Vor wenigen Wochen noch sah man dem Datum mit fiebriger Erwartung entgegen.
Am 31. März sollte eine umfassende Zollvereinbarung zwischen der Schweiz und den USA ausgehandelt sein, die den Wirrungen um die „tariffs“ definitiv ein Ende setzen würde.
Nun ist das Stichdatum vorbei, praktisch ohne Echo in den Medien und der Politik. Wie konnte das geschehen?
Als die Schweiz in der ersten Hälfte des Jahres 2025 mit US-Regierungskreisen einen Entwurf für ein „Memorandum of Understanding“ über Zölle ausgehandelt hatte, kam es zum bekannten Telefongespräch zwischen der damaligen Bundespräsidentin Karin Keller-Sutter (KKS) und Donald Trump.
Dieser fegte das Verhandlungsergebnis seiner eigenen Regierung vom Tisch und verhängte statt den vorgesehenen 10 Prozent Strafzölle solche im Umfang von 39 Prozent.
Sofort tauchte zuerst in den angelsächsischen Medien das Narrativ auf, KKS habe den Präsidenten belehren wollen, was diesen erzürnt habe. Ergo: KKS hat’s verbockt.
Wirtschaftskreise und SVP-Politiker hieben danach in die gleiche Kerbe und sagten, man werde jetzt alles daran setzen, den Schaden selbst aus der Welt zu räumen.
Es gelang dann Wirtschaftsführern wie Fredi Gantner von der Partners Group oder Johann Rupert, Präsident von Richemont, mit Hilfe des ehemaligen US-Botschafters in Bern, Ed McMullen, und taktischem Support von Thomas Borer (der die Seco-Chefin Helene Budliger Artieda informell berät), ein Treffen im Weissen Haus zu organisieren.
Dieses fand am 4. November statt. Trump erhielt einen Goldbarren und eine Rolex-Uhr. Das Seco wusste von diesem Treffen und gab ihm seinen Segen.
Und siehe da: Am 14. November sanken die Strafzölle von 39 auf 15 Prozent. Gleichzeitig wurde bekannt gegeben, dass ein definitives Zollabkommen bis am 31. März ausgehandelt werde.
Da nicht nur Guy Parmelin der SVP zugehört, sondern auch Budliger dieser Partei nahesteht, feierte das SVP-Generalsekretariat diesen Durchbruch als Grosserfolg der Partei.
So gross war die Vorfreude, es der Finanzministerin zu zeigen, dass eine Medienmitteilung verfrüht verschickt wurde und dann nach energischen Protesten aus Washington rasch wieder zurückgezogen werden musste.
Aber es war klar: Die SVP sagte, wir können Zölle und Trump und Amerika und die beiden Freisinnigen Cassis und KKS können es nicht. Fredi Gantner wiederum reiste dann eine Zeitlang als Retter der Schweiz durch die Lande.
Doch am 20 Februar erklärte der Oberste Gerichtshof der USA alle Strafzölle für widerrechtlich, weil sie auf Notrecht basierten. Auf diese Weise sei der für den Aussenhandel eigentlich zuständige Kongress ausschaltet worden.
Trump fand sofort ein anderes Gesetz, das ihm den Erlass von 10 Prozent zusätzlichen Zöllen während eines halben Jahres ermöglicht.
Gleichzeitig gab er bekannt, gegen bestimmte Länder, unter anderen die Schweiz, Untersuchungen wegen Handelspraktiken zu starten, die gegen US-Recht verstossen würden.
Im konkreten geht es um „strukturelle Überkapazitäten“, was Branchen der Schweizer Wirtschaft meint, die eine besonders hohen Exportanteil aufweisen (Uhren!), sowie um „Zwangsarbeit“.
Exporteure müssen lückenlos nachweisen können, dass ihre Produkte ohne Zwangsarbeit gefertigt werden.
Dass Trump damit ein Kernanliegen der Konzerninitiative als Waffe gegen die Schweiz einsetzt, wäre Stoff für eine Satire. Doch diese beiden Untersuchungen sind brandgefährlich, weil sich deren Ergebnisse gut manipulieren lassen.
Immerhin steht dann der Rechtsweg offen. Nur dauert das, kostet enorme Mengen Geld und schädigt den Geschäftsgang, weil niemand mit Firmen zu tun haben will, die in den USA in Rechtsstreitigkeiten verwickelt sind.
Statt dass sich die Lage an der Zollfront am 31. März definitiv geklärt hat, verdüstert sie sich deutlich. Ein umfassendes Zollabkommen steht in den Sternen, obwohl das Departement Parmelin tapfer sagt, man verhandle weiter.
