Lamas tragischer Bergsteigertod und seine Bedeutung für Sie als Investor

Alpinisten-Ende wirft Frage nach Wahrscheinlichkeit von Worst Case auf – Totalverluste drohen öfters, als man denkt.

Sie haben es vermutlich in den Medien vernommen. Die drei Extrembergsteiger Jess Roskelley, Hansjörg Auer und David Lama, der vielleicht beste Alpinist der Welt, sind bei einem Lawinenunglück in den Rocky Mountains verstorben. Ihr Alter: 28, 35 und 36 Jahre.

Bei den üblichen Medienanfragen betonen Freunde, wie vorsichtig die Kletterer waren. Googeln Sie mal „David Lama willkommen Österreich“ und machen Sie sich selbst ein Bild.

Einmal mehr brauchte es den ausgebildeten Mathematiklehrer Reinhold Messner, dessen empfehlenswerte Mountain Museum und Biobauernhof ich in Südtirol über Ostern besuchte, um das Triviale auf den Punkt zu bringen.

Das Risiko ist sehr hoch. 50 Prozent der Extrembergsteiger verunglücken tödlich; und die Sinnhaftigkeit der Ausübung und das Sponsoring dieser Aktivitäten sind fraglich.

Was hat das mit dem Investieren zu tun? Investieren ist riskant. Die Natur hat uns mit Blick aufs Erkennen von Risiken sehr schlecht ausgestattet. Und – so meine Erfahrung – sowohl das akademische wie auch das unternehmerische Risiko Management sind noch ganz am Anfang.

Nehmen wir das Beispiel der Wahrscheinlichkeit, dass ein Schweizer Atomkraftwerk alle Einwohner trifft. Dieses Risiko ist sehr klein, was zwar beruhigend ist, aber ebenso beunruhigend, da dieser Fall effektiv eintreten kann.

Und doch blenden die meisten Wissenschaftler und Analysten solche Überlegungen aus, da sie sich auf den Erwartungswert konzentrieren – und nicht auf den Worst Case. Genau wie die Bergsteiger.

Versuchen Sie in der Wohnung über eine gemalte Linie zu laufen. In nüchternem Zustand ziemlich unspektakulär: Niemand wird davon Angst bekommen.

Nun machen wir das Gleiche auf der Dachkante eines Wolkenkratzers. Die Übung ist 100prozentig gleich schwierig, aber vermutlich (die Natur hat uns doch vernünftig ausgestattet) werden Sie nicht nur furchtbare Angst haben, sondern sich schlicht weigern, für sagen wir mal ein Nachtessen die Challenge anzunehmen.

So, jetzt gebe ich mich mal als grossen Mentaltrainer aus. Ich lasse Sie in der Wohnung 50 Mal hintereinander die obige Übung machen. Mit nahezu absoluter Wahrscheinlichkeit schaffen Sie das einwandfrei.

Dann gehen wir zusammen aufs Dach eines dreistöckigen Gebäudes. Auch hier: Es klappt einwandfrei. Schliesslich sehen Sie ein, dass nichts dabei ist. Jetzt steigen wir auf den Wolkenkratzer, und siehe da: Alles klappt, Sie sind stolz auf sich, und es ist Ihnen eigentlich peinlich, dass Sie sich am Anfang so geziert haben.

So wie vielleicht die Bergsteiger bei ihrer ersten Expedition. Jetzt können sie nur noch darüber lachen.

Sollten sie aber nicht, denn Reinhold Messner hat recht. Nehmen wir an, die Wahrscheinlichkeit, lebend wieder heimzukommen, beträgt bei Extremtouren 99.5%. Nehmen wir weiter an, eine Bergsteigerkarriere dauert 25 Jahre (vom 20. bis zum 45. Lebensjahr), und pro Jahr unternimmt man 5 wirklich anspruchsvolle Touren.

Die Wahrscheinlichkeitsrechnung sagt uns, dass die Überlebenswahrscheinlichkeit bei diesem Setup genau 53.4% beträgt. Ziemlich übel.

Die Wahrscheinlichkeit für einen richtigen Börsencrash ist in jedem Jahr wesentlich höher als 0.5%. (Das wird auch die Nationalbank erfahren.) Sogar die Wahrscheinlichkeit, mit dem Franken-Sparbuch einen (nahezu) Totalverlust zu erleiden, ist historisch gesehen durchaus real.

