Beatriz Martin will die erste Frau an der Spitze der grossen UBS werden. Dafür nimmt sie einen Crash der Informatik in Kauf.
Als frisch gebackene Chefin des zentralen Technologie-Bereichs der Grossbank hat sie nämlich den Hammer gezückt.
Mit diesem zerschlägt sie in diesen Tagen die Entwicklungs-Umgebung. Letzte Woche gab sie Order, wonach die Entwickler innert Tagen sich komplett umorientieren müssten.
Eine Operation am offenen Herzen. Die Programmierer sind zentral für jede Bank – für eine in Monster-Form wie die UBS erst recht.
Martin scheint das egal zu sein. Sie hat den Auftrag von CEO Sergio Ermotti, die Kosten zu drücken.
Schnell und brutal. Shock and awe. Martin zuvorderst mit dem Flammenwerfer.
Die Aufregung im ganzen Tech-Departement des Schweizer Finanzmultis ist riesig. „Pures Chaos und Wut“ würden herrschen, meint ein Insider.
Es fehle jegliche „klare Begründung“ für den Grossumbau, mit dem die Software-Entwickler über Nacht in eine neue Umgebung gezwungen würden.
Als einzige vernünftige Erklärung bleibe, dass Chefin Martin die „Kosten senken“ wolle.
„Auf Kosten von Business Delivery und Stabilität? Fragwürdig“ sei das, ein Vorgehen, das man in der UBS-IT „zum ersten Mal erleben“ würde.
Seit zwei Wochen stürzt die UBS-Aktie ab. Grund sind Kosten, die durch die Decke gehen.
Auf jeden verdienten Dollar kommen 85 Cents Aufwände. Bei der Julius Bär, die ihrerseits kein Kosten-Champion ist, sind es 70 Rappen, beim Zürcher Hauptkonkurrenten ZKB 55.
UBS-CEO Ermotti hat realisiert, dass er die Zügel bei der CS-Übernahme schleifen liess. Komplett. Er hat drei Jahre lang verschlafen.
Jetzt ist offenbar Panik auf der Brücke ausgebrochen. Ermottis Allzweckwaffe Martin muss dort reinschneiden, wo die Aufwände grenzenlos sind: bei den Servern, den Applikationen, der Hard- und Software also.
Und den Menschen – Technikern, Programmierern, Spezialisten. Ganges statt Limmat lautet der Schlachtruf.
Der Moment für Tabula rasa scheint Ermotti und Martin günstig zu sein: Die CS-Kunden sind inzwischen praktisch alle auf dem alten UBS-System gelandet, die Systeme scheinen zu funktionieren.
Dass sich ein Sturm über der UBS-IT zusammenbraut, war abzusehen. Der langjährige Ober-Informatiker Mike Dargan wurde zuerst entmachtet und flüchtete dann zur Billigbank N26.
Wohl gerade noch rechtzeitig, bevor man ihn über die Reeling geschmissen hätte. Dargan hatte offenbar nie gespart. Beatriz Martin fährt jetzt umso gröberes Geschütz auf.
Zerlegt sie den „Laden“, ohne dass es zum Shutdown kommt, bringt sie sich zurück in die Favoritenrolle für die Ermotti-Nachfolge.
Der Einsatz ist beträchtlich. Die UBS-Informatik war im Unterschied zur CS stets stabil. Das forsche Reingrätschen der Spanieren ist für die einstige Militärbank umso überraschender.


UBS? Who?
Bald ist fertig UBS in der Schweiz. Lange ist die nicht mehr hier. Entweder alles weg oder nur den Schweizer Teil hier behalten.
Wenn es so weiter geht, kommt es nochmals so wie es bereits kam & der Steuerzahler muss massiv bluten. Die gleichen Vögel die es schon einmal vermasset haben, sind bei der UBS noch immer am zwitschern.
Was raucht ihr so in Pattaya?
IT ist das Herz eines jeden Unternehmens. Ich geh mal davon aus, dass die Frau parallel was Neues aufbaut und nicht am offenen Herzen rumdoktert.
Kann es sein, dass die Frau über jahrzehntelange IT Erfahrung in Konzernen verfügt?
