„Für Deutsch drücken Sie die Eins.“ Mit dieser Begrüssung als Start für eine weitere Abfrageserie von Präferenzen und Parametern beginnt heute meist die telefonische Kommunikation mit Unternehmen.
Egal ob Telekomanbieter, Bank, Krankenkasse oder auch Heizungsinstallateur. Ausser man hat das Privileg, über die Direktwahl oder gar Mobil-Nummer eines für das spezifische Anliegen verantwortlichen Mitarbeiters zu verfügen.
Ansonsten bleibt es die grosse Ausnahme, mit einem Menschen aus Fleisch und Blut kommunizieren zu können, wenn es um Auskünfte, Buchungen, Reklamationen und dergleichen bei Formen geht.
Hat man das Glück – nach gefühlten Stunden in der musikunterstützten Warteschleife – innerhalb des Computer-Entscheidungsbaums zur gesuchten Fragestellung vorzustossen, endet die Konversation häufig mit der Aufforderung, das entsprechende Anliegen doch auf der Website „ohne Wartezeit“ zu hinterlegen oder per E-Mail anzubringen.
So erlebt in mannigfacher Variation, mit dem Resultat, dass daraus eine umfangreiche E-Mail-Korrespondenz entstand, etwa weil die Anfrage intern an verschiedene Stellen weitergeleitet werden musste.
Wie viel einfacher und zielführender wäre es doch, ein Anliegen persönlich und präzise einem Mitarbeiter schildern zu können? Emil und seine Sketches lassen grüssen, vor allem bleiben sie in Erinnerung.
Das Potential zwischenmenschlicher Kommunikation ist gar wissenschaftlich behandelt: In der betriebswirtschaftlichen Literatur wird immer wieder das Mantra vom „Moment of Truth“ zitiert und zelebriert.
Gemeint ist die Interaktion mit dem Kunden als zentrale Gelegenheit, um Feedback zu erhalten, damit die Kundenbindung zu festigen und einen (hoffentlich) positiven Beitrag zur Reputation des Unternehmens zu leisten.
Doch die fortgeschrittene Digitalisierung hat diesen „Moment“ meines Erachtens zwar nicht ausradiert, aber zum mechanischen Prozess degradiert.
Mehr noch oder mindestens gleichermassen als für computerisierte Telefoninteraktion gilt das für die mittlerweile sehr verbreiteten Chatbots.
Daran ändern auch meist nach solchen Kontakten nachgelagerten Alibi-Feedback-Fragenbogen nichts.
Entsprechend hoch bleibt das Erfahrungspotential des „Moment of Truth“, wenn sich ausnahmsweise eine zwischenmenschliche Kommunikation ergibt, diese gar für beide Seiten angenehm verläuft und einen zufriedenen Kunden zurücklässt.
Unvergleichbar ist das Gefühl, wenn man mit jemandem gesprochen hat, der das eigene Anliegen sicher verstanden hat und zudem noch die Hoffnung besteht, dass sich das Problem zur Zufriedenheit lösen lässt.
Meist teilt man solche positiven Erfahrungen im Kollegenkreis und mit Freunden.
Zurück bleibt die Frage, welchen Fortschritt die Digitalisierung bei der Behandlung von Kundenanliegen und -problemen wirklich gebracht hat.
Sicherlich hat die fortgeschrittene Standardisierung der Prozesse zur objektiveren Einschätzung und Bearbeitung von Kundenanliegen beigetragen.
Die Behauptung, dass schliesslich kein Effizienzgewinn resultiert ist und der durch die Digitalisierung erlittene Verlust an Menschlichkeit uns nicht weitergebracht hat, mag nostalgisch und wenig innovationsfreundlich anmuten, aber sie mag durchaus Beifall finden.
Die Wahrheit ist doch, dass Firmen, wie etw Krankenkassen, schon längst nicht mehr ihren Vertrag mit dem Kunden erfüllen, jedoch gesetzlich nichts geregelt ist. So kann man 30 Minuten in der Warteschlaufe sein, dies mehrmals und am Schluss nicht durchkommen. Erreichbarkeit null. Auch besteht kein Gesetz,in welcher Frist eine KK nach erhalt eines Rückforderungsbelegs dem Kunden Geld auszahlen muss. Umgekehrt hingegen wird bei einem Tag Versäumnis maximalst abgemahnt.
Auch Antworten, wie man habe momentan eben gerade sehr viel los, sind alles Ausrede zur Gewinnmaximierung.
