Die eklatanten Widersprüche der Gegner der Gold-Initiative

Nachdem ich Dutzende von Streitgesprächen über die Gold-Initiative hinter mir habe und die Abstimmung immer näher rückt, nehme ich folgende zwei Dinge aus all diesen Debatten mit: Fast jeden Abend werde ich mit neuen – sich teils diametral widersprechenden – Argumenten gegen die Gold-Initiative konfrontiert. Und: Trotz der ganzen Medien-Schelte ist an fast jedem Anlass, an dem ich bisher teilnahm, die Zustimmung in der Bevölkerung für die Initiative riesig.

Fast täglich erscheinen wie von Zauberhand Artikel in den Schweizer Zeitungen gegen die Gold-Initiative. Trotz mehreren 100 verschiedenen Schweizer Medientiteln ist mir – natürlich neben der Schweizerzeit – nur ein einziger Kommentar eines Journalisten bekannt, welcher sich für die Gold-Initiative ausgesprochen hat (Beat Feusi in der BaZ).

Ja, es wird jetzt so getan, als sei die Gold-Initiative eine äusserst weitgehende Revolution. Dabei wollen wir lediglich den bewährten Zustand von 1999 – welcher der Schweiz Stabilität, Sicherheit und Unabhängigkeit gebracht hat – wiederherstellen mit massvollen 20% statt wie damals 40% Goldanteil.

Weltweit sind wir mit heute unter 10% nicht einmal unter den Top 40. Dies ist umso gravierender, weil die Schweiz über keine nennenswerten Rohstoffe verfügt, welche in vielen Staaten als Gold-Ersatz benutzt werden. Gold ist die Versicherung für riskante Hunderte von Milliarden von Euros und Dollars, welche die SNB hält und deren Entwicklung ungewiss ist.

Gegenüber 1999 wirklich neu ist nur die ausschliessliche Lagerung des Goldes in der Schweiz. Und bis dahin waren sich alle in diesem Land einig: Gold ist das „unveräusserliche Familiensilber“ der Schweiz, wie es der Bundesrat immer betonte. Und: Unveräusserliche Goldreserven stärken die Unabhängigkeit, die Glaubwürdigkeit und bei Interventionen die Handlungsfähigkeit der Nationalbank, wie dies die SNB höchstpersönlich stets betonte.

Gewisse Gegner verlieren mangels sachlicher Argumente bereits jetzt komplett die Nerven und bezeichnen uns beispielsweise als „goldsüchtige Zwerge“ (Rudolf Strahm), „Verschwörungstheoretiker“ (Tages-Anzeiger), „Spekulanten“ (Blick) und „Isolationisten“ (NZZ) und machen damit die über 100‘000 Bürgerinnen und Bürger, welche die Volksinitiative unterschrieben haben, lächerlich.

Doch es gibt durchaus auch Goldinitiativ-Gegner, welche sich der sachlichen Debatte stellen. Auf diese Argumente möchte ich kurz eingehen, um aufzuzeigen, wie sie in sich zerfallen.

Widerspruch Nr. 1: Gold-Anteil im internationalen Vergleich

Immer wieder wird als Argument vorgebracht, die Schweiz müsse mit dem Ausland mitgehen bezüglich Goldreserven, eigenständige Lösungen und Sicherheitsabwägungen seien isolationistisch, und die Schweiz habe pro Kopf ohnehin die grössten Goldreserven.

Was die Initiative verlangt, ist  jedoch nicht ein Goldanteil pro Kopf, sondern eine Prozentzahl der gesamten Bilanz. Der Goldanteil pro Kopf ist logischerweise hoch, da die Schweiz trotz geringer Einwohnerzahl ein international bedeutender Wirtschaftsplatz ist und da die Schweiz kaum Rohstoffe hat, die auch als Absicherung dienen können.

Fakt ist: Die SNB hat deutlich weniger Gold als die Nachbarländer. Die Schweizerische Nationalbank hält keine 10% ihrer Devisenreserven mehr in Gold. Hier ein Vergleich mit den Nachbarländern: Deutschland 72.4, Italien 72.0, Frankreich 71.6, Österreich 55.6%.

Weltweit lag die Schweiz beim Erscheinen der offiziellen Zahlen auf Platz 39, inzwischen ist sie weiter abgerutscht. Die Forderung der Gold-Initiative, den Goldanteil der Devisenreserven auf 20% zu heben, ist also keinesfalls überzogen. Es wäre sogar eine Annäherung an die Nachbarstaaten und nicht isolationistisch, wie behauptet wird.

Seit über 3’000 Jahren wird Gold als Wertaufbewahrungsmittel genutzt. Als einzige Währung, die seitdem noch Bestand hat, konnte Gold sämtlichen Krisen trotzen, ist nicht von inflationärer Geldpolitik betroffen und kann nicht beliebig reproduziert oder manipuliert werden.

In Zeiten eines scheinbar grenzenlosen staatlichen Schuldenmachens, eines gleichzeitig fast unlimitierten Gelddruckens durch Zentralbanken und im Angesicht von Währungs- und Finanzmarktkrisen, die sich immer häufiger ereignen, fragen weitsichtige und sicherheitsorientierte Nationalbanken auf der ganzen Welt Gold stärker nach.

Nicht so bei uns: Auf ausländischen Druck hat die Nationalbank seit Mai 2000 hinter dem Rücken des Schweizer Volkes mehr als die Hälfte unserer Goldreserven – über 1500 Tonnen – zu miserablen Preisen verschleudert. Hätte sie dies nicht gemacht, wären wir heute um mehr als 50 Milliarden Franken reicher. Solche Kapitalfehler dürfen sich nicht wiederholen.

Widerspruch Nr.2: Inflation vs. Deflation

Die einen der von hochdekorierten Experten geschriebenen Studien behaupten, wir hätten eher Probleme mit einer drohenden Deflation als mit einer Inflation und die Initiative stärke den Franken derart stark, dass sie eine Deflation auslöse. Die anderen der von genauso hochdekorierten Experten geschriebenen Studien behaupten, die Initiative löse eine Inflation aus, weil man Gold nicht mehr vertraue auf den internationalen Finanzmärkten.

Politiker des Nein-Komitees behaupten am gleichen Abend meistens gleich beides. Einerseits vertraue niemand mehr dem Gold und Gold sei längst überholt aus vergangenen Zeiten, es schwäche den Franken in Richtung Inflation. Gleichzeitig behaupten sie, Gold mache den Franken gefährlich stark, da es eine Deflation begünstigen könne. Welche Variante gilt denn nun bitte, liebe Gegner der Gold-Initiative?

Widerspruch Nr.3: Unverkäuflichkeit vs. leichte Verkäuflichkeit im Ausland

Als Argument gegen die Lagerung der Goldreserven in der Schweiz wird vorgebracht, man müsse Gold schnell auf den internationalen Goldmärkten verkaufen können, und unterschlägt dabei, dass die Schweiz ein international bedeutender Goldmarkt ist. Goldreserven sind im Ausland nicht sicher. Wenn schon Barrenlisten vorhanden sind, muss auch zwingend die Feinheit der einzelnen Barren bekannt sein.

Im Ausland besteht die Gefahr, dass den anderen Notenbanken die gleichen Barrenlisten abgegeben werden und somit das Gold vermeintlich zwar da ist, aber vielen gehört. Da braucht es Garantien. Da man die nicht in dieser Form bekommt, muss man das Gold zurückholen und auf Verfügbarkeit und Reinheit (Feinheit) überprüfen.

Gleichzeitig – und damit würde das erste Argument jegliche Bedeutung verlieren – behauptet man aber, Gold werde mit der Initiative bis in alle Ewigkeit und selbst bei Währungszusammenbrüchen unverkäuflich. Hier unterschlägt man wohlwissend, dass jede Generation – demokratisch in einer Volksabstimmung (statt still und heimlich hinter dem Rücken des Volkes wie im Jahr 2000) – jederzeit über Goldverkäufe beschliessen kann.

Zudem stellt die massvolle Goldreserve ja genau sicher, dass auch in Zeiten von Währungszusammenbrüchen oder Kriegen das Vertrauen in den Franken erhalten bleibt, weil bekannt ist, dass er ausreichend mit Gold gedeckt ist. Und wenn selbst dies – im schlimmsten aller schlimmen Fälle – nicht mehr gegeben wäre, könnte man selbstverständlich gegen Gold Rohstoffe oder Nahrungsmittel einkaufen. Dafür haben wir das Notrecht, welches beispielsweise auch letzte Woche beim IS-Verbot oder bei der UBS-Rettung angewendet wurde und in einem äussersten Krisenfall fast in allen Bereich angewendet werden müsste.

Da ich immer wieder – auch von engagierten Befürwortern – auf die Unverkäuflichkeit angesprochen werde, hier noch eine Bemerkung dazu. Ohne Verkaufsverbot finden Politik und Nationalbank immer 1’000 Gründe, Gold zu verkaufen. Mitte der 1990-er Jahre zuerst die Solidaritätsstiftung, dann die Behauptung, wir bräuchten plötzlich überhaupt kein Gold in der Bilanz, nach 2000 fast panikartige Verkäufe, ohne auch nur zu wissen, wohin der Erlös fliessen soll (AHV-Initiative), und 2005 bis 2007 nochmals 250 Tonnen verkauft, angeblich aus rein „bilanztechnischen Gründen“.

Wichtig: Die SNB kann mit unverkäuflichem Gold genauso agieren wie heute. Gold muss ja nur verkauft werden, wenn Franken „zurückgekauft“ werden sollen. Die SNB hat nach eigenen Angaben jederzeit und problemlos die Möglichkeit, beliebig viele Franken zu kaufen, ohne Bilanzposten zu veräussern, einfach indem sie eigene Schuldscheine, sogenannte SNB-Bills, gegen Franken verkauft.

Sagen wir es mit den Worten des Bundesrates, welcher noch in den 1990er-Jahren im Parlament sagte: „Zunächst ist die Vorsorge für Krisenzeiten zu nennen. Es ist möglich, dass lebenswichtige Importe (Rohstoffe, Energieträger) in schweren Krisenlagen (kriegerische Ereignisse, Boykotte, Finanzkrisen) nicht mit Devisen bezahlt werden können, sondern dass für ihre Bezahlung Gold gefordert wird. Heute die Goldbestände der Nationalbank zu veräussern, um damit Gewinne an die öffentliche Hand abzuführen, käme in den Augen des Bundesrates einem leichtsinnigen Verschleudern des schweizerischen „Familiensilbers“ gleich.“

Forderungen nach einem Verkauf der Goldreserven, unter anderem mit dem Hinweis auf die fehlenden Zinserträge, lehnte die Bundesbank (Deutschlands Nationalbank) immer wieder ab. Sie schreibt dazu: „Nationale Goldreserven haben auch heute eine vertrauens- und stabilitätssichernde Funktion für die Währung. […] Gold stellt für die Bundesbank auch vor diesem Hintergrund einen Vermögenswert dar, der ihren Ansprüchen nach Werthaltigkeit und Diversifikation ihres Portfolios – bestehend aus Devisen und Gold als Währungsreserven – gerecht wird.“

Widerspruch Nr.4: Goldpreis-Anstieg vs. Goldkäufe

Die Gegner behaupten einerseits, der Goldpreis werde explodieren. Sie schätzen die kleine Schweiz als bedeutender für den Goldpreis ein als China, Russland, Indien und viele andere Zentralbanken dieser Welt zusammen, welche derzeit massiv Gold einkaufen, und dies ohne spürbare Wirkungen auf den Goldpreis.

Gleichzeitig behaupten sie, die SNB müsse massiv Gold hinzukaufen. Sie unterschlagen dabei, dass die SNB auch Fremdwährungen abstossen könnte, oder – wenn es so, wie die Befürworter behaupten, eine Goldpreisexplosion gibt – aufgrund des Wertanstiegs des Goldes ohne auch nur eine einzige Intervention auf 20% Goldanteil käme.

Auch hier ist nicht klar, ob nun Goldkäufe oder der Goldpreisanstieg das Gegenargument sind. Häufig hört man beide Argumente in einem Satz. Die Schweiz müsste zu Rekordpreisen Gold kaufen. Sie verschweigen aber, dass der Preisanstieg den SNB-Reserveanteil erhöhen würde und sie verschweigen auch, dass die Initiative eine 5-jährige Übergangsfrist einräumt.

Widerspruch Nr. 5: Stabiler Euro-Franken-Kurs vs. Ende der 1.20-Untergrenze vom Franken zum Euro

Fast alle Nein-Sager behaupten, der Euro-Franken-Mindestkurs könne bei der Gold-Initiative nicht gehalten werden, obwohl die SNB selbstverständlich weiterhin alle Möglichkeiten zu Interventionen und notfalls zu weiteren Devisenkäufen hätte. Nur der wichtigste Akteur behauptet das nicht: Die SNB selbst. Sie hat in ihren Stellungnahmen zwar eingeräumt, dass es schwieriger werden könnte, dass aber weiterhin die 1.20-Grenze mit allen Mitteln eingehalten würde und auch eingehalten werden könne.

Zudem gab die Nationalbank bekannt, dass sie langfristig ohnehin diese rekordhohen Euro- und Dollar-Bestände abbauen müsse. Warum denn nicht diese Mittel zum Kauf des Goldes verwenden? Statt die Euro in Schuldpapieren zu parkieren, könnte man damit auf dem Markt Gold in kleineren Portionen gegen Euro und Dollar kaufen, so dass man auf diese Weise gleichzeitig die Berge an riskanten Devisen abtragen würde.

Widerspruch Nr. 6: Unabhängigkeit der Nationalbank

Die Nationalbank soll – wenn man den Gegnern glauben mag – ihre Unabhängigkeit verlieren mit einem 20%-Goldanteil, obwohl sich bei früheren Krisen, als die SNB auch intervenieren musste, die 40%-Golddeckung als Glücksfall für sie (und für die Schweiz) herausstellte. Aber wenn der Anteil von einer einzigen Position in der Bilanz schon als Abhängigkeit angesehen wird, dann müssten die 47% Euro und die weiteren Fremdwährungen, die locker die 20%-Marke übersteigen, umgehend abgestossen werden.

47% Euro in der Bilanz der SNB macht sie nicht nur von der Entwicklung des Euros abhängig, sondern auch vom Ausland erpressbar. Im Sinne einer vernünftigen Diversifizierung könnte so etwas kein Fachmann empfehlen. Jedenfalls kenne ich niemanden, der 47% seiner Lebensersparnisse in Euro anlegt.

Widerspruch Nr. 7: Gold-Anteil ist kein Klumpenrisiko

Es ist der gleiche Widerspruch, wenn immer wieder behauptet wird, 20% Gold in der Nationalbank-Bilanz seien ein Klumpenrisiko und eine Hypothek, die viel höheren Euro- und Dollarbestände aber ganz selbstverständlich und nicht riskant. Dabei gilt noch immer der jahrhundertealte Grundsatz: Papier zerfällt, Gold hält.

Apropos Hypothek: Jeder Bürger muss einen Eigenanteil vorweisen, wenn er einen Kredit aufnehmen will. Und jede Geschäftsbank muss nach neuem Finanzmarktgesetz über ausreichende Reserven und Eigenmittel verfügen. Nur unsere Nationalbank, deren Arbeit von Bedeutung für die ganze Nation ist, kennt keine verbindlichen Regelungen bezüglich sicherer Reserven.

Fazit: Die in sich zerfallenden und sich widersprechenden Argumente zeigen eindrücklich, dass der Widerstand gegen die Goldinitiative auf Spekulation beruht und nicht belegbar sind. Was ist Spekulation überhaupt? Spekulation ist eine persönliche Einschätzung der Zukunft. Spekulation (von Lateinisch speculari, spähen, beobachten) meint: Jemand kauft/verkauft eine Sache oder ein Wertpapier, weil er annimmt, dass dieses in absehbarer Zeit im Wert steigt/sinkt, mit dem Ziel, es nach der Wertsteigerung gewinnbringend zu verkaufen.

So gesehen beruht fast alles, was an der Börse und auf den Märkten geschieht, auf Spekulation. Auch die SNB spekuliert. Im Unterschied zu privaten Akteuren aber auf Kosten der Allgemeinheit und mit dem Gold – trotz Warnungen – alles andere als gewinnbringend. Offenbar hat es genug Marktteilnehmer, welche die Zukunft des Euro nicht so rosig einschätzen, wie dies die SNB auf Bürgerkosten tut.

Sollte es beim US-Dollar oder beim Euro zu einem weltweiten Vertrauensverlust kommen, dann erleidet die SNB respektive das Volksvermögen riesige, nicht wettzumachende Verluste. Gold hingegen hat die höchste Absatzfähigkeit aller weltlichen Güter – daher ist es auch Geld. Echtes Marktgeld. Für Gold existierte ohne jegliche historische Ausnahme immer ein Markt – im Gegensatz zu staatlichen Währungen.

Je mehr Goldreserven wir haben, desto sicherer ist unsere Währung. Unsere Initiative lässt der Nationalbank alle Freiheiten. Aber wenn sie Geld druckt, muss sie wenigstens einen kleinen Teil in realen Werten anlegen. Bereits heute hat die Nationalbank für über 400 Milliarden Franken Fremdwährungen gekauft – ein Grossteil davon Euro. Niemand weiss, ob es den Euro in ein paar Jahren überhaupt noch gibt. Gold hingegen wird es auch dann noch geben als Garant für die Zukunft und zugleich als Absicherung für unsichere Zeiten und unberechenbare Finanzmärkte.

Die Widersprüche in den Argumenten der Gegner machen klar, dass diese auf reiner und äusserst widersprüchlicher Spekulation beruhen und nicht auf Fakten: genau diejenigen also, die nun die Spekulanten ins Zentrum ihrer Abstimmungskampagne stellen, womit wir bei Widerspruch Nr. 8 angelangt wären. Übrigens wurden gerade kürzlich verschiedene Grossbanken zu hohen Strafen verurteilt, weil sie den Goldpreis nach unten manipulierten. Jetzt sind wir dran, die politischen Spekulanten abzustrafen.

Die Schweizer Geschichte gibt Grund zu Zuversicht. 1949 wollten dieselben politischen Kräfte wie heute schon einmal die Golddeckung komplett aus der Verfassung kippen und scheiterten grandios und entgegen allen Prognosen an der Urne. Es war das Volk, welches dann 1951 die 40% Gold in die Verfassung geschrieben haben wollte, mit denen wir dann fast 50 Jahre lang fantastische wirtschaftliche Verhältnisse genossen. Es bleibt zu hoffen, dass das Volk auch dieses Mal dem medialen Dauertrommelfeuer widersteht, inklusive der Abstimmungspropaganda der angeblich neutralen Nationalbank.

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110 Kommentare zu “Die eklatanten Widersprüche der Gegner der Gold-Initiative

  1. @ Lukas Reimann

    Es tut mir leid um Ihre Initiative. Mein schwacher Trost ist – man wird dereinst an sie denken..

    Denn was wird in absehbarer Zeit passieren:

    Draghi fängt jetzt richtig mit Drucken an. Der Euro weicht weiter auf. Unsere SNB kauft gewaltig zu, um die 1.20 zu halten. Die Euros im Bestand sinken dennoch weiter im Wert (natürlich nur am EUR/USD-Kurs feststellbar).

    Zur Deckung dieser „versteckten“ Verluste verkauft die SNB ab Ende kommenden Jahres sukzessive erneut Gold. Gold findet Anfang 2016 sein mehrjähriges Tief und steigt danach über viele Jahre hinweg. Die SNB hat kein Gold mehr, dafür viele Euros. Wenn sie Glück hat, gibt es noch ein Zeitfenster in 2016, um Euros gegen USD zu verkaufen, weil sich der Euro noch einmal kurz und knackig erholt. Ein letztes Mal. Danach erleidet sie gewaltige Verluste auf ihren Eurobestand ab 2017. Die Kantone erhalten keine Ausschüttungen mehr. Das Bankensystem wackelt.

    Zur Deckung der SNB Schulden und damit zur vermeintlichen Rettung des Franken/der SNB macht der Staat sehr viele Schulden. Die SNB tilgt damit Teile ihrer Schulden, die sie über viele Jahre aufgenommen hatte, um damit Euros zu kaufen. Doch der Franken sinkt nun drastisch im Wert.

    Die Bürger im Lande schwanken zwischen Wut und Angst & Bange, weil nun nicht nur die Auslands- sondern auch die Inlandskaufkraft des Franken schwindet. Sie erinnern sich an verpasste Gelegenheiten. End of story.

    Und ich wollte dazumal weder im Direktorium noch im Bankrat der SNB sitzen..

    • @Lukas Reimman

      Gerne schliesse ich mich den Wänschen von Herrn Dr. Ott an.

      Kopf hoch!

      Was das Schweizer Volk leider immer noch nicht reaelisiert hat, ist, dass die SNB ihre Euros mit Schulden finanziert.

      Die Behauptung des SNB-Direktoriums, wonach die SNB ihre Schulden durch das Drucken von Geld abbauen kann ist Volksverführung. Warum? Weil genau das Notenbankgeld die Schulden der SNB sind. Mit zusätzlichen Schulden kann man die Schulden nicht abbauen.

      Ich denke nicht, dass der Staat seinerseits wird Schulden machen können, um die Schulden der SNB abzubauen; wegen der Schuldenbremse.

      Also bleibt nur: Wir werden die SNB rekapitalisiseren müssen über massivste Steuern. Das wird kaum gelingen. Ergo Währungsreform.

      Das geschieht, wenn die SNB aus ihrenm Devisenabenteuer nicht aussteigt und der Euro nach unten ausbricht.