Am Ende ist dann wieder der Inder schuld.
…wird Chaos ernten.
Selber schuld, UBS.
Die ganzen entlassenen sind auf dem Arbeitsmarkt chancenlos. Der Markt ist zu kaputt. Jetzt rächt sich das Sesselkleben.
wir sind stolz, Ihnen MS-Dos 3.0 vorstellen zu dürfen …
Alles eine Frage der Betrachtung
– Kläre nicht wo die Kosten entstehen, denn es würde dir und deiner Entourage nicht gefallen; ergo schlage zu, wo es dich kaum oder nicht betrifft
– Schuld sind eh immer die anderen; jetzt kommt XY und räumt auf. Headcount-Abbau zählt, nicht Kosteneinsparungen (bspw. für Externe), denn das eine sind OPEX und das andere CAPEX
– Kannst du eine Organisation auf dem Tiefpunkt übernehmen, ist die Chance für Verbesserungen und damit dein Erfolg und Bonus entschieden grösser
Wer nicht überzeugen kann versucht es gerne mal mit Verwirrung – bei Unwissenheit.
Lieber Lukas
Ich schätze deinen Blog sehr. Ich bin pensionierter Informatiker. War auch mal als Externer u.a. auch für die UBS tätig, vor langer langer Zeit. Was sehr interessant wäre. Von welcher alter Umgebung wurde auf welche neue Umgebung wurde gewechselt? Auch scheint mir das schwierig. Es gibt wohl nicht DIE eine Entwicklungs-Umgebung. In der Regel ist die IT historisch gewachsen und ein Zoo von Entwicklungs-Umgebungen.
Und was genau macht sie mit der Entwicklungsumgebung??? Fragen über Fragen, die unbeantwortet bleiben …
Die UBS begeht die gleichen Fehler wie nahezu jede Schweizer Firma: Am falschen Ort sparen und damit massive Probleme für das jetzt und die Zukunft schaffen.
Bei einer kleinen Firma ist es egal wenn sie Insolvenz anmelden muss weil die IT mal ein Monat nicht funktioniert.
Bei der UBS würde das den Untergang der SNB & Schweiz bedeuten.
Aber gut, wer will schon Stabilität und Kompetenz im Finanzsystem wenn man die kosten um 1% senken kann während man Probleme für Jahre schafft die mindestens 2% mehrkosten verursachen 🙄
Wenn ein ‚Insider‘ so einen Schwachsinn schreibt, hat die gute Frau wohl recht mit der Reorganisation…
Gender Diversity at work. Das Zerstörungspotenzial der aufgetakelten Düsen ist noch lange nicht zutagegefördert. Sie sind rekrutiert und „lined up“. Plenty of pu**y power in store, so to say…
In ein paar Jahren sind dann nur noch solche Chefinnen am Werk. Viel Spass dann: von Handcreme glänzende Tastaturen und … CRAZY DECISIONS („Pilzlientscheidungen“). Ideologie sei Dank!
Wo ist der I halt ? Was wurde da in einem Tag geaendert ? Wenn die Dame Claude Code einführt um Produktivität zu erhöhen, ist dies eher spät… also Details – so ist der Artikel leer.
Der Wechsel wurde schon seit Jahren angekündigt und dringend gefordert, aber nie final durchgezogen. Das hier nun der Stecker auf die harte Tour gezogen wird ist korrekt. All die Product Owners und Applikationsverantwortlichen haben Jahre geschlafen,kassiert und Enticklerressourcen abgebaut um sich selbst zu schützen. Selber schuld.
am besten gleich mit dem it-fundament anfangen, den cobol programmierten ibm mainframes. da laufen teilweise 50 jahre alte programme, welche heute keiner mehr versteht weil alle cobol programmierer pensioniert sind.
