Die Headline klingt toll: Wir haben „Winfried Daun zum Global head Brand & Marketing“ gekürt, so die Julius Bär gestern.
Hinter der Personalie steckt die grösste Abwrackaktion im Marketing beim Swiss Financial Elephant: der UBS.
Daun war von dieser abgesprungen – nach 19 Jahren.
Der Wechsel ist ein Fanal: Bei der Grossbank stirbt gerade die Swissness. Grund: Richart Morton, ein Angelsachse und seit letztem Sommer Group Chief Marketing Officer.
Morton zerlegt das Marketing-Reich in Zürich. In Echtzeit.
Statt vom Konzern-Headquarter aus erfolgt die Werbung und das übrige Marketing neu direkt aus den wichtigsten Regionen.
UBS Nordamerika beispielsweise wird abgekoppelt, es bestimmt in Zukunft selbst, wie es auftreten will. Gleiches gilt für weitere Zonen.
Morton, der Totengräber der Swissness.

Die Folgen treffen Langzeit-Werbepartnerin Publicis. Diese musste kürzlich ihr Spezial-UBS-Team auflösen.
Nach 20 Jahren. Rund 15 Leute sollen in der Schweiz ihre Stelle verlieren.
Die UBS sagt, das stimme nicht. Bei der Publicis reagierte niemand.
„Rich“ Morton ist ein UBS-Schlachtross. Seit zwei Jahrzehnten gehört er zu den treuen Seelen der Grossbank.
Richtig Schwung kriegte seine Karriere unter Iqbal Khan. Dem Bigshot des weltweiten Private Bankings half Morton vor 5 Jahren, die Greensill-Krise zu überleben.
Diese hatte sich bei der CS unter Khans Oberaufsicht entwickelt. An Khan, der 2019 im Direktsprung zur Erzrivalin sprang, blieb am Ende nichts hängen.
Zum Dank für den Support erhielt Morton 2022 den Job des Chief Marketing Officer in Khans weltweitem Wealth Management. Letzten August machte er von dort aus den grossen Sprung:
Marketing-Boss der ganzen Bankengruppe. Jetzt zeigt sich, was er vorhat: Weg mit Zürich als Nabel für die weltweite Werbung und Vermarktung, hin zu Länder-Hochburgen. Adios Schweiz – auch hier.

In der UBS wird bald kein „Swiss“ mehr sein. Auch keine „Swiss“ Angestellte. Viel zu teuer. Freche Lohnvorstellungen.
Inder, Osteuropäer und Amerikaner kosten ein Bruchteil.
Falsch – UBS Americas hat ein C/I Ratio von knapp unter 90. Berater werden vergoldet.
Absolut richtige Entscheidung. Marketing funktioniert nur mit regionalem Approach. Sie holen keine Asiaten unter dem Tisch hervor mit Fondue-Werbung.
In den USA darf Werbung agressiver sein. Für Latinos ist Party und Familie wichtig, den Afrikanern Identität, Stolz und Kultur. Der Araber bindet Religion in alles ein und die Schweizer, ja da geht Käse Fondue.
Bisch jetzt fertig?
Dafür hat man ja ein globales Team im Marketing mit dem Know-how für die einzelnen Regionen und kulturellen Feinheiten. Eine komplette Verlagerung in die Märkte bedeutet die Verwässerung der globalen Marke, weil alle machen können was sie wollen.
@Andreas. Wenn Sie Swissness in die Welt vertreiben wollen dann absolut Ihrer Meinung. Zentral abgestimmt mit kleinen regionalen Feinheiten. Eine Verlagerung und klare Differenzierung nach Markt ist aber kein Verwässern, sondern holt die Kunden viel direkter, in Ihrem Umfeld ab. Effektiver.
Swiss ist schon lange kein Zeichen von Premium mehr. Kunden wollen, dass man ihre eigene Kultur in den Fokus der Werbung stellt. Das holt sie ab. Der Cowboy will einen Pickup wo er eine Kuh draufladen kann und der Asiate eine fahrende Playstation. Beides kann Mercedes sein.
UBS ist schon lange keine Schweizer Bank mehr😅
Von ausländischen Schaumschlägern komplett gekapert – seit Dekaden. PFZ sei Dank (danke, dumme FDP: ewig falsch liegende Vollidioten).
Der „Swiss“ Angestellte ist bald ein Exot bei der UBS🤣👍
JB braucht mehr als ein Facelift, um den ramponierten Ruf wieder herzustellen.
Wenn die UBS nicht mehr so schweizerisch in den USA auftritt: was ist dann noch ihr Alleinstellungsmerkmal?
Typisch… habe noch nie einen Angelsachsen erlebt der ein Schweizerunternehmen wirklich versteht. Die agieren immer gleich, aber eben wenn man schon Iqbal Khan holt der auch brandgefährlich ist für die UBS dann passieren solche „super“ Entscheide halt. Bin ich froh habe ich mich aus dem Laden verabschiedet.
