Pierin Vincenz, 70, locker, gebräunt, zieht die Journalisten am Zürcher Obergericht in seinen Bann, als wäre nichts geschehen.
Eine Aura, never heard of.
Vor dem Obergericht hatte der einstige Raiffeisen-König heute Vormittag seinen grossen Auftritt im laufenden Zweitrunden-Prozess.
Wer sich einen Knaller nach dem gestrigen langweiligen Auftakt erhoffte, wurde nicht enttäuscht.
„Raiffeisen führt einen Prozess gegen mich, um mich fertigzumachen“, sagte Vincenz. Die ganze Abwehrschlacht, die er gegen die Staatsanwaltschaft für Wirtschaftsdelikte führen müsse, koste ihn „über 50 Millionen Franken“.
Hoppla. Ausgerechnet Vincenz, der die Raiffeisen in ihre grösste Krise der letzten Jahrzehnte geführt hatte, gibt seiner Ex-Arbeitgeberin die Schuld an seiner Misere.
How come?
Die Raiffeisen liess Vincenz alles durchgehen: die Spesen fürs Redlight, die Flüge im Privatjet, die Reisen mit seinen Töchtern.
Er habe in Downunder Filialen besichtigt, und ein Date via Tinder habe zur Weiterbildung gedient – Personalsuche über Soziale Medien sei damals für alle Führungsleute ein Thema gewesen.
Dies die heutigen Ausführungen des einstigen Big Bankers.
Vincenz’ Vorgesetzter, der HSG-Professor Johannes Rüegg-Stürm, war dem Bündner nicht gewachsen. Der brave Johannes spürte wohl, dass nicht alles koscher war.
Doch im Infight gegen Vincenz war Rüegg-Stürm chancenlos.
Gleich wie der ganze Rest der damaligen Führungstruppe der Raiffeisen Schweiz AG, das ist die zentrale Tochter aller Raiffeisenbanken im Land.
Dort liegen IT, Gruppen-Revision, Rechtsabteilung, Compliance, Treasury, Devisenhandel und so weiter.
Ungekrönter Herrscher in St.Gallen, dem Sitz der Raiffeisen Schweiz: Pierin der Erste.
Oder Zweite: Sein Vater war einst Präsident der Raiffeisen-Gruppe.
Bevor Filius Vincenz den Sprung aus einer Zuger Finanz-„Klitsche“ direkt in die Geschäftsleitung in St.Gallen schaffte, hatte ein Freiburger Ständerat vom Senior die Oberleitung übernommen.
Der kürte dann den Sohn seines Vorgängers. Gian Clau Vincenz, so der Name des Vaters.
Der hatte auch seinen „Fall“, war mit einer Bündner Weinhandlung in Betrugsverdacht geraten, musste seinen Ständeratssitz hergeben.
Pierin Vincenz‘ Aufstieg tat dies keinen Abbruch. Er baute sich bei der Raiffeisen schnell eine Mannschaft zusammen, die ihm jeden Wunsch erfüllte.
Allen voran: Patrik Gisel. Die ewige Nummer 2. Gisel hatte nur einen Wunsch – irgendwann von Vincenz das CEO-Steuer der Raiffeisen zu übernehmen.
Als vor 10 Jahren in diesem Blog erstmals heikle Vorab-Geschäfte von Vincenz und Buddy Beat Stocker ans Tageslicht kamen, machte Gisel … nichts.
Null. Nada.
Der Zürcher erwies sich als absolut treuer Vasall des grossen Bündners. Die aufgedeckten Deals sorgten zwar hinter den Kulissen für helle Aufregung.
Doch Gisel, der im Herbst 2015 von Vincenz den Raiffeisen-Chefposten übernommen hatte, hielt still.
Auch Roland Schaub, der hohe Generalsekretär und Rechtschef der Raiffeisen, half mit, dass dem alten Übervater nichts passierte.
