Montag, 26. Oktober 2026
Ballistische Raketen treffen Kiew, laut Militärverwaltung gibt es zehn Verletzte und einen Toten. Laut Selenskyj treffen sie das Gelände einer Universität, den Kyoto-Park und Wohnhäuser. In Tscherniwzi (UA) beschädigt eine Drohne eine Energieanlage.
Die Ukraine greift Woronesch (RU) mit Drohnen und Raketen an. Laut RIA Nowosti steigt die Zahl auf drei Tote und 39 Verletzte. Eine UNO-Untersuchungskommission stuft Russlands Angriffe auf die Energieversorgung als Kriegsverbrechen ein.
Kremlsprecher Peskow sagt, die Dreiergespräche bedeuteten keine Einschränkung der Kämpfe. Zugleich wirft das russische Verteidigungsministerium der Ukraine vor, Oleschky (UA, russisch besetzt) vor der Waffenruhe wiederholt zu beschiessen. Das sind Angaben der russischen Seite.
Die Rada verlängert Kriegsrecht und Mobilmachung um 90 Tage. Premier Koretskyj will bis 1. Dezember ein Mobilisierungsmodell mit Unternehmen, ohne Suche auf der Strasse. Laut TASS und RIA Nowosti senkt das Kabinett die Freistellung in Rüstung und Energie auf 95 Prozent.
Kiew will laut Ukrainska Pravda die Verhandlungen in Abu Dhabi vorziehen und einen EU-Vertreter einbinden. Selenskyj sagt, die Ukraine warte seit fast einem Monat auf Hegseths Freigabe von Patriot- und NASAMS-Raketen. Selenskyj erwartet das Dreiertreffen mit den USA und Russland schon Anfang November.
Russland greift die Ukraine mit 140 Drohnen und vier Raketen an. Im Gebiet Belgorod fällt laut Sewerstal nach einem Drohnenangriff im Eisenerzwerk Jakowlewski teilweise der Strom aus. In Charkiw sterben bei russischen Schlägen auf den Bezirk Novobavarskyj zwei Menschen.
Laut Selenskyj läuft Starlink wieder schnell. Nach dem Krieg will Selenskyj eine Armee von 800'000 Mann halten, falls die Finanzierung steht.
Der EU-Rat mobilisiert 4,9 Milliarden Euro aus der Friedensfazilität.
Kurz gemeldet: Przemyśl (PL) setzt die Zusammenarbeit mit Lwiw (UA) aus. Selenskyj begrüsst den Wahlsieg der Studentenliste in Serbien.
Meldungen
Melania Trumps Berater: First Lady will nach der Oleschky-Operation weitermachen
Melania Trump will nach der humanitären Operation in Oleschky (UA, russisch besetzt) weitermachen. Das sagt ihr Berater Mark Beckman im Interview mit Ukrinform. Ihre Aufmerksamkeit gilt laut Beckman zurzeit Oleschky, wo die Lage nach ihrer Einschätzung katastrophal werde. Er rechnet nach dem 29. Oktober mit fünf bis sieben Tagen für die Umsetzung der Pläne. Danach wolle sie weitermachen, falls Selenskyj und Putin sie wieder empfangen. Laut Beckman halfen frühere Operationen 34 Kindern, zu ihren Familien zurückzukehren. Beide Staatschefs hätten ihr schriftlich erlaubt, zu vermitteln.
Ukrainisches Kabinett senkt laut TASS und RIA die Freistellung vom Wehrdienst auf 95 Prozent
Das ukrainische Kabinett veröffentlicht ein Dokument zu strengeren Regeln für die Freistellung von der Mobilmachung. Das melden TASS und RIA Nowosti. In kritisch wichtigen Unternehmen der Rüstungs- und Energiebranche dürfen höchstens 95 Prozent der Wehrpflichtigen freigestellt werden. Bisher waren es 100 Prozent. Laut RIA Nowosti soll das Kabinett die Kriterien für den Status eines kritisch wichtigen Unternehmens innerhalb von zehn Tagen überprüfen. Zuvor hatte Premier Koretskyj die Abschaffung der vollständigen Freistellung angekündigt. Das sind Angaben der russischen Seite.
Ballistische Raketen treffen Kiew, laut Militärverwaltung zehn Verletzte und ein Toter
Die ukrainische Luftwaffe meldet am Montagabend ballistische Raketen aus der Region Tschernihiw auf Kiew (UA). Laut Präsident Selenskyj treffen russische Raketen das Gelände einer Universität, den Kyoto-Park, ein Gebiet nahe einer U-Bahn-Station und Wohnhäuser. Menschen könnten unter Trümmern liegen. In der Nähe gebe es keine militärische Anlage. Laut Kyiv Post trifft es die Staatliche Universität für Handel und Wirtschaft im Bezirk Desnjanskyj. Studentenwohnheime, Wohnhäuser und medizinische Einrichtungen werden beschädigt. Laut Kyiv Post gibt es mindestens einen Toten und zehn Verletzte, die meisten Studierende. Laut Bürgermeister Klitschko sind neun Verletzte im Spital, drei davon in ernstem Zustand. Laut Militärverwaltung gibt es zehn Verletzte und einen Toten. Laut Klitschko werden zudem zwei Sanitäter verletzt.
Tscherniwzi (UA): Russische Drohne beschädigt Energieanlage, Teile der Stadt ohne Strom
Eine russische Drohne beschädigt am Montag eine Energieanlage im Gebiet Tscherniwzi (UA). Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf Bürgermeister Roman Klitschuk. Teile der Stadt Tscherniwzi sind ohne Strom. Klitschuk sagt, die Behörden prüften das Ausmass der Schäden.
Selenskyj setzt Beschluss zur Rundumverteidigung der Städte in Kraft
Der ukrainische Präsident Selenskyj setzt einen Beschluss des Rats für nationale Sicherheit und Verteidigung in Kraft. Er betrifft den Ausbau von Pionierhindernissen für eine Rundumverteidigung der Städte. Das berichtet RIA Nowosti unter Berufung auf den Erlass auf der Website des Präsidialamts. Der Erlass nennt laut RIA Nowosti weder einzelne Städte noch Fristen. Das sind Angaben der russischen Seite.
