In seinem Buch „Neutralité suisse et ordre mondial au bord du basculement“ (Schweizer Neutralität und Weltordnung am Rande des Umbruchs) kritisiert der ehemalige Botschafter Jean-Pierre Vettovaglia die aktuelle Aussen- und Sicherheitspolitik der Schweiz scharf.
Vor allem analysiert der Diplomat die schleichende Annäherung an die Nato, die der Bundesrat und das VBS seit Jahren mehr oder weniger unter dem Radar vorantreiben.
In einem kurzen Abschnitt auf Seite 149 schreibt Vettovaglia Folgendes:
Die Ukraine Defence Contact Group (UDCG, auch als Ramstein-Gruppe bekannt) ist ein multinationales Koordinationsforum (keine formelle Organisation), das am 26. April 2022 in Ramstein in Deutschland ins Leben gerufen worden war.
Sie bringt Länder und die EU zusammen, um die militärische Hilfe (letale und nicht-letale) für die Ukraine zu koordinieren.
Die Sitzungen finden etwa einmal im Monat statt (in Ramstein, im Nato-Hauptsitz in Brüssel oder virtuell).
Die Leitung lag ursprünglich bei den USA, aber seit Anfang 2025 wird der Vorsitz gemeinsam von Grossbritannien und Deutschland wahrgenommen.
Nach Angaben von Ende 2025/2026 umfasst die Gruppe 57 Länder (alle 32 Nato-Mitglieder plus 25 Nicht-Nato-Länder) sowie die Europäische Union.
Allerdings gibt es keine einheitliche, offizielle, öffentliche Mitgliederliste: Die Teilnahme definiert sich durch die Vertretung an mindestens einer Sitzung.
(Sobald ein Land aufgenommen wurde, gilt es danach in der Regel als Teilnehmer). Und die Schweiz soll gemäss Vettovaglia dabei sein, auch wenn nur als „Beobachterin“?
Erstaunlicherweise wurde für diese Aussagen keine einzige Quelle genannt, was Vettovaglia in seinem Buch sonst immer macht.
Meine eigenen Recherchen waren erfolglos: Ich konnte keine öffentliche Quelle zu diesem Thema finden.
Sogar Rafael Lutz erwähnt die UDCG in seinem hervorragenden Buch „Das Nato-Netzwerk in der Schweiz“ nicht.
In solchen Fällen bleibt nur eines: bei der zuständigen Behörde nachfragen – beim VBS. Am 16. August 2026 habe ich also an das VBS folgende Anfrage geschickt:
Die eher lapidare Antwort vom VBS kam am 10. September und lautete:
Die „Tagesordnung der 36. Sitzung der Ukraine-Verteidigungskontaktgruppe (UDCG)“ begann mit den „Opening Remarks“ des deutschen Militärministers Pistorius, Nato-Generalsekretär Rutte und weiteren.
Die Aussagen von Vettovaglia wurden somit vom VBS quasi Wort für Wort bestätigt:
– Die Schweiz ist seit April 2023 bei der UDCG dabei, offiziell als Beobachterin.
– Die damalige VBS-Chefin und Nato-Aficionada Viola Amherd hatte die „Einladung“ der USA angenommen.
– Für das VBS ist das nicht einmal erwähnenswert.
Die Agenda der Sitzung vom 11. August 2026 ist zwar nichts Aussergewöhnliches, zeigt aber, dass die Schweiz über die Kriegsführung direkt informiert wird.
Auch wenn offiziell nur als Beobachterin:
Witziges Detail in der Antwort vom VBS: „Aus Gründen der Vertraulichkeit werden den Teilnehmenden keine Dokumente ausgehändigt, sodass keine weiteren Unterlagen vorliegen.“
Das VBS bestätigt die Teilnahme – und erklärt gleichzeitig, es gebe keine weiteren Unterlagen, weil den Teilnehmern aus Vertraulichkeitsgründen keine Dokumente ausgehändigt würden.
Eine Kontaktgruppe, die Artillerie, Panzer, Flugzeuge und Luftabwehr koordiniert, ohne Papier?
Wenn das wirklich stimmt, kann man auf diese Weise vermeiden, Anfragen wie meine im Detail beantworten zu müssen. Nach dem Motto: Es gibt nichts, wir haben nichts zu verbergen. Alles gut.
Nach der Ablehnung der Neutralitätsinitiative stellt sich umso mehr die Frage, welche Rolle die Schweiz künftig in der UDCG einnehmen will. Bleibt es beim Beobachterstatus, oder steigen wir um auf offizielle Kriegspartei?
Dieser Text erschien auch auf der Substack-Seite des Autors.






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neutral eben.
wie das burgenstock-meeting (ohne rus).