      Wer behauptet, das könne der Euro nicht, der muss sich vor Augen halten, dass die EZB wahrscheinlich stärker ist als die SNB.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Die Steuerkraft hierzulande dürfte schlicht nicht ausreichen. ME wird die Schuldenbremse im Zweifel mit Notrecht gebrochen werden. Halten Sie sich doch bitte nur vor Augen, wie mit dem Bankgeheimnis verfahren wurde..

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Danke.

      Wahrscheinlich haben Sie Recht.

      Eines ist auf jedenfall sicher: Das Problem Schweizerische Nationalbank ist mit der Abschmetterung der Goldinitiative keineswegs gelöst.

      Da wird noch einiges auf uns zukommen…

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      P.S. Ich frage mich: Gibt es denn im Budesrat und im Parlament wirklich niemanden, der eine Bilanz (und damit auch die Bilanz der SNB) lesen und interpretieren kann? Und gibt es niemanden, der auch nur eine leise Ahnung davon hat, wie die Devisenmärkte funktionieren?

    • @ Dr. Marc Meyer

      Meine Meinung kennen Sie – die wissen + verstehen das alles. Aber so lange das Volk die Zusammenhänge nicht durchschaut, hat man leichtes Spiel. Und in diesem Spiel geht es um viel Geld..

      Ich habe daher versucht, weiter unten @ Hardy die Zusammenhänge noch einmal aus meiner Sicht zu erläutern. Wären Sie bitte so freundlich, gelegentlich mal prüfen, ob das so korrekt und verständlich bzw. vollständig ist ?

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Lieber Herr Dr. Ott

      Ihre Ausführungen an Hardy sind m.E. korrekt.

      Ich frage mich einfach: Es gibt dermassen intelligente Menschen auf dieser Welt. Stichworte: Mondlandung, Computer und und und.

      Aber dass eine Banknote unmöglich ein Zahlungsmittel der emittierenden Zentralbank sein kann, verstehen man nicht – nicht einmal die hochbezahlten, hochintelligenten Professoren der SNB.

      Unglaublich.

      Es ist einem gegeben oder eben nicht gegeben.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliber

      sorry noch ganz kurz:

      Nein – ich denke, die Professoren der SNB und der Bundesrat verstehen das wirklich nicht. Ich denke nicht, dass sie das Volk hinters Licht führen wollen – die verstehen es einfach nicht.

      Wollen nicht verstehen – dürfen nicht verstehen.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • @ Dr. Marc Meyer

      Es freut mich aufrichtig, dass Sie in geldpolitischen Angelegenheiten zwar an die Dummheit ansonsten jedoch noch an das Gute im Menschen glauben. Bei mir ist es diesbezüglich inzwischen leider umgekehrt..

      Dennoch Ihnen noch einen angenehmen Abend !

  2. Lieber Leserinnen und Leser,
    Lieber Herr Jay Bachmann,

    da die Herren: Herr Dr. Marc Meyer und Herr Dr. Jürgen Ott, es nicht lassen können die interessierten Leser/innen mit ihrer Tequilla Buchhaltung zu malträtieren hier meine Gegendarstellung zur Geldschöpfung.

    Die falschen Vorstellungen über Geld und Kredit stehen dem Verständnis der Geldpolitik bei fast jedem Menschen im Wege, insbesondere dem Erbsenzähler von Riehen und Geldhistoriker von Herrliberg. Diese falschen Vorstellungen resultieren einmal aus der jedem Menschen aus frühester Jugend gewohnten mikroökonomischen Sicht der Dinge. Später kommt in Schule und Universität und durch Politik und Massenmedien eine gezielte Irreführung hinzu. Kurz zusammengefasst also hier die falschen Vorstellungen:

    1. Banken verleihen Geld, das vorher gespart worden ist (falsch)

    2. Wenn ich Geld spare, dann leiht die Bank es jemandem, der damit etwas kauft (falsch)

    3. Die Zinsen sind hoch, weil zu wenig Geld gespart wurde (falsch)

    4. Die Zinsen sind hoch, weil zu viele sich verschulden möchten (falsch)

    5. Die Banken können nicht mehr Geld verleihen, weil sie keines mehr haben (falsch)

    6. Mehr Kredite beleben die Konjunktur nicht, weil jemand dafür sparen muss (falsch)

    7. Banken können kein Geld schöpfen, sondern verleihen nur, was sie haben (falsch)

    8. In Krisen wird Geld gehortet und wir finden es auf den Bankkonten (falsch)

    9. In Krisen wird Bargeld gehortet und das Bargeld fehlt den Banken zum Leihen (falsch)

    Einige weitere falsche Vorstellungen sind mit dem Thema der Mindestreserven und mit dem Bargeld, also dem Notenbankgeld verbunden. Mindestreserven sind künstliche Vorschriften, ähnlich denen zum benötigten Eigenkapital der Bank. Mit dem Wesen der Geldschöpfung haben sie nichts zu tun; man könnte der Bank auch vorschreiben, dass sie für 10% ihrer Einlagen eine Mindestreserve an Kartoffeln im Keller einlagern müsste. Debatten um Mindestreserven und das sogenannte „Fraktionale Banking“ werden nur zur Verwirrung des Publikums geführt, darin sind diese zwei Herren absolute Spitzenreiter!.

    Es ist also einfach Unsinn, was oft erzählt wird, dass die Bank aus einem bestimmten Betrag an Kundengeldern ein Vielfaches an ausgeliehenem Kredit machen würde. Der Grund ist einfach der, dass Banken überhaupt kein vorher eingezahltes Kundengeld benötigen. Die Bank braucht für die Vergabe eines Kredits einzig und allein einen Schuldner mit Sicherheiten, der unter den gerade herrschenden Aussichten für die Geschäfte und zu dem aktuellen Zins einen Kredit will. Hier eine kurze Aufzählung, wie es wirklich ist:

    1. Banken schöpfen mit jedem Kredit neues Geld

    2. Dieses Geld hätte es ohne den Kredit nicht gegeben

    3. Durch dieses Geld ist eine zusätzliche Güternachfrage entstanden

    4. Ohne den Kredit hätte es diese Güternachfrage nicht gegeben

    5. Alles Geld ist schon Kredit und Geldvermögen und Schulden sind genau gleich hoch

    6. Die Bank kann das Geld, das Sie auf Ihr Konto einzahlen, nicht nochmal verleihen

    7. Wenn Sie weniger kaufen, also Geld sparen, schaden Sie nur der Konjunktur

    8. Wenn Sie Ihr Geld ausgeben, ist es nicht weg, sondern nur auf einem anderen Konto

    9. Bargeld ist nur bedrucktes Papier, das die Banken sich bei der Zentralbank leihen

    10. Mit jedem Kredit entsteht eine Bankeinlage in der Höhe der Kreditsumme

    11. Diese Bankeinlage muss niemand vorher sparen, sie entsteht durch Buchung

    12. Die Bankeinlage auf dem Konto ist die Gegenbuchung zur Kreditforderung

    13. Die neu geschaffene Einlage kann der Kunde nach seinem Belieben verwenden

    14. Wird das Geld bar ausgezahlt, hat die Bank praktisch eine Einlage der Zentralbank

    15. Wird Geld bar eingezahlt, geht es zurück zur Zentralbank in die Papierpresse

    16. Bargeld ist für die Zentralbank wertlos, weil es da eine Forderung an sich selbst ist

    17. Die Barauszahlung sämtlicher Bankeinlagen an die Kunden ist grundsätzlich möglich

    18. Bargeld ist eine unverzinste Forderung zur Gutschrift bei der Bank oder Zentralbank

    Bei den hier aufgeführten Punkten geht es um das Prinzip der Geldschöpfung der Banken. Zum Beispiel in Basel-X müssen komplizierte Vorschriften zur Kreditvergabe beachtet werden, aber es sind nur künstliche Regelungen, die mit der Logik der Sache nichts zu tun haben. Hier geht es nur um diese Logik, die schon kompliziert genug ist für das Publikum.

    Ohne die Geld- und Kreditschöpfung in ihrer Logik verstanden zu haben, ist keine Einsicht in die Ursachen und Hintergründe von Konjunktur und Krisen möglich; auch die Goldinitiative. Es ist nicht zu vermeiden, dieses Kapitel notfalls so oft und so lange zu lesen, bis die falschen und aus frühester Jugend gewohnten Vorstellungen überwunden sind. Lassen Sie sich bei Ihren Überlegungen nicht durch Nebenaspekte und gesetzliche Bestimmungen verwirren.

    Die Guthaben der Kunden bei den Geschäftsbanken entstehen durch Buchung entweder bei der Aufnahme eines Kredits oder dem Ankauf von Edelmetall, Aktien und Wertpapieren durch die Bank. Banken können prinzipiell auch Grundstücke oder eine Kiste Sekt für den Direktor mit einer Gutschrift auf das Konto des Verkäufers erwerben, das meiste Geld entsteht jedoch durch die Verschuldung der Kunden (wir sind nunmal in einem verzinsten Schuldgeldsystem!!!). Nimmt ein Kunde, der über Sicherheiten wie ein Haus oder Auto verfügt, einen Bankkredit auf, erhält er eine entsprechende Gutschrift auf sein Konto. Mit diesem Geld kann er sofort bezahlen oder es sich bar auszahlen lassen. Die Gutschrift ist eine sofort fällige Forderung an die Bank, während der Kredit eine verzinste Forderung der Bank an den Kunden auf einen bestimmten Termin ist.

    Bei der Kreditgeldschöpfung wird Geld aus dem Nichts erzeugt, eine sofort fällige Forderung des Kunden an die Bank. Das ist die Gegenbuchung zum Kredit, der eine Forderung der Bank an den Kunden auf Termin ist. Dieser Vorgang widerspricht dem verbreiteten Glauben, dass die Banken erst das von ihren Kunden gesparte Geld verleihen könnten. Alles vorhandene Geld ist bereits verliehen, es konnte überhaupt nur als Schuld entstehen und nur dadurch hat das Geld einen Wert: Jemand muss es sich in Zukunft durch Leistung verdienen, um seine Schulden tilgen und die darauf lastenden Zinszahlungen beenden zu können. Durch Tilgung verschwindet das Geld. Würden alle Schulden getilgt, gäbe es kein Geld mehr in unserer Wirtschaft.

    Das Bargeld leihen sich die Geschäftsbanken für Zins bei der Notenbank. Wenn die Kunden der Geschäftsbanken ihr Geld auszahlen lassen, bekommen sie nun keine Zinsen mehr. Inzwischen ist das Bankensystem soweit, dass würden die Kunden ihr gesamtes Geld bar abheben, wäre auch das kein Problem mehr (ein NOVUM!)und Zwischenstufe bis zur kompletten Abschaffung von Bargeld durch Giral/Buch/elektronischen Geld!. Die Banken wären dann statt bei ihren Kunden bei der Zentralbank verschuldet und müssten dafür Zinsen zahlen. Das dürfte leicht die Druckkosten der Banknoten bestreiten und der Zentralbank noch einen hohem Gewinn bescheren. Ein Run auf die Banken war früher ein Problem, als die Kunden die Auszahlung ihrer Guthaben in Gold und Silber fordern konnten. Heute können die Kunden nur die Auszahlung in Banknoten fordern und Papier und Druckerfarbe gibt es genug.

    Beste Grüsse
    Der Praktiker

    • @Der Praktiker

      Wenn Sie schon Argumente aus meinen Texten übernehmen (v.a. aus „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“), so wäre es korrekt, wenn Sie diese mit einer Quellenangabe versehen würden.

      Es ist mir auch aufgefallen, dass sie Absatzweise aus dem Blog von Thomas Ramseyer-Volkart kopieren, ohne Quellenangabe.

      Da Sie dies tun und Thomas Ramseyer-Volkart nicht reklamiert, besteht eine grosse Wahrscheinlichkeit, dass Sie selber Thomas Ramseyer Volkart sind.

      Korrekt?

      mfG

  3. Die Steuerzahler werden die SNB bei negativen EK rekapitalisieren müssen.

    @ Jay Bachmann

    Sehr geehrter Herr Bachmann

    Sie bedienen nun sämtlich Klischees der Geldtheorie. Sie schreiben:

    Zitat:
    „Falsch ist allerdings die Aussage, dass der Steuerzahler irgend etwas finanzieren muss. Die SNB kann wie gesagt Geld “drucken”. …Mit “Schulden” hat das aber rein gar nichts zu tun. Die SNB hat keine Schulden, sie kann Geld drucken. Ein Staat kann Schulden haben aber nicht die Nationalbank.“
    Zitat Ende
    Die SNB kann Geld drucken und in den Keller legen, Sie kann aber gedrucktes Geld nicht in den Wirtschaftskreislauf bringen. Wie wollen Sie den „Geld drucken“ und in der Bilanz der SNB verbuchen?

    Meinen Sie, man würde jetzt in ganz Europa Schweizerfranken Banknoten benützen, nur weil die SNB so viele druckt? Niemand kann so viele Banknoten gebrauchen, deshalb kann die SNB auch nicht einfach Banknoten drucken, wie Sie behaupten.

    Der restliche Teil des Notenbankgeldes sind die Giroguthaben der Banken bei der SNB. Das sind Schulden der SNB bei den Banken. Da die SNB ein Staatsbetrieb ist, handelt es sich dabei um Staatsschulden.

    Fällt der Wert der Aktiven der SNB unter den Wert ihrer Passiven, so ist die SNB zahlungsunfähig. Sie kann dann ihre Aufgabe nicht mehr wahrnehmen.

    Sie verstösst damit gegen die BV. Die SNB kann dann nicht einfach Banknoten drucken, weil Banknoten selber Schuldscheine der SNB sind.

    Die SNB versteht diese Zusammenhänge nicht und behauptet wie Sie, sie könne einfach Banknoten drucken. Falsch.

    Mit diesem Fehler reisst die SNB unsere Volkswirtschaft noch in den Abgrund.

    Das Risiko des Goldes ist dagegen gerade peanuts.

    Deshalb: Ja zur Goldinitiative, damit die SNB endlich aufwacht.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    P.S: noch zu Ihrem zweiten Votum:

    Wenn ausländische Marktteilnehmer Schweizer Güter kaufen und diese in Euro bezahlen, so tangiert das den Kurs Euro / CHF noch nicht. Jetzt müssen einfach die Schweizer Produzenten die Euro in Franken wechseln. Dadurch steigt der Franken im Sinne einer Verschiebung der Nachfragekurve nach oben.

    Die Folge ist, dass das BIP steigt und der Franken auch. Sie hingegen argumentieren mit einem Frankenanstieg aufgrund der Kosten (Verschiebung der Angebotskurve nach oben). Hätten Sie Recht, so müsste der Franken steigen bei fallendem BIP.

    Das trifft aber nicht zu. Ergo steigt der Franken wegen einer hohen Nachfrage und das ist positiv. Die Gewinne steigen.

    Wir dürfen uns also über den starken Franken freuen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Marc Meyer

    • @ Marc Meyer

      Danke. Wollte mich soeben von meinem Krankenbett aufraffen und Herrn Bachmann ein anschauliches Beispiel liefern.

      Ich dachte dabei an (s)eine (fiktive neue) Tochtergesellschaft, die nahezu gratis Postkarten (mit Schweizerkreuz Motiv) druckt, um die dann gegen Postkarten (mit EU Motiv) seines Kollegen aus FFM zu tauschen. Und was dabei in der Bilanz der Tochtergesellschaft passiert. Damit das jeder interessierte Leser dann selber einmal gedanklich auf unsere SNB anwenden kann.. Na ja, vielleicht nach der Abstimmung :-))

      Jedenfalls stelle ich erneut fest, dass doppelte Buchhaltung nicht einfach ist. Und Wechselkursmechanik erst recht nicht. Danke jedenfalls für Ihre anhaltenden Aufklärungsversuche.

    • @Dr. Jürgen Ott, Herrliberg

      Sehr geherter Herr Doktor Ott

      Soeben wurde mir ein NZZ-Artikel vom letzten Wochenende in die Hand gedrückt von Professorin Beatrice Weder di Mauro und Professor Aymo Brunetti mit dem Titel:

      „Goldinitiative: Ein gefährliches Missverständnis“.

      Die beiden schreiben u.a.:

      Zitat:

      „Im, Unterschied zu jedem anderen Käufer kann die SNB „Geld drucken“, bezahlt also die Goldkäufe mit neu geschaffenen Franken.“

      Zitat Ende

      Dieser Satz zeigt im Gegenteil, dass Professoren Weder Di Mauro und Professor Brunetti dem entscheidenden Irrtum aufsitzen.

      Das Wort „bezahlen“ bedeutet, dass die liquiden Mittel auf der Aktivseite der Bilanz abnehmen. Kauft man Gold, so liegt ein Aktivtausch vor: Das Konto Geld wird kleiner, das Konto Gold grösser.

      Bezahlen bedeutet, dass die Schuld abbezahlt – weg ist.

      Wenn hingegen die SNB Gold von den Banken kauft, so steigt dadurch das Konto Gold auf der Aktivseite und das Konto „Notenumlauf“ oder „Giroguthaben der Banken“ auf der Passivseite.

      Die SNB bezahlt also das Gold nicht – sie nimmt bei den Banken einen Kredit auf und geht somit eine Schuld bei den Banken ein.

      Dies wäre vergleichbar mit einem Privatmann, der eine Überziehungslimite auf seinem Konto hat. Er kann nun Gold kaufen für tausend Franken und es werden ihm tausend Franken auf seinem Konto belastet.

      Er hat das Gold nicht bezahlt, sondern er ist den Betrag der Bank noch schuldig. Der Betrag ist noch offen, da nicht bezahlt.

      Wenn also die SNB Gold oder Euros kauft durch „märchenhaftes Geld drucken“, so bedeutet das, dass die SNB und damit die Schweiz den Banken das Gold oder die Euros noch schuldig sind.

      Die SNB hat ihr Gold und ihre Euros eben nicht bezahlt.

      Hier liegt das entscheidende Missverständnis, dem auch Weder di Mauro und Brunetti aufsitzen.

      Die Euro-Käufe der SNB sind also noch nicht bezahlt – die Rechnung ist noch offen.

      Das Schweizervolk hat nun offene Rechnungen der SNB gegenüber den Banken von über 400 Milliarden Franken (!)

      Das Volk macht sich deswegen berechtigte Sorgen – das zeigt sich u.a. auch in dieser Goldinitiative.

      Mit freundlichen Grüssen und gute Besserung.

      Marc Meyer

    • Guten Morgen, meine Herren!

      Vorab gute Besserung für Herrn Dr. Ott, damit Sie das Krankenbett rasch wieder verlassen können.

      Lieber Herr Dr. Meyer, leider haben Sie das Papiergeld immer noch nicht verstanden. Papiergeld ist zu jeder Zeit im System ein Aktivum, irgendwer hat es in seiner Aktiva-Kasse.
      Man muss sich nur die Mühe machen, denjenigen zu finden.

      Sie schreiben:
      „Das Wort “bezahlen” bedeutet, dass die liquiden Mittel auf der Aktivseite der Bilanz abnehmen. Kauft man Gold, so liegt ein Aktivtausch vor: Das Konto Geld wird kleiner, das Konto Gold grösser.“

      Ja, das hat soweit meine Zustimmung, aber es ist unvollständig.

      Sie schreiben weiter:
      „Bezahlen bedeutet, dass die Schuld abbezahlt – weg ist.“

      DIE Schuld, da lauert der Haken, den Sie unter den Tisch fallen lassen.

      Einfaches Beispiel:
      Ich kaufe von Ihnen Gold für 100 Franken. Wir wickeln den Kauf Zug um Zug ab, ich bezahle also sofort 100 Franken und Sie geben mir sofort das Gold.

      Und nun die spannende Frage:
      Aus welchem Portemonnaie habe ich bezahlt?

      a) Aus meinem eigenen Portemonnaie?
      b) Aus dem Portemonnaie meines Vaters?

      Im Falle a) sind „die Schulden“ weg, nämlich die Schulden, die mir durch den Goldkauf entstanden sind.

      Im Falle b) sind aber nicht ALLE Schulden weg, sondern nur die Kaufpreisschulden, die ich Ihnen gegenüber hatte.
      Neu entstanden sind im selben Augenblick Schulden, die ich jetzt bei meinem Vater habe.

      Das Gold ist aber endgültig bezahlt, Sie, lieber Herr Dr. Meyer, haben keine Forderung mehr an mich.

      Eine vergleichbare Situation liegt bei der SNB vor.
      Denken Sie, bitte, noch einmal in Ruhe darüber nach.
      Dann erkennen Sie auch, warum ein Geldschein-Halter keine Forderung an die SNB hat.

      Und dann schreiben Sie erneut einen Artikel zum Thema „Was ist Geld?“.

      Das Papiergeld, die Papier-Franken, sind keine Banknoten der SNB, sondern es sind die Franken.
      Und diese Franken sind an jeder Stelle im System ein Aktivum, das der Eigentümer in seiner Aktiva-Kasse hat.

      Wer das verstanden hat, der kann sämtliche Vorgänge rund ums Geld sauber und widerspruchsfrei darstellen.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Guten Morgen.

      Angenommen, Sie haben kein Guthaben auf Ihrem Bankkonto aber eine Überziehungslimite von CHF 5’000.-.

      Jetzt beziehen Sie am Bankschalter 1000 Euro. Ihr Konto wird mit CHF 1’200 belastet.

      Haben Sie Ihre Euros bezahlt?

      Nein – Sie haben diese nicht bezahlt.

      Genauso ist es bei der SNB, wenn diese Euros von den Banken kauft.

      Mit freundlichen Grüssen und einen schönen Tag

      Marc Meyer

    • Guten Morgen, lieber Herr Dr. Meyer!