Wie soll gesetzlich etwas ändern, wenn dieselben, welche diesbezüglich politisch etwas unternehmen sollten oder könnten entweder im Verwaltungsrat sitzen oder für diese Unternehmen Lobbyistentätigkeiten ausüben.
Meine Tip gegen Computerstimmen, auf das allerübelste fluchen. Den Roboter in die Hölle wünschen und möge seine Platine unter tödlichen Schmerzen verglühen, das hilft. Meist ist danach in Mensch in der Linie.
danke, werde ich nächstes Mal anwenden.
Gut = z.b. Helsana – Horror = z.b. Miles and More
Als Senator müsstest Du doch wissen, dass es eine spezielle Senator Hotline gibt für Deine Anliegen. Da läutet das Telefon oft kein einziges Mal! Da nimmt sofort immer ein freundlicher & kompetenter Mitarbeiter ab.
Du bist eben doch kein Senator ))
Es fängt ja auch schon im öffentlichen Bereich bei Gemeindeverwaltungen an. In Muttenz, einer Agglogemeinde bei Basel, ernannte man das Gemeindebüro zum Stadtbüro. Ab 1. Januar gelten dort telefonische und Schalteröffnungszeiten welche normal arbeitende Menschen nichts nützen. Bleibt nur der Griff in die Tasten zum Email. Das nennt man dann effizienten Fortschritt.
Immerhin eMail. Bei den meisten grösseren Organisationen, private oder öffentliche, findet man nirgens eine eMailadresse.
Mit Menschen reden ist halt nicht mehr unser Ding.
Ich sehe grosses Potenzial für Kommunikationskurse, nicht nur im Wallis, auch in der Üserschwiz.
Aha, der Palfner, der sich als gestrandeter Ösi
über die Schweiz lustig zu machen versucht.
Und lass das bitte mit dem Dialekt.
Jeder durchschnittlich Begabte weiss,
dass es – wenn schon – „Üsserschwiiz“ heissen würde!
Sachlicher Artikel. Auf den Punkt. 100x genau so selbst erlebt. Ein darin nicht beleuchtetes Problem ist, dass man meist bei einem Call Center Mitarbeiter landet, der zwar freundlich ist, aber vom Problem keine Ahnung hat. Er will helfen, kann aber nicht, was er mit Freundlichkeit kompensieren will, damit er eine gute Bewertung erhält, um seinen Job zu behalten. New Economy Slavery at its worst. Für den Kunden extrem zeitraubend.
Es gibt noch Telekomfirmen mit super Support und Hotline, darunter Spusu und Teleboy. Für letztere erhält man als Neukunde mit HOME-PAWA6XUC erst noch 100Fr. Rabatt. Auf Google und Trustpilot haben diese beiden Firmen eine Bewertung von 4.7, die meisten anderen liegen bei 1.2 bis 1.5..
Bei spusu nimmt wirklich innerhalb von 10 Sekunden ein Mitarbeiter auf Schweizerdeutsch ab, ich habs ausprobiert, obwohl ich gar kein Problem hatte, weil alles reibungslos lief.
Tagesanzeiger!
Am Samstag wurde die Zeitung nicht geliefert. Am Montag habe ich 3 Mal ca. 5 Min. in der Warteschlange gehangen. Nix. Da gibt’s auch keine email Adresse. Nur ein komisches Formular…. Schlimm
Tja, die bunkern sich ein und sie bestimmen, welchen Weg du durch feindliches Gebiet gehen musst, um den Bunker zu erreichen.
Sie sagen dir per E-Mail, auch mehrere Male, wie lange du noch gehen musst, um den Bunker zu erreichen. Du kriegst sogar eine Bearbeitungs-Nr. – nur, bearbeitet wird nicht. Und wenn, dann wahrscheinlich durch eine weitere Nr. automatisch.
Zur geistigen Hygiene verwende ich dann ein herzhaftes und lautes „Leckt mich doch alle am Arsch, ihr huere Affe!“.
Landbote=Tagesanzeiger
Ich habe E-Abo anf. Nov. per Internet geändert. Nichts gehört. Am 31.12.25 kam die elektronische Rg. Ab 3.1.26 keine E-Zeitung mehr. Am Montag 5.1.26 einige Male telefoniert (je 20 Minuten in der Schleife..). Anschliessend Anliegen per E-Kanal geschildert (8ung braucht 1-2 Tage Bearbeitungszeit!!). Heute haben wir den Do 7.1.26 und es funktioniert noch gar nichts.
Beim Abholen von Subventionen in Bern sind sie sicher schneller….Grauenhaft diese Geschäftsmoral!