Ukraine und Moldau unterzeichnen laut Verteidigungsministerium ein Abkommen zur Militärkooperation
Die Ukraine und Moldau unterzeichnen ein fünfjähriges Abkommen zur militärisch-technischen Zusammenarbeit. Das teilt das ukrainische Verteidigungsministerium auf X mit. Die Verteidigungsminister Jewhenij Chmara und Anatolie Nosatîi unterschreiben in Anwesenheit beider Ministerpräsidenten. Das Abkommen umfasst Instandsetzung und Modernisierung von Ausrüstung, Cyberabwehr, Luftraumschutz, Ausbildung und gemeinsame Forschung. Die Ukraine berät Moldau laut Chmara bereits beim Aufbau der Luftverteidigung. Laut der Mitteilung berührt das Abkommen die verfassungsmässige Neutralität Moldaus nicht. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
Selenskyj begrüsst den Wahlsieg der Studentenliste in Serbien
Präsident Selenskyj begrüsst den Wahlsieg der Studentenliste in Serbien. Das berichtet Euromaidan Press. Er schreibt auf X, in Serbien habe eine neue Seite begonnen. Die Ukraine sei bereit, die Zusammenarbeit auszubauen. Laut Euromaidan Press hielt die serbische Regierung 14 Jahre lang Nähe zu Moskau. Belgrad schloss sich den EU-Sanktionen gegen Russland nie an. Laut Reuters, zitiert von Euromaidan Press, plant die Studentenliste weder eine Angleichung an die EU noch Sanktionen gegen Russland.
Rada führt offene Auswahlverfahren im Staatsdienst wieder ein und gibt Veteranen Vorrang
Die Rada verabschiedet am Montag ein Gesetz zum Staatsdienst. Es führt offene Auswahlverfahren für Stellen im Staatsdienst und in der Kommunalverwaltung wieder ein. Das berichtet Kyiv Independent. Das Gesetz erfüllt Verpflichtungen aus der Ukraine Facility, einem EU-Hilfsprogramm. Laut Ministerpräsident Serhij Koretskyj schaltet es 137 Millionen Euro frei. Die offenen Verfahren sollen schrittweise zurückkehren. Veteranen erhalten bei Stellen im Staatsdienst Vorrang.
Ukrainer fliegt mit einem Motorschirm nach Moldau und beantragt Asyl
Ein ukrainischer Staatsbürger überquert am Montag mit einem Motorschirm illegal die Grenze von der Ukraine nach Moldau. Dort beantragt er Asyl. Das berichtet Digi24 unter Berufung auf News.ro und die moldauische Presse. Die ukrainischen Grenzbehörden informieren die moldauischen Kollegen über eine Person im Flug. Sie fliegt von Tscherniwzi (UA) in Richtung Larga (MD). Die moldauische Grenzpolizei findet ihn rund 2000 Meter hinter der Grenze. Das moldauische Verteidigungsministerium meldet das Fluggerät um 13.13 Uhr, es wird um 13.32 Uhr bei Larga geortet. Die Grenzpolizei ermittelt weiter. Im Gebiet Odessa nehmen ukrainische Grenzer zwei Männer im wehrfähigen Alter fest. Sie wollten in Tarnanzügen über Transnistrien nach Moldau.
Przemyśl (PL) setzt die Zusammenarbeit mit Lwiw wegen des UPA-Jahres aus
Der Stadtrat von Przemyśl (PL) beschliesst am Montag, die Zusammenarbeit mit Lwiw (UA) auszusetzen. Das berichten Ukrainska Pravda und Kyiv Independent. 21 Stadträte stimmen dafür, niemand dagegen. Anlass ist der Beschluss des Gebietsrats Lwiw vom 20. Oktober, 2027 zum Jahr der UPA zu erklären. Die UPA, die Ukrainische Aufständische Armee, war eine nationalistische Untergrundorganisation. Laut den Stadträten beleidigt der Beschluss das Andenken polnischer Opfer. Der Bürgermeister soll die Partnerschaft von 1995 rechtlich beenden. Sie kann wieder aufleben, wenn der Gebietsrat den Beschluss aufhebt. Laut Kyiv Independent stimmt auch die Regionalversammlung Lublin dafür, die Beziehungen zu Lwiw zu beenden.
Niederländisches Aussenministerium erhält russische Protestnote wegen Äusserungen der Verteidigungsministerin
Das niederländische Aussenministerium bestätigt der Agentur Ukrinform, eine diplomatische Note aus Russland erhalten zu haben. Anlass sind Äusserungen von Verteidigungsministerin Dilan Yeşilgöz-Zegerius. Sie hatte gesagt, Russland sei nicht mehr nur ein Aggressor, sondern ein Feind. Aussenminister Tom Berendsen sagt im Parlament, die Aussage zeige keine Änderung der Politik gegenüber Russland. Die Niederlande seien nicht im Krieg mit Russland. Sie sähen aber zunehmend feindseliges Verhalten Russlands. Die Niederlande wollten ihre Sicherheit und Widerstandsfähigkeit stärken und die Ukraine weiter unterstützen.
Charkiw (UA): Zwei Tote und vier Verletzte bei russischen Schlägen auf den Bezirk Novobavarskyj
Bei russischen Angriffen auf den Bezirk Novobavarskyj in Charkiw (UA) sterben am 26. Oktober zwei Menschen. Vier werden verletzt. Das sagt Bürgermeister Ihor Terechow, berichtet Ukrainska Pravda. Wohnhäuser, Häuser und Autos werden beschädigt. Gebietschef Oleh Synjehubow meldet zudem eine verletzte 17-Jährige. Die Art der eingesetzten Waffe nennen die Behörden nicht.
Ukrainische Drohnen treffen laut Generalstab das Kautschukwerk Tolyattikauchuk bei Samara
Ukrainische Drohnen beschädigen am 24. Oktober das Petrochemiewerk Tolyattikauchuk im Gebiet Samara. Das sagt der ukrainische Generalstab am 26. Oktober, berichtet Euromaidan Press. Getroffen werden laut dem Generalstab eine Prozessleitung, zwei Butylkautschuk-Anlagen und eine Destillationsanlage. Der Schaden treffe die Produktion von Festtreibstoff für taktische und ballistische Raketen. Es ist laut Euromaidan Press das dritte Mal in diesem Jahr, dass Schläge die Butylkautschuk-Werkstätten erreichen. Russische Amtsträger nennen das Werk nicht. Der Bürgermeister von Toljatti spricht laut Expert von beschädigten Industrieanlagen. Er sagt nach vorläufigen Angaben, es gebe keine Toten oder Verletzten. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
Nach Drohnenangriff fällt im Eisenerzwerk Jakowlewski in Belgorod teilweise der Strom aus
Das Eisenerzwerk Jakowlewski des Konzerns Sewerstal im Gebiet Belgorod (RU) ist nach einer Drohnenattacke am 26. Oktober teilweise ohne Strom. Das meldet Interfax unter Berufung auf Sewerstal. Der Angriff hat laut dem Konzern die Umspannstation ausser Betrieb gesetzt, die den Betrieb versorgt. Es gibt keine Verletzten. Die Bergleute werden an die Oberfläche gebracht. Die Einsatzdienste arbeiten vor Ort. Später meldet Sewerstal laut Interfax, die Stromversorgung sei wiederhergestellt und der Betrieb laufe wieder normal. Das sind Angaben des russischen Konzerns.
