Nach einem Jahr im Chefbüro ist bei Sergio Ermotti die Souveränität weg. Sein Brief an die 64’000 Mitarbeiter der UBS von Samstag Abend verrät Dünnhäutigkeit. Ermotti beschwert sich bitter über interne Lecks gegenüber Medien.
Das Donnerwetter aus dem Olymp hängt nur scheinbar mit dem Kampf um Macht und Strategie in der Chefetage zusammen. Dass die UBS ihre Investmentbank verstärkt demontiert, darüber herrscht an der Spitze Einigkeit.
Ermottis Kernproblem ist ein anderes. Ein persönliches. Er lässt seine Italo-„Freunde“ in der UBS schalten und walten, und seine Italo-Vergangenheit will nicht ruhen.
Beides könnte Ermotti bei Präsident Axel Weber in Ungnade fallen lassen.
Soweit ist es offenbar noch nicht: Der preussische Hardliner Weber und der Südschweizer Bonvivant Ermotti würden sich gut verstehen, meint eine UBS-Quelle.
Doch Ermotti gibt sich gefährliche Blössen. Seine Achillesferse heisst Claudio Cisullo, ein umtriebiger Informatik-Unternehmer.
Cisullo geht am Zürcher UBS-Hauptsitz an der Bahnhofstrasse 45 seit Monaten ein und aus, fast als ob ihm die Bank gehören würde.
Dabei ist Cisullo formell ein Externer. Seine Funktion ist jene eines Beraters.
Der Einwanderersohn aus Italien leitet das sogenannte „Industrialization Steering Committee“. Dieses hat eine neue IT- und Prozess-Strategie entwickelt und überwacht nun deren Umsetzung.
Cisullo ist somit Chef eines besseren Beirats. Das genügt dem Mann, der mit dem Verkauf seiner Panatronic-IT-Gruppe im 2010 an die Swisscom ein Vermögen gemacht hat, nicht.
Laut zwei Quellen hat Cisullo mit Hilfe seiner Freunde an der Spitze der UBS die Initiative „The Circle“ gestartet.
Es geht darum, die Reichsten der Reichen unter den Kunden der UBS in einem exklusiven Netzwerk zusammenzubringen.
„The Circle (by UBS)“ sei mit der Bank lediglich assoziiert, sagt eine Quelle. Da es sich um Cisullos eigenes Projekt handle, bestehe kein Interessenkonflikt.
Cisullo war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.
Die Idee ist offenbar, sogenannte Ultra High Net Worth Individuals (UHNI) der UBS mit den berühmten Leuten aus Cisullos privatem Netzwerk zusammenzubringen.
Cisullo schwärmt öffentlich von seinem Bekanntenkreis, der vom früheren Bundeskanzler Gerhard Schröder bis zum mexikanischen Superreichen Carlos Slim reiche, einem Telekom-Unternehmer.
In Cisullos „Circle“ sollen mehrere Konzernleitungsmitglieder der UBS involviert sein, sagt eine andere Quelle. Diese würden Cisullos Exklusiv-„Kreis“ grossen Kunden anpreisen.
Offenbar ist Ulrich Körner ein wichtiger Supporter von Cisullos „Circle“.
Der einflussreiche Chief Operating Officer (COO) der UBS hatte Cisullo zur UBS gelotst, gemeinsam mit Ermottis Vorgänger, Ex-CEO Oswald Grübel.
Als COO kontrolliert Körner die halbe Bank. Cisullo rapportiert an Körner.
Grübel bestätigt, dass er und Körner Cisullo als Chef des Steering Committees zur UBS geholt hätten. Weiter wollte sich der Ex-Konzernchef gestern nicht zum Thema äussern.
Als Ermotti im Frühling 2011 als Europa-Chef zur Bank gestossen war, hatte das Führungsduo Grübel/Körner den Selfmademan bereits installiert.
Ab Herbst 2011, als Ermotti übernahm, fand Cisullo schnell einen engen Draht zum Ticino-Banker.
Im Frühling dieses Jahres brachte die Schweizer Illustrierte unter „Der Netzwerker“ eine Homestory. Cisullo zeigte sich darin stolz in seiner Villa CC, einem „Haus der Freunde“.
„Leise tönt ein Alphorn“, endete das Porträt im Magazin mit einer für das enge Verhältnis von Ermotti und Cisullo erhellenden Passage.
