Ein fehlerhaftes Programm hat einmal mehr den Tagesbetrieb bei Skyguide massiv beeinträchtigt.
Normal? Dass Software-Programme Fehler enthalten, ist sicherlich normal.
Dass sie aber so leichtfertig in den produktiven Betrieb gelangen, war allenfalls vor 40 Jahren Alltag.
Heute sind Testsysteme, welche die produktive Umgebung zu 100 Prozent simulieren, Normalität.
Bziehungsweise, das müsste Realität sein.
Auch das rasche und unmittelbare Zurücksetzen des Betriebes auf den Zustand vor dem fehlerhaften Update gehört zu einem modernen IT-System.
In die gleiche Misere gehört der bei den Wahlen vom 8. März gebotene Schildbürgerstreich in Basel-Stadt beim E-Voting. Dort konnte ein Stick mit dem entscheidenden Passwort nicht gelesen werden.
Das endlose Gezerre um das digitale Patientendossier beim Gesundheitsamt ist ein Trauerspiel der vermeintlichen Vorzeige-Schweiz.
Dieses ist zwar auf ein politisches Hickhack zurückzuführen, aber die anhaltende Unfähigkeit unserer staatlichen Informatiker, sichere Systeme zu bauen, trägt dazu bei.
In Zeiten, in denen KI gerade unsere Welt neu erfindet, leuchtet nicht ein, warum das Land simple IT-Lösungen nicht sicher betreiben kann.
Bei Skyguide fehlten Know-how und Experten, es gab keine genauen Zuweisungen von Verantwortlichkeiten und keine klaren Prioritäten.
Wir basteln an Technologie-Problemen herum, die längst gelöst sein müssten, während im Hintergrund die Tech-Giganten schalten und walten können, wie sie wollen.
Und die Politik hat Angst hinzusehen, und weil sie ebenfalls kein Know-how hat, will sie sich nicht auf das Problem einlassen.
Statt dessen missbrauchen die Politiker IT-Probleme und KI-Zukunfts-Aussichten, um sich für oder gegen Regulierung in die Haare zu kriegen. Der Föderalismus tut sein Übriges.
Sicherheitsprobleme werden am liebsten outgesourct. Damit ist man die Verantwortung wieder los – und der nächste Skandal schon vorprogrammiert. Das gilt sowohl für Skyguide als auch den Bund.
Bei der Gesetzgebung hinkt die Schweiz gewaltig hinterher. Sie wartet mal ab, was andere so machen.
Dazu gehören insbesondere Gesetze über Missbrauch und Betrug, und generell das Betreiben von Plattformen, siehe die aktuellen Probleme mit Deepfake.
Bei Skyguide setzt das Management wohl eine Taskforce ein, die das Problem dann untersucht, danach gibts eine „Lesson-learned“-Veranstaltung mit den Beteiligten.
Management-Massnahmen, die man bei McKinsey gelernt hat. Die kosten viel, und man übersieht das Wesentliche.
Das ist nämlich wie beim Klimawandel: Um ihn zu verstehen und entsprechend reagieren zu können, braucht man in erster Linie Fachleute, die etwas von der Sache verstehen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Und in Mumbai rätseln sie, warum das von ihnen entwickelte Video-Spiel in der Schweiz nicht funktioniert.
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„Schweiz droht, im digitalen Mittelalter stecken zu bleiben“
😂👏
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Wieso wir haben doch Top Gun Aldo
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In Thailand wäre so ein Skandal undenbar.
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Da können wir ja noch etwas hoffen, dass die keines unserer (!) Probleme lösende und somit für uns (!) nutzlose E-ID bis zum geplanten Rollout noch umsteht oder danach wenigstens viele Zeit im Down-/Offline-Mode verbringt.
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Wir haben die teuersten IT-Leute und trotzdem können sie es nicht. Schwache Leistung.
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Switzerland is „poor“ (due to debt restrictions) and „no longer has the money“ for essential, high-quality investments 🤣 Switzerland’s debt-to-GDP ratio in 2025: 25.1%.
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Wartet das SIX Debakel ab, dass kommt. Bald chlöpfts richtig im Alpenland.
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@Toni Saller
Bitte veröffentlichen Sie meinen Kommentar/meine Analyse🙏
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Vor 40 Jahren waren für das Testen der Anwendungen Menschen verantwortlich. Eine Abteilung schrieb die Anwendung, eine andere Abteilung testete sie. 4 Augen Prinzip.
Seit einigen Jahren wurden die Menschen beim Testen der Anwendungen wegrationalisiert, die Qualität der Anwendungen hat rapide abgenommen.
Nun übernehmen die Wahrscheinlichkeitsrechner (von manchen „K.I.“ genannt) die Aufgabe der Anwendungsentwicklung. Damit nimmt die Qualität der Anwendungen weiter ab.
Es ist nicht schlimm schlechte Software anzuwenden, sagen die Kunden, denn es ist billig.
You get what you paid for.
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Das hat mit IT nur am Rande etwas zu tun — und zugleich ist IT der Kernpunkt, weil mittlerweile alle davon abhängig sind. Es ist hybride Kriegsführung: Einem Land, einem Wirtschaftsraum, einem Kontinent oder sogar einem ganzen Block die IT mit sehr günstigen Angriffen derart teuer zu machen, dass er an seiner eigenen Hochpreisigkeit erstickt. Mir ist schleierhaft, warum unsere journalistische Intellektualität noch nicht zu diesem Schluss gekommen ist. Passend landet jetzt ein Stimmzettel im Briefkasten, um dieser Hochpreisigkeit wieder etwas Einhalt zu gebieten.