Selenskyj erwartet das Dreiertreffen mit USA und Russland schon Anfang November
Selenskyj trifft den Parlamentspräsidenten Litauens, Juozas Olekas. Das schreibt er auf X. Besprochen werden die europäische Integration und die Prioritäten der litauischen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2027. Die verbleibenden zwei Verhandlungscluster für die Ukraine sollen bis Ende Jahr eröffnet werden. Während der litauischen Ratspräsidentschaft möchte Kiew bereits Verhandlungskapitel schliessen. Selenskyj informiert Olekas über die Treffen in Oslo und den Stand der Verhandlungen. Er erwartet das Dreiertreffen der amerikanischen, ukrainischen und russischen Teams schon Anfang November. Das sind Angaben von Selenskyj.
EU-Rat mobilisiert 4,9 Milliarden Euro aus der Friedensfazilität für die Ukraine
Der Rat der EU beschliesst am Montag Entscheide, mit denen Mittel aus der Europäischen Friedensfazilität für die Ukraine freigegeben werden. Das teilt der Rat mit. Sie sollen die teilweise Rückerstattung bereits gelieferter Militärhilfe ermöglichen. Zudem finanzieren sie zusätzlich die Militärmission der EU zur Unterstützung der Ukraine. Der Rat nennt eine Summe von 4,9 Milliarden Euro. Weitere Einzelheiten zur Aufteilung gehen aus dem Anfang der Mitteilung nicht hervor.
Saporischschja (UA): Russischer Angriff auf eine Tankstelle verletzt zwei Menschen
Russland greift am 26. Oktober eine Tankstelle in Saporischschja (UA) an. Eine 46-jährige Frau und ein 41-jähriger Mann werden verletzt. Das sagt der amtierende Leiter der Gebietsverwaltung Saporischschja, Mychajlo Semikin. Das berichtet Ukrainska Pravda. Weitere Angaben zu den Folgen macht Semikin in der Mitteilung nicht.
Ukraine tritt der Sicherheitspartnerschaft der NATO-Beschaffungsagentur NSPA bei
Die Ukraine tritt laut ihrem Aussenministerium der Security Cooperation Support Partnership der NATO-Beschaffungsagentur NSPA bei. Das schreibt das Ministerium auf X. Ukrainische Firmen können damit an NATO-Aufträgen teilnehmen. Die Verbündeten stimmten im April 2026 zu. Die NSPA kann nun Vertragsanfragen an ukrainische Firmen richten und Verträge mit ihnen abschliessen. Die 2025 gegründete Partnerschaft umfasst Belgien, Luxemburg, Norwegen, Schweden, Grossbritannien und das NATO-Hauptquartier. Laut dem Ministerium haben die NATO-Verbündeten seit Beginn des Krieges 99 Prozent der Militärhilfe geleistet. Die NSPA hat rund 400 Millionen Euro für Hilfsgüter mobilisiert. Das sind Angaben des ukrainischen Aussenministeriums.
Italiens Aussenminister Tajani sagt, ein neues Militärpaket für die Ukraine sei bereit
Italiens Aussenminister Antonio Tajani sagt am Montag, ein neues Militärpaket für die Ukraine sei bereit. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf ANSA. Tajani kündigt an, es so schnell wie möglich nach Kiew zu schicken. Er äussert sich auf einem Parteitreffen der Forza Italia. Zuvor hatte Vizeregierungschef Matteo Salvini erklärt, er wolle die wirtschaftliche und militärische Hilfe für die Ukraine beenden. Salvini wurde als Chef der Lega wiedergewählt. Tajani sagt, Italien stehe an der Seite der Ukraine und werde sie so lange wie nötig unterstützen.
Moskau sieht keine Aussicht auf eine Wiederbelebung des Getreideabkommens
Der russische Diplomat Alexander Alimow sagt laut Interfax, Moskau sehe derzeit keine Aussicht, das Getreideabkommen für das Schwarze Meer wiederzubeleben. Das berichtet die Moscow Times. Alimow ist stellvertretender Abteilungsleiter im russischen Aussenministerium. Russland sei im Dialog mit allen Ländern, auch mit der Türkei, und prüfe Vorschläge zur Schifffahrt im Schwarzen Meer. Das Abkommen von 2022 ermöglichte den Transport von fast 33 Millionen Tonnen ukrainischer Agrarexporte. Russland stieg im Sommer 2023 aus. Seit diesem Sommer greifen Russland und die Ukraine verstärkt Handelsschiffe und Hafenanlagen im Schwarzen Meer an. Die Türkei versucht seit Monaten, ein Abkommen zur Sicherheit der Seefahrt auszuhandeln.
Russland wirbt laut Bloomberg verstärkt Kämpfer in afrikanischen Ländern an
Russland verstärkt laut einem ukrainischen Geheimdienstpapier die Anwerbung von Kämpfern in Afrika. Das berichtet IPN unter Berufung auf Bloomberg. Von Januar bis September wirbt Russland laut dem Papier 699 Männer aus Burundi an. 2025 waren es 30. Aus Simbabwe sind es 530, nach 65 im Vorjahr. Moskau habe sich diesen Ländern zugewandt, nachdem Kenia und Südafrika Männer von der Ausreise abhalten wollten. Kenia und Ghana forderten Moskau auf, die Anwerbung zu beenden. Laut Beamten in Nairobi sind mindestens tausend Kenianer rekrutiert worden. Starke Zunahmen nennt das Papier auch für den Kongo, Sierra Leone, den Sudan und Kamerun. Es sagt nicht ausdrücklich, dass die Angeworbenen an die Front kommen. Russland räumt die Anwerbung ausländischer Kämpfer öffentlich nie ein.
