Bignia Vieli ist auf dem Zürcher Finanzplatz eine Persönlichkeit. Partnerin bei Wenger Vieli, der Wirtschaftskanzlei in Steinwurfdistanz vom Opernhaus im Seefeld.
Vieli hat nicht nur der Anwaltspraxis den halben Namen gegeben. Sondern sie nahm auch immer wieder Einsitz im Board ihrer Firmenkunden.
Vor allem dann, wenn diese dringend juristisches Wissen brauchten. So wie die MBaer Merchant Bank.
Das Zürcher Geldinstitut von Mike Bär, dem Urenkel des berühmten Julius, hatte sich 2023 verrannt.

Nach Jahren des stürmischen Wachstums wurden sich ihre Macher damals bewusst, dass sie Gefahr liefen, mit heiklen Kunden in den Hammer zu laufen.
Wie stehen wir da, was haben wir zu befürchten, lauteten die Fragen. Bignia Vieli sollte sie beantworten.
Im Juli 2023 wählten die MBaer-Aktionäre, darunter Kunden der Bank, die Rechtsanwältin in den Verwaltungsrat.

Mit der Wahl verbunden war ein heikler Auftrag. Vieli sollte jeden Stein umdrehen, um das Ausmass an Risky-Kunden aus Russland und Venezuela zu erkennen.
Im Compliance stiess Vieli auf ein Bild des Grauens. Unter Frank Grundler, einem „Gspänli“ von Mike Bär und Langzeit-Chef der Abteilung, hörten die roten Lampen nie zu blinken auf.
Onboarding-Prozess, Kunden-Dokumentation, Geldherkunfts-Abklärung, Worldcheck-Prüfung – alles lag im Argen. Wenn dann die Compliance bei einem Kunden den Finger erhob, passierte nichts.
„Grundler wurde regelmässig von Mike und Pal überstimmt“, sagt ein Insider. „Mit dem konnte er leben – er hatte ja formell gewarnt.“
Mit Pal ist Paul von Mérey gemeint. Alle nannten den Gründer-Partner von Mike Bär nur Pal. Die beiden kannten sich aus gemeinsamen Julius Bär-Zeiten.

Dort hatte man sich von Pal von Mérey getrennt, nachdem dieser einer vermögenden Kundin nicht nur als Banker zur Seite gestanden war, sondern auch als Willensvollstrecker.
So kam es, dass von Mérey eine eindrückliche Villa in Nizza an der Côte d’Azur von der Frau erben konnte, wie der Tages-Anzeiger einst berichtete – ohne „Pal“ beim Namen zu nennen.
„Die Hackordnung war klar“, sagt der Gesprächspartner. „Von Mérey brachte die Kunden, Grundler protestierte formell, Mike überstimmte ihn.“
Mit dem Segeln hart am Wind wuchs die Bank. Bald hatte sie 60 Leute auf der Payroll, die Kunden standen Schlange – vor allem jene, die sonst nirgends mehr unterkamen.
Doch die Bise blies jetzt schärfer – der Ukraine-Feldzug des Kremls hatte das lockere Russen-Onboarding zum Hürdenlauf gemacht.
Wenger-Vieli-Juristin Bignia Vieli stiess bei ihrer Suche auf eine Fülle an Fällen. Diese listete die Spezialistin fein säuberlich in einem langen Rapport auf.
Ende 2024 legte Vieili ihn dem MBaer-Verwaltungsrat zur Behandlung vor; jenem Gremium, zu dem sie selbst gehörte.
Die Kollegen im Aufsichtsgremium, das die grossen Risiken im Griff haben muss und wo jedes Mitglied persönlich in der Verantwortung steht, erschrak, als es das Dokument zu lesen bekam.

„Vielies Befund war hochexplosiv“, meint die Quelle. „Sie hatte erkannt, dass die ganze Compliance versagt hat.“
Der VR war gefordert, allen voran Marcel Aellen. Der Dritte im Bunde, neben Mike Bär und Pal von Mérey.
Aellen stammte aus dem Stall der Bankenaufsicht. Damals hiess die Behörde noch Eidgenössische Bankenkommission (EBK).
Bei dieser hatte sich Aellen einst um den Fall Vögeli gekümmert. Vögeli, Vorname Hans – in jener Zeit Chef der Zürcher Kantonalbank.
Hans Vögeli hatte Optionen auf Sulzer-Aktien gekauft, just als zwei schlaue Österreicher mit dem russischen Oligarchen Viktor Vekselberg im Schlepptau die helvetische Industrie-Ikone erobern wollten.
Ausgerechnet Vekselberg, dem späteren Vorzeige-Russen der MBaer.
Vögeli wettete 50’000 Franken auf ein Sulzer-Hochschiessen; aber nicht über sein ZKB-Lohnkonto, sondern via Bank Vontobel, bei der er einst seine Karriere befeuert hatte.

