Unseriöser Schenkkreis SNB

Die SNB weist eine Eigenkapitalrendite von unglaublichen 80 Prozent aus – in einer Zeit, in der die Zinsen gegen null tendieren. Bei solchen Renditen ist höchste Vorsicht geboten. Wie ist das möglich? Zentral ist der Mindestkurs. Kraft ihrer Autorität als Notenbank und mit der Kaufkraft ihrer Steuerzahler im Rücken kann die SNB auf ihren Euro-Positionen keine Verluste erleiden – nur Gewinne. Eine perfekte Geldmaschine. (…)

Die SNB weist eine Eigenkapitalrendite von unglaublichen 80 Prozent aus – in einer Zeit, in der die Zinsen gegen null tendieren. Bei solchen Renditen ist höchste Vorsicht geboten. Wie ist das möglich?

Zentral ist der Mindestkurs. Kraft ihrer Autorität als Notenbank und mit der Kaufkraft ihrer Steuerzahler im Rücken kann die SNB auf ihren Euro-Positionen keine Verluste erleiden – nur Gewinne.

Die SNB kann auf ihren Auslandinvestitionen wohl eine höhere Rendite erwirtschaften als in der Schweiz, aber sie kann darauf keine Verluste erleiden, weil ja der Mindestkurs eingeführt wurde. Das scheint ein Super-Patent zu sein: eine perfekte Geldmaschine.

Dieses „Erfolgsmodell“ unserer Nationalbank trägt die Handschrift von Phillip Hildebrand, dem früheren SNB-Präsidenten. Dieser schlug 1996 in der Finanz und Wirtschaft vor, die SNB solle sich in Franken günstig verschulden und hochverzinslich  im Ausland anlegen, um den SNB-Gewinn zu maximieren.

Diese Gewinnmaximierung war denn auch der Beginn des heutigen Dilemmas, in dem die SNB steckt und in das sie immer tiefer hineingerät und nicht mehr hinausfindet.

Kaum im Amt, realisierte Hildebrand sein Model. Die erste Tranche von rund 200 Milliarden Euro wurde bei über 1.40 eingekauft, was gewaltige Verluste bescherte. Panikartig wurde der Mindestkurs eingeführt bei 1.20. War damit die ultimative Geldmaschine erfunden?

Mitnichten. Ähnlich einem Schenkkreis funktioniert dieses Modell nur, solange Neugeld zufliesst. Würde der Neugeld-Zufluss stoppen, käme es unweigerlich zu Verlusten. Deshalb hat sich die SNB-Bilanz seit Hildebrand verfünffacht. Mit immer neuen Euro-Käufen muss der Euro stabilisiert werden.

Es scheint, dass die SNB bereits 2 Milliarden Franken pro Tag Schulden macht, und damit Euro kauft, um keine Verluste zu erleiden.

Wenn eine Zentralbank auf dem Buckel ihrer Steuerzahler Kredit aufnimmt und kontinuierlich Aktien an einem ausländischen Aktienmarkt kauft, so ist es nur logisch, dass die Aktienkurse dieses Marktes steigen und die einheimische Währung schwach wird.

Das gilt für sämtliche Investitionen einer Notenbank auf Pump. Und das ist auch der Grund, weshalb die SNB riesige Gewinne einfährt. Das ist unseriös – einer Schweizerischen Nationalbank unwürdig. Die SNB „schenkt sich“, „bedient sich“ der zukünftigen Steuergelder der Schweiz. Die SNB höhlt so die Schweizer Volkswirtschaft aus.

Wie lange kann das gut gehen? Das geht solange gut, bis das Vertrauen in die Steuerkraft der Schweizer erlischt oder ein externes Ereignis die Aktienkurse abrupt einbrechen lässt. In diesem Fall ist die Zentralbank innert Kürze Konkurs. Wenn ihr Vermögen unter den Wert ihrer Schulden fällt, ist sie handlungsunfähig.

Auf ihrer Homepage „iconomix“ behauptet die SNB zwar, ihr gehe „der Schnauf nicht aus“. Und in der NZZ behauptete Professor Ernst Baltensperger, die „SNB habe keine Limiten“. „Die SNB könne „unbeschränkt“ Geld drucken“ – „aus dem Nichts“. Das ist Illusion.

Und genau solches behaupten die Schenkkreise auch: Der Geldzufluss sei unlimitiert. Wirklich? Wer gibt denn der SNB das viele Geld, um immer mehr Euros zu kaufen? Und warum geben Sie ihr das?

Es sind vor allem Geschäftsbanken CS, UBS oder die Kantonalbanken, welche der SNB Kredite geben für ihre Euro-Käufe. Geld entsteht ja, indem der Geldemittent einen Vermögenswert in seiner Bilanz aufnimmt und dagegen einen Schuldschein emittiert, respektive dem Geldhalter eine Gutschrift verbucht, was dasselbe ist.

Im klassischen Fall nimmt der Geldemittent Gold in sein Vermögen auf und emittiert dagegen einen Schuldschein bzw. eine Banknote. Oder eine Zentralbank nimmt eine Staatsobligation in ihr Vermögen auf und verbucht zugunsten der  Bank eine Gutschrift (Giroguthaben der Banken bei der SNB).

Oder eine Geschäftsbank nimmt eine Hypothek in ihr Vermögen auf und schreibt dem Hausbesitzer den entsprechenden Wert auf dessen Konto gut, damit dieser das Haus bezahlen kann. Die Sicherheit für die Bank ist in diesem Fall das Haus.

Eine Geldschöpfung entsteht also nicht „aus dem Nichts“ –  unlimitiert –  wie unsere SNB und Professor Baltensperger irrtümlich behaupten. Nein, Geldschöpfung kann nur entstehen gegenüber einem realen Vermögenswert. Geld „aus dem Nichts“ wäre „nichts“ wert.

Im Fall der Eurokäufe der Nationalbank gewähren die Banken der SNB einen Kredit gegen die Sicherheit der Nationalbank. Wie gross ist aber die Sicherheit der Nationalbank und worauf basiert diese?

Einzig und allein die Steuerzahler haften für die Sicherheit der SNB. Sollte der Euro bei der Marke von 1.20 nach unten ausbrechen – und das dürfte früher oder später geschehen – so kann das Eigenkapital der SNB schnell weg sein. Es sind dann nur noch die Steuerzahler, welche gegenüber den Banken als Sicherheit dienen, ansonsten gehen die Geschäftsbanken Konkurs.

Wir Steuerzahler können aber nicht unbeschränkt für die Nationalbank garantieren. Deshalb kann die SNB auch nicht unendlich „Geld schöpfen“, und deshalb wird der „Schenkkreis SNB“ früher oder später auffliegen.

Die SNB rechtfertigt den Mindestkurs immer wieder damit, die Exporte gegenüber Deutschland könnten einbrechen. Das ist Angstmacherei. Das Handelsbilanzdefizit mit Deutschland (10 Milliarden im Jahre 2013) ist entstanden wegen des Imports von teuren Autos aus Deutschland. Das ist relativ unbedeutend und kann anders korrigiert werden.

Dasselbe gilt für den Tourismus – die zweite Rechtfertigung der SNB für den Mindestkurs: Weil der Rubel eingebrochen ist, fordert auch niemand, die SNB solle russische Staatsanleihen kaufen und so die russische Wirtschaft ankurbeln, damit die Russen wieder in die Schweiz kommen.

Genauso unsinnig ist die Schildbürger-Geldpolitik der SNB. Sie meint, sie müsse die europäische Wirtschaft ankurbeln, damit der Euro fester wird und die  Deutschen mehr Güter aus der Schweiz kaufen, um unseren Autoimport zu egalisieren.

Nicht zu unterstützen ist die Argumentation der Professoren Hans Geiger, der einen Mindestkurs zum Dollar einführen will, und Ernst Baltensperger, der einen Mindestkurs zu einem Währungskorb Dollar-Euro oder noch breiter bevorzugt.

Damit wäre das Portefeuille der SNB zu über 90 Prozent „gehedged“. Dann müsste die SNB nur noch einen Mindestpreis zum Gold festlegen für einen 100 Prozent „Hedge“ des SNB-Vermögens. Die SNB könnte dann ausschliesslich Gewinne erzielen.

Würde sie folgerichtig noch die Mindestkurse respektive Mindestpreise kontinuierlich anheben, so wäre das „Erfolgsmodell SNB“ perfekt. Wir Schweizer müsssten nicht mehr arbeiten.

Wie naiv muss man sein, um zu behaupten, die SNB habe „keine Limiten“, wie Baltensperger das tut, beziehungsweise die SNB könne „Geld aus dem Nichts schaffen und damit alles bezahlen“, wie SNB-Chef Thomas Jordan das tut? Sind wir Schweizerinnen und Schweizer denn von allen guten Geistern verlassen, den SNB-Professoren in den Abgrund zu folgen?

Da Baltensperger der Doktorvater von Thomas Jordan war, muss davon ausgegangen werden, dass die SNB seinen Vorschlag eines 90-Prozent-Hedges in den nächsten Wochen einführen wird. Das war bereits bei der Einführung des Mindestkurses so.

Die Konsequenz eines Mindestkurses zu Dollar-Euro wird sein, dass die SNB nun nicht nur den Euro, sondern auch den Dollar stützen müsste. Aus dem grossen Euro-Problem würde ein gigantisches Dollar plus Euro-Problem.

Der Dollar ist gegen Franken in den letzten Monaten angestiegen, weil der Euro gegen Dollar gefallen ist. Würde die SNB den Mindestkurs zum Euro wechseln in einen Mindestkurs zum Dollar, oder kombiniert Dollar-Euro, so muss damit gerechnet werden, dass der Dollar zum Franken wieder fällt.

Die SNB müsste also gegen den Dollar gleich von Anfang an kräftig intervenieren, um einen Mindestkurs zum Dollar oder einen Durchschnitt Dollar-Euro zu verteidigen. Geradezu halsbrecherisch wäre, einen Mindestkurs zum Dollar einzuführen, der rund 40 Prozent über seinem  Tiefststand vor etwas über drei Jahren liegt.

Zudem gibt es nicht den geringsten volkswirtschaftlichen Grund, gegen Dollar einen Mindestkurs einzuführen. Wir exportieren heute mehr denn je nach den USA. Kommt hinzu, dass mit einem Zinsanstieg in den USA zu rechnen ist und die SNB gewaltige Verluste auf ihren US-Obligationen-Portefeuilles erleiden würde.

Bei einem Dollar-Mindestkurs oder Dollar-Euro-Mindestkurs müsste die SNB also nicht nur das Euro-Meer austrinken, sondern zudem das Dollar-Meer mit über 4 Billionen Handelsvolumen pro Tag.

Niemand kann ernsthaft behaupten, die SNB hätte einen Mindestkurs zum Dollar erfolgreich beispielsweise bei 3 Franken oder bei 2 Franken durchsetzen können. Genauso wenig könnte sie einen Mindestkurs bei 1 Franken durchsetzen.

In seinem Plädoyer verschweigt Baltensperger, dass die SNB seit Freigabe der Wechselkurse 1973 überwiegend in Dollar investiert war. Dieser fiel von 4.30 auf noch rund 25 Prozent seines damaligen Wertes. Dutzende Milliarden verlor die SNB auf jenen Dollaranlagen.

Baltensperger argumentiert, dass die SNB auf den Devisenanlagen Gewinne erwirtschafte. Leider verschweigt er, dass die SNB auch auf Inlandinvestitionen Gewinne erzielen würde – und das ohne Währungsrisiko.

Zudem würde die SNB mit Inlandinvestitionen die inländische Wirtschaft unterstützen und nicht ausländische. Die Opportunitätskosten der Auslandinvestitionen sind gewaltig. Er erwähnt auch nicht, dass aufgrund des Mindestkurses die Importe teurer werden. Mit ihren Mindestkursen erhebt die Nationalbank de facto Einführzölle. Diese widerspiegeln sich im Gewinn von 38 Milliarden.

Baltensperger begründet seinen Basket-Mindestkurs zum Franken damit, dass die Erwartungen heute vielmehr seien, dass der Dollar steige. Es fragt sich aber, weshalb wir einen Mindestkurs zum Dollar einführen müssen, wenn der Dollar angeblich steigen soll.

Zudem ist seine Analyse nicht fundiert. Auch bei der Einführung des Euro im September 2011 wurde behauptet, der Euro stünde bis Ende Jahr (2011) wieder bei 1.30 Franken. Und alle hofften auf die dann sprudelnden Gewinne.

Das war falsch, und heute muss die SNB schätzungsweise 2 Milliarden täglich Schulden machen, um den Euro bei 1.20 zu halten.

Wird es beim Dollar langfristig anders sein? Es gibt genügend fundamentale Gründe, die gegen den Dollar sprechen.

Die USA stehen sozial schwächer da als die Schweiz. Die Arbeitslosigkeit in den USA ist wesentlich höher als in der Schweiz. Es besteht leider jederzeit die Gefahr von kriegerischen Auseinandersetzungen, welche die USA teuer zu stehen kommen und den Dollar schwächen können.

Dann: Die Staatsverschuldung in den USA ist deutlich höher als die der Schweiz. Die USA kennt keine Schuldenbremse wie die Schweiz. Die USA haben ein riesiges Handelsbilanzdefizit, wir haben einen grossen Handelsbilanzüberschuss. Der US-Dollar notiert deutlich über seinen Tiefstständen, hat also viel Platz nach unten.

Undsoweiter undsofort.

Alle diese Überlegungen blendet Baltensperger in seinem Plädoyer in der NZZ vom vergangenen Sonntag aus.

Darf unsere Nationalbank aufgrund der lapidaren, dilettantischen Behauptung „Man rechne mit einem höheren Dollar“ Hunderte Milliarden Staatsschulden opfern? Wofür denn? Unser Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA betrug im Jahre 2013 immerhin 13.7 Milliarden Franken.

Einfuhren von 11.4 Milliarden standen Ausfuhren von sage und schreibe 24.8 Milliarden gegenüber. Es gibt keinen Grund, diesen Überschuss noch zu vergrössern und dazu Hunderte Milliarden oder gar eine Billion Schulden aufzunehmen und zu riskieren.

Der Überschuss mit den USA ist auch der deutliche Beweis dafür, dass ein starker Franken gut ist für unsere Exportwirtschaft – nicht schlecht, wie das die SNB schwarzmalen will.

Steigt der Dollar, wie Baltensperger behauptet, so ist ein Mindestkurs zum Dollar unnötig. Fällt der Dollar, so kann die SNB ihren Mindestkurs oder einen kombinierten Mindestkurs zum Dollar nicht durchsetzen.

Baltenspergers Vorschlag ergibt keinen Sinn und ist nur brandgefährlich, wie das bereits sein Vorschlag zum Euro-Mindestkurs war. Das Mindestkurs-Problem der SNB wäre nicht gelöst – einzig vergrössert.

Ich kann der SNB nur nochmals den Rat geben, nun sofort aus ihrem Schenkkreis-Geschäft auszusteigen. Auf keinen Fall soll sie uns noch tiefer ins Schlamassel ziehen mit Doppelmindestkursen und dergleichen. Die SNB soll auf jegliche Art von Mindestkursen verzichten.

Kommentare

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  1. Danke, besonders für den letzten Abschnitt von ARGONAUTIKER, 14. Januar 2015 / 11:05 : endlich sagt es uns jemand so einfach wie klar und deutlich; es ist, als würden wir die Kategorientafel Kants (Kritik der reinen Vernunft) in den Händen halten…

  2. @“Walter Breni“, alias „Der Praktiker“, alias „Michele D’Aloia“, alias „Argonautiker“, alias „X“

    Das nennt man „Spiel auf die Person“, was Sie hier betreiben – ein grobes Foul. Dafür sollten Sie vom Platz gestellt werden.

    In einem Punkt haben Sie Recht. Die Thematik wurde hier nun schon oft „durchgekaut“. Die SNB, der Bundesrat, der SNB-Bankrat, das Parlament sollten endlich verstehen.

    Wenn jemand sich querstellt, so ist das die SNB. Es werden hohe zweistellige Milliardenbeträge geopfert, nur um Recht zu behalten.

    Und Sie, wer immer Sie sind, sollten sich einmal überlegen, ob Ihre Ausdrücke „seelische Starrheit“ und „groteske Ritualisierungen von Thesen“ nicht auf Sie selber anzuwenden sind.

  3. Zu dem Thema ist doch schon alles gesagt und wiedergekaut worden.
    102 Kommentare davon 62 von @Dr. Marc Meyer und @Oeconomicus criticus!

    Herr Dr. Meyer, bitte lassen Sie sich von einem Fachmann untersuchen. Ich habe Ihnen, schon einmal in diesem Forum, eine narzisstische Neurose attestiert! Das Thema Geldschöpfung und SNB lässt Sie, mit Steinen um sich werfen, sobald Ihre Thesen in Frage gestellt werden.

    Sie sind voll berufstätig als Lehrer und @Oeconomicus criticus behauptet, er sei im Vorruhestand und dafür nicht bezahlt. Das mag alles stimmen und richtig sein, keine Frage, deshalb sind diese seelische Starrheit und groteske Ritualisierungen von Thesen nicht glaubhaft, wenn man die Kommentare liest.

    Missbrauch, Betrug, Abzocke, Manipulation sind im Internet eine Realität, – aber keine Einbahnstrasse, sondern haben immer zwei Seiten derselben Medaille. Wenn Sie tatsächlich Lehrer sind, @Dr. Meyer, mache ich mir, um Ihre Studenten ernsthafte Sorgen. Ihre Tendenz zu zwanghaften Starrheit bei persönlichen Ansichten und egozentrischem Verhalten, haben Abwehrmechanismen in Ihnen aufgebaut die an Ihrer Persönlichkeitsstruktur ein Beschwerdebild erblicken lässt.

    Freundliche Grüsse
    Walter Breni

    • @ „Walter Breni“

      „Als Laie verstehe ich nicht, weshalb Zinsen, Arbeitslosigkeit und Geldpolitik so eng miteinander verknüpft sind?“
      Interessant, dass sich ein Laie ein psychologisches Urteil über einen Fachmann, der nichts weiter tut, als festzustellen, dass Schulden Schulden sind, erlaubt.
      Sie leiden unter derselben Krankheit wie X, Argonautiker, Der Praktiker und Michele D’Aloia: Auch die verstehen nicht, was sie lesen und drehen anderen die Worte im Mund um.
      Dass es dann im Internet und Telefonbuch keinen Walter Breni in der Schweiz gibt, ausser auf In$ideParadeplatz, legt den Verdacht nahe, dass Walter Breni – der eifrige Der-Praktiker-Auf-Die-Schulter-Klopfer – mit den anderen Pseudonymen identisch ist. Die Krankheit von @XYZ im Text ist auch von Michele D’Aloia bekannt. Dass sich die obigen Pseudonyme längst selber ad absurdum geführt haben, tut Ihrem Geschwätz keinen Abbruch. Im Gegenteil, sie müssen immer das letzte Wort haben, was man auch von den anderen Pseudonymen her kennt.
      Manchen ist halt nichts zu dumm, um es nicht zu tun.

    • @Oeconomicus Criticus

      Besten Dank.

      freundliche Grüsse

      Marc Meyer

      P.S. Unglaublich, was man sich alles erlauben muss, wenn man es wagt, auf einen fundamentalen Fehler in der Geldtheorie hizuweisen.

  4. @Oeconomicus criticus

    Richtig. „Geldschöpfung aus dem Nichts“ ist eine Illusion.

    Aufgrund dieses Irrtums hat unsere Nationalbank nun einen hohen zweistelligen Milliardenbetrag geopfert.

    Mit diesem Geld hätte man die Tourismusbranche und die Exportindustrie viel zweckmässiger direkt gefördert.

    Mit freundlichen Grüssen

    Marc Meyer

    P.S. Auf die Vollgeld-Initiative möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen, denn sie ist ja nicht das Thema dieses Gastbeitrags.

    Der einzige gemeinsame Punkt ist der, dass das Mindestkurs-Desaster und die Vollgeld-Initiative den selben Fehler als Wurzel haben – die Illusion der sogenannten märchenhaften „Geldschöpfung aus dem Nichts“.

    Die SNB und die Vollgeld-Initianten sind in demselben Spital krank.

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      „Die SNB und die Vollgeld-Initianten sind in demselben Spital krank.“ Der ist gut. 🙂

      Daher habe ich auch diesen Ausdruck (Geldschöpfung) so vehement bekämpft. Eine Schuld geht man ein, man schöpft sie nicht. Würden die Geldschöpfung-Aus-Dem-Nichts-Fantasten ihren Ausdruck korrekt übersetzen in Schuldanerkennungsschöpfung-Aus-Dem-Nichts oder Schuldscheinschöpfung-Aus-Dem-Nichts, ginge ihnen vielleicht endlich ein Licht auf, wie blöd sie waren… Und wenn man bei den Geschäftsbanken von Geldschöpfung spricht, so nimmt man den Oberbegriff von Bar- und Buchgeld. Das ist inetwa, wie wenn man sagt, ein Apfelbaum trage Früchte. Das ist zwar nicht falsch, aber zumindest nicht genau, denn ein Apfelbaum trägt im allgemeinen weder Pflaumen noch Aprikosen usw.. Da man in der Wissenschaft mit präzisen Ausdrücken arbeiten muss, um Missverständnisse zu vermeiden, wage ich die Behauptung, dass das Wort Geldschöpfung im Zusammenhang mit Geschäftsbanken nicht bloss nicht wissenschaftlich, sondern einfach nur absurd ist, denn Bargeld können Geschäftsbanken noch weniger schöpfen als ein (gepfropfter) Apfelbaum Birnen. Genau wegen solch absurden Slogans verstehen die Leute das Geldsystem nicht und rennen jedem noch so schrägen Scharlatan hinterher.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Oeconomicus criticus

      Ja – eines der grössten Probleme in der Volkswirtschaftslehre ist die Terminologie. Unkorrekt verwendete Ausdrücke führen zu gravierenden Missverständnissen.

      Notenbankgeld beispielsweise wird als „Liquidität“ bezeichnet, obwohl Notenbankgeld ein Passivum der SNB ist und Liquidität immer ein Aktivum.

      Übrigens habe ich im September 2013 einen Text geschrieben: „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“. Darin bin ich explizit auf das Wort „Geldschöpfung“ eingegangen.

      https://insideparadeplatz.ch/2013/09/25/die-snb-und-das-maerchen-von-der-geldschoepfung/

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @ Herr Dr. Meyer

      Oha, habe ich gar nicht gesehen. Ich kannte damals diesen Blog leider noch nicht. Wie man doch auf dasselbe Ergebnis kommt, wenn man sich mit all den verwirrenden Begriffen in der VWL befasst. Tatsachen bleiben eben Tatsachen – nur: die Tatsachen werden leider selten verlinkt, weshalb man fast schon Glück haben muss, auf sie zu stossen. Habe das auch schon erlebt mit Martin Schweiger betreffend Vollgeld. Wir hatten nachweisbar völlig unabhängig analysiert.