„Das Display von Cisullos Handy wird hell und verkündet eine SMS. „Ah, der Sergio“, sagt Cisullo. Sergio Ermotti – der UBS-Chef? „Ja – ich denke, der beste Banken-CEO der Gegenwart! Ich antworte schnell.“ Sie würden immer Italienisch miteinander reden. „Ist doch logisch!“, ruft er und geht ins Nebenzimmer.“
Eine weitere Italo-Connection des CEOs könnte bei UBS-Präsident Axel Weber Stirnrunzeln auslösen. Sie stammt aus der Vergangenheit, lastet aber nach wie vor über Ermotti.
Es geht um Ermottis früheres VR-Mandat bei der Tessiner Investmentgesellschaft Fidinam, der Verstrickungen in den italienischen Abfallskandal nachgesagt werden.
In Italien steht zudem der Prozess gegen Ermottis früheren Chef bei der Grossbank Unicredit an. Bevor Ermotti zur UBS stiess, war er jahrelang hoher Manager der Unicredit.
Alessandro Profumo und 19 weitere Manager des italienischen Finanzmultis müssen sich in der Affäre „Brontos“ wegen Vorwürfen von Steuerbetrug über knapp 250 Millionen Euro verantworten.
Der geplante Gerichtstermin vom 1. Oktober wurde vertagt. Die Profumo-Anwälte verlangen wegen behaupteter Befangenheit der Mailänder Richter eine Verlegung des Prozesses in die Hauptstadt Rom. Die zuständige Richterin will Ende November darüber entscheiden.
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Will Ermotti überleben, dann muss er Cisullo und Körner den Stecker ziehen. Je schneller deso besser.
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Der muss jetzt saubermachen…. das ist die einzige Lösung.
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Ermotti ist bereits History, ausser er bringt ein super 4. Quartalsergebnis. Aber da scheint er genug ‚Freunde‘ zu haben die es ihm vermasseln werden.
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Was und wie läufts da bei der UBS? Günstlinge,Eigeninteresse… Und was für ein Thema hatten wir hier am Freitag, die CS wo was macht? ist doch ein dickes Stück was sich da die Chefs leisten.Sind alle Banken mit solchen Chefs bestückt, so wundert es mich nicht das die Kunden das Vertrauen verloren haben und das Geschäft immer misstrauischer begutachtet wird. Bravo an Insiderparade jeden Tag eine top story, weiter so.
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Und doch bleiben (fast) alle Kunden bei der UBS (oder auch bei der CS). Kunden sind offenbar sehr träge und/oder bequem. Und dies obwohl fast täglich Medienberichte erscheinen, die eindeutig belegen, dass es den beiden Grossbanken primär um sich selber, sekundär um ihr Management (von Fall zu Fall auch schon mal umgekehrt…) geht. Und der Kunde kommt dann erst sehr viel später.
Es erstaunt schon sehr, wieviel sich die Kunden bieten lassen.
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Das Projekt Ermotti war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Er ist zu wenig lange im Konzern dabei und hat massiv zuviel Angriffsfläche über seine Vergangenheitsjobs in der Grauzone
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Giftmüll damals im Tessin (Fidinam), Giftmüll jetzt bei der UBS (US-Subprime-Hypotheken).
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Wenigstens ist er schön (behauptet mindestens meine Frau). Aber mal ehrlich: Banker haben (meist) keine Ahnung von Unternehmensführung. Ermotti ist da keine Ausnahme. Bei der UBS sind Projekte für x Mia. am laufen und die meisten stehen im Argen, weil jahrelang auf Schönwetterkapitäne gesetzt wurde. Die wiederum holen sich nun „Verstärkung“ und machen alles noch schlimmer, weil sie nicht bemerken, dass sie fast ausschließlich Grossmäuler reinholen, welche die Probleme nicht lösen können! Guet Nacht am Sächsi.
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Das Günstlingsprinzip treibt überall sein Unwesen. Solange von aussen nur immer gemeckert wird, passiert nichts.
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Also, Fredi, Du Schlaumeier: Was sollen wir dann „von aussen“ Deiner Meinung nach tun?
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Leider besitzen viele Fühungskräfte über keine Adäquate Managementausbildung oder führen nach dem Prinzip „ich spiele meine Macht aus“ als wirklich zu führen. Dies ist sicher nicht nur bei der UBS der Fall, sondern in der ganzen Finanzwelt.
