Am Samstag endet die administrative schriftliche Eingabefrist für das GZO-Nachlassverfahren. Die Wetziker Spitalspitze zittert, die Aktionärsgemeinden beten.
Im Hintergrund hat sich eine unheilige Allianz formiert: Neun institutionelle Grossgläubiger wollen den offiziellen Nachlassvertrag (das Sanierungsmodell mit der Thurgauer Thurmed) platzen lassen.
Ihnen schwebt vor, das Spital im geordneten Konkurs zu liquidieren. Angeführt wird diese Blockade-Allianz von der Postfinance.
Mit im Boot sitzen die Syz Asset Management (mit fetten 16 Millionen Franken nominal), die Helsana Versicherungen (mit 14,5 Millionen im Feuer), die Bundes-Pensionskasse Publica.
Dann die Pensionskasse Post, die Helvetia Lebensversicherung, der F. Hoffmann-La Roche Pensionfund sowie die Visana Services AG.
Zusammen kontrollieren sie rund 130 Millionen Franken und damit die absolute Mehrheit der beim Nachlassgericht stimmberechtigten Forderungen. Ihr Veto würde das sofortige Aus für den Sanierungsplan bedeuten.
Gerechtfertigt wird dieser finanzielle Vorhof zur Hölle mit einem vermeintlichen Befreiungsschlag.
Antoine Huberts Spitalimmobilien-Gesellschaft Infracore hat pünktlich vor dem Abstimmungsfinale eine „unwiderrufliche“ Cash-Offerte über 70 Millionen Franken für sämtliche physischen GZO-Immobilien und Betriebsaktiven auf den Tisch geknallt.
Die süsse Verlockung an die Adresse der Anlagechefs: Stimmt mit Nein, schickt das Spital in die Pleite, wir drücken euch die 70 Millionen bar ab, und der Betrieb läuft nahtlos unter dem privaten Swiss Medical Network weiter.
Das glauben die naiven Bürolisten in den Anlageausschüssen. Nur: Das 70-Millionen-Versprechen ist ein gigantischer, taktischer Bluff.
Hubert will Wetzikon vermutlich gar nicht retten; er will das gesamte Zürcher Oberland „übernehmen“. Und das Spital Uster spielt dabei die tragische Hauptrolle.
Wer glaubt, dass Infracore im echten Konkursverfahren brav 70 Millionen in bar auf das Konto des Konkursamtes überweist, blendet die brutalen baulichen Realitäten vor Ort aus.
Insider wissen: Der Wetziker Altbau ist eine sanierungsbedürftige Katastrophe. Deshalb musste ja der unfertige, kapitalschreddernde Erweiterungsbau her.
Das Problem: Der unfertige Rohbau ist statisch, architektonisch und technisch ein siamesischer Zwilling – untrennbar mit dem Altbau verwachsen.
Der historische Westtrakt steht zudem unter strengem kantonalen Denkmalschutz.
Sollte die GZO AG im Konkurs enden, muss die Zürcher Gesundheitsdirektion unter Natalie Rickli die Leistungsaufträge aus Gründen der Patientensicherheit ab Tag 1 entziehen.
Ambulanzen drehen ab, zurück bleibt eine tote Hülle: ein reiner ambulanter Betrieb in überdimensionierter, denkmalgeschützter Betonfalle.
Ein wirtschaftlicher Selbstmord. Die Fixkosten würden jedes private Ärztehaus auffressen. Zudem besitzt der Kanton über den rechtskräftigen „Kantonalen Gestaltungsplan Spital Wetzikon“ die entscheidende Knute.
Zweckbestimmt sind dort ausschliesslich ein Akutspital und ein Personalhaus.
Die Stadt Wetzikon und der Kanton würden einem privaten Developer, der das Areal als Landreserve missbrauchen will, über das Planungs- und Baugesetz (PBG) augenblicklich das planerische Licht ausknipsen.
Antoine Hubert weiss das. Seine 70 Millionen dürften dazu dienen, die GZO-Führung mürbe zu machen.
Landet die GZO AG im harten Konkurs, ist die Immobilie schlagartig wertlos. Ein offizielles Gutachten von Wüest Partner bezifferte den reinen Liquidationswert des Areals als geschlossene „Spitalbrache“ auf lächerliche 12 Millionen Franken.