Als die Sache ans Tageslicht kam, war Vögeli Geschichte – und Marcel Aellen ein kleiner Held in Bern.
Diesen Aellen machten Mike Bär und Pal von Mérey zum Präsidenten ihrer MBaer Merchant. Ein vermeintlicher Schachzug: Wer würde die Finma besser im Schach halten als der Ex-EBK-Mann?
Vielleicht glaubte Aellen das sogar selber. Jedenfalls passierte mit dem Vieli-Bericht etwas, das dessen Verfasserin in ihrer Laufbahn noch nicht so oft erlebt hatte:
Der Verwaltungsrat der MBaer Bank schubladisierte ihn.
Da herrscht Alarmstufe Rot, alle Mann sollten auf die Brücke, rigoroses Aufräumen im Expresstempo scheint die letzte Chance? Doch n^ichts davon passiert.
Sondern das Board der MBaer Merchant gibt die Order durch: Wir lassen das Thema Compliance mal schön ruhen.
Für Bignia Vieli ein No-Go. Sie legte ihr Amt nieder. Am Tag vor Heiligabend 2024, nach nur anderthalb Jahre zuoberst, war ihr Mandat bei der MBaer Merchant bereits beendet.

Im Rückblick stellte der Entscheid des Boards die entscheidende Weichenstellung dar: jenen in Richtung Verderben.
2024 war im Hause MBaer die Finma einmarschiert, aufgeschreckt von Hinweisen, dass die kleine Bank grosse Risiken mit Oligarchen und anderen „Politically Exposed Persons“ aufgetürmt hatte.
Statt das Aufkreuzen der Aufseher als ultimative Warnung aufzufassen, schalteten die MBaer-Chefs auf „Hard ball“ um.
Sie trennten sich zwar von Stephan Häberle, einem Liechtenstein-Banker, dem vierten Mann in der Runde mit Präsident Aellen, Akquisiteur von Mérey und Namensgeber Bär, der früher schon einemal mit den USA über Kreuz geraten war.