Als im Sommer 2016 endgültig klar war, dass etwas nicht stimmte, stellte die Aduno-Chefetage drängende Fragen. Es war dann Schaub, der Vincenz zu Hilfe eilte.
Gleich wie Gisel erwies sich auch der Jurist als verlässliche Kraft. Er führte den Vize-Präsidenten der Zürcher Karten- und Kredit-Gemeinschaftsfirma, wo Vincenz-Freund Stocker lange den Tarif durchgeben konnte, in einen abgeschotteten Raum in der Raiffeisenzentrale St.Gallen.
Im Dunkel durfte der Aduno-Gesandte drei Gutachten studieren, die Vincenz für den Fall der Fälle, dass Fragen zu seinen heiklen Beteiligungen ohne Offenlegung gegenüber Raiffeisen und Aduno auftauchten, erstellen liess.
Fotografieren und Kopieren verboten, lautete die Vorgabe. Der Aduno-Mann zottelte zurück ins Karten-Unternehmen, wo er dem VR – mit Vincenz als damaligem Präsidenten – rapportierte:
Alles gut, Professor Forstmoser und Co. haben die Transaktionen für i.O. befunden.
Der Gleiche, der entwarnte, bekam Ende 2017 kalte Füsse. Es handelt sich um Pascal Niquille, bei der Zuger Kantonalbank an die Spitze aufgestiegen, jetzt Nachfolger von Vincenz als Aduno-Präsident.
Niquille hatte kurz davor von den Finma-Enforcements gegen Vincenz und Raiffeisen erfahren. Was soll ich nur machen, fragte er jetzt seine Entourage bange.
Strafanzeige erstatten, subito.
Erst da wars vorbei mit Vincenz’ Glück. Die Raiffeisen und die Aduno hatten ihren Ex-Boss lange in Ruhe gelassen – mehr als ein Jahr lang.
Dass sich Vincenz heute gegen die Raiffeisen stellt und ihr vorwirft, die Bank habe sich auf die Fahnen geschrieben, ihn „fertigzumachen“, ist die bisher grösste Pointe in jener Saga, welche die Schweiz auch ein Jahrzehnt nach Ausbruch in Atem hält.
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will der Arme nun auf die Tränendrüsen drücken um eine mildere Strafe zu bekommen? Oh sie wollen mich fertig machen die Bösen. Na so was.
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Du kommst gebräunt ins Gericht, mit dieser typischen HSG‑Aura: „Ich erkläre euch jetzt, warum ich eigentlich das Opfer bin.“Das Problem:
Diesmal sitzt nicht ein HSG‑Professor vor dir, sondern ein Gericht.
Die kaufen dir die PowerPoint‑Psychologie nicht ab.
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Nun, mich würden die Reaktionen seiner „alten“ Raiffeisen Kumpels interessieren! Was für Noten würden sie dem P.V. heute geben?
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Wäre auch angebracht würde einer der Geschädigten diesen Typen fertig machen im Sinn von „es reicht der Bevölkerung schon lange mit dieser Selbstoptimierungs-Elite in der Geldindustrie“.
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Raiffeisen hat dich nicht fertiggemacht.
Sie hat bloss aufgehört, deine HSG‑Legende zu spielen.Und ohne Legende bleibt nur die Realität:Ein Ex‑CEO, der jahrelang gedeckt wurde und jetzt überrascht ist, dass die Welt ausserhalb der HSG nicht nach seinem Skript funktioniert.
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Schuld sind immer die anderen. Insbesondere die, die so etwas zulassen oder sogar noch begünstigen. Dumm sind nur die, die Gelegenheiten nicht nützen. Von beiden gibt es sehr viele.
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Moralapostel und Spiessbürger Hässig hat gesprochen und ist empört – so what?
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Nimm deine Medikamente und gut ist!
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@ Antonio: Kannst dich ja seiner Tinder – Guru Selbsthilfe Gruppe anschliessen..😂
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Pierin Vincenz ist kein Opfer.