Was ist denn daran so falsch? Die Schweiz will ja auch unbedingt in die EU. Selber schuld.
Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha
UBS – eine Bank wie die Schweiz
Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha Ha
Das ist doch super.
Dann braucht die Schweiz dereinst kein schlechtes Gewissen zu haben, wenn sie die UBS nicht rausbailt.
Einfach machen lassen. Die kriegen den nächsten Crash schon selber hin.
Ich hoffe einach, dass bald im 2. Anlauf, nach Credit Suisse, das Schweizer Geschäft der UBS an die Börse kommt und der ganze Rest der UBS verkauft wird. UBS ist schon lange keine Schweizer Bank mehr und viele der Jobs in der Schweiz in ausländischen Händen.
Finde ich gar nicht so schlecht wenn dadurch ein paar Expats gehen.
Wegen neuem Marketing wechseln gute Bankkunden nicht einfach zur neuen Bank. Wie naiv ist der CEO der Julius Bär eigentlich????
Die Bär wird langsam aber sicher zum Dauerkrisenfall und wie ich immer gesagt habe – der neue CEO wird das nicht durchstehen, ganz sicher nicht.
ü50 Kuhbauern Nostalgie
Bravo nur richtig ausmisten den
Laden.Noch viele die nicht mal
einen Pausen Kaffee wert sind.
Das Sozialwesen hat letztes
Jahr viele neue Mitarbeiter
angestellt,die warten auf
Arbeit!!
Was denn nun? Julius Bär oder UBS?
„Eine Bank wie die Schweiz“ wird zu „The Trump among the Banks“.
Analysieren wir das Ganze ohne PR-Nebel.
Zu JB und Winfried Daun: Swissness war bei seiner Berufung offensichtlich kein entscheidendes Kriterium, er ist Deutscher. Aber wer nach zwanzig Jahren im UBS Marketing nicht CMO wird, hinterlässt Fragezeichen. In dieser Liga zählt Performance, nicht Betriebszugehörigkeit.
Zur UBS: Das Publicis Team wurde auf die Strasse gestellt. Richard Morton sucht die Zustimmung der Ländereinheiten. Kurzfristig bringt das vielleicht Ruhe. Strategisch ist es gefährlich.
Eine globale Marke lebt von Klarheit und Konsistenz. Wer sie regional aufweicht, schwächt sie.
@Andreas. Kann man eventuell aus diesem Marketing Entscheid herauslesen, dass sich die UBS regional aufteilen will? Und hier bereits Schritte einleitet. Spekulation?
Ich würde aber generell nicht Marke und Kundenansprache verwechseln. UBS ist eine globale Marke. Die Kunden sind und denken aber immer lokal. Globale Marketing Teams sind nicht besonders effektiv. Vielleicht fürs Logo. Aber dann hat es sich schon.
Finde ich gut, sehr gut! So steht der Idee von Christoph Blocher, der Aufteilung/Zerschlagung dieses für unser Land nicht tragbare Monsters nichts mehr im Wege. Bravo, bitte weiter so!
In spätestens 10 Jahren ist auch der Hauptsitz nicht mehr in der Schweiz. Es ist die langsame Entfremdung der globalen Manager und der Schweiz.
Für grössere Firmen ist die Bankenlandschaft in der Schweiz wegen der fehlenden Alternativen zur UBs jetzt schon ein Problem.
Das Modell Schweiz funktioniert nicht mehr gut in dieser Welt.
Als FDP Grossrat, dipl. Betriebsökonom und Immobilienbewirtschafter sage ich, dass das richtig ist.
Aus liberaler Sicht übernimmt hier jede Abteilung Verantwortung und ist somit verantwortlich für das Ergebnis.
Angesichts der Tausenden von Angestellten der UBS und der Fluktuationen sind 15 Stellen eine Lappalie.
Ausserdem gehört Publicis ja technisch gesehen gar nicht zur UBS.
Was? Fast mag es scheinen, als sei die Schweiz eigentlich doch nur tiefe Provinz und nichts da mit Weltstadt und Drehscheibe.
Das kann aber nicht stimmen, hat Zürich doch die besten Velowege und höchsten Preise für alles!
Aus der aktuellen „Schweizer“-UBS zwei juristische Personen machen: die UBS Schweiz und die andere UBS im Ausland (hat ja noch genügend steuergünstige Oasen in der Welt!).
Es wird nun langsam langweilig immer wieder dieses leidige Thema im obigen Sinne bedienen zu müssen, obwohl die oben erwähnte Lösung fraglos die vernünftigste und wirtschaftlichste Lösung, sowohl für unser Land wie auch für die UBS wäre! Anscheinend wird dies noch viel zu wenig gefordert und irgendwann wird es dann zu spät sein…….