Und auch Pal von Mérey verliess die Bank, offiziell als Rentner. Doch die heiklen Kunden durften bleiben, und neue aus Russland waren unter einer neuen CEO weiterhin willkommen.
Ein Jahr später, Ende 2025, kams zum Donnerschlag. Die Finma erklärte die ganze Geschäftsleitung für nicht mehr tragbar.
Diese schaltete auf stur, verbarrikadierte sich hinter juristische Finten – und gewann im Februar gegen die Finma zwei Schlachten am Bundesverwaltungsgericht in Sankt-Gallen.
Als die Finma schliesslich die USA gegen die Bank aufboten, wars um die widerspenstigen MBaer-Cracks geschehen. Die gingen noch am selben Tag in die Knie, an dem ihnen Uncle Sam die Pistole auf die Brust drückte.
Der Schaden der Geschichte mit der vom Kurs abgekommenen Kleinbank ist immens:
Der Finanzplatz sei durch die Praktiken der MBaer und ihren Machern „unverhältnismässig hohen Risiken ausgesetzt“ worden, befand die Aufsicht. Und machte sie zu.
„Die Kollegen im Aufsichtsgremium, das die grossen Risiken im Griff haben muss und wo jedes Mitglied persönlich in der Verantwortung steht, erschrak, als es das Dokument zu lesen bekam.“
Die Kollegen erschrak, als es zu lesen bekam.
Wow – Premium Investigativ-Journalismus.
Nicht einmal Lukas selbet schafft es, seinen Schrott nochmals durchzulesen.
Was wollen Sie mit Ihrem Wortsalat sagen?
Wie konnte die „Banken-Leitung“ so blöd sein. Nur Gier und Narzissmus, dazu eine „Bauernschläue“ standen im Zentrum innerhalb der MBaer Merchant Bank.
Jetzt war völlig zu Recht „Lichterlöschen“, auch wenn 60 Arbeitsplätze von „Naiven“ dem zum „Opfer fallen“.
Ich werde mich immer an die Reaktion des CEO eines Finanzintermediärs CH erinnern, der mich anschrie: „Wer zum Teufel ist die OFAC? Was wollen die USA? Ich habe 200 Mitarbeiter gerettet und wurde nach ein paar Monaten entlassen. Und keine Behörde hat sich gefragt, warum ich entlassen wurde.
…… mit dazu noch kriminellem Touch.
Boni zerfressen Moral und Hirn.
Wann gibt es endlich Strafverfolgung gegen diese Leute die möglicherweise Millionen höchstkriminelles Geld gewaschen haben. Aber die StA verfolgt lieber Leute die andere auf dem Internet Tubel nennen.
Leider hat die StA sehr viel Arbeit mit ständig neuen Gesetzen und Verfahrensvorschriften. Das weiss ich von einem hochrangigen Mitarbeiter bei der StA auf dem Platz Zürich.
Bigna Vieli hat dieser Anwaltskanzlei nicht „den halben Namen gegeben“. Das war Lelio Vieli, der damalige Gründungspartner (zusammen mit Claude Wenger). Eine etwas fundiertere Recherche ohne Schnellschüsse wäre hilfreich.
Stimmt.
Arner Bank, Falcon Bank , MBaer Bank…. überall Lichterlöschen… auch eine Leistung…
Genau.
Der Grund bei den meisten ist doch, dass durch Ausnützen der hierzulande bankenaffinen Rahmenbedingungen und entsprechender Rechtssprechung gewisse Narzissten meinten, sie könnten sich über internationale Regeln, die vor allem von den USA gesetzt werden, hinwegsetzen. Eine totale Fehleinschätzung.
Die Schweizer Banken müssen lernen, ihr Geld mit Performance zu verdienen und nicht mit dubiosen banklagernd Kunden OHNE Leistung.
Diese Zeiten sind endgültig vorbei.
Gruselig…
Eigentlich könnte man meinen, dass niemand vor Gier dermassen verblödet ist so etwas zu riskieren.
Jetzt schaut die USA auch den anderen Schweizer Banken mehr auf die Finger.
Hat nicht damals die CS die Ansagen der US-Finanzaufsicht nicht ernst genommen & die selben Gier-Mänätscher sind auch jetzt bei der UBS am Abzug?
So war es. So ist und wird so bleiben. Übrigens: bei Clarus sind fast alle Berater geflüchtet. Alle, ‚Ossip.‘, Leovest, usw. buchen wie viele weiter über Miami, Dubai, Hong Kong oder Antillen. Man muss flexibel sein. Die Liste ist grösser als die ‚Files‘.
Was ist das business model von Leovest? War auf der Seite aber verstehe nicht, wie sie mit ihrer Passive only Variante Geld verdienen wollen.
jeder in der branche langt sich am kopf,
wie so etwas möglich ist.
werden wir doch von compliance, anwälten
im vr und finma tag täglich, wegen
kleinigkeiten gepisackt.
finma: wie ist sowas möglich?
Ich werde mich immer an die Reaktion des CEO eines Finanzintermediärs CH erinnern, der mich anschrie: „Wer zum Teufel ist die OFAC? Was wollen die USA? Ich habe 200 Mitarbeiter gerettet und wurde nach ein paar Monaten entlassen. Und keine Behörde hat sich gefragt, warum ich entlassen wurde.
Der gute Michael war schon in der Schule nicht die hellste Kerze am Christbaum🤭
Der könnte für IP schreiben, dort hat es auch keine hellen Kerzen.
@Drake
Frechheit!
Wie wahr!
Der Mensch strebt nach dem Ziele….
unersättlich zu sein.