Deshalb ist es auch kein Zufall, dass Hedge Funds und Anlagevehikel, die mit asymmetrischen Risiken arbeiten (also Geld dafür erhalten, den Worst Case zu übernehmen), selbst in recht ruhigen Zeiten wie die der letzten Jahre immer wieder pleite gehen. („Credit Suisse XIV“, „James Cordier natural gas“, „Karen the Supertrader“.)

Als Investor sollten Sie auf drei Dinge achten. Erstens, dass Sie Risiko eingehen, sonst gibt es keine faire Rendite. Zweitens, dass Sie für das Risiko fair entlohnt werden; und drittens, dass Sie der Worst Case nicht umbringt.

So paradox es klingt, der Markt entschädigt nach Angebot und Nachfrage – und nicht zwingend fair. Zahlreiche Untersuchungen zeigen: Je näher das Risiko bei einer 50:50 Chance ist (beispielsweise Optionen „At the Money“ oder die liquidesten Aktien auf dieser Welt), desto fairer werden Sie für das Risiko entlohnt.

Umgekehrt gilt: Je unwahrscheinlicher der Unglücksfall ist (Optionen „Far out of the money“, Cat Bonds, Reverse Barrier Zertifikate, Cash ohne Anlegerschutz), desto unfairer werden Sie für Ihre Risiken entschädigt.

Deshalb ist es statistisch gesehen besonders dumm, in ruhigen Zeiten in Produkte der Art „Regelmässiges Einkommen, dafür übernehme ich den Worst Case“ zu investieren.

(Extrakt für Inside-Paradeplatz-Leser; Originalartikel mit Kommentar „Longterm-Investor“ und weitere Investmentsdetails, siehe Longterm-Investor.)

Kommentare

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  1. I would NEVER ever TRUST Michael Bisschof as investment specialist. He cannot structure information in a coherent way: he wrote the names of the alpinists and their ages not in a correlative order. Just imagine Bisschof does the same with the name and the RoI of the stocks he picks. Ir that he mixes essential infos.

    Someone that cannot structure information properly, I would never trust !

  2. Interessant dazu:

    „Die jahrelange Politik von Nullzinsen und Wertpapierkäufen habe den bisher grössten Boom von Unternehmensanleihen durch einen riesigen Debt-for-Equity-Swap ermöglicht, bei dem Unternehmen, nicht nur in den USA, eigene Aktien mit neu aufgenommenen Krediten zurückkaufen.

    Diese Buy-backs entsprächen praktisch der gesamten Nettonachfrage nach US-Aktien während des vergangenen Jahrzehnts. Sollte dem Aktienmarkt die Luft ausgehen, sei er gross genug, um die Wirtschaft mitzureissen. Die Notenbank werde ihn wohl weiter stützen müssen – ob das Inflationsziel erreicht worden ist oder nicht.“

    https://www.nzz.ch/finanzen/notenbanken-hausgemachtes-dilemma-der-niedrigen-inflationsrate-ld.1478160

  3. Sehr geehrter Herr Bischof

    Jenseits theoretischer und philosophischer Betrachtungen kann nicht von „investieren“ gesprochen werden. Die Geldaufbewahrung geschieht in Form von Handel mit Finanzprodukten (Schuld/Wertpapiere). Dabei wird im Prinzip Geld gegen Geldäquivalente getauscht. Es wird kein Mehrwert geschaffen. Wie bei Wetten und Glücksspielen wird lediglich der Einsatz neu zwischen den beteiligten Händlern aufgeteilt. Zwar wird bei dieser modernen Form des Hortens von (Kapitalmarkt und Finanzinvestitionen) gesprochen, wie Sie das auch tun, doch handelt es sich bei diesen Geldgeschäften nicht um Investitionen zur Steigerung von Konsum, Produktivität und Produktionskapazität im Sinne der Realwirtschaft, sondern um „Investitionen“ im Sinne eines Glücksspieleinsatzes. Im Geldaufbewahrungssektor der Finanzwirtschaft kann wie bei Wetten auf der Pferderennbahn oder im Lotto nur das verteilt werden, was die Sparer in Summe eingelegt haben. Es sind Nullsummenspiele. Die Schweiz hat sich mit der Geldpolitik der SNB und 2.Säule/fiskalpolitische Massnahmen in einer nahezu ausweglose Situation hineinmanövriert. Das Risiko das von den Grossbanken ausgeht sei an dieser Stelle nicht erwähnt.