      Wenn eine Geschäftsbank bei der SNB ein Giroguthaben hat, dann ist die SNB bei der Geschäftsbank verschuldet.

      Da sind wir beide uns doch einig!

      Der Dissenz beginnt, wenn die SNB die Franken auszahlt.
      Sie sind der Ansicht, dass die SNB nach der Auszahlung der Papier-Franken immer noch Schulden bei der Geschäftsbank hat.

      Dem ist aber nicht so, denn die Geschäftsbank hat genau das bekommen, worauf sie einen Anspruch hatte:
      das Papiergeld, die Papier-Franken.
      Geld aus Papier, Staatspapiergeld.

      Weder für ein Giroguthaben noch für das Papiergeld kann die Geschäftsbank von der SNB Euro oder Gold oder etwas anderes fordern.

      Für ein Giroguthaben kann die Geschäftsbank die Auszahlung von Franken fordern.
      Hat die Geschäftsbank die Franken bekommen, kann sie nichts mehr von der SNB fordern.

      So ist nun mal die Faktenlage.

      Herr Dr. Ott hat kürzlich hier auf IP einen „Edelstein abgeliefert“, er hatte darauf hingewiesen, dass alles mögliche Geld sein kann: Gold, Muscheln, Getreide usw. usf.
      In diese Reihe hatte er auch das Papier gestellt.
      Und genau das war richtig so, denn so wie Gold, Muscheln, Getreide jeweils ein Aktivum des Eigentümers ist, ist auch das Papier, das Papiergeld, ein Aktivum beim jeweiligen Eigentümer.

      Wer Papiergeld als Banknote darstellt, gibt eine falsche Darstellung. Papiergeld ist keine Banknote.

      Für eine Banknote kann der Halter vom Banknoten-Emittenten eine Geldzahlung verlangen, völlig egal, ob gerade Gold, Muscheln, Getreide als Geld definiert sind.

      Die SNB emittiert gar keine Banknoten. Eine Banknote der SNB wäre ein Zettel, auf dem die SNB eine Zahlung von Franken zusichert. Solche Zettel gibt die SNB aber nicht aus.

      Die SNB zahlt gleich die Franken aus, Franken aus Papier.
      Und deswegen hat die SNB bei dem, an dem sie die Papier-Franken auszahlt, nach der Auszahlung auch keine Schulden mehr.

      Weil die SNB praktisch unbegrenzt auf Papier-Franken zugreifen kann und diese entsprechend dann auszahlen kann, kann sich die SNB auch immer bei den Banken entschulden.
      Die SNB ist immer zahlungsfähig in Franken.

      Und nur Franken können die Geschäftsbanken von der SNB fordern, keine Euro, kein Silber, keine US-Dollar und auch kein Gold.
      Nur Papierfranken können für die Giroguthaben gefordert werden.

      Lieber Herr Dr. Meyer, es wäre nett von Ihnen, wenn Sie das von mir Dargestellte mal vorurteilsfrei überdenken würden.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Danke.

      Nein. Eine Schuld von Schuldner A (z.B. SNB) kann nicht abgebaut werden, durch eine andere Schuld von Schuldner A (SNB). (Giroguthaben der SNB sind Schulden der SNB und Banknoten sind ebenfalls Schulden der SNB; eine Banknote ist quasi ein Kontoauszug bei der SNB in Form eines Inhaberpapiers).

      Der einzige Unterschied zwischen Giroguthaben der Banken bei der SNB und Banknoten ist der, dass ersteres Buchgeld ist und letzteres Bargeld).

      Offenmarktpolitik funktioniert, indem die SNB ihre Schulden abbaut (Geld aus dem Markt nimmt) durch Übergabe von Devisen oder Gold. Diesem Argument gehen Sie aus dem Weg.

      Und nun, lieber Hardy: Bitte verstehen Sie, dass ich keine Kapazität mehr habe, zu versuchen, Ihnen und der SNB das zu erklären.

      80 Prozent der Bevölkerung geben ja Ihnen und der SNB Recht. Was wollen Sie noch mehr?

      Freudliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @ Hardy, der Student

      Danke für Ihre Genesungswünsche.

      Leider muss ich Dr. Meyer in dem Punkt recht geben, dass eine Banknote wie auch ein Giroguthaben (im Englischen wird das sogar klarer mit der ‚bank note‘) ein Schuldschein der (Zentral-)bank ist. Auf das bei der Bank (ursprünglich war das so: deponierte) Vermögen.

      So entstand einst Banking (einmal abgesehen vom noch ursprünglicheren Entstehungsgrund, vom internationalen Handel = merchant banking): Als Depot- und dann Girobanking.
      (Am Rande: Warum das Italienisch ? Weil Banking nach dem Zusammenbruch Roms im Mittelalter auch zuerst wieder in Oberitalien „wiedererfunden“ wurde):

      Sie brachten ihre Gold- und Silbermünzen zum Goldschmied, weil der im Dorf die am besten befestigte Hütte besass. Der gab Ihnen dafür einen Lagerschein (= später bank note). Und Ihr Nachbar tat dasselbe. Wenn Sie nun Ihrem Nachbarn sein Häuschen abkauften, gingen Sie nicht zum Goldschmied und holten die Münzen und gaben sie ihm, sondern sie gaben ihm Ihren Lagerschein. Der marschierte dann beim nächsten Mal zum G., und der wiederum nahm Ihre (ehemaligen) Münzen aus der einen Ecke seiner Hütte und legte sie auf ihr Häufchen – so entstand „Girobanking“.

      Bei einer Zentralbank ist das nicht anders, weil sie eine „nomale“ Bank ist. Ich weiss, dass da immer wieder welche aufjaulen. Aber zumindest muss sie als AG nach OR buchen und bilanzieren. Also kann sie nicht einfach Geld im Keller drucken und selbiges ausgeben (= verschenken). Das wäre ja wie eine Bareinlage in eine Firma. Buchungssatz: Kasse an Eigenkapital. Der Buchungssatz lautet daher: Aktiva an Fremdkapital. Eben Giroguthaben der Banken. Ganz normale Bilanzierung. Und die Geschäftsbanken „schöpfen“ diese Franken auch nicht aus dem Nirwana, sondern nehmen dazu die Spareinlagen ihrer Kunden. Und die Differenz zwischen Banknote und Giroguthaben ist lediglich das „Printmedium“: Papier vs. Bits&Bytes.

      Also noch einmal allgemein: Jegliches Geld ist als Tauschmedium ein Schuldschein – nämlich auf den Abschluss des dabei immer noch offenen Realtausches. Ziemlich theoretisch, ich weiss.

      Also kurz mein Lieblingsbeispiel: Wir Beide im selben Dorf, ich einziger Ofenbauer, Sie einziger Bäcker. Noch kein Geld existent. Ihr Ofen ist hinüber, Sie bestellen, ich baue, Sie bezahlen in Bürli. Problem, klar, 1 Ofen = 360 Bürli. Was tun? Ganz einfach – ich stunde Ihnen die Zahlung (= gebe Ihnen einen Kredit), und erhalte jetzt täglich 1 Bürli für ein ganzes Jahr. Oder aber mit Geld: Sie geben mir Geld. Sie sind aus dem Schneider, aber mein Realtausch ist noch nicht beendet. Erst wenn ich mein Geld in ein anderes Sachgut tausche, ist er beendet. Was wir dabei als Tauschmedium verwenden, ist völlig egal. Hauptsache, möglichst viele andere Dritte wertschätzen es. Merke: Jegliches Geld entsteht (bzw. 2 Tauschpartner einigen sich auf irgendein Gut als „Zwischenparkiermittel“) aus einem Zahlungsaufschub, aus einer Kreditbeziehung. Und: Erst wenn das Geld auch vom 2. Tauschpartner wieder eingetauscht wurde, ist der Handel abgeschlossen.

      ABER: Derjenige, der jetzt neu das Geld hat, hat damit eine offene Forderung. An wen ? Letztlich an den Herausgeber des Geldes. Es seid denn, das Geldgut ist funktionell und er kann es im Zweifel selber produktiv nutzen oder gar konsumieren (zB. Silber im einen, Zigaretten, Kugeln, Weizen im anderen Falle).

      War das hilfreich bzw. verständlich ?

    • @ Hardy, der Student

      Noch eine Ergänzung bitte, um den Punkt mit dem angeblichen „Gelddrucken“ seitens einer Zentralbank ein für alle Mal zu klären.

      Auch hier im Blog hat doch vor kurzem wieder einmal einer steif und fest behauptet, die SNB habe die Hunderte Milliarden Franken zum Kauf der Euros schlicht gedruckt. Schlicht bullshit, sorry.

      Alle ZB’en der Welt sind Aktiengesellschaften. Sie können nicht einfach beliebig im Keller Geld drucken, dann selbiges in ihre Bilanz nehmen und dann einsetzen. Wenn die das dürften, dürften wir das auch. Natürlich drucken die. Und setzen die Währung ein. Aber eben basierend auf in die AG eingebrachtes Kapital / Geld. Als Eigen- oder Fremdkapital.

      Nehmen Sie Daimler: Nirgends in der Bilanz bzw. Gewinn-/Verlustrechnung sehen Sie die produzierten Autos. Nicht einmal die Menschen, die sie produzieren. Was Sie sehen, sind die Fabrikanlagen, die eingesetzten Rohmaterialien sofern auf Lager, eben alles, was man käuflich erwerben muss, und wie das alles finanziert wurde. Ob mit EK oder FK. Und was die Herstellung gekostet hat und wie es sich verkauft, ob mit Gewinn oder Verlust, sehen Sie in der G+V. Aber eben keine Autos.

      Analog ZB. Falls die eigen gedrucktes Geld einsetzen dürfte, müsste sie das zumindest verbuchen wie eine Bareinlage in eine AG. Um eben dieses ‚Schwarzgeld‘ in ihre Bilanz zu bekommen ! Buchungssatz also: Kasse an Eigenkapital. Und mit jedem weiteren so ‚finanzierten‘ und erworbenen Euro würde das EK der SNB steigen ! Aber seit Jahren ist das mehr oder weniger konstant. Was steigt, ist das Fremdkapital, die Verbindlichkeiten der SNB. Buchungssatz also: Aktiva (zB Euros) an FK.

      Woher kommt das FK ? Na, von den Geschäftsbanken. Und -indirekt- vom Staat, weil jede Staatsanleihe über kurz oder lang als Sicherheit bei der ZB landet – das ist der eigentliche ‚Druckvorgang‘. Selbst in der Weimarer Hyperinflation war das so: Die Regierung ‚druckte‘ täglich, am Ende stündlich Staatsanleihen, brachte die physisch zur ZB, als Verbindlichkeit, welche daraufhin (damals noch) physisch Banknoten druckte und zurück- bzw. ausgab. Eine simple Bilanzverlängerung. Und daher waren die Reichsschulden am Ende so hoch, dass sie nur noch mittels einer Währungsreform abgeschrieben werden konnten. Gegengebucht übrigens gegen die Spareinlagen der Bürger, also ordentlich verbucht..

      Aber ‚drucken‘ nicht auch Geschäftsbanken, indem sie Kredit ’schöpfen‘ ?! Ja, behaupten Praktiker & Co. Quatsch, sage ich. Nein, die Geschäftsbanken nehmen dafür das Geld, mit dem sie sich selber finanzieren: EK und FK. EK haben die Banken meist zu wenig, daher nehmen sie FK – die Spareinlagen ihrer Kunden.

      Selbst wenn sie zwischendurch mal einen Kredit ‚echt‘ schöpfen, indem sie einem Kunde einen Kredit OHNE Sicherheiten gewähren, ist das selten, da nur im Rahmen ihrer EK‘-Ausstattung möglich. Denn was macht die Bank, wenn der Kunde mit dem Geld über alle Berge davonläuft ? Oder es verprasst ? Oder schlicht fehlinvestiert ?!
      Also sind ‚echt‘ geschöpfte Kredite eigenfinanziert (Ausnahme: Kreditvergabebetrug mit anschliessendem bailout seitens des Steuerzahler; aber lassen wir das einmal aussen vor, zumal das bei Lichte betrachtet ebenfalls Fremdfinanzierung wäre – eben auf Basis Staatsschulden).

      Und wenn Kredite auf Basis von Sicherheitenstellung ‚geschöpft‘ werden, wie bei einer Hypothek, gehört Ihr Häuschen, die Sachdeckung des Kredits, eben so lange noch der Bank, bis Sie die Hypothek vollständig abbezahlt haben. Und Sie wohnen quasi auf Leasing.

      Geld fällt also nicht einfach vom Himmel. Wie in Grimm’s Märchenwelt. Mehr kann ich dazu nicht sagen. So ist eben die Mechanik. Und alles andere ist Mythos, Märchen, Halbwissen., Verdummung der Leute, was und warum auch immer.

    • @ Hardy, der Student

      Sorry, korrigiere mich: „..legte sie auf Nachbar’s Häufchen.“

    • @ Hardy, der Student

      Sorry nochmals: „Aber eben keine Autos. Es sei denn als Lagerbestand. Aber dann erhöhen sie das EK von Daimler.“

    • Hallo Herr Dr. Ott!

      Wir müssen streng unterscheiden zwischen
      a) Geld
      b) Kredit.

      Banknoten gehören zu b), zum Kredit.
      Wenn eine Bank eine Banknote emittiert, dann schuldet die Bank dem Halter der Banknote eine Geldzahlung.
      Daraus ergibt sich logisch, dass die Banknote selber kein Geld sein kann.

      Hier ist ein Exemplar von 1908:
      http://en.wikipedia.org/wiki/File:1908-2-7-100large.jpg

      Jeder, der Augen im Kopf hat, kann sehen, dass die Deutsche Reichsbank für diese Banknote einhundert Mark zahlen musste, das hat sie auf der Banknote deutlich zum Ausdruck gebracht.

      Haben Sie etwas vergleichbares in Ihrem Portemonnaie?
      Haben Sie einen Zettel in Ihrem Portemonnaie, auf dem die SNB Ihnen eine Zahlung von zwanzig Franken zusichert?

      Nein, das haben Sie nicht, einen solchen Zettel können Sie gar nicht haben, weil die SNB keine solchen Zettel ausgibt.
      Die SNB gibt gar keine Banknoten aus.

      Sie schreiben:
      „Also noch einmal allgemein: Jegliches Geld ist als Tauschmedium ein Schuldschein – nämlich auf den Abschluss des dabei immer noch offenen Realtausches.“

      Nein, Herr Dr. Ott, Geld ist kein Schuldschein.
      Eine Banknote ist ein Schuldschein, aber eine Banknote ist eben nicht das Geld. Geld ist das, was die Bank Ihnen für eine emittierte Banknote (oder für ein Giroguthaben) geben muss.

      Ganz egal, wer das Geld gerade hat, er hat es immer als Aktivum. Geld ist nie ein Passivum.
      Die hundert Mark im Jahre 1908 werden Sie niemals auf einer Passiv-Seite einer Bilanz abgebildet sehen, sondern immer auf einer Aktiv-Seite.
      Dies gilt völlig unabhängig davon, was gerade als Geld definiert ist, völlig unabhängig davon, aus welchem Material das Geld ist:
      Geld ist immer ein Aktivum.

      Nun zum heutigen Papiergeld und zum Geld-Drucken.

      Sie schreiben:
      „Analog ZB. Falls die eigen gedrucktes Geld einsetzen dürfte, müsste sie das zumindest verbuchen wie eine Bareinlage in eine AG. Um eben dieses ‘Schwarzgeld’ in ihre Bilanz zu bekommen ! Buchungssatz also: Kasse an Eigenkapital.“

      Der entscheidende Punkt ist, dass das Geld, das Papiergeld, nicht für die Zentralbank gedruckt wird.
      Ihr Buchungssatz für das frisch gedruckte Geld ist richtig, aber wir finden ihn nicht im Rechnungswesen der SNB.

      Bei sauberer und ausführlicher Darstellung finden wir den von Ihnen genannten Buchungssatz „im Keller“ der SNB.
      Im Keller?
      Nun, „der Keller“ ist nichts anderes als die Staatsschatzkammer, die Papier-Franken sind Staatspapiergeld. Wenn Ihnen „Staatsschatzkammer“ nicht gefällt, dann nennen Sie es meinetwegen „Staatliche Geldkammer“.

      Sauber dargestellt läuft es so:
      Orell Füssli druckt 100 Milliarden Franken, diese Franken werden in der Staatsschatzkammer mit dem von Ihnen genannten Buchungssatz eingebucht, das ergibt diese Bilanz der Staatsschatzkammer:
      Aktiva:
      Kasse 100 Milliarden Franken
      Passiva:
      Eigenkapital 100 Milliarden Franken

      Hört sich verwegen an? Vielleicht, aber nur, weil die offizielle Darstellung uns ein Banknoten-Märchen auftischt.

      Nun kommt die SNB ins Spiel, die SNB kauft für 50 Milliarden Franken Euro, das ergibt diese Bilanz (in Milliarden Franken):
      Aktiva:
      Euroanlagen 50
      Passiva:
      Giroverbindlichkeiten bei Geschäftsbanken 50

      Eindeutig, die SNB ist bei den Geschäftsbanken verschuldet, sie schuldet denen insgesamt 50 Milliarden Franken.

      So, nun wollen die Geschäftsbanken 25 Milliarden Franken ausbezahlt haben.
      Auf dem ersten Blick eine haarige Situation für die SNB, denn sie hat keinen einzigen Franken, wie ein kurzer Blick auf ihre Bilanz zeigt.
      Aber jetzt kommt das einzigartige Privilig ins Spiel, welches der SNB zugestanden wird, die SNB darf auf das Geld in der Staatschatzkammer zugreifen.
      Per Kredit, nicht als Geschenk.

      Nachdem die SNB die 25 Milliarden Franken an die Geschäftsbanken ausgezahlt hat, ergeben sich folgende Bilanzen (immer in Milliarden Franken):

      Staatsschatzkammer
      Aktiva:
      Kasse 75
      Forderungen an SNB 25
      Passiva:
      Eigenkapital 100

      SNB
      Aktiva:
      Euroanlagen 50
      Passiva:
      Verbindlichkeiten bei Staatsschatzkammer 25
      Giroverbindlichkeiten bei Geschäftsbanken 25

      Sehen Sie, Herr Dr. Ott, es werden gar keine Banknoten benötigt, um alles sauber und klar darzustellen.
      Was macht aber die SNB in ihrer offiziellen Darstellung?
      Die SNB weist in ihrer Bilanz Schulden aus Banknotenemission (einen „Banknotenumlauf“) aus, obwohl die SNB keine einzige Banknote emittiert.

      Die SNB hat keine Schulden aus Banknotenemission, die SNB schuldet die Rückzahlung der Geldscheine, die sie aus der Staatsschatzkammer entnommen hat.
      Die Schulden, die uns die SNB in ihrer Bilanz unter „Banknotenumlauf“ zeigt, sind in Wahrheit Schulden bei der Staatsschatzkammer.

      Wer diese Zusammenhänge verstanden hat, der versteht auch sofort, warum jemand, der Franken-Scheine hat, nichts von der SNB fordern kann.
      Ebenfalls ist klar zu sehen, dass keine Geschäftsbank die SNB zum Verkauf von Euro zwingen kann. Geschäftsbanken mit einem Giroguthaben bei der SNB können lediglich die Auszahlung von Franken fordern, sie können fordern, Staatspapiergeld zu erhalten.

      Freundliche Grüße!

    • @ Hardy, der Student

      Nein, „wir“ müssen bitte nicht streng unterscheiden :-))

      Wenn Sie so wollen, definiere ich gerne mein ‚deponiertes Vermögen‘ in Ihr ‚Geld‘ um, ich bin da konventionsfrei. Dennoch entsteht ‚Geld‘ weitestgehend nur aus Zahlungsaufschüben = Kredit. Schulden sind Anderer Guthaben et vice versa. Anyway.

      Und dass letztlich der Staat die Zentralbank finanziert – falls ich Ihren Punkt da korrekt verstanden habe – damit rennen Sie bei mir offene Scheunentüren ein..

      Freundliche Grüsse zurück

    • Hallo Herr Dr. Ott!

      Sie schreiben:
      „Nein, “wir” müssen bitte nicht streng unterscheiden :-))“

      Dem stimme ich zu. 🙂

      Was Sie zu unterscheiden belieben, das bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen. 😀

      Sie schreiben auch:
      „Dennoch entsteht ‘Geld’ weitestgehend nur aus Zahlungsaufschüben = Kredit. Schulden sind Anderer Guthaben et vice versa. Anyway.“

      Dem stimme ich allerdings nicht zu.
      Ein Geldguthaben ist kein Geld, es ist sogar logisch völlig ausgeschlossen, dass ein Geldguthaben selber Geld ist.
      Und Schulden sind erst recht kein Geld. Geldschulden sind Geldschulden. Punkt!

      Das Schweizer Geld, die Schweizer Franken, entsteht, wenn bei Orell Füssli die Maschinen gestartet werden.

      Den Rest habe ich Ihnen ausführlich dargestellt.

      Freundliche Grüße!