Sobald aber das Spital dicht ist und kein anderer Bieter existiert, könnte Hubert den Preis beim Konkursamt auf ebendiese 12 Millionen herunterverhandeln.
Die Grossgläubiger würden dann in die Röhre schauen – nur wäre es zu spät.
Gleichzeitig könnte Hubert nach dem eigentlichen Filetstück auf dem Schachbrett greifen: das Spital Uster AG.
Uster schien nach den Kapitalspritzen der Gemeinden saniert, doch das Timing ist mörderisch. Seit dem 1. Januar würgt die bundesweite Einführung des neuen ambulanten Tarifs Tardoc das Schweizer Spitalwesen finanziell ab.
Die Abrechnungssysteme laufen Amok, ambulante Gelder können wegen Software-Chaos monatelang nicht eingetrieben werden.
Uster, so geht um, kriegt das zu spüren. So schliesst sich der Kreis. Wenn Wetzikon im Konkurs stirbt, fällt die gesamte regionale medizinische Grundversorgung für 150’000 Oberländer schlagartig an die Spital Uster AG.
Das überforderte und durch Tardoc liquiditätsmässig herausgeforderte Spital droht unter der plötzlichen Patientenwelle in die Krise zu geraten. Natalie Rickli stünde vor dem nächsten gesundheitspolitischen Eklat.
In diesem Moment könnte Hubert als „Retter in der Not“ bei der Spital Uster AG einmarschieren – die praktischerweise als privatrechtliche Aktiengesellschaft organisiert ist.
Hubert brächte in diesem Szenario die dringend benötigten Tardoc-Überbrückungsm-Millionen und übernähme über sein Swiss Medical Network die Kontrolle.
Der finale Geniestreich käme sogleich: Hubert würde die Reste zusammenlegen.
Er nähme die intakten, unbestrittenen kantonalen Leistungsaufträge der Uster AG, würde sie in Umzugskisten packen und den gesamten stationären Betrieb in den billig geschossenen, fertiggestellten GZO-Neubau nach Wetzikon verfrachten.
Gegen eienen solchen Schachzug wäre die Gesundheitsdirektion machtlos, denn ohne Huberts Cash würde das Oberland – wenn es in dieser Lage landen würde – medizinisch zusammenbrechen.
Der amtliche Gestaltungsplan in Wetzikon würde einfach reaktiviert – nur sässe jetzt Hubert im gemachten Nest.
Besonders pikant: Die Visana Services AG, so sieht es aus, stimmt im Gläubigerpool für den GZO-Konkurs.
Die Visana-Beteiligungen AG als strategische Grossaktionärin ist direkt an Huberts Swiss Medical Network beteiligt. Sie würde am späteren Privatisierungsgewinn kräftig mitverdienen.
Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.
Die Postfinance- und Publica-Anlagechefs glauben, sie spielen harten Poker um ihre Anleihen-Rendite. Vielleicht sind sie ungeahnte Helfer in einem grossem Monopoly-Spiel.
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Inzwischen Netflix Serienwürdig. Am Misthaufen dranbleiben. Da stinkt noch mehr.
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‚Grundversorgung für 150’000 Oberländer‘? Schwachsinn. Kaum jemand aus der Region geht freiwillig ins GZO – wer kann, fährt direkt nach Zürich. Macht den Laden endlich dicht. Gute Pflegekräfte und fähige Ärzte finden morgen einen neuen Job. Und für die Sesselfurzer in der Verwaltung gibt es ja schliesslich das RAV.
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Schön Claude, dann gehe doch grad ins USZ , viel Glück. Im übrigen in medizinischen Insiderkreisen hat Wetzikon einen guten Ruf!
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Der Spital Benko wütet so lange bis alles zusammenkracht, schon krass, es ist noch nicht einmal so lange her mit Immob Benko, jeder wusste und warnte, und der agierte frisch und fröhlich weiter, bis alles komplett ruiniert war und jeder nur den Kopf schüttelt, wie so etwas nur sein konnte. Hubert hat noch nie wirklich ein Spital in Schwung gebracht, nur Gelaber, so ähnlich wie Benko mit Karstadt in Deutschland. Und wenn es dann im Spitalwesen knallt, geht es nicht nur um Warenhäuser sondern um Gesundheitsversorgung, und alle schauten dabei zu. suiza quo vadis sage ich nur
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Das sind keine Insides, das sind Spekulationen.
Kein Wunder bleibt der Autor anonym.