      Danke für den Link!

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Oeconomicus criticus

      Wenn man mit Buchungssätzen die Geldtheorie analysiert kommt man sehr schnell auf die korrekten Zusammenhänge.

      Darauf habe ich im Beitrag „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ in mehreren Nachträgen ausführlich hingewiesen.

      Mit Buchungssätzen bewies ich u.a., dass bei einer Geldschöpfung durch das Bankensystem nicht ein Kredit weitergereicht wird, sondern dass neues Buchgeld entsteht – ganz unabhängig davon, ob die betreffende Bank vorher eine Kundeneinlage erhalten hatte oder nicht.

      Ich bin froh, wenn das immer mehr und mehr erkannt wird. Sogar die Bank of England argumentiert nun neuerdings so.

      Die SNB und die Vollgeld-Initianten glauben aber leider immer noch an das Märchen, dass beim angeblichen Geldmultiplikator ein Kreditbetrag vom Geldemittenten ausgeliehen und dann immer weiter ausgeliehen würden (siehe Buch Volkswirtschaftslehre von Brunetti).

      Wichtig ist jetzt, dass die SNB das endlich versteht.

      Bereits 1993 habe ich ein Buch zum Thema geschrieben („Arbeitslosigkeit – die grosse Verantwortung der Wirtschaftwissenschaft“). Ich habe der SNB das Buch damals geschickt, aber bis heute noch keine Antwort erhalten.

      In jenem Buch zeigte ich, wie die Arbeitslosigkeit durch Geld- und Fiskalpolitik bekämpft werden kann. Darin definierte ich Notenbankgeld erstmals als Obligation der Zentralbank. (Und das kostete mich damals meine Stelle als Strategist bei der UBS).

      Auch heute – über 20 Jahre später – definiere ich Notenbankgeld immer noch als Obligation der Zentralbank – früher oder später wird auch die SNB das einsehen müssen.

      1997 schrieb ich eine Dissertation mit dem Titel „Geld – eine Obligation der Notenbank“. Darin zeigte ich, dass Notenbankgeld nicht ein Aktivkredit der SNB, sondern ein Passivkredit der SNB ist.

      Das ist der Schlüssel zum Verständnis.

      Aber die SNB wollte nie verstehen. Lieber verschwendet sie lieber hohe zweistellige Milliardenbeträge anstatt ihren Irrtum einzusehen und einzugestehen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Jemandem, der Buchhaltung beherrscht, sollte ja eigentlich klar sein, was Fremdkapital ist. Ich habe mir lange überlegt, wie man es einem Laien möglichst verständlich und einfach erklären kann und bin dann zum Ergebnis gekommen:

      Jemand, der ein schuldenfreies Haus hat, hat sein Erspartes ins Haus investiert (Architekt, Material und Handwerker mussten ja bezahlt werden). Er zieht aus dem Haus den Vorteil, dass er darin wohnen kann. Wenn er nun sein Haus verkauft, so ist ihm der Hauskäufer das Geld dafür schuldig. Müsste er dem Hausverkäufer, falls er den Kaufpreis nicht sofort bezahlen kann, nicht einen Zins bezahlen? Denn sonst hätte er ja das Haus gratis zur Verfügung gestellt und würde vom Ersparten des Hausverkäufers profitieren und der Hausverkäufer würde auf das Haus samt darin investiertem Geld lange Zeit verzichten, das Haus also quasi verschenken. Da wäre der Hausverkäufer aber schon ziemlich blöd, würde er das Haus unter diesen Umständen nicht einfach vermieten und eine Miete kassieren…
      Nun springt also die Bank quasi als Mittlerin in die Bresche, indem sie die Schuld des Hauskäufers übernimmt. Also muss der Hauskäufer den Zins natürlich nicht dem Hausverkäufer bezahlen, denn der kann ja nun sofort über das Geld verfügen, sondern der Bank, der er das Geld weiterhin schuldet! Dafür kann er nun im Haus wohnen und vom darin investierten Kapital profitieren.

      Mit dieser Argumentation hat man gleichzeitig das oft missverstandene Wort Kredit eliminiert, das angebliche Teilreservesystem entkräftet sowie den Zins erklärt und jeder Buchhaltungslaie versteht das auf Anhieb.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @Oeconomicus criticus

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Sehr wichtig scheint mir Ihr erster Satz, dass jeder, der mit Buchhaltung zu tun hat, wisse, was Fremdkaptial ist.

      Notenbankgeld ist Fremdkapital der SNB. D.h. die SNB ist verantwortlich dafür, dass der Wert der Giroguthaben der Banken bei der SNB erhalten bleibt. Das ist sie den Kapitalgebern schuldig.

      Deshalb musste die SNB den Mindestkurs aufgeben, weil die Gefahr immer grösser und grösser wurde, dass das EK der SNB negativ werden kann, je mehr Euros sie besitzt.

      Nun habe ich übrigens auch Ihre home page gesehen. Was mich gefreut hat, ist, dass Sie mich dort mehrmals zitiert haben (diverse Texte von Inside Paradeplatz).

      Ich habe in den Kommentaren zum Artikel „Vollgeld-Initiative – Lachnummer mimt Emil“ gesehen, dass Sie mir damals Ihre home page schickten. Leider ist mein versprochener Kommentar dazu aus Zeitgründen untergegangen.

      Ich habe nun gesehen, dass sie darin auf diverse meiner Artikel auf Inside Paradeplatz verwiesen. U.a. sogar auch auf den Artikel: „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung.“

      Zitat:

      „Auch Zentralbanken können pleite gehen! Siehe beispielsweise auch FAZ und IN$IDE PARADEPLATZ!“

      Zitat Ende

      https://sites.google.com/site/geldsysteminfo/kritik-an-initiativen/vollgeld

      (Platziert direkt über der Karikatur von G. Ugus „Auditorium ab prixaby.com)

      Offensichtlich haben Sie meinen Text „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“ doch gekannt.

      Im selben Satz erwähnen Sie dann auch die FAZ (mit einem Link):

      http://www.faz.net/aktuell/finanzen/anleihen-zinsen/finanzkrise-zentralbanken-koennen-auch-bankrottgehen-1540217.html

      In der FAZ behauptet Prof. Buiter von der LSE:

      Zitat:

      „Solange die Zentralbank Verbindlichkeiten in eigener Währung besitzt, kann sie diese im Prinzip durch die Schaffung zusätzlichen Geldes begleichen und damit einen Bankrott vermeiden, selbst wenn das Eigenkapital aufgebraucht wäre.

      Zitat Ende.

      Buiter unterliegt somit demselben Irrtum, wie unsere SNB und insbesondere Prof. Jordan. Er behauptet, eine Zentralbank könne eigene Verbindlichkeiten begleichen durch Schaffung von zusätzlichem Geld.

      Das ist nun exakt wieder das „Märchen von der Geldschöpfung aus dem Nichts“. Dabei wird Geld als „Liquidität“ bzw. als Vermögen der SNB interpretiert .

      Vermögen aus dem Nichts (ohne zusätzhliche Schulden) würde bedeuten, dass Notenbankgeld Eigenkaptial der Zentralbank ist.

      Und genau das ist falsch.

      Der Artikel der FAZ ist also vollkommen irreführend.

      Ich erlaube mir, Ihnen das zu schreiben. Sie haben mich ja gebeten (in einem Kommentar zu „Vollgeld-Initiative – Lachnummer mit Emil“) auf Ihre home page einzugehen, was ich damals aus Zeitgründen leider unterlassen und anschliessend vergessen haben. Bitte entschuldigen Sie.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer

      Danke herzlich für Ihren Kommentar. Habe den FAZ-Link soeben herausgenommen. Habe das tatsächlich damals übersehen. Ich bin dankbar, wenn ich auf Fehler hingewiesen werde. Ja, habe gestern auch gesehen, dass ich Ihren Beitrag schon verlinkt hatte (jetzt ist er 2 x verlinkt, auch unter „Geldschöpfung aus dem Nichts?“, und das ist gut so), das war zwischen 27.7. und 6.8.2014, wie meine Zwischensicherungen zeigen. Das ist wohl der Beitrag, auf den mich eine Freundin aufmerksam machte, als ich ihr meine Webseite verlinkte und wodurch ich In$ideParadeplatz kennenlernte. Anscheinend werde ich langsam alt und vergesslich.

      Freundliche Grüsse
      OC

  5. Hallo Dr. Meyer
    @Oeconomicus criticus
    @Hardy, der Student,

    Herr Dr. Meyer, erlauben Sie mir, diesen Beitrag zu oberst zu stellen, um zur Hompage von @0economicus criticus und Ihre Buchungsätze Stellung zu nehmen.

    https://sites.google.com/site/vollgeldinitiative/

    Eines Vorweg: es geht mir gar nicht, um die Vollgeld-Initiative, sondern die jahrtausende alte Buchhaltung wie sie korrekt ausgelegt werden müsste.

    Dr. Meyer behauptet, Zitat:

    Buchungssatz bei einer Geldemission durch die SNB lautet:
    -Devisenanlagen an Giroguthaben von Banken-”

    Ende.

    Das Konto Devisenanlagen ist ein aBK, die SNB erhält diesem Buchungssatz also Devisen. Die Aktivseite nimmt zu. Das Konto Giroguthaben von Banken von Banken ist ein pBK und nimmt hier im Haben ebenfalls zu, das heißt mit diesem Satz würden die Geschäftsbanken Geld gutgeschrieben bekommen.

    Ich halte Ihren Buchungssatz für nicht korrekt, denn die SNB würde mit dieser Buchung kostenlos Devisen erhalten und den Geschäftsbanken ohne Sicherheiten oder eine Forderungsposition an die Banken auf Rückzahlung Geld auf Ihr Konto schreiben.

    Buchungssatz Devisenankauf:
    aBK Währungsreserven (Devisenanlagen) AN pBK Banknotenumlauf

    Buchungssatz Devisenverkauf:
    pBK Banknotenumlauf AN aBK Währungsreserven (Devisenanlagen)

    Zu Girokonten:

    Die SNB bucht:
    1)pBK Giroguthaben inländ. Banken AN pBK Notenumlauf

    Die Geschäftsbank bucht:
    2)aBK Kasse AN aBK Giroguthaben bei der SNB

    Und auch Buchungssatz 3 ist richtig (technisch und auch praxismäßig)

    Die SNB bucht:
    3) aBK Banknotenvorrat AN andere aktivierte Eigenleistungen

    Sehen Sie darin Fehler?

    @Oeconomicus criticus,

    Staatsanleihen sind die Grundlage für die Repo-Geschäfte in Franken! Der Buchungssatz für diesen Kredit lautet:

    Forderungen aus Repo-Geschäften in CHF.-
    An
    Giroguthaben der Banken bei der SNB

    weiter, bitte ich um Hinweis, ob der folgende Buchungsatz korrekt ist:

    Aus Sicht der Geschäftsbank:
    aBK Kasse AN aBK Giroguthaben bei der SNB

    Aus Sicht der SNB:
    pBK Giroguthaben der Geschäftsbanken AN pBK Notenumlauf

    Das Konto -Banknotenvorrat- nimmt zwar ebenfalls ab, wird aber nur mit einem Erfolgskonto gegengebucht, gegensätzlich wie bei der Zunahme.

    weiter zu Ihrer Website im Zusammenhang mit „Geldschöpfung aus dem Nichts“

    Ihre Aussagen darin sind nicht korrekt!

    Dass die SNB das Zentralbankgeld mit ihrem Geldschöpfungsmonopol aus dem Nichts schaffen kann, ohne sich selbst refinanzieren zu müssen geht aus S. 139 des Bilanzanhangs der SNB hervor.

    http://www.snb.ch/de/iabout/pub

    Also der korrekte Buchungssatz lautet:
    -aBK Forderungen aus Repogeschäften in Franken AN pBK Girokonto d. inländ. Banken

    Sodann, sind die Kredite der Geschäftsbanken in der SNB-Bilanz auf der Aktivseite deutlich sichtbar zu sehen.

    -Forderungen aus Repogeschäften in Franken- und
    Wertschriften. Ziffern 06 und 26 im Anhang, außerdem zu den Begriffsdefinitionen z.Bsp S. 138 des Berichts.

    Was sind diese Kredite Ihrer Meinung nach?

    Widersprechen diese Buchungsätze dem Nationalbankgesetz und der doppelten Buchhaltung?
    Gruss
    X

    • Lieber X

      Würden Sie nicht ständig nur copy & paste machen, sondern selber einmal studieren, hätten Sie längst erkannt, dass der Saldo des Kontos Forderungen aus Repogeschäften schlicht und einfach Null beträgt:
      http://www.snb.ch/de/mmr/reference/annrep_2013_jahresrechnung/source/annrep_2013_jahresrechnung.de.pdf.

      Verkauft die Geschäftsbank Staatsanleihen an die SNB, so ist das für sie selbstverständlich ein Aktivtausch: Girokonto bei der SNB/Wertschriften. Lernen Sie also erst einmal buchen!

      Im übrigen ist es auch kein Kredit der SNB, sondern ein vorübergehender Kauf. Daher bucht die SNB Wertschriften/Girokonto Geschäftsbank.

      Banknotenvorrat? Was ist das wohl? Es sind die aktivierten Kosten der Orell Füssli. Die Banknoten selber werden in der Zentralbank nicht zum Nominalwert verbucht, denn das sind ja ihre Schuldscheine. Wenn sie niemandem etwas schuldig ist, wäre es vermessen, diese Schuldscheine zum Nominalwert irgendwo in den Büchern zu führen, denn ihre diesbezügliche Schuld ist exakt Null. Daher verschwinden diese Noten auch aus der Geldmenge.

      Jetzt kommen Sie wieder mit der blöden „Geldschöpfung aus dem Nichts“. Wenn Sie nicht lesen können oder das Gelesene nicht verstehen, so kann ich Ihnen beim besten Willen nicht helfen.

    • Hallo X,

      Devisenanlagen An Girokonto Geschäftsbank

      der Buchungssatz ist ok.

      Sie schreiben:
      „Ich halte Ihren Buchungssatz für nicht korrekt, denn die SNB würde mit dieser Buchung kostenlos Devisen erhalten und den Geschäftsbanken ohne Sicherheiten oder eine Forderungsposition an die Banken auf Rückzahlung Geld auf Ihr Konto schreiben.“

      Die SNB erhält die Devisen doch gar nicht kostenlos, die SNB hat jetzt in Höhe des Kaufpreises Schulden bei der Geschäftsbank.
      Die SNB ist die Franken noch schuldig.

      Eine Geldemission hat noch gar nicht stattgefunden, kein einziger Franken wurde emittiert.

      Die Geschäftsbank hat ein Franken-GUTHABEN, aber keinen einzigen Franken bekommen.

      Freundliche Grüße!

      PS: Besuch ist bei mir eingetrudelt, daher muss ich mich sehr kurz fassen.

    • @ Hardy, der Student
      Bravo! Note: sehr gut = 6. Auch ein Lob darf/muss sein. 😉
      Und ich hoffe, X begreift nun, dass die angebliche „Geldschöpfung aus dem Nichts“ Nonsens ist.

  6. @X

    In Ihrem Kommentar an „Oeconomicus criticus“, wo Sie die Vollgeldinitiative propagieren, fallen mir im Wesentlichen 3 unkorrekte Argumentationen Ihrerseits auf:

    1. Die SNB gewährt keinen einzigen Franken Wertpapier-Pensionsanlagen in der Schweiz. Damit verstösst die SNB gegen das Nationalbankgesetz.

    2. Ob Notenbankgeld entsteht hängt nicht davon ab, ob eine Zentralbank Wertpapiere in Form von Wertpapier-Pensionsanlagen oder in Form von fest gekauften Wertschriften (bis zu deren Verfall) kauft; hängt auch nicht davon ab, ob sie Gold kauft.

    Die entscheidende Frage ist, wie sie diese Vermögensakquisitionen finanziert. Kauft sie diese Vermögenswerte, indem sie dafür mit anderen Vermögenswerten aus ihrer Bilanz bezahlt, so entsteht kein Notenbankgeld. Es findet dann lediglich ein Aktivtausch in der Bilanz der SNB statt. Die Länge der SNB-Bilanz bleibt unverändert.

    Finanziert die ZB jedoch die Wertschriften-Pensionsgeschäfte bzw. die Wertschriften bzw. Gold, indem sie sich bei den Banken verschuldet (über Giroguthaben der Banken bei der SNB), so entsteht Notenbankgeld.

    Dabei ist dieser Ausdruck irreführend. Die Schulden der SNB gegenüber den Banken werden als Geld bezeichnet. Dabei muss man sich im Klaren sein, dass es sich um eine Schuld der SNB handelt. Es entsteht also keinesfalls Geld im Sinne von Vermögen (Liquidität) der SNB.

    3. Ihr dritter Irrtum liegt darin, dass Sie schreiben, eine Geschäftsbank könne auch im Falle einer Annahme der Vollgeldinitiative dennoch Kredite vergeben. Sie begründen das wie folgt:

    Zitat:

    In einem Vollgeld-System können Banken aber sehr wohl Kredite vergeben – und zwar mit dem Geld, was den Sparern Ihnen ausdrücklich zu diesem Zweck durch eine spezielle, längerfristige Geldanlage zur Verfügung stellen.

    Zitat Ende

    Angenommen, ein Sparer (Kunde A) bringe CHF 10‘000 in Form von Banknoten zu einer Geschäftsbank A. Der Buchungssatz lautet aus Sicht der Bank:

    Kassa / Giroguthaben Kunde

    Bereits dieses Geschäfts wäre bei der Vollgeldinitiative nicht erlaubt, weil dadurch Buchgeld der Bank entstünde.

    Will nun ein anderer Kunde B einen Kredit bei dieser Bank aufnehmen von CHF 10‘000 für den Kauf einer Maschine, so lautet der Buchungssatz:

    Aktivdarlehen / Giroguthaben Kunde B

    Bei der Gewährung dieses Kredits an Kunde B entsteht ebenfalls Buchgeld im Betrag von CHF 10‘000.-. Dieser Kredit wird von der Bank gewährt ganz unabhängig davon, ob vorher ein anderer Kunde CHF 10‘000 in Form von Banknoten bei der Bank angelegt hat oder nicht. Es kommt einzig und allein auf die Sicherheiten von Kunde B an.

    Dieses Beispiel zeigt deutlich, dass die Bank dem Kunden nur Kredit gewähren kann, wenn dabei gleichzeitig Buchgeld der Bank entsteht.

    Konklusion: Bei Annahme der Vollgeldinitiative dürfte die Bank dem Kunden B keinen Kredit gewähren, weil dadurch Buchgeld entstünde. Folglich dürfte keine Bank mehr Kredite gewähren, weil dadurch Buchgeld entstünde, was gemäss Vollgeld-Initiative verboten wäre.

    Ja selbst die Annahme von Bargeld wäre verboten, weil auch dadurch Buchgeld der Bank entstünde.

    Daraus folgt wiederum: Die Vollgeld-Initiative würde dazu führen, dass nur noch die SNB in der Schweiz Kredite gewähren dürfte.

    Das wäre Kommunismus pur.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • Hallo Dr. Meyer,

      Ihre Antwort erschließt sich mir nicht.!

      Erstens: Ich propagiere gar nichts!

      Zweitens; Ihr Stanpunkt: Unseriöser Schenkkreis SNB! Diese Überschrift, suggeriert dem Leser als würde die SNB ein verkettetes Pyramidenspielspiel betreiben. Bitte korriegieren Sie mich, wenn ich Sie falsch verstanden haben.

      Drittens: Oeconomicus criticus (Website) und Sie vehrter Dr. Meyer unterliegt, nach allem was ich gelesen habe, einer Informationslücke.

      Oeconomicus criticus und Sie, haben den Vorwand vorgebracht, dass Geschäftsbanken in einem Vollgeldsystem keine Berechtigung mehr haben würden. Das Argument ist jedoch nicht stichhaltig. Banken könnten weiterhin im Einlagen-, Kredit- und Investment-Banking tätig sein. Hervorzuheben ist an dieser Stelle, dass Banken auch weiterhin Kredite vergeben könnten. Dazu müssten sie ihre Kunden dazu bewegen, ihre Sichtguthaben in verzinsliche Wertpapiere einzutauschen.

      Auf diese Weise wird Mindestreserve freigesetzt und steht für zusätzliche Kreditvergabe zur Verfügung.

      Allerdings würde durch eine derartige Kreditvergabe kein zusätzliches Geld geschaffen. Die Kreditvergabe führt lediglich zu einer Erhöhung der Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (also einem Anstieg der Häufigkeit, mit der Geld zu Transaktionen in einer Zeitperiode verwendet wird). Zudem würde die Kreditvergabe tendenziell mit einem Anstieg der Kreditzinsen einhergehen – und würde so einer überzogenen Kreditvergabe entgegenwirken.

      Auch das Investment-Banking wäre in einem Vollgeldsystem weiterhin möglich. Welche Ausmaße es annimmt, hängt vor allem von der Zentralbankpolitik ab. Wenn die Zentralbank die Geldmenge mit tiefen Zinsen weiter ausweitet, wird es tendenziell zu einem überreichlichen Kredit- und Geldangebot kommen, das die Aktivitäten und Handelsvolumina im Investment-Banking befördert.

      Ist ein Übergang zum Vollgeld überhaupt möglich (unabhängig davon, ob es auch empfehlenswert ist)? Die Antwort ist: ja. Die Zentralbank kauft dazu den Banken Wertpapiere in Höhe ihrer Sichtverbindlichkeiten ab. Die Banken erhalten dadurch einen entsprechenden Zentralbankgeldbetrag. Fortan wird eine 100 Prozent Mindestreserve erhoben. Banken ist es nicht mehr möglich, die Geldmenge per Kreditvergabe auszuweiten. Ob und um wieviel die Geldmenge ausgeweitet wird, obliegt allein der Zentralbank.

      Vehrter Dr. Meyer, nocheinmal, Geld ist eben gerade keine Naturangelegenheit mit einem eigenen Wesen, sondern die Gestaltung eines Geldwesens ist eine absolut menschliche Angelegenheit. Also ist es unsere Verpflichtung, das Geldwesen zu gestalten und keinesfalls sich dem Geld, als sei es eine selbständige Instanz, zu unterwerfen. Wer vergißt (und die heutigen Beherrscher des Geldes wollen gern, daß wir das vergessen), daß wir Menschen hier die Regeln aufstellen, der hält dann auch so idiotische Konstruktionen wie Zins für natürlich, der nur eben immer automatisch zur Krise führen muß, weil ja das Geld immer von dort, wo es gebraucht wird, dorthin fließt, wo es überflüssig ist.