Auf E-Mail kommt dann das:
Subject: Ihre Anfrage / Referenznr. […]
Date: Mon, 8 Dec 2025 12:07:18 +0000 (GMT)
From: Customer Service Tamedia
To: […]
Guten Tag […]
Vielen Dank für Ihre Mitteilung.
Wir bedauern die Unannehmlichkeiten mit der Zustellung sehr und haben die nötigen Schritte eingeleitet, um eine zuverlässige Belieferung sicherzustellen. Ihre Rückmeldung hilft uns die Zustellqualität hoch zu halten.
Tipp: In unserem Hilfecenter finden Sie nützliche Informationen zur Zustellung, Ferienunterbrüchen, Adressänderungen und vielem mehr, rund um die Uhr.
[…]
Was ist schlimmer? AI oder überforderte Call-Center Mitarbeiter.
Leider verspricht die Zukunft keine Verbesserung, im Gegenteil:
Die Versklavung der Leute schreitet zügig voran.
„Inbound“ wollen Firmen genau 2 Dinge: Bestellungen und Zahlungen. Ansonsten sollen Kunden und Andere bitte auf Kontaktversuche verzichten.
Die einzigen Momente der Wahrheit sind für die Entscheidungsträger der Zahlungseingang und das Eintreffen des Bonus für die Kostensenkung im Kundendienst. Der Vertrauensverlust ist nicht ihr Bier. Wenns kriselt, ist Trump schuld, die subventionierten Chinesen etc
Das ist den Einsparungen im Support-Bereich geschuldet. Anstatt eines Spezialisten hat man dann einen Call-Center-Agenten in der Leitung, der absolut null Ahnung hat und wirklich alles nachgucken muss. Wenn so ein Mitarbeiter auch E-Mails bearbeiten muss, so kommt im Regelfalle „Was meint da der Kunde“, während es für einen Support-Spezialisten der Fall bereits klar ist. Somit verweigern zahlreiche Firmen den E-Mail-Kontakt. Ergebnis ist ein unterirdischer Support und auch unterirdische Bewertungen wie beispielsweise auf Trustpilot.
Auch in der Migrosbank ist es fast unmöglich von einem Menschen eine Auskunft zu bekommen. Die vorgefertigten Fragen am Internet sind oft kindisch und helfen absolut nicht weiter weil das alles sowieso klar ist.
Der Kunde soll bestellen oder bezahlen. Ansonsten will man nichts mit ihm zu tun haben.
Heisst es dort
ACHTUNG FEINDBERÜHRUNG
Wenn ein Kunde anruft.
….oder: Achtung, Kunde droht mit Auftrag.
Kundennähe gibt es nur in der farbigen Werbung aber nicht im realen Geschäftsalltag.
Diese Callcenter sind ein Fluch. Stundenlanges warten, dann eine inkompetente Person die meist von Tuten und Blasen keine Ahnung hat. Darum sind die Dienstleistungen so teuer, weil nieman mehr Kompetenz und Wissen hat, Probleme des Kunden zu lösen. Also ein Drittel der Leute entlassen, damit hat man die Kosten wieder im Griff.
Die Geiz ist geil Kultur wird nun halt von den Unternehmen ernst genommen. Der typische Kunde lechzt nach dem billigsten Angebot, hat heute dank Internet auch völlige Transparenz, fordert dann aber ein rundum Wohlfühl Paket. Es gibt momentan zwei erfolgreiche Strategien im Geschäftsbereich. Erstens: Reduzierung aller unnötigen Kosten um ein möglichst wirtschaftliches Angebot abzugeben. Zweitens: der Premiumsektor, bei dem die Zusatz Leistungen eingepreist sind. Die meisten Leute können und wollen sich nicht diesen Premium Sektor anschliessen. Firmen tun das, was die Konsumenten fordern.
das eigentliche ziel dieser hinhalte-taktik bei anrufen ist das abwimmeln und zermürben kritischer kunden.
früher war das die hauptaufgabe der receptionistin, heute machts die ki.
Hallo Herr Werner Rusch Anlageexperte und Autor. Sie schreiben: „Emil und seine Sketches lassen grüssen.“ Wie meinen Sie das genau – Sind Sie beauftragt, von Herrn Emil Grüsse an die Leser zu übermitteln ? Falls ja – was ist der Anlass dazu ? Neujahrs- oder Geburtstagsgrüsse ? Falls nein, was dann ?
Ich liebe es mich mit dem Computer zu unterhalten. Das letzte mal, sagte er mir ich soll mein Problem nicht in Dialekt schildern sondern in Deutsch. Dem habe ich was in Deutsch gesagt dann hörte ich nur noch pippippip.