US-Demokraten verlangen von Banken und Häfen Unterlagen zum russischen Diesel
Führende Demokraten bereiten laut Axios Ermittlungen zu Präsident Trumps Dieselgeschäft mit Moskau vor. Das berichtet Meduza. Eine Gruppe von Senatoren und Abgeordneten schreibt an JPMorgan, Bank of America, Citi, Wells Fargo, Goldman Sachs und Morgan Stanley. Gleiche Briefe gehen an die Hafenbehörden von Houston, Beaumont, Corpus Christi sowie New York und New Jersey. Sie sollen alle Unterlagen zu möglichen Lieferungen russischen Diesels aufbewahren. Laut den Absendern ist ein Import nach geltendem US-Recht illegal. Zuerst müsste der Präsident dem Kongress bestätigen, dass Russland die Kampfhandlungen in der Ukraine eingestellt hat. Gewinnen die Demokraten am 3. November eine Kammer, hätten die Ermittlungen laut Axios Priorität.
Ukrainische Stahlproduktion bricht im September um 80 Prozent ein
Die Stahlproduktion der Ukraine sinkt im September um 80 Prozent. Das zeigt laut Ukrainska Pravda eine Studie des Centre for Economic Strategy (CES). Russische Angriffe haben sieben Hochöfen getroffen, fünf bei Metinvest und zwei bei ArcelorMittal. Der Wert der Metallexporte sinkt im August gegenüber dem Vorjahresmonat um 48 Prozent. Der Erzexport ist laut der Studie wegen der blockierten Häfen praktisch unmöglich. Ausweichrouten sind zu teuer. Die Metallindustrie trägt mit verwandten Branchen im Vorjahr mehr als 5 Prozent zum BIP bei. Dragon Capital erwartet nun für 2026 und 2027 eine schrumpfende Wirtschaft. Das Werk von ArcelorMittal in Krywyj Rih (UA) beginnt den Kaltstillstand.
KIIS: 55 Prozent der Ukrainer sehen Fortschritte gegen Korruption, 41 Prozent nicht
Laut einer Umfrage des Kiewer Instituts für Soziologie (KIIS) glauben rund 55 Prozent der Ukrainer an echte Anstrengungen gegen Korruption. Das berichtet die Kyiv Independent. 41 Prozent halten die Ukraine für hoffnungslos korrupt und sehen keinen Fortschritt. Vier Prozent sind unentschieden. Im Dezember 2025 sahen noch 57 Prozent Fortschritte, damals nannten 35 Prozent das Land hoffnungslos korrupt. Befragt wurden 1031 Erwachsene zwischen dem 8. und 26. Oktober, nicht in den besetzten Gebieten. Die Umfrage erscheint nach einer Reihe von Skandalen, in die hohe Beamte und Verbündete Selenskyjs verwickelt sind.
Selenskyjs Brüssel-Reise sorgt laut Kyiv Independent für Verwirrung bei EU und NATO
Selenskyjs geplante Reise nach Brüssel am 26. Oktober sorgt laut Kyiv Independent für Verwirrung. Geplant war ein Treffen von Ukraine, USA, EU und NATO. Die US-Gesandten Witkoff und Kushner sollten die Europäer über ihr Treffen mit Putin informieren. Offiziell bestätigt wurde das Treffen nie. Selenskyj sagt am 25. Oktober im Staatsfernsehen, ein Treffen sei diese Woche in Brüssel gewünscht. Ein hoher ukrainischer Beamter sagt später, die Reise sei abgesagt. Am Morgen des 26. Oktober berichtet Radio Free Europe unter Berufung auf Quellen im Team Selenskyjs, er reise doch. Ein hoher EU-Beamter sagt, er habe nicht gewusst, dass Selenskyj komme. Kiew verweist laut Kyiv Independent auf geänderte US-Pläne.
Koretskyj plant bis 1. Dezember Mobilisierung über Unternehmen statt Suche auf der Strasse
Ukraines Premier Serhij Koretskyj sagt am Montag beim Kiewer Wirtschaftsforum, ein neues Mobilisierungsmodell mit Unternehmen solle bis 1. Dezember stehen. Das berichtet die Kyiv Post unter Berufung auf Interfax-Ukraine. Die Einberufung solle planbarer werden. Dann müsse man nicht mehr auf der Strasse nach Männern suchen. Firmen könnten volle Freistellungen für Beschäftigte erhalten, wenn sie regelmässig Mitarbeitende für den Militärdienst gewinnen. Wer zur Armee geht, soll Einsatzort und Dauer kennen und Stelle und Lohn behalten. Das Verteidigungs- und das Wirtschaftsministerium erarbeiten die Bedingungen mit den Firmen. Die Regierung hatte die Grundzüge am 23. Oktober vorgestellt. Dienstzeiten, Anteile der Beschäftigten und ein Zeitplan für die Rückkehr der Soldaten sind offen.
Russische Raffinerien steigern laut Reuters die Dieselproduktion nach Bewilligung von Exportquoten
Russische Raffinerien steigern im Oktober die Dieselproduktion, nachdem die Regierung Exportquoten bewilligt hat. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf Reuters und Branchenquellen. Hintergrund ist eine Vereinbarung zwischen Kreml und USA zu Dieselexporten. Seit dem 1. Oktober gelten Ausnahmen vom Dieselexportverbot. In der ersten Oktoberhälfte sinkt die Produktion auf rund 160'000 Tonnen pro Tag, im September waren es 175'000. Seit Mitte Oktober steigt sie auf 180'000 Tonnen. Der Inlandverbrauch liegt bei etwa 140'000 Tonnen pro Tag. Damit bleiben mindestens 40'000 Tonnen pro Tag für den Export. Die Quellen erwarten, dass das Exportverbot bestehen bleibt und Russland die Ausfuhren über Quoten steuert. Trump sagte, Russland müsse sofort über 300'000 Tonnen Diesel liefern.
UNO-Untersuchungskommission stuft Russlands Angriffe auf die Energieversorgung als Kriegsverbrechen ein
Eine UNO-Untersuchungskommission stuft die russischen Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur als Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit ein. Das berichtet SRF unter Berufung auf Agenturen. Aussenminister Sybiha schreibt auf X, der Bericht bestätige, dass Russland Millionen Menschen gezielt Strom, Heizung und Wasser entziehe. Kälte und Dunkelheit würden so zu Kriegswaffen. Laut Sybiha dokumentiert der Bericht auch die Täuschung ausländischer Staatsangehöriger bei der Anwerbung für den Militärdienst. Die Kommission stufe das als Menschenhandel ein. Sybiha fordert mehr Druck auf Moskau. Zu den Angaben Sybihas äussert sich Russland in den Quellen nicht.
