Tausende Arbeitslose warten auf ihr Januar-Geld, laufen Sturm bei den kantonalen Arbeitsämtern. Die bombardieren mit Mails das Wirtschaftssekretariat Seco: Was ist Eure ASAL-Software doch für Pfusch.
Hinter dem neuen SAP-Programm steckt die Berner Firma Novo Business Consultants. Diese hat in den letzten 15 Jahren laut einem Insider 150 bis 200 Millionen Umsatz mit den Bund erzielt.
Allein bei ASAL haben sich die Projektkosten verdoppelt, von geplanten 100 auf jetzt 200 Millionen Franken. Laufen tut die Applikation immer noch nicht richtig.
Auch die Armee machte ihre Erfahrungen mit der Novo. Wie bei den RAV-Auszahlungen ging es dort ebenfalls um die Umstellung auf ein SAP-Programm des deutschen Software-Riesen.
Umfang: 240 Millionen. 2023 brachen die Zuständigen die „Realisierungseinheit 8“ ab. Die Anforderungen für ein „robustes und resilientes militärisches Logistiksystem“ seien nicht erfüllt.
Dem Aufstieg der Novo Business Consultants tat dies keinen Abbruch. Auf Kununu, einer Firmen-Bewertungs-Plattform, zeigen sich viele der 230 Mitarbeiter happy.
Die Fixlöhne seien für Informatiker zwar tiefer als anderswo. Dafür stiegen die Boni.
„Aufgrund des guten Geschäftsganges in den letzten Jahren gab es hier auch High Goals“, so ein Angestellter. „Während der Pandemie wurde auch eine jährliche Homeoffice Pauschale eingeführt.“
Die Finanzprüfer des Bundes hatten früh vor ASAL-Problemen gewarnt – und zielten teils direkt auf die Novo. So seien „einige Themen seit Langem bekannt“ gewesen.
In einem frühen Projektstadium sei es zudem „zu einem überproportionalen Anstieg von Fehlermeldungen“ gekommen.
Der Novo-Chefberater für das Armee-Projekt, wo sich dessen Lösung als nicht „kriegstauglich“ herausgestellt hatte, verdiente mehr als der damalige Bundesrat. Seine Berner Auftraggeber tricksten dafür.
Novo macht super Arbeit… wenn die Auftraggeber wissen, was sie wollen!!!