  4. Interessant…aber, jedes Abend gehe ich ins Bett mit die Erkentniss, dass die meisten Leute der Welt in Bett sterben…somit die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, trotzdem gehe ich ins Bett, jeden Abend….c’est la vie. Was ist Risiko üverhaupt? Was ist Risiko bei Finanzprodukte? Eben eine Quintessenz: man kann nicht Risiken vergleichen, sowieso nicht Finanzrisiken und Lebensrisiken…ich bin Lebensrisiken sehr avers, aber ich könnte mich eine Wette 10 Mio. Zu investieren mit 50 % Wahrscheinlikeit 500 Mio. Zu gewinnen und alles verlieren… mein Leben geht weiter auch ohne diese 10 Mio… sonst ist ok. Aber ich beobachte immer wieder solche Fehlern…

  5. Die Wahrscheinlichkeitsberechnung 53.4% ist komplett falsch. Anfänger Fehler wie im Casino: „nach 5 mal Schwarz in Serie muss doch Rot kommen!“ Der Zufall hat kein Gedächtnis…

    • Evtl ist es bei Bitcoin anders, aber es geht hier nicht um die Wahrscheinlichkeiten der „unabhängigen Einzelevents“, sondern um die „Gesamtreihe ohne Ausstiegsoption“ als „Event“. Leider ist diese zu überleben nicht so wahrscheinlich … gut zu beobachten in der Basejumper Szene, um in diesem Kontext noch eine Stufe drauf zu setzen.

    • Wenn Sie sich mit Bitcoin genau so gut auskennen wie in Statistik, dann gute Nacht… die Chance 125 Touren hintereinander zu überleben ist eben genau die Wahrscheinlichkeit von (1-p(Tod))^(125).

    • Unfug. Die Formel lautet 99,5% * 99,5%… es sind 25*5 = 125 Touren. Also berechnen Sie bitte: 0,995 hoch 125. Das ist die Wahrscheinlichkeit, alle 125 Touren zu überleben.

      Ergebnis: 0,534. Also 53,4%.

    • Fragen Sie einfach ihren Gesprächspartner ob sie oder er etwas mit dem Begriff n Fakultät anfangen kann. Stellen Sie diese Frage randomly einem Miteigentums-Tokenisierer (alternativ können Sie auch nach grundlegenden Buchungssätzen fragen die man in jeder kaufmännischen Ausbildung erlernt).

      Da bekommen dann Leute den Gedächtnispreis Alfred Nobel der Schwedischen Zentralbank dafür was schon die Grossmutter wusste: wo ma nix schafft des isch kei Wirtschaft. Schiller bekommt dann den Nobelpreis dafür. Und legt sich danach wahrscheinlich erstmal zum Lachen hin. Bald vielleicht “setzt sich in der Verhaltensökonomik die Erkenntnis durch”, dass die meisten Versprechen unter Fremden das Papier nicht wert sind auf dem sie gedruckt stehen/Schönwetterveranstaltungen sind.

      Der eigentliche Worst Case läuft gerade vor unser aller Augen ab: die völlige Entkernung derjenigen Institutionen, ohne die Finanzkontrakte für Bürger (= Menschen, deren Vermögen nicht gross genug ist, kraft Natur der Sache immun gegen die kleinen und grossen Zyklen der Natur zu sein) nicht möglich sind. Die Analogie zum Bergsteigen ist der Offenbarungseid. Das Vermögen ist für Normalos eben nicht freischwebend, sondern unauflösbar in die Gesellschaft eingebunden. Das passende Bild wäre eher die Titanic. Wenn die Grundwerte abschleifen verringert sich damit zwangsläufig auch das Vermögen des Einzelnen. Eine nicht exzessive Kirchensteuer wie hier in der Schweiz ist deswegen gut angelegtes Geld. Jeder der gerade mal auf der lucky side angestellt ist, kann ein bisschen was davon zurückgeben und das Grundgerüst mit instandhalten, anstatt sich ständig an den Gehältern der Topmanager aufzuziehen. Viele sehr Wohlhabende handhaben das auch so. Das ist die Seuche: zu glauben, dass man mit ein zwei Millionen, wenn DINK evtl. noch eine oder zwei, über den Dingen schwebt.

  6. Wie kann man nur so pietät-und geschmacklos sein, den Bergtod dreier Menschen als Aufmacher für einen Risikoartikel in der Finanzbranche zu verwenden. Dieses Denken zeigt, dass in dieser Branche Anstand und Empathie offenbar nur eine geringe Rolle spielen.