HUR: Russland liefert jährlich 10 bis 15 Su-34, aber keine neuen Tu-95 und Tu-22M3
Der ukrainische Militärgeheimdienst HUR schätzt, dass Russland jährlich wohl 10 bis 15 Su-34-Bomber liefern kann. Das teilt HUR der Agentur UNIAN mit, berichtet Euromaidan Press. Die Lieferungen stiegen von 8 im Jahr 2022 auf 11 im Jahr 2023 und 12 bis 14 im Jahr 2024. Für Tu-95, Tu-22M3 und Su-24 gebe es keine Serienproduktion, Russland halte sie mit Reparaturen im Einsatz. Ende 2025 hatte Russland laut HUR etwa 125 Su-34 und Su-34M. Die Marine meldete zuletzt Treffer auf sechs Su-34M in Borissoglebsk. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
Lawrow trifft den slowakischen Aussenminister Blanár in Moskau
Der russische Aussenminister Sergei Lawrow trifft am Montag in Moskau seinen slowakischen Amtskollegen Juraj Blanár. Das teilt das russische Aussenministerium mit. Besprochen werden laut Ministerium der bilaterale politische Dialog, Handel und Wirtschaft sowie die kulturelle und humanitäre Zusammenarbeit. Auch die Pflege von Kriegsdenkmälern steht auf der Agenda. Das sind Angaben der russischen Seite.
Ukraine erläutert einer EU-Delegation die Kontrolle der Mittel aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen
Das ukrainische Verteidigungsministerium bespricht mit einer EU-Delegation, wie die Ausgaben aus dem 90-Milliarden-Euro-Darlehen der EU kontrolliert werden. Das berichtet Kyiv Post. Dazu gehören Ausschreibungen, elektronische Beschaffungsplattformen und Audits. Vizeverteidigungsminister Mstyslaw Banyk sagt, das Ministerium passe das Beschaffungsrecht an die Kriegslage und an EU-Empfehlungen an. Die Beschaffungsagentur verstärkt laut ihrem Direktor die Kontrollen und arbeitet mit Antikorruptionsbehörden zusammen. Die Regierung genehmigte im Juni ein Verfahren mit Überwachung, Audits und Berichten.
Yandex verlegt alle drei Supercomputer an neue Standorte, laut Firma sind sie unbeschädigt
Yandex hat alle drei Supercomputer an neue Standorte verlegt, teilt der Konzern mit. Sie seien bei den ukrainischen Drohnenangriffen nicht beschädigt worden. Sie dienen weiter als Infrastruktur für die Dienste von Yandex und das Training grosser Sprachmodelle. Laut Meduza trafen ukrainische Drohnen innerhalb einer Woche drei von sechs Rechenzentren in Sasowo, Kaluga und Wladimir. In Sasowo standen zwei der drei Supercomputer. Das sind Angaben von Yandex.
Kramatorsk (UA): Vier Schläge auf Jasnohirka töten einen Menschen und verletzen zehn
Russische Streitkräfte greifen am Morgen Jasnohirka in der Gemeinde Kramatorsk (UA) viermal an. Laut dem Leiter der Stadtverwaltung Oleksandr Honcharenko wird mindestens ein Mensch getötet. Zehn werden verletzt, darunter ein 13-jähriges Mädchen. Die Rettungsdienste sind im Einsatz. Die genaue Zahl der Opfer und das Ausmass der Schäden werden noch geklärt. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
Sybiha spottet über die Idee, Orbán zum UNO-Generalsekretär zu machen
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha reagiert auf Berichte, die US-Regierung fördere den früheren ungarischen Regierungschef Viktor Orbán als UNO-Generalsekretär. Das berichtet das Wall Street Journal. Laut Sybiha würde Orbán als Generalsekretär sein Geschick im Vetieren und Erpressen nutzen. Er scherzt, die Ukraine könne ihre Erfahrung teilen, Orbán zum richtigen Zeitpunkt auf einen Kaffee einzuladen. Das spielt auf einen EU-Gipfel Ende 2023 an. Orbán verliess damals den Raum, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine konnten beschlossen werden. Das sind Angaben von Sybiha.
Russland wirft der Ukraine vor, Oleschky vor der lokalen Waffenruhe wiederholt zu beschiessen
Das russische Verteidigungsministerium wirft der Ukraine vor, Oleschky (UA, russisch besetzt) vor der geplanten Waffenruhe wiederholt zu beschiessen. Seit dem 19. Oktober habe die Ukraine die Stadt 18-mal mit Artillerie beschossen. Zudem habe es über 120 Drohnenangriffe auf die Stadt und die Zufahrtsstrassen gegeben. Das habe die Lieferung von Lebensmitteln und Medikamenten und das Verlassen der Stadt verhindert. Die Ukraine und Russland hatten am Freitag eine Waffenruhe für Oleschky vereinbart. Sie soll am 27. Oktober beginnen. Reuters kann die Angaben nicht unabhängig prüfen. Das sind Angaben der russischen Seite.
Bericht: Russland baut die Produktion von Gleitbomben stark aus, 278000 Servoantriebe beschafft
Russland baut laut einem Bericht des Kiewer Thinktanks Center for Defense Reforms die Produktion von Gleitbomben stark aus. Das berichtet exklusiv die Kyiv Independent. Die staatliche Beschaffungsstelle TRV-Engineering habe 2025 fast 278'000 Servoantriebe für die Steuerflächen erhalten. Das reiche für rund 139'000 Bomben. Der wichtigste Lieferant, CED Sail, unterliegt laut dem Bericht keinen westlichen Sanktionen. Der Thinktank empfiehlt, die Firma zu sanktionieren. Der Bericht nennt das ein Zeichen, dass Moskau den Krieg nicht zurückfahren will.
Pawlohrad (UA): Russische Drohne tötet einen Menschen, zwei zehnjährige Mädchen werden verletzt
Eine russische Drohne trifft Pawlohrad (UA) im Gebiet Dnipropetrowsk. Laut der Gebietsverwaltung stirbt ein Mensch. Später steigt die Zahl der Verletzten auf sieben, fünf davon sind im Spital. Unter den Verletzten sind zwei zehnjährige Mädchen. Ein Auto brennt aus. Mehrere Hochhäuser und ein Geschäft werden beschädigt. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
EU-Fahrplan nennt für die Ukraine Ende 2029 als Zieldatum für den Abschluss der Beitrittsverhandlungen
Die EU-Fahrpläne für Montenegro, die Ukraine, Moldau und Albanien enthalten laut Ukrainska Pravda Richtdaten für den Abschluss der Beitrittsverhandlungen. Für die Ukraine nennt der RFE/RL-Redaktor Rikard Jozwiak Ende 2029. Das ist laut ihm nicht das Datum des Beitritts. Für Montenegro gilt 2026, für Albanien und Moldau Ende 2027 bis Anfang 2028. Jozwiak stellt später klar, dass die Fahrpläne für die Ukraine und Moldau Erwartungen für 2027 beschreiben. Genauere Daten sollen später folgen.
