Das Kantonsspital Baden (KSB) hat seinen Neubau im Februar 2025 bezogen und feiert ihn, als wäre soeben die Medizin neu erfunden worden.
„Agnes“ heisst das Gebäude, benannt nach einer ungarischen Königin. Entsprechend königlich ist der Auftritt:
Visionen, Auszeichnungen, „Healing Architecture“. Man lobt sich gegenseitig, man strahlt, man zeigt auf die Zukunft.
Auch andernorts blickt man ehrfürchtig nach Baden. Etwa im Kantonsspital Aarau. Das Kantonsspital Baden gilt als Top-Arbeitgeber.
Alles modern, alles glänzt. Doch bekanntlich glänzt nicht nur Gold.
Hinter der Glasfassade soll es nämlich weniger majestätisch zugehen. Mitarbeitende berichten von einem Arbeitsalltag, der härter sei als im alten Bau.
Zu wenige Toiletten, zu wenige Aufzüge, spürbare Ablaufschwierigkeiten im Operationssaal (OP).
Und eine Personalfluktuation, die eher an Ebbe und Flut erinnert als an einen stabilen Betrieb.
Wer bleibt, tut es nicht selten mit der Sorge, selbst der nächste Burnout-Fall zu sein.
Symbol für die neue Effizienz ist das Fallwagen-System. Alles, was eine Operation braucht, wird zentral zusammengestellt und dann in den OP gefahren.
Lean Management in Reinform. Zumindest in der Theorie.
In der Praxis genügt ein falscher Buchstabe, und aus „lean“ wird „lang“.
So geschehen in der Orthopädie: Es blutet, der Operateur greift zum Clip – doch der Clip fehlt.
Im System war er falsch hinterlegt – als „Klip“ statt „Clip“. Die Suche begann, Minuten verstrichen, die Blutung lief weiter.
Anrufen im Lager? Offenbar nicht vorgesehen. Erst als der Fehler gefunden und ein neuer Fallwagen zusammengestellt war, ging es weiter.
Nach rund 45 Minuten.
Früher dauerte so etwas fünf Minuten. Heute nennt man es Fortschritt.
Das Spital hält fest, das Fallwagen-System sei international etabliert und wissenschaftlich gestützt.
Es erhöhe die Patientensicherheit, reduziere Infektionsrisiken und entlaste das OP-Personal.
Für Notfälle stünden separate Fallwagen bereit; unerwartete Situationen seien Teil des klinischen Alltags und vom erfahrenen Personal beherrschbar.
Weniger beherrschbar scheint für viele das WC-Konzept.
Im OP-Trakt arbeiten tagsüber 50 bis 60 Personen, vorgesehen ist eine einzige Unisex-Toilette.
Wer dringend muss, weicht aus in andere Bereiche, was intern aus hygienischer Sicht kritisch gesehen wird.
Weitere Toiletten gibt es in Aufenthaltsräumen und Garderoben, erreichbar über Treppen. Die Ausnahme ist Alltag.
Auf den Bettenstationen setzt sich das Bild fort. Zentralisierte Toiletten, gemeinsam genutzt von mehreren Stationen.
Für das Personal sind es lange Wege, verlorene Minuten und Abwesenheit von der Station. Zeit, die in der Pflege fehlt und sich am Ende bemerkbar macht.
Das Spital widerspricht: Rund um die OP-Säle stünden zwei Toiletten zur Verfügung, eine davon im Aufwachraum.
Diese seien bewusst nur für Ausnahmefälle vorgesehen. Weitere Toiletten befänden sich in Aufenthaltsbereichen und den Garderoben.
Insgesamt gebe es im Neubau mehr Toiletten als im alten Spital.
Selbst bei den Aufzügen prallen Wahrnehmungen aufeinander. Mitarbeiter berichten von Engpässen und Verzögerungen bei Transporten, insbesondere in kritischen Situationen.
Das Spital weist auch das zurück; die Lifte seien ausreichend dimensioniert, priorisiert programmiert und in Notfällen übersteuerbar.
Zudem befinde sich die medizinisch kritische Infrastruktur auf demselben Stockwerk.
Am heissesten diskutiert wird intern nicht die Infrastruktur, sondern das Personalthema.
Es häufen sich Kündigungen, Ausfälle und Erschöpfungen.