      Hinweis: http://www.horstseiffert.de/tefg/

      Ich habe Ihre Standpunkte gelesen, dabei fesgestellt, dass das Wort „Kommunismus“ häufige Anwendung findet.

      Marx dachte ja, dass die Bewegung des Systems: “Geld – Ware – Mehr Geld” lautet. Es zeigt sich aber heute, wenn man a) bis c) berücksichtigt, dass die Bewegung ganz anders vor sich geht, nämlich:

      Geldschöpfung – Ware – Ware – Geldvernichtung. Der Unternehmer nimmt Kredit, um die Arbeitskraft (X) zu kaufen. Der Arbeiter erhält dafür das neu geschöpfte Geld. Dann schreitet der Arbeiter zur Tat und produziert die Ware, die im Eigentum des Unternehmers steht. Mittels Zession kauft er ihm diese ab (X). Dadurch kehrt das Geld zum Unternehmer zurück und dieser tilgt den Kredit (Geldvernichtung). Der Gewinn liegt nicht in einem Mehr-Geld, sondern in einem Anteil an der Ware, die der Unternehmer zurückhält. Er liefert dem Arbeiter nur einen Teil der von ihm geschaffenen Ware aus. Die moderne Kredittheorie ist daher einerseits eine Widerlegung Marxens, andererseits aber eine Bestätigung seines Ausbeutungstheorems. Mit anderen Schulen (Keynes, Gesell, Mises,) habe ich mich gar nicht belastet. Das zentrale Problem hat nur Marx erkannt. Er konnte es nur nicht lösen.
      Gruss
      X

    • Lieber X, alias Argonautiker, alias Der Praktiker, alias (wahrscheinlich auch) Michele D’Aloia (ob dieser Name auch stimmt oder unrechtmässig angeeignet wurde, sei dahingestellt)

      Ich nehme Sie nicht mehr ernst. Viele Ihrer Beiträge sind streckenweise per copy & paste plagiiert. Daher legen Sie den Leuten unbesehen Aussagen in den Mund, die diese nie gesagt haben und gehen auf die Diskussion nie wirklich ein. Ihre Äusserungen sind nichts weiter als Ansammlungen von unqualifiziertem, zusammengestohlenem Schrott und Propaganda.

      Würde ich einige in Kürze zusammengesuchte plagiierte Aussagen hier auflisten, entstünde bei einer Schriftgrösse von 12 px eine mindestens 5 DIN-A4-Seiten lange Zitate-Auflistung.

      Da dem so ist, jaulen Sie auch sofort auf, wenn Herr Dr. Meyer feststellt, dass Sie propagieren. Getroffene Hunde bellen, sagt das Sprichwort.

      Schämt man sich da eigentlich nicht? Mir tun Sie nur noch leid!

    • Richtig.

      Der Mindestkurs konnte nur solange gehalten werden, wie Neugeld zufloss. Das ist das Modell eines Schenkkreises.

      Im Übrigen wurde dieser Text einein Tag VOR der Aufgabe des Mindestkurses veröffentlicht.

  7. @X

    Die sogenannte „Geldschöpfung aus dem Nichts“ ist ein Märchen. Es widersprich dem Gesetz der doppelten Buchhaltung.

    Die doppelte Buchhaltung existiert nicht nur seit tausenden von Jahren – sie ist ein Gesetz der Natur. Beispiel: Kein Geburtsschein ohne Kind.

    Sowohl die Einführung des Mindestkurses als auch die geplante Vollgeldinitiative basieren dem Märchen der Geldlschöpfung aus dem Nichts – eine krasse Verletzung des Gesetzes der Doppelten Buchhaltung.

    (siehe bitte auch: „Die SNB und das Märchen von der Geldschöpfung“, IP).

    mfG

    • Hallo Dr. Meyer,
      @Oeconomicus criticus,

      Zitat Dr. Meyer: „Die doppelte Buchhaltung existiert nicht nur seit tausenden von Jahren – sie ist ein Gesetz der Natur. Beispiel: Kein Geburtsschein ohne Kind.“

      Ende.

      Da kann ich Ihnen bei allem Respekt nicht folgen:)). Geld oder auch die doppelte Buchhaltung wurden von Menschen erschaffen, können daher auch von Menschen verändert werden. Geld ist und kann niemals eine Naturgegebenheit sein, im Sinne von; z.B. Gold oder Platin.

      Der Gedanke, dass ein Geldsystem auch irgendwie abgesichert sein muss, erscheint doch sehr gesund. Schließlich erbringen wir alle Leistungen in einem Wirtschaftssystem, welche in Geld vergütet uns spätere Gegenleistungen erwarten lassen. Dies ist ja auch nur fair und im Sinne der Arbeitsteilung. Nun haben wir ja schon länger Krisen/Katastrophen im System, und man denkt über verbesserte Deckung nach.

      Daher fand ich zwischen Ihren Standpunkt: „Lachnummer mit Emil und Märchen der Geldschöpfung in Verbindung mit den Büchern von Prof. Huber und Prof. Bisswanger Übereinstimmungen.

      Die bisherigen Vorstellungen für ein “gedecktes Geld”, ob nun als Goldgeld oder als Vollgeld, beziehen sich auf das Zahlungsmittel eines Geldsystems. Ein Goldstück hat natürlich einen Eigenwert, hinter einem Vollgeld der Zentralbank steht die Steuergewalt des Staates.

      In einem Vollgeldsystem würde die Zentralbank (gemäss Bücher von Prof. Huber und Horst Seiffert), die Staatsschulden als aktiv verbuchen, somit als „Forderung gegen Steuerzahler“ mit Passivierung als Guthabenkonto des Staates bei der Zentralbank. Schauen wir uns dazu die Bilanz der Monetative mit den 2 wichtigsten Bilanzpositionen an:

      Aktivseite _______________________________Passivseite
      „Forderungen gegen Steuerzahler“ ________„Guthabenkonto des Staates“
      „Forderungen gegen Banken“ ____________„ZB-Guthaben der Banken“

      Der Staat hätte also nun seine Konten direkt bei der Monetative, die ihn mit Auslaufen der verzinslichen Staatsanleihen und im Fall der zeitweisen Anwendung von Steuerelementen die die heutige SNB nicht hat, nun zinslos mit dem Buchungssatz „Forderung gegen Steuerzahler an Guthabenkonto Staat“ finanziert. Zinsen auf Staatsschulden wären nun ein Auslaufmodell. Gleichzeitig liefen aber auch ständig die Einnahmen der Kreditsteuer. Übersteigt der Guthabenstand auf dem Staatskonto den staatlichen Liquiditätsbedarf, wird die überschüssige Liquidität zur Bilanzverkürzung wieder ausgebucht.

      Mein Fazit nach eingehender Prüfung von Vollgeld ist:

      Heute:
      Kreditzins = variabler Sparzins + wettbewerbliche Bankmarge

      Nach Reform:
      Kreditzins = variable Kreditsteuer der Monetative + wettbewerbliche Bankmarge

      Dazu kann ich auch die Website von Horst Seiffert empfehlen:

      http://www.horstseiffert.de/tefg/

      Ich schreibe diese Zeilen, im Bewusstsein, daß eine Diskussion darüber grundlegende Auffassungsunterschiede zu Tage fördert, die bereits bei dem Thema beginnen, was der Unterschied von Geld und Kredit ist.

      Meines Erachtens verwischen Sie den Unterschied von Forderungen an Geschäftsbanken und Zentralbanken und damit die Tatsache, daß es sich bei den heutigen Geldsystemen um ein dreistufiges Konstrukt handelt. Das erlaubt es jedoch nicht die Forderungen ohne weiteres gleichzusetzen, weil im einen Fall die Einlösbarkeit in Banknoten von dem Liquiditätsstatus der Bank abhängig ist, während eine Zentralbank sich dadurch auszeichnet, daß sie kein Liquiditätsproblem kennt – natürlich nur hinsichtlich derjenigen Währung, die sie auch selbst emittieren kann, darüber hinaus, ganz wichtig, die Rolle des Giralgeld auf Ebene des Interbankenssystem vgl. Horst Seiffert „Kooperative Geldschöpfung – Link.

      Ich wünsche euch ein schönes Wochenende und danke für die konstruktiven Beiträge!
      Gruss
      X

    • @ X

      Zum Vollgeld und den Denkfehlern der Initianten habe ich hier eine ganze Webseite gestaltet:
      https://sites.google.com/site/vollgeldinitiative/

      Mir fällt einfach auf, dass die Leute heutzutage lieber viel schreiben und reden, als einmal etwas zu lesen oder zuzuhören. Daher nehme ich keine weitere Stellung.

      „Die Natur hat uns nur einen Mund, aber zwei Ohren gegeben, was darauf hindeutet, daß wir weniger sprechen und mehr zuhören sollten.“ Zenon von Elea (um 490 – 430 v. Chr.), Zenon der Ältere, griechischer Philosoph, Schüler des Parmenides von Elea
      http://www.aphorismen.de/zitat/10569

    • @X

      Mit dem Bild will ich folgendes sagen:

      Ein Neugeborenes gehört den Eltern. Die Geburtsurkunde gibt darüber Auskunft.

      Eine Geburtsurkunde auszustellen ohne die Geburt eines Kindes ist nichtig.

      Genauso ist eine Banknote nichtig, die keinen Gegenwert besitzt.

      mfG

      Marc Meyer

      P.S. Der Fehler der Vollgeld-Initiative liegt m.E. darin, dass nur diejenige Bank Geld emittieren kann, welche den Vermögenswert als Gegenbuchung der Geldemission ihn ihre Bücher aufnimmt.

      Beispiel:
      Gewährt eine Geschäftsbank einen Hypothekarkredit, so nimmt sie den gewährten Hypothekarkredit (der durch das Haus gesichert ist) in ihr Vermögen auf und emittiert dagegen Buchgeld.

      Dieses schreibt sie dem Bauherrn auf dessen Konto bei der Bank gut. Damit kann der Bauherr nun seine Rechnung an Architekt, Bauleute, Baumaterial usw. bezahlen.

      Alle, die Geld vom Bauherrn erhalten, kommen somit in den Besitz eines Guthabens bei dieser Bank.

      Bei Annahme der Vollgeld-Initiative könnte nur noch die SNB Buchgeld emittieren. Daraus folgt, dass nur noch die SNB Hypothekarkredite gewähren könnte.

      Die SNB würde somit alle Geschäftsbanken verdrängen. Es gäbe nur noch eine staatliche Zentralbank, welche sämtliche Kredite in Franken gewähren dürfte.

      Das wäre m.E. Kommunismus pur.

    • @Oeconomicus criticus,

      Ihr Zitat;“ Mir fällt einfach auf, dass die Leute heutzutage lieber viel schreiben und reden, als einmal etwas zu lesen oder zuzuhören. Daher nehme ich keine weitere Stellung.“

      Ende.

      Wieso, diesen polemischen Ton? Vielen Dank für den Link zu Ihrer Website. Darauf steht zu Vollgeld u.a. Zitat:

      Die Vollgeld-Initiative geht davon aus, dass eine Zentralbank Werte schöpfen könne. Werte können aber nicht von einer Notenbank geschaffen werden, sondern nur von den vielen arbeitenden Menschen in einer Volkswirtschaft! Die Vollgeld-Idee beruht also auf einem offensichtlichen Irrtum und Missverstehen des Systems!

      Jemand, der behauptet, er sei reich, weil er viele Schulden habe, wird als Esel angesehen. Ein kfm. Lehrling, der bei der Abschlussprüfung behauptet, Schulden seien Vermögen und Liquidität, fällt durch.
      Ein Universitäts-Absolvent, der dasselbe behauptet, wird Professor und womöglich gar zum Notenbankpräsident erkoren. Und alle schauen zu ihm hinauf, wie er den Esel von hinten aufzäumt und staunen, wie klug der Herr Professor doch ist… Wer etwas anderes behauptet als der Herr Professor, ist ein Esel!

      Ende.

      Da ist sehr emotional und ist sicher nicht, wenn man sich gründlich mit Vollgeld und Schuldgeld auseinandersetzt, Zweck der Monetative.

      Sie schreiben, dann weiter, dass Zentralbankgeld keine Forderung im eigentlichen Sinne darstellt.

      Das ist zwar formell richtig, aber eine verkürzte Betrachtung der Geschäfte, die die Zentralbank vornimmt.

      Der größte Teil des Zentralbankgeldes stammt aus Wertpapierpensionsgeschäften. Die Geschäftsbanken können (und müssen) die bei der ZB in Pension gegebenen Wertpapiere gegen Zentralbankgeld zurückkaufen.

      De facto stellt das in Pensionsverträgen geschaffene Zentralbankgeld damit eine Forderung auf die in Pension gegebenen Wertpapiere dar.

      Kauft die Zentralbank Wertpapiere definitiv an und hält diese bis zum Fälligkeitstermin, stellt das dabei geschaffene Geld einen Ansprch auf Vernichtung der angekauften Forderung dar.

      Kauft die Zentralbank aber forderungslose Vermögenswerte (z.B. Gold) definitiv an, dann kann sie frei bestimmen, wann sie diese Aktiva wieder verkaufen will. Das so geschaffene Geld stellt dann in der Tat keine “Forderung” gegen die Zentralbank dar.

      Würde die Zentralbank den größten Teil ihres Geldes auf diese Weise schaffen, wäre Ihre oben zitierte Aussage richtig. Da aber der größte Teil des Zentralbankgelds über Wertpapierpensionsgeschäfte entsteht, trifft ihre Aussage nur für einen kleinen Teil des Zentralbankgeldes zu, ist also überwiegend falsch.

      Die geldpolitische Funktion des “forderungslosen” Geldes zu betrachten, wäre dann der nächste Schritt, den ich hier aber ausklammere.

      Jedenfalls führt Ihre Betrachtungsweise, für Zentralbankgeld könne von der Zentralbank nichts gefordert werden als die Herausgabe anderer Noten, zur Verkennung der Realität und zu falschen theoretischen und praktischen Konsequenzen.

      Ihre Website behandelt auch die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken und einiges fliesst, sodann übergreifend wenn Sie Vollgeld behandeln.

      Dabei ist mir aufgefallen, dass einiges entweder nicht berücksicht worden ist, oder ganz einfach nicht präzise genug widergegeben wird.

      Die Banken schaffen auch Geld der Geldmenge M1, wenn sie zum Beispiel ihren Fuhrpark erweitern bzw. ein neues Filialgebäude kaufen.

      In einem Vollgeld-System können Banken aber sehr wohl Kredite vergeben – und zwar mit dem Geld, was den Sparern Ihnen ausdrücklich zu diesem Zweck durch eine spezielle, längerfristige Geldanlage zur Verfügung stellen.

      Daher muss sowohl Ihre Aussage, als auch die Behauptung von @Dr. Meyer Banken dürften in einem solchen System kein Buchgeld mehr emittieren, so dürfen sie auch keine Hypothekardarlehen mehr gewähren, als widerlegt betrachten werden?

      Dass Lösungen nicht am eigentlichen Kernproblem vorbei gehen, ist mein Hauptgrund dafür, dass ich ungerne Lösungen diskutiere – geschweige denn selbst vorschlage oder gar präferiere. Mir ist es wichtig, dass zunächst das eigentliche Problem verstanden und von Symptomen abgegrenzt wird. Die Liquiditätsprobleme der Banken sind somit Symptome. Hier anzusetzen, halte ich für riskant.

      Wünsche noch ein schönes Wochenende,
      X

    • @ X alias Argonautiker

      „Sie schreiben, dann weiter, dass Zentralbankgeld keine Forderung im eigentlichen Sinne darstellt.“
      Sie legen mir Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe. Geschrieben habe ich: „Bargeld ist eine verbriefte Forderung gegenüber der Nationalbank (die allerdings nur eine Geschäftsbank einlösen kann im Rahmen ihrer Repo-Geschäfte; die Bürger können bei der Nationalbank einzig Banknoten in andere Banknoten tauschen, eine andere Forderung steht ihnen rechtlich nicht zu.“

      „Kauft die Zentralbank Wertpapiere definitiv an und hält diese bis zum Fälligkeitstermin, stellt das dabei geschaffene Geld einen Ansprch auf Vernichtung der angekauften Forderung dar.“
      ???
      Die Zentralbank kauft das Wertpapier und stellt dagegen Giroguthaben zur Verfügung. Dieses Giroguthaben bleibt selbstverständlich. Wenn die ZB nun am Fälligkeitstermin das Guthaben aus dem Wertpapier erhält, wird natürlich irgendein Giroguthaben dazu verwendet. Sagt man dem neuerdings „Ansprch auf Vernichtung der angekauften Forderung“?

      „Kauft die Zentralbank aber forderungslose Vermögenswerte (z.B. Gold) definitiv an, dann kann sie frei bestimmen, wann sie diese Aktiva wieder verkaufen will. Das so geschaffene Geld stellt dann in der Tat keine “Forderung” gegen die Zentralbank dar.“
      Was ist denn Fremdkapital anderes als eine Forderung? Die Bank hat dann zwar eine Forderung, die aber keine Forderung ist??? Entweder man hat eine Forderung (= Guthaben), oder man hat eben keine. Eine Halbforderung gibt es nicht. Bestünde diese Forderung nicht, hätte die Geschäftsbank ihr das Gold ja geschenkt. Das kann doch wohl nicht Ihr Ernst sein!

      „Jedenfalls führt Ihre Betrachtungsweise, für Zentralbankgeld könne von der Zentralbank nichts gefordert werden als die Herausgabe anderer Noten, zur Verkennung der Realität und zu falschen theoretischen und praktischen Konsequenzen.“
      Ich habe geschrieben: „Bargeld ist eine verbriefte Forderung gegenüber der Nationalbank (die allerdings nur eine Geschäftsbank einlösen kann im Rahmen ihrer Repo-Geschäfte; die Bürger können bei der Nationalbank einzig Banknoten in andere Banknoten tauschen, eine andere Forderung steht ihnen rechtlich nicht zu.“
      Also legen Sie mir bitte nicht dauernd Worte in den Mund, die ich nie gesagt habe.

      „Ihre Website behandelt auch die Giralgeldschöpfung der Geschäftsbanken und einiges fliesst, sodann übergreifend wenn Sie Vollgeld behandeln.
      Dabei ist mir aufgefallen, dass einiges entweder nicht berücksicht worden ist, oder ganz einfach nicht präzise genug widergegeben wird.“
      Alle Zitate sind verlinkt, alle Aussagen belegt und somit nachvollziehbar. Selbstverständlich kann im Rahmen einer Webseite nie alles berücksichtigt werden, will man diese nicht zu einer wissenschaftlichen Arbeit, die niemand liest, verkommen lassen. Meine Webseiten richten sich ausdrücklich an Laien und sind auch ausdrücklich als Einführung ins Geldsystem (resp. als Übersichten über Geldsystem und Initiativen) insbesondere aber nicht nur für Laien deklariert. Wer sich weiter informieren möchte, findet unzählige Links sowie eine lange Liste von Literatur.

      „In einem Vollgeld-System können Banken aber sehr wohl Kredite vergeben – und zwar mit dem Geld, was den Sparern Ihnen ausdrücklich zu diesem Zweck durch eine spezielle, längerfristige Geldanlage zur Verfügung stellen.“
      Dazu habe ich des Langen und Breiten Stellung bezogen. Spargelder können nicht verliehen werden, da Spargelder eine Schuld einer Bank sind. Schulden kann man nicht verleihen. Basta!
      Im übrigen: Was passiert nun mit diesem angeblich verliehenen Geld? Der Schuldner dürfte, wie jeder wohl weiss, den Kredit nicht aufgenommen haben, um ihn danach unter die Matratze zu legen und später wieder zurückzuzahlen! Er gibt selbstverständlich dieses Geld aus! Was passiert dann mit dem Geld? Es landet auf dem Konto seines Lieferanten. Wenn nun der Lieferant spart, gehört dasselbe Geld zwei Personen, nämlich einerseits dem Sparer 1 und anderseits dem Sparer 2! Ist das tatsächlich Vollgeld?

      „Daher muss sowohl Ihre Aussage, als auch die Behauptung von @Dr. Meyer Banken dürften in einem solchen System kein Buchgeld mehr emittieren, so dürfen sie auch keine Hypothekardarlehen mehr gewähren, als widerlegt betrachten werden?“
      Keineswegs, denn Spargelder können nicht verliehen werden, weil sie Schulden der Banken sind. Die Bank kann nur ihr eigenes Geld verleihen. Spargelder sind ein Anspruch auf Bargeld, aber eben nicht Bargeld per se. Aber das geht den Vollgeldfantasten leider nicht in den Kopf.

    • Ach ja, X, alias Argonautiker, Sie sollten sich viel eher Copy & Paste nennen:

      https://guthabenkrise.wordpress.com/2012/01/30/ein-grundlegender-losungsansatz-fur-die-systemkrise-notenbanken-werden-zur-monetative/

      https://soffisticated.wordpress.com/2012/10/31/vollgeldspielereien/

      Überall exakt derselbe Text wie hier auf In$ideParadeplatz…

      Zitat:
      „Sie schreiben, daß Zentralbankgeld keine Forderung im eigentlichen Sinne darstellt:

      “Die Forderung an eine Zentralbank lautet auf die Lieferung (!) von Banknoten”.

      Das ist zwar formell richtig, aber eine verkürzte Betrachtung der Geschäfte, die die Zentralbank vornimmt.

      Der größte Teil des Zentralbankgeldes stammt aus Wertpapierpensionsgeschäften. Die Geschäftsbanken können (und müssen) die bei der ZB in Pension gegebenen Wertpapiere gegen Zentralbankgeld zurückkaufen.

      De facto stellt das in Pensionsverträgen geschaffene Zentralbankgeld damit eine Forderung auf die in Pension gegebenen Wertpapiere dar.

      Kauft die Zentralbank Wertpapiere definitiv an und hält diese bis zum Fälligkeitstermin, stellt das dabei geschaffene Geld einen Ansprch auf Vernichtung der angekauften Forderung dar.

      Kauft die Zentralbank aber forderungslose Vermögenswerte (z.B. Gold) definitiv an, dann kann sie frei bestimmen, wann sie diese Aktiva wieder verkaufen will. Das so geschaffene Geld stellt dann in der Tat keine “Forderung” gegen die Zentralbank dar.

      Würde die Zentralbank den größten Teil ihres Geldes auf diese Weise schaffen, wäre Ihre oben zitierte Aussage richtig. Da aber der größte Teil des Zentralbankgelds über Wertpapierpensionsgeschäfte entsteht, trifft ihre Aussage nur für einen kleinen Teil des Zentralbankgeldes zu, ist also überwiegend falsch.

