Kaum ist der Streit um den geplanten Weihnachtsmarkt „Bellevue Noël“ abgeklungen, folgt die nächste Abwehrschlacht.
Wieder mobilisieren ähnliche Kreise. Wieder wird symbolisch aufgerüstet.
Und wieder geht es angeblich um den „Charakter“ eines Ortes. Worum geht es wirklich?
Nicht um Burger, sondern um Kontrolle.
Die Rekurse zielen nicht auf ein Produkt, sondern gegen einen Wandel: Soll das Limmatquai ein Museums-Prestige-Ort bleiben – oder ein lebendiger, durchgehend genutzter Stadtraum?
Mit McDonald’s droht aus Sicht der Zünfte der Verlust ihrer Deutungshoheit. Mehr Frequenz, mehr Junge, mehr informelles Verweilen.
Kurz: Weniger Exklusivität.
Für ein Geschäftsmodell, das auf Tradition und Repräsentation setzt, ist das eine Attacke.
Denn die Zunftgastronomie lebt nicht primär vom Verkauf, sondern von geschlossenen Gesellschaften, Firmenanlässen und traditionellen Veranstaltungen à la Sechseläuten.
Gerade Innenstädte funktionieren längst anders. Gefragt sind niederschwellige Angebote, lange Öffnungszeiten, sieben Tage die Woche – und global vertraute Marken.
Ob Starbucks, Subway oder Burger King: Sie bedienen das Bedürfnis nach schneller, unkomplizierter Verpflegung.
Das fehlt zwischen Grossmünster und Rudolf Brun-Brücke. Take-Aways? Kaum vorhanden. Spontane Verpflegung? Fehlanzeige.
Gleichzeitig bleiben drei von vier Zunfthäusern an Sonn- und Feiertagen geschlossen.
Die Ausnahme zeigt, wie es anders geht: Die Zunft zur Zimmerleuten – belebt, offen, beliebt bei Einheimischen und Touristen. Und das Sommer wie Winter openair oder inhouse.
Der Rest wirkt wie aus der Zeit gefallen. Sonntags geschlossen, wenig zugänglich, kaum attraktiv für junge Menschen oder die wachsenden Besucherströme am Limmatquai.
Warum also dieser heftige Widerstand? Weil hier zwei Sichtweisen aufeinanderprallen:
Ein hochfrequentierter, touristischer Raum und eine historisch geprägte Nutzung, die auf Abgrenzung setzt.
Diese Spannung ist der eigentliche Konflikt; McDonald’s ist lediglich der Auslöser.
Solche Auseinandersetzungen sind kein Zürcher Sonderfall. In Venedig verdrängen Souvenirshops lokale Strukturen, in Barcelona eskaliert der Wohnungsmarkt durch Airbnb, in Prag streiten sich Denkmalpflege und Fastfood.
Wo Altstadt und Massenbetrieb kollidieren, wird Konflikt zur Regel.
Auch Zürich kennt das Muster. Beim Schauspielhaus sammelten Gegner Tausende Unterschriften gegen ein McDonald’s. Mit dem bekannten Argument: „Passt hier nicht hin.
Am Ende scheiterte das Projekt nicht politisch, sondern an Auflagen, Komplexität und Kosten. Zu schwierig, zu unattraktiv. McDonald’s zog sich zurück.
Wiederholt sich das am Limmatquai? Möglich.
Doch die Ausgangslage ist anders. Statt eines kulturellen Leuchtturms opponieren hier Zünfte und eine kleine Gruppe um die letzten Anwohner. Und der Standort ist weniger sensibel als am Pfauen.
Zudem zeigt die Filiale an der Löwenstrasse längst, dass McDonald’s auch ohne Lärm, Geruch und Müllprobleme funktionieren kann.
Zuletzt dürfte es – typisch für Zürich – auf einen Kompromiss hinauslaufen. Eingeschränkte Öffnungszeiten statt nächtlichem Dauerbetrieb. Weniger Eskalation, mehr Regulierung.
Die eigentliche Frage bleibt: Wem gehört die Stadt, den Bewahrern oder den Nutzern?
Falls die britische Oscar-Preisträgerin Emma Thompson – gemäss Tages-Anzeiger auf Seiten der Petition – dereinst von ihrer Storchen-Suite auf ein goldenes M auf der anderen Flussseite statt ein rotes Mode-Logo blickt: So what?




Wer Mc Donald‘s nicht mag, ist bei mir unten durch. Spassbremsen. Der Mäc passt überall rein.
Der Big Mac ist ein Kulturgut.
Kindergeburtstag im McD das schönste was man einem Kind schenken kann.
Die Zünfte sind sowieso nicht mehr zeitgemäß und gehören abgeschafft. Der weisse Clown am Bellevue könnte man auch anderswo verbrennen. Am besten gleich in Hagenholz.
Was stimmt nicht mit Dir?
Dass die Bonzen-Zünfte im linken Zürich noch nicht abgeschafft wurden… Wäre doch etwas für die SP die Bonzenfasnacht abzuschaffen.
Emma Thompson ist sicher in anderen Grossstädten, in welchen sie übernachtet hat, schon auf schlimmere Stadtbilder gestossen. Wie empfindet sie es jeweils an der Berlinale?
Wieso, musste sie dich schon mal treffen an der Berlinale?
Ohne, dass ich jetzt in diesen Konflikt eintreten möchte.
Betreffend McDonalds, die haben sich ja aus Russland zurückziehen müssen, aufgrund von Sanktionen. Die alten Lokale von ihnen wurden übernommen. Die Hamburger sind jetzt drei mal besser als früher, von sehr guter Qualität. Nicht so ein geschmackloses Stück Fleisch, das näher bei einem Karton ist, als bei einem Hamburger. Vielleicht sollte sich mal McDonalds darüber Gedanken machen.(Auch die Leute die das essen) In Moskau weint niemandem dem McD nach.
Aber Stalin, dem weinen sie nach in Moskau.
Oh, ein Harry-Potter-Hollywood-Tschudi möchte keinen Fastfoodausblick, wenn sie einmal alle Maikäferjahre in Zürich nächtigt. Wie ich Züris Politik einschätze, wird man ihr nachgeben.
Love it.
Watsonpunktceha war schneller; die Kommentarspalte der gutmenschlichen Antirassisten, Stadtbildbewahrer und Veganernährer überschlägt sich allein ob der Herkunft der Franchise mit Anstellungen und interner Anlernung von Absolventen des Schweizer Schulobligatoriums.
Es mutet fast geisteskrank an, wie die Bemühungen des Schnellversorgers mit allzeit eingehaltenem lokalem Einkaufsversprechen und Verkaufspreisen weit unter den miefigen Eliteläden mit Billigküche, dafür teuren 230gr.-Menues, entlang der Limmat, von Cédrics, Jackys & Tammys Mob verschrien werden.
Es reicht, wenn Zürich von linksgrün regiert wird, da brauchts nicht auch noch eine Emma Thompson! Big Mac lockt big Cars an, und Autoposer wollen die am Limmatquai nicht. Kann man nachvollziehen.
Geschätzt wir am Limmatquai keinen Fastfood-Ausblick.
Dieses „billige“ – eher nach Karton schmeckende – künstliche Fleisch geniesse ich nicht.
Sie vielleicht nicht. Aber viele andere schon?
Züri = Disneyland
Gerne stellen wir die Zünftler in unserer Fossiliensammlung aus
Diese Läden stören überall.
Züri, nö. Auch solches Essen geht nicht.