Mehrere OP-Pflegekräfte sollen das Haus verlassen haben, auch Führungspersonen seien ausgefallen.
Das KSB spricht von vereinzelten Abgängen und verweist auf steigende Patientenzahlen und deutlich mehr Eingriffe – ein Zeichen hoher Leistungsfähigkeit.
Man kann es auch anders lesen: mehr Fälle, weniger Routine, mehr Druck.
Laut Insidern füllen in solchen Phasen Temporär-Kräfte die Lücken. Sie helfen aus, beherrschen die Abläufe jedoch nicht in der gleichen Tiefe wie das Stammpersonal.
Was Gutachten als „Einfühurungsphase“ etikettieren, empfinden viele Mitarbeitende als anhaltende Überlastung.
„Healing Architecture“ kann Räume schöner machen. Abläufe bleiben Arbeit.
Ein Fallwagen spart Wege, wenn er ankommt. Ein Neubau ist erst dann ein Spital der Zukunft, wenn er im Alltag schneller funktioniert als früher.
Warten ist kein Therapiekonzept, weder für Patientinnen und Patienten noch für das Personal.

Das sind Zustände, schlimmer wie am Golf von Thailand.
Alles, was beschrieben wird, ähnelt merkwürdigerweise allem, was in allen Schweizer Spitälern passiert. Aber leider werden die Protokolle der vertraulichen Sitzungen über die Ausfälle in unseren Krankenhäusern nie öffentlich gemacht….. Es ist ein bisschen wie eine unheilbare chronische Krankheit (trotz des Geldes, das von den Bürgern über die Versicherungen erpresst wird).
Diejenigen, die immer noch glauben, dass Patienten einen menschlichen Wert haben, irren sich schwer. Das gibt es seit Jahrzehnten nicht mehr.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Da hat sicher KI noch mitgeplant!!
Die Liebe KI ist sicher nicht schuld 🙂
Kann aber sehr gut als Ausrede verwendet werden.
Diese Darstellung: eine schöne Portion von heutiger Swissness x Durchschnitt … Passt auch zu Babynahrung aus Vevey, Stadler Gejammer und Busshersteller HESS und viele CH-Betriebe die grad am Bilanz stretchen oder deponieren sind. Aber Hauptsache Donnie Präsi ist Mr. doof und ein Swissboy gewinnt am Lauberhorn.
Architekten denken selten bis gar nie an die funktionalen Anforderungen an das Gebäude, sondern primär an die Selbstverherrlichung eines öffentlichen Prunkbaus.
Unverständlich, dass öffentliche Gebäude nicht mit Demut geplant werden, sondern die Steuergelder verschwendet und Zweck-Funktionen völlig ausgeblendet werden. Ein weiteres Zeichen des aktuellen Zeitgeists der spätrömischen Dekadenz.
Hauptsache es sieht schön und repräsentativ aus. Ob es für das Personal und Patienten gut ist, spielt keine Rolle. Eine Toilette für die ganze Abteilung reicht doch, Notfalls halt hoch in die Verwaltung, dort hat es zuviele. Die Sesselfurzer sollen im WC furzen.
Da hat sicher ein, nach „Kompetenzen“ gebildeter, junger Mitarbeiter die „Orthografie nach Gehör“ angewendet. So, wie er es halt in der Primarschule gelernt hat. Nicht mehr der Lernerfolg steht im Vordergrund sondern sich wohl fühlen. Die Lehrerin fragt: „Sophie-Amanda, wie fühlt du dich heute …“
Wer es wagt, sich im Spital Baden behandeln zu lassen, ist zweifellos risikofreudig.
Schon im alten Spital gab es immer wieder Fehlbehandlungen, weswegen das KSB einen speziellen Ruf hatte. Der Neubau war nicht nötig aus Platzgründen – das oberste Stockwerk des Bettenbaus war ja seit längerer Zeit nicht mehr in Betrieb – , sondern weil die hygienischen Verhältnisse etwas speziell waren, wie man immer wieder vernahm. Dies alles wurde natürlich abgestritten.
Die Finanzplanung des Spitals war auch speziell: der Bau wurde 150 Mio oder 1/3 teurer als geplant.
Ist doch üblich, dass sich Architekten und die gesamte Bauwirtschaft bei öffentlichen Projekten selbst bereichern, da Kostenüberschreitungen für niemanden Konsequenzen haben und leider völlig undiszipliniert gemanagt werden von den öffentlichen Behörden, da diese auch keinen Anreiz haben an der Einhaltung von Kostendächern.