      Die geldpolitische Funktion des “forderungslosen” Geldes zu betrachten, wäre dann der nächste Schritt, den ich hier aber ausklammere.

      Jedenfalls führt Ihre Betrachtungsweise, für Zentralbankgeld könne von der Zentralbank nichts gefordert werden als die Herausgabe anderer Noten, zur Verkennung der Realität und zu falschen theoretischen und praktischen (politischen) Konsequenzen.“

      Zitatende.

      Sie legen den Menschen also einfach Worte in den Mund, um danach mittels Copy & Paste das Gewünschte zu propagieren. Kommt man sich da nicht ziemlich blöd vor? Sind Sie dieser Moneymind? Oder ist auch das wieder nur ein Plagiat?

  8. An Alle Teilnehmer der Diskussion,

    ich habe den Schlagabtausch gelesen und bin erstaunt über Ihr Wissen. Es drängt sich bei mir aber eine Frage auf!!! Warum beenden Sie Ihren mentalen Kampf nicht einfach und vernetzen Ihre Ideen und erschaffen dadurch einen genialen Entwurf einer besseren Gesellschaftsform. Solange ich im Internet solche Diskussionen lesen muss wo immer einer dem anderen Fehler und Fakten vorhält, weis ich dass sich nie was ändern wird. Vielleicht müssen wir Männer uns auch mal weiterentwickeln/besinnen dass es wichtiger wäre das Leben/Menschen zu beschützen; es zu bewahren als immer nur alles auszubeuten…?! Egal was es kosten mag!!! Ich glaub wir haben da nicht mehr so viel Zeit, schon jetzt ist offensichtlich dass das augenblickliche System uns in den Untergang treibt. Ich hab ja selbst keine Lösung zu bieten, aber wir müssen unbedingt unser Wissen vernetzen und nicht immer auf Theoriefehler anderer zeigen – Kooperation statt Konkurrenz, es geht nur miteinander, es geht nur wenn wir teilen/vertauen und uns helfen.
    Gruss
    X

    • @ X

      Will man ein System verändern, ist es nötig, das bestehende System erst einmal gründlich zu analysieren und zu verstehen. Herr Dr. Meyer hat da bereits seit langem hervorragende Arbeit vollbracht. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Als ich meine Seiten erstellte, kannte ich leider In$ideParadeplatz noch nicht, obwohl ich mir einbilde, mich ziemlich gut informiert zu haben über all die laufenden Diskussionen und einfach nur den Kopf schütteln konnte ob des weitverbreiteten Unwissens, dem Irrglauben und den luftigen akademischen Theoriegebäuden. Ich habe die laufenden Geldsysteminitiativen und Forderungen studiert und meine Kritik daran dann in meine Seiten eingebaut. Das Geldsystem ist für Gesellschaften zu wichtig, als dass man sich erneut blind in ein Experiment stürzen dürfte. Das sind wir nicht bloss uns, sondern auch den Nachkommen schuldig. Zu viel ist bereits in der Geschichte schief gelaufen, daraus sollten wir lernen!

      Ihre Forderung, ein besseres System zu kreieren, kann daher nur diskutiert werden, wenn man das bestehende System richtig analysiert und die Ursache der Probleme herausschält. All die laufenden Vorschläge laufen in die Irre, weil sie auf falschen Analysen beruhen und die grundlegende Problematik übersehen, die Dr. Paul C. Martin bereits vor 25 Jahren herausschälte und ansprach:
      „Heerscharen von Philosophen, Historikern, Soziologen und Ökonomen haben sich mit dem Phänomen des „Aufstiegs und Niedergangs“ beschäftigt, ohne auf den Kern des Problems zu stoßen, nämlich seine prinzipielle Unlösbarkeit.“
      Aus diesen Gründen möchte ich hier gerne einen Ingenieur zitieren, der mir schrieb: „Ich finde es sehr positiv, wie Sie viele Geldsystemkritikpunkte kritisch beleuchten, denn viele Leute gehen der zu simplizistischen Kritik vieler Quellen auf den Leim.

    • Hallo Dr. Meyer,

      „Geld entsteht nur durch Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit.“

      Ihr Stanpunkt;
      https://insideparadeplatz.ch/2014/03/19/vollgeld-initiative-lachnummer-mit-emil/

      Nach Prof. HUBER (2011; S. 66 ff.) hat Geld keine produktive Funktion. Im Gegensatz zur Behauptung von Seiten der Banken, arbeitet Geld auch nicht! Vielmehr katalysierte es die gesellschaftliche Produktion sowie alle geld-involvierenden Tätigkeiten und repräsentiert damit Wirtschaftswerte. Der Wert des Geldes besteht in seiner Kaufkraft. Nur aufgrund des Vorhandenseins eines laufend erstellten Wirtschaftsprodukts erhalten Geld- und Sachvermögen einen Wert, der jeweils entsprechend zugemessen werden kann. Geldwert und Wertzuwachs, also Rentabilität, erwachsen aus Produktivität, niemals aus dem Geld selbst. Geldanlagen per se sind nicht rentabel, nur eine reale Produktivität macht Geldanlagen rentabel. Wie Prof. HUBER (2011) weiter hervorhebt, liegt der eigentliche Sinn und Zweck der Finanzwirtschaft in ihren realwirtschaftlichen Bezügen. Obwohl die Finanzwirtschaft – wie allgemein bekannt – mit Geld weiteres Geld „machen“ möchte, entkommt sie letztendlich nicht der Schwerkraft ihrer realwirtschaftlichen Basis. Wie dem zweiten Teil des „Faust“ entnommen werden kann, hat dies auch Goethe schon erkannt (siehe auch BINSWANGER – 2010).

      Ich sehe darin, (Ihr Standpunkt, Kommentar und Ausführungen der genannten Professoren), einige Widersprüche. Könnten Sie dazu bitte Stellung nehmen?

      Auf einem freien Markt sind halt auch die Lehren der Professoren käuflich, vor allem die Lehren der Professoren, die dem Markt in jeder Beziehung den Vorzug geben.
      Gruss
      X

    • @Oeconomicus criticus,

      Sie sprechen mir aus der Seele! Es ist aber wirklich sehr schwierig, sich eine Meinung zu bilden. Beispiel Deutschland (Statistisches Bundesamt:

      https://www.destatis.de/DE/Startseite.html

      Mich interessierte die Relation zwischen Schulden vs. Vermögen zu beleuchten! Sie wissen schon, ein lieblings Argument der Geldsystemkritikern; der Anti-Geldsystemkritikern und Andere Gruppierungen.

      So habe ich auf der Basis dieser Daten recherchiert (auch Historisch).

      Zwischen -Fazit:

      Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland etwa 5 Billionen Euro. Staatsverschuldung in Deutschland etwa 2 Billionen Euro.

      Differenz: 3 Billionen Euro

      Frage: Wie erklärt sich die Differenz? Sind das alles ausländische Staatsschulden? Oder Schulden der Unternehmen? Oder welcher Zusammenhang besteht?

      Die Antwort die ich mir selbst geben durfte, – war verblüffend-, es sind eben nicht 5 Billionen private Geldvermögen, sondern nur 5 Billionen Geldforderungen, davon sind die privaten Verbindlichkeiten abzuziehen! In etwa, (konnte nicht genauer ermitteln,), sind 2,5 Billionen längerfristigen Privat-Krediten in den Statistiken der Bundesbank. Dazu kommen private Kredite und Exportsalden.

      http://www.bundesbank.de/Navigation/DE/Home/home_node.html

      Schluss – Fazit: Passt schon, wenn die Definitionen von Geldvermögen beachtet werden, also die Verbindlichliten saldiert.

      Meine Vermutung? Das System ist nicht so konzipiert, dass es nicht zu verstehen ist; ergo: auch nicht zu lösen ist, deshalb es dringend eine Reform bedarf!
      Gruss
      X

    • @X

      Es ging hier nicht um eine Reform der Gesellschaft.

      Mein Hauptanliegen hier auf Inside Paradeplatz war konkret, die Leserschaft darauf hinzuweisen, dass die Einführung des Mindeskurses auf einem Überlegungsfehler der SNB beruht (sogenannte „Geldschöpfung“, „Geld aus dem nichts“).

      Ich wollte auf die grossen Gefahren dieses Mindestkurses hinweisen und riet der SNB von Anfang an, diesen Mindestkurs aufzugeben. Sie brachte damit nur die CH-Volkswirtschaft unnötig in grosse Gefahr.

      mfG

    • @ X

      Sie haben das wohl schon richtig recherchiert. Geldvermögen und Geldschulden sind allerdings immer nur deckungsgleich zwischen Banken und anderen Wirtschaftssubjekten (Geld entsteht ja auch durch Wertpapierkäufe, wie z.B. Aktien, welche keine Schulden sind, also z.B. Beteiligung der Bank an einem Unternehmen/Buchgeld). Da steht also auf der Aktivseite kein Kredit der Bankschuld (Buchgeld) gegenüber.

      Das Problem beim Geld ist die Vorfinanzierung. Diese setzt die Schuld in die Welt. Schon die Bibel redet von Erbsünde, was man auch als Erbschuld, oder Urschuld, wie Dr. Martin sie nennt, bezeichnen kann. Seit der biblischen Vertreibung aus dem Paradies ist ja bekanntlich der Mensch den Mühen des Alltags ausgesetzt „im Schweisse deines Angesichts“ – 1. Mose Kapitel 3.
      Von der Urschuld grenzt Dr. Martin die Kontraktschuld ab http://www.miprox.de/Wirtschaft_allgemein/Macht-der_Staat-Eigentum.htm. Jedes Unternehmen, wie auch jeder Staat muss sich vorfinanzieren, bevor es/er überhaupt erst besteht. Genau diese Vorfinanzierung ist einerseits zwar der Antrieb, anderseits aber auch die Last, welche nicht abgeschüttelt werden kann.
      Die Schuld wiederum ist die Grundsteinlegung für Macht und Abhängigkeit. Geld wiederum ist ein Derivat dieser Schuld, wenn man das so sagen will und darf. Das Problem sitzt also sehr, sehr tief unten! Daher sind auch „Heerscharen“ nicht „auf den Kern des Problems“ gestossen.

    • @Oeconomicus criticus,

      Ihre Vorwürfe weise ich scharf zurück. Ich habe die Übernahme eines Textes der nicht mir gehört, als Zitat kenntlich gemacht. Darüber hinaus, habe ich Links sowohl von externe als auch von Insideparadeplatz selbst angegeben. Direkte und Indirekte Zitate habe ich auch nach besten Wissen und Gewissen klar hervorgehoben. Eine Sortierung in Primärquellen, aus denen die Zitate stammen und Sekundärquellen habe ich auch säuberlich hervorgehoben, so können Sie sehen, dass ich den Link „Guthabenkrise geminsam, mit der Website von Horst Seiffert „hinein kopiert habe“! Zitate und Quellen aus der SNB habe ich auch ganz klar markiert und angegeben, sowie die Bücher von Prof. Bernd Senf, Huber und Bisswanger. Die Buchungsätze stammen auch aus diesen Bücher und Arbeitspapieren teils von Internet Quellen und von Unveröffentlichte Quellen! Die Angabe der Seitenzahl ist hier Pflicht und das habe ich auch strikte eingehalten!

      Ihre Vorwürfe sind deshalb, nicht nachvollziehbar. Bitte gehen Sie, fachlich nach Ihrem „Wissen“ und „Gewissen“ auf die Probleme ein. Bitte keine emotionale Debatten führen; wie“ Dr. Marc Meyer for President, Gehirnwäsche, Verblendung usw.* Ihre Website ist voll davon, ich zitiere Sie aus Insideparadeplatz:

      „laufenden Diskussionen und einfach nur den Kopf schütteln konnte ob des weitverbreiteten Unwissens, dem Irrglauben und den luftigen akademischen Theoriegebäuden. Ich habe die laufenden Geldsysteminitiativen und Forderungen studiert und meine Kritik daran dann in meine Seiten eingebaut. “

      Ende.

      So haben Sie das? Also nehmen Sie hier kurz Stellung! Neben bei bemerkt: Ich habe auf Ihre Website Zitate ohne korrekte Quellenangabe gesehen, ich überprüfe jetzt, wie weit sich das ausdehnt. Ich werde prüfen lassen, in wie weit, diese Zitate auf Ihre Website Ausgangspunkt Ihrer selbstgebstelteten eigenen Argumentation sind oder darin, einen Verstoss gegen urheberrechtlich geschützten Inhalten vorliegt. Ihr Name und Vorname sind inzwischen bekannt.
      Gruss
      X

    • @ X

      „Ich habe auf Ihre Website Zitate ohne korrekte Quellenangabe gesehen, ich überprüfe jetzt, wie weit sich das ausdehnt. Ich werde prüfen lassen, in wie weit, diese Zitate auf Ihre Website Ausgangspunkt Ihrer selbstgebstelteten eigenen Argumentation sind oder darin, einen Verstoss gegen urheberrechtlich geschützten Inhalten vorliegt. Ihr Name und Vorname sind inzwischen bekannt.“

      Ich gebe Ihnen 24 Stunden Zeit, Ihre ehrenrührige Bemerkung zurückzunehmen. Danach werde ich Strafklage einreichen.

      Freundliche Grüsse
      OC

    • @ X

      Sie schreiben:
      „Ihre Vorwürfe weise ich scharf zurück. Ich habe die Übernahme eines Textes der nicht mir gehört, als Zitat kenntlich gemacht.“

      Nirgends ist ein Hinweis auf die Quelle des gesamten abgekupferten Textes, wie ich es in meinem Post beanstandet habe, Link:
      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61138
      Hier Ihr Beitrag mit dem beanstandeten Text:
      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61071

      Ein paar weitere Müsterchen – der erste Link ist jeweils Ihr Beitrag ohne Quellenangabe, der zweite Link ist jeweils die Quelle und dazwischen der von Ihnen plagiierte Text:

      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61047
      „Meines Erachtens verwischen Sie den Unterschied von Forderungen an Geschäftsbanken und Zentralbanken und damit die Tatsache, daß es sich bei den heutigen Geldsystemen um ein zweistufiges Konstrukt handelt. Das erlaubt es jedoch nicht beide Forderungen ohne weiteres gleichzusetzen, weil im einen Fall die Einlösbarkeit in Banknoten von dem Liquiditätsstatus der Bank abhängig ist, während eine Zentralbank sich dadurch auszeichnet, daß sie kein Liquiditätsproblem kennt – natürlich nur hinsichtlich derjenigen Währung, die sie auch selbst emittieren kann.“
      https://soffisticated.wordpress.com/2012/10/31/vollgeldspielereien/#comment-228
      (soffisticated)

      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61047
      „Der Gedanke, dass ein Geldsystem auch irgendwie abgesichert sein muss, erscheint doch sehr gesund. Schließlich erbringen wir alle Leistungen in einem Wirtschaftssystem, welche in Geld vergütet uns spätere Gegenleistungen erwarten lassen. Dies ist ja auch nur fair und im Sinne der Arbeitsteilung. Nun haben wir ja schon länger Krisen“
      https://guthabenkrise.wordpress.com/2014/01/21/goldgeld-vollgeld-und-der-wunsch-nach-deckung-nur-zu/
      (Global Change 2009 e.V.; Buschbeck)

      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61121
      „Geld ist eben gerade keine Naturangelegenheit mit einem eigenen Wesen, sondern die Gestaltung eines Geldwesens ist eine absolut menschliche Angelegenheit. Also ist es unsere Verpflichtung, das Geldwesen zu gestalten und keinesfalls sich dem Geld, als sei es eine selbständige Instanz, zu unterwerfen. Wer vergißt (und die heutigen Beherrscher des Geldes wollen gern, daß wir das vergessen), daß wir Menschen hier die Regeln aufstellen, der hält dann auch so idiotische Konstruktionen wie Zins für natürlich, der nur eben immer automatisch zur Krise führen muß, weil ja das Geld immer von dort, wo es gebraucht wird, dorthin fließt, wo es überflüssig ist.“
      http://www.rottmeyer.de/geldreform-das-uebel-an-der-wurzel-packen-oder-der-irrweg-des-vollgeldes/comment-page-1/#comment-19765
      (Infoliner)

      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-61121
      „Auch das Investment-Banking wäre in einem Vollgeldsystem weiterhin möglich. Welche Ausmaße es annimmt, hängt vor allem von der Zentralbankpolitik ab. Wenn die Zentralbank die Geldmenge mit tiefen Zinsen weiter ausweitet, wird es tendenziell zu einem überreichlichen Kredit- und Geldangebot kommen, das die Aktivitäten und Handelsvolumina im Investment-Banking befördert.“
      http://news.degussa-goldhandel.de/newsletter/A91TY8H562.pdf
      (Degussa)

      Sie schrieben: „Darüber hinaus, habe ich Links sowohl von externe als auch von Insideparadeplatz selbst angegeben. Direkte und Indirekte Zitate habe ich auch nach besten Wissen und Gewissen klar hervorgehoben.“ und „Ihre Vorwürfe sind deshalb, nicht nachvollziehbar.“

      Tja, da müssen Sie obige wortwörtlich übernommenen Zitate ohne Link oder Kenntlichmachung erklären!

  9. @C. Hinder

    Sehr geehrter Herr Hinder

    Sie haben den Nagel auf den Kopf getroffen!

    Geld entsteht nur durch Arbeit, Arbeit und nochmals Arbeit.

    Geld entsteht niemals durch „Hokuspokus“ der Nationalbank wie „märchenhafte Geldschöpfung“, „Geld aus dem Nichts“ und dergleichen wie uns die SNB irreführt.

    Das sollten die SNB, die Tourismusbranche und die Exportindustrie endlich einsehen.

    Nur durch Arbeit entsteht Geld.

    Keynesianismus und Monetarismus sind Irrlehren, welche die Wirtschaftswelt nun bald 80 Jahre in die Irre geführt haben.

    Dafür haben ihre Vertreter viele Nobelpreise erhalten.

    Es ist höchste Zeit, diesen Nobeplreis für Oekonomie endlich abzuschaffen. Er schadet der Menschheit nur.

    Freundliche Grüsse und ein schönes Wochenende

    Marc Meyer

  10. @ Dr. Marc Meyer
    Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Über welchen Zeithorizont wäre Ihrer Meinung nach eine Verkürzung der SNB Bilanz auf ein vernünftiges Mass durch Verkauf der Devisenbestände machbar. Ein massiver Abbau bliebe von den Marktteilnehmern ja nicht unbemerkt.

    Danke für Ihren unermüdlichen Einsatz und freundliche Grüsse Rico Meier

    • @Rico Meier

      Sehr geehrter Herr Meier

      Da ich weit weg bin von der Nationalbank kann ich das aus technischer Sicht nicht genau beuteilen.

      Gekauft hatte Phillip Hildebrand schnell. Die erste Tranche von rund 200 Millairden Franken wurde so schnell gekauft, dass alle überrascht waren.

      Der Verkauf dürfte viel harziger vor sich gehen. Die SNB hat ja in sehr viele Titel investiert, u.a. in über 6’000 verschiedene Aktientitel.

      Da dürfte es schwer sein, unbemerkt auszusteigen. Darum bin ich enttäuscht, dass die SNB nicht parallel zur Aufgabe des Mindestkurses einen grossen Teil ihrer Devisenanlagen abgestossen hat.

      Aber die SNB kommt nicht darum herum, diese Devisenanlagen abzustossen. Ansonsten läuft sie Gefahr, dass sie darauf hohe Verluste erleidet.

      Damit das Eigenkapital der SNB dann nicht negativ wird, muss sie ihre Negativzinsen noch mehr senken. Das wird zu steigenden Zinsen in unserem Lande führen.

      Die Hausbesitzer und die Betriebe werden dann die Zeche der Nationalbank bezahlen müssen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Guten Morgen, lieber Herr Dr. Meyer!

      Sie schreiben:
      „Die SNB bezeichnet den Notenumlauf als Notenbankgeld. Dieses ist auf der Passivseite der SNB-Bilanz verbucht.“

      Und?
      Ist Lüstergold Gold?
      Ist Katzengold Gold?

      Herrschaftszeiten, nur weil in einer Bezeichnung ein bestimmtes Wort vorkommt, bedeutet das doch nicht, das solches, was das in der Bezeichnung vorkommende Wort bedeutet, vorliegt.

      „Giralgeld“ ist kein Geld.
      Geld sind die Papier- und Metallfranken.

      „Notenbankgeld“ ist kein Geld.
      Geld sind die Papier- und Metallfranken.

      Die SNB weist Eigenkapital und Schulden auf ihrer Passiv-Seite aus, wie jedes andere Unternehmen.

      Gerne verwende ich die Metallfranken nicht als Beispiel, man kann das Papiergeld auch ohne dieses Beispiel verstehen, aber für Sie dann doch:

      Auftrag an Swissmint, eine Milliarde in Metallfranken zu produzieren.
      Für wen wird produziert?
      Für den Staat Schweiz.
      Geliefert werden die Metallfranken aber direkt an die SNB, die SNB bucht die Metallfranken auf ihre Aktivseite und auf ihrer Passivseite erhält der Staat eine Girogutschrift in Höhe von einer Milliarde Franken.

      Klartext: Der Staat verkauft die Metallfranken an die SNB.

      Bilanz SNB
      Aktiva: Metallfranken 1’000’000’000
      Passiva: Giroverbindlichkeiten beim Staat 1’000’000’000

      Hurra, Jubel über alles, es ist „Notenbankgeld“ entstanden.

      Lieber Herr Dr. Meyer, wachen Sie endlich auf!

      Das Geld sind selbstverständlich die Metallfranken, zu finden auf der Aktiv-Seite der SNB.
      Das angebliche „Notenbankgeld“, hier im Beispiel als Giroverbindlichkeiten, sind eben genau das:
      ganz normale Giroverbindlichkeiten, Geldschulden der SNB.

      Die SNB schuldet dem Staat 1’000’000’000 Franken.

      Es muss doch möglich sein, dass dieser einfache Zusammenhang verstanden wird.
      Geld ist immer ein Aktivum!

      Geld ist niemals auf der Passiv-Seite einer Bilanz zu finden.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Danke.

      Meine Argumentation versuche ich, möglichst lösungsorientiert zu formulieren.

      Deshalb habe ich der SNB drei Jahre lang konkret geraten, den Mindestkurs sofort aufzugeben, weil sie den nicht wird durchhalten können und damit nur die Schweizer Volkswirtschaft in grosse Gefahr bringt.

      Bei Ihnen weiss ich aber nach zwei Jahren immer noch nicht, ob Sie nun für oder gegen den Mindestkurs sind oder waren.

