipro in Kiew, laut Bürgermeister Klitschko nahe einem Stützpfeiler. Metro und öffentlicher Verkehr über die Brücke stehen still. Am Morgen traf eine Drohne eine Schule in Kiew, laut Selenskyj wurde niemand verletzt.
In der Nacht griff Russland mit 107 Drohnen an, bei Nikopol (UA) starb ein Mann. Moskau meldet seinerseits 330 abgewehrte ukrainische Drohnen, ein Teil der Krim ist ohne Strom. Selenskyj meldet Treffer auf eine Ölanlage in Samara (RU) und ein Ziel im Schwarzen Meer.
An der Front meldet Russland die Einnahme von drei Dörfern in der Region Charkiw (UA). Der ukrainische Generalstab meldet für September 46'230 russische Verluste, den Höchstwert des Jahres. In Moskau (RU) kommt Generalmajor Sergei Nikituschkin in Haft. Kremlsprecher Peskow sagt, die Ukraine sei Verhandlungen nicht nähergekommen. Die IAEA verhandelt über lokale Feuerpausen für Reparaturen am AKW Saporischschja (UA).
Grossbritannien erweitert die Russland-Sanktionen um 23 Einträge. Estland verbietet den Transit von Getreide aus Russland und Belarus. Trump sagt, die Angriffe auf russische Raffinerien belasteten den Dieselmarkt stärker als der Nahe Osten.
Ukrainischer Generalstab: Russland verliert im September 46'230 Soldaten, Höchstwert des Jahres
Laut dem ukrainischen Generalstab verlor Russland im September 46'230 Soldaten, gezählt werden Tote und Verwundete. Im Januar waren es laut Generalstab 31'710, im August 42'020. Seit Februar 2022 beziffert er die russischen Verluste auf rund 1'535'870. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.
«Jeder Versuch, Druck auf unsere Stellungen auszuüben, endet mit unverhältnismässigen sanitären und unwiederbringlichen Verlusten für den Feind.»
«Every attempt to put pressure on our positions ends in disproportionate sanitary and irrecoverable losses for the enemy.»
Drohnen treffen Kiews Südbrücke (UA), Metro und Busse über die Brücke stehen still
Bürgermeister Vitali Klitschko bestätigt am Donnerstagvormittag zwei Drohnentreffer nahe einem Stützpfeiler der Südbrücke über den Dnipro in Kiew (UA). Metro und öffentlicher Verkehr über die Brücke sind gestoppt, Fachleute prüfen den Zustand des Bauwerks. Die russische Staatsagentur TASS meldet nach Explosionen einen Brand auf einer der Brücken über den Dnipro. Laut dem prorussischen Telegram-Kanal Military Summary greifen Geran-Drohnen die Brücke seit dem Morgen an. In Pawlohrad (UA) werden laut Gebietsverwaltung bei einem Angriff drei Menschen verletzt, eine Frau schwer.
«Kiews Bürgermeister Klitschko bestätigt zwei Drohnentreffer nahe dem Stützpfeiler der Südbrücke»
«Мер Києва Кличко підтверджує два влучання БпЛА поблизу опорної частини Південного мосту»
Kreml: Die Ukraine ist Verhandlungen nicht nähergekommen, Europa behindert sie
Die Ukraine sei Verhandlungen mit Russland nicht nähergekommen, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow am Donnerstag laut TASS. Europa behindere eine Wiederaufnahme der Gespräche. Kontakte mit US-Vertretern liefen auf Arbeitsebene weiter. Die USA knüpften neue Wirtschaftsprojekte mit Russland weiterhin an eine Lösung in der Ukraine. Die Warnung vor einer Blockade Kaliningrads nennt Peskow nicht konfrontativ.
Militärgericht in Moskau (RU) lässt Generalmajor Sergei Nikituschkin verhaften
Das Garnisonsmilitärgericht in Moskau (RU) schickt Generalmajor Sergei Nikituschkin für zwei Monate in Untersuchungshaft. Er leitet eine Abteilung in der Hauptverwaltung für Gefechtsausbildung des Verteidigungsministeriums (RU). Was ihm vorgeworfen wird, sagen die Ermittler laut dem kremlnahen Militärblog WarGonzo nicht.
Grossbritannien erweitert die Russland-Sanktionen um 23 Einträge, darunter drei LNG-Tanker
Das britische Aussenministerium setzt 23 weitere Einträge auf seine Sanktionsliste gegen Russland, meldet die Agentur TASS. Darunter sind laut Interfax die arktischen LNG-Tanker «Alexei Kossygin», «Konstantin Possjet» und «Pjotr Stolypin».