Effektiv drohen als Ergebnis der Untersuchungen neue und höhere Strafzölle, die die Schweizer Wirtschaft weiter schwächen werden.
Drei Lehren lassen sich immerhin ziehen.
Erstens: Trump ist die reine Willkür. Auch ein Vertrag wird das nicht ändern.
Zweitens: Parmelin vollbringt ebenfalls keine Wunder. Sein weicher und nicht-konfrontativer Ansatz in den Beziehungen zu Trump hat keine besseren Ergebnisse gebracht als die prinzipienfeste Haltung von KKS, die auf die Zollsätze beharrte, die im Entwurf des Memorandum of Understanding standen.
Drittens: Der Besuch der Wirtschaftsführer im Oval Office war ein Schlag ins Wasser. Man hätte den Goldbarren und die Rolex besser der Schweizer Berghilfe geschenkt, wo sie einen ungleich positiveren Effekt gehabt hätten.
Für Fredi Gantner könnte es speziell bitter werden: Die Partners Group steht neuerdings im Zentrum einer Untersuchung des demokratischen Senators Jeff Merkley, weil die mehrheitlich ihr gehörende Kita-Betreiberin KinderCare dürftige Betreuungsstandards habe.
Dies zeige, dass Finanzinvestoren bei der hochgradig mit US-Steuergeldern subventionierten Kinderbetreuung die Profitmaximierung über das Wohl der Kinder stellen würden.
Zudem läuft eine Sammelklage gegen die Zuger Private Equity-Gesellschaft. Es könnte sich durchaus um eine Retourkutsche der Demokraten handeln, die den vergoldeten Besuch der Schweizer Wirtschaftsexponenten bei Trump scharf kritisiert hatten.
Ein Erfolg der SVP wird von den linken Medien totgeschwiegen.
Welcher Erfolg, Artikel nicht gelesen oder nicht verstanden?
Hilfestellung für Spätzünder: ayattaP timooL ist Lukas Hässig!
Hr Meier, wenn Sie die Meinung sind, Erfolge der SVP werden von linken Medien totgeschwiegen, publizieren Sie bitte die Erfolge vom SVP. Z.B.: wie viele Asylbewerber haben Hr. Glarner und Hr. Pascal persönlich ausgeschafft ? Bitte dokumentieren.
Zum Glück ist Glarner nicht so blöd. Er würde sich strafbar machen.
Bei Trump wirken Goldbarren Wunder. Zumindest kurzfristig. Parmelins haben noch nie Wunder gewirkt.
Mit unseren KKeSsen hingegen ist das anders. Wenn man sie losschickt erlebt man ein blaues Wunder.
Jeff Merkley setzt sich für die Kinder ein. Sehr gut, wenn er skupellose Firmenbetreiber an die Wand klatscht.
Fürchterlich, dieses SVP Bashing von einem bekennenden FDP Fanatiker. Hätte man Fräulein Rottenmeier weiter verhandeln lassen, hätten wir jetzt noch 39 % Zölle. Die FdP Leute sollten langsam erkennen, dass sie in die falsche Richtung rennen. Sonst geht es ihnen wie im besten Deutschland aller Zeiten.
Herr Mueller
Der sehr langen Rede kurzer Sinn.
Kuemmern Sie sich um das Zuercher Film Festival.
Bis jetzt keine Erfolgs Geschichte!
Das waren noch Zeiten als wir Zölle von 39% hatten!
Aber die Schmiergeldwirkung lässt bei Trump zum Glück schnell nach.
Die USA sind ein Dead Horse 🫏
Ja
Dream on! Vielmehr sollte man sich vergegenwärtigen in welcher Schlamassel, wirtschaftlich und gesellschaftlich, Westeuropa sich befindet. Von der prekären Sicherheitslage wollen wir gar nicht reden. In diesem Zusammenhang steht die Schweiz übrigens praktisch nackt da.
Vielleicht, aber tote Pferde leben länger wenn ihr Umfeld so schläft wie wir.
Herr Müller weiss mehr. Nach meinem Wissensstand sind die Verhandlungen weiter im Gang und der Abschlusstermin hinausgeschoben worden. Die Kompetenzen des Herrn Müller sind vielleicht eher in seiner Nebenbeschäftigung als Festivalpräsident.
Gebt Cassis eine Chance!
Der hat doch keine Zeit. Er muss doch mit Elendsky händchen halten.