      Zur Theorie: Eine Banknote ist ein Obligationsschein der SNB. Wenn Sie sich dessen bewusst werden wird alles klar.

      mfG

    • @ Hardy, der Student

      JP Morgan zu Recht: „Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.“
      Daraus folgt: es gibt entweder Warengeld oder Schuldgeld!

      Unser jetziges Geldsystem ist kein Warengeldsystem, sondern ein Schuldgeldsystem.
      Die Swissmint kann nicht einfach Metallfranken stanzen und dann behaupten, dies sei (alleiniges) Geld, weil Metall grundsätzlich praktisch wertlos ist.
      Sie übersehen, dass das Münzgeld einen marginalen Anteil an der Geldmenge hat, als gesetzliches Zahlungsmittel anstelle von Schuldgeld angenommen werden muss und daher damit die Schulden rechtswirksam getilgt werden können. Das verleiht dem Münzgeld seinen Wert! Würde alles Geld in Münzen geprägt, wäre dieses Geld so viel wert wie das Metall, nämlich praktisch nichts; ausser man nähme Gold und Silber, welche Metalle immerhin einen gewissen Wert verkörpern. Dann sind wir wieder im Warengeldsystem (reine Gold- oder Gold-Silberwährung, Goldsstandard oder Gold-Devisenstandard).

      Herr Dr. Meyer analysiert daher das bestehende System richtig!

    • Hallo OC,

      weiter geht’s.

      Sie schreiben:
      „JP Morgan zu Recht: “Gold ist Geld, alles andere ist Kredit.”“

      Das hört sich zwar gut an, ist aber grober Unfug.
      Gold ist dann Geld, wenn der Staat Gold als Abgaben verlangt.
      Verlangt die Schweiz Gold als Abgaben?
      Nein, die Schweiz verlangt Schweizer Franken als Abgaben, deshalb ist nicht das Gold das Geld, sondern die Schweizer Franken sind das Geld.

      Sie schreiben:
      „Die Swissmint kann nicht einfach Metallfranken stanzen und dann behaupten, dies sei (alleiniges) Geld, weil Metall grundsätzlich praktisch wertlos ist.“

      Die Swissmint behauptet gar nichts, Swissmint produziert Metallfranken, wenn ein entprechender Auftrag an sie gegeben wird.
      Es ist der Staat, der die Franken zu Geld erklärt (und der demnach Franken als Abgaben fordert).
      Aus welchem Material die Franken sind, ist egal, wenn der Staat festlegen würde, ein sechseckiges Plastikteil mit „35 Franken“ bedruckt (oder geprägt), sind 35 Franken, dann wären solche sechseckigen Plastikteile jeweils 35 Franken.

      Sie schreiben:
      „Sie übersehen, dass das Münzgeld einen marginalen Anteil an der Geldmenge hat, als gesetzliches Zahlungsmittel anstelle von Schuldgeld angenommen werden muss und daher damit die Schulden rechtswirksam getilgt werden können. Das verleiht dem Münzgeld seinen Wert!“

      Wie kommen Sie zu der Ansicht, ich würde übersehen, dass das Münzgeld nur einen marginalen Anteil hat?
      Nein, das übersehe ich nicht. Aber es gibt sie nun mal, die Metallfranken und man kann sich an ihnen sehr gut veranschaulichen, dass Geld ein Aktivum ist.

      Mit den Metallfranken wird anders verfahren, als mit den Papierfranken. Dafür gibt es gute Gründe, Stichwort Kaufkraft des Franken.
      Sowohl Metallfranken als auch Papierfranken sind Staatsgeld.

      Sie schreiben:
      „Würde alles Geld in Münzen geprägt, wäre dieses Geld so viel wert wie das Metall, nämlich praktisch nichts;“

      So ist das nicht richtig, es kommt nicht darauf an, ob die Franken alle aus Metall sind, es kommt darauf an, wie die Franken emittiert werden.

      Sowohl Metallfranken als auch Papierfranken könnte der Staat „direkt“ emittieren, er macht das aber nur mit den (im Anteil geringen) Metallfranken.

      Die Papierfranken werden „eingesperrt“ (Staatsschatzkammer) , der Staat verzichtet auf die direkte Emission.

      Die Papierfranken werden nur durch die SNB emittiert, die SNB erhält die Papierfranken aber nicht geschenkt.
      Die SNB muss sich die Papierfranken borgen, deshalb hat die SNB nach der Auszahlung von Papierfranken auch Schulden. Keine Schulden wegen Banknoten-Emission, sondern Schulden bei der Staatsschatzkammer.

      Wir haben es hier auf IP oft genug durchgekaut:
      Jordan behauptet
      a) die SNB emittiert Banknoten, und
      b) die SNB gibt nichts für die Banknoten.

      Beide Aussagen können nicht wahr sein, denn wenn es Banknoten wären, dann müsste die SNB auf Sicht etwas herausrücken, nämlich Geld.
      Das können Sie an unzähligen Notenbanken überprüfen, die Banknoten dieser Notenbanken waren kein Geld, sondern die Notenbanken mussten für ihre emittierten Banknoten dem Inhaber Geld auszahlen.

      Eine Notenbank konnte einem Kunden, der eine Hunderter-Note auf den Tresen legte, niemals einfach zwei Fünfziger-Noten auf den Tresen legen und den Kunden dann wieder wegschicken.

      Die Notenbank musste Geld für die Hunderter-Note auszahlen. Konnte sie das nicht, war die Notenbank illiquide und damit bankrott.

      Anders bei der SNB, die Franken-Scheine sind keine Banknoten der SNB, sondern die Franken-Scheine sind selber das Geld.
      Deshalb braucht die SNB nichts für die Franken-Scheine herauszurücken.
      Die SNB kann aber natürlich den Hunderter in z.B. zwei Fünfziger wechseln, das ist aber ein einfaches Geldwechseln.

      Sie schreiben:
      „Herr Dr. Meyer analysiert daher das bestehende System richtig!“

      Das sehe ich nun völlig anders. Herr Dr. Meyer verbreitet aktiv das Banknotenmärchen, er hält Franken-Scheine für Obligationen der SNB.

      Herr Dr. Meyer versteht nicht, dass sowohl Metallfranken als auch Papierfranken Staatsgeld sind.
      Ist Ihnen aufgefallen, dass er in keiner Weise auf die Tatsache eingegangen ist, dass die SNB die Metallfranken auf ihrer Aktiva-Seite präsentiert?
      Fragen Sie ihn nach seiner Gelddefinition. Viel Vergnügen…

      Hier die vernünftige Geld-Definition:
      Geld ist das Abgabengut.
      Und damit immer ein Aktivum.

      Freundliche Grüße!

    • @Hardy, der Student

      Jede Wertschrift ist sowohl Vermögen als auch Schuld.

      Aus Sicht des Gläubigers ist eine Wertschrift Vermögen – aus Sicht des Schuldners eine Schuld.

      Geld ist auch eine Wertschrift. Wer eine Banknote auf seiner Aktivseite verbucht, für den ist diese Vermögen.

      Die SNB verbucht eine Banknote aber auf der Passivseite ihrer Bilanz. Deshalb stellt eine Banknote aus Sicht der SNB eine Schuld dar – nicht Vermögen, wie Sie und die SNB irrtümlicherweise behaupten.

      mfG

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Sie schreiben:
      „Geld ist auch eine Wertschrift.“

      Nein, Geld ist das Abgabengut.
      Geld ist immer ein Aktivum, Geld kann niemals auf der Passiva-Seite einer Bilanz auftauchen.
      Auf der Passiva-Seite finden wir Schulden und Eigenkapital.

      Metallfranken sind Geld, entsprechend finden wir diese immer auf einer Aktiva-Seite einer Bilanz, auch bei der SNB.

      Geld wird produziert und steht dann zur Auszahlung bereit, hier geht’s zur ersten Geldfabrik:

      http://www.swissmint.ch/de-themen-muenzenherstellung-geldfabrik.html

      Die zweite Geldfabrik ist OF, dort werden die Papierfranken produziert.

      Auch Papierfranken sind immer ein Aktivum, auch Papierfranken können niemals auf einer Passiva-Seite einer Bilanz auftauchen.

      Sowohl Metallfranken als auch Papierfranken werden für den Staat Schweiz produziert.

      Metallfranken und Papierfranken sind das Geld des Staates Schweiz.

      Warum die Papierfranken bei der SNB nicht als Aktivum auftauchen, habe ich Ihnen oftmals erklärt.

      Banknoten der SNB sind nicht im Spiel, Sie lassen sich von der offiziellen Darstellung in die Irre leiten.

      Die Papierfranken haben mit einer Obligation nichts zu tun.
      Die Papierfranken sind einfach nur die Papierfranken.

      Denken Sie noch einmal darüber nach. Es lohnt sich.

      Freundliche Grüße!

    • @ Hardy, der Student
      Herr Dr. Meyer weiss ganz genau, dass Geld ein Vermögenswert ist, ihm brauche ich das zuallerletzt zu erklären.
      Meine Aussage ist im Zusammenhang zu verstehen. Es ging da um die Bewertung von Aktiven und die kurlige Behauptung von Argonautiker „–> Aktivierung nicht vorhandenen Geldes = “Betrug”“. Als Aktivum ist Geld selbstverständlich ein Vermögenswert => und wenn ein Aktivum in Geld bewertet wird, so bleibt selbstverständlich nicht bloss das Aktivum, sondern auch das bewertete Aktivum Vermögen. So ist Bargeld für die Geschäftsbanken Vermögen, wie das auch für die Bürger der Fall ist. Für die ZB allerdings ist es selbstverständlich ein Passivum. Analog gilt das für Buchgeld: Für die Zentralbank ist Buchgeld eine Bargeldschuld, für die Geschäftsbank ist ZB-Buchgeld ein Aktivum, ihr eigenes Buchgeld jedoch ein Passivum, also ebenfalls eine Bargeldschuld. Für den Bürger ist auch Buchgeld ein Aktivum.
      Das ist nun wirklich nicht schwer zu verstehen. Ein Guthaben muss ja selbstverständlich auf der anderen Seite immer eine Schuld haben, denn, wie Dr. Meyer irgendwo ganz zu recht vermerkte, heisst ja Guthaben, dass man etwas zugut hat – und dies ist wiederum nur möglich, wenn einem jemand etwas schuldet. Das ist einfach Plattitüde, bei der sich höchstens weltfremde Hochstudierte, welche in ihrem Leben nichts anderes als Schulräume gesehen haben, manchmal schwer tun. Für einen normalen Arbeiter ist das einfach nur selbstverständlich:
      http://www.ordnungspolitik.ch/2014/06/04/vollgeld-initiative-leere-versprechen-vom-vollen-geld/comment-page-1/#comment-43068
      Herr Dr. Meyer läuft halt mit offenen Augen durch’s Leben, im Gegensatz zu manchen verwirrten Professoren und eingebildeten, nachplappernden statt studierenden Studenten.

    • Sehr geehrter Herr Hinder

      Besten Dank, dass Sie Hardy, der Student die korrekte Antwort gegeben haben. Vielleicht hört er auf Sie.

      Dieser Hardy wird es aber wohl nie verstehen – ganz einfach weil er nicht verstehen will. Ich habe ihm den Zusammenhang schon gefühlte hundert Mal erklärt. Er will nicht.

      Er behauptet immer wieder, Banknoten seien kein Geld und dergleichen.

      Das unglaubliche ist, dass unsere Nationalbank tatsächlich sogar eine „Hardy, der Student“ – Geldpolitik betreibt.

      Unglaublich.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Als ich vor schätzungsweise 2 Jahren mal meinen Vermieter (Hauswart und gelernter Schreiner) so nebenbei fragte, ob er wisse, wie Geld entstehe, antwortete er ohne zu zögern und ganz selbstverständlich: Durch Arbeit. Die Antwort mag zwar aus akademischer Sicht nicht ganz korrekt sein („wie“ contra „wodurch“) – aber sie zeigt die Bodenständigkeit dieses „gewöhnlichen“ Arbeiters. Ein Arbeiter baut beispielsweise wertvolle Häuser – ein Professor unter Umständen nur in fachchinesische Vokabeln verpackte wertlose Luftschlösser und kriegt trotzdem einen viel höheren Lohn. Der Arbeiter wird als Trottel betrachtet, der Herr Professor als Fachmann. So wie die Welt manchmal verkehrt ist, so wird sie auch verkehrt gesehen. Kein Wunder also, wenn professorales Welt-Auf-Den-Kopf-Stellen in Mode ist.

      @ Hardy
      Hier wird der Esel wieder auf die Füsse gestellt:
      https://sites.google.com/site/geldsysteminfo/grundlagen/geldentstehung

    • Hallo Herr Hinder!

      Sie schreiben:
      „So ist Bargeld für die Geschäftsbanken Vermögen, wie das auch für die Bürger der Fall ist. Für die ZB allerdings ist es selbstverständlich ein Passivum.“

      Bares Geld ist für jeden, der es als Eigentum hat, ein Aktivum.
      Das gilt selbstverständlich auch für eine Zentralbank.

      Siehe:
      https://insideparadeplatz.ch/2015/01/14/unserioeser-schenkkreis-snb/#comment-60982

      Ihre Aussage „Für die ZB allerdings ist es selbstverständlich ein Passivum.“ ist grotesk falsch.
      Exakt das Gegenteil ist richtig, wenn die SNB Eigentümerin von barem Geld ist, dann weist die SNB dieses Geld selbstverständlich als Aktivum aus.

      Geld gibt es selbstverständlich auch ohne eine Zentralbank.
      Geld ist das Abgabengut, Geld ist das, was der Staat als Abgabe verlangt.

      In der Schweiz verlangt der Staat Schweizer Franken als Abgaben. Die Schweizer Franken sind in der Schweiz das Geld.

      In den USA verlangt der Staat US-Dollar als Abgaben, die US-Dollar sind in den USA das Geld.

      In den Euro-Ländern verlangen die Staaten Euro als Abgaben, die Euro sind das Geld in den Euro-Ländern.

      In Russland verlangt der Staat Rubel als Abgaben, in Russland sind die Rubel das Geld.

      Aus welchem Material die Franken, US-Dollar, Euro, Rubel sind, spielt keine Rolle.

      Es ist völlig unmöglich, dass Franken, US-Dollar, Euro, Rubel auf einer Passiva-Seite einer Bilanz auftauchen.

      Auf den entsprechenden Passiva-Seiten der Bilanzen tauchen
      Franken-SCHULDEN
      US-Dollar-SCHULDEN
      Euro-SCHULDEN
      Rubel-SCHULDEN
      auf.

      Geld-SCHULDEN sind aber kein Geld.

      Eigenkapital = Vermögen minus Schulden

      Daraus folgt:
      Vermögen = Eigenkapital plus Schulden

      Aktiva: Vermögen
      Passiva: Eigenkapital plus Schulden

      Geld ist immer eine Vermögensposition.
      Geld kann nur auf der Aktiva-Seite einer Bilanz erscheinen.

      Freundliche Grüße!

      PS:
      Sie schreiben:
      „Herr Dr. Meyer läuft halt mit offenen Augen durch’s Leben…“

      Der war gut…

    • @ Hardy, der Student

      Den entscheidenden Denkfehler, den Sie begehen, ist, dass Sie nicht erklären, woher das Aktivum kommen soll!

      Betreffend Ihrem Vorschlag von billigem Metall, habe ich oben Stellung bezogen.
      Gehen wir nun zu Gold über. Woher soll die SNB das Gold haben? Es gibt nur zwei Möglichkeiten: entweder aus der Passiv- oder der Ertragsseite, sofern wir nicht annehmen, dass das Gold der SNB auf’s Dach geschneit wurde oder Prof. Jordan es per Fronarbeit eigenhändig aus der Erde gebuddelt hat, denn die SNB hatte bei Gründung vorerst ja logischerweise nichts – und hat auch heute noch nichts, denn alles, was die SNB besitzt, gehört dem Volk! (Ich verweise auf mein Post weiter oben betreffend Vorfinanzierung!)

      Von der Ertragsseite her stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung: Raub, Diebstahl, Betrug, Gewalt, Fron, Krieg, Steuern usw., also Macht und Machtmissbrauch (die Geschichte legt Zeugnis ab, wie das geht…).
      Von der Passivseite stehen wiederum zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Eigen- oder Fremdkapital.

      Eigenkapital bedeutet, dass der König das Gold einlegt, Fremdkapital bedeutet, dass die SNB das Gold irgendwem schuldig ist…

      Also erklären Sie bitte erst, woher die SNB das Aktivum haben soll!

    • @Oeconomicus criticus (in Bezug auf Ihre Antwort an Hardy, der Student)

      Sehr gut ausgedrückt!

      Ein Punkt wäre noch anzubringen (ist wahrscheinlich „untergegangen“): Die SNB könnte auch noch Vermögen schaffen durch sogenannte „Seignorage“ aus der Zinsarbitrage (und damit Gold kaufen).

      Es ist zu befürchten, dass die SNB an der „Negativzinsschraube“ weiter dreht, um eine möglichst hohe Zinsmarge zu erwirtschaften.

      Aber es ist genau so wie Sie schreiben: Der Hardy, der Student, geht einfach davon aus, dass ein Aktivum da ist. Er verdreht die SNB-Passiven in SNB-Aktiven.

      Damit begeht er denselben Fehler wie das SNB-Direktorium.

      Hardy hat einmal hier folgendes geschrieben: Wenn ein Sohn sich verschuldet, so kann er einfach zum Vater gehen, und der bezahlt die Schuld. Er macht so aus einem Passivum ein Aktivum.

      Hier liegt sein Fehler. Dasselbe gilt für seine ominöse „Staatsschatzkammer“, von der die SNB all ihr Vermögen angeblich erhalten soll.

      Sie haben ihm das gut erklärt.

      Danke.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Hallo OC,

      Sie schreiben:
      „Den entscheidenden Denkfehler, den Sie begehen, ist, dass Sie nicht erklären, woher das Aktivum kommen soll!“

      Die Metallfranken sind doch das Aktivum.
      Wo die herkommen? Halleluja, die Metallfranken werden von Swissmint produziert.
      Die produzierten Metallfranken gehören aber nicht der Swissmint (denn dann könnte Swissmint sich die produzierten Metallfranken ja selber in die eigene Kasse einbuchen), sondern dem Staat.

      Der Staat verkauft die Metallfranken an die SNB, danach sind die Metallfranken Eigentum der SNB und erscheinen demnach völlig richtig auf der Aktivaseite der SNB-Bilanz.

      Swissmint bekommt natürlich eine Vergütung, die brauchen wir hier aber erstmal nicht auch noch zu berücksichtigen.
      Ohne Berücksichtigung dieser Vergütung für Swissmint ergibt sich die von mir dargestellte Bilanz:

      Bilanz SNB
      Aktiva: Metallfranken 1’000’000’000
      Passiva: Giroverbindlichkeiten beim Staat 1’000’000’000

      Die SNB hat eine Milliarde Franken vom Staat gekauft.
      Auf Kredit gekauft, deshalb hat die SNB ja auch noch eine Milliarde Franken Schulden bei dem Staat.

      Sie fragen:
      „Gehen wir nun zu Gold über. Woher soll die SNB das Gold haben?“

      Die SNB braucht kein Gold. Wofür denn?
      Der Staat hat die Definitionshoheit, was Geld ist. Die Schweiz selber definiert, wie die Schweizer Franken physisch beschaffen sind. Wenn die Schweiz ein geprägtes Metallplättchen als fünf Franken definiert, dann sind diese geprägten Metallplättchen fünf Franken.

      Der Eigentümer dieser fünf Franken zeigt diese auf seiner Aktiva-Seite, bewertet natürlich mit fünf Franken.
      Fünf Franken sind fünf Franken, weil sie als fünf Franken definiert sind. Ob diese fünf Franken physisch aus Blech, Gold, Silber, Plastik oder sonstwas bestehen, ist prinzipiell völlig schnuppe.

      Der Staat hat sie als fünf Franken definiert, und damit sind es fünf Franken. Punkt, was soll denn darüber noch diskutiert werden?

      Sie schreiben:
      „Also erklären Sie bitte erst, woher die SNB das Aktivum haben soll!“

      Hallo?
      Das habe ich erklärt: Gekauft hat die SNB die eine Milliarde Metallfranken, die sie jetzt als Aktivum hält.
      Ganz schlicht und einfach gekauft.
      Deswegen gehören diese eine Milliarde Franken jetzt auch der SNB.

      Gekauft mit Fremdkapital, wie man auf den ersten Blick sehen kann, denn passiv hat die SNB nun stolze eine Milliarde Schulden, Schulden beim Staat (Bund).

      Sie schreiben:
      „Betreffend Ihrem Vorschlag von billigem Metall, habe ich oben Stellung bezogen.“

      Hallo?
      Vorschlag?
      Das ist kein Vorschlag von mir, die Metallfranken sind aus „billigem Metall“, ganz real.
      Scheidemünzen, also „unterwertiges Geld“.
      Trotzdem muss es zum definierten Wert als Zahlung akzeptiert werden, eben, weil es der Staat so vorschreibt.

      Machttheorie des Geldes.
      Staat = Mann mit der Waffe = bewaffneter Zwang

      Nur das Ein-Rappen-Stück (= 0,01 Franken), das wollte nicht mehr so recht „unterwertig“ sein, und was passierte?
      Abgeschafft hat er es, der Staat.
      Ist doch wohl logisch, oder glauben Sie vielleicht, der Staat hätte Lust, von der Swissmint Ein-Rappen-Stücke zu kaufen, wenn er mehr bezahlen muss, als er selber dann als Geld (in Form von Ein-Rappen-Stücke) erhält?

      Freundliche Grüße!

    • @ Hardy, der Student

      „Die Metallfranken sind doch das Aktivum.
      Wo die herkommen? Halleluja, die Metallfranken werden von Swissmint produziert.“

      Ja, gut, selbst wenn diese Metallfranken einen Wert hätten – wenn! Wieso hat denn all das Eisen, Kupfer usw. da draussen kaum Wert? Wieso sammeln die Leute nicht Eisen, Kupfer, Messing usw., wo das ja angeblich Geld sein soll?

      Und nun, gut, wenn also diese Metallfranken in den Aktiven der SNB wären, so wäre das Geld ja immer noch eine Schuld der SNB, denn Sie schreiben ja selber:
      „Bilanz SNB
      Aktiva: Metallfranken 1’000’000’000
      Passiva: Giroverbindlichkeiten beim Staat 1’000’000’000“

      Diese Giroverbindlichkeiten beim Staat, das ist doch das Geld – und Ihre Metallfranken liegen nun in den Tresoren der SNB, sind also keinesfalls in der Wirtschaft. Wie kommen diese dann in die Wirtschaft? Indem alle Passiven aufgelöst werden, so wie ja das Münzgeld auch mittels Auflösung von Passiven zu den Banken gerät: Giroverbindlichkeiten/Münzen. Wenn nun all diese Metallfranken in die Wirtschaft müssen, ist die Bilanzsumme der SNB schlussendlich so ziemlich gleich Null! Dann kann man die SNB gleich schliessen. Sonst liegen die Metallfranken in den Tresoren der SNB, wo sie angeblich Geld sind.

