Die Empörung in ärztlichen Kreisen ist gross. Ambulant vor stationär, predige die Schweiz seit Jahren.
Ausgerechnet beim Magenbypass passiere aber unter Tardoc, dem neuen, ambulanten Arzttarif, das Gegenteil.
Tardoc ist seit Januar in Kraft. Unter dem alten Tarmed-Tarif wurde eine ambulante Magenverkleinerung mit 10’000 Franken vergütet.
Jetzt gibt es für die Operation ambulant noch 3’340 Franken. Das decke nicht einmal die Materialkosten, heisst es.
Stationär kostet derselbe Fall 23’000 bis 25’000 Franken.
Selbst die OAAT, das ist die zuständige Tariforganisation, räumt einen „offensichtlichen technischen Fehler“ ein.
Die Folge liegt auf der Hand: Was ambulant günstiger möglich wäre, wird faktisch ins teurere, stationäre System gedrängt – und heizt die Prämien an.
Magenverkleinerungen seien bei sorgfältig ausgewählten Patienten ambulant grundsätzlich möglich, heisst es in Insiderkreisen.
International sei das in etablierten Programmen längst Realität. In der Schweiz scheitere das Vorgehen jetzt nicht an der Medizin, sondern am Tarif.
Die Eingriffe heissen wegen des neuen Tardoc-Tarifs jetzt „seltene Leistungen“, die den realen Aufwand nicht abbildet.
Der Fehler ist also bekannt – ebenso seine Konsequenzen.
Die OAAT erklärt, die technischen Fehler in der Version 2026 seien bekannt. Diese würden derzeit geprüft; Klarstellungen seien für Ende März oder Anfang April 2026 vorgesehen.
Zugleich verweist die Organisation darauf, dass die ambulanten Pauschalen datenbasiert entwickelt und jährlich überarbeitet würden.
Besonders absurd wird es im Vergleich: Eine ambulante Leistenbruch-Operation bringt laut den Unterlagen 5’000 Franken, ein deutlich komplexerer Magenbypass nur etwas mehr als die Hälfte.
Kleiner Eingriff, bessere Vergütung, grosser Eingriff, Defizit von Anfang an: So wird „ambulant vor stationär“ nicht gefördert, sondern ausgehebelt.
Am Ende zahlen die Prämienzahler die Rechnung. Allein bei der Magenverkleinerung gehen jährlich 20 Millionen Franken Sparpotenzial verloren.
Das System belohnt die teurere, stationäre Lösung.
Nimmt man weitere Eingriffe wie Gallenblasen, Leistenbrüche, Zwerchfellbrüche und Krampfadern dazu, summiert sich das Einsparpotenzial auf 100 Millionen. Die Politik will ambulant – der Tarif würgt es ab.
Dito Herzkatheter Untersuchungen können ebenso gut ambulant durchgeführt werden. Der neue Tarif vergütet noch knappe CHF 7‘000 damit lässt sich nicht einmal kostendeckend arbeiten, wenn die benötigten Katheter bereits CHF 4‘000 kosten. Im Spital wird derselbe Eingriff mit
CHF 15k vergütet.
Da war kein Experte am Werk sondern eher ein BAG Schreibtischtäter.
Grundsätzlich sei aber auch gesagt:
seit die Medizin von der Passion sind reine Business abgefallen ist, gibt es bei den Kosten leider auch kein halten mehr
Tardoc hat viele solcher totalen Fehlern. Dass zum Beispiel ein Gastroenterologe jetzt nicht mehr während dem gleichen Untersuch eine Darmspiegelung und Magenspiegelung nacheinander machen kann, da pro Untersuch und Narkose nur eine davon abgerechnet werden darf, muss nun der Patient zweimal kommen, die Kosten sind dadurch viel höher, der Aufwand und die Terminsuche und Wartezeit viel grösser. Totaler Blödsinn. Zuviele Schreibtischtäter in diesen Tarifkomissionen.
Das ist ein ganz wichtiger Punkt resp. Fehler von Tardoc. Es wird noch grotesker, der Urologe darf jetzt nicht einmal mehr am selben Tag eine Blasenspiegelung und eine Ultraschalluntersuchung der ableitenden Harnwege machen. Man muss 2mal vorbeikommen an verschiedenen Tagen ! Dabei ist der Ultraschall unbedingt nötig, denn die Harnwege und das Nierenbecken sind von derselben Schleimhaut ausgekleidet wie die Blase. Das ist Unsinn pur.
Welche Idioten haben sich Tardoc ausgedacht? Meine Hausärztin sagte mir, dass Tardoc eine Katastrophe ist. Es verteuert alles noch mehr.
Wer lässt sich noch den Mager verkleinern wenn er auch Ozempic und Co. nutzen kann.
@Henry ex Seldwyla,
gibt Leute die haben Angst vor Spritzen :))
Ueberlast die Gesundheitsbranche der freien Marktwirtschaft. Dann regelt sich Preis und Angebot.
Je mehr reguliert wird, desto schlechter und desto teurer wird es. Da haben wir jetzt bald 30 Jahre Erfahrung mit.
Mich würde mehr interessieren was eine Hirnvergrösserung in der Stadt Zürich kostet.
🤭😂
Wenn DoktorInnen am lebenden Körper pfuschen, kanns tödlich enden.
Und wenn sie am verderblichen Geld rumschnippseln wirds zumindest verheerend.
Da hat die Bevölkerung nochmals Glück gehabt.
Die KK-Pflicht vom KK Kartell eingeführt geht gegen jedes Marktwirtschaftliches Prinzip. Schafft endlich die KK Pflicht ab.
TARDOC und das Chaos ist perfekt.
Magenverkleinerungen sollten von der KK mit max. 2’000 Franken finanziert werden. Es kann nicht sein, dass die leichtsinnige Völlerei dieser Zielgruppe von KK-Mitgliedern noch finanziert werden muss!
Adipositas ist eine anerkannte Krankheit und hat nichts mit Völlerei zu tun!
Wieder einer mit dem „vollen“ Durchblick. Hoffentlich brauchen Sie nie eine Gehirnoperation.
Wer einen grossen Magen hat der kann auch mehr kotzen. 🤮🤭
Am neuen Tardoc-Tarifsystem ist einiges nicht ideal, muss korrigiert werden. Weshalb das so ist, weiss ich nicht. Beim vorherigen Tarmed wurden die Tarife noch in gemischten Kommissionen festgelegt (BAG-Leute und Fachärzte aus dem jeweiligen Bereich). Und bei Tardoc ? Wie auch immer, die BRin Baume Schneider muss handeln, sie ist die Oberverantwortliche.