Ist auch eine Art Lebensphilosphie, welche in die Hosen gehen kann.
Ausgesorgt hat er längstens, wird nicht am Hungertuch nagen müssen, und Strafe zu befürchten muss er auch nicht! Wie immer bei unseren inländischen Oligarchen!
Wäre angebracht, dass der BR denen eine Riegel vorschieben würde, jedoch wie bestens bekannt, Geld regiert die Welt…kein Gesetz wird je diesem Treiben ein Ende setzen können.
Wo war die FINMA? Wieder im Tiefschlaf. Schon krass. Mittlerweile sind es über 600 MA und sie haben immer noch keine Ahnung.
Dass diesem Frank Grundler so etwas passieren konnte … unverständlich. War er nicht bei seinen früheren Arbeitgeber gerade die Person, welche an gestandenen, seriösen Schweizer Kunden – je nach Kundenberater! – immer etwas auszusetzen hatte und so Kundenakquisitionen verhinderte? Ich kann das mir gar nicht vorstellen, dass er so „unglückliche“ Entscheide getroffen hat.
Gier blendet das Gewissen eben aus.
wer viel geld will fürs nichts machen und das ohne verantwortung zu tragen wird verwaltungsrat. der job is noch besser als berater.
Der Bankenplatz Schweiz ist DAS Geldwäscher Paradies schlechthin.
Judengelder, Diktatorengelder, Russen, USA, Chinesen, garantiert auch der Dicke aus Nordkorea, Maduro aus Venezuela so ziemlich jeder Drogenbaron und Mafiaboss. Dazu die ausländischen, nicht integrierbaren pauschalbesteuerten Schmarotzer.
Die Finma ist gewollt eine Schlafkabine. Wäre ja noch, wenn die Aufräumen täte. Dann hätte die $VP und FDP ein massives Loch in der Parteikasse.
Man sieht es ja mit der Erhöhung der Eigenkapitalquote.
Dumm, dümmer, Schweizer Bankster 🤪!
So läuft das hier:
Die rote Linie vorsätzlich überschreiten; vorab kassieren, dann abtreten und davon. Der Ruf ist zwar dahin. Aber das ist das einzige. Das interessiert die nicht mehr. Die sind in diesem System nun finanziell „unabhängig“.
Und alles straffrei.
🧯🚧🕹️Auf einer Bank zu arbeiten war früher mal ein stolzer und eherenvoller, geachteter Berufsweg. Heute ist das leider ein Ehr&Wert-loser JobAbweg geworden. Mit oder ohne „sog“ CH Ethic & Compliance, ext Audit, VR Audit Com., Invest PR Sprüche, Sponsoring, etc etc. geht’s nicht mehr rund.Wer weiss denn schon, wer im schönen Arbeitgeber Geldwachs-Garten
,was,wo,wann alles vergraben hat ? Bankgeheimnis! no Chance. (Hast dann einfach auch CV mässig Pech gehabt, wenn was auffliegt) s. MBear – alle haben im CH Banken Bärengraben lange geschlafen und die Zeit genossen, mit den oldZeitgenossen.
Und wir schreiben 2026. Nichts ändert sich im Swiss Banking.
2027 werden die Amis mit KI weiter säubern.
Versagt hat Aellen. Bei der FINMA ist er seit 2011 nicht mehr… eine Ewigkeit im regulatorischen Umfeld.
Vor kurzem hörte ich folgendes: Jemand, ein Schweizer, der eine Hausbank hatte (Privat und geschäftlich), hat auch eine Firma mit Sitz im Europäischen Ausland (EU), also nicht sehr exotisch. Diese Hausbank sagte diese Firma könne bei ihnen kein Konto haben, nur Firmen mit Schweizer Sitz können ein Konto haben.
Das ist einfach unglaublich, dass es überhaupt schwierig geworden ist ein Konto zu haben, aber man muss ein Konto haben. Wie sollen Banken unter solchen Bedingungen überhaupt noch relevant sein?
Vieli = viele zahlungskräftige Kunden
Vögeli = fly away
von Mérey = je sais pas de quoi il s’agit (oder so ähnlich)
Bär = der Gründer dreht sich im Grab
was häsch du graucht?
Guter Artikel, ein bisschen lang für diese Website.
Die Kunden sind nicht unbedingt „toxisch“, aber sie passen nicht ins gängige Schema der Politik.
Das sagt alles, und könnte sich auch ändern.
Scheint auch so ein ungeschriebenes Naturgesetz zu sein.
1. Man macht krumme Geschäfte
2. Man wird Leibchensponsor beim FCZ
3. Man hat die Justiz im Haus
Wieviele schubladisierte Berichte gibt‘s bei anderen Privatbanken?
„Grundler wurde regelmässig von Mike und Pal überstimmt“, sagt ein Insider.
Das ist eben das simple „Geschäftsmodell“:
Compliance pour la galerie. Das war auch bei der CS offenbar so.
Scheinheiliger geht’s kaum. Vorne das Kreuz schwören und hinten die hohle Hand machen.
Dass gewisse kleinere CH-Privatbanken sich mit dubiosen Kunden über Wasser halten können und nicht mit Leistung und Performance (Im Anlagebereich) ist die letzten Jahre offenkundig geworden.
Es ist eben leichter und auch leistungsmässig nicht so anspruchsvoll, sich mit dubiosen banklagernd-Kunden den Geldsack zu füllen.
Ja guet, mer mues ebä scho au gseh dass die 60 de Job sit 2024 händ chöne bhalte. Susch wär die Bude schon vorher bankrott gange. Insofern isch au en soziale Aschpäkt zum träge cho.