      Und wie kommen die Metallfranken dann aus den Banken an das Volk? Indem dieses seine Guthaben bei den Banken tauscht in Metallfranken. Wenn alle ihre Guthaben in Metallfranken einlösen möchten, müssen die Banken alle Aktiven tauschen in Metallfranken, d.h., sie müssen alle Kredite kündigen, denn sonst können sie ja die Gläubiger nicht auszahlen.

      Aber glauben Sie tatsächlich, das Volk sei so besoffen, dass es diesen Metallfranken einen Wert zugesteht? Der Wert sind ja nicht die Metallfranken, sondern die Aktiven samt Sicherheiten in den Büchern der Geschäftsbanken.

      Sie machen einfach den Denkfehler, dass Sie den Esel auf den Kopf stellen und auch gleich noch am Schwanz aufzäumen! Alles Vermögen gehört dem Volk und nicht der SNB. Die SNB ist einzig mehr oder eher weniger gute Dienstleisterin und Treuhänderin des Volkes, mehr nicht. Die SNB schöpft keine Werte und die SNB schöpft auch kein Geld. Das einzige was sie schafft, sind Buchhaltung und GeldSCHEINE = Schuldscheine. Aber Geldscheine müssen mit einem Wert befüllt werden, denn Geld ist das im GeldSCHEIN inhärente Recht, die Forderung des Gläubigers auf die Schuld der SNB resp. auf die Aktiven der SNB. Ein Geldschein ohne Recht ist wertlos, wie auch eine Metallmünze ohne Recht wertlos ist. Daher sind auch alte Geldscheine und Münzen wertlos, wenn man von einem allfälligen Sammlerwert absieht.

      „Der Staat hat die Definitionshoheit, was Geld ist.“
      Haha, siehe Deutschland 1923, siehe Simbabwe usw.. Seit dem Jahr 1800 gab es weltweit 227 Staatsinsolvenzen: http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/weltkarte-der-staatsinsolvenzen-diese-laender-waren-schon-mal-pleite-a-813253.html

  11. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Besten Dank für Ihre Antwort. Der EUR hat sich ja etwas erholt gegenüber dem CHF. Gibt es ihrer Meinung nach Indizien, dass die SNB weiterhin massiv interveniert?Seitens Politik und Teilen der Wirtschaft wird ja ein Kurs von um die 1.10 als noch so verkraftbar genannt. Damit ginge das Roulette ja munter weiter.
    Freundliche Grüsse

  12. @ Dr. Marc Meyer

    Ich lese Ihre Ausführungen regelmässig, und ich verstehe langsam. Was ich noch nicht verstehe: Warum kann die SNB nicht einfach 1000.- drucken und dann einer Geschäftsbank ausgändigen? Bei der Einführung des Frankens mussten ja auch einmal initial Franken gedruckt werden. Der Anstieg auf der Passivenseite kann sie ja ausgleichen mit einer Erhöhung des Eigenkapitals. Wer verbietet der SNB einen solchen Vorgang?

    Beste Grüsse, Wilhelm

    • Sehr geehrter Herr Wilhelm

      Die SNB kann Banknoten drucken aber nicht einfach den Banken aushändigen. Wenn sie Banknoten emittieren will, so muss sie dagegen einen Vermögenswert in ihrer Bilanz aufnehmen. Klassisches Beispiel: Gold. Die SNB nimmt Gold in ihrer Bilanz auf und emittiert dagegen einen Schuldschein – eine Banknote.

      Vergleich: Wenn Nestlé einen Obligationenanleihe emittiert, so nimmt sie damit Fremdkapital auf. Damit kann sie nun eine Fabrik finanzieren. Wer den Obligationsschein besitzt, der hat eine Forderung gegenüber Nestlé. Verkauft ein Investor seine Nestlé Obligation einem anderen Investor, so wird dieser zum Gläubiger von Nestlé.

      Mit Nestlé-Obligationen könnte man etwas bezahlen: Z.B. ein Auto. Nestlé hat aber nicht dieselbe Sicherheit wie die Staatsbank. Da garantiert nicht nur das Eigenkapital, sondern zudem der Steuerzahler.

      Also benutzt man nicht Nestlé-Obligationen als Zahlungsmittel, sondern man benutzt Obligationen der Staatsbanken SNB als Zahlungsmittel.

      Banknoten sind also nichts anderes als Obligationen der SNB. Die kann die SNB nicht einfach ohne Gegenwert ausgeben.

      Auch Sie würden nicht jemandem einen Schuldschein ausstellen gegen sich selber, ohne dass sie dafür eine Gegenleistung erhalten.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  13. @ Dr. Marc Meyer
    Was nicht sein darf, ist nicht. Danke für Ihr Engagement, bleiben Sie dran. Aufkärung tut Not. Erst seit ich ihre Berichte gefunden und gelesen habe, habe ich verstanden, endlich.

    Was mich interessieren würde ist, was die SNB in der jetzigen Situation ihrer Meinung nach jetzt sinnvollerweise noch tun könnte.

    Freundliche Grüsse Rico Meier

    • @Rico Meier

      Sehr geehrter Herr Meier

      Besten Dank. Aus Zeitgründen ist es mir leider unmöglich, auf Ihren Kommentar einzugehen. Ich hoffe, dass ich in den nächsten Tagen dazu komme.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Meier

      Die grösste Gefahr ist gebannt. Der Mindestkurs ist weg. M.E. sollte die SNB nun ihre überschüssigen Devisenanlagen abstossen.

      Da schlummert immer noch ein gewaltiges Verlustpotential. Ich hoffe, in den nächsten Tagen dazu noch ausführlicher Stellung nehmen zu können.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

  14. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Ich gehe in meiner weiter untenstehenden Erklärung auf folgenden, von Ihnen verfassten Beitrag ein:

    Zitat:

    „Die entscheidende Frage ist jetzt, ob die SNB ihr Eigenkapital im positiven Bereich halten kann. Andernfalls muss sie ihre Bilanz deponieren. Das ist sie der Schweizer Volkswirtschaft schuldig.

    Tut sie das nicht, so müssen die kreditgebenden Banken (CS, UBS, Kantonalbanken) ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen und könnten anstelle der SNB Konkurs gehen.“

    Mein Kommentar:

    Grundsätzlich: Die Geschäftsbanken müssen ihre Giroguthaben nicht wertberichtigen, sie werden von der SNB immer bedient!

    Sollte die SNB auf ihrer Aktivseite tatsächlich eine Wertminderung bilanzieren müssen, die über die Höhe ihres EKs hinausgeht, kompensiert sie dies mittels der Bilanzierung eines negativen Eigenkapitals. Die Höhe ist dabei, zumindest aus technischer Sicht, erstmal völlig unerheblich. Ein simples Minus-Zeichen vor dem EK-Betrag genügt vollauf. Die Korrektur erfolgt also von Seite SNB nicht auf den Giroguthaben, sondern durch ein negatives EK.

    Die SNB wird ihre Schuld in CHF immer begleichen können. Deshalb ist es auch müssig, darüber zu streiten, ob die SNB liquide ist oder nicht. Die SNB ist immer liquide, zumindest so lange, wie ihre Schulden in CHF gegenüber Geschäftsbanken von denselben akzeptiert werden. Diese Tatsache führt deshalb die Erörterung der Bilanzdeponierung aufgrund von Überschuldung ad absurdum, zumindest solange, wie der CHF als Zahlungsmittel akzeptiert wird. Denn das ist der einzige Grund, der zur Überschuldung einer ZB führt: Das nicht Entgegennehmen bzw. das Nicht-verwenden-wollen ihrer ausgegebenen Währung.

    Grüsse

    Michael M. Aregger

    • @Michael M. Aregger

      Sehr geehrter Herr Aregger

      Besten Dank für Ihren Kommentar.

      Ihre Argumentation trifft den Kern des brandgefährlichen Irrtums der Nationalbank.

      Sie schreiben, die Geschäftsbanken würden von der SNB immer „bedient“.

      Was heisst „bedient“? „Bedient“ heisst, dass die SNB ihre Schulden bei den Banken (sogar Schulden bei PostFinance, SUVA usw.) immer abbauen könne.

      Eine Schuld kann aber nur durch Vermögen auf der Aktivseite abgebaut oder „bedient“ werden. Notenbankgeld ist aber ein Passivum der SNB. Deshalb kann die SNB keine Schulden „bedienen“ durch Emission von Notenbankgeld.

      Das Notenbankgeld selber ist ja die Schuld der SNB. Durch noch mehr Schulden können die Schulden nicht abgebaut oder „bedient“ werden.

      Deshalb kann die SNB durch Geldemission ihre Schulden nicht bezahlen.

      Die SNB kann sehr wohl illiquide werden, weil Notenbankgeld nicht zur Liquidität der SNB gehört. Sie ist Liquidität für die Geschäftsbanken – aber nicht für die SNB. Deshalb kann die SNB mit Notenbankgeld auch nicht eigene Schulden begleichen.

      Die UBS kann ihre eigenen Rechnungen auch nicht bezahlen mit der Liquidität, welche ihre Kunden bei ihr parkiert haben.

      Angenommen, Sie hätten ein Bankguthaben beispielsweise bei der UBS. Was würden Sie dazu sagen, wenn die UBS damit ihre eigenen Rechnungen bezahlen würde?

      Die Banken können Notenbankgeld nicht als Abzahlung der SNB-Schulden annehmen, da die Schulden der SNB bei den Banken genau aus diesem Notenbankgeld bestehen.

      Deshalb kann die SNB sehr wohl Konkurs gehen.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @ Herr Dr. Marc Meyer

      Danke, dass Sie die unwiderlegbaren, logischen und offensichtlichen Fakten einmal mehr klar und deutlich zum Ausdruck bringen. Die Theorien und professoralen Irrlehren die da im Orkus, in den Universitäten, der SNB und im Netz herumschwirren und auch noch geglaubt und vehement verbreitet werden, sind schlicht nicht mehr auszuhalten und ein Hohn jeglicher menschlichen Vernunft und Spott aller Logik. Zum Glück gibt es noch Leute wie Sie!

      Freundliche Grüsse
      Oeconomicus criticus

    • @ C .Hinder, Treuhänder FA

      Sehr geehrter Herr Hinder

      Vielen Dank.

      Es ist wirklich unglaublich, was bezüglich der sogenannten „Geldschöpfung“ alles behauptet wird und versucht wird, „zurechtzubiegen“.

      Zu behaupten, die SNB könne alles kaufen und mit eigenem Notenbankgeld bezahlen ist in etwa dasselbe, wie zu behaupten, die SNB könnte Goldstücklein vom Himmel regnen lassen.

      Schuld an solchen Irrlehren sind die Wirtschaftsprofessoren und die Notenbanken selber.

      Unsere SNB hat offenbar „ein Brett vor dem Kopf“, dass sie nicht versteht, dass Notenbankgeld kein Zahlungsmittel der SNB ist und nicht sein kann.

      Unglaublich – die Irrtümer, welche die SNB verbreitet und so die Wirtschaftsstudenten verdirbt!

      Seit über 20 Jahren versuche ich, der SNB ihren Irrtum aufzuzeigen – leider vergeblich. Nur wenige Kommentatoren hier verstehen, was ich sage. Besten Dank, dass Sie mit Ihrem Namen ebenfalls dazu stehen.

      Aber einmal wird die Zeit kommen, da wird die SNB behaupten, Sie habe nie gesagt, Geld sei ein Zahlungsmittel der SNB. Das sei alles nur ein Missverständnis…

      Mit freundlichen Grüssen

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      Vielen Dank für Ihre Ausführungen.

      Ganz offensichtlich traf meine Argumentation nicht nur den Kern des Irrtums der SNB, sondern auch den von mir…

      Danke!

      Grüsse
      MMA

      Beste Grüsse
      MMA

    • @ Michael M. Aregger

      Das Tragische ist, dass es die SNB sogar selber sagt – aber unter dem jetzigen Präsidenten genau konträr handelt.

      Dass der Herr Prof. Jordan dann das Gegenteil auch noch in einem seitenlangen Pamphlet zu beweisen versucht
      http://www.snb.ch/de/mmr/speeches/id/ref_20110928_tjn/source/ref_20110928_tjn.de.pdf,
      obwohl völlig unsinnig, was ihm dann absurderweise auch noch vollstes Vertrauen des Bundesrates einbringt: „Ausserdem stärkt Widmer-Schlumpf der Schweizerischen Nationalbank (SNB) und ihrem Präsidenten Thomas Jordan den Rücken: Jordan geniesse im Bundesrat vollstes Vertrauen, sagte sie.“
      http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/widmer-schlumpf-will-ueber-steuerliche-entlastungen-diskutieren-1.18463369,
      ist schizophren.

      http://www.snb.ch/d/welt/glossary/a.html:
      „Soll der Wechselkurs jedoch gegenüber einer Fremdwährung auf einem bestimmten Kurs gehalten werden, muss die Zentralbank immer dann ihre eigene Währung kaufen oder verkaufen, wenn Abweichungen von diesem Kurs drohen. Mit solchen Käufen oder Verkäufen beeinflusst sie die Geldversorgung im eigenen Land: Kauft sie von den Banken Fremdwährungen, um eine Höherbewertung der eigenen Währung zu verhindern, verfügen die Banken über eine grössere Menge der Landeswährung, ihre Liquidität nimmt zu. Verkauft die Zentralbank Fremdwährungen, um den Wechselkurs der eigenen Währung zu stützen, dann verringert sich die Menge an Landeswährung, die Liquidität wird verknappt. Mit der Verpflichtung, einen bestimmten Wechselkurs zu verteidigen, verliert die Zentralbank die Kontrolle über die Geldversorgung und über die Höhe der kurzfristigen Zinsen. Ihre Geldpolitik entspricht der Politik des Landes, an dessen Währung die eigene Währung gebunden worden ist.“

      Also nochmals:
      „Mit der Verpflichtung, einen bestimmten Wechselkurs zu verteidigen, verliert die Zentralbank die Kontrolle über die Geldversorgung und über die Höhe der kurzfristigen Zinsen.“
      Da kann der Bundesrat ganz bestimmt „vollstes Vertrauen“ (Widmer-Sumpf) haben.

      Anscheinend sitzen im Bundesrat lauter geldpolitische und bilanztechnische Analphabeten. Wer nicht selber studieren kann, braucht halt eben Vertrauen. Das ist die Tragik der Geschichte – und der Beginn des Untergangs einer jeden Kultur und jeglicher Selbständigkeit eines Volkes, der Beginn des Unterwerfens und des Verrats.

      Daher wird die SNB keineswegs einsichtig oder gar kleinmütig, sondern brüstet sich auch noch ungeniert:
      „Die Glaubwürdigkeit der SNB habe unter dem Schritt nicht gelitten, sagte Zurbrügg.“
      http://www.nzz.ch/wirtschaft/newsticker/euro-mindestkurs-haette-snb-im-januar-100-mrd-chf-franken-gekostet-1.18466329
      Klopft Euch weiter auf die Schulter, Ihr Direktionsmitglieder der SNB, denn „ist der Ruf erst einmal ruiniert, lässt’s sich leben völlig ungeniert“, nicht wahr?

      Meine Forderung daher: Dr. Marc Meyer for president of the SNB!
      Begründung: Dr. Meyer hat es schon lange geweissagt, während andere erst nach grossem Schaden für Bevölkerung und Land klüger werden (oder auch nicht!).

    • @Michael M. Aregger

      Sehr geehrter Herr Aregger

      Besten Dank. Ihre Zeilen sind ein echter „Aufsteller“. Es gibt nur wenige Leute, die bereit sind, einen Fehler einzugestehen.

      Die Direktion der SNB sollte das von Ihnen lernen.

      Viele Grüsse und einen schönen Tag

      Marc Meyer

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer
      Sehr geehrter Herr Aregger,
      Sehr geehrter Herr C. Hinder

      Richtig und ich gehe noch weiter.

      Die ZB-Bilanz ist deshalb schon per se gefälscht, weil sie nach verbindlichem Bilanzierungsrecht, das für sämtliche Unternehmen einschließlich ZB gilt, etwas aktiv verbucht, das sie aktiv überhaupt nicht verbuchen darf. Denn was hätte die ZB zum Bilanzstichtag, sofern physisch Inventur gemacht würde? Sie hätte einen Haufen Pfänder (packenweise von den GBen ihr anvertraute Pfänder) und sonst nichts. Ein Pfand darf aber beim Pfandhalter nicht aktiv verbucht werden. BESITZ WIRD NICHT VERBUCHT! Sonst könnte auch jede Firma, die im gemieteten (!) Bürogebäude haust, dieses aktivieren.

      Weltweit existieren nur 3 bilanzielle Bewertungsmethoden (da sich die Bewertung am Zeitstrahl abspielt kann eben nur die Vergangenheit, der Stichtag oder die Zukunft betrachtet werden):

      Historische Anschaffungskosten = Geld, das nicht mehr vorhanden ist, sondern ausgegeben wurde
      –> Aktivierung nicht vorhandenen Geldes = „Betrug“

      Marktpreis zum Bilanzstichtag = Geld, das anderen gehört, die dieses für ähnliche Dinge ausgeben würden
      –> Aktivierung nicht vorhandenen Geldes = „Betrug“

      Barwerte zukünftiger Zahlungsflüsse (Discounted Cash Flows, DCF) = Geld, von dem niemand weiß, ob man es je erhalten wird
      –> Aktivierung nicht vorhandenen Geldes = „Betrug“

      Die Bilanzierung von ANLAGEVERMÖGEN ist daher, aus empirisch-wissenschaftlicher Sicht, IMMER EIN FEHLER!
      (Kann weder verifiziert, noch falsifiziert werden!)

      Durch diese Aktivierung ENTSTEHT aber auf der Passivseite das EIGENKAPITAL!

      Eigenkapital ist daher kein reales GELD, sondern das Resultat einer unwissenschaftlichen BEWERTUNGSWILLKÜR!

    • Sehr geehrter Herr Aregger,

      Spinnen wir das Beispiel mit dem EK der SNB weiter, wird das Dilemma in dem wir uns befinden offensichtlich:

      Für die Geschäftsbanken ist dieses in meinem weiter unten skizzierten Beispiel, (bewertungswillkürliches) Eigenkapital jedoch die legitime Grundlage, im MINDESTRESERVESYSTEM mit welcher die Kapitaleigentümer Kredit-Geld erschaffen, und für Konsumzwecke (mit dem „Eigenkapital“ als „Sicherheit“)bereitstellen.

      DIE (BEWERTUNGS-)WILLKÜRLICHE (KREDIT-)GELDERSCHAFFUNG DER GESCHÄFTSBANKEN IM MINDESTRESERVESYSTEM IST EINE (DIE) WESENTLICHE GRUNDLAGE DER AKTUELLEN „KRISE“ UND UMGEHEND ZU VERBIETEN!

    • @ Argonautiker, alias Der Praktiker unter neuem Pseudonym

      Anständige Menschen zitieren unter Quellenangabe. Daher hier die Quelle Ihres angeblich auf Ihrem Mist gewachsenen Plagiats: http://www.antibilanz.info/uumlberblick.html

      Vermögenswerte sind kein Geld, aber Geld ist ein Vermögenswert. Folglich ist Ihre undifferenzierte Betrachtungsweise schon von da her reinster Nonsens. Zudem ist bekannt, dass Vermögenswerte bewertet werden müssen.

      Betrug setzt per definitionem Widerrechtlichkeit („unrechtmässig“) http://www.admin.ch/opc/de/classified-compilation/19370083/index.html#a146 voraus. Bilanzierung ist allerdings nicht widerrechtlich, sondern gar gesetzliche Pflicht. Ebenso wird die Bewertung rechtlich geregelt.

      Die SNB hat keine Pfänder, sondern sie kauft die Vermögenswerte grundsätzlich mittels Repos http://www.snb.ch/d/welt/glossary/r.html, womit diese Vermögenswerte (vorübergehend) in ihr Eigentum übergehen unter einer fixen terminlichen und betraglichen Rückkaufsvereinbarung. Diese Vorgehensweise erlaubt eine recht präzise Bewertung der Wertpapiere.

      Es wäre schön, wenn Sie dieses Forum nicht dauernd mit Ihrem unqualifizierten und unreflektierten Nachplappern zumüllen würden. Ich kann Sie beim besten Willen nicht mehr ernst nehmen.

    • Sehr geehrter Herr Hinder alias Oeconomicus criticus,

      Sie setzen also voraus und als Sicher, daß ich nicht selbst eine der Co. &. Quelle oder etwas Anderes sein könnte, der im indirekten Zusammenhang mit Literatur und Forschung steht? Praktiker? Sachlich ungerechtfertigte Anschuldigungen, können einen ehrverletzenden Charakter haben, deshalb bitte ich Sie, in Zukunft vorsichtig zu sein, wenn Sie unterschwellig Plagiatvorvorwürfe oder Anderes formulieren. Habe versucht mit meinem Namen und Vornamen auf Ihre Hompage Ihre „Harten-Fakten“ zu zerlegen, fand jedoch keinen Zugang. Zufall? Ich werde es nochmals versuchen, jetzt wo Sie sich mit Ihrem Namen decouvriert haben, ist es mehr als Fair das ich es auf Ihre Homepage auch tue.

      So schreiben Sie Zitat:

      Bilanzierung ist allerdings nicht widerrechtlich, sondern gar gesetzliche Pflicht. Ebenso wird die Bewertung rechtlich geregelt.

      Die SNB hat keine Pfänder, sondern sie kauft die Vermögenswerte grundsätzlich mittels Repos http://www.snb.ch/d/welt/glossary/r.html, womit diese Vermögenswerte (vorübergehend) in ihr Eigentum übergehen unter einer fixen terminlichen und betraglichen Rückkaufsvereinbarung. Diese Vorgehensweise erlaubt eine recht präzise Bewertung der Wertpapiere.

      Ende

      Soll man lachen oder heulen über so viel ökonomische Unwissenheit?

      Die Umverteilung hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr aufrechterhalten lassen und Sie arguemntieren, im Jahr 2015 noch mit „gesetzliche Pflicht“!

      Es ist immer wieder interessant, wie sich bestimmte Sprachspiele dazu verdichten können aus lauter Denkfaulheit zu einer meist unhinterfragten Wahrheit zu werden, da ist Ihre Website ein Paradebeispiel.