  4. Das ist nur insofern der Angelpunkt, als er die Entstehung der Goldinitiative teilweise erklärt. Du weisst: Eine der ersten Massnahmen der französischen Revolution war das Verbot privater Goldhaltung. Und komfortable nationalstaatliche Goldhaltung setzt jene Staaten einem Bonitätszweifel aus, die wenig Gold halten. Die ganze den Goldverkäufen zugrunde liegende (neben der Erpressung durch die Amis via IMF) Theorie der Demonetisierung des Goldes hat vernünftige Argumente, ist aber unvollständig. Vernünftig ist das Argument der Renditeschwäche des Goldes: nur aus Kurssteigerungen bei Verkäufen, oder Pensionsgeschäften / dann die richtige Vorstellung, dass über den Geldwert letztlich die Quantität des Geldumlaufs im Verhältnis zu Qualität und Quantität des Güterumlaufs entscheidet, und nicht die Zusammensetzung der Aktivseite der Notenbankbilanz. All das stimmt unter der Prämisse geordneter geldpolitischer Verhältnisse. Sind die eben nicht mehr geordnet, wie in der €-Zone, in Serbien unter Milosevitch oder in Deutschland 1923, können Währungs-, Kredit- und Vertrauenskrisen die Folge sein und Gold eben sehr wohl wieder Reserve- und Kreditmittel der letzten Zuflucht sein. Die Theorie der Demonetisierung des Goldes geht von Schönwetterverhältnissen und verantwortungsvollen Akteuren aus. Das ist ihre Schwäche.
    Ich persönlich würde den Aktienanteil (in $ und €) zu Lasten der ungesicherten Schuldpapiere hochfahren, natürlich mit geschicktem Timing. Denn wenn die €-Zone zusammenkracht, sind dies (sofern blue chips) Realwerte, die zwar auch Schwankungen unterliegen, aber langfristig auch in der Nachfolgewährung wieder etwas wert wären. Gegen einen höheren Aktienanteil hört man allerhand faule Ausreden: Die SNB würde dann so eine Art Market-Maker und in parteiischer Weise in die Märkte eingreifen. Das dürfe sie nicht, weil sie zur finanzmarktpolitischen Neutralität verpflichtet sei … Oder man hört den Einwand einer zu grossen Machtfülle der Anlagekommission … Das ist alles irgendwo auch vernünftig, verkennt aber das überwiegende öffentliche Interesse an einer Absicherung gegen Bilanzverluste. Es geht darum, unsere Notenbank und damit das Volksvermögen vor Schäden zu bewahren, die sie als Folge der Misswirtschaft anderer grosser Akteure erleiden könnte. Du wirst sehen: Diese Goldinitiative – ob angenommen oder nicht – ist ein Sturm im Wasserglas im Vergleich zum aufziehenden Tsunami beim Zerfall der €-Zone oder Absturz des $. Diese Goldinitiative ist ein berechtigter Protest gegen die erpresste Demonetisierung des Goldes und wird, auch wenn sie abgelehnt wird, zu einem Stopp der weiteren Demonetisierung führen.

    • @ Markus

      Prinzipiell korrekt. Sachwerte sind z.Zt. generell die beste Anlage: Aktien (!keine Banken o. Vers.), Corp. Bonds, Bestlagen-Immos, Rohstoffe / EM’e. Nur dass eben jede dieser Assetkategorien ihren eigenen Zyklus von major Hoch’s und Tiefs hat, was man im Auge behalten muss. Und die noch unterschiedlich in verschiedenen Währungen auftreten. Aktien gewähren dank Div.rendite den Kantonen auch Ausschüttungen, im Ggs. zu Staatsanleihen.
      Wobei, to be fair, es auch noch eine Bond Bubble geben wird; vermutlich im kommenden Jahr.
      Also doch nicht ganz so einfach ;-))
      Jedenfalls spricht dennoch auch nichts gegen Gold ab 2016ff.

  5. @Jay Bachmann

    Und noch etwas:

    Ja, es ist tatsächlich so, dass die EZB auf den Einlagen der Banken negative Zinsen verlangt.

    Ich habe diesbezüglich einen Leserbrief in der Basler Zeitung geschrieben. Und es sieht tatsächlich so aus, dass auch die SNB der EZB Negativzinsen bezahlte und dann diese Gelder dort abzog und woanders anlegte.

    Wenn also Gold keinen Zins abwirft, so ist dies das Eine; das Andere ist aber, dass die SNB auf ihren Euros schon Negativzinsen bezahlt hat.

    Auch trifft es zu, dass die SNB ihre Euros mit Spargelder von Herrn und Frau Schweizer finanziert.

    (Siehe „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung, IP)

    Auch ich interpretiere diese Goldinitiative dahingehend, dass grosse Teile des Volkes genug haben von der Schuldenwirtschaft unserer Nationlbank.

    mfG

    Marc Meyer

    • @ Marc Meyer

      Interessant, das war mir nicht bewusst.

      Was anderes – immerhin eine gute Nachricht heute: 94 Mitglieder des Nationalrates haben Beschränkungen beim Bargeld glatt abgelehnt. Danke.

      Für Alle, die sich nicht bewusst sind, was da auf internationaler Bühne zur Zeit abgeht:

      Alle Regierungen im Westen streben danach, Bargeld abzuschaffen. Warum ?

      Zum einen, um die Banken bei der nächsten Krise einfacher zu retten. Ohne Bargeld findet nämlich nie mehr ein Bankrun statt. Oder soll man mit dem UBS-Stick zur Bank rennen ?! Und marode Banken können auf Knopfdruck einfach rekapitalisiert werden, indem man den Bankkunden nach einer bestimmten Formel simpel einen Teil ihrer Spareinlagen konfisziert und in Eigenkapital der Bank umwandelt. Science Fiction ?! Well, we’ll see..

      Zum anderen, um jeden Vorgang in Zukunft besteuern zu können. Sämtliche Regierungen im Westen stehen bekanntlich schuldenmässig mit dem Rücken zur Wand. Sie müssen die Steuern erhöhen, um ihre Schulden bedienen zu können (neben Gelddrucken wie z.Zt bei EZB + SNB + …). Auch bei uns wird das kommen.

      Gut, mancher mag das gut heissen, weil damit natürlich auch jeglicher Schwarzhandel trocken gelegt wird. Jedoch wird mancher das dann nicht mehr gut heissen, wenn die Besteuerungstatbestände schliesslich erweitert werden, indem künftig auch sämtliche Privatverkäufe (zB auf Ebay, unter Nachbarn..) besteuert werden. Science Fiction ?! Well, we’ll see..

      Jedenfalls Danke noch einmal an die aufrechten „Wehret den Anfängen“ Nationalräten.

    • Es gibt nach wie vor Anlagen in EUR, welche Zinsen abwerfen und ja, die Zinsen werden steigen – da muss man kein Hellseher sein. In den USA steigen sie bereits.

      Falsch ist allerdings die Aussage, dass der Steuerzahler irgendetwas finanzieren muss. Die SNB kann wie gesagt Geld „drucken“. Solange dies nicht zur Inflation führt ist dies gratis für alle. Die SNB hat übrigens einen satten Gewinn gemacht beim letzten mal.

      Mit „Schulden“ hat das aber rein gar nichts zu tun. Die SNB hat keine Schulden, sie kann Geld drucken. Ein Staat kann Schulden haben aber nicht die Nationalbank.

    • @Jay Bachmann,

      Sie schreiben Zitat:

      Diese Initiative leidet nun mal an einem Denkfehler, den man nicht wegreden kann. Die Unverkäuflichkeit macht diese Initiative zu einem gefährlichen Instrument weil sie die wirtschaftliche Stabilität der Schweiz gefährdet. Ich empfehle nach wie vor ein “nein”.

      Zitat Ende.

      Interessant! Hier, einige Punkte die Sie autark weiterentwickeln können.

      Die Geschichte lehrt uns allen das der goldgedeckte US-Dollar die neue Leitwährung werden sollte, die anderen Währungen, – wiederum sollten jeweils fixe Wechselkurse zum Dollar einhalten. Alle Zentralbanken waren anderen Zentralbanken gegenüber verpflichtet, Währung gegen Gold zu einem festen Kurs von 35 Dollar pro Feinunze einzutauschen. Zur Kontrolle dieser Regeln wurden damals auch die Institutionen Weltbank und Internationaler Währungsfonds (IWF) gegründet.

      Ein kritischer Geist hätte hier sofort die Frage stellen müssen, wie es denn dann sein könne, dass trotz dieser fixen Relation (35 Dollar pro Feinunze Gold) dennoch der Goldpreis am Markt freigegeben und im täglichen Goldpreis-Fixing in London neu bestimmt wurde – zur Ironie auch noch in US-Dollar. Dass mächtige Spekulanten, die den Marktpreis des Goldes gezielt beeinflussen konnten, dann auch die Zentralbanken anderer Länder, die politisch absurderweise an diese fixe Gold-/Dollar-Relation gebunden waren, erpressen konnten, ist offensichtlich. Dennoch wird dies in der offiziellen Literatur nicht hinterfragt, ja nicht einmal erwähnt, dass können Sie sehr leicht an einigen Kommentatoren hier in diesem Forum erkennen. Tatsächlich führte das riesige Zahlungsbilanzdefizit der USA zu Beginn der Sechzigerjahre zu einem Ansturm (Run) auf Gold, was den Goldpreis massiv ansteigen ließ. Auch das britische Pfund, das jahrelang gestützt wurde, musste 1967 abgewertet werden, was abermals die Nachfrage nach Gold anheizte. Die riesigen Verluste der Notenbanken führten in der Folge dazu, dass der 1961 von diesen eingeführte Goldpool, der den Goldpreis auf stabiler Höhe hätte halten sollen, 1968 wieder aufgelöst werden musste.

      Im Gegenzug, weckt eine partielle Golddeckung der Währungen folgende Fantasie:

      Früher war das Papiergeld durch Gold gedeckt. Papiergeld war eigentlich eine Quittung für eine Goldeinlage. Diese Zeit ist schon lang vorbei.
      Der Wert des Geldes ist durch nichts gedeckt, es ist eine Einbildung, eine Illusion, wie ein aufgeblasener Ballon. Genau wie ein Ballon, wird die Geldmenge ständig aufgeblasen, nur mit Luft, es ist nichts Echtes da. Und wie ein echter Ballon wird er auch irgendwann platzen.

      Das bedeutet, unser Bankensystem ist tatsächlich eine Luftnummer, eine Luftblase, wo kein reeller Wert dahinter steht. Es sind nur Zahlen auf Papier oder im Computer (Buchgeld/Girlgeld 95% der Geldmenge).

      Dieses Monopolyspiel funktioniert nur deshalb, weil nie alle Leute die ein Guthaben bei der Bank besitzen, alle auf einmal kommen und es abheben.
      Das schlimmste was einer Bank passieren kann ist, dass es einen Sturm auf die Konten gibt und alle ihr Geld in Cash wollen, denn die Bank hat es ja gar nicht. Sie haben nicht nur das Sparguthaben verliehen, das würde man ja noch verstehen,
      nein sie haben das x-fache verliehen.

      Es bedeutet auch, Banken zahlen für die 1’000 CHF nur lächerliche Zinsen an den Einzahler,können aber dieses fremde Geld bis zu 25 mal mit hohen Zinsen verleihen.

      Das ist ein fantastisches Geschäft, eine unglaubliche Geldvermehrungsmaschine welche die Banker da haben, ohne das sie etwas dafür tun müssen. Wir Steuerzahler/Beitragszahler geben ihnen unsere Guthaben und lassen uns als Beispiel mit weniger als 1% Zinsen abspeisen und sie können es multipliziert mal X für bis zu 15% ausleihen.

      Beste Grüsse
      Der Praktiker

    • @ Jay Bachmann
      Und ihr Fachwissen über das Geld drucken und den Schulden der SNB haben Sie woher?
      Schonmal von dem Begriff: „Schuldgeldsystem“ gehört?
      Ich würde mich dahingehend mal etwas schlau machen bevor ich solche, an den Haaren herbeigezogenen, Argumente und Schönredereien poste. Sie diskreditieren sich damit nur selbst.

      Gruß Sven

  6. @Jay Bachmann

    Hier eine Gegendarstellung zu Ihrem Argumentarium:

    Erstens:

    Der Franken ist stark, weil das Ausland viele Güter aus der Schweiz nachfragt. Diese Güter müssen in Franken bezahlt werden. Diese grosse Nachfrage führt zum hohen Franken.

    Jeder Unternehmer verkauft seine Güter gerne zu einem hohen Preis. Also sollten wir froh sein, wenn wir den Franken teuer verkaufen können, weil dieser so stark nachgefragt wird aufgrund der hohen Nachfrage nach Schweizergütern.

    Ich poste Ihnen die Entwicklung des BIP der Schweiz in den vergangenen Jahren. Da sehen Sie, dass die Prognose einer Rezession seit Jahren ein Phantom der SNB ist.

    https://www.google.ch/webhp?sourceid=chrome-instant&ion=1&espv=2&ie=UTF-8#sourceid=chrome-psyapi2&ie=UTF-8&q=bip%20schweiz

    Zweitens:

    Schon bei Einführung des Mindestkurses vor drei Jahren (September 2011) prognostizierten die Professoren im Umfeld der SNB, der Franken sei zu hoch bewertet und würde sich bis Dezember 2011 auf 1.30 zum Euro abschwächen.

    Und wo stehen wir jetzt? Immer noch bei 1.20. Je länger wir dort bleiben, desto grösser wird die Gefahr, dass der Euro nach unten ausbricht.

    Richtig. Das wäre dramatisch. Aber nicht wegen des Goldes, sondern wegen dem Mindestkursabenteuer. Das wird Arbeitsplätze kosten – und zwar bei den Banken, welche ihre Guthaben bei der SNB entsprechend abschreiben müssen.

    Und auch bei der sonstigen Industrie, weil die SNB mit Steuergeldern zu rekapitalisieren ist.

    Drittens:

    Ich gehe mit Herrn Dr. Ott einig, dass es nie und nimmer die Aufgabe unserer SNB sein kann, Strukturpolitik zu betreiben.

    Mit freundlichen Grüssen:

    Marc Meyer

    • Auch hier ein paar Korrekturen:

      – Im Export verkaufen sie ihre Güter nicht in CHF sondern in der lokalen Währung. Das ist ja genau das Problem der Exportindustrie: Einkünfte in EUR, Kosten in CHF.
      Dadurch wird der Franken nicht stärker sondern durch die Verschiebung der sich im Umlauf befindenden Geldmenge zur Gütermenge oder zum BIP, wie sie wollen.

      – Durch die Stärkung des Frankens steigen die Produktionskosten (CHF) und sie werden teuerer (in EUR) und damit weniger konkurrenzfähig. Die Nachfrage nach ihren Produkten sinkt. Am Ende der Kette steht die Abwanderung oder der Konkurs.

      – Von Rezession spricht hier niemand, sondern von Inflation.

      – Ja Prognosen können falsch sein.

      – Es ist Aufgabe der SNB, für Preisstabilität zu sorgen. Das ist sogar die Hauptaufgabe. Lesen Sie hier: http://www.snb.ch/de/iabout/snb/id/snb_tasks

  7. Heute in der BaZ:
    Der Franken ist faktisch ein kleiner Euro, also abhängig von allen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank, dem Pendant zur SNB. Und die SNB ist mit einem Bilanzvolumen von über 500 Milliarden Franken, davon 45 Prozent in Euro, zum grössten europäischen Hedge-Funds geworden. (…) Das Problem liegt darin, dass die Übernahme eines potenziell unbegrenzten Risikos schlichtweg ein unendliches Risikopotenzial enthält. Verschärft wird diese Gefahr noch dadurch, dass die Schweizer Währung auf Gedeih und Verderb den Entscheidungen der EZB ausgeliefert ist, die von der Schweiz nicht beeinflusst werden können. Nun kann man optimistisch annehmen, dass die EZB verantwortungsbewusst handelt und ebenfalls «unbegrenzt» alles unternimmt, um einen Untergang des Euros zu verhindern.

    Auf der anderen Seite hat die EZB seit Ausbruch der Eurokrise, nicht nur im Zusammenhang mit den längst unbezahlbar gewordenen Staatsschulden diverser Euroländer, bereits dermassen viele Rotlichter überfahren, dass berechtigte Zweifel angebracht sind, ob ihr das mittelfristig weiterhin gelingen wird.

    Die Schweiz hat im vergangenen Jahrhundert diverse Währungscrashs in Europa überlebt. Ob ihr das auch diesmal gelingen wird, ist zurzeit mehr als fraglich. Denn niemand, nicht einmal die SNB, kann erklären, wie die Schweizer Währung in allen denkbaren Fällen aus dieser Nummer wieder rauskommt. Mitgefangen, mitgehangen.

    (Ganzer Artikel: http://tablet.baz.ch/artikel/?objectid=50406F04-BCCB-8D43-5FDEF21B360919F9)

  8. @ Jay Bachmann

    Last but not least. Sie schreiben: „Die SNB versucht mit allen Mitteln, den CHF zu schwächen um nicht die produzierende Industrie zu verlieren und zum reinen Dienstleistungsland zu werden“.

    Das ist eine weitreichende Aussage. Ich war mir bislang nicht bewusst, dass Strukturpolitik zum Aufgabengebiet der SNB gehört geschweige denn gehören sollte..

    • @Jürgen Ott

      Interessant Ihre Ausführung, auch wenn Sie mich nicht überzeugen konnten.

      Hier einige Anmerkungen:

      – Das Kaufen von EUR hat nichts gekostet. Das Geld wurde von der SNB „gedruckt“, was sie nunmal kann. Sie hat also die Geldmenge vergrössert was an sich noch „gratis“ ist. Ihr Aussage, das „Volk habe gelitten“ ist also falsch. Dies würde erst passieren, wenn Inflation entsteht. Dazu müssten die eingesetzten CHF ausgegeben werden, was bislang nicht der Fall war. Ob es jemals eintreffen wird ist unklar und sollte dem so sein ist es Aufgabe der SNB, einzugreifen und die Zinsen zu erhöhen.

      – Die SNB musste nie mehr EUR nachkaufen, da der Markt überzeugt ist, dass die 1.20 verteidigt werden. Allerdings kann sich dies mit dieser Abstimmung ändern. Wird sie angenommen ist mit einem Testen der 1.20 Grenze durch Spekulanten zu rechnen, da die Initiative die Position der SNB schwächt. Die Initiative kann also massive EUR Käufe nötig machen.

      – Doch, es ist genau die Aufgabe der SNB Währungsstabilität herzustellen. Das bedeutet, geht der Franken durch die Decke wie vor 3 Jahren muss die SNB eingreifen und ihn drücken. Stabilität ist für Wirtschaftsstandort sehr wichtig.

      – Ich glaube Ihnen gern, dass sich der Goldpreis erholen wird und überlege privat, ob ich mir einen solchen Barren ins Depot legen soll. Da das Gold der SNB unverkäuflich wird spielt das aber keine Rolle – die SNB kann ja bei Höchstständen nicht verkaufen und geht mit dem Gold auch wieder talwärts. Überdies kann es nicht Aufgabe des Volkes sein, mit Nationalbank Geld zu spekulieren.
      Bitte ersparen Sie mir das absurde Argument, das Volk könne ja dann über einen Verkauf abstimmen. Eine Abstimmung dauert vom Start der Unterschriftensammlung an gerechnet mind. 2 Jahre. Anlageentscheide sollte man innert Wochen, max. Monaten treffen.

      – Wenn Sie heute Geld anlegen werden Sie in der Tat keine grosse Rendite erzielen. Aber Sie erzielen eine und bei 400 Mia. Investitionssumme kommt unter dem Strich schon was zusammen. Mal abgesehen davon, die Zinsen werden über kurz oder lang ansteigen. Danach stehen Sie mit Ihrem unverkäuflichen Gold investitionsmässig im Schilf während mit Obligationene wieder mit wenig Risiko Geld verdient wird.

      Diese Initiative leidet nun mal an einem Denkfehler, den man nicht wegreden kann. Die Unverkäuflichkeit macht diese Initiative zu einem gefährlichen Instrument weil sie die wirtschaftliche Stabilität der Schweiz gefährdet. Ich empfehle nach wie vor ein „nein“.

    • @ Jay Bachmann

      Es freut mich, dass Sie das alles so positiv sehen. Also wenn das die Mehrheit in diesem Lande auch so sähe, müsste ich mir jetzt ernsthaft Sorgen machen :-)).

      Sie haben sogar recht, dass Geld drucken heutzutage beinahe gratis ist, weil das am Bildschirm geschieht, nur leider nicht so, wie Sie sich das denken. Denn tatsächlich wurde bislang eben erst relativ wenig ‚gedruckt‘, sonst wäre unsere Inflation bereits über alle Berge. Um Ihnen das zu erläutern, falls es Sie überhaupt interessiert, bitte erst eine Frage, und bitte mich nicht misszuverstehen- ‚rein fachlich – können Sie eine Bilanz lesen ?

  9. Lieber Herr Reimann, ich habe nur die Hälfte ihres Artikels gelesen, danach musste ich aufhöhren! Ich habe in der ersten Hälfte kein einziges Argument für die Initiative gefunden und erwarte es deshalb auch nicht in der zweiten Hälfte. Eine sachliche Debatte – wie Sie es nennen – erscheint mir bei diesem Verständnis unmöglich. Stellen Sie sich deshalb einmal folgende Schlagzeile vor, welche am 3. Mai 2015 über die Ticker läuft: „Mehrere meteroitenähnlicher Himmelskörper sind in Mexiko eingeschlagen, die Zusammensetzung: wertvolle Rohstoffe und vor allem Gold, haufenweise Gold.“ Ich hoffe, dass einer von diesen noch vor dem 30.11.14 im Appenzell landet.

  10. Um die Diskussion etwas weg von den Emotionen hin zur Sache zu lenken:

    Lieber Herr Reimann, sollten Sie erfolgreich sein mit dieser Initiative, lassen Sie der SNB zwei Optionen offen: Gold kaufen oder Devisen verkaufen.
    Schauen wir uns mal an was dies bedeutet.