Estland verbietet den Transit von Getreide aus Russland und Belarus
Aussenminister Margus Tsahkna verkündet das Verbot am Donnerstag auf der Plattform X, berichtet Digi24. Russland greife ukrainische Häfen an und blockiere die Getreideexporte der Ukraine, schreibt er. Dann suche es neue Wege für das eigene Getreide. Estland stimmt sich mit Lettland und Litauen ab, damit die baltischen Häfen keine Alternative für Russland werden. Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha dankt Estland.
Frontmeldungen: Russland meldet drei Dörfer in der Region Charkiw (UA)
Das russische Verteidigungsministerium meldet die Einnahme von Nesterne, Rublene und Wyssoka Jaruha in der Region Charkiw (UA). Zwei davon lägen in einem Kessel um ukrainische Truppen im Nordosten der Region. Um fünf weitere Orte werde gekämpft. Der ukrainische Generalstab zählt für Mittwoch 209 Gefechte, am heftigsten im Raum Pokrowsk (UA). Die Ukraine bereitet laut Selenskyj die vierte Phase der Operation Vivaldi im Norden der Region Donezk (UA) vor. Kiew spricht dort von 176 zurückeroberten Quadratkilometern. Die Angaben beider Seiten sind nicht unabhängig überprüfbar.
«Im Zuge aktiver Angriffshandlungen im Einkesselungsring wurden die Ortschaften Nesterne und Rublene im Gebiet Charkiw unter Kontrolle gebracht»
«В ходе активных наступательных действий в кольце окружения взяты под контроль населенные пункты Нестерное и Рубленое Харьковской области»
Selenskyj meldet Treffer auf Ölanlage in Samara (RU) und ein Ziel im Schwarzen Meer
Die ukrainische Armee hat laut Präsident Selenskyj eine Ölanlage in der Region Samara (RU) getroffen. Getroffen seien auch ein Ziel im Schwarzen Meer und ein Drohnen-Startplatz in der Region Orjol (RU). Dazu komme ein Versorgungslager in der Region Brjansk (RU). Laut «Guardian» kommen die Angriffe wenige Tage, nachdem Trump Kiew zu weniger Angriffen auf russische Energieziele gedrängt hat. Aus Russland gibt es dazu bisher keine Angaben.
Russische Drohne trifft Schule in Kiew (UA), die Kinder sind im Schutzraum
Eine russische Drohne trifft am Donnerstagmorgen ein Schulgebäude im Kiewer Stadtteil Solomjanskyj (UA). Es bricht ein Feuer aus, die Kinder sind laut Bürgermeister Vitali Klitschko im Schutzraum. Laut Präsident Selenskyj wird niemand verletzt, im dritten Stock brennt es, eine Wand ist teilweise zerstört. Trümmer beschädigen laut Militärverwaltung zudem ein Lagergebäude. In der Region Mykolajiw (UA) stirbt am Morgen laut Gebietsverwaltung ein 50-jähriger Mann bei einem Drohnenangriff.
«Im Stadtteil Solomjanskyj wurde ein Treffer in einer Bildungseinrichtung festgestellt.»
«У Соломʼянському районі зафіксовано влучання в заклад освіти.»
«Eine Drohne hat ein Schulgebäude im Stadtteil Solomjanskyj getroffen. Es ist ein Feuer ausgebrochen. Die Kinder waren in einem Schutzraum.»
«A drone struck a school building in the Solomianskyi district. A fire broke out. The children were inside a shelter.»
Russland meldet 330 abgewehrte ukrainische Drohnen in einer Nacht, Teile der Krim ohne Strom
Die russische Luftabwehr hat laut Verteidigungsministerium (RU) von Mittwochabend bis Donnerstagmorgen 330 ukrainische Drohnen abgefangen. Betroffen waren unter anderem Brjansk (RU), Kursk (RU), Belgorod (RU) und Tula (RU). Auch über der Region Moskau und der Krim (UA, von Russland annektiert) fing sie Drohnen ab. In der Nacht zuvor meldete Moskau 384 Drohnen. Laut der staatlichen Agentur TASS ist nach einem Drohnenangriff ein Teil der Krim ohne Strom. Aus der Ukraine gibt es dazu bisher keine Angaben. Die Zahlen sind nicht unabhängig überprüfbar.