      Was dem Leser bei derartigen Ausführungen stillschweigend untergejubelt wird ist eine Gleichsetzung, die aus der Argumentationsführung zwar plausibel erscheint, bei näherer Sicht jedoch elementar unterschiedliche Sachverhalte der ökonomischen Analyse miteinander vermengt.

      Sie wollen Treuhändler gewesen sein? Die Bewertung soll präzise sein? In Kreditgeldsystem braucht es kein Vertrauen in die Werthaltigkeit des gesetzlichen Zahlungsmittels. Das wäre auch unlogisch, denn ZB-Geld entsteht durch eine Institution, für die Geld keinen Wert hat.

      Also der korrekte Buchungssatz lautet:
      -aBK Forderungen aus Repogeschäften in Franken AN pBK Girokonto d. inländ. Banken

      Die sind ja deutlich sichtbar auf der Aktivseite zu sehen! Es sind die Posten “Forderungen aus Repogeschäften in Franken” und
      “Wertschriften”. Ziffern 06 und 26 im Anhang, außerdem zu den Begriffsdefinitionen z.Bsp S. 139 des Berichts.

      Wenn das keine Kredite an Geschäftsbanken sind, was ist das denn dann?

      3. Der Posten “Übrige Sichtverbindlichkeiten” ist im Anhang der Bilanz erklärt und diese vergleichsweise geringe Summe “Eigene Schuldverschreibungen” sind, wie bei der EZB, zur Geldpolitik (Liquiditätspolitik). Das hat alles nichts mit einer “Bedürftigkeit” der SNB gegenüber den Geschäftsbanken zu tun.

      Sehen Sie das wirklich anders? Wenn ja, welcher Posten auf der Passivseite spigelt denn die vermeintlichen Kredite, welche die SNB z.B. von den Banken aufnehmen soll, wieder? Und wie soll da eine Bewertung präzise zustande kommen?

    • @ Argonautiker

      Die Internetseite, wo Ihre angeblich eigene Aussage
      „Die Bilanzierung von ANLAGEVERMÖGEN ist daher, aus empirisch-wissenschaftlicher Sicht, IMMER EIN FEHLER! (Kann weder verifiziert, noch falsifiziert werden!)“
      wortwörtlich steht, wird von Franz Hörmann betreut. Ich sehe einer Strafklage sehr gelassen entgegen. 🙂

      „Habe versucht mit meinem Namen und Vornamen auf Ihre Hompage Ihre “Harten-Fakten” zu zerlegen, fand jedoch keinen Zugang. Zufall?“
      Nein, kein Zufall, Google sieht bei Webseiten Kommentare nicht vor. Aber im übrigen kann ich auf meiner Webseite auch ohne weiteres auf solch unqualifiziertes Geschwätz, wie ich es von Ihnen gewohnt bin, sehr gut verzichten.

      „Die Umverteilung hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die sich mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht mehr aufrechterhalten lassen und Sie arguemntieren, im Jahr 2015 noch mit “gesetzliche Pflicht”!“
      Ach so, die rechtstaatlich zustandegekommenen Gesetze gelten für Sie nichts? Ganz abgesehen davon, dass wir hier nicht über Politik sprechen, sondern über das bestehende Geldsystem, über die SNB und über Bilanzierung. Wenn Sie politisch etwas ändern wollen, so müssen Sie erst einmal das Geldsystem richtig analysieren, ansonsten verkommt Ihre Argumentation zum ewigen Blabla. Und wenn Sie am politischen System etwas ändern wollen, empfehle ich Ihnen, das mithilfe einer Partei oder mittels Initiative zu tun. Eine Kommentarfunktion ist dazu wohl kaum geeignet, denn diese ist dazu da, einen Eröffnungsbeitrag zu diskutieren, zu lernen und nicht, um seine Propaganda zu verbreiten.

      „Also der korrekte Buchungssatz lautet:
      -aBK Forderungen aus Repogeschäften in Franken AN pBK Girokonto d. inländ. Banken“
      Jahresrechnung der SNB 2013: „Forderungen aus Repogeschäften in Franken : 0“ – in Worten: NULL!
      Scheint ja die allerwichtigste Bilanzposition zu sein, die mit exakt Null Franken abschliesst!
      Das wären zwar Kredite an Geschäftsbanken im Rahmen der Engpassfinanzierungsfazilität, wären, ja wären, wenn sie denn nicht exakt Null wären…

      „Sehen Sie das wirklich anders? Wenn ja, welcher Posten auf der Passivseite spigelt denn die vermeintlichen Kredite, welche die SNB z.B. von den Banken aufnehmen soll, wieder? Und wie soll da eine Bewertung präzise zustande kommen?“
      Nun, da wären Girokonten inländischer Banken von 317 Mia. in 2013 und all die anderen Fremdkapitalpositionen, denn das sind Guthaben resp. Kredite der Geschäftsbanken bei der resp. an die SNB oder von der SNB aus gesehen ihre Schulden – es sind Nominalschulden, weshalb sich eine Bewertung wohl erübrigt… Was ist denn kaufmännisch Fremdkapital? Kapitalüberlassung, oder zu gut Deutsch eben ein Kredit des Kreditgebers, welcher den Kredit selbst auf der Aktivseite verbucht – der Kreditnehmer verbucht ihn als Fremdkapital auf der Passivseite.

      Aber all diese Dinge werden Sie nun wieder zerreden, wie üblich; Sie machen die eigenen Regeln, und alle anderen sollen sich dann gefälligst an diese halten. Und nun verlasse ich diese Diskussion mit Ihnen, die mir effektiv zu blöd wird. Meine Empfehlung: Besuchen Sie einen Einführungskurs in Buchhaltung, sodass Sie wenigstens wissen, was Fremdkapital ist.

  15. Lieber Herr Dr. Meyer,

    gestatten Sie mir die Fragen zu den neusten Entwicklungen CHF/EURO:

    Die EZB hat beschlossen, die Geldmenge im Euroraum stark zu erhöhen, müsste auch die SNB im Gegenzug Speck ansetzen, damit der Wechselkurs auf dem aktuellen Niveau von 1 Euro = 1 CHF bleiben kann?. Wenn ja, wohin wird das führen Realwirtschaftlich?

    Eine weitere Möglichkeit den CHF abzuschwächen bestünde in einer Erhöhung der Staatsverschuldung der Schweiz? Diese „Geldspritze“ wird die Aktienmärkte beflügeln; aber zu welchem Preis? Reele Werte werden nicht geschaffen, es scheint mir vielmehr so eine Art „Goldener Schuss“ zu sein, um etwas in Gang zu setzen, was nicht mehr in Gang zu bringen ist.

    • @Argonautiker

      Besten Dank.

      Würde die SNB nun einen neuen, tieferen Mindestkurs einführen und durchzusetzen vesuchen, so wären wir wieder gleich weit, wie vorher – einfach um einige Jahre verzögert.

      Da wir eine Schuldenbremse in der Verfassung verankert haben, dürfen wir nicht die Staatsschulden ausdehnen, um der WIrtschaft eine „Geldspritze“ zu verabreichen. Zudem würde das Kapital, das in der Schweiz investiert würde ja aus der Schweiz stammen.

      Per Saldo bliebe also allles beim Gleichen.

      mfG

      Marc Meyer

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Vielen Dank. Wir sind uns einig, dass bei einem Kurs von 0.80 Rp./1 Euro nicht wenige Bereiche der CH-Wirtschaft aussterben würden?

      http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/europaeische-zentralbank-notenbank-als-geisterfahrer-1.2316010

      Nun gut, wie Sie zutreffend formuliert haben; „jede Medaille hat zwei Seiten“.

      Es ist sehr wichtig für die Schweizer Wirtschaft systemisch die Vorteile einer starken Währung vollümfänglich, bis zum letzten Tropfen, auszunutzen. Präzision anstelle von Visionen.

  16. Für exportorientierte Schweizer Firmen stehen schwierige Zeiten bevor, ebenso wird es den Schweizer Tourismus hart treffen, für die ausländischen Gäste wird die Schweiz nochmals ein Stück teuerer.

    Fragt sich nur, wie sich der Euro mittelfristig positioniert, ob die Parität bestehen bleibt, ob der Kurs wieder steigt, oder gar nochmals taucht.

    • @Patrick

      Danke für den Kommentar.

      Ich finde, man sollte nicht nur schwarzmalen.

      Was die Exportindustrie und der Tourismus stillschweigen, sind die Vorteile eines starken Frankens:

      A) Tiefere Zinsen

      Ganz stark ins Gewicht fallen die sehr tiefen Zinsen in unserem Lande. Gerade die Tourismusbranche profitiert von tiefen Hypothekarzinsen. Wie sähen die Gewinne aus, wenn die Zinsen beispielsweise auf 5 Prozent wären?

      Das würde zu einem Gejammer führen!

      Es gibt einen ganz klaren Zusammenhang zwischen dem tiefen Zinsniveau und dem starken Franken. Man darf nicht immer nur die negativen Seiten sehen.

      B) Tiefe Einkaufspreise

      Auch die Einkaufspreise und insbesondere die Energiepreise sind stark gefallen. Wie teuer wären die Heizungskosten oder Bahnkosten oder Transportkosten, wenn der Franken schwach wäre?

      C) Personalkosten

      Der starke Franken bedeutet für die temporären ausländischen Arbeitskräfte im Gastgewerbe, dass die Schweiz ein sehr attraktives Land zum arbeiten ist. Daraus folgt, dass das Angebot an Arbeitkräften steigt, was den Lohndruck mindert.

      All diese Punkte werden übersehen.

      Kommt hinzu, dass die grosse Nachfrage nach Schweizergütern und Dienstleistungen zu einer starken Nachfrage nach Franken führt. Eine starke Wirtschaft mit einer schwachen heimischen Währung wäre somit ein Widerspruch in sich selbst. Solange die Nachfrage nach Schweizergütern hoch ist, wird auch der Franken stark bleiben.

      Der Franken würde sich abschwächen, wenn die Nachfrage nach Schweizergütern fiele. Das will aber niemand.

      Also – ich bin nach wie vor der Ansicht, dass ein starker Franken gut ist für die Schweizer Wirtschaft.

      Ich gehe davon aus, dass der Euro mittel- und langfristig noch mehr fallen wird. Deshalb ist es entscheidend, dass die SNB ihre Devisenbestände verkauft.

      Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Eigenkapital der SNB negativ wird. Der Schaden für die Schweizer Volkswirtschaft wäre dann immens. Das würde zu Arbeitslosigkeit bei den Banken führen, da diese ihre Guthaben bei der SNB nach unten wertberichtigen müssten und Konkurs gehen könnten.

      mfG

      Marc Meyer

  17. Nachtrag II: Arena Sendung

    Kurze Bemerkungen zur Arena-Sendung am Schweizer Fernsehen von gestern, Freitagabend, zur Aufgabe des Mindestkurses durch die Nationalbank.

    Den entscheidenden Satz sagte Herr Nationalrat, Ruedi Noser. Er sagte, die SNB habe immer noch 500 Milliarden Devisen in ihrem Portefeuille.

    Stimmt das, so ist das für die SNB und die Geschäftsbanken eine ganz gefährliche Situation: Es besteht die Gefahr, dass sich Euro und Dollar weiter abwerten. Je nachdem, wie hoch die Eigenkapitalquote ist, könnte dies dann schnell zu negativem Eigenkapital der SNB führen.

    Die kreditgebenden Banken und Kantonalbanken müssten dann ihre Guthaben bei der SNB entsprechend abschreiben und könnten Konkurs gehen.

    Die Gefahr ist immer noch gross, dass das unserer Volkswirtschaft massiv schadet, auch wenn nicht mehr die Gefahr von „unbeschränkten“ Devisenbeständen droht, nachdem die SNB den Mindestkurs nun aufgeben hat.

    Leider kam in der Arena dieser Punkt nicht weiter zur Sprache.

    Sodann wurde auch nicht erwähnt, dass der starke Franken zu tiefen Zinsen in unserem Lande führt. Die Tourismusbranche beispielsweise profitiert von tiefen Hypothekarzinsen. Auch die Unternehmen profitieren von den tiefen Zinsen.

    Unerwähnt blieb auch, dass der temporäre Mindestkurs die Schweiz bisher über 50 Milliarden Franken gekostet haben dürfte. Herr Grübel hat zwar erwähnt, dass man das Geld lieber den Unternehmen direkt ausbezahlt hätte, womit er Recht hat (und was ich auf Inside Paradeplatz auch schon geschrieben habe.)

    Leider kam auch nicht zur Sprache, dass die SNB mit Direktinvestitionen in der Schweiz einen viel höheren Effekt erzielen würde, der Exportbranche zu helfen, als mit Auslandinvestitionen.

    Immer wieder wurde „Planungssicherheit“ gefordert. Dabei sollte man nicht vergessen, dass die Planwirtschaft gescheitert ist.

    • Sehr zutreffend, der gesamte Verlust des Mindestkurses kann erst beziffert werden, nachdem auch die Bilanz wieder auf Normalgrösse abgewickelt wurde.

  18. Nachtrag I

    PUK gefordert

    Lob oder Tadel für die SNB? PUK gefordert!

    Die Frage stellt sich schon: Die SNB wird jetzt gelobt, insbesondere von NZZ und Schweizer Fernsehen. Die tun das immer. Ja – die SNB hat eine noch grössere finanzielle Katastrophe gestern abgewandt.

    Die Tatsache bleibt aber: Im Jahre 2009 fing die SNB damit an, in grossem Stil Euros zu kaufen. Damals betrug das Eigenkapital der SNB immerhin 66 Milliarden Franken. Und nach der Abschaffung des Mindestkurses ist zu befürchten, dass die SNB nur noch wenige Milliarden Eigenkapital besitzt, wenn überhaupt.

    Dabei weiss man noch nicht, wie viele Euros und Dollar die SNB immer noch besitzt, und zu welchem Kurs sie diese abbringt. Möglicherweise droht sogar negatives Eigenkapital und damit der Konkurs von Geschäftsbanken, sofern die SNB dann ihre Bilanz nicht deponiert.

    Möglicherweise hat die SNB zur Stützung des Mindestkurses per Saldo 50 Milliarden oder noch mehr Volksvermögen verspielt. Und was ist der realwirtschaftliche Erfolg?

    Die SNB behauptet, sie habe der Exportindustrie Zeit verschafft, um sich anzupassen. Jetzt muss sich diese aber umso abrupter auf den Wertzerfall des Euro einstellen.

    Unter dem Strich kann man sagen, dass die Einführung des Mindestkurses die Schweiz 50 Milliarden Franken oder noch mehr gekostet hat, was in keinen Verhältnis steht zu einem allfälligen Nutzen, den man mit der Aufschiebung des Euros erreicht haben will.

    Ich fordere eine PUK, um diese gigantischen Verluste, die unnötig waren, zu untersuchen.

    • Lieber Herr Dr. Meyer,

      Der Eurokurs notierte am Freitagabend bei 0,9824 Franken. Vor einer Woche um dieselbe Zeit waren es 1,2010. Die Devisenmärkte fühlen der (SNB) bereits auf den Zahn. Eins ist klar: Die Schweiz kann nicht zusehen, wie der Euro noch einmal um 20 Prozent abwertet.

      Die Exportwirtschaft würde absterben und eine Rezession mit Massenentlassungen wären die Folge. Erste Rufe (insbesondere in den gleichgeschalteten Medien) nach dem nächsten Mindestkurs werden laut.

      Testet der Eurokurs sein Tief vom 15. Januar 2015 bei etwa 0,86 Franken?

      Genaue Kurse gibt es nicht, weil der Interbanken-Markt nach dem Mindestkurs-Aus stundenlang geschlossen war, und ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es nochmals passieren könnte.

      Jetzt heisst es kühlen Kopf bewahren, doch mit kühlen Kopf muss endlich in unserem Land aufgeräumt werden; die Geschäftsbanken und Wirtschaftseliten sind in die Pflicht zu nehmen. Es genügt nicht lediglich die Politiker Kaste und SNB Spitze miteinzubeziehen, in unserem Land läuft einiges schief, dies nicht nur seit Einführung des Mindestkurses.

      Der Anschein zu erwecken, „ja uns gehe e noch gut“ – und ähnliche Sprüche wie diese, haben zu diesem Desaster geführt. Wir sind ein Land ohne natürlichen Ressorcen, und auf dem Irrglaube zu setzen wir hätten eine Bevölkerung mit hoher Bildung ist ein Märchen, welches ein Blick auf die Realität leicht entlarvt.

      Wir müssen als Land autark werden und Prioritäten setzen, wo wir als Land/System in 10 Jahren stehen wollen, dass kann nie und niemer die Finanzwirtschaft sein!

      Die Banken müssen verkleinert werden. Vergessen wir nicht die Versicherungswirtschaft. Da droht ein Armagedon. Es ist zum grössten Teil (augenommen AHV) auf Sand gebaut. Das hätte niemals passieren dürfen, dass die Altersvororge mit einer Kapital gedeckten Rente ergänzt würde. Hätte man, wie alt Bundesrat Tschudin postulierte, die AHV erweitert, an Stelle der Finanzindustrie diese „Ölquelle erschliessen zu lassen“ hätten wir heute viele Probleme nicht!

  19. Die entscheidende Frage ist jetzt, ob die SNB ihr Eigenkapital im positiven Bereich halten kann. Andernfalls muss sie ihre Bilanz deponieren. Das ist sie der Schweizer Volkswirtschaft schuldig.

    Tut sie das nicht, so müssen die kreditgebenden Banken (CS, UBS, Kantonalbanken) ihre Guthaben bei der SNB entsprechend wertberichtigen und könnten anstelle der SNB Konkurs gehen.

  20. Liebe @Oeconomicus criticus und Dr. Meyer,

    Ich bin leider nicht so optimistisch! Der Reputationsschaden wird der SNB/Schweiz sehr teuer zu stehen kommen. Es ist nicht das ENDE, sondern der ANFANG vom Ende für den CHF! Das wird nicht ohne Folgen bleiben!

    Dass die Schweiz den Menschen, die auf ihren Mindestkurs vertraut haben, so plötzlich den Boden unter den Füßen wegzieht, ist ein einmaliger Vorgang. Der Schweizerischen Nationalbank, Hüterin einer der angesehensten Währungen der Welt, hätte man einen solchen Schritt nicht zugetraut.

    Es ist ein perfides Spiel der 108-jährigen Schweizerischen Nationalbank (SNB). Das plötzliche Mindestkurs-Aus passt zur Rosinenpickerei, die die Schweizer Politik und Wirtschaftselite seit Jahrzehnten verfolgt.

    Den Glaubwürdigkeitsverlust, den die SNB mit dem plötzlichen Ende des Euro-Mindestkurses bei 1,20 Franken erleidet, ist für sie offenbar zweitrangig. Oberste Priorität hat stattdessen: Das mit der Wechselkursmanipulation verdiente Geld soll unbedingt innerhalb der Schweizer Landesgrenzen gehalten werden.

    Die Schweiz kann in den riesigen Binnenmarkt der Europäischen Union exportieren, als wäre sie ein EU-Mitglied. Sie will sich aber an die Arbeitnehmerfreizügigkeit, ein Eckpfeiler des gemeinsamen Marktes, nicht halten. Stichwort: Masseneinwanderungsinitiative.

    Ich kriege sehr viele Mails von Freunden aus der ganzen Welt und man ist sehr irritiert, insbesondere über die hinterhältige Kommunikation der letzten 6 Wochen der SNB!

    Es ist ein starkes Stück, dass die SNB nur eine Woche, nachdem sie bekannt gibt mit den Mindestkurs im letzten Jahr 38 Milliarden Franken verdient zu haben, die Euro-Untergrenze bei 1,20 Franken nach dem Motto aufhebt: Die letzten beißen die Hunde.

    @Dr. Meyer vielen Dank für die hervorragende Erklärung die Sie mir freundlicherweise weiter unten gegeben haben. Danke für Ihre Zeit.

    • „Das mit der Wechselkursmanipulation verdiente Geld soll unbedingt innerhalb der Schweizer Landesgrenzen gehalten werden.“ … Bei einer Abwertung der Anlagen in Euro uns $ in der Höhe von ca 12% heute ? Common … (you can do better)

    • @ ARGONAUTIKER

      Lieber Argonautiker

      Es sieht so aus, dass die EZB nun – entgegen den einschlägigen Verträgen und ihrem Auftrag – unbegrenzt Staatsanleihen kaufen will.

      Die SNB hatte gar keine andere Wahl. Entweder sie hätte Billionen € gekauft und damit die Schweiz in die EU und den Ruin befördert, oder aber sie hat endlich – leider viel zu spät – die Notbremse gezogen. Die SNB hat den Fehler schon lange begangen. Jetzt hat sie ihn endlich korrigiert. Die Folgen sind beträchtlich, da gehe ich mit Ihnen sehr, sehr einig.

      Die Schweiz hat – auf Kredit! – in die EU exportieren können, d.h., dass diejenigen, die die Produkte herstellten, mit harter Knochenarbeit diese schlussendlich auch selber bezahlen (müssen). Was nützt mich das, wenn ich ein Produkt herstelle, es dann verkaufe, und auch noch selber bezahlen muss? Zu glauben, dass z.B. die Griechen ihre Schulden je bezahlen, ist und bleibt Illusion. (Sie würden wohl gerne, aber es ist ihnen schlicht und einfach unmöglich!)

      Wieviel haben die Arbeiter mittlerweile schultern müssen (teilweise, ohne dass sie es bemerkten)? Sie haben viel zu hohe Importkosten getragen, sie haben auf ihre Pensionen teilweise verzichten müssen, sie haben ihre Löhne nicht angepasst bekommen, sie haben eine hohe Immigration samt Folgekosten ertragen müssen usw. usf.. Das sind die (versteckten) Kosten, die sie nicht bemerkten (oder nicht zur Kenntnis nehmen wollen)!

      Die Vorprodukte für die Firmen sind hoch, welche Kosten in die Fertigprodukte eingehen müssen. Sind die Kosten für die Vorprodukte niedriger, kann auch billiger produziert werden. Da die Schweiz – als rohstoffarmes Land – zu einem gewichtigen Teil auf Importe angewiesen ist (nicht bloss die Firmen, sondern jeder Bürger!), sind auch die Rohstoffe künstlich verteuert worden. Dieses und vieles mehr wird von den Medien schlicht und einfach verschwiegen und an den Universitäten erst gar nicht zur Sprache gebracht. Dass die Schweiz durch die eigenmächtige Handlungsweise der SNB geschädigt wurde, steht ausser Frage und wurde auch von vielen Fachleuten, welche allerdings totgeschwiegen oder diffamiert wurden, seit langem und zu Recht angeprangert.

