Die grosse Frage, die ich in den vergangenen 35 Jahren auf den Redaktionen immer wieder gehört habe, lautet: „Und was denken die Leute im Ausland über die Schweiz?“
Falls die Fragesteller der Medienbranche einen Spiegel der gesellschaftlichen Befindlichkeit darstellen, interessiert das auch die Bevölkerung unseres Landes brennend – wie wird dieses oder jenes Ereignis anderswo wahrgenommen?
Besonders besorgt über die Fremdwahrnehmung ist man natürlich nach wichtigen oder traurigen Vorkommnissen: dem Attentat im Zuger Kantonsrat etwa (2001), dem Bankrott plus „Grounding“ der Swissair (2001 ebenfalls), dem Bergsturz von Blatten (2025).
Und, jüngstes sowie schlimmstes Exempel, dem Brand der Bar „Le Constellation“ von Crans-Montana in der Silvesternacht mit vierzig Toten bisher.
„Wir sind nicht das auserwählte Land (auch wenn wir das gerne glauben)“, stand danach im Tages-Anzeiger.
Der Autor, der beste Kolumnist der Schweiz angeblich (Quelle: Schweizer Journalist:in, eine Fachzeitschrift), schrieb, die Welt schaue auf die Schweiz – und es werde nicht nur verhandelt, warum die Katastrophe geschehen konnte. „Sondern auch, warum ausgerechnet bei uns.“
Tönt hart, aber begreiflich. Ich würde es wohl glauben – falls ich nicht oft im Ausland wäre respektive nie dort gelebt hätte.
Meine erste Kostprobe grossausländischer Indifferenz bekam ich 1997 in New York.
Ich war als Reporter hingereist, um über die angenommene Wut der Amerikaner auf die Schweiz und ihre Banken zu berichten; es ging um Geld von Holocaust-Opfern, sogenannte nachrichtenlose Vermögen, über das gestritten wurde.
Rasch fand ich heraus, dass Betroffene oder Beauftragte davon Kenntnis hatten, doch das waren nicht besonders viele.
Meine Recherche unter den Leuten in Manhattan, beispielsweise Confiserie-Teuscher-Kunden im Rockefeller Center, lieferte dagegen null Fundstellen: „Wovon sprechen Sie?“, „Ist Teuscher schwedisch, das wusste ich nicht.“
Die gebildetste/sachdienlichste Rückmeldung war noch „Yeah, you guys make great chocolate“ – und das, nachdem eine Schweizer Fahne mit Hakenkreuzen auf dem Cover des Time-Magazins erschienen war.
Später zog ich als Korrespondent nach London. Wo ein Brite, den ich um Auskunft bat für einen meiner ersten Berichte, höflich wissen wollte, ob eine Schweizer Zeitung diesen Artikel wirklich drucken werde.
Er habe noch nie etwas über die Schweiz gelesen in seiner Zeitung, und es fehle ihm nicht – weshalb also sollten sich Schweizer für Geschichten aus dem Vereinigten Königreich interessieren?
Diese Überlegung habe ich dann immer wieder gehört. Genauso wie den Satz: „Ihre Vorfahren richteten bei uns viel Schaden an.“
Es dauerte eine Weile, bis ich verstand: Gemeint waren die Wikinger, die vor tausend Jahren England erobert hatten (nicht nur Amerikaner verwechseln die Schweiz mit Schweden).
Es ist natürlich unser gutschweizerisches Recht, unser Land – und vor allem uns – unverwechselbar sowie einzigartig zu finden. Das sind wir auch. Aber nur für uns selbst.
Für die meisten Bewohner des Rests der Welt, abgesehen von den Nachbarländern vielleicht, ist die Schweiz ein kleines, nicht sehr wichtiges Land, das sie kaum kümmert und ähnlich viel, besser: wenig Ausstrahlung hat wie Belgien, Irland oder, Verzeihung, Österreich.
Befragt man nur reisefreudige, also eher vermögende Ausländer, wissen diese manchmal Bescheid über unsere feine Schoggi, unsere hohen Berge und Preise sowie unsere super Uhren.
Financial Times-Leser kennen zudem die UBS, Nestlé sowie Pharmafirmen, weil diese wirtschaftlich besehen über der Gewichtsklasse des Landes boxen.
Doch tieferes Interesse an/Verständnis für Schweizer Eigenarten geht auch ihnen mehrheitlich ab. Und dass Schweden wahrscheinlich bekannter ist, hat mit Popkulturexporten von dort zu tun; wir haben keine Abba oder Ikea, nicht mal Volvo (heute chinesisch).