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Ermotti muss endlich begreiffen dass Er aufräumen muss!!!
Cisullo muss weg und zwar sofort.
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Er kann per Definition nicht einsehen, dass er aufräumen muss, denn sonst müsste er u.a. auch sich „wegräumen“… :-/
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Im IB passiert Mist, Grübel (einer der wenigen Allrounder) „muss“ gehen und Mr. IB himself Ermotti übernimmt. Selber Schuld, lieber Oops-VR..
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Da gibt es sogar einen noch krasseren Mr. IB, der direkt am Schlamassel Schuld ist und geblieben ist: Caraten Kengeter!!!!!!!!
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Sergio Ermotti ist menschlich überfordert mit dieser Position als CEO UBS. Dies ist leider eine Tatsache, welche er am besten selber rasch einsieht.
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Wie sagte einst Allen Wheat von der CSFB: „Unplug Switzerland“ – also „Unplug…“
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Sehe ich auch so. Ganz anders wird mir, wenn ich mir so anschaue, welche Schlaumeier sich sonst noch in Cisullos Umfeld tummeln. – Dem würde ich übrigens keinen Occasions-Wagen abkaufen und schon gar keine IT-Lösung.
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All diese Geschichten in den Chefetagen… Ich kann’s nicht mehr hören..
So läufts überall wo viel Geld im Spiel ist.. Ob Banking Pharma Industrie oder Sport… Kollegen schauen für Kollegen. Seilschaften überall. Verträge sind da zum brechen. Usw.
Das Ganze ist ethisch moralisch nicht mehr zu toppen..
Ausmisten bitte….. Aber wer soll das machen ?
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…wie wär’s mit der Sintflut? 😉
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schlechte idee – Cisullo kennt sicher auch Moses..
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Das einzige Trostpflaster aus Schweizer Sicht ist, dass der Outsourcer, in dessen VR Cisullo sitzt, nicht Tata oder Wipro heisst, sondern Swisscom IT Services. Da kann man hoffen, dass die Arbeitsplätze wenigstens in der Schweiz bleiben.
Nicht nur bei der UBS, sondern bei fast allen Grosskonzernen weltweit sind die Interessensverstrickungen und -konflikte in den oberen Etagen erschreckend. Solange diese dem Unternehmen und den Stakeholders (Staat, Mitarbeiter, Kunden) dienen, sieht man darüber hinweg. Dienen die Netzwerke aber nur noch sich selbst, muss man sie zerschlagen.
Ein Süditaliener und selbsternannter „Netzwerker“ sollte eigentlich wissen, dass man der Famiglia und Gesellschaft Sorge tragen muss.
Einen wie Cisullo durch ein Harvard-Milchbubi oder einen egoistischen McKinsey-Schönwettergolfer zu ersetzen, ist aber auch keine nachhaltige Lösung.
Wir brauchen als Leaders sozialverantwortliche Banker und Informatiker, die ihr Metier von Grund auf gelernt und verstanden haben. Diese findet man nicht an den MBA-Unis, sondern in den unteren Etagen.
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Achtung: Sozialverträglich und Bänker schliesst sich gegenseitig aus. Informatiker passt da schon besser (im Sinne der Möglichkeit).
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Und die nächsten Generationen sind gleich! Siehe Baer.
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Herr Hässig, wenn Sie lernen wollen wie man Journalismus, Faktenbasiert und mit Intelligenz betreibt, so empfehle ich Ihnen die Publikation der Aargauerzeitung von heute 16.10 (Autor Marc Fischer) zu lesen „Ermotti verfängt sich im Netz der Intriganten“ mit der Hoffnung dass Sie das nicht überfordert. Viel Spass!
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Peinlich, dass die Journalisten auf diesem Weg Eigenwerbung betreiben (müssen). Die Aargauerzeitung ein intelligentes Wirtschaftsblatt? naja…
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Stimmt eigentlich 007! Lukas der Hässliche
schreibt ja auch für die… So schliest sich
der Kreis wieder!
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Als Freischaffender Eigenwerbung zu betreiben, dafür bringe ich noch ein (Rest-)Verständnis auf. Aber als Angestellter sich mit Namen (und ohne wirklichem Leistungsausweis) direkt zu inszenieren? Das ist einfach nur peinliche Egomanie!!!
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nicht zu vergessen im ganzen „game“ ist Eros Fregonas der zur selben connection gehört…