      Dass die Schweiz die EU-Bananenkrümmungs-Diktatur, der sie sich dann auch noch angeblich unterwerfen muss, mit ihrer SNB-Politik finanziert und fördert und damit ihre Eigenständigkeit am Volk vorbei untergräbt, gehört in die politische und nicht in eine Finanzdiskussion, weshalb ich hier nicht weiter darauf eingehen mag, aber auch nicht unerwähnt lassen möchte. Da gehen wir dann allerdings von einer Fakten- in eine Meinungsdiskussion über.

      Die €-Südländer sind dazu verdammt, unterzugehen mit einem starken Euro. Das war zum Vorneherein klar; dazu braucht man nicht allzu grosse VWL-Kenntnisse: ihre Lohnstückkosten sind einfach nicht konkurrenzfähig; eine Abwertung der Währung ist unter dem € erschwert und beispielsweise für Deutschland nicht wünschenswert, ja gar schädlich wie für die Schweiz. Daher ist der Süden für den € – und damit die Nordländer – ein Fass ohne Boden, ob man das nun zur Kenntnis nehmen will oder nicht. Die Folge ist, dass die Nordländer langfristig auf Südländer-Niveau absinken. Dass die Südländer auf Nordländer-Niveau ansteigen sollen, ist und bleibt einzig ein Wunschtraum resp. Propaganda!

      PS: Ich schätze eine solche Diskussion sehr, da sie auf einem hochstehenden Wissensschatz beruht, möchte aber Herrn Dr. Meyers Argumenten nicht vorgreifen.

      Freundliche Grüsse

      Oeconomicus criticus

    • Lieber Oeconomicus criticus,

      Danke für die berreichende Antwort. Ja, da stimme ich mit Ihnen überein; Herr Dr. Meyer wurde auf obszöne Art und Weisse angegriffen und diffamiert! Ein Armutszeugnis für unser Land.

      Es gibt einige Punkte die für mich wenig beleuchtet wurden. Kommunikation und Zeitpunkt.

      Was mich irrtiert, @Oeconomicus criticus, ist die Tatsache, dass noch vor drei Tagen der SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine im Radio Télévision Suisse seelenruhig betonte:

      Zitat:
      Der Mindestkurs bleibe der „Eckpfeiler“ der Geldpolitik.
      Ende

      Den Mindestkurs gibt es inzwischen nicht mehr. Viele fühlen sich von der Schweiz über den Tisch gezogen.

      Experten, die in den letzten Jahren die von der Schweizerischen Nationalbank ins Leben gerufene Legende von überbewerteten Franken nachplapperten, stehen jetzt äußerst dumm da. Oft hieß es: Eine Zentralbank sitze immer am längeren Hebel. Sie könne ja so viel Geld drucken, wie sie wolle, um den Euro-Mindestkurs zu halten. Positioniere dich niemals gegen eine Zentralbank und so weiter..das kennen Sie bestimmt.

      Derweil sind die Devisenmärkte dabei, der Nationalbank eine blutige Nase zu schlagen. Weil die während der Mindestkurszeit angehäuften Euro-Devisenreserven plötzlich sehr viel weniger wert sind, droht der SNB in diesem Jahr ein Verlust von 30-80 Milliarden Franken. Es könnte sogar dreistellig werden, weil die SNB nach wie vor Euros kaufen muss.

      Im Nachhinein könnte sich die Mindestkurs-Aufgabe als verfrüht erweisen. Die SNB hätte wahrscheinlich noch die Käufe von Staatsanleihen der Europäischen Zentralbank (EZB) durchhalten müssen und das dadurch entfachte Wachstumsstrohfeuer, das aller Voraussicht nach nach Ostern anfängt, für ein Ende des Mindestkurses nutzen sollen.

      Dilletantisch, um ein Euphemismus zu benutzen!

      So dürfte die SNB in den kommenden Wochen noch sehr viel öfter intervenieren, um den Euro zumindest über 1,00 Franken zu halten, was wiederum erforderlich ist, um die Schweizer Exportwirtschaft zu unterstützen und Massenentlassungen vorzubeugen. Womöglich müssen die Währungshüter sogar mehr Geld in die Hand nehmen, als wenn sie noch einige Monate mit dem Mindestkurs-Aus zugewartet hätten.

      Ich hoffe, für uns Alle, das ich mich in diesen Punkten irre…

      Guten Abend
      ARGONAUTKER

    • Sehr geehrter Argonautiker

      „Der Mindestkurs bleibe der ‚Eckpfeiler‘ der Geldpolitik.“

      Politik und Macht leben von Lügen (s. Machiavelli, s. Sun Tzu). Klar hat sich die SNB damit der Lüge überführt – aber der Zweck heiligt (scheinbar) die Mittel… (Womöglich – genaueres weiss man nicht;-) – haben sich einige wieder mal mit dem heutigen Euroabsturz mittels Shorts eine goldene Nase verdient…)

      „Experten, die in den letzten Jahren die von der Schweizerischen Nationalbank ins Leben gerufene Legende von überbewerteten Franken nachplapperten, stehen jetzt äußerst dumm da.“

      Tja, denen schadet das bestimmt nicht, sondern geschieht ihnen gar äusserst recht. Vielleicht leidet ihre Glaubwürdigkeit sogar endlich mal darunter. :-)))

      „Derweil sind die Devisenmärkte dabei, der Nationalbank eine blutige Nase zu schlagen. Weil die während der Mindestkurszeit angehäuften Euro-Devisenreserven plötzlich sehr viel weniger wert sind, droht der SNB in diesem Jahr ein Verlust von 30-80 Milliarden Franken. Es könnte sogar dreistellig werden, weil die SNB nach wie vor Euros kaufen muss.“

      Das wurde von Herrn Dr. Meyer zu Recht prophezeit – wie z.B. hier: https://insideparadeplatz.ch/2014/12/03/carte-blanche-fuer-die-snb/

      Nun, die Konsequenzen werden gravierend sein – so oder so. Zu verdanken haben wir das insbesondere der hochverehrten SNB mit ihren hochgelobten und hochstudierten Präsidenten, dem äusserst kompetenten Bankrat, dem weisen Bundesrat und dem klugen Parlament, vielen hochdotierten Professoren und den aufklärerischen und neutralen Massenmedien samt den ach so klugen und überheblichen Fantastikern…

      Naja, dann Prosit Neujahr, denn die grössten Kälber wählen ihren Metzger selber…

      Freundliche Grüsse

      Oeconomicus criticus

    • Lieber Oeconomicus criticus,

      Tja, haben Sie ein recht. Ich habe in einem anderen Standpunkt des Herrn Dr. Meyer gelesen, dass Sie Steuerexperte sind. Nun, ich hätte in diesem Zusammenhang, sehr viele Fragen die ich Ihnen unterbreiten möchte, insbesondere im Lichte und Wechselwirkung mit den Geschehenissen von gestern. Grossfirmen in der CH auf der Flucht? Was machen KMU und Kantone? Aber das würde den Rahmen sprengen.

      Abschliessend, möchte ich etwas zur Wirtschaftswissenschaften wiederholen, und was uns – seit gestern allen klar werden muss.

      Es sieht demnach eher so aus als hätte die Bankbetriebslehre den wesentlichen Aspekt des Bankensystems, nämlich tatsächlich Geldschöpfung generieren zu können, komplett übersehen. Das wird vermutlich damit zusammenhängen, daß die Differenz von dem was als “Bankgeld” bezeichnet wird und dem, was Zentralbankgeld wirklich ist weitgehend ignoriert wird. Es ist ja heutzutage chic geworden zu behaupten Banken könnten “Geld” schaffen was auch schon dazu führt zu fordern den Banken das Privileg der Geldschöpfung zu entziehen. Jeder Kommentar dazu erübrigt sich – eigentlich.

      Ein schönes Wochenende wünscht,
      ARGONAUTIKER

    • @ Argonautiker
      War Jahrzehnte lang selbständiger Steuer-, Unternehmens- und Finanzberater, den dipl. Steuerexperten habe ich allerdings nicht auch noch gemacht. Geniesse seit vielen Jahren den (vorzeitigen) beruflichen Ruhestand.
      Die Exportindustrie wird mit einem stärkeren Franken auch günstiger im Ausland Rohstoffe und Vorprodukte einkaufen können, was oft und gerne verschwiegen wird; die Angestellten sind zufriedener, wenn sie billiger einkaufen können und die Lohnforderungen halten sich so in Grenzen. Die Schweiz hat bekanntlich kaum Rohstoffe, sodass es in der hiesigen Industrie hauptsächlich um Veredelung geht. Klar sind gewisse Branchen stärker betroffen als andere. Nicht zu unterschätzen sind für die Industrie auch die relativ gute Bildung der hiesigen Bevölkerung und der relative soziale Frieden, die zentrale Lage des Landes, relativ tiefe Steuern usw., sodass sich die Firmen wohl sehr gut überlegen werden, ob sie hier die Zelte abbrechen wollen.
      Betreffend die sogenannte Geldschöpfung verweise ich gerne auf meine Webseiten. Da wird die Geldentstehung allgemeinverständlich erklärt, die weitverbreiteten Falschinformationen werden darin entlarvt, damit niemand sagen kann, er hätte nicht gewusst…

  21. Herr Meyer,

    das muss doch nun wirklich ein grandioses Gefühl sein. Gestern Abend veröffentlichten Sie noch Ihre Theorien, heute spricht die Welt davon.

    Tatsächlich hat die SNB überraschend den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken aufgehoben. Zugleich wurde der Zins Zins für Guthaben auf den Girokonten um 0,5 Prozentpunkte auf 0,75 Prozent gesenkt. ( Source: UBS)

    Was meinen Sie dazu ?

    mfG

    P. Bär

    mfG

    • @ Patricia Bär

      Sehr geehrte Frau Bär

      Herr Meyer veröffentlicht keine Theorien sondern Fakten.

      Freundliche Grüsse

      Oeconomicus criticus

    • @P. Bär

      Liebe Frau Bär

      Vielen Dank!

      Ich bin froh und hoffe, dass nun auch die Wirtschaftswissenschaft gründlich über ihre Bücher geht.

      Die Wirtschaftswissenschaft hat der SNB den falschen Weg gewiesen.

      Die Irrlehren in der Wirtschaftswissenschaft sollten nun endlich als solche erkannt und korrigiert werden.

      Freundliche Grüsse

      Marc Meyer

    • @Schelmi

      Lieber ein Ende mit Schreckern als ein Schrecken ohne Ende.

      Je länger die SNB zugewartet hätte, desto schlimmer wäre es geworden.

      Sie hätte den Mindestkurs gar nie einführen dürfen.

  22. Gott sei Dank ist der Mindestkurs vor wenigen Minuten abgeschafft worden!

    Es ist, als ob die Schlinge um den Hals der Schweizer WIrtschaft abgestreift ist.

    Gut Nationalbank! Endlich! Super!

    Und nie wieder ein solches Experiment!

    Marc Meyer

    • @Chraledan

      Der Mindestkurs funktionierte nur noch bei Neugeldzufluss. Genauso funktioniert auch ein Schenkkreis.

      Dass die SNB nicht endlos sich veschulden kann, um Euro zu kaufen hat die SNB nur selber zugegeben mit der Aufhebung des Mindestkurses in der Zwischenzeit zu Ihrem Kommentar.

      mfG

  23. Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

    Sie dürfen selbstverständlich Ihre Meinung vertreten. Aber die SNB als Schenkkreis zu bezeichnen ist üble Nachrede hat in einer sachlichen Diskussion absolut nichts zu suchen.

    In der Schweiz ist die Rechtslage in Bezug auf Schenkkreise und Schneeballsysteme jeglicher Art klar geregelt und durch mehrere Bundesgerichtsentscheide untermauert, letztmals vom 26. März 2006. So fallen Geschenkkreise unter das Lotteriegesetz und sind daher verboten.

    Wo liegt eigentlich der Unterschied zwischen einem seriösen und einem unseriösen Schenkkreis?

    • Lieber Chraledan,
      sicherlich genügt diese Formulierung keinen wissenschaftlichen Kriterien, hat aber demgegenüber den Vorteil suggestiv auszudrücken, um was es eigentlich geht.

      Zu einer Ihrer Punkte muss festgehalten werden, dass die Frage nicht juristisch, sondern ökonomisch-volkswirtschaftlich zu betrachten ist. Für den Juristen ist das Geld der Zentralbank das “gesetzliche Zahlungsmittel” und die Schuld ist mit der Übergabe des gesetzlichen Zahlungsmittels getilgt.

      Für die Ökonomie hat die juristische Betrachtung jedoch keine weitere Bedeutung. Ökonomisch betrachtet handelt es sich auch beim gesetzlichen Zahlungsmittel nur um eine offene Forderung an die Zentralbank, die vom Schuldner an seinen Gläubiger bei der Bezahlung seiner Schuld übergeben wird. Das Bargeld ist eine umlauffähige Forderung im Gegensatz zur in der Regel nicht weiter dokumentierten und verbrieften Forderung eines Verkäufers an seinen Kunden. Der Verkäufer hat also für die nicht weiter besicherte und daher nicht umlauffähige Forderung an seinen Kunden eine besicherte und umlauffähige Forderung an einen Nachschuldner (Bank oder Zentralbank) erhalten.

      Weieteres Beispiel aus einer anderen Sicht:

      Im Grunde genommen handelt es sich bei der “Refinanzierung” über den Kapitalmarkt lediglich um eine Kreditkette: Bank kreditiert Kunde, Kunde kreditiert Fonds, Fonds kreditiert Bank. Mehr ist es nicht – was nicht heißt, daß diese Ketten doch noch etliche Zwischenstationen aufweisen können. Kostengünstige “Spareinlagen” heißt daher auf gut Deutsch: Ausschaltung der Zwischenhändler!

  24. Lieber Herr Dr. Meyer,

    Danke für die Chronologie und Analyse die bei mir einige Informations-Lücken geschlossen haben. Die Berichterstattung, rundum Mindestkurs ist nicht mehr übersichtlich, bzw. war sie für mich nie, ein Zufall?

    Zuletzt haben der frühere SNB-Chefökonom Kurt Schiltknecht und der geldpolitischen Vordenker der Schweiz, Ernst Baltensperger, eine Absenkung des Mindestkurses in die öffentliche Diskussion eingebracht.

    Die Chancen, dass es sich hierbei um einen Zufall handelt, sind gering. Das Gebot der Fairness besagt, das frühere Entscheidungsträger nicht in das aktuelle Geschehen eingreifen. Es ist somit wahrscheinlich, dass Schiltknecht und Baltensperger für ihre Äußerungen über eine Lockerung des Mindestkurses grünes Licht von Notenbankchef Thomas Jordan bekamen?.

    Es ist in diesem Zusammenhang, erschreckend festzustellen, dass bei nicht „Wenigen“ die Vorstellung herumgeistert, dass es sich bei der Zentralbank, um Banknoten in der Kasse handelt, die für eine Zentralbank ein Aktivum sind – Banknoten sind für eine SNB kein Aktivum!.

    Das macht auch den kategorialen Unterschied von Zentralbank und Geschäftsbank aus, denn bei Geschäftsbanken ist Zentralbankgeld ausschließlich auf der Aktivseite zu finden (bar oder unbar), während die Gegenposition bei der Zentralbank entweder eine Schuldposition oder einen Merkposten über die emittierten Geldscheinchen darstellt – der Banknotenumlauf. Insofern existiert Zentralbankgeld nicht, solange die Zentralbank dies nicht durch eine (gewünschte) Kreditzusage emittieren kann.

    • @Argomauticus

      Danke.

      Ja, das ist der entscheidende Fehler. Die SNB und die Professoren in deren Umkreis interpretieren die Notenbankgeldmenge irrtümlich als Zahlungsmittel und damit als Aktivum der SNB.

      Dieser Fehler wird die Schweizer Wirtschaft noch in den Abgrund reissen.

    • @Dr. Meyer,

      wieso ist das so? Weshalb, wird das offensichtliche verdrängt? Ich glaube nicht an Verschwöhrungstheorien, sondern an verschiedenen Argumentations und Sichtweisen die alle ihre Daseinsberechtigung haben. Dennoch, irritiert mich die Tatsache, dass es sich eine Art von Schlepptau geformt hat, bestehend aus SNB, Professoren, Wirtschaftsvertreter und natürlich Medien, die andere Möglichkeiteten einfach ignorieren, sabotieren, diffamieren und verdrängen.

      Klar, der Durschnittsbürger interessiert sich nicht für Geldtheorie/politik, er vertraut einfach das es gut gehen wird und kommt nicht auf die Idee zu hinterfragen, welche Auswirkungen das ganze haben könnte. Das der CH-Bürger dadurch enteignet wurde/wird steht gar nicht zur Debatte.

    • @Argonautiker

      M.E. stehen drei Gründe im Vordergrund, weshalb man die Verwechslung von Aktiven und Passiven bei der SNB nicht einsehen will.

      Erstens:
      Die Wissenschaft stemmt sich gegen neue Erkenntnisse. Professor Baltensperger beispielsweise hat offensichtlich ein Leben lang Studenten irreführend gelehrt, und behauptet, die SNB könne „Geld aus dem Nichts“ schaffen bzw. der SNB seien „keine Grenzen“ gesetzt.

      Folgerichtig behauptet dann auch sein ehemaliger Student, Prof. Jordan, SNB-Chef, Geld sei ein Zahlungsmittel der SNB, womit die SNB eigene Schulden bezahlen könne. Er übersieht, dass ein Zahlungsmittel immer nur aus einem Aktivum bestehen kann. Notenbankgeld ist jedoch ein Passivum der SNB und kann demzufolge kein Zahlungsmittel für die Schulden der SNB sein.

      Dieser Fehler ist dermassen gravierend, dass es offenbar sehr schwer ist, diesen einzugestehen.

      Zweitens:

      Die Exportindustrie erhält durch den Mindestkurs eine riesige Gratis-Währungsoption. Niemand lässt sich gerne ein Geschenk nehmen. Verantwortungslos profitieren die Exporteure vom Überlegungsfehler der Nationalbank.

      Kommt hinzu, dass die Exporteure offenbar federführend sind bei der SNB (Franken-Rütli) und grossen Druck auf die SNB ausüben, den Mindestkurs nicht abzuschaffen, sondern sogar auszudehnen.

      Drittens:

      Das Publikum freut sich natürlich über 38 Milliarden Franken Gewinn der Nationalbank. Das entlastet die Steuerzahler. Das gibt eine Entlastung bei den Steuern. Es geht davon aus, dass die Nationalbank bestimmt wisse, was sie tue.

      Es hat also niemand ein Interesse daran, diesen Gewinn von 38 Milliarden zu hinterfragen.

      Bei einem Schenkkreis freuen sich auch alle über die anfänglichen Gewinne.

      Die grosse Gefahr ist deshalb, dass die SNB auf ihrem Vermögen grosse Verluste erleidet, wenn sie von den Banken nicht mehr genügend Kredit erhält, ihr Vermögen mit Zukäufen zu stützen.

      Dann ist es aber für eine Einsicht leider zu spät. Die SNB wird dann Konkurs sein.

      Dann gehen die Banken Konkurs, die Steurzahler werden für die Schulden der SNB zur Kasse gebeten. Es muss der Euro eingeführt werden oder ein Beitritt zur EU erfolgen oder eine Währungsreform durchgeführt werden.

    • @Dr. Meyer,

      Noch im Dezember 2014 schrieb die SNB in ihrer geldpolitischen Lagebeurteilung:

      „Die Nationalbank wird deshalb den Mindestkurs weiterhin mit aller Konsequenz durchsetzen. Zu diesem Zweck ist sie bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen.“

      Nur einen Monat später sagt sie:

      „Die Schweizerische Nationalbank hebt den Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro auf.“

      Die Schweiz ist eine Bananenrepublik, dürften sich viele Fremdwährungskreditnehmer nun denken….

    • Sehr geehrter Herr Dr. Meyer

      „Das Publikum freut sich natürlich über 38 Milliarden Franken Gewinn der Nationalbank. Das entlastet die Steuerzahler. Das gibt eine Entlastung bei den Steuern. Es geht davon aus, dass die Nationalbank bestimmt wisse, was sie tue.“

      Da haben Sie zweifellos recht. Dem Publikum ist allerdings vorzuwerfen, dass es sich nicht selbst informiert und Gedanken macht – und beispielsweise über die Heizöl- und Benzinrechnungen weit höhere Kosten als nötig trug -, sondern unreflektiert der (Medien-)Propaganda auf den Leim geht, welche wiederum die „Experten“ zitiert und kritische Stimmen nicht bloss übergeht, sondern darüber hinaus auch noch diffamiert.

      Welcher intelligente Mensch möchte sich da denn noch beispielsweise als Politiker einem Millionenpublikum stellen, wo er ständig angefeindet wird, weil er die Wahrheit sagt? Daher gehen vermehrt Nachplapperi, die selber von nichts eine Ahnung haben, in die Politik – sogenannte Negativauslese.

      Die SNB hat durch den Goldverkauf zum Mindestkurs bisher rund 60 Mia. versenkt, jetzt mit der Euroanbindung wiederum rund 50 Mia.. Mit diesem Geld hätte man nicht bloss den Tourismus subventionieren können, sondern den Bürgern auch noch die Steuern massiv senken können. Stattdessen gibt man solchen Versagern für ihre Fehlleistungen auch noch einen Lohn von rund 800’000 Franken jährlich, währenddem der hart arbeitende Bürger für einen Bruchteil bei Wind und Wetter täglich im Graben schaufelt. Für die Pensionäre fehlt angeblich das Geld. 110 Mia. : 8 Mio. Bürger gibt pro Bürger, inkl. Kind und Kegel, rund 14’000 Franken.

      Ebenfalls komme ich nicht umhin, die schweigende oder nachplappernde „Intelligenzija“ für diese Fehlleistungen mitverantwortlich zu machen. Man kann über Ihre Feststellungen nicht diskutieren, denn das käme einem Infragestellen des heliozentrischen Weltbilds gleich.

      Freundliche Grüsse
      Oeconomicus criticus

    • @Oeconomicu criticus

      Besten Dank.

      Ja, es ist zweifellos so, dass das Publikum sich selber offenbar keine Gedanken gemacht hat und den Medien in Sachen SNB einfach alles glaubte, ohne zu hinterfragen.

      Es ist auch so, dass man mit groben Anfeindungen rechnen muss, wenn man es wagt, die SNB zu hinterfragen.

      Auch die nachplappernde „Intelligenzija“ (vor allem NZZ) ist leider eine Realität in unserem Lande.

      Sie alle haben das heutige Debakel mitzuverantworten.

      Freundliche Grüsse

      Marwc Meyer

    • Danke, besonders für den letzten Abschnitt. Endlich sagt es uns jemand ganz einfach und klar!