Die gute Nachricht an unseren schlechten Nachrichten: Sie werden zwar verbreitet auf der ganzen Welt sowie in Teilen des Auslands, und gelegentlich urteilt der eine oder andere Journalist, Influencer et cetera streng über unser Land.
Möglicherweise wird das von einem Teil des Publikums sogar zur Kenntnis genommen. Doch viel mehr passiert nicht – ausser in Schweizer Köpfen.
Wow, wie gut getroffen. Am meisten interessieren sich linke Schweizer Politiker für rare, äusserst rare kritische Meinungsäusserungen von ebenso linken Journalisten aus den USA. Diese werden dann sofort in einen eigenen (global inexistenten) Shitstorm umgedichtet und masslos aufgebauscht. Bis dann die Schweizer Politiker vor einem inexistenten „Feind“ sofort einknicken – und bezahlen.
Federer+Rolex
Doch, einer war gerade hier, ein US-Amerikaner, hat in seiner Rede unser Land und Leute nach Strich und Faden verrissen, um beim Hinausgehen den Journis zuzurufen „Ich liebe die Schweiz, es ist ein wundervolles Land!“
Und er lag mit jedem einzelnen Wort absolut richtig.
Wir haben die UBS. Die reisst beim nächsten Skandal die ganze Weltwirtschaft in die Hölle und treibt das erste europäische Land in den Konkurs.
Dann haben wir noch die Pattaya Bar an der Badenerstrasse.
Das haben Sie schön gesagt. Doch es passt nicht zum Thema. Dort geht es um Fremd-/Selbstwahrnehmung.
Wir haben mehr Kosovo-Albaner als Kosovo-Albanien selber hat und Kosovo-Albanisch ist bereits die 5. Landessprache.
Das haben Sie schön gesagt. Aber es passt nicht zum Thema. Dort geht es um Fremd-/Selbstwahrnehmung.
Loomit, es sind ca. 10% aller Kosovaren. Zuerst spielte die Schweiz Kita für den Haci, den Anführer der UCK, der Kosovarischen Befreiungsarmee. Kein Problem, wir haben auch den Dicken aus Nordkorea hier aufwachsen lassen. Auch Lenin, der war auch lange Gast in der Schweiz bevor er die Revolution in RUS anzetteln durfte. Töchter von Putin sind auch hier, inkognito natürlich.
Die CH-Fahne kann man einrollen.
Die „besten Schweizer Kolumnisten“ freuen sich, wenn in der Schweiz etwas schiefläuft (39% Zoll). Sie ärgern sich über Erfolge (15% Zoll). Ausser beim Fussball, da sind sie begeistert, wegen des Migrationshintergrunds der meisten Spieler. Dass diese die Hymne nicht mitsingen, finden sie okay.
„Und was denken die Leute im Ausland über die Schweiz?“
heisst: haben sie es gechecket? Die EU immer noch nicht. Aber die „we are a small country“ Rhetorik verfängt halt nicht mehr. Crans lässt auch grüssen.
„tische jediesch, dalsche budiesch“
eine russische Redewendung, in etwa „je leiser du fährst desto weiter du kommst“.
Ob in der heutigen Welt, an Übersättigung der Tratsch leidend, ausgerechnet die kleine Schweiz die Marketingtrommel schlagen soll, bleibt fraglich.
Eine andere Strategie ist eben leise die Welt zu erobern, unterhalb des Radars. Dafür muss aber die Qualität der Produkte stimmen. Die ist nicht mehr vorhanden, es bleibt der Tratsch.
Die Journis lieben es, die Schweiz schlecht zu machen. Das machen vor allem auch die Linken, die Schweiz hat für die viel mit der SVP zu tun, deshalb hassen sie unser Land so wie es ist.
Der bekannteste Schweizer weltweit ist im Moment noch immer Roger Federer. Wie jeder wirklich erfolgreiche Schweizer, wird auch der von den linken Journis gehasst. Lieber schwafeln sie vom Versager Wavrinka.
Auch die erfolgreiche Swissair haben sie gehasst als sie noch da war. Die Banken sowieso. Eine komisch Gattung.
Der bekannteste Schweizer weltweit ist Roger Federer. Wie jeden wirklich erfolgreiche Schweizer haffen die linken Journalisten diesen Gentleman, dem man noch heute in allen Stadien den roten Teppich ausbreitet.
Solange der MvH selbst dran glaubt… Für alle anderen Journalisten gilt bei Befragungen: social desirability bias.