Er ist das Resultat einer Führung, die ihm jahrelang jeden Wunsch erfüllt hat vom Rotlicht bis zum Privatjet.Und jetzt, wo die Realität ihn zum ersten Mal ohne Spesenkarte erwischt, nennt er das „Fertigmachen“.Das ist Narzissmus auf Bankniveau.
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„Unsere hohen Saläre sind gerechtfertigt, denn wir tragen viel Verantwortung und sind hohen Risiken ausgesetzt!“, sagen die Manager andauernd.
Geht es dann darum tatsächlich Verantwortung zu übernehmen, versucht man sich mit lächerlichen Aussagen wie“ „Ich habe Tinder zur Fortbildung im Bereich Social-Media genutzt!“, zu drücken.
Fremdschähmlevel 1000!
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Vincenz ist der Typ Narzisst, der im Rotlicht auf Spesen Champagner bestellt und danach behauptet, es sei „Leadership‑Coaching“ gewesen. Und wenn die Bank irgendwann merkt, dass sein „Management‑Stil“ eher ein Escort‑Kalender war, spielt er die verfolgte Unschuld.Das ist nicht Tragödie – das ist Kabarett.
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..so der Sohn.
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ich nöd, er au.
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Letzter Akt im Raiffeisen – Skandal ?
Vincenz‘s neue Verballhornungen vor Gericht, passen 1:1 zum Verteidiger.
Das ‚Fleisch am Knochen‘ ist an der Bündner Sonne nach der grimmigen Hitze ungeniessbar geworden. Bündner Fleisch 😂.
Die ‚Injektionen’ in den 4 Operations- Sälen von damals sind ein Faktum welche nie und nimmer als ungeschehen bestritten werden können.
Ein Weiterzug ans Bundesgericht würde zur Lach-Nummer, mit internationaler Ausstrahlung.
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Der wird Freigesprochen und kriegt noch eine Entschädigung für die erlittenen Umtriebe.
Wetten?
Was für eine jämmerliche Figur…..
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Der chinesische Philosoph Laozi meinte: „Die Kontrolle über andere zu haben ist Stärke, aber sich selbst beherrschen zu können, ist die wahre Macht.“
Könnte wohl sein: hätte Pierin Vincenz die Weisheiten von Laozi angewandt, dann wäre ihm die Aussage erspart geblieben: „Raiffeisen will mich fertig machen“ Wer keine Selbstdisziplin hat, der könnte zur Jammer-Figur werden.
Gunther Kropp, Basel
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Was für eine Schande.
Versucht sich hier, ein Waschlappen
selbst rein zu waschen?
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AHV 2’200 Franken und Ergänzungsleistungen aber einen Strafverteidiger im 600‑Franken‑Stundentarif. Das ist die Art Mathematik, die nur in Köpfen funktioniert, in denen die eigene Wichtigkeit grösser ist als jede Bilanz. Ergänzungsleistungen zahlen Miete, Krankenkasse und Zahnarzt aber sicher keinen Lorenz Erni, der pro Sitzung mehr kostet als eine Monatsrente. Wenn jemand trotzdem Erni engagiert, dann nicht wegen der AHV, sondern wegen Geld, das irgendwoher kommt nur nicht aus dem Existenzminimum.
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Du hast es erkannt: Das Narrativ „Ich bin arm, aber ich habe den teuersten Strafverteidiger der Stadt“ ist kein Schicksal es ist eine Inszenierung. Und du bist der Einzige, der nicht darauf reinfällt.
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Jöö, und jetzt auch noch Asche aufs Haupt streuen und das Unschuldslamm mimen. Unglaublich, Was so alles versucht wird um nicht im Knast sühnen zu müssen.
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Wäre dieser Vincenz ein Mann von Ehre täte sich diese Angelegenheit in ein paar kurzen Sätze erledigen: Sorry, ich habe einen Fehler gemacht und übernehme die vollen Verantwortung dafür! Aber davon scheint dieser Ex-Banker Lichtjahre entfernt zu sein!
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Trägt die Hyatt Geschichte auch zur Aura bei?