    Zuerst der Verkauf von Devisen. Sollte der EUR gegenüber dem CHF in den nächsten Jahren steigen ist ein Devisenverkauf ohne negative Konsequenzen möglich, wodurch der Goldanteil prozentual wieder auf Vorkrisenniveau (ca. 29%) ansteigen wird. Dies ist das Szenario, welches sich die SNB heute wünscht – es wird auch ohne Initiatvie umgesetzt.
    Sollte der EUR aber nicht steigen gegenüber dem CHF führt der Devisenverkauf zur Aufgabe der Limite von 1.20. Die Folgen sind dramatisch – Die bereits schon teure Schweiz wird noch teurer. Exportunternehmen ziehen ins Ausland und mit ihnen gehen 1’000e Arbeitsplätze verloren. Überdies kommt der Tourismus in eine grosse Krise. Dieses Szenario ist volkswirtschaftlich nicht gangbar. Die SNB wird diesen Weg nicht wählen.

    Bleibt also noch der Kauf von Gold. Aufgrund der Devisenkäufe hat die SNB momementan eine aufgeblähte Krisenbilanz. Ziel ist, diese sobald möglich wieder zu reduzieren. Das wird der Fall sein sobald der EUR steigt. Bis dahin sind der SNB die Hände gebunden. Muss sie nun Gold kaufen, wird die aufgeblähte Bilanz noch weiter aufgebläht (um zusätzlich ca. 60 Mia. CHF in Gold). Da dieses Gold unverkäuflich ist, wird bei der Reduktion der Bilanz der Goldanteil von 20% massiv ansteigen. Würde die SNB die Bilanz auf Vorkrisengrösse reduzieren wäre der Goldanteil weit über 50 bis hin zu 100%. Wir hätten also keine SNB mehr sondern ein Goldverwalter. Dummerweise bringt Gold keinen Ertrag wodurch die ganzen Zahlungen an die Kantone wegfallen (immerhin ein paar Milliarden pro Jahr).
    Die Handlungsfähigkeit der SNB wird dadurch massiv eingeschränkt, wir sind den Währungsschwankungen des Goldes wegen diesem Klumpenrisiko ausgesetzt. Überdies kostet uns die Initative in diesem Szenario jährlich einen tiefen einstelligen Milliardenbetrag wegen entgangenem Ertrag, welcher andere Anlagekategorien abgeworfen hätten.
    Am schönsten wird dieses Szenario hier beschrieben: https://www.youtube.com/watch?v=_t7sQtsWsgE&feature=youtu.be

    Sie haben wirklich einen unglaublich schlechten Zeitpunkt für diese Initative gewählt Herr Reimann. Die SNB versucht mit allen Mitteln, den CHF zu schwächen um nicht die produzierende Industrie zu verlieren und zum reinen Dienstleistungsland zu werden und sie wollen den bereits extrem starken Franken weiter stärken. Dies ist gegen die Wirtschaftsinteressen der Schweiz.

    Ausschlaggebend ist letztlich das Element der Unverkäuflichkeit. Hätten Sie dies weggelassen und ein Minimum von 20% vorgeschrieben könnte man dem Vorstoss einen gewissen Sinn abgewinnen. In der aktuellen Form schwächt sie aber die Schweiz und ist deshalb abzulehnen.

    • @ Jay Bachmann

      Ich habe selten einen Politiker gelobt in meinem Leben, also will das was heissen:

      Herr Reimann beweist ein geradezu ‚goldendes‘ Händchen bei seinem Timing – Gold wird voraussichtlich Anfang 2016 sein Tief in USD (+/- ein paar Wo. dito in CHF) erreichen.

      Und der Euro wird irgendwann 2016 ebenfalls noch einmal kurz + knackig aufwerten bevor er dann drastisch abstürzen und dabei einige EU-Banken wie auch EU-Volkswirtschaften mit in die Tiefe reissen wird.

      Und danach sollte Gold für eine ganze Dekade ansteigen. Wozu also verkaufen ?

      Das ist ein geradezu fantastisches Timing !

      Falls diese Prognose zutrifft. Gut, Sie brauchen mir das jetzt nicht zu glauben, aber ich dachte, ich erwähne es Ihnen gegenüber, weil Sie ja nach Fakten rufen. Zyklusprognosen fallen nämlich unter diesen Begriff. Also stimmen Sie bitte am 30.11. einfach mit Nein. Ihr gutes Recht. Und wir beide unterhalten uns auf diesem Blog wieder in 2 Jahren.

      Der Rest Ihrer Argumentation mag durchaus angebracht sein, für sich betrachtet, nur leider ziehen Sie mE die falschen Schlüsse daraus:

      Das ganze Volk hierzulande leidet darunter, dass die SNB ‚werthaltige‘ Franken zum Discountpreis an Euroländer hergibt, nur um so ein bis zwei Sektoren hierzulande zu subventionieren: unseren Export + den Tourismus. Das kann man, mE sollte man das aber erst recht vom Volk entscheiden lassen. Dank der sog. ‚Unabhängigkeit‘ der SNB darf das Volk darüber aber nicht entscheiden. Also muss es andere Wege der Einflussnahme suchen. Also lassen wir das Volk entscheiden.

      Zum Thema zeitweilige Intervention: Erstens sind 3 Jahre ‚Franken verschleudern‘ für mich nicht mehr temporär. Zweitens hätte die SNB vor Mai diesen Jahres Gelegenheit gehabt, massiv Euros in USD zu wechseln bevor der Euro so drastisch abstürzte (neben Dr. Meyer hatten ich wie andere hier im Blog ihr dies dringend angeraten). Hat sie aber nicht. So ein Pech für uns alle aber auch. Denn jetzt sinkt der Euro bis auf weiteres weiter. Denn Draghi hat soeben offiziell das Drucken von 1 Bio Euros angekündigt. Weswegen die SNB weiter Franken hergeben wird. Und zwar gewaltig viele.

      Ich freue mich sehr für die Exportwirtschaft und den Tourismus hierzulande. Nur hätte man den billiger direkt subventionieren sollen/können. Zudem hätte unser angeschlagener Finanzplatz Anlagegelder gut gebrauchen können.

      Und bitte, was Sie wie viele Anderen hier ausser acht lassen: Die SNB hat sich IHRE Franken-Spareinlagen von IHRER Bank geliehen und an Euroländer eingetauscht. Ihre Spareinlagen sehen Sie zwar noch auf Ihrem Kontoauszug, aber sie sind nicht mehr da. Fragen Sie Ihre Bank, wenn Sie mir nicht glauben. MaW, die SNB spekuliert mit IHREN Spareinlagen auf einen steigenden Euro. Und das in Anbetracht der Draghi-Ankündigung. Vielleicht werden Sie in Bälde ja sogar privat Gold kaufen wollen ?!

    • @ Jay Bachmann

      Noch etwas bitte – Sie haben natürlich Recht, dass Gold keine Zinsen abwirft.

      Nur, an alle kantonalen Finanzdirektorinnen und -direktoren, sofern eine(r) von Ihnen hier mitliest: Euros auch nicht !

      Nun mögen Sie weiter argumentieren, dass man die Euros aber in zB ’sichere‘ deutsche Staatsanleihen tauschen kann.

      Wiederum bitte an alle kantonalen Finanzdirektorinnen und -direktoren: Die sind bei ‚Null Zins‘ angekommen ! Und dank der offiziellen Negativzinspolitik der EZB steht sogar zu befürchten, dass Sie aus der künftigen Euro-Einnahmenseite der SNB nicht nur keinen Zins, und damit keine Ausschüttungen mehr erhalten, sondern Jahr für Jahr -dank Negativzins- der EZB aus Ihrem Steuerbudget sogar noch eins draufzahlen dürfen..

      Und das alles, um hierzulande Export + Tourismus zu subventionieren. Verstehen Sie nun, warum ich befürchte, dass Sie leider die falschen Schlüsse gezogen haben..

    • ..sorry, korrigiere mich 2x:
      „Also lassen wir das Volk eben über Gold abstimmen“
      „Denn bitte, was Sie .. ausser acht lassen“

  11. Was für unqualifizierter Mist! Sie sagen, die SNB habe deutlich weniger Gold als die Nachbarländer. Die Schweizerische Nationalbank halte keine 10% ihrer Devisenreserven mehr in Gold. Ihre Vergleichszahlen mit den Nachbarländern: Deutschland 72.4, Italien 72.0, Frankreich 71.6, Österreich 55.6%… eine simple Behauptung ohne Belege!
    Rechnen wir die Devisenkäufe der SNB der letzten Jahre raus ergeben sich andere Verhältnisse. Mit einem solchen Goldanteil dieser Länder hätte die Welt wahrscheinlich mehr Vertrauen in die EU.
    Ich habe genug von solchen profilneurotischen Politikern, Parteien und Initiativen.

  12. @Goldmärchen – und andere „Märchen Erzähler“.
    Bei der Durchsicht Ihrer Antwort sowie der anderen vielen Gegenstimmen, der Fülle von präsentierten Zahlen und Argumenten kommt mir interessanterweise ein historischer Finanzakrobat in den Sinn: John Law! Er versuchte auch den französischen König mit rosigen Zugkunfts-Versprechen und Berechnungen von seinen Plänen zu überzeugen, bis es klappte – vorläufig! Selbstverständlich war auch da Gold ein hinderliches Unding. Und das Resultat kennen wir ja alle! Heute sind eine Fülle von John Law – teils mit Nobelpreisen – emsig am Werk, nur heissen sie anders! Es sind Zentralbanker und Politiker die mit immer mehr Eingriffen und Gründungen von Hilfskonstrukten – ob überhaupt legal, sei vorläufig dahingestellt – den Zusammenbruch des „Turmbaus zu Babel“ versuchen mit der Notenpresse aufzuhalten. Sie werden einst unter „Währungszerstörer“ ihren Platz in dem Guinness-Buch der Rekorde, wieder zu finden sein. Sollten Sie dies als eine „düstere Vision“ betrachten, empfehle ich Ihnen, sich einmal mit der Geschichte des Geldes auseinander zu setzen oder – etwas weniger zeitraubend – Goethe’s Faust II zu lesen. Gottspieler und eine breitwillige „Verführungsmasse“ hat es leider immer gegeben! Tragisch ist jeweils stets das Ende!
    Übrigens: selbstverständlich muss es nicht Gold sein!
    Aber dann müssen sie mir sagen, womit man sonst eine Währung hinterlegen, bzw. die „Gelddrucker“ an der Währungszerstörung hindern kann?

    • Lieber Herr Meier-Schlittler
      Auch die Alchimisten haben schon im Mittelalter versucht, mit Gold Probleme der Wirtschaft und Währung zu lösen bis sie gemerkt haben, dass es hierzu einer Wertschöpfung bedarf. Daher meine Gretchenfrage an Sie: Können Sie sich erklären, weshalb der EURO so schwach ist, wenn doch die Zentralbanken im Euroland Goldreserven halten, die 60% der Gesamtreserven übersteigen? – Geld ist nur so viel Wert wie Sie damit kaufen können. Der Wert des Geldes definiert sich nicht über die Golddeckung, sondern über die Wertschöpfung, sprich das BIP. Solange daher zwischen der Produktion von Gütern und Dienstleistungen und der kreislaufwirksamen Geldmenge in der Wirtschaft ein ausgewogenes Verhältnis besteht behält Geld seinen Wert. Hierzu ist kein Stoffwert nötig. Das Märchen vom Stoffwert gebe ich Ihnen und Ihren Märchenerzählern daher gerne zurück. Da hilft auch storytelling nichts!

    • @Goldmärchen: ausnahmsweise antworte ich Ihnen, normalerweise gebe ich anonymen Märchen Erzähler, die nicht den Mut haben, Ihren Namen unter einen Text zu setzen, keine Antwort! Ihre mittelalterlichen Alchimisten sind zurück gekehrt Goldmärchen. Sie sitzen heute in den Zentralbanken und meinen den Markt mit immensen Eingriffen in die gewünschte Richtung lenken zu können. Das Ende Ihrer Geschichte können Sie dann erzählen, wenn es soweit ist – sicher haben Sie dann auch wieder Statistiken und Zahlenmaterial bei der Hand um zu erklären, weshalb es halt nicht geklappt hat!

    • Lieber Herr Meier-Schlittler
      Ausnahmsweise antworte ich Ihnen; normalerweise gebe ich Bloggern, die meine Fragen nicht beantworten wollen keine zweite Chance.
      Ich warte noch immer auf die Beantwortung meiner Frage:
      „Daher meine Gretchenfrage an Sie: Können Sie sich erklären, weshalb der EURO so schwach ist, wenn doch die Zentralbanken im Euroland Goldreserven halten, die 60% der Gesamtreserven übersteigen?“
      Wenn Sie mit Gold-Statistiken schwer tun, dann kann Ihnen der World Gold Council die Erklärung liefern. Es sind nicht meine Statistiken. Zudem unterstützt der World Gold Council auch noch die Goldinitiative. Weshalb stellen Sie die Statistiken Ihrer eigenen Vertreter in Frage? Herr Reimann hätte keine Freude an Ihnen. Oder blenden Sie einfach die Realität aus?
      Es wirkt billig, wenn Sie erst jetzt auf die Idee kommen, dass Sie „anonymen Märchen Erzählern“ nicht antworten wollen. Warum haben Sie denn überhaupt bis dahin geantwortet? Kommen Sie erst jetzt auf diese Idee, weil Ihnen die Argumente fehlen?

  13. Lieber Herr Meier – Schlittler
    Ich stimme NEIN, weil:
    Das EURO-Problem lässt sich nicht mit der Produktion von Gold lösen. Das wäre zu einfach und zu schön! Die Lösung des EURO-Problems ist eine – wenn auch komplexe – wirtschaftspolitische Aufgabe.
    Im Übrigen:
    1) Die Schweiz hat 70% Ihrer Goldreserven hier; 20% in Kanada und 10% in UK. Eine minimale Diversifikation in „sicheren“ Ländern ist auch beim Gold nötig; zu „retten“ gibt es da nichts.

    2) Mit 127 Gramm pro Einwohner hat die Schweiz weltweit am meisten Gold pro Einwohner.

    3) Der Anteil der Goldreserven der SNB an den gesamten Reserven der SNB beträgt etwa gleichviel wie in Schweden, nämlich etwa 7.5% und Kuwait 8.5%. . Zum Vergleich: Russland 9.4% und China 1%. Dagegen u.a. Griechenland 69.4% und Deutschland 67% sowie Italien 65.9% (!!). Die Interpretation diese „Paradoxons“ überlasse ich Ihnen. Mit Geheimnis hat dies allerdings nichts zu tun.

    Quelle: http://www.gold.org/research/latest-world-official-gold-reserves

    • @ Goldmärchen

      Wieso tischen Sie uns nicht noch Goldgramm pro Hundehalter oder ähnlich Divergentes auf ?!

      Ich habe es bereits mehrfach gesagt und wiederhole mich einfach:

      Gold ist ein Asset. Und wird sich spätestens 2016 ff. deutlich besser entwickeln als die Schwindsuchtwährung Euro. Darum ist die Initiative zu unterstützen. Punkt.

      Und der Euro-Peg wäre einfach zu lösen – eben lösen..

    • Lieber Herr Dr. Jürgen Ott
      Wieviel % physisches Gold führen Sie in Ihrem Depot?
      Gemäss Ihren hier mehrfach dargelegten Aussagen sollten Sie konsequenterweise 100% physisches Gold in Ihrem Depot führen. – Sie verknüpfen m.E. die EURO-Problematik nur mit Gold ; Ihr Lösungsansatz ist simpel: Gold und null Euro. Damit lösen Sie jedoch keine währungspolitischen Probleme einer Volkswirtschaft; Sie verschlimmern sie höchstens. Und: Sie vermischen die Aufgaben einer Zentralbank mit denjenigen einer Privatbank, die Anlagen für Privatkunden tätigt. Die „Anlagepolitik“ einer Zentralbank ist nicht die gleiche wie die einer Privatbank, die Individuen auf einzelwirtschaftliche Performance hin betreut. Und auch Ihre taktische Überlegung, wonach die Mindestkurspolitik der SNB durch den erzwungenen Goldbestand torpediert werden soll führt letztlich zu einer Verschlechterung des Produktionsstandortes Schweiz. Ihre taktischen Überlegungen führen in der Umsetzung zu einer loose-loose Situation. Weil ich das nicht will, stimme ich mit Überzeugung NEIN!
      Mfg Goldmärchen

    • Guten Abend allerseits,
      ich finde es erschreckend wie hartnäckig manche den Goldankauf verteufeln. Gold war , ist und wird immer einen Wert haben…der Euro ist nur buntes Papier welches anscheinend nach belieben gedruckt wird…hat Mario Drucki nicht erst letzte Woche verlautbaren lassen, dass er 1 Billion EURO emittieren möchte!?
      Also ich habe meine Wahl getroffen und besitze nun mehr Gold als der „durchschnittliche Schweizer Kopf“ 😛
      Und ich muss sagen, ich fühle mich richtig abgesichert..i feel fuzzy and warm inside 😉
      Ich wünsche den Schweizern dass sie die richtige Wahl treffen und hoffe dass der Euro sie nicht mit in die Versenkung zieht.
      Mit freundlichem Gruß

    • @ Goldmärchen

      Ihre Antwort an mich ist ein einziger Märchenwald. Ich könnte jeden Satz davon zerpflücken. Da ich jedoch die Antwort von Peter Meier-Schlittler so famos finde, überlasse ich ihm die Ehre.

    • Lieber Herr Dr. Ott
      Schade, dass Ihnen die Argumente ausgegangen sind und Sie sich mit Verweis auf einen nichtssagenden Drittkommentar, dem ebenfalls die Argumente fehlen, so aus der Verantwortung schleichen müssen! Es würde Ihnen ja so leicht fallen alles zu wiederlegen wie Sie selbst schreiben. Weshalb also die Flucht? – Ich wünsche Ihnen trotzdem eine erfolgreiche Zukunft im Goldrausch!
      Ihr Goldmärchen

    • ‚Liebes‘ Goldmärchen

      Tja, mit Gassenpsychologie sind Sie bei mir leider am Falschen. Dennoch einen schönen Abend :-))

  14. Es geschieht seltsames:
    1) Weshalb liess die holländische Nationalbank vor wenigen Tagen 130 t Gold aus den USA zurück nach Holland schaffen? Weshalb bekommt die BRD nur in lächerlich kleinen Portionen ihr Gold zurück? Wenn überhaupt!
    2) Weshalb wurden verschiedene Nationalbanken beauftragt, i.R. des seinerzeitigen Goldabkommens, in kleinen Schritten Gold zu verkaufen – einzig die Fed. verkaufte kein Gold?
    3) Weshalb kauft China, Indien, Russland und andere Staaten seit Jahren massiv Gold?
    4) Wie vor einigen Tagen publik wurde, bestanden auf dem Höhepunkt der €uro-Krise, Pläne, wieder eigene Landeswährungen einzuführen: so z.B. in Holland. Wie würde sich die SNB bei einem Zerfall des €uro verhalten, was würde mit den riesigen Beständen an €uro geschehen?
    5) Wie unabhängig ist unsere SNB – nach den massiven Interventionen – überhaupt noch?
    6) Ist der sFr. i.Grunde genommen nicht bereits eine „Satelliten-Währung“ des €uro?
    In dieser seltsamen Zeit soll Gold keine Gute Kapitalanlage sein? Ich werde jedenfalls JA stimmen!

    • Sehr geehrter Herr Peter Meier-Schlittler,

      dass sind interessante Gedankengänge.

      Als Anker in der Diskussion sollten Sie sich folgendes vor Augen führen:

      Nach der Vorstellung der Initianten soll die SNB nicht nur ihre Goldreserven nach Hause holen, sondern sie soll auch auf dem freien Markt Gold dazukaufen, damit die Goldreserven mindestens 20 Prozent der Bilanzsumme ausmachen (heute sind es etwa weniger als zehn Prozent). Zwar soll die SNB nicht gezwungen werden, den CHF jederzeit gegen Gold zu tauschen, doch man glaubt offenbar an einer dadurch eintretende Bremse. Die partielle Golddeckung würde es der SNB schwerer machen, die Zentralbankgeldmenge und ihre Bilanz auszuweiten, weil sie immer Gold dazu kaufen müsste.

      Wollen die Initianten die Euro-Bindung des CHF aufheben? Die SNB kann ja ohne weiteres die Operation der letzten Jahre umkehren, die Euroanleihen und die Euros verkaufen, um den Goldanteil wieder auf zwanzig Prozent zu bringen, ohne neues Gold kaufen zu müssen. Nur, dann sinkt der Kurs des Euro und der des CHF steigt, was dann sehr schnell der Schweizer Industrie auf den Märkten dieser Welt den Garaus machen wird. Die Schweiz hat dann auch sofort eine erhebliche Deflation, die dafür sorgt, dass der Wert des Geldes steigt, aber alle anderen wirtschaftspolitischen Ziele erheblich schwerer zu erreichen sind. Ist das nicht das wirtschaftspolitische Ziel der Gold-Initiative, fragt man sich, zu welchem Zweck eine Notenbank erhebliche Mengen neuen Goldes zu vermutlich rasant steigenden Preisen kaufen sollte, außer zu dem, dass man einige Goldspekulanten reich machen will!?.

      Wenn das Ganze einen Sinn haben sollte, dann doch höchstens den, eine Inflation zu verhindern. Von Inflation kann in der Schweiz aber nicht die Rede sein, sondern nur von Deflation, was ja auch die offizielle Begründung der Schweiz dafür war, einseitig den CHF an den Euro zu binden. Um die Deflationsbekämpfung zu bekämpfen, will die Gold-Initiative offensichtlich Mittel einsetzen, die von der eingeschlagenen Richtung her nur zum Ziel haben können, eine Inflationsgefahr zu bekämpfen. Die aber gibt es nicht,nach offizieller Statistik, weswegen das Ganze in höchstem Maße absurd ist.