Dem Felix Müller aus Zürich-Höngg haben wir es, und anderen reichen
Leuten zu verdanken, dass Zürich kein neues Fussballstadion kriegt.
Dieser FDP Kommentar von ihm zu den Zöllen braucht kein Mensch.
Schickt nochmals den Infantino. Vielleicht wieder mal mit einem neuen FIFA-Preis. Wie wäre es mit „Best Iran-GröFaZ ever“?
Ein paar grössere Goldbarren für Trumps Privatschatulle werden bestimmt nicht schaden. Und Parmelin könnte ihm inzwischen einen warmen Fendant-Einlauf machen.
Nur mit einem Goldbarren und einer Rolex kann Trump nicht bestochen werden da braucht es schon mehr. Ich hätte Dettling mit der Hellebarde nach Washington geschickt!
…und mit einem Pilatus-Porter als
persönliches Mitbringsel.
F-35 haben sie selber genug!
Ich würde den Pfister mal vorbeischicken. Er soll dem Trump mal die Leviten lesen von wegen Fixpreis, Priorisierung Patriot und so.
Wenn er überlebt (Warscheinlichkeit 0%) dann ist er ein Held, falls nicht, haben wir wieder eine Chance einen besseren VBS-Vorstehen zu bekommen.
Wie dumm kann man sein mit so einem Kommentar. Trump die Leviten lesen weiss hoffentlich jeder das heisst wir wären wieder bei 39% respektive jetzt 139%.
die Schwiiz kann sich neue und höhere Strafzölle leisten.
Zuviel Geld vorhanden hier.
Milliarden gehen afondsperdu in die Ukraine.
KKS dank klarer Ansage am Telefon 39%. Kosten für die Wirtschaft mehr als eine Milliarde. Parmelin dank ruhiger, unspektakulärer Verhandlung 15%. Neu nun noch immer 15% zusammen mit wenigen andern Staaten.
Und was gestern war ist heute nicht mehr und morgen ist es wieder anders. Donald Trump ist bekannterweise leicht schwankend in seinen Meinungen.
Das ZFF und sein „Präsident“ bekommen von der Stadt ab 2027 zusätzliche Subventionen von 200k, neu auf 700k, +40%. Stadtratsbeschlusd von dieser Woche.
Wir würden vielleicht besser mal die Viola beim Donald zu Verhandlungen vorbei schicken.
Dann kann sie nämlich gleich auch noch die paar F-35 mitnehmen wenn sie schon dort ist. 🤭😂
Ich glaub ich muss mir wieder mal ein Einlauf machen lassen. 🤭😂
Ich bin ja erleichtert, dass der Schlusssatz mit den Worten beginnt: Es könnte sich durchaus…. – Da alles im Leben durchaus könnte, hätte ich diesen Beitrag durchaus nicht lesen müssen und könnte etwas Besseres mit der damit verbratenen Zeit gemacht haben….
Crux sacra sit mihi lux oder so…
Wo liegt denn das Problem – beim irren Trump oder den Schweizern? Es gibt nur eine Lehre: wenn es um Geld geht, ziehen die Amerikaner alle über den Tisch.
Trump-Bashing, SVP-Bashing, „Kompass“-Bashing, FDP Lobhudelei. Wo steht er wohl politisch, der Herr Felix E. Müller? Antwort: zuäusserst auf dem linken Flügel des bereits arg taumelnden Fluggeräts namens FDP.
Welche Kompetenz und was zeichnet Herr Müller aus, über so ein Thema
zu schreiben?? Alles bla-bla-bla und schade, dass ihm IP einen „Platz“
einräumt.
Ist doch gut wenn man so etwas auf IP kommt, dann kann so einen stolzen Mitbesitzer vom ZFF die Meinung sagen, auch wenn es nichts bringt, die sind so borniert und egoman, zeigt auch der Artikel
Warum verhandelt der Mister Müller mit dem Trump persönlich wenn er von sich so Überzeugt ist. Man sieht ja was die FDP in letzter Zeit zustande gebracht hat.
Ok Herr Müllet, Sie hätten das sicher sehr viel besser gelöst. Klar. Mag sein, dass es jetzt schlecht läuft aus diversen Gründen (Richterspruch, Krieg), aber zum damaligen Zeitpunkt war das die beste Strategie und auch erfolgreich. Das bleibt, auch wenn jetzt wieder andere Probleme auftauchen.
Abwarten und Tee trinken ist nicht das Gelbe des Eis, scheint aber die beste Rezeptur zu sein. Nach einem „Tief“, kommt meist ein „Hoch“. So die Grosswetterlage. Daran werden wir nichts ändern können ohne in Teufels Küche zu geraten. Und der richtet seit über einem Jahr alles zugrunde, was ihm nicht passt oder in den Weg stellt.
