Die Basellandschaftliche Kantonalbank (BLKB) räumt auf. Nach fast 200 Millionen, die sie mit ihrer „Nachhaltigkeits“-Tochter Radicant versenkt hat.
Heute gibt die BLKB den Abgang der letzten, zentralen Figur bekannt, die noch an Bord war: Finanzchef Luca Pertoldi.
Pertoldi sass als Herr der Zahlen in der Geschäftsleitung der BLKB und als solcher auch im Verwaltungsrat der Radicant. In den dortigen Sitzungen im Zürcher Seefeld galt er als starker Mann.
Jetzt gibt er ab. Schon per Ende Juni, das ist in fünf Tagen, tritt er aus der GL zurück – sein Stellvertreter übernehme „interimistisch“, meldet die BLKB per Communiqué.

Pertoldi darf aber weiter kassieren. Er werde „interner Berater“, kümmere sich um „Profitabilität und Ertragssteigerung“ der Baselland-KB.
Auch bleibt Pertoldi im VR der Radicant sitzen. Die wird abgewrackt.
Insgesamt ein pflegeleichter, gesichtswahrender Abgang jenes Manns, der entscheidend zu einem der grössten Debakel einer Kantonalbank der jüngerer Zeit massgeblich beigetragen hat.
Pertoldi hätte die Bücher der Numarics prüfen müssen. Es handelt sich um jenes Zürcher Fintech, das in Pristina im Kosovo in einem Excel-Sweatshop modernes Fintech vortäuschte.
Von den Tausenden von Treuhandkunden waren nur ein paar Hundert echt. Pertoldi merkte nichts. Er riet seinen Chefs zum Kauf der Numarics – was dann die ganze Radicant versenkte.
Deren Verluste schossen wie eine SpaceX-Rakete durch die Decke. Vor einem Jahr zog die Regierung die Notbremse.
Präsident der BLKB weg, CEO der BLKB weg, Radicant abwickeln – take the loss and run. Warum Pertoldi, eine der matchentscheidenden Figuren, immer weiter kassieren darf, wissen die Götter.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Sich noch schnell aus der Schusslinie schaffen vor dem endgültigen Zerfall. Kurz abseilen. Vom Schiff runter wie Capitano Schettino.
Als ob das noch etwas helfen würde.
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Wurde auch Zeit! Eine weitere Fehlrekrutierung aus der Ära Häfelfinger.
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Jetzt noch die zwei anderen unfähigen schicken und dann ist gut.
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Dass die BLKB nach dem Radicant-Debakel personell aufräumt, ist überfällig – ein CFO, der das Numarics-Konstrukt in Pristina nicht durchschaute, gehört nicht in eine Schlüsselrolle.
Nur: Statt Trennung wird Pertoldi zum „internen Berater” für „Ertragssteigerung” umetikettiert und bleibt im VR der Tochter, die man abwickelt. Das ist Gesichtswahrung, nicht Konsequenz.
Beruhigend immerhin: Für „Ertragssteigerung” bringt er nach 250 Millionen Verlust reichlich Anschauungsmaterial mit.
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Luca Pertoldi ist als Finanzchef selber zurück getreten. Das zeigt
was die BLKB für eine lumpig geführte Kantonalbank ist. Der Typ kassiert weiter ab, als wäre nichts gewesen.
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Und bei radicant werden immer noch die Löhne gezahlt obwohl schon längst abgewickelt.
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Spannend, dass Menschen in Führungspositionen bei der BLKB einen „gesichtswahrenden“ Abgang erhalten. Dies ist unverständlich! Erst Recht, wenn man die ganze Dimension betrachtet. Am Schluss des Tages hat Luca Pertoldi aber die Chance erhalten als GL-Mitglied einer Bank das Zepter zu schwingen und dort müsste man ebenfalls ansetzen. Wer wollte Pertoldi auf diesem Posten „sehen“? Hat niemand aus dem Bankrat die Misstände sehen kommen? Dies würde dann nicht unbedingt für die notwendige Kompetenz einer solchen Rolle sprechen. Kohle ja – Qualität nein. Auch ein Geschäftsmodell 😉
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In defense of USA
Unerwünschte oder nichtmehrbenötigte MA, aus welchen Gründen auch immer, kann man auf 2 Arten „entsorgen“:
-amerikanisch d.h. leichthändig und optimistisch eine Kartonschachtel in die Hand drücken und ein Good Luck mit auf den Weg geben
-schweizerisch: d.h. schuldfühlend und pessimistisch Verbleichen lassen, bis Klebrigkeit nicht mehr wirkt.
Aus psychologischer Sicht ist Tabula Rasa für alle Beteiligten die beste Lösung.