Zustände, wie in der Sowjet-Union.
Als FDP Grossrat, dipl. Betriebsökonom und Immobilienbewirtschafter finde ich das hier stark reisserisch geschrieben wird.
Lean Management kann man aus liberaler Sicht nur begrüssen, wie man auch bei vielen Unternehmen und Produktionsstätten (Fabriken) ökonomisch beweisen kann.
Effizienz ist Trumpf auch für den Patienten.
Sowieso war hier der Fehler klar bei den Chirurgen, die notorisch auch eine unleserliche Schrift haben, wie fast alle Ärzte.
Fazit: Der Kanton hat eine gute Arbeit geleistet, es muss sich einfach das Ganze noch ein bisschen einspielen.
Wichtig auch die EU für die Fachkräfte.
Offenbar
herrschte schon früher Fachkräftemangel im Deutschunterricht.
Der Leiter der Abteilung Marketing und Kommunikation schreibt passend dazu Bücher über Tessiner Baumeister.
….. und sollte der Patient während einer OP unerwartet sterben, wird er gleich auf den Fallwagen mitverladen… Ist doch effizient und international anerkannt.
Diese Darstellung ist einfach unterirdisch. Ich war bereits mehrmals Patient im neuen Spital. Alles bestens. Ich denke, Schellenbaum hat wieder einmal Batzeli (Schreibhonorar oder so….) bekommen um etwas schlecht zu machen. Pfui!!!
Grüessli aus Badeb max
Ein weiterer teurer Neubau.Aussen hui,innen pfui,Show statt Management.Ich wundere mich zwar mit WCs im Operationsbereich,sollten diese nicht „nur“ im Gaderobenbereich sein,da man eigentlich wenn auf Toilette,die Op Kleidung(inkl.Schuhe/Überschuhe)anschliessend gewechselt werden sollte.Auch der Chirurg sollte in der Lage sein eine Naht zu setzen statt Clip, aber katastrophal wenn in Sets essentielle Materialien fehlen und nicht besorgt werden können.Dort scheinen gravierendere Probleme zu sein,die noch gar nicht angesprochen/diskutiert wurden.Man traut sich eventuell nicht diese anzusprechen!
H = Hospital
S = Spital
G = Gesundheit
Darum hat sicher einer von der HSG mitgeplant und die Abläufe perfektioniert. Leider steht HSG aber für Hilfsschule Gossau, darum ging’s auch in die Hose…
Ich war dieses Jahr mehrmals im KSB mit einer Familienangehörigen und einmal selbst im Notfall. Das Personal behielt auch im grössten Stress den Überblick und blieb hochprofessionell.
Die Anfangsschwierigkeiten gibt es in jedem Neubau. Ich hatte selbst bei einer Eigentumswohnung 10 Mängel zu beheben; alles kein Problem.
Danke an das Personal im KSB und Heimatschutz Baden – gebt endlich grünes Licht und reisst den Altbau ab oder saniert das Asbest und nutzt ihn sinnvoll !
Trotz den grossen Kosten und all den Zertifikaten war die Qualität in den Spitälern noch nie so schlecht wie heute. Dass der Chirurg die Instrumente nicht hat während einer Operation ist ein Qualitätsmangel der Superlative. Eine einzige überbelegte Toilette führt garantiert zu einem Hygieneproblem, erst recht in einem so kritischen Bereich, sie müsste ständig gereinigt werden, und zudem auch zu Wartezeiten, die den Betrieb behindern. Dümmer kann man es wirklich kaum mehr anstellen.
Ein Spital sollte immer ein Zweckbau sein. Funktion vor Design. Das geht aber in der Schweiz nicht, weil dann die Politiker bei der Eröffnung keine Instagram tauglichen Fotos machen können.
Gleich wie bei den Kreiseln – es kann nicht teuer genug sein und soll dem Planer ein Denkmal setzen. Es ist einfach zu leicht, mit fremden Geld um sich zu schmeissen.
Das mit dem WC in der OP Abteilung ist wirklich schlimm, habe das in einer Fabrik auch mal erlebt. Ist äusserst unangenehm. Muss sofort geändert werden in einem so wichtigen Bereich. Das muss möglich sein.