„Der Arzt, der sich zu Tode arbeitete“, berichtete der Tages-Anzeiger vor kurzem.
Die eindrückliche Trilogie im „Magazin“ des Zürcher Blatts über einen leitenden Arzt der Neurologie am Universitätsspital Zürich (USZ) hat zahlreiche Reaktionen ausgelöst.
Sie wirft grundlegende Fragen auf.
Ich habe selber achtzehn Jahre lang am USZ gearbeitet und den Betroffenen persönlich gekannt – so wie fast alle Mitarbeiter. Er war hilfsbereit, freundlich und verlässlich, liess keinen im Stich.
Doch darum geht es nicht. Auch nicht um seine fachliche Kompetenz oder um organisatorische Detailfragen.
Ob er besser hätte delegieren sollen, ob er Verantwortung ungern abgab, ob seine Hilfsbereitschaft übertrieben war oder gar pathologischer Workaholismus vorlag – all das mag zutreffen oder auch nicht.
Wichtig ist anderes. Der Arzt war kein selbstständiger Einzelunternehmer, sondern ein höherer Angestellter an einem öffentlich-rechtlichen Spital.
Er hatte Vorgesetzte, war eingebettet in klare Führungsstrukturen, mit einem Klinikdirektor und einer Spitaldirektion.
Leitende Ärzte fallen zwar nicht unter das klassische Arbeitsgesetz mit fixen Stundenvorgaben, doch sie bleiben Angestellte – und unterstehen der Fürsorgepflicht ihres Arbeitgebers.
Wenn jahrelang ein Arbeitspensum geleistet wird, das erkennbar ausserhalb jeder normalen Belastungsgrenze liegt, kann eine Institution nicht glaubhaft behaupten, davon nichts bemerkt zu haben.
Falls doch, wäre das ein gravierendes Führungsversagen. Wurde die Selbstausbeutung hingegen wahrgenommen und ignoriert, wird es erst recht problematisch.
Gut gemeinte Hinweise, man soll sich schonen oder Urlaub nehmen, genügen nicht, wenn ein selbstgefährdendes Muster offensichtlich wird. Bei Suchtverhalten oder Suizidgefährdung akzeptieren wir auch keine blossen Empfehlungen.
Wir greifen ein, setzen Grenzen, schützen.
Auch hier hätte es Möglichkeiten gegeben: Verbindliche Entlastung, Verantwortung abgeben, notfalls eine Freistellung.
Dass das Unispital zu solchen Massnahmen in der Lage ist, steht ausser Frage – in anderen Konstellationen wurden sie angewandt.
Hier liegt der entscheidende Punkt: Solange performt wurde, solange Dienste jenseits jeder normalen Belastung übernommen wurden und das System profitierte, geschah nichts Substanzielles.
Erst als die Leistungsfähigkeit nachliess und aus der Ressource ein Problem wurde, gabs Bewegung.
Aber nicht im Sinne von Schutz, sondern der Entfernung. Der Eindruck eines Abservierens entstand.
Das ist das eigentlich Erschütternde.
Die Verantwortung dafür liegt nicht im diffusen „System“, sondern konkret bei den Zuständigen: dem Klinikdirektor der Neurologie und der damaligen Spitaldirektion.
Führung bedeutet nicht nur, Leistung zu ermöglichen, sondern auch, Grenzen zu erkennen und zu setzen – gerade bei exponierten Kaderärzten.
Ärzte mit extremem Pflichtgefühl, mit enormer Leistungsbereitschaft und der Neigung zur Selbstüberforderung wird es in universitären Hochleistungszentren immer geben. Entscheidend ist nicht ihr Auftreten, sondern der Umgang mit ihnen.
Ein öffentlich-rechtliches Universitätsspital muss in der Lage sein, solche Persönlichkeiten verantwortungsvoll zu führen, zu schützen – und nötigenfalls zu bremsen. Zur Sicherheit des Arztes, der Patienten und der Institution.

Als ich noch Arbeitnehmer war, wurde es engmaschig vom HR kontrolliert, dass jeder jedes Jahr 2 zusammenhängende Wochen Ferien bezieht.
Wer sich sträubte, musste beim Boss antraben…
Vielleicht täglich eine Tablette „Verantwortlichkeit“ einschiessen?
Copy-paste „Schurnalismus“ von André Plass.