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Jesses, ein weiterer Hyperventilator, der sich selbst kolossal wichtig nimmt. Ich sehe die Schlagzeile vor mir, würde die Schweiz den Ukraine-Krieg ignorieren: Krieg vor „Haustür – Schweiz schläft“
Die Kläfferpopulation hier auf IP hat die 10 Milllionen längst überschritten.
Gobt’s keine Erwachsenen mehr?
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Schon vor dem Buch von Lutz war klar, dass das CH Establishment in die NATO will. Alle offenen und verdeckten Hebel werden bedient, um mit möglichst wenig Öffentlichkeit maximal weit in dieses aggressive Bündnis sich einzubinden. Und dies, während die Ukraine untergeht, und der Papiertiger NATO zeimlich machtlos die Katastrophe versucht mitzuverwalten, um maximal zu verbergen, dass alle Bemühungen der letzten fünf Jahre nur mehr Tote, mehr Hass und Vernichtung über die Ukraine und die Welt bringen. Die Ukraine wird auch mit Hilfe der NATO zugrunde gerichtet, und nicht gerettet…
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Ja, Boomer. Alles gut. Chill mal
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Durch den Blick über die US/NATO-Brille ist es schwer zu verstehen, daß Kriege nicht einfach filmreife Schlachten sind, sondern auch mit langwierigen Belagerungssituationen einhergehen. UND diese sind fürwahr nicht die Spezialität der US-Kriegsstrategen, die in der NATO den Ton angeben. Schade, daß das Wissen darum an einem kleinen Ort ist.
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Was unsere Gutmenschen-Politiker nie „politisieren“: in der Steuererklärung wie bei der Religions-Zugehörigkeit ein X setzen, wer nicht für das Ausland Steuern bezahlen will. In Politiker-Steuererklärungen ein 2-tes X zum Setzten: Diese Politiker zahlen für das Gutmenschentum im Ausland sowie für das Sozial- und Asylunwesen in der Schweiz.
Es ist wichtig überall drinn zu sitzen und direkte Infos zu haben.
Man muss aber deshalb nicht dem Club beitreten.
Beobachterstatus ist vorzuziehen. Das beinträchtigt die Neutralität nicht.
Was war nochmals das Problem?
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Am Ende der Verschwörungstheorien erwacht vielleicht auch die 70% Blase.
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…irgendwie erinner mich das an Russen trolle…
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Ein Bubentrickli zur Umgehung der Offenlegungspflicht amtlicher Dokumente ist (), die schriftlichen Unterlagen als „Handakten“ der Beteiligten zu bezeichnen. Die müssten allenfalls erst bei auf Stufe PUK oder im Rahmen einer strafrechtlichen Voruntersuchung herausgerückt werden.
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Das Volk hat JA gesagt zum Ende der Neutralität. Also kann das VBS sich der NATO anschliessen. Das gleiche Volk wird auch JA sagen zu der Mogelpackung der EU Verträge.
Man könnte genausogut die Schweiz auflösen und als Geschichte, es war einmal… verbuchen.
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Die Schweiz ist mitten in Europa. Von friedlichen Staaten umgeben. Keiner ist der Schweiz feindlich gesinnt. Würde die EU angegriffen, sind wir mittendrin. Was würden wir tun, wenn der Schweizer Luftraum von fremden Flugzeugen, Drohnen und Raketen überflogen würde? Sie abschiessen? Einfach Augen zu und rüberfliegen lassen? Hoffen, dass nichts runterfällt? Vor 80 Jahren hat das noch funktioniert, heute nicht mehr. Wir sind in einer anderen Zeit. Abseitsstehen, zuschauen und hoffen, dass wir verschont werden, ist illusorisch. Die NATO wär die beste, effektivste und günstigste Lösung.
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Die Schweiz ist mittlerweile soweit von Neutralität entfernt, wie der Hahn vom Eierlegen. Und genau darum wäre die Initiative richtig gewesen.
Aber auch der Schweizer lässt sich in den Russland-Krieg-Panik-Modus durch Medien und EU-höriger Politik versetzen und glaubt die ganzen kriegstreiberischen Spekulationen und Lügen.
Noch dazu vergessen auch schweizer Qualitätsmedien, dass es eine UN-Resolution zu Erpressungen, äh Sanktionen gibt, welche diese ausdrücklich verbieten, wenn der Bürger darunter leiden muss.
Trotzdem beteiligt sich die Schweiz an jedem EU-Blödsinn
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Google KI meint: „Das erklärte Ziel der Ukraine Defense Contact Group UDCG…Das langfristige Ziel ist es, die ukrainischen Streitkräfte so aufzustellen, dass sie auch zukünftig Aggressionen Russlands eigenständig abschrecken können…“
Das „langfristige Ziel“ der UDCG könnte wohl auch sein, dass die Waffenkonzerne in den nächsten Jahrzehnten mit dem Ukraine-Krieg gigantische Umsätze machen werden und das in Bundesbern noch nicht realisiert wurde.
Gunther Kropp, Basel