SBU erklärt Saldo in Abwesenheit verdächtig, Kinder aus Cherson nach Krim gebracht zu haben
Der ukrainische Geheimdienst SBU und die Generalstaatsanwaltschaft erklären den Besatzungschef der Region Cherson, Wolodymyr Saldo, in Abwesenheit zum Verdächtigen. Sie werfen ihm und zwei Komplizen die rechtswidrige Verschleppung ukrainischer Kinder vor. Am 7. Oktober 2022 sollen Schüler eines Schiffbaulyzeums in Cherson auf die Krim gebracht worden sein. Der Weg führte über den Hafen und das linke Dnipro-Ufer. Die Verdächtigen werden wegen Kriegsverbrechen beschuldigt. Sie halten sich laut SBU im besetzten Gebiet auf. Saldo wurde in einem anderen Verfahren bereits in Abwesenheit zu 15 Jahren Haft verurteilt. Das sind Angaben der ukrainischen Seite.
Selenskyj wartet laut eigener Aussage seit fast einem Monat auf Hegseths Freigabe für Patriot-Raketen
Selenskyj hält eine Koordinationsrunde zu Waffenlieferungen und Energieversorgung ab. Danach teilt er mit: Die Ukraine warte seit fast einem Monat auf Hegseths Freigabe von Raketen für Patriot und NASAMS. Er habe sein Team angewiesen, das erneut bei den USA anzusprechen. Verteidigungsminister, Oberbefehlshaber und Aussenminister berichteten über die Lieferung von Abfangraketen. Die Ukraine suche Patriot-Raketen vom Typ PAC-2 und PAC-3 bei den USA, in Europa und bei anderen Partnern. Besprochen wurde auch das Ramstein-Treffen im November. Selenskyj dankt den Reparaturtrupps, die Energieanlagen nach den russischen Angriffen instandsetzen. Das sind Angaben von Selenskyj. Das Pentagon sagt laut RIA Nowosti, die US-Politik zu Waffen, die Europäer an die Ukraine abgeben dürfen, bleibe unverändert. Das NATO-Programm PURL laufe ohne Änderung weiter.
Kiew will die Verhandlungen in Abu Dhabi laut Ukrainska Pravda um eine Woche vorziehen
Die Ukraine versucht laut Ukrainska Pravda, die Verhandlungen in Abu Dhabi (AE) vorzuziehen. Es geht um die Runde der Ukraine, der USA und Russlands, mindestens eine Woche früher. Sie soll nach den US-Zwischenwahlen beginnen, voraussichtlich ab dem 10. November. Kiew will zudem einen Vertreter der EU einbinden. Laut einer Quelle der Zeitung wollen die Russen die Europäer bei der ersten Sitzung nicht am Tisch haben. Die Quelle sagt, die ukrainische Delegation wolle sie vor Ort informieren. Die Zeitung berichtet, dass am Abend des 25. Oktober noch keine Bestätigung aus Moskau vorlag. Kiew erwartet laut der Zeitung vom ersten Treffen keinen Durchbruch.
FSB meldet vereitelten Drohnenanschlag auf Moskauer Luftabwehr und ein Stromobjekt
Der russische Inlandgeheimdienst FSB meldet die Festnahme von zwei Männern aus dem Südkaukasus. Sie hätten im Auftrag des ukrainischen Geheimdienstes SBU einen Anschlag mit FPV-Drohnen vorbereitet. Ziele seien ein wichtiges Element der Moskauer Luftabwehr und eine Stromanlage gewesen. Laut FSB wollten die Männer Drohnen aus Verstecken ins Gebiet Moskau bringen und starten. Die Drohnen sollten von ukrainischem Gebiet aus ferngesteuert werden. Das sind Angaben der russischen Seite.
Ukrenergo: Russische Angriffe verursachen neue Stromausfälle in sechs Regionen
Russische Angriffe auf zivile Energieanlagen verursachen laut Ukrenergo neue Stromausfälle in den Regionen Dnipropetrowsk, Donezk, Saporischschja, Tschernihiw, Charkiw und Sumy. Das teilt der Netzbetreiber auf Facebook mit. Die Instandsetzung beginne, wo die Sicherheitslage es erlaube. In einigen Regionen gelten bis Ende des Tages Einschränkungen für die Industrie und stundenweise Abschaltungen. Der Stromverbrauch lag am Montag um 9:30 Uhr 5,8 Prozent unter dem Freitag. Ukrenergo bittet die Bevölkerung, von 16 bis 22 Uhr Geräte mit hoher Leistung wenig zu nutzen.
Reuters: Demokraten könnten nach den Midterms neue Ukraine-Hilfe an Trump vorbei beschliessen
Die Demokraten könnten nach einem Wahlsieg in beiden Kongresskammern im November neue Ukraine-Hilfe an Trump vorbei beschliessen. Das berichtet die Rossijskaja Gaseta unter Berufung auf Reuters. Sie könnten dann selbst entscheiden, welche Themen wann zur Abstimmung kommen. Ein Hilfspaket würde laut Bericht vermutlich die Zweidrittelmehrheit erreichen, um ein Veto von Trump zu überwinden. Möglich sei auch ein Gesetz gegen die Lieferung russischen Diesels in die USA. Zuvor hatte das Wall Street Journal geschrieben, die Beziehungen zwischen Trump und Selenskyj seien auf einem Tiefpunkt.
Peskow: Dreiergespräche bedeuten keine Beschränkung der Kämpfe, Aleschki als Beispiel
Kremlsprecher Dmitri Peskow sagt auf Anfrage von TASS: Die Dreiergespräche bedeuteten keine Einschränkung der Kampfhandlungen. Beteiligt wären die USA und die Ukraine. Das melden TASS und RIA Nowosti. Der Mechanismus der Feuerpause in Oleschky (UA, russisch besetzt) könne ein Beispiel für Vereinbarungen an anderen Frontabschnitten sein. Moskau hoffe, dass die Ukraine ihre Zusagen bei der humanitären Operation in Oleschky erfülle. Zu Serbien sagt Peskow, der Kreml schätze Vučićs Beitrag zu den Beziehungen. Moskau hoffe, die neuen Behörden strebten konstruktive Beziehungen zu Russland an. Territoriale Kompromisse könnten laut Peskow Thema der Gespräche sein, öffentlich äussern wolle er sich dazu nicht. Putin sei laut Uschakow bereit, die Dreiergespräche Mitte November wieder aufzunehmen. Das sind Angaben der russischen Seite.