    • Ich frage mich was wohl pietätloser ist: Der Extremsport als solches mit Hinblick auf Familie, Freunde und Bekannte, die die eigentlichen Leidtragenden sind (und nicht der egoistische Sportler) oder das Herannehmen eines solchen Ereignisses als Beispiel.
      Übrigens: Am Wochenende sind gleich vor unserer Türe (im Wallis) ebenfalls drei Bergsteiger verünglückt. Da sie aber keine Angelsachsen sind, werden sie wohl nicht so populär in den Medien erwähnt. Schade, eigentlich.

    • …..und dann war da noch ein Rentnerehepaar, das sich Sonntag morgens um 3 in einer Graubündner Schlucht „verlaufen“ hatte, sie mit Turnschuhen und T-Shirt, er mit Herzfehler.

      Und bei der Rettungsaktion stürzte der siebenundzwanzigjährige Rettungshelfer am Seil des Helikopters mit hoher Geschwindigkeit auf einen Felsen.

      Im übertragenen Sinne auch eine Risiko-Übertragung: ein Teil der Menschheit baut gedankenlos hohe Risiken auf (Originalton: „Wir hatten doch unser Handy dabei“), und die, die dann helfen wollen und diese Risiken abbauen wollen, landen im Rollstuhl oder vorzeitig 1,50m tiefer.

      Der Vergleich mit der Finanzwelt ist opportun und passt: welcher Bayer-Aktionär hat bedacht, welches trojanische Pferd ihm mit Monsanto in sein Investment gelegt wurde.

      Die Herren dieser Welt sind nicht mehr diejenigen, die Risiken beurteilen können.
      Es sind diejenigen, die Risiken verteilen.

  7. Gut geschrieben und auch argumentiert: ein Genuss
    Nicht immer muss man gleicher Meinung sein.
    Dennoch: wo gedacht wird – geht es vorwärts.
    Weiter so

  8. Die Wahrscheinlichkeit für einen erfahrenen Investor, einen Verlust von 90% bis 95% bei Kapitalanlagen wieder aufzuholen ist viel höher als einen Absturz beim Bergsteigen zu überleben.

    Wenn man zudem durch für jedermann mögliche Techniken der Risikovermeidung (GD 200) die Verluste zuvor erst gar nicht mitgemacht hat, sondern direkt unten in einem Zeitpunkt der Krise und Unterbewertung seine Investition beginnt, um so besser.

  9. Oder stellen Sie sich mal vor, sie sind langjähriger Aktionär des Dax-Wertes Bayer, und plötzlich werden Sie damit konfrontiert, daß ein Unternehmen wie Monsanto mit all seinen Risiken und immensen Fehlentwicklungen übernommen wird. Damit die riesigen Risiken von den Monsanto-Aktionären abfallen und Ihnen als Bayer-Aktionär zufallen. Verkehrte Welt, nein, weit gefehlt, alles so passiert. Immense Risikopakete wechseln den Besitzer, von heute auf morgen, bei zunächst steigenden Kursen!

    Oder nehmen wir die Aktionäre der Hypo-Real Estate (HRE), einem ehemaligen Dax-Wert. Plötzlich stellt sich heraus, daß einem reinen Immobilienwert Dutzende von wertlosen Subprime-Titeln aus den USA untergejubelt worden sind. Über die Deutsche Pfandbriefanstalt (DEPFA) mit Sitz in Dublin. Risiko-Übertrag in unvorstellbaren Ausmaß von heute auf morgen. Sie denken an Villen in Bogenhausen, aber sie sitzen auf Abbruchhäusern in Detroit.

    Lehman Brothers, eines der ältesten und renommiertesten Bankhäuser weltweit, stand 120 Jahre wie eine Festung und trotzte allen Kriegen und Krisen. Bis zu dem Wochenende, wo aus minimalen Risiko die Insolvenzgewissheit wurde.

    Es ist eine Art Hütchenspiel. Sind Sie kein Insider, vermuten Sie immer nur unter welchem Hütchen der Hauptgewinn schlummert, kleinere Gewinne werden Ihnen anfangs zugebilligt, setzen Sie große Summen, schnappt die Falle zu.

    (Deshalb Klumpenrisiken stets vermeiden, Diversifikation ist unumgänglich).