Russland greift in der Nacht mit 107 Drohnen an, ein Toter bei Nikopol (UA)
Russland greift die Ukraine in der Nacht auf Donnerstag mit 107 Drohnen an, 63 davon mit Strahltriebwerk. Die Luftwaffe meldet 87 abgewehrte Drohnen und Treffer an elf Orten. In Kiew (UA) wird laut Zivilschutz beim Brand einer Lagerhalle im Stadtteil Obolon ein Mann verletzt. Im Stadtteil Petschersk fallen laut Militärverwaltung Trümmer auf offenes Gelände. In Odessa (UA) trifft Russland laut Gebietsverwaltung ein Geschäftszentrum, eine Person wird verletzt. Im Gebiet um Nikopol (UA) stirbt laut Gebietsverwaltung ein 44-jähriger Mann. Das russische Verteidigungsministerium spricht von einem Schlag auf das Rechenzentrum Hosting-UA bei Odessa, das der Armee gedient habe. Im Hafen von Tschornomorsk (UA) habe es einen Frachter mit Militärgütern getroffen. Russland meldet zudem 22 abgewehrte ukrainische Drohnen über der Region Tula (RU) und 13 über Kaluga (RU).
«In Odessa und im Gebiet Odessa: das Rechenzentrum Hosting-UA, über das Aufklärungs- und andere dienstliche Informationen im Interesse der Verbände der ukrainischen Streitkräfte verarbeitet wurden»
«В Одессе и Одесской области: дата-центр Hosting-UA, через который осуществлялась обработка разведывательной и другой служебной информации в интересах формирований ВСУ»
Ukraine verlangt US-Sanktionen gegen Zulieferer des russischen Satellitennetzes Rassvet
Die Ukraine will die USA zu Sanktionen gegen Firmen bewegen, die Bauteile für das russische Satellitennetz Rassvet liefern. Das sagt der ukrainische Geschäftsträger in Washington (US), Denys Sienik, laut der Agentur AP. Rassvet soll eine russische Alternative zu Starlink werden. Kiew befürchtet, dass Russland damit Angriffe mit Echtzeit-Informationen führen kann. Grundlage wäre ein neues US-Sanktionsgesetz, das Trump am 18. September unterzeichnete. Bis 18. Oktober muss die US-Regierung entscheiden, wen sie damit sanktioniert.
«Wenn Russland die «Konstellation» von Satelliten für sein Projekt vollenden kann, wird es die Ukraine nach Belieben mit Echtzeit-Informationen angreifen können»
«If Russia is able to complete the 'constellation' of satellites for its project, it will be able to attack Ukraine at will with real-time information»
Trump: Angriffe auf russische Raffinerien belasten den Dieselmarkt stärker als der Nahe Osten
US-Präsident Donald Trump sieht die grösste Belastung für den Dieselmarkt in Russland, nicht im Nahen Osten. Russische Dieselraffinerien würden in alarmierendem Tempo ausgeschaltet, sagt er vor Journalisten. Ohne die Angriffe gäbe es die Probleme mit Diesel laut Trump womöglich nicht. Zuvor hatte er Selenskyj gedrängt, die Angriffe auf Raffinerien zu drosseln.
«Diesel hat viel mehr gelitten, nicht durch den Nahen Osten, sondern durch das, was in Russland vor sich geht, weil diese Dieselraffinerien in ziemlich alarmierendem Tempo ausgeschaltet werden.»
«Diesel has really hurt much more, not by the Middle East, but by what's going on in Russia, because those diesel refineries are being knocked out at a pretty alarming rate.»
IAEA verhandelt über lokale Feuerpausen für Reparaturen am AKW Saporischschja (UA)
Die Atomenergiebehörde IAEA verhandelt mit Russland und der Ukraine über lokale Feuerpausen beim AKW Saporischschja (UA, russisch besetzt). Techniker sollen so beschädigte Stromleitungen reparieren können. Das sagt Generaldirektor Rafael Grossi der staatlichen russischen Agentur RIA Nowosti. Die externe Stromversorgung des Kraftwerks bleibt laut Grossi instabil. Die IAEA hilft auch beim Treibstoff für die Notstromgeneratoren.
«Wir führen Verhandlungen über lokale Feuerpausen zwischen den beiden Kriegsparteien, um die nötigen Reparaturarbeiten zu ermöglichen»
«Мы ведем переговоры о локальных прекращениях огня между двумя воюющими сторонами, чтобы обеспечить проведение необходимых ремонтных работ»
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