Moldaus Premier Tofan besucht Kiew und trifft Selenskyj
Moldaus Ministerpräsident Vasile Tofan trifft am 26. Oktober zu einem Arbeitsbesuch in Kiew ein. Das berichtet die Kyiv Independent unter Berufung auf die moldauische Regierung. Er trifft Selenskyj sowie den ukrainischen Premier Serhij Koretskyj und Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk. Am Kiewer Wirtschaftsforum kündigt Tofan laut IPN an, Moldau wolle Logistikrouten für die Ukraine ausbauen. Laut IPN wollen beide Länder ein Memorandum der Netzbetreiber Moldelectrica und Ukrenergo rasch unterzeichnen. Die Verbindung Balti–Dnestrovsk könnte die Stromaustauschkapazität um etwa 500 Megawatt erhöhen. Die Verteidigungsminister unterzeichnen ein Abkommen zur militärisch-technischen Zusammenarbeit. Selenskyj will den EU-Beitritt beider Länder gekoppelt halten. Nach dem Treffen sagt er, man habe Infrastrukturprojekte, die europäische Integration und die Sicherheitslage besprochen, darunter Transnistrien.
Russisches Digitalministerium empfiehlt unterirdische Rechenzentren nach ukrainischen Drohnenangriffen
Russlands Digitalministerium schlägt laut Kommersant vor, Rechenzentren unterirdisch zu bauen, aus der Luft zu tarnen und mit Drohnenabwehr auszustatten. Das berichtet die Kyiv Independent. Die Leitlinien unterscheiden drei Schutzstufen. Die höchste gilt für strategische Anlagen, deren Ausfall wichtige Staatsfunktionen für mindestens eine Stunde stören würde. Bestehende Zentren sollen schwerer sichtbar werden und mehrschichtig geschützt sein. Zuvor trafen ukrainische Drohnen laut Kyiv Independent zwischen dem 8. und 18. Oktober mehrere Anlagen. Betroffen waren drei Yandex-Rechenzentren, eine Sberbank-Anlage im Bau und ein VK-Rechenzentrum.
FT: Das Schwarze Meer ist 2026 das tödlichste Gewässer für Seeleute
Im Schwarzen Meer sind 2026 laut Financial Times mehr Seeleute gestorben als in jedem anderen Gewässer. Das berichtet Ukrainska Pravda. Laut Ambrey und der Internationalen Seeschifffahrtsorganisation wurden in diesem Jahr über 570 Schiffe angegriffen, mindestens 40 Seeleute starben. In der Strasse von Hormus sind es 24 bestätigte Todesfälle. Nach Schätzungen gibt es im Schwarzen Meer mehr als sechsmal so viele Angriffe wie am Golf. Im dritten Quartal waren es laut Ambrey im Schnitt über vier Angriffe pro Tag. Ein ukrainischer Gewerkschafter nennt Fahrten in ukrainische Häfen «nahezu selbstmörderisch».
Russland meldet die Einnahme von Obschtschee im Gebiet Saporischschja
Das russische Verteidigungsministerium meldet die Einnahme des Ortes Obschtschee (UA) im Gebiet Saporischschja. Das berichten TASS, RIA Nowosti, Interfax, Kommersant und RBK. Die Gruppierung «Ost» habe den Ort besetzt. Eine unabhängige Bestätigung gibt es in den vorliegenden Berichten nicht. Das ukrainische Militär äussert sich dort nicht dazu. Es sind Angaben einer Kriegspartei.
FT: Deutschland will ukrainische Marschflugkörper «Bars» testen
Deutschland plant laut Financial Times, ukrainische Marschflugkörper vom Typ «Bars» zu kaufen. Das berichtet Kommersant. Eine Einigung über die erste Lieferung sei in den nächsten Wochen möglich. Die Bundeswehr will Anfang 2027 technische Tests durchführen. Fallen sie zufriedenstellend aus, prüft die Regierung laut FT die Bestellung mehrerer hundert Stück. Der «Bars» hat ein Strahltriebwerk und rund 1000 Kilometer Reichweite. Ein ukrainisch-deutsches Gemeinschaftsunternehmen in Deutschland baut ihn laut FT. Das Vorhaben gehört zum ukrainischen Programm Build with Ukraine.
Woronesch (RU): Ukrainischer Angriff, laut Gouverneur zwei Tote und 17 Verletzte
Die Ukraine greift in der Nacht zum 26. Oktober Woronesch (RU) mit Drohnen und Raketen an. Gouverneur Alexander Gussew nennt zunächst zwei Tote und 17 Verletzte, darunter ein Kind. Später steigt die Zahl laut RIA Nowosti auf drei Tote und 39 Verletzte. Viele Verletzte sassen in einem Zug im Vorort. Zwölf Personen bleiben im Spital, drei davon auf der Intensivstation. Das russische Aussenministerium bestätigt die ersten Angaben auf Telegram. Gussew meldet Brände in mehreren Betrieben und später 113 abgeschossene Drohnen, über 70 davon über Woronesch. Laut Bürgermeister Sergej Petrin sind mehrere Dutzend Mehrfamilienhäuser und über 250 Autos beschädigt. Astra berichtet von Treffern an Wohnhäusern und am 25-stöckigen Geschäftshaus Galereja Tschischowa. Ukrainische OSINT-Kanäle nennen ein Kautschukwerk und das Flugzeugwerk WASO als Ziele. Laut Anwohnern gab es keinen Fliegeralarm. Laut TASS blieben die Fussballer von Lokomotive Moskau im Zug unverletzt.
Telegraph: Russland will in Verhandlungen eine NATO-Präsenz auf dem Stand von 1997 verlangen
Russland will laut dem Telegraph neue Friedensgespräche nutzen, um Zugeständnisse der NATO zu erreichen. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf Quellen in diplomatischen Kreisen. Putin werde wohl verlangen, die NATO-Präsenz in Europa auf den Stand von 1997 zu senken. Das könnte laut dem Telegraph einen Abzug von NATO-Truppen aus Polen, Estland, Lettland, Litauen und Finnland bedeuten. Kremlberater Juri Uschakow hatte gesagt, Europa solle an den Verhandlungen beteiligt werden. Die nächste Runde könnte laut US-Regierungsquellen in Abu Dhabi oder in der Schweiz stattfinden.