      Herr Schlittler, viele, darunter der Erbsenzähler von Riehen Herr Dr. Meyer und der Pseudo-Geldhistoriker von Herrliberg Herr Dr. Ott, sind überfordert zu verstehen, was vor sich geht, und die Politik tut nichts, um für Klarheit zu sorgen. Im Gegenteil!!!

      Gerade in solchen bewegten Zeiten greift in diesen Fragen ein Maß an Irrationalität um sich, das nur schwere und bleibende Schäden anrichten kann. Dass dann viele Menschen auf das scheinbar solide Metall hereinfallen, ist kein Wunder, und wenn die Abstimmung angenommen wird hat die Schweiz dadurch keine seiner Probleme gelöst – und eine Insel der Glückseligkeit sind wir schon lange nicht mehr!.

      Beste Grüsse
      Der Praktiker

  15. Das Hauptargument für eine Annahme der Goldinitiative:

    Sollte der Euro bei der Marke von 1.20 nach unten ausbrechen (sehr hohe Wahrscheinlichkeit), so wird die SNB grosse Verluste erleiden. Das Eigenkapital der SNB ist dann schnell weg.

    Die SNB ist dann nicht mehr handlungsfähig, weil sie nicht mehr über genügend Vermögen verfügt, um ihren Zahlungsverpflichtungen gegenüber den Banken nachzukommen (Notenbankgeld ist kein Zahlungsmittel (Liquidität) für die SNB, wie das SNB-Direktorium und Bundesrat irreführend behaupten).

    Deponiert die SNB ihre Bilanz bei Erreichen von Null Eigenkapital nicht, und fällt der Euro weiter, so wird das Eigenkapital der SNB negativ. Die Banken müssen dann ihre Giroguthaben bei der SNB entsprechend abschreiben, da sie gemäss OR dazu verpflichtet sind, ihre Aktiven (u.a. ihre Giroguthaben bei der SNB) wahrheitsgetreu zu bewerten.

    Dabei droht die Gefahr, dass die Banken anstelle der SNB Konkurs gehen und ihre Bilanz deponieren müssen.

    Wenn die SNB nicht mehr genügend Euros besitzt, um diese den Banken zu überweisen im Gegenzug für einen Abbau der Giroguthaben, werden die Banken verlangen, dass die SNB ihnen Gold aushändigt. Das ist ihr gutes Recht.

    Tut die SNB das nicht, so wird es unweigerlich zum Rechtsstreit kommen zwischen der SNB und den Banken (insbesondere CS, UBS, Kantonalbanken, PostFinance).

    Bei einer Annahme der Gold-Initiative wäre das nicht mehr möglich, weil das Gold unverkäuflich ist und damit vorgängig aus einer allfälligen Konkursmasse der SNB herausgenommen ist.

    Die Banken müssten dann den Verlust der SNB übernehmen (sofern die Steuerzahler die SNB nicht rekapitalisieren).

    Eine Annahme der Goldinitiative würde bedeuten, dass das SNB-Risiko für die Steuerzahler fällt, während es für die Banken steigt.

    Da es bei den Banken viele ausländische Investoren gibt, würde das Risiko teilweise auch von Ausland mitgetragen, was für die Schweizer Volkswirtschaft per Saldo besser ist.

    Marc Meyer

    • @ Dr. Marc Meyer

      Können Sie mich aufklären? Im September Bericht der SNB steht, dass die SNB aktuell etwa 307 Mia. Giroguthaben von Banken auf der Passivseite haben (Giroguthaben inländischer Banken). Vergangene Woche war gar von einem Ansprung dieser Guthaben die Rede. Nun suche Ich die entsprechende Zahl im Bankstatistischen Monatsheft der SNB. Wo ist diese aufgeführt? Wie sind diese Guthaben verteilt? Die Bilanzsumme aller Banken in der Schweiz ist total 3 Billionen. Ist die Aussage korrekt, dass damit 10% aller Bankenassets bei der SNB auf dem Grill liegen?

    • @Insider

      Die Giroguthaben inländischer Banken bei der SNB (Passivseite der SNB) müssen auch auf der Aktivseite der Banken-Bilanzen ersichtlich sein.

      Ihre Schätzung von 10 Prozent dürfte bei 3 Billionen Bilanzsummen der Banken etwa hinkommen.

      Ich orientiere mich i.d.R. am Statistischen Monatsheft der SNB.

      mfG

      Marc Meyer

  16. Es tut mir Leid, aber ich muss Ihre Intelligenz anzweifeln. Es ist beschämend, dass eine solch planwirtschaftliche Initiative von einem SVPler kommt. Folgendes Zitat entlarvt Sie als einen unwissenden, ferngesteuerten Polteri:

    „Es ist der gleiche Widerspruch, wenn immer wieder behauptet wird, 20% Gold in der Nationalbank-Bilanz seien ein Klumpenrisiko und eine Hypothek, die viel höheren Euro- und Dollarbestände aber ganz selbstverständlich und nicht riskant. Dabei gilt noch immer der jahrhundertealte Grundsatz: Papier zerfällt, Gold hält.“

    Sie behaupten allen Ernstes, dass eine 20%ige Gold Position kein Klumpenrisiko ist, sondern vielmehr die EUR und USD Bestände? Lieber Herr Reimann, vielleicht haben Sie ja auch ein Anlagekonto und haben dort in Aktien investiert. So wie ich Sie einschätze, wahrscheinlich nur Schweizer Aktien.

    Bevor Sie allerdings Ihre erste Aktie gekauft haben, mussten Sie Devisen auf Ihrem Konto haben. Papier wie sie es nennen. Nun Kaufen Sie mit Papier zum Beispiel die Aktie Nestle. Diese Aktie (Papier) macht sie nun zum Eigentümer eines Unternehmen, welches Geld (Papier) verdient und Geld (Papier) an ihre Eigentümer ausschüttet. Wie sie vielleicht gemerkt haben, ist das Recht an einer Unternehmung zwar auch auf Papier, jedoch steht dahinter ein realer Wert, zb. das Nestle Hauptgebäude, die Maschinen usw.

    Mit Papier kann ich also eine Menge Unternehmen kaufen und besitze damit viele realen Werte. Wenn ich Gold kaufe, habe ich Gold. Es liegt im Keller und macht nichts ausser Platz wegnehmen.

    Die SNB hat nicht nur EUR und USD auf dem Konto, sondern kauft mit diesem Papier auch Unternehmen, Immobilien und sonstige reale Werte, welche also das Klumpenrisiko zum Goldklotz im Keller MASSIV reduzieren!

    Und jetzt kommt das Grösste an allem, so gross, dass es nun jedem einleuchten muss:

    Als Eigentümer einer gewinnbringenden Unternehmung kann es mir egal sein, mit was morgen bezahlt wird!!! Es können Steine, Gold, oder Schrauben sein! Solange ich Eigentümer dieser Unternehmung bin werde ich via Dividende mit diesem Zahlungsmittel versorgt, währenddessen der Gold Besitzer einfach nur eine nutzlosen Klumpen Metall im Keller hat, der unter Umständen gar nichts mehr Wert hat…Ich weiss, dass viele nicht so weit denken können. Auch Sie Herr Reimann sind offenbar noch nicht reif dazu. Gerade als SVPler ist es offenbar schwierig sich von alten Konzepten loszuschwören und aus dem Rahmen zu denken.

    • @ Marc Meyer:

      Aber Sie geben mir recht, dass es ein Unsinn ist zu behaupten, dass 20% Gold eine bessere Diversifikation darstellen wie ein Korb aus x-beliebigen Assest? Ich weiss, dass Sie die Strategie der SNB bekämpfen. Sie haben auch Recht, dass die Untergrenze ein grosses Risiko ist. Aber bitte Herr Meyer, als ökonomisch und finanzmathematisch bewanderte Person können Sie diese Aussage doch nicht unterstützen?

    • @Insider

      Danke für das Nachhaken.

      Das betreffende Zitat lautet:

      „Es ist der gleiche Widerspruch, wenn immer wieder behauptet wird, 20% Gold in der Nationalbank-Bilanz seien ein Klumpenrisiko und eine Hypothek, die viel höheren Euro- und Dollarbestände aber ganz selbstverständlich und nicht riskant.“

      Zitat Ende

      Bei einer ganz exakten Analyse gelange ich zu folgendem Resultat:

      Erstens:

      Die Devisenanlagen der SNB betragen momentan 90 Prozent des SNB-Portefeuilles. Die Eigenkapitalquote der SNB liegt bei ca. 10 Prozent.

      Steigt nun der Franken um lediglich rund 10 Prozent, so ist das Eigenkapital der SNB praktisch weg. Das Risiko dieser Devisenanlagen liegt vor allem auf der Passivseite der SNB-Bilanz. Alle Devisen sind mit Fremdkapital in Franken finanziert. Das Klumpenrisiko der SNB ist also vor allem auf ihrer Passivseite.

      Das wäre vergleichbar, wie wenn ein Unternehmen sein ganzes Fremdkapital bei einer einzigen Bank aufnehmen würde. Das ist ein passives Klumpenrisiko.

      Zweitens:

      Beträgt der Goldanteil 20 Prozent und die Eigenkapitalquote der SNB ist 10 Prozent, so muss das Gold rund die Hälfte seines Wertes einbüssen, damit das EK weg ist.

      Drittens:

      Es könnte auch sein, dass allein eine Währung gegen den Franken fällt (z.B. Euro). Dessen Anteil ist jedoch deutlich höher als 20 Prozent. Also auch ein grösseres Klumpenrisiko als 20 Prozent Gold.

      Viertens:

      Würde man argumentieren, 20 Prozent Gold seien ein geringeres Klumpenrisiko als andere Wertanlagen von beispielsweise je 5 Prozent Anteil in allen möglichen Anlagekategorien, alle in der heimischen Währung, so hätten Sie Recht. D.h. die Aussage würde nicht zutreffen, dass Gold ein kleineres Klumpenrisiko wäre. Gold wäre dann 20 Prozent und die anderen je 5 Prozent.

      Aber die Tatsache ist ja schon so, dass allein der Euro bereits einen massiven Anteil am SNB-Portefeuille ausmacht.

      Und was bei der SNB noch hinzukommt ist eben das Währungsrisiko. Das muss zum Schuldnerrisiko addiert werden. Die Anlagen der SNB im Ausland sind doppelt riskant. Ganz abgesehen davon, dass diese die ausländischen Volkswirtschaften ankurbeln anstatt die schweizerische.

      Insofern ist es m.E. schon so, dass das Devisenrisiko der SNB massiv grösser ist als das Goldrisiko bei einem Anteil von 20 Prozent Gold.

      Ich denke, es geht den Initianten bei dieser Initiative in erster Linie um die Reduzierung dieses Devisenrisikos der SNB.

      Ich hoffe, ich konnte etwas zur Klärung beitragen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @ Dr. Marc Meyer

      Korrekte Analyse.

      @ Insider

      Auf den ersten Blick auch vernünftig – nur lassen Sie aussen vor, dass der Euro-Peg die bislang schlimmste planwirtschaftliche Verfehlung der SNB ist. Und die Gold-Diversifikation lediglich ein Gegensteuern seitens Teilen des Volkes. Quasi: Das Volk gegen die SNB.

      Lassen Sie es doch einfach darauf ankommen :-))

  17. Werte Diskussionsteilnehmer,

    Ich möchte einen Aspekt herausheben, der meiner Ansicht nach in der aktuellen Diskussion bisher zu wenig Beachtung fand. Die Schweiz ist ein hochinnovatives Land. Dies hat sie über Jahrzehnte bewiesen, auch und insb. gegenüber sämtlichen Nachbarländern. Es gibt Hinweise darauf, dass der starke Schweizer Franken mitursächlich für diese Entwicklung ist: eine kontinuierlich stärker werdende Währung zwang die Unternehmen dazu, Effizienzen zu steigern und Innovationen zu fördern, da die Konkurrenzfähigkeit auf internationalen Märkten sonst nicht gegeben wäre. Die relative Stärke des Schweizer Franken kann man quasi als eine makroökonomische Fitnesskur für Unternehmen betrachten. Es ist zu befürchten, dass nach der Definition der Euro-Untergrenze dieser Anpassungsdruck möglicherweise schon bald ein jähes Ende findet. Regelmässig wird vor den Gefahren einer zu starken Währung für die Exportwirtschaft gewarnt. Die langfristigen negativen Konsequenzen einer zu weichen Währungen werden jedoch im Vergleich dazu viel zu wenig thematisiert – gerade auch im Zusammenhang mit der Gold-Initiative.

    Mit besten Grüssen

    Patrick Schüffel

    Dr. Patrick Schüffel
    Professor
    Director Institute of Finance
    Haute école de gestion Fribourg
    Chemin du Musée 4
    CH-1700 Fribourg (Suisse)
    http://www.heg-fr.ch

    • @Profesor Schüffel

      Der Franken ist stark, weil viele Schweizergüter nachgefragt werden und diese in Schweizerfranken zu bezahlen sind.

      Deshalb hohe Nachfrag nach Schweizerfranken.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @ Marc Meyer: Aufwachen! Das war in der Vergangenheit vielleicht mal so. Heute ist es egal, ob Leute die Waren in CHF oder EUR bezahlen, es ist faktisch eine Waehrung. Und das ist doch genau das Problem, dass P. Schueffel hier anspricht.

    • @CH. Demut

      Danke. Ich bin hellwach.

      Nein! Bin gar nicht einverstanden mit Ihrer Aussage!

      Das sind zwei verschiedene Währungen. Und unsere SNB ist ein Währungsrisiko eingegangen gegen den Euro von über 450 Milliarden Franken Volksvermögen. Das ist hochriskant!

      Was P.Schueffel anspricht ist, dass ein hoher Franken eine Herausforderung für die Produzenten sei, kostengünstig zu produzieren. Das mag bis zu einem gewissen Grad korrekt sein.

      Aber wir müssen wissen, dass der Franken nicht im Sinne eines verteuerten Angebots steigt (Kostenseite), sondern im Sinne einer grösseren Nachfrage nach Franken.

      Und jedermann ist froh, wenn er seine Güter teuer verkaufen kann, weil sie so stark nachgefragt werden, Genauso können wir froh sein, wenn wir den Franken teuer verkaufen können, weil dieser so stark nachgefragt wird.

      Die Mindestkurspolitik der SNB ist kontraproduktiv und brandgefährlich. Dagegen ist das Risiko der Goldreserven gerade „peanuts“.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  18. Sehr geehrter Herr Reimann,

    Sie schreiben Zitat:

    Je mehr Goldreserven wir haben, desto sicherer ist unsere Währung.

    Zitat Ende.

    Das ist falsch!

    Begründung:

    Die Sache mit dem Allheilmittel Goldstandard kann man einfach widerlegen.

    Es gab vor der Abschaffung des Selbigen auch kapitalistische Wirtschaftskrise. Somit kann die Abschaffung nicht der Grund für die Instabilität des Kapitalismus gewesen sein. Vor allem, weil die Menge der Währung in Relation zum Gold willkürlich festgelegt ist.

    Bei der Geldmengenausweitung bekäme man ein Problem. Man müsste mehr Gold fördern, oder aber das Geld/Gold Verhältnis anpassen. Der erste Punkt führt in eine Deflation. Die Menge des geförderten Goldes hält wohl kaum Schritt mit der Produktivitätswachstums. Deflation ist immer schlecht für ein Wirtschaftssystem. Die zweite Möglichkeit unterscheidet sich in meinen Aungen nicht wirklich von der heutigen Zeit. Nur das heute eine Staats- (Steuergeld-) garantie vorliegt und im Goldstandard eben Gold. Beides beruht auf Glauben.

    Hätten wir jetzt einen Goldstandard, dann könnte das Gold nicht einfach so im Preis steigen, was ja eine Abwertung des Geldes gegen das Gold ist. Die Notenbank kann dem Gold seinen Preisanstieg aber nicht einfach so mal – per Knopfdruck – untersagen, sondern sie müsste den Kredit derart knapp machen, dass Geld mindestens ebenso knapp wie das Gold wird. Diese knappe Geld war dann die Ursache der Großen Depression unter dem Goldstandard 1929 – 1932.

    Man muss/sollte die Gold- Initiative strikte unterscheiden können vom Goldstandard!

    Beste Grüsse
    Der Praktiker

  19. Die Geschichte des Papiergeldes ist eine Geschichte des Scheiterns, von der Antike bis heute.
    Gold ist Geld alles andere ist Kredit!
    ein kluger Mann schrieb einst: Wenn man sich mal vorstellt, dass ein Staat oder eine Zentralbank bestätigt, dass es sich bei dem in umlaufbefindlichen Geld um Zertifikate im Nominalwert von soundso viel handelt, dann ist das Betrug, weil dahinter kein reales Gut und keine tatsächlich erbrachte Leistung steht. Wenn Geld anstatt aus Produktion aus heisser Luft besteht (Druckerpresse oder Kredite aus dem nichts), wird nicht Produktion gegen Produktion getauscht sondern Produktion gegen Luft. Die Täuschung geht so lange, wie die Beteiligten glauben, dass hinter den Zertifikaten ein reales Gut steckt. Aber irgendeinmal wird den Leuten klar dass sie für ihre Arbeit und ihre produzierten Güter immer weniger andere Güter bekommen. Dann werden sie ihre Geldzertifikate gegen echtes Geld (Gold und Silber) eintauschen… R.Baader 2010

    Und das ist wohl auch der Grund weshalb sich die Leute, die es sich leisten können Gold kaufen.

  20. Lieber Herr Doktor Meyer

    Der Titel sollte wenn schon lauten „Die Arroganz von Daniel Breuch“. – Die SNB hat nie eine solche Argumentation gebraucht. Hier benützen Sie quasi als Vorwand Daniel Breuch, um mit der SNB vordergründig „abzurechnen“ und stellen dies gleich als Behauptung an den Anfang. Dies ist nicht fair und schade für Sie, dass Sie zu solchen Hilfs-Konstruktionen greifen müssen um eine alte Rechnung zu begleichen! Eine solche Argumentation hat nichts mit der Sache zu tun, sondern spielt nur auf Personen oder Institutionen. Schade!
    (Zu Ihrer Info: ich bin nicht von der SNB; beobachte jedoch Ihre Argumentationen im gesamten Kontext seit längerer Zeit).

    • @Züribanker

      Besten Dank.

      Gut. Ich hätte nur Herrn Breuch ansprechen können.

      Aber das Votum von Herrn Breuch widerspiegelt doch exakt das Verhalt unserer Nationalbank – seit vielen Jahren. Es besteht eine Geistesverwandtschaft zwischen Herrn Breuch und der SNB.

      Unsere Nationalbank betrachtet sich selbst doch als unfehlbar. Seit vielen Jahren schon versuche ich, die Nationalbank auf verschiedene Fehler in ihrer Geldpolitik aufmerksam zu machen. Ohne Erfolg – dabei geht es um sehr viel. Die SNB fährt unsere Wirtschaft an die Wand, weil sie nicht hören will.

      Und das „tumbe“ Volk soll dabei wortlos zuschauen. Dabei geht es doch bei der Goldinitiative. So ist diese zu verstehen. Sie ist ein Referendum zum Mindestkurs.

      Wenn Sie es nun so drehen, ich würde eine „alte Rechnung“ begleichen, so kann ich Ihnen nur das antworten, was Sie mir soeben geschrieben haben:

      Zitat:

      „Dies ist nicht fair … Eine solche Argumentation hat nichts mit der Sache zu tun, sondern spielt nur auf Personen… Schade!“

      Zitat Ende

      Und dass ich meine Stelle als Strategist bei der UBS verloren habe, weil ich es gewagt hatte, die SNB auf Fehler in ihrer Geldtheorie hinzuweisen, ist nun einmal eine Tatsache. Diese zeigt, wie gefährlich es in der Schweiz sein ist, unsere SNB zu kritisieren. Das ist einer Demokratie unwürdig.

      Dass es mir nicht um Personen geht, sondern um die Sache, kann ich Ihnen hier kurz beweisen. Ich zähle Ihnen einige Falschaussagen der SNB auf, die unsere Wirtschaft in den Abgrund reissen werden – nur weil unsere Nationalbank sich als unfehlbar gebärdet.

      1. Unsere Nationalbank behauptet. Sie könne „Geld aus dem Nichts schaffen“ und damit alle Ihre Schulden begleichen.

      Meine Kritik: Nein. Kann sie nicht. Die Behauptung „Geld aus dem Nichts“ widerspricht dem Grundsatz der Jahrtausende alten Buchhaltung. Die SNB übergeht meine Kritik.

      2. Unsere Nationalbank behauptet, sie könne durch „Schöpfung von Notenbankgeld“ ihren sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen (Referat Jordan; keine Anspielung auf die Person sondern nur auf das Referat). Nein. Kann sie nicht.

      Zahlungsmittel sind immer ein Aktivum aus Sicht des Schuldners. Notenbankgeld ist aber ein Passivum aus Sicht der SNB. Folglich kann die SNB ihre Schulden nicht mit Geldschöpfung bezahlen. Wir Steuerzahler werden dies einmal tun müssen. Die SNB übergeht meine Kritik.

      3. Der Bundesrat antwortete auf die SVP-Motion: „Verschuldung der Nationalbank“, die SNB könne nie illiquide werden in Franken, da sie die benötigte Liquidität selber schaffen könne. Nein. Notenbankgeld gehört nicht zu den liquiden Mitteln der SNB. Liquide Mittel sind immer ein Aktivum. Notenbankgeld aber ein Passivum. SNB und Bundesrat übergehen meine Kritik.