Jö Vic, wenn Du lesen lernst, dann wirst auch Du die Kernpunkte erkennen, und irgendwann vielleicht sogar verstehen.
Ok, über die vielen Handwerker die sich zu Tode arbeiten wird nicht geschrieben. Da gibt es solche die 24/7/365 arbeiten und auf keine grünen Zweig kommen, da sie 50% der Arbeitszeit verbringen mit den administrativen Arbeiten damit der Staat zufrieden ist.
Handwerker haben keine linke Lobby, Stupid.
Das deutet auf ein totales Versagen der HR Abteilung.Und diese ist nicht gerade eine kleine Abteilung im Unispital.Was machen die den ganzen Tag? Daumen drehen und sinnlose Kurse besuchen? Braucht es so viele HR Leute wenn es dann zu einem solchen Desaster kommt?
Bewerber nach Foto beurteilen.
Habe ich selbst erlebt, da mein Büro vom HR eine Türe weiter war. Kein Witz!
HR ist die unnützeste Abteilung in jeder Firma. Arbeitsverträge kann jeder Lehrling ausdrucken.
Zudem sind da eh nur Frauen drin, daher auch der Kreisschluss zu „nach Föteli zu sortieren“.
HR kann weg.
HR handelt oft nicht im Sinne der Arbeitnehmenden, denn die Hauptaufgabe ist das Risikomanagement für die Firma, nicht das Wohlbefinden der Angestellten. Wie man gut in diesem Fall sieht.
Mit dem Finger aufs HR zu zeigen, ist falsch und zeugt von Unkenntnis. Du hättest einfach den Artikel lesen und verstehen sollen, denn Plass beschreibt ziemlich genau und korrekt, wer in solchen Fällen in der Verantwortung ist: Der direkte Vorgesetzte. Wenn dieser mit der Situation nicht klarkommt, kann er das HR involvieren. Wie sonst soll das HR davon erfahren, dass einer krankhaft zuviel arbeitet, wenn er nicht alle gearbeiteten Stunden im System erfasst und auch noch während den Ferien arbeitet? Der Vorgesetzte hingegen muss das merken.
Vielleicht täglich eine Tablette „Verantwortlichkeit“ im HR verschreiben?
Dem HR muss ein nichtbezogener Feriensaldo (von mehreren Jahren!) dunkelrot aufleuchten. Es hätte auch noch andere Warnsignale (bspw. weit überdurchschnittlich abgerechnete Leistungen) gegeben.
@Dreher: Plass schreibt aber nichts von einem „nicht bezogenen Feriensaldo von mehreren Jahren“. Wenn der MA schön brav Ferien bezieht und im System erfasst aber zu Hause krankhaft weiter arbeitet, leuchtet beim HR gar nichts dunkelrot auf.
Plass schreibt auch nichts von „überdurchschnittlich abgerechneten Leistungen“. Ich nehme an, du meinst auffällig hohe Beträge von fakturierten Dienstleistungen. Diese gehen nicht durchs HR sondern via Vorgesetzten zur Debitorenbuchhaltung.
Nein, der Vorgesetzte ist schuld aber HR hat eine Kontrollfunktion und muss das verhindern. Das gleiche passiert wenn der Vorgesetzte einen Mitarbeiter mobbt, da hilft absolut Nix sich an HR zu wenden. Diese gibt die Schuld dem Mitarbeiter und er ist das Problem. Mir passiert in einer grossen Firma. Darum ist HR die meistgehasste Abteilung in jeder Firma
Human Resources wie man so schön sagt, ist eine Plage und Geldverschwendung wenn die HR Abteilungen so gross werden das sie das operative Tagesgeschäft nicht verstehen und primär als administrative Funktion agieren. Bei Konflikten oder in dem beschriebenen Fall wegschaut und eher Schadensbegrenzung statt Mitarbeiterunterstützung betreibt.
@HR Desaster. „Versagen der HR Abteilung“.
Ganz richtig. Sobald man dieses Umfeld (auswendig) kennt, weiß man, dass die HR nur herumlaufen und dafür hohe Gehälter einsammeln werden. Die Probleme = unter dem Teppich (niemals Lärm machen).
Hier kann ich leider nicht genaue „Affäre“ schreiben (Amtsgeheimnis).
Wie blöde muss man sein sein Leben für die Arbeit zu opfern.