Sybiha: Russland ist nicht zu ernsthaften Verhandlungen bereit, solange es auf Druck hofft
Aussenminister Andrij Sybiha sagt in einer Mitteilung des Aussenministeriums, Russland verhandle nicht ernsthaft. Das gelte, solange es glaube, die Ukraine durch Druck zur Kapitulation zwingen zu können. Frieden durch Stärke sei die einzige Strategie, die wirke. Die Stärke müsse sich gegen den Aggressor richten. Der Krieg ende nur, wenn die Angriffe des Aggressors aufhörten. Sybiha reagiert auf Kremlberater Juri Uschakow. Dieser beklagte laut Kyiv Post, Washington habe Kiew nicht zu einem Deal gedrängt. Uschakow sagte am Sonntag, Moskau sei zu Dreiergesprächen bereit.
RFE/RL: Rund 50 Flugabwehrtürme sichern laut Satellitenbildern Putins Residenz in Waldai
Um Putins Residenz in Waldai (RU) stehen laut RFE/RL rund 50 Türme für Flugabwehr. Das berichtet Meduza unter Berufung auf Satellitenbilder des russischen RFE/RL-Dienstes. Im Oktober kamen mindestens 15 neue Türme im Umkreis von 50 Kilometern hinzu. Sie sind wohl für Pantsir- oder Tor-Systeme gedacht. Ein Ring liegt südlich der Residenz, Richtung Ukraine. Ein OSINT-Analyst zählt in Russland rund 177 solcher Türme, etwa 98 davon in und um Moskau. Moskau sagte Ende Dezember 2025, über 90 ukrainische Drohnen hätten die Residenz angegriffen. Kiew bestreitet das.
Ukrainischer Militärgeheimdienst nennt 30 ausländische Maschinen für Russlands Raketenproduktion
Der ukrainische Militärgeheimdienst DIU veröffentlicht Angaben zu 30 ausländischen Anlagen in russischen Raketenfabriken. Das berichtet Ukrainska Pravda unter Berufung auf das Portal War&Sanctions. Die Maschinen stammen aus China, Deutschland, Taiwan, den USA, der Türkei, der Schweiz und Italien. Der DIU verzeichnet mehr chinesische Werkzeugmaschinen, besonders fünfachsige. Ein chinesisches Bearbeitungszentrum arbeitet laut DIU im Werk Wotkinsk, das Iskander-M-Raketen und Kinschal-Raketenkörper herstellt. Chinesische Maschinen enthalten laut DIU europäische, japanische und taiwanische Komponenten.
Selenskyj: Kiew bot den USA drei Wege an, Angriffe auf russische Raffinerien zu stoppen
Selenskyj sagt im Interview mit TSN.Tyzhden, die Ukraine habe den USA drei Wege angeboten, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Erstens: Russland beendet Angriffe auf das ukrainische Stromnetz. Zweitens: Die USA ermöglichen Starlink über Russland, die Ukraine zeigt dafür Standorte ballistischer Raketen. Drittens: Patriot-Raketen als Ersatz für Musk. Laut Selenskyj wurde nichts davon umgesetzt. Russland stelle nur zwei Prozent des weltweiten Dieselexports. Sanktionen sollten nicht vor den Dreiergesprächen fallen. Das berichtet die Kyiv Post.
Saporischschja (UA): Russischer Angriff trifft City Mall, nachts vier Verletzte
Russland greift Saporischschja (UA) in der Nacht und am Morgen des 26. Oktober an. Nachts werden laut Militärverwalter Mychajlo Semikin vier Menschen verletzt. Wohnhäuser, ein Hotel und Busse werden beschädigt, drei Autos brennen. Am Morgen trifft ein Schlag das Einkaufszentrum City Mall. Es war laut Semikin geschlossen, ein Feuer bricht aus. Verletzte gibt es nach ersten Angaben nicht. Ukrainska Pravda nennt es das grösste Einkaufszentrum der Stadt. Es hatte den Betrieb im September nach einem Angriff auf den Baumarkt Epicentr eingestellt.
Rada verlängert Kriegsrecht und Mobilmachung um 90 Tage bis zum 29. Januar
Die Werchowna Rada verlängert am 26. Oktober Kriegsrecht und allgemeine Mobilmachung um weitere 90 Tage. Laut Ukrainska Pravda stimmen 293 Abgeordnete für das Kriegsrecht und 281 für die Mobilmachung. Selenskyj hatte die Gesetzentwürfe vorgelegt, Nr. 16182 und 16183. Beide gelten damit bis zum 29. Januar 2027. Aktuell gelten sie bis zum 31. Oktober 2026, 5:30 Uhr. Kriegsrecht und allgemeine Mobilmachung gelten seit dem 24. Februar 2022. Selenskyj sagte im Dezember 2025, das Kriegsrecht ende erst mit wirksamen Sicherheitsgarantien.
Russland greift mit 140 Drohnen und vier Raketen an, Luftwaffe fängt 112 Drohnen ab
Russland greift die Ukraine in der Nacht zum 26. Oktober mit 140 Drohnen und vier Raketen an. Das teilt die ukrainische Luftwaffe mit. Dazu zählen 70 strahlgetriebene Shahed-Drohnen, Gerbera-Drohnen und Täuschkörper. Die Luftabwehr zerstört oder stört drei Raketen vom Typ Ch-59/69 und 112 Drohnen. An 15 Orten gibt es Einschläge. Trümmer fallen an vier Orten. Die Raketen starten aus besetzten Teilen der Gebiete Saporischschja und Cherson. Die Drohnen starten unter anderem aus Orjol, Kursk und der Krim. Der Angriff dauert zum Zeitpunkt der Meldung an.
Isjum (UA): Gelenkte Fliegerbomben verletzen drei Menschen, über zehn Häuser beschädigt
Russland greift Isjum (UA) in der Nacht zum 26. Oktober gegen 2:40 Uhr mit gelenkten Fliegerbomben an. Das teilt die Stadtverwaltung mit. Drei Zivilisten werden verletzt. Im Stadtteil Samostja werden Wohnhäuser und eine Jugendsportschule beschädigt. Im Stadtteil Naftowyk trifft eine Bombe ein Wohngebiet. Mehr als zehn Häuser werden beschädigt oder zerstört. An den Kläranlagen im Osten zerbrechen Fenster. Mehrere Strassen haben keinen Strom und kein Internet. Das Ausmass der Schäden wird noch geprüft.
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