      Konklusion. Die SNB kann also sehr wohl illiquide werden. Wir Steuerzahler werden dann die SNB rekapitalisieren müssen („unbeschränkt“, d.h. bis zu dreistelligem Milliardenbetrag).

      4. Die SNB behauptet, sie würde durch eine expansive Geldpolitik die Zinsen in der Schweiz senken und damit unsere Wirtschaft ankurbeln. Nein. Tut sie nicht. Die SNB investiert nicht einmal 1 Prozent ihres Vermögens in der Schweiz. Die SNB kann die Zinsen in unserem Lande nicht beeinflussen, wenn sie hierzulande gar keine Investitionen tätigt. Die SNB reagiert auf meine Kritik aber nicht. Sie ist ja unfehlbar. Und wir, das tumbe Volk müssen der SNB einfach glauben – nur wie sie die SNB ist?

      5. Die SNB behauptet, sie könne auch mit negativem Eigenkapital operieren. Nein. Kann sie nicht. Bei negativem Eigenkapital kann die SNB ihre Schulden gegenüber den Banken nicht begleichen. Ihr Vermögen ist dann geringer als ihre Schulden. Sie kann ihre Schulden gegenüber den Banken nicht mehr begleichen.

      6. Die SNB behauptet, sie müsse bei negativem Eigenkapital ihre Bilanz nicht deponieren. Doch muss sie. Deponiert sie ihre Bilanz nicht, so müssen die kreditgebenden Banken ihre Guthaben bei der SNB entsprechend abschreiben und können Konkurs gehen. Diese müssen dann anstelle der SNB ihre Bilanzen deponieren. Es kann nicht die Aufgabe der SNB sein, dass anstelle der SNB die Banken Konkurs gehen. Die SNB will meine Kritik aber nicht wahrhaben.

      Zudem muss die SNB per Bundesverfassung genügend Eigenkapital bilden („genügend Währungsreserven“, BV Art. 99). Die SNB widerspricht also gegen die Verfassung, wenn sie behauptet, ihr Eigenkapital könne negativ werden. Aber auch das will die SNB selbstverständlich nicht hören. Sie ignoriert meine Kritik einfach.

      7. Die SNB behauptet, die Banken müssten ihre Guthaben bei der SNB im Falle von negativem Eigenkapital nicht wertberichtigen. Doch müssen sie, weil diese nicht mehr mit genügend Vermögen gedeckt sind. Auch die Banken sind zu einer korrekten Buchhaltung nach OR verpflichtet.

      8. Die SNB behauptet, die Banken hätten keinen Anspruch auf Vermögenswerte der SNB (Referat Jordan). Doch haben sie. Offenmarktpolitik funktioniert, indem die SNB den Banken Wertschriften oder Devisen übergibt, um die Geldmenge zu verringern. Entsprechen diese nicht mehr dem Wert dieser Guthaben, müssen die Banken ihre Guthaben bei der SNB wertberichtigen.

      9. Die SNB behauptet, sie könne die Geldmenge „unbeschränkt“ ausdehnen und damit Euro kaufen „ohne Limiten“ (NZZ). Nein kann sie nicht, dazu fehlt die gesetzliche Grundlage. Die Notenbankgeldmenge besteht hauptsächlich aus den Giroguthaben der Banken bei der SNB. Die Banken sind per Nationalbankgesetz dazu verpflichtet, 4 Prozent ihrer kurzfristigen Verbindlichkeiten bei der SNB zu halten, was diese mit ihren Giroguthaben tun. Die Giroguthaben der Banken betragen nun schon das 21fache der gesetzlich geforderten Menge.

      Die Banken sind per Gesetz nicht dazu verpflichtet, der SNB noch mehr Guthaben zu gewähren. Insbesondere im Falle von negativem Eigenkapital der SNB oder bei steigenden Zinsen ist es für die Geschäftsbanken riskant / unrentabel, zinslose Guthaben bei der SNB zu parkieren.

      Es besteht dann das grosse Risiko, dass sich die SNB über verzinsliche Geldmarktbuchforderungen refinanzieren muss, um „unlimitiert“ Euros zu kaufen. Das würde dann zu massiv ansteigen Zinsen in unserem Lande führen mit allen entsprechenden Konsequenzen.

      10. Die SNB suggerierte Notenbankgeld Jahrzehntelang als Aktivkredit, den sie der Wirtschaft gewähre („lender of last resort“). Siehe dazu u.a. auch das irreführende Interview von Bankenprofessor Ammann (Bankeninstitut HSG) am Schweizer Fernsehen sowie viele Tagesschau-Sendungen, Eco usw. (Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung, IP). Das ist ein Grundlagenfehler: Bei den Giroguthaben der Banken bei der SNB handelt es sich im Gegenteil um Kredite der Wirtschaft an die SNB.

      Die SNB will diese Kritik aber nicht hören. Seit 20 Jahren nicht.

      11. Die SNB behauptet, sie können den Mindestkurs bei 1.20 zum Euro durchsetzen. Könnte das die SNB, so könnte die EZB auch einen Kurs von eins zu ein durchsetzen. Die SNB will von diesem Widerspruch nichts hören. Überspeilt ihn einfach.

      12. Die SNB behauptet, die Banken hätten keinen Anspruch auf ihr Gold. Doch. Im Falle von negativem Eigenkapital der SNB kommt das Gold in die Konkursmasse der SNB. Die Banken haben dann Anspruch auf das Gold. Die SNB will das abermals nicht hören.

      Deshalb ist die Annahme der Goldinitiative so wichtig. Sie entzieht das Gold einer allfälligen Konkursmasse der SNB.

      Die SNB behauptet, die Goldinitiative weise einen „fundamentalen Fehler“ auf. Ja weshalb will sie dann die fundamentalen Fehler in ihrer Geldpolitik nicht wahrnehmen.

      Seit über 20 Jahren versuche ich, die Notenbank auf ihre fundamentalen Fehler aufmerksam zu machen. Ohne Erfolg. Die SNB betrachtet sich als unfehlbar.

      Könne Sie es mir verargen, dass ich zum Schluss komme, die SNB sei „arrogant“?

      Dabei geht es nicht um irgendwelche Bagatellen. Beim Mindestkurs und bei der Goldabstimmung geht es um nicht weniger als um die Zukunft der Schweiz.

      Noch etwas zu ihrer Person. Sie haben auch schon bei einem anderen Kommentator betont, Sie gehörten nicht zur SNB. Dieser hätte einen „Fehlschuss“ gemacht. Aber weit gefehlt hat er nicht. Qui s’excuse s’accuse.

      Ich kann Sie relativ gut eingrenzen. M.E. sind sie ein Oekonomie-Professor, der in einem sehr engen Verhältnis zur SNB steht. Sie haben hier auf IP unter anderen Pseudonymen auch schon geschrieben. Eine Hand allein reicht nicht, um diese aufzuzählen. Wahr oder nicht wahr?

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Doktor Meyer
      Besten Dank für Ihre Antwort. Ich habe Verständnis für Ihre persönliche Befindlichkeit. Trotzdem werde ich ein NEIN einwerfen, da ich der Überzeugung bin, dass diese Initiative die von Ihnen angesprochenen Probleme nicht löst, sondern neue, noch schwierigere schafft; vor allem im gefährlichen Mix GOLD + ECOPOP. Dieser Politcocktail erzeugt volkswirtschaftliche Wirkungen, die sich als negative Spirale verstärken und die Schweiz – falls gemäss den Initianten umgesetzt wird – wirtschaftlich in eine hausgemachte strukturelle schwere Rezession bringen. Aus dieser (bewusst?) erzeugten Instabilität heraus werden dann die Initianten wiederum argumentieren, der Bundesrat sei unfähig und weitere Initiativen lancieren. Dies immer ohne in die Verantwortung zu gehen. Nein: dies sind keine konstruktiven Lösungsansätze, sondern Trotzreaktionen frustrierter Nein-Sager. Es braucht andere Lösungsansätze! Und zuletzt noch dies: Ich bin ein „gestandener“ Banker alter Schule und kein Professor und schon gar kein SNB’ler. Sie können dies drehen und wenden wie Sie wollen. Da helfen auch Ihre rhetorischen Fragen nichts. Ich drücke einfach meine persönliche Befindlichkeit in Sachen volkswirtschaftlicher Verantwortung aus. Nicht mehr und nicht weniger.

    • @Züribanker

      Drei Punkte:

      Erstens
      Als Fachmann sollten Sie erkennen, dass nicht die Goldinitiative, sondern der Mindestkurs die grosse Gefahr ist.

      Zweitens
      Sie schreiben nur wirtschaftspolitische Plattitüden. Sie gehen mit keinem Wort auf die fundamentalen Irrtümer der SNB ein.

      Drittens
      Sie legen grossen Wert darauf, festzuhalten, wer Sie nicht sind. Warum legen Sie dann nicht offen, wer Sie sind?

      mfG

      Marc

  21. Die Arroganz der SNB

    @Daniel Breuch

    Ihre Argumentation empfinde ich als unglaublich arrogant. Ich denke, ich bin im falschen Film.

    Sie schreiben u.a.:

    „Obwohl ihr jeden Tag fleissig Geldscheine gegen Ware tauscht habt ihr überhaupt keine Ahnung weshalb das alles funktioniert…

    Es fehlt euch eklatant an dem notwenigen Basiswissen, welches jedoch unerlässlich ist um eine entsprechende Abwägung dieser Frage vorzunehmen…

    Aufgrund eurer mangelnden Kenntnis ist es euch überhaupt nicht möglich die im Raum stehenden Argumente sinnvoll abzuwägen…

    Es ist euch überhaupt gar nicht möglich, mit eurer unzureichenden „geldpolitischen Bildung“, bzgl. dieser sehr schwierigen Fragestellung auch nur annähernd zu einem ausgewogenen und sinnvollen Ergebnis zu kommen…

    Aus diesem Grund ist es überaus verantwortungslos euch überhaupt darüber abstimmen zu lassen,..

    Am Ende werden alle die Rechnung eines solch verantwortungslosen Verhaltens bezahlen dürfen. Nun gut, die Reichen glücklicherweise weniger als der normale Bürger.“

    Ihre Argumentation passt zur Arroganz unserer Nationalbank.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

  22. In der Bilanz der SNB ist Gold die absolut einzige Anlage, die weder Konkurs gehen bzw. wertlos werden kann, noch hat Gold ein Gegenparteirisiko – vorausgesetzt das ganze Gold wird in die Schweiz geholt und hier physisch gelagert. Alle anderen Anlagen haben eben ein Gegenparteirisiko und können wertlos werden bzw. Konkurs gehen!
    Bei den überbordenden Staatsschulden kann ja auch niemand garantieren, dass diese jemals zurückgezahlt werden. Und wer weiss, vielleicht wird plötzlich beschlossen, dass die Staatsschulden, die in Form von Staatsanleihen in den Bilanzen der verschiedenen Notenbanken liegen, gestrichen werden. Abwegig? Überhaupt nicht – von dieser Idee habe ich schon mehrfach gehört! Oder die SNB muss mindestens an einem zukünftigen Schuldenschnitt partizipieren – würde auch zu enormen Verlusten führen. Auch das plausibel! Das kann man alles unter dem von Ihnen auch erwähnten „erpressbar werden“ subsummieren.

  23. Gold ist Geld!
    Die Goldmenge ist endlich, kann also nicht beliebig erweitert werden und diente daher schon seit Jahrtausenden als Wertaufbewahrungsmittel.

    Das FIAT-Geld besitzt nur so viel Wert, wie die Bevölkerung Vertrauen in den Staat, der dieses FIAT-Geld druckt, hat.

    Die SNB hat in den letzten drei Jahren ihre Bilanzsumme vervierfacht. Es gab nie ein Ausstiegsszenario, aus der Franken-Euro Untergrenze. Damit haben wir den Franken an den Euro gekoppelt und leiden somit unter allen negativen Faktoren, die der Euro in Zukunft noch haben wird.

    Und das um Export und Tourismus zu Subventionieren. Wer Subventionen erhält, hat keinen Grund seine Produkte bez. seine Dienstleitung zu optimieren. Subventionen machen also Fett und Impotent. So hat z.b. Tourismus kein Grund sich stärker auf die Touristen aus den aufstrebenden Asiatischen Länder zu fokusieren.

    D

  24. Und noch was: All unser Gold in der Schweiz statt im unsicheren Ausland lagern! Nicht länger unser Gold zu Schleuderpreisen verkaufen. Denn damit haben wir unser Land bereits um 65 Mrd. Fr. ärmer gemacht. Und drittens: Nicht all unser Volksvermögen für windige Eurospekulationen verschwenden! Wer das will, sagt Ja zur Volksinitiative „Rettet unser Schweizer Gold“.

  25. Ich unterstütze die Initiative, weil ich nicht länger manipuliert werden will! Gold kann im Gegensatz zu Papier nicht beliebig reproduziert werden, darum ist es stabiler und wertbeständiger!
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    Wenn einer gleicher ist als die andern: Pokern wird zwar gemeinhin als Glücksspiel angesehen, doch glaubt man Experten, ist der Erfolg durchaus auch Resultat von Geschicklichkeit und Können. Zwar können günstige Karten zu Erfolgen führen, durch Bluffen lässt sich jedoch auch eine schlechte Hand in einen Sieg ummünzen. Im Spiel an den Märkten sitzt derzeit allerdings ein Spieler am Tisch, der vollkommen andere Möglichkeiten hat den Spielverlauf zu bestimmen. Denn Zentralbanken und Politik können im Alleingang die Karten aller anderen sehen, die Regeln verändern oder sogar beliebig viele Karten ziehen – sprich Gelddrucken. Für die Mitspieler am Tisch wird das Pokern dadurch deutlich komplizierter. Denn wer weiß heute schon sicher, ob die guten Karten von heute die guten Karten von morgen sind? Selbst ein ausgewiesener Profi kann mit seiner Erfahrung wenig punkten, auch er ist auf das Wohlwollen des „Gottspielers“ angewiesen. Roland Baader hatte diesen Ausdruck einst geprägt, dabei jedoch immer darauf hingewiesen, dass auch für diese Akteure am Ende des Tages die Naturgesetzte der Ökonomie gelten würden.

  26. Gratulation zum überzeugenden und kompetenten Artikel! Die Goldinitiative will physisches Gold erwerben, welches in der aktuellen Schuldenkrise den grössten Schutz vor einem Währungszusammenbruch bietet. Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die Schuldenberge so hoch und noch nie wurden Trilliarden von neuem Papiergeld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt….es ist das grösste Experiment, welches die Geschichte des Papiergeldes je gesehen hat. Selbst Allan Greenspan hat in einem Interview von Ende Oktober gesagt, dass wir nicht in die nächste Krise laufen sondern die aktuelle Situation nur zu Chaos führen wird. Aus diesem Grund ist der uns vorgeworfene Punkt der Unverkäuflichkeit des Goldes nicht nachvollziehbar und falsch. Denn das Gold kann jederzeit mittels einem Volksentscheid verkauft werden, der Initiativetext schützt lediglich davor, dass die SNB und die Class Politik alleine den Verkauf stillschweigend umsetzten kann. Im weiteren wäre ein Verkauf in einer Krise nicht sinnvoll, da zumindest der Schweizer Franken mit 20% physischem Gold gedeckt ist und genau aus diesem Grund als Zahlungsmittel breite Akzeptanz findet. Darum kaufen wir Gold und setzten nicht alle Karten auf Papiergeld!

  27. Die Befürworter der Initiative haben ganz
    offensichtlich eine grundlegende Fehlvorstellung bzgl. des Stellenwerts von Gold in der (Finanz)Welt. Für den „einfachen“ Mann mag Gold ja etwas intressantes sein. Weil er es sich unter Umständen auch nciht leisten kann.

    Der Rest der Welt hat sich mittlerweile weitesgehend vom Gold entkoppelt. Wir leben schliesslich auch nicht mehr im Mittelalter.
    Obwohl ihr jeden Tag fleissig Geldscheine gegen Ware tauscht habt ihr überhaupt keine Ahnung weshalb das alles funktioniert.

    Darf man der SRF Umfrage glauben schenken wird die Initiative allerdings ohnehin abgelehnt.

    So bleibt der Befürwortern nur noch eines:
    Kauft das Gold bitte von eurem eigenen Geld und werdet damit glücklich ;-)) Viel Erfolg damit…

    Offensichtlich lässt sich die Mehrheit der Schweizer nicht so leicht von Stammtischparolen beeindrucken wie so mancher Redakteur oder Leser hier auf dieser Seite.

    http://www.srf.ch/news/schweiz/abstimmungen/abstimmungen/gold-initiative/ende-der-spekulationen-um-die-gold-initiative

  28. @Lukas Reimann

    Ihre Zitate:

    1. „Dabei wollen wir lediglich den bewährten Zustand von 1999 – welcher der Schweiz Stabilität, Sicherheit und Unabhängigkeit gebracht hat – wiederherstellen mit massvollen 20% statt wie damals 40% Goldanteil.“

    2. „Die Forderung der Gold-Initiative, den Goldanteil der Devisenreserven auf 20% zu heben, ist also keinesfalls überzogen.“


    Der Wortlaut der Initiative:

    Art. 99a (neu) Absatz 3: Die Schweizerische Nationalbank hat ihre Aktiven zu einem wesentlichen Teil in Gold zu halten. Der Goldanteil darf zwanzig Prozent nicht unterschreiten.


    Die Bundesverfassung, welche bis 1999 gültig war, lautete folgendermassen:

    Art. 39 Abs. 7
    Die ausgegebenen Banknoten müssen durch Gold und kurzfristige Guthaben gedeckt sein.

    Art. 39 Abs. 8
    Die Bundesgesetzgebung bestimmt das Nähere über die Ausführung dieses Artikels.


    Botschaft zu einem Bundesgesetz über die Währung
    und die Zahlungsmittel (WZG) vom 26.05.1999

    „Mit der Änderung des Nationalbankgesetzes vom 20. Juni 1997 wurden die Anrechenbarkeit kurzfristiger Guthaben an den modifizierten Geschäftskreis angepasst und die Mindestgolddeckung von 40 auf 25 Prozent herabgesetzt: Botschaft über die Revision des Nationalbankgesetzes vom 17. März 1997, BBl 1997
    II 998 ff.“


    Ihr Zitat 1 ist vierfach falsch.

    Es ist erstens in eklatanter Weise falsch, weil die Golddeckung vor 1999 als Prozentsatz des Notenumlaufs definiert war, und nicht als Prozentsatz des Totals der Aktiven. (Die Golddeckung gemäss Definition vor 1999 betrug in der Bilanz der Nationalbank per 30.09.2014 übrigens 61,8%.)

    Es ist zweitens falsch, weil Sie mit Verankerung Ihres Goldartikels in der Bundesverfassung nicht den Zustand von 1999 wiederherstellen, welcher auf Stufe Bundesverfassung keinen Prozentsatz festgehalten hat, sondern diesen als Ausführungsbestimmung auf Gesetzesstufe delegiert hat.

    Es ist drittens falsch, weil 1999 nicht mehr 40%, sondern nach einer Gesetzesänderung im Jahr 1997 nur mehr 25% Golddeckung verlangt waren.

    Und es ist viertens falsch, weil nicht Gold allein, sondern auch kurfristige Guthaben (Anmerkung: in USD und andern Fremdwährungen) zur Deckung herangezogen werden durften.


    Ihr Zitat 2 ist ebenfalls falsch und zudem in Widerspruch zu Zitat 1:

    Hier sprechen Sie von einem Goldanteil von 20% der Devisenreserven. Devisenreserven und Aktiven sind aber nicht dasselbe.


    Lieber Herr Reimann

    Sie haben gem. eigenen Angaben einen Abschluss des Studiums der Rechtswissenschaften als Jurist BLaw (Bachelor of Law) mit magna cum laude der Fernuniversität Schweiz.

    Sie können es besser, oder? Sie sind doch an der Universität mit derart schludrigen Argumentationen nicht durchgekommen? Und es kann auch nicht sein, dass Sie Ihre Initiative selbst nicht verstehen? Falls doch… wären Sie ja der profanen Lüge überführt! Was solls, werden Sie sagen, Kernkompetenz eines Politikers.

    Ich glaube nicht, dass Sie den Mut haben, hier Stellung zu nehmen. Aber ich lasse mich gerne positiv überraschen. Es gäbe einiges zu berichtigen.

    Liebe Grüsse
    Daniel

  29. Dieser Artikel schafft für Unentschlossene wie mich Klarheit. Auch wenn ich nicht alles an der Initiative perfekt finde, ist mir nun klar, dass sie umsetzbar ist und positive Effekte auf die Schweiz haben wird: Die Realwirtschaft wird dies positiv bewerten, denn damit gilt die Schweiz als noch sicherer und berechenbarerer «Hafen». Auf das Klagelied aus der eh angeschlagenen Finanzwirtschaft mit ihrem grossen Vertrauensdefizit sollten die Bürger nicht (mehr) hören!

