Bär-Präsident Sauter: Trennung, CEO-Pleite

Daniel Sauter gerät unter Druck – Frau und bekannte Politikerin ist ausgezogen – Bei Privatbank gibts Krach um CEO Hodler.

Daniel Sauter hatte zu Boris Collardis Glamour-Zeiten nichts zu sagen bei der Julius Bär. Alles Licht schien auf den CEO.

Seit Collardi Hals über Kopf zur Pictet verreiste, ist Sauter als Präsident gefordert. Nun erlebt er besonders stürmische Tage.

Zunächst ist seine Frau, eine bekannte freisinnige Politikerin in der gemeinsamen Heimat Zug, aus dem Haus ausgezogen.

Am Weihnachtsanlass der Julius Bär kreuzten die beiden noch als Paar auf. Nun ist sie weg, wie ein Gesprächspartner berichtet.

Die private Krise kommt just zu einem Zeitpunkt, zu dem Sauter im Geschäft erstmals grossen Stress erlebt.

Sauter braucht einen Nachfolger für Collardi, der alle überzeugt. Der die Bank weiterbringt. Der die Medien und die Öffentlichkeit für sich einnimmt. Der die Bär-Story weiterschreibt.

Kurz: einen neuen starken CEO.

Den hat er nicht. Bernhard Hodler, ein internes Urgestein, das von Präsident Sauter auf den CEO-Stuhl gehievt worden ist, wirkt weiterhin als Verlegenheitslösung.

Das zeigte sich eindrücklich letzte Woche an der Jahres-Pressekonferenz der Bank.

Als ein bekannter Journalist im Plenum Hodler aufforderte, Klarheit zu schaffen, ob er wirklich für die nächsten Jahre der starke operative Mann sei, schwadronierte Hodler herum – und versuchte schliesslich, die Zweifel wegzulächeln.

Da wurde allen klar: Hodler ist mitnichten der neue starke Mann, den die Julius Bär braucht.

Hier war noch vor 2 Wochen die Rede von 2 bis 4 Jahren, welche Hodler als CEO der Bär bestreiten möchte.

Nun scheint das wieder völlig offen zu sein. Der Auftritt von Hodler letzte Woche zeigte jedenfalls: Dieser CEO ist noch nicht gesetzt. Sonst wäre Sauter an der Pressekonferenz selbst aufgekreuzt und hätte damit Hodler unmissverständlich zur Nummer eins erklärt.

Was also ist los? Die entscheidende Figur ist Daniel Sauter. Der Kapitän, der Präsident, der Strippenzieher mit dem getunten CV.

Sauter, ein Ex-Finanzmann beim legendären Marc Rich, hatte sich all die Jahre unter Boris Collardi vor allem um seine eigenen Interessen gekümmert.

Seine privaten Finanzen, sein privater Reichtum, sein Mandat bei der Sika. Dort machte er sich zum Wortführer des Managements, das die Erben enterben will.

Nota bene Erben, die ihre Milliarden bei einer Bär-Tochter verwaltet haben.

Während sich der Präsident um Privates kümmerte, verkümmerte die Bär. Neben Collardi wuchs kein Pflänzchen zu wuchtiger Grösse. Kein Mann, keine Frau im obersten Management mit Format, Nachfolger zu werden.

Am Ende blieb Bernhard „Bernie“ Hodler, ein Riskchef, unter dem die Bären fast in jedem Geldwäscherei-Skandal dabei waren.

Und einer, der im September auf dem Abstellgleis gelandet war: als Stellvertreter ohne Macht und Apparat.

Sauter liess zu, dass es bei der Bär keinen echten Nachfolger für Collardi gab. Und er hatte auch in seinem Verwaltungsrat keine starken Figuren. Viele alte Ex-Banker, die ihren Zenit längst überschritten haben.

Mit einer Ausnahme: Charles Stonehill, Topbanker aus New York.

Stonehill wollte laut einer Quelle dieses Jahr aus dem VR der Bär-Bank zurücktreten. Nun bleibt er, stattdessen geht eine Ex-HSBC-Frau nach nur 2 Jahren. Diese habe nicht das Erhoffte gebracht, heisst es aus Bär-Kreisen.

Stonehill hat offenbar eine andere Vorstellung für den CEO-Posten als sein Präsident Sauter. Was dabei besonders brisant ist: Er gilt als enger Vertrauter von Raymond Bär, Vorgänger von Sauter auf dem Kapitänssitz und immer noch Ehrenpräsident der Julius Bär.

Stonehill, so heisst es im Zürcher Finanzteich, wolle eine grosse Nummer auf dem CEO-Thron. Einen echten Private Banker von internationalem Format, der die Bär weiter voran bringt.

