Am Klusplatz mussten Autofahrer, die von der Stadt her links abbiegen wollten, aufpassen: Auf Tram, Bus, Gegenverkehr, Kinder.
Man stand auf den Gleisen und hatte keinen Vortritt, im dümmsten Fall war man einem Tram, das am Klusplatz abfuhr Richtung City, im Weg.
Etwas verzwickt, aber nicht wirklich chaotisch. Sowieso kannten die meisten, die dort links Richtung Zürichberg und Waldrand ins „Klusdörfli“ abbogen, die Tücken.
Sie leben schon lange dort.
Doch die Zürcher Polizei erkannte an der Kreuzung Asyl-/Hegibach-/Bergstrasse eine „Unfallhäufung“. Letzten Sommer annoncierte die Stadt im Amtsblatt ein „Linksabbiegeverbot“ an dieser Stelle.
Mitgekriegt hatten das die wenigsten. So auch nicht Roger Schawinski. Der bekannte Medienunternehmer und Betreiber von Radio 1 wohnt seit Urzeiten im Quartier am Rande der Halbmillionen-Stadt.

Umso perplexer war er vor 3 Wochen, als er plötzlich nicht mehr wie gewohnt von der Asyl- links über die Bergstrasse nach oben in die attraktive Wohngegend zu seinem Anwesen fahren konnte.
Erst da wurde ihm das Verbot bewusst. Sogleich sandte Schawinski der Zürcher Polizeichefin Karin Rykart von der Grünen Partei eine Email.
„Ich wohne seit rund 25 Jahren in diesem Quartier und bin von den Änderungen direkt betroffen“, setzte Schawinski an. Und weiter:
„Durch die neue Regelung ist es für mich deutlich schwieriger geworden, auf direktem Weg nach Hause zu gelangen, sodass ich nun Umwege durch verschiedene Quartierstrassen fahren muss.“
Er wäre dankbar, wenn ihm die Vorsteherin des Polizeiamts „die Hintergründe und Ziele dieser Massnahme erläutern“ könnte.
Das war am 22. Juni. Danach musste sich der Medienmann gedulden. Auf Nachfrage eine knappe Woche später beschied man seiner Assistentin, die „Anfrage“ sei „in interner Abklärung“, man bitte um Geduld.

Nochmals eine Woche später hakte die Schawinski-Sekretärin ein zweites Mal nach.
„Unsererseits besteht eine gewisse Dringlichkeit, da Herr Schawinski bis morgen Abend eine Rückmeldung erwartet“, so die unmissverständliche Durchsage letzten Montag aus den Radio-Räumen am Zürcher Pfauen.
14 Minuten später klingelte es in der Inbox: Das „Anwortschreiben von Stadträtin Karin Rykart“, verschickt von der „Leitung Kanzlei“.
Unter „Verkehrsregelung am Klusplatz“ erläutert darin die Stadt-Mutter, warum das „Linksabbiegeverbot über den lichtsignalgesteuerten Klusplatz“ dringend nötig gewesen sei.
An der Stelle sei es nämlich „in den letzten Jahren zu einer Unfallhäufung gekommen“. „Hauptunfallursache war das Missachen des Vortritts des Gegenverkehrs“, meinte Rykart.
Sogleich wartet die Magistratin mit eindrücklichem Zürich-Verkehrsdeutsch auf.

„Das fragliche Linksabbiegen erfolgte bei Vollgrün, demnach mussten abbiegende Fahrzeuge dem Gegenverkehr aus der Witikonerstrasse und den Fussgängern auf der Querstrasse (Hegibachstrasse) den Vortritt lassen.“
„Beobachtungen“ hätten gezeigt, „dass dieses Manöver herausfordernd und gefährlich“ gewesen sei.
Zudem, so Rykart, sei „die Sicht auf den Gegenverkehr“ eingeschränkt gewesen wäre „durch den stehenden Bus 31“, obendrauf gäbe es noch einen Zebrastreifen als „Schulwegübergang“.
Kurz: „Aus Verkehrssicherheitsgründen wurde daher das Linksabbiegen von der Asyl- in die Hegibachstrasse (…) aufgehoben.“
Für Schawinski heisst das, sich im Zickzackkurs durch Quartiersträsschen nach Hause zu schlängeln – via Klosbach- und Titlisstrasse oder dann via Hegibach-/Hofackerstrasse.
Das Umwegfahren sei nicht weiter schlimm, befindet Polizei-Chefin Rykart: Der Linksabbieger sei „in den Morgen- und Abendspitzenstunden jeweils von 25 Fahrzeugen vorgenommen“ worden.
Nicht einmal ein Auto alle zwei Minuten: Wie es da zu einer „Unfallhäufung“ kommen konnte, bleibt das Geheimnis der Zürcher Sicherheitschefin.
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Herzlichen Glückwunsch, niemand hat die Zürcher Linke so intensiv und jahrzehntelang unterstützt wie Schawinski.
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Gerne nicht nur den Wohnort sondern auch die Schuhgrösse und das Auto Kennzeichen veröffentlichen. Danke Privatsphäre.
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Saure Gurkenzeit…
Der junge Roger Schawinski ist 81 Jahre alt. Da ist den Schülern und den Fussgängern sicher wohler, wenn der einen Umweg fährt statt sie über den Haufen. Allenfalls kann von einem Arzt attestiert werden, dass er nicht mehr fahren soll, dann kann er auch mit dem Tram fahren.
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Züri – Richtung – Abgrund – Depression Pur – De Schawinski chönt au emal d’Site wechsle vom Zürisee, Stütz hät er ja gnueg!
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Unlösbare Herausforderungen entstehen, wenn Vollgrün im Widerspruch zu linksabiegenden Bürgern unklare Verhältnisse schafft. Das ist für Unbelehrbar andersfarbig Richtungsorientierte dann halt öfters nur noch mit Bussenregelungen zu korrigieren.
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Jeez – Und mir ist heute mein Stringtanga Lorena von Hunkemöller gerissen …
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Roger könnte nach über 25 Jahren aufs Tram umsteigen am Klusplatz.
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Velo nehmen und Abbiegeverbot ignorieren. Geht auch mit E-Bike, falls Fitness nicht mehr vorhanden.
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Selberschuld Roger. Du bist genau einer dieser Wähler des fürchterlichen Stadtrates
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Kauft ihm eine Rollator mit der Aufschrift: Ich bin ein Auto