  30. An alle Goldgläubigen und Papierlosen:

    Eine Banknote ist ein Inhaberpapier und verkörpert als Urkunde ein Recht. Dieses Recht besteht darin, dass ich damit einen Teil der volkswirtschaftlichen Wertschöpfung – dem Bruottosozialprodukt – erwerben kann. Eine Banknote ist nicht ein Stück Zeitungspapier wie die Goldgläubigen dies plakativ verstellen. Auch eine Aktie ist nur ein Papier, aber verkörpert Eigentumsanteile an einem Unternehmen. Übrigens: Goldzertifikate und Goldoptionen sind in den seltensten Fällen zu 100% physisch unterlegt. In Hedge Funds und ETF‘s finden sich auch nur papiererne Anweisungen auf Gold. Weltweit sind Goldzertikate, Gold-ETF’s , Goldoptionen auch nur Papier und nur zu einem Bruchteil in physischem Gold hinterlegt. Verhindern wir also, dass die nächste Finanzkrise durch die Goldblase verursacht wird, bei so viel nicht unterlegtem Papiergold!! Und zuletzt noch dies an alle Goldgläubigen: Gold wird international in US-Dollar notiert. Wenn ich also physisch Gold kaufen oder verkaufen will, so ist damit immer ein Geldgeschäft verbunden. Fazit: mit Goldaufbau können Sie weder eine Finanzkrise verhindern, noch lösen. Im Falle der Umsetzung der Goldinitiative sind wir zusätzlich mit einer internen Wirtschaftskrise mit Arbeitslosigkeit in den exportorientierten KMU konfrontiert. Ob die Geldinitianten, die heute noch aus der Komfort-Zone heraus argumentieren, dannzumal die Verantwortung für die Destabilisierung der Schweizer Wirtschaft übernehmen können?

  31. @Lukas Reimann

    Sehr guter Text. Danke.

    Zur Ergänzung noch der m.E. heutzutage wichtigste Punkt:

    Bei Annahme der Goldinitiative wäre das Gold auch sicher vor dem Zugriff der Banken.

    Das Gold ist dann vom Eigenkapital der SNB abzuziehen. Bzw. das Eigenkapital der SNB vermindert sich um den Betrag des Goldes.

    Zur Erinnerung: Sollte der Euro die Marke von 1.20 nach unten durchbrechen, drohen der SNB gewaltige Verluste. Das Eigenkapital der SNB kann dann schnell in den negativen Bereich fallen.

    In diesem Fall muss die SNB ihre Bilanz deponieren. Das Gold ist dann in der Konkursmasse der SNB. D

    eponiert die SNB ihre Bilanz nicht, so müssen die Banken ihre Giroguthaben bei der SNB entsprechend abschreiben und können selber Konkurs gehen.

    Die Banken gehen dann Konkurs anstelle der SNB.

    Bei Annahme der Goldinitiative wird das Gold jedoch aus einer allfälligen Konkursmasse der SNB ausgegliedert.

    Deshalb: Unbedingt Annahme der Goldinitiative!

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Doktor,

      vielen Dank für Ihre phantastische Darlegung ihrer goldenen Zukunft. Ich bin sicher, dass nach einem Bankrott der Banken und/oder der SNB Gold ein wahrer Segen für uns alle sein wird… hahaha…

      Vielleicht erlauben sie mir einen kurzen Hinweis. Sollte das Bankensystem kollabieren, können Sie trotz akademischen Grads als Erntehelfer arbeiten und “ Danziger Goldwasser“ trinken.

      Schreiben Sie hauptberuflich für ein Satiremagazin?

    • @Daniel Breuch

      Leider kein fachliches Argument dabei, auf das ich konkret eingehen könnte.

      Sie haben Scheuklappen an wie unsere Nationalbank.

      Einfach mal blind drauflos frei nach dem Motto: „Nach mir die Sintflut.“ Egal wenn hunderte Milliarden bachab gehen.

      Sie haben offenbar Geld wie Heu, um damit Steuern zu bezahlen, um die SNB zu rekapitalisieren.

      Wer denn, lieber Herr Breuch, bezahlt dann die Verluste der SNB? Die Heinzelmännchen? Nein – Sie und ich und wir alle Steuerzahler.

      Wenn das nicht gelingt, dann gibt es Bankenkonkurse, wenn die SNB nicht schleunigst aussteigt aus ihrem Devisenabenteuer.

      Oder glauben Sie an das Märchen, dass unsere Nationalbank „Geld aus dem Nichts schaffen kann“?

      Oder glauben Sie tatsächlich, dass unsere Nationalbank die Devisenmärkte weltweit kontrollieren kann. Der Euro kann allein schon wegen den „crossrates“ fallen – aber wahrscheinlich wissen Sie nicht einmal, was das ist.

      Sie sind ein Phantast – wie unserer SNB-Direktoren und SNB-Professoren.

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

  32. Schon immer wollten Politiker die eigene Nationalbank kontrollieren, beherrschen, beeinflussen. Keine Ahnung wieso, aber irgendwie träumen alle Politiker vom eigenen Geld. Dabei wissen alle, das wichtigste Gut eines demokratischen Landes ist die Unabhängigkeit der Zentralbank. Ohne diese Unabhängigkeit wirds gefährlich für die Wirtschaft

  33. An alle Goldgläubigen:

    Klarstellung
    1.) Die SNB verfügt weltweit über den grössten Anteil Gold/pro Einwohner.
    Goldbestand pro Einwohner in Gramm
    Schweiz: 127 Gramm/Einwohner
    Deutschland: 41 Gramm/Einwohner
    Niederlande: 36 Gramm/Einwohner
    USA 25 Gramm/Einwohner
    (China und Russland mit verschwindend kleinen Anteilen pro Einwohner)

    2.) Gold schützt vor Verschuldung und Inflation nicht: Jene Länder mit den grössten Goldreserven in % aller Reserven haben trotzdem hohe Schulden und Inflation:
    Goldreserven in % aller Reserven
    Portugal: 78.6%
    USA: 76.6%
    Venezuela: 69.5%
    Griechenland: 96.4%
    Italien: 65.9%
    Schweiz: 7.7%
    Schweden: 7.5%
    Kuwait: 8.5%

    Quelle: World Gold Council.
    http://www.gold.org/research/latest-world-official-gold-reserves

    • @ Goldmärchen

      Ihnen muss ich heute im Blog wohl hinterher rennen :-))

      Euros schützen noch viel weniger vor Verschuldung und Inflation ! Zumal die SNB dafür mutwillig den Franken schwächt.

      Bei der Goldinitiative geht es im Kern um eine erzwungene, profitablere Asset allocation zu Gunsten des Volkes. Darin hat die SNB 2x voll versagt:

      Gold hatte sie damals zum Tiefstkurs verkauft und Euros seit drei Jahren zum Höchstkurs erworben; und an beiden Fehlstrategien will sie festhalten. Teile des Volkes haben schlicht genug davon.

      Der Goldpreis wird zwar noch sinken, aber spätestens ab Q1 2016 dürfte er für mindestens eine Dekade steigen.

      Während der Euro dann sein Zeitliches segnen dürfte. Weil der bereits 22 Krisengipfel hinter sich hat. Weil er eine Fehlkonstruktion ist:
      Weil die EU anstelle einer zentralen Währungsreserve (wie beim USD mit den USTreasuries) EU-Staatsanleihen zur Bankreserve definiert hat. Wovon in den letzten 10 Jahren in GR, Portugal, Spanien, Italien, usw. leider viel zu viele gedruckt und davon bereits viele zu viele ausgefallen sind. Weswegen das EU-Bankenwesen auch immer noch technisch bankrott ist, schaut man einmal hinter all die Bilanzschleier.

      Und für die Verluste, die die SNB mit ihren Euros im Bestand uns bereits eingebrockt hat, kann der Goldpreis noch ordentlich sinken. Zumal die Käufe eh zeitlich gestreckt werden.

  34. Widersprüche ?
    In ihrem Kommentar hat es gleich die meisten Widersprüche.

    1. Widerspruch Nr. 1: Gold-Anteil im internationalen Vergleich.
    Gemäss allen sinnvollen Indikatoren ertrinkt die SNB beinahe in ihrem Gold. Sie holen sich die Zahlen, die Ihnen passen. In der Goldinitiative ist von 20% der Bilanz die Rede; sogar mit der aufgeblähten Bilanz hat die Schweiz hier noch einen hohen Anteil.

    Widerspruch Nr.2: Inflation vs. Deflation.
    Die Goldinitiative erschwert Geldpolitik und damit die Preisstabilität. Das bedeutet mehr Inflation und mehr Deflation, je nach Wirtschaftslage.

    Widerspruch Nr.3: Unverkäuflichkeit vs. leichte Verkäuflichkeit im Ausland.
    Goldreserven, über die eine Zentralbank nicht rasch und ohne Volksabstimmung verfügen kann sind vollkommen nutzlos (und sogar gefährlich), es sei denn sie werden zur Gelddeckung verwendet, was aber mit der Initiative nicht der Fall ist. Das Notenbankgeld ist z.B. zu über 50% gedeckt.

    Widerspruch Nr.4: Goldpreis-Anstieg vs. Goldkäufe. Russland und China kaufen kein Gold, sie schürfen es (China: 400t pro Jahr). Ansonsten kauft vielleicht noch Indien, und irgendwann haben alle die dann fast soviel Gold wie wir heute (pro Kopf od. pro BIP).

    Widerspruch Nr. 5 (Kernproblem dieser bizarren Initiative): Stabiler Euro-Franken-Kurs vs. Ende der 1.20-Untergrenze vom Franken zum Euro. Kurzfristig würde sich nicht viel ändern, aber was wenn der Goldanteil auf 40 od. 60% steigt? Richtig ist auch, dass der Mindestkurs 2011 mit Goldinitiative nicht möglich gewesen wäre. Wir wären ganze Exportzweige losgeworden, die hochgradig wettbewerbsfähig sind, nur wegen Devisenspekulationen.
    Das Argument des Verkaufs von Devisen zur Erreichung der 20% ist speziell unverständlich: das wäre das unmittelbare Ende des Mindestkurses. Die SNB müsste innert kurzer Zeit anfangen Devisen zu verkaufen, die Frist von 5 Jahren reicht da nirgends hin.

    Widerspruch Nr. 6: Unabhängigkeit der Nationalbank.
    Es stimmt, die Unabhänigkeit der SNB wäre immer noch gegeben, sie wäre nur nicht mehr handlungsfähig.

    Widerspruch Nr. 7: Gold-Anteil ist kein Klumpenrisiko.
    20% ginge noch, aber mit der Initiative würde der Anteil auf 40,60 oder gar fast 100% steigen, die Bilanz könnte auch nicht mehr unter den Goldanteil verkürzt werden. Wenn das kein Klumpenrisiko ist.

    Das Niveau der Argumentation ist erschreckend tief. Besonders schlimm ist, dass auf diesem Blog sonst viel interessantes zu lesen ist, auch echte Argumente. Hoffentlich kommen alle nach dem 30.11 wieder zu etwas mehr Vernunft.

  35. Sehr gut geschrieben, Herr Reimann, Gratulation!

    Es will mir nicht in den Kopf, dass man gegen die Goldinitiative sein kann. Hätte man das Volk vor dem 6. September 2011 (als die SNB die Untergrenze einführte) gefragt:

    1. Wollt ihr den Euro mit 200 Milliarden Franken unterstützen (und den Franken um 20% schwächen)?

    2. Wollt ihr unseren Goldbestand gemessen an den Devisenreserven von 40% auf unter 10% senken?

    Die Antwort wäre klar gewesen! Niemand hätte das gewollt! Und doch hat es die SNB einfach gemacht, mit höchst fragwürdigen Argumenten.

    Mag ja sein, dass es richtig war, den Franken kurzfristig zu schwächen, um die Exportwirtschaft zu stützen. Nur hat die SNB den Zeitpunkt verpasst, wieder auszusteigen. Sie hätte den Frankenkurs schrittweise wieder dem Markt überlassen sollen, als der EUR gegenüber dem Dollar stark war. Jetzt haben wir den Salat.

  36. Danke für diesen ausgezeichneten Artikel! Sackstark, alles ist gesagt! Und der Artikel ist auf der Website – hoch erfreulich. Dieser Artikel ist so gut, dass man ihn als Flugblatt in der Schweiz verteilen sollte.
    Ich war lange unentschlossen – doch jetzt ist mir klar: Es gibt nur ein JA zur Gold-Initiative!

  37. An alle Goldgläubigen:
    Für die Stabilität des Schweizer Frankens hat Gold keinen Einfluss. Die Stabilität einer Währung hängt nicht vom Stoffwert der Währung ab, sondern davon ab, wieviel ich dafür kaufen kann (=Kaufkraft) . Die Stabilität der Währung eines Landes hängt m.a. W. von der Wertschöpfung ab, welche sich im Bruttoinlandprodukt (BIP) wiederspiegelt.
    Argumente gegen weitere Goldkäufe:
    1)Während der Zeit der sog. „Golddeckung“ hatte die Schweiz z.B. die höchste Inflationsrate.
    2)Obwohl viele Zentral-Banken in Entwicklungsländern hohe Goldreserven halten, ist die Währung in diesen Ländern instabil und mit hohem Wertzerfall (=Inflation) verbunden.
    3)Der Wert und die Stabilität einer Währung hängen ab vom zugrundeliegenden Wirtschaftspotential und der politischen Stabilität einer Volkswirtschaft; mit Gold hat dies nichts zu tun.
    4)Der erzwungene Zukauf von Gold schränkt den Spielraum der SNB so ein, dass eine dem Gesamtinteresse dienende Geld- und Währungspolitik nicht mehr möglich ist.
    5)Die Initianten der Goldinitiative wollen das Finanzsystem der Schweiz bewusst destabilisieren, damit dadurch die Mindestkurspolitik gegenüber dem Euro ausgehebelt wird.
    6)Dies führt – vor allem in den exportorientierten KMU’s – zu Absatzrückgang und Arbeitslosigkeit.
    7)Fazit: Die Goldinitiative löst kein Problem, sondern schafft neue – gravierendere – volkswirtschaftliche Probleme

    • Wie ich Ihrem Kommentar entnehmen kann, sehen Sie Gold nicht als dass was es ist…es war stehts die Basis für jegliches Papiergeldsystem und hat damit den Verwender vor einem totalitären Staat geschützt, der in einem reinen Papiergeld jederzeit die Eigentumsrechte seiner „Untergebenen“ weg-inflationieren oder weg-deflationieren kann.

      Da Sie grosses Vertrauen in Papiergeld und damit in die Zentralplanner setzten, sende ich Ihnen ein kurzes Video von Alan Greenspan, aufgenommem am 18.10.2014 im CFR. Viel Spass und ich hoffe Sie verstehen somit die Sichtweise derjeniger etwas besser die nach wie vor der Meinung sind, dass Papier stets auf seinen inneren Wert zurückkehrt…0.00 CHF BG Clauido Grass

      http://www.youtube.com/watch?v=Oz4-Tru_30A

    • Hallo Goldmärchen,

      Ich stimme Ihrem Beitrag zu.

      Mit Stammtisch- und Latrinenparolen wird hier denjenigen, welchen schlicht und ergreifend das notwenige Wissen fehlt, erklärt, sie wären geeignet sich qualifiziert hierzu zu äussern.

      Liebe Befürworter, „get the basics right“!

      Es fehlt euch eklatant an dem notwenigen Basiswissen, welches jedoch unerlässlich ist um eine entsprechende Abwägung dieser Frage vorzunehmen. Ihr geht den Weg des geringsten Widerstands, da ihr nicht bereit seid euch ausreichend mit den theoretischen volkswirtschaftlichen Grundlagen und Themen wie Geldpolitik, Geldschöpfung, Geldmenge etc. zu beschäftigen. Aufgrund eurer mangelnden Kenntnis ist es euch überhaupt nicht möglich die im Raum stehenden Argumente sinnvoll abzuwägen. Dennoch erlaubt ihr euch, als wäre jeder einzelne von euch ein Zentralbanker mit jahrzehntelanger Erfahrung, in kürzester Zeit ein absolutes Urteil zu fällen. Damit tut ihr vor allem euch selbst keinen Gefallen.

      Es ist euch überhaupt gar nicht möglich, mit eurer unzureichenden „geldpolitischen Bildung“, bzgl. dieser sehr schwierigen Fragestellung auch nur annähernd zu einem ausgewogenen und sinnvollen Ergebnis zu kommen. Jedenfalls nicht ohne tief in die Materie einzutauchen.

      Aus diesem Grund ist es überaus verantwortungslos euch überhaupt darüber abstimmen zu lassen, da die Verantwortlichen hier mehr von jedem Schweizer verlangen als er bei einem solchen komplexen Thema leisten kann.

      Am Ende werden alle die Rechnung eines solch verantwortungslosen Verhaltens bezahlen dürfen.
      Nun gut, die Reichen glücklicherweise weniger als der normale Bürger. Das sollte euch auch zu denken geben. Denn ihr grabt möglichweise euer eigenes Grab.

    • Hallo Claudio

      Danke für den Link zum Greenspan Video. Ich sympathisiere sehr mit der Initiative, bloss die Unverkäuflichkeit erachte ich als Risiko.
      Wie siehst du das?
      Ich denke, sollten sich die Initianten danach auf einen gleitenden Durchschnitt von 20% über 3, 5 oder 7 Jahre (was ja einem Zyklus entspricht) einigen, wäre selbst dieses Argument entkräftet und die SNB hätte genügend Freiraum.

    • @ Goldmärchen

      Korrekt, Ihre Nr. 3) Und ebenso Ihre Nummer 4), erster Halbsatz – genau darum geht es ja: Es geht um eine erzwungene, profitablere Asset allocation zu Gunsten des Volkes. Darin hat die SNB 2x voll versagt.

      Denn wenn Sie in Ihren Argumenten 1) 2) 4) 5) und 7) das Wort “Gold” durch “Euro ersetzen, würde ich Ihnen sogar in allen Punkten recht geben.
      Und 6) ist reine Propaganda. Darunter leidet das Volk bereits seit 3 Jahren. Rob hat das weiter oben im Kommentarteil schön formuliert.

  38. Herr Hässig, es wäre lässig, wenn hier im Forum keine Wahlpropaganda von Parteibüchli-Vertretern gemacht werden dürfte. Egal aus welcher Partei übrigens. Die ARENA im SRF ist bereits dermassen miserabel in der Teilnehmer-Zusammensetzung, dass dieses Format ohne Zwangsgebühren im TV-Markt nie bestehen würde.
    FAZIT: Bitte eine Empfehlung nachreichen von einem NEUTRALEN ECHTEN Goldexperten (ohni Boni – Initiativefrei) von irgendwo. Danke.

    • Hallo Osci,

      Die Goldinitiative will physisches Gold erwerben, welches in der aktuellen Schuldenkrise den grössten Schutz vor einem Währungszusammenbruch bietet. Noch nie in der Geschichte der Menschheit waren die Schuldenberge so hoch und noch nie wurden Trilliarden von neuem Papiergeld in den Wirtschaftskreislauf gepumpt….es ist das grösste Experiment, welches die Geschichte des Papiergeldes je gesehen hat. Dies ist auch der Grund warum selbst Allan Greenspan nicht von möglicher Krise sondern von Chaos spricht. Selbst Dragi hat sich letztes Jahr geäussert, dass Gold als Hedge gegen Systemkrisen bei Zentralbanken gehalten wird und vergangene Verkäufe von Zentralbanken nicht als sehr Weise befunden wurden.

      In Bezug auf Unverkäuflichkeit des Goldes kann man folgendes sagen. Zum Glück leben wir ja in einer direkten Demokratie und (noch) nicht im Absolutismus… Das bedeutet, dasss das Gold jederzeit mittels einem Volksentscheid verkauft werden kann, der Initiativetext schützt lediglich davor, dass die SNB und die Class Politik alleine den Verkauf stillschweigend umsetzten können wie damals in den 90zigern. Im weiteren wäre ein Verkauf in einer Krise nicht sinnvoll, da zumindest der Schweizer Franken mit mindestens 20% physischem Gold gedeckt ist und genau aus diesem Grund als Zahlungsmittel breite Akzeptanz findet. Darum kaufen wir Gold und setzten nicht alle Karten auf Papiergeld!

  39. Es ist schon spannend, dass Wirtschaftsredaktoren so weltfremd sind. Ein gewichtiges Argument fehlt völlig! Die Bilanz der Nationalbank ist aufgebläht weil sie die Euro Untergrenze verteidigt. Dies macht sie nicht aus Spass sondern um unsere KMU Landschaft zu unterstützen. Müsste man jetzt von dieser nur zeitweise aufgeblähten Bilanz 20% in Gold halten, verliert die NB die Möglichkeit, ihre Bilanz wieder zu zurückzufahren. Ich bin der festen Ueberzeugung, dass eine Diversifikation in Aktien und Obligationen deutlich besser ist als in ein Klumpenrisiko Gold, dass zu Zeit nur eine Richtung kennt. Deshalb NEIN zur übetrieben formulierten Goldinitiative.

  40. Der grosse Voltaire formulierte einmal treffend: „Papiergeld zieht sich immer auf seinen inneren Wert – nämlich null – zurück.“ Eine weitere Binsenweisheit formulierte kein anderer als Adam Smith: „Das Problem mit Papiergeld ist, dass es die Minderheit, die mit Geld umgehen kann, belohnt und die Generation, die gearbeitet hat und gespart hat, zum Narren hält.“
    Nutznießer sind die Staaten, die sich immer weiter verschulden können. Der heutige Wohlfahrtstaat wäre ohne Papiergeld kaum vorstellbar. Kriege sowieso nicht! Dies erklärt auch, warum eine „unheilige“ Allianz von Finanz- und Sozialpolitikern sowie Zentralbankern einem Goldstandard so feindselig gegenübersteht. Nur eine große Vertrauenskrise des Papiergeldes vermag daran etwas ändern. Die Zutaten dafür sind allerdings mit der unglaublichen Aufblähung aller Papiergeldwerte in den letzten drei Jahrzehnten vorhanden. Wir haben es heute mit einer beispiellosen Papiergeldillusion, ja einem monetären Potemkinschen Dorf zu tun. Wenn die Massen dies erkennen, wird für die Gegner des Goldstandards eine schwere Zeit anbrechen. JA zur Gold-Initiative!