Ein inhaltsleerer Artikel, Herr Hässig. Aus der Ferne wage ich eine Interpretation:
1. Jemand, der IT nie hands on gemacht hat, kommt an die Spitze einer grossen IT Abteilung
2. Die kümmert sich um Kosten, wobei man Impact von Einsparungen in Folge 1 nicht wirklich abschätzen kann
3. dafür engagiert man EY, PWC, McKinsey. Womit wir wieder bei 1 sind
4. Irgendwann kommt aus der Aktionitis ein paar Einsparungen zu Stande die später teuer kompensiert werden müssen
Im Westen nichts neues
Meine Art von Humor… wieder mal die IT bluten lassen obwohl man über 1000 nichtsnutzige Risktaker hat die jeder mehr als eine Million verdienen (also sie nehmen sich das, weil von verdienen kann man hier ja nicht wirklich sprechen)… für die Manager der UBS die anscheinend nicht rechnen können ohne den MacKindergarten zu engagieren das macht dann mal etwas über einer Milliarde die man per sofort einsparen könnte. Wohl gemerkt ohne die IT und somit das Leben der Bank zu riskieren. Wenn die IT der Bank mehr als 24 Stunden nicht laufen sollte ist die Bank Tod dann kann man sie liquidieren.
Sie meinen, ..ist die Bank tot, der Tod hat sie ereilt.
Ansonst ganz bei Ihnen.
Glücklich schätzt sich jeder, der pensioniert ist und nicht mehr dort rein muss. Habe ich zum Glück hinter mir.
Die IT ist das Herzstück einer Bank. Diese muss stabil laufen. Die UBS verwendet zum Teil noch Programme aus den Siebzigerjahren. Da die Boomer nun rasch in Pension gehen, fürchte ich mich vor einem IT-Crash. Meine Zeit bei der UBS ist einige Zeit her. Schon damals hatten nur noch wenige Leute den Durchblick. Die Führung der Bank hat ihn schon gar nicht, wie auch? Diese Leute sind vor allem an ihrer Karriere und an ihrem Bonus interessiert.
Ich kann nur hoffen, dass das nicht zum Grounding der Bank führt; allein mir fehlt der Glaube.
Man könnte mal die pensionierten GMD und MD’s rausstellen, die immer noch ein Büro haben und Lohn beziehen weil sie vielleicht noch einen reicheren Kunden betreuen. Wäre weniger Risiko für die Bank
Als User kann ich nur sagen, dass die CS Banking App deutlich besser war als die der UBS. Unverständlich, dass man die nicht übernommen hat. Geht es bei einer Firmenübernahme nicht darum, die Dinge des anderen zu übernehmen, die besser sind als die eigenen?
Also Sie hat neu den IT-Schleudersitz eingenommen.
D.h. Entweder sie fliegt
a) nach oben mit Jobs weg & ev. Chaos
b) raus, nach ev. Chaos & Jobs weg
Beide Varianten, sind auf jeden Fall einschneidend u. ein Riesenstress – für alle. Und viele Jobs sind weg. IT Chaos: 50:50 (?). Ja/Nein ?
PS. Beim Staat wär’s mittlerweile zu 98% ein JA, beim IT Chaos, jedoch mit vielen zusätzlichen Admin. Jobs und einer CH ellenlanger Umbauzeit.
So leid es mir um die einzelnen Individuen geht – aber ich schaffe es schlicht nicht, Mitleid mit IT-Fuzzis zu haben. Viele von denen sind in die Branche gerutscht weil sie in den 90er Jahren eine Maus bedienen konnten, eine adäquate Ausbildung ist erst seit ein paar Jahren en vogue. Die IT-ler haben über Jahre hinweg richtig gutes Geld verdient ohne einen echten Mehrwert zu liefern und das rächt sich jetzt. Das Tempo in der Branche hat sich signifikant verändert und nun trifft es halt sie.
Claude LLM (ai/ki) kann neu Banken Cobol Programmiersprache.
Die IBM Aktien sind schon runter.
Man wird sich endlich an die grossen Dinosaurier Apps wagen (Banken, Airlines, Behörden). Somit können Architekten/Devs, welche die neue Welt beherrschen, die alten Sachen endlich umschreiben. Fachwissen, Prozesse hat irgendwann die interne ki selber somit ist alles da. Braucht auch keiner mc-extern-siebenklug und pensionierte Cobol cracks mehr.
Hoppla 🙁