    Sanierte sich FORD nicht vor Jahren mit Gerüchten über baldige Insolvenz, indem Sie ihre eigenen Anleihen aufkauften, als sie keine 10% der Nominale wert waren ?
    Und diejenigen, die Jahre später bei GENERAL MOTORS denselben Deal vermuteten, die Anleihen erwarben und diese dann komplett in den Wind schreiben mussten, da GM tatsächlich pleite ging ?

    Das heutige Finanz- und Wirtschaftssytem ist ein erweitertes Hütchenspiel, geschickt werden Verhaltensweisen ausgespäht und Kapitalanhäufungen registriert, Informationen, die gewisse Kreise dann für sich nutzen, oft noch mit staatlicher Unterstützung.

    Ich kann mir nicht helfen, man muß Herrn Dr. Meyer darin Recht geben, die schweizerische Nationalbank geht auch Risiken ein, die sie mit dem Schweizer Volk nicht kommuniziert. Das ist eben dieselbe Verhaltensweise wie der Bayer-Vorstandsvorsitzende, der die Monsanto-Risiken kleinredet und 60 Milliarden rausschleudert, ein Hypo-Real CEO wie Finke, der in München residiert, nur von europäischen Immobilienprojekten faselt und dann 120 Milliarden an ABS-Papieren aus den Slums der Vereinigten Staaten von Amerika im Portfolio hat.

    Kleinere Nummern in der Schweiz waren Werner K. Rey, Dieter Behring und der ASE-Betrug der Basler Kantonalbank. In der Spitzenzeit dieser Machenschaften, also als es jeweils funktionierte, galt derjenige als Spaßverderber, der die Risiken ansprach.
    Und hinterher besonders still waren diejenigen, die um gewaltige Beträge erleichtert worden waren.
    Ein insgesamt günstiges Umfeld für den nächsten risikolosen Milliardenbetrug.

    • Sie haben noch die Banken vergessen, welche die Madoff Produkte verkauften, ohne zu kontrollieren, wass dieser Vogel mit dem Geld machte. Eine grosse Schande.

  10. Sehr geehrter Herr Bischof

    Sensationeller Text.

    „Wird auch die SNB erfahren“ – das sollte uns allen eigentlich zu denken geben.

    Und wird das Schweizervolk für dieses Risiko angemessen entlöhnt? 2 Milliarden pro Jahr, die über Negativzinsen wieder abgeschöpft werden. Also gar keine Entlöhnung für das Schweizervolk bei einem Risiko von 700 Milliarden offene Positionen finanziert mit Schulden.

    Noch eine kurze Anmerkung: Sollte es nicht heissen: Je wahrscheinlicher der Unglücksfall ist („far out-of-the-money“), desto unfairer werden Sie entlohnt.

    Freundliche Grüsse

    Marc Meyer

    • zu: „Sollte es nicht heissen ….“:

      M. Bischof beschreibt die Situation aus der Sicht eines Options-Verkäufers (wegen des „fat tail“-Effekts), siehe z.B. letzter Satz von https://www.fuw.ch/term/fat-tail/:

      „Fat Tail: Ausreisser über den Rand der Normalverteilung . Diese dient zur Beschreibung und Prognose von Finanzmarktdaten wie Aktienkursen und Renditen und geht davon aus, dass aussergewöhnlich grosse Gewinne und Verluste sehr selten auftreten. In der Anlagepraxis sind Extremereignisse aber nicht so selten und können für Investoren entscheidend sein.“

      Beispiel: Bewertung von „far out-of-the-money“ S&P500-Puts anfangs Oktober 1987

    • @Revisor X

      Vielen Dank. Wieder etwas gelernt.

      Ich sage den Schülern immer, wenn ich nichts megr lernen kann komme ich nicht mehr zur Schule.

      Schönen Tag

      Marc Meyer

  11. Wenn Sie sich historisch damit beschäftigen, so werden Sie feststellen, daß die Verzehn- bis Verzwanzigfachung eines Kapitals während einer Dekade stets möglich war:

    … In dieser Situation verkaufte Goergen im August 1964 seine Aktienanteile an den Henschel-Werken; für ihn selbst war das ein enormer Gewinn – sein ursprünglicher persönlicher Einsatz zum Erwerb der Aktienmehrheit war die Abfindung der Phoenix in Höhe von rund 2,6 Millionen DM gewesen (s. o.), jetzt übernahm die Rheinstahl AG seine Anteile für rund 60 Millionen DM:

    https://de.wikipedia.org/wiki/Fritz-Aurel_Goergen

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46173987.html

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-46174930.html

    https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45139694.html