In der UBS haben sie doch auch für viel 💲💲💲wie die blöden gearbeitet. Und jetzt ist ihr Lebensinhalt weg.
Auf Deinen Löli-Kommentar haben wir nicht gewartet.
Da gönne ich mir doch meine IV umso mehr 🤣👍.
Schöne Grüsse aus Patty, TH🇮🇷♥️.
Bei der UBS arbeiten einige fast auch so. Und jetzt scheppern sie umso heftiger in die Versenkung.
Arbeiten sollte im Leben immer ein Nebenschauplatz sein. Sonst droht bei Stellenverlust die Versenkung.
Soll das nun heissen, dass die massiv überbezahlten Ärzte noch mehr verdienen sollen? Ich war vor einigen Jahren als Patient im Kantonsspital. Keine Spur von Gesundheitspersonal am Anschlag. Die Leute haben sehr humane Arbeitszeiten und grosszügige Wochen- und Ferienregelungen. Meinen Chefarzt sah ich in zwei Wochen genau zwei Mal.
Ich habe überhaupt nichts gelesen von Besoldung in dem Artikel, ob zu viel oder zu wenig, es geht mehr um die Verantwortlichkeit des Arbeitgebers nicht so ein krankhaftes Verhalten auszunutzen und statt proaktiv das zu unterbinden , und als es nicht mehr nützlich war, dann einfach rauszustellen
Können Sie nicht lesen? Was soll das mit diesem Fall zu tun haben?
naja, nur vom Arbeiten is det ned.
C-Shot 1,2, oder noch mehr…?
Wir sind in der Schweiz sehr, sehr weit von Ihrem letzten Satz entfernt. Und Sie wissen das sehr gut.
Übrigens wissen Sie auch sehr gut, dass eine zu große Menge vertraulicher Dokumente (über Problemen in verschiedenen Med.-Dpt) nie offen veröffentlicht wurden. Alles ist verborgen geblieben, seit Jahrzehnten – das ist die Methode der UniversitätsSpitäler, überall in CH. Patienten + Volk müssen nichts wissen.
Die meisten von uns haben Fälle von „Workaholism“ doch schon erlebt. Die Betroffenen realisieren das selber nicht. Irgend einmal kommt es zum Burn-out, die Qualität der Arbeit lässt nach und die Betroffenen fallen aus, so wie in diesem Fall auch.
Die Vorgesetzten sind für ihre Angestellten verantwortlich. Sie müssen intervenieren, tun sie das nicht, machen sie ihre Arbeit nicht und sind an der Situation mitschuldig. Ist halt schwierig wenn von diesen Leuten profitiert und sie ausnutzen kann. Dass in diesem krassen Fall keine personellen Konsequenzen gezogen wurden, versteht niemand.
Auf den Punkt!
Commemorative plaque in the entrance hall
– made of polished stainless steel –
Deepest regret!
Unfortunately not an isolated case at present!
Das ist kein Einzelfall.Die Vorgesetzten, der behndelnde Arzt und die Krankentaggeldversicherung wissen es zu Händen um einen erkrankten Polier, 5 Monate vor der Pension 100% arbeitsfähig zu schreiben um keine Leisztungen zu erbringen. Es gibt Leute die gehen einfach über Le….n.
Nachtrag: Der 100% gesundgeschriebene Polier ist dann nach 3 Monaten auf der Arbeit verstorben. War er vielleicht doch nicht so gesund? Die Polizei war auf Platz und die Untersuchung, konnte der Arbeitgeber, der Hausarzt und die Krankentaggeldversicherung sich alle in Unschuld baden, Fragen über Fragen. Der Tatort ist nicht im Wallis, nur kurz vor dem Eingang des Lötschbergtunnels
Die Psychiater Edgar Heim und Jürg Willi haben 1986 ein Buch über Psychosoziale Medizin geschrieben. Darin war zu lesen, dass der Berufsstand der Aerzte die niedrigste Lebenserwartung hätte. Bei den Aerztinnen sei das besonders schlimm. Aber keiner interessiert sich für die Ursachen. Die Aerzte, welche an Ueberarbeitung starben waren Mitte Vierzig. Als es epidemisch war, hat sich keiner dafür interessiert. Aber jetzt, vierzig Jahre später, wo diese Art Arzt praktisch ausgestorben ist, ist es Thema, das als schlechtes Beispiel hinhalten muss. Als Rechtfertigung für den Schlendrian des Kollegen.