Nicht geduldig und verärgert in Wartemusik und Blabla verweilen, sondern auf die Ziffer „neue Produkte“ oder ähnlich drücken. Zu den Verkaufsabteilungen erhält man innert wenigen Sekunden einen direkten persönlichen Kontakt und kann sich intern an die gewünschte Stelle verbinden lassen.
Es gibt aber auch Unternehmen, die Kunden nicht einfach in endlose Warteschleifen parkieren.
Seit Jahren bin ich Kunde bei der Zuger Kantonalbank, da antwortet immer eine Stimme aus Fleich und Blut, ich muss mich auch nicht durch irgendwelche „Abfragebäume“ quälen. Einfach sympatisch.
Studer, ist das wahr oder ist bist du ein Roboter der Zuger KB auf
Kundenfang ?
Hab im Dez. ein neues Ebay Firmenkonto eröffnet, aber meinen Webshop noch nicht angedockt. Bankkonto bestätigt (2 kl. Überweis.), dann war alles perfekt, freute mich im Jänner weiterzumachen. Am 24.12. kam Mail: „Ihr eBay-Mitgliedskonto wurde aufgrund eines Verstoßes gegen den eBay-Grundsatz xxxPolicyNamexxx verstoßen vom Handel auf eBay ausgeschlossen.“
War geschockt. Versuchte mit Chatbot und Links sicher 6x die ganze Sache im Looping zu lösen. Not possible. Zum Glück hatte ich von einem alten Ebayseller eine Tel. Nr. Problem in 1 Stunde beim 2. Mitarbeiter gelöst!!!
Hier spricht Ihr Kundensupport Robo: Danke für Ihr Anliegen. Wie kann ich helfen? … Verstehe Sie leider nicht. Wollen Sie mut einem Menschen verbunden werden? … 3-30 Minten später … Leuder sind alle Mitarbeiter besetzt. Wie kann ich Ihnen weiterhelfen.
Unsere Vorgabe ist, der Kunde hat vom zuständigen Sachbearbeiter die Tel. Nr.
Es hat sich sowas von bewährt
Ein gut ausgebildeter Call-Center Agent ist mir noch allemale lieber als KI.
Diese elendigen Versuche, alles mit KI zu lösen, vergraulen Kunden, insbesondere in Front-Prozessen.
Axa Rechtschutz-gekündigt-KI am Telefon geht gar nicht. Swissquote -aufgelöst-30 min in der Warteschleife und dann wortlos aufhängen. googleAds aufgegeben-nur noch schlechte Inder am Telefon. Krankenkasse gleiches Spiel: 30 min ‚Sie sind uns wertvoll‘ und dann aufgehängt. Da ist das Wechseln nur nicht so einfach.
Kundenservice wird wieder zum Differenzierungsfaktor, offenbar hat es nur noch Kostenoptimierer.
Trifft es auf den Punkt! Aber dank KI wird jetzt ja alles besser…(Ironie off!)
Das Thema ist so alt, wie die Zeitung von gestern.
https://www.youtube.com/watch?v=Al5_-pPYvVc
„Es ereignet sich nichts Neues. Es sind immer die alten Geschichten, die von immer neuen Menschen erlebt werden.“ (William Faulkner)
Das Thema ist so alt, wie die Zeitung von gestern.
„Es ereignet sich nichts Neues. Es sind immer die alten Geschichten, die von immer neuen Menschen erlebt werden.“ (William Faulkner)
https://www.youtube.com/watch?v=Al5_-pPYvVc
und genau aus dieser unbefriedigenden Situation ergeben sich enorme Chancen im persönlichen, menschlichen Kontakt zu den Kunden um Geschäfte zu machen und Geschäfte auch zu behalten. Habe ich in der Finanzbranche selber erlebt. Es gibt immer noch sehr viele Menschen, die nicht mit einem Computer oder einem Callcenter kommunizieren wollen. Pakt die Chance sie liegt vor euch.
Das Traurige am Voice-Processing ist, dass die Firmen wirklich glauben, damit etwas verbessert zu haben. Eine Simple Lösung ist, einfach alle Eingabeaufforderungen still zu ignorieren und in der Leitung zu bleiben. Nichts tippen, nichts sagen, einfach in der Leitung bleiben. IdR wird der Anruf dann von jemandem beantwortet, der weiterhelfen kann… Ansonsten immer die Option „Wünschen sie mehr Informationen zu einem unserer Produkte“ wählen, dann geht’s sehr schnell.