Keinen Risk-Manager wie Hodler, keinen der vielen Collardi-Boys wie Schweiz-Chef Gian Rossi.

Wenn das stimmt, dann zeichnet sich ein Fight im Board bei der Bär-Bank ab. Hier Daniel Sauter, der kein Banker ist und derzeit seinen privaten Stresstest erlebt.

Da Charles Stonehill, ein Bigshot der internationalen Finanzbranche, der auf den Putz haut und ungeachtet der Herkunft und des Stallgeruchs einen Spitzen-Banker als CEO fordert.

Und von hinten Raymond Bär, der bei der Julius Bär offenbar immer noch mitsteuert.

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23 Kommentare zu “Bär-Präsident Sauter: Trennung, CEO-Pleite

  1. Warum ist die gute Alte bloss ausgezoge? Hat wieder einer än junges Mädl eingestellt und ausgezoge?
    Idiotn gibt’s, däs gibt äs nid 😉

  2. Sauter, ein Ex-Finanzmann beim legendären Marc Rich, woher kommt dieses seltsame Gerücht?!

    Der wirkliche Mann hinter Marc Rich in der Hierarchie war Thomas Frutiger. Ehre, wem Ehre gebührt!

    • Ah, die ehrenwerten Herren, die zuerst (gekaufte?) UNO-Embargo aufschalten liessen, um diese hinterher zu umgehen, und somit Markt-Monopole errichteten?
      Waren wahrlich dicke Meistergeschäfte, mit sämtlichen Diktatoren und Genozid Masters.

  3. Wahrscheinlich hat seine Frau, die FDP Wirtschaftsexponentin, kalte Füsse bekommen und hat die Reissleine gezogen! Frau muss ja den Ruf wahren im Falle der Partner abstürzt! Gutes persönliches Management! Mal schauen mit welcher „Persönlichkeit“ sie und der Verflossene in ein paar Monaten auftaucht, Ringier Zeilenproduzenten sind schon in den Startlöchern!

  4. Herr Hässig, kann es sein, dass Sie einen persönlichen Groll gegen B. Hodler hegen? Woher kommt das? Vor ihm haben Sie ständig gegen B.C. geschossen, der Ihnen offenbar auch nicht recht war. Jetzt kommt ein Ur-Bär an die Macht und muss sich der Herkulesaufgabe einer IT-Erneuerung stellen und Sie schiessen seit seinem Amtsantritt aus allen Rohren auf ihn. Geben Sie ihm doch wenigstens eine Chance. Er scheint duchaus über die nötigen Fähigkeiten zu verfügen, die wenig prestigeträchtigen Erneuerungsaufgaben bewältigen zu können. Es muss nicht immer ein vorpreschender Selbstinszenierer an der Macht sein.

  5. Bernie ist ein feiner Kerl – hoffentlich wird er bald erlöst und erhält eine weniger exponierte Rolle. Das wäre dann für alle die beste Lösung.

    • Einen „netten“ ist er vielleicht. Aber keinen „Führer“. Darum zeigt der Blog objektiv auf, was die Tat Sachen sind.

  6. Vielleicht sollte sich Hodler einen Ferrari und eine Freundin zulegen und sein Teeli mit abgespreiztem Finger trinken, dann hätte er ja dann schon fast das Profil von Collardi.

  7. Ganz einfach:
    Raymond Bär wieder zum VR Präsidenten und Yves Robert-Charrue zum CEO machen, dann ist Julius Bär perfekt aufgestellt um weiterhin an der Weltspitze zu performen

    • Was sind denn die Qualifkationen für einen CEO, insbesondere bei der Bär?

      Wen man die des Vorgängers betrachtet sind das Schleimen, VR und Presse um den Finger wickeln, auf Teufel komm raus zukaufen und gleichzeitig alle zwei Jahre 10% der Stellen streichen. Viel mehr ist es kaum gewesen.

      Holder ist da zum Glück ganz anders. Vielleicht ohne Glamour, dafür aber auch ohne Allüren.

    • @Cptn Hirni:
      Das stimmt. Aber auch das Handwerk lernt man nicht an Kursen und HSG’s.
      Das Handwerk lernt man an der Front.
      Wer noch nie Werkzeug in der Hand hatte, der hat keine Ahnung von echter Arbeit.
      Bin zwar seit bald 20 Jahren in der Finanzbranche in der IT, hab aber als Handwerker gelernt auf was es bei der Arbeit draufan kommt.

    • Für Manager sehr empfehlenswert Malik F. „Führen, Leisten, Leben“. Diese Ratschläge würden schon viele Firmenkatastrophen verhindern.