Ein überfälliger Beitrag, Hr. van H. Nur wenige Ausländer nehmen die CH ennnet den Rändern subventionierter Tourismusprospektlein überhaupt wahr. Und wenn, dann bestenfalls als himmlische Hölle der Intransparenzen – im Inland realitätsfremd mit ‚Diskretion‘ und unter Weglassung von ‚anhaltende Kontrolle, aber nur im Kleinen‘ umschrieben. Von aussen werden Schweizer oftmals als ein wenig schräg, weil quasi-progressiv, deshalb identitätsverloren gesehen. Was selten erkannt wird, das ist die missbrauchende Bösartigkeit des Systems, die demokratische Lüge und das alltägliche, politische Versagen.
… sich schämen muss:
– Den höchsten Ausländeranteil in Europa. Ausländer profitieren von der Schweiz und drücken sich vor den Pflichten.
– Das Wallis, Graubünden und Bundesbern. Zum Fremdschämen.
– Die höchste Dichte an Touristenfallen weltweit.
– Die höchsten Preise weltweit.
– Die weltweit höchsten Saläre bei Politikern und Staatsangestellten.
– Die weltweit höchsten Krankenkassenprämien und das teuerste Gesundheitssystem.
– Die höchste Dichte an Superreichen, welche rekordtiefe Steuern bezahlen.
– Den höchsten Ausländeranteil bei Delikten und im Strafvollzug.
– Korruption aka Lobbyismus
Ausser einem Löli-Kolumnist, meint niemand die Schweiz sei das auserwählte Land. Das ist gemäss Bibel nicht in Mitteleuropa.
Aber einen Preis bekommt er von seinen Kollegen, die neidisch auf jeden wirklich erfolgreichen Schweizer sind. „Erfolgreiche Schweiz“ steht für diese Gattung für „SVP“, das sind die, die man ausmerzen muss. Sie sollen ersetzt werden durch möglichst viele Zuwanderer. Das verstehe wer wolle.
Wir haben Nemo und die UBS.
Wir Schweizer haben eine Bauerngeschichte (inkl. Bauernakzent), so dass uns keiner im Ausland ernst nimmt. Zuden wurde die moderne Schweizer Geschichte in den letzten 200 Jahren vor allem von talentierten Migranten geprägt. Das ist nunmal ein Faktum.
Sie meinen sicher talentierte Franzosen aus Korsika.
Was ist denn das für ein vernichtender Artikel von diesem doch gar nicht so unbekannten Journalisten. Bitte nicht so bescheiden, wir sind ja viel kleiner als Schweden und in der Wirtschaftswelt sicher nicht unbekannter als Schweden. Und ja, vor 30 Jahren haben uns die Amis mit Schweden verwechselt, kann mir kaum vorstellen, dass das noch genau gleich ist. Besser Lalala-Musik und Billig-Möbel oder moderne, mechanische Uhren, die weltbesten Skifahrer und viele weltbekannte Firmen wie Logitech, UBS, Roche, ABB, Schindler? Die Reporage von MvH ist auf jeden Fall einseitig.
Ich bin Schwede (danke für die positive Erwähnungen, (herz)) ich sage, Ihr Schweizer habt *viel* mehr als ihr denkt zuerst. Swissness sells, Sicherheit, wo willst du sein im Ernstfall? wie ist es mit der Währung? SEK/CHF war 1:1 1970, jetzt 1:12!. Schweizer verkaufen sich nicht billig, Schweizer, wie Dänen kennen den Wert der Produkte die sie veredeln. Gold, alles was mit Gold zu tun hat, ist 80% CH, ich sage, geht in die NATO aber nicht in die EU. Bonus? USA verlieren ihren Stellenwert, schon heute suchen Professoren neue Heimat – in den USA drohen ICE, die besten Unis ausserhalb USA … Trom
Wir haben Béatrice Egli und Sprüngli Schoggi. Christoph Blocher und dä Gölä. Immerhin.
Es genügt, wenn Mark van Schusselig seine Kommentare in der Weltwoche unterbringt.
Schweden hat etwas, abgesehen von anderen skandinavischen Staaten, ein Öffentlichkeitsprinzip, seit 1776,von dem die Welt nur träumen kann.
In der Schweiz und praktisch in der ganzen Welt pflegt man im Vergleich die Geheimnistuerei.
In einer deutschen Zeitung: Schwedischer Stolz.
Dann hat Schweden ein Einkammerparlament und nicht ein Zweikammerparlament und wird im Demokratieindex ein wenig besser bewertet als die Schweiz.
Schweiz ist gut, aber in der Welt werden andere als besser gesehen.