Das ist aber wirklich ein behämmerter Artikel! Die Situation hat sich grundlegend geändert. Trump hat vor dem Supreme Court verloren und muss 160 Milliarden zurück zahlen. Zusätzlich verbratet er im überflüssigen Iran-Krieg 1-2 Milliarden pro Tag… mit z.Z. noch ungewissem Enddatum. Deshalb der changed und nun neu auch die 100% Tx auf Medis. Alles logo und easy nachzuvollziehen!
You Dreamer, du!
Sie meinen tatsächlich, dass Trump sich von einem Supreme Courtchen einschüchtern lässt? Trump ist Legislative, Judikative, Exekutive, Lokomotive, … etc. in Personalunion.
unsere cervelat promis und cervelat politiker, halt.
alles amateuren, eingebildet und unfähig.
volksentscheide werden abgeschwächt und jahre später
erst umgesetzt, nach lust und laune.
zeit, unser system zu überarbeiten.
Unsere Bundesräte wirken zwar keine Wunder, aber sie sind zumindest etwas wunderlich.
Wo ist das Problem? Die Zölle zahlen die Amerikaner, kann uns ja egal sein. Und wenn eine CH-Firma das stört, kann ja die Produktion nach USA verlegt werden.
Und UBS soll auch gerne abzischen. Wir führen dann Tax ein auf US-Finanzprodukte……
Erzielte die NZZ beim Verkauf des ZFF den höchsten Preis beim Verkauf an den Angestellten Müller – oder war das gar nicht gewollt. Mir kann’s egal sein, bin nicht Aktionär… aber IP könnte das klären
Alleine das man stolz ist Mitbesitzer beim Zürcher Film Festival zu sein, mit Fiala tralala, das sagt schon alles.wahrscheinlich trägt er auch noch ON Schuhe. Jetzt wagt doch tatsächlich einer von der FDP zu erzählen was nicht funktioniert, und spezifisch durch die SVP. Erstens soll man nochmals anfangen bei welchen Disastern die FDP involviert ist, CS, Spital Wetzikon, Kispi, USZ, Swissair, Migros, Titlis Gondel Absturz, Crans Montana etc etc, zweitens SVP respektive die genannten Personen haben versucht zu retten was noch zu retten war.
Klare Kante ziehen ist nicht der Schweizer Ding. Die Keller-Sutter hats zwar anfänglich richtig gemacht – aber wenn dann andere die Kante wieder abrunden und abschleifen, bringts nichts.
Die Hellebardenpartei wettert gegen fremde Richter und kuscht gleichzeitig vor dem evil clown, der keine Gerichte will. Irgendwann wird auch diese Partei(leitung) feststellen, dass die USA Willkür als aussenpolitisches System betreiben. Nicht die FDP oder irgendein CH-Politiker sind das Problem sondern der evil clown. Siehe die Waffendeals, bei denen wir immer mehr bezahlen und auf absehbare Zeit nichts bekommen. Die Schweiz soll sich wie alle anderen Staaten von den USA loslösen – das wird kurzfristig erhebliche Probleme verursachen aber langfristig die beste Lösung sein.
So sind die Linken und ihre FDP Trittbrettfahrer: Sie freuen sich mehr, wenn Parmelin eins ans Bein bekommt, als wenn die überrissenen Zölle abgeschafft würden. Das Gleiche machen sie mit Trump. Sie verhöhnen und verhetzen ihn und nehmen gerne in Kauf, dass die herzensguten Iranischen Despoten und der Ukrainische Präsident sich dadurch ermuntert fühlen, weiter zu kriegen, zum Schaden der dortigen Bevölkerung und der Weltwirtschaft. Weltwirtschaft, was ist das schon gegenüber der sozialistischen Internationalen.
FDP Fanatiker und erst noch Zürcher. Wahrlich eine toxische Mischung.
Danke für den Artikel. Unsere Fossiliensammlung diskutiert angeregt
Zum grossen und guten Glueck hat unser Nationalrat gerade noch rechtzeitig untereinander einen wichtigen Entscheid bezgl. dem Gänseleber Konsum in der Romandie als „kulinarisch schuetzenswertes Kulturgut“ rundum debattiert und konstatiert, dass man alles wieder beim alten lasse. Themenprioritaeten voll erkannt dank dem hohen, soliden Vorauswissen, Planen und Denken der wirtschaftlichen Hauptlenkung !?!?