11 von 12 Aktionärsgemeinden des Gesundheitszentrums Oberland (GZO) schiessen zusammen 47 Millionen in einen vermeintlichen Neustart ein.
Das Spital Wetzikon, wie die Gesundheitsinfrastruktur umgangssprachlich heisst, erhält neuen Sauerstoff, um am Leben zu bleiben. Vielleicht.
Dies als Teil eines Sanierungsplanes. Dem müssen nun die Gläubiger mit einem Schuldenschnitt in der Grössenordnung von 70 Prozent zustimmen.
Ein Teil der Besitzer der nicht zurückbezahlten 170 Millionen-Anleihe könnte mit einem Nein den Konkurs provozieren, um längerfristig mehr zu erhalten.
Parallel muss eine „Sanierung des Betriebs“ umgesetzt und entschieden werden, was mit dem gestoppten Neubau passiert. Unter dem Strich geht es um Liquidität beziehungsweise den Cash-flow. Jeden Tag.
Von den Gemeinden fehlen nach dem Abstimmungssonntag nun rund 3 Millionen. Der Grund:
Die Gemeinde Bubikon hat als einzige Nein gestimmt. Dies auf Antrag ihres Gemeinderates und der Rechnungsprüfungskommission.
Diese haben nämlich ihre eigene Rechnung gemacht. Und sich relativ knapp an der Urne durchgesetzt.
Auch wiesen sie zusammen mit Rüti hartnäckig darauf hin, dass gemäss kantonalem Gesetz die Gemeinden seit über 10 Jahren nicht mehr in der Verantwortung der Gesundheitsversorgung stehen.
Die Stimmberechtigten in elf Gemeinden sehen das völlig anders. Zustimmungsraten reichen von 82 Prozent in der Standortgemeinde Wetzikon bis 58 Prozent in Rüti. Dort hat sich Yvonne Bürgin, Nationalrätin der Mitte, vergeblich gegen eine Kapitalerhöhung gewehrt.
Hauptgrund: Da in allen Gemeinden enorme Investitionen vorab im Bildungs- und Sozialbereich bevorstehen, müssten für die Spitalsanierung neue Schulden aufgenommen werden.
Das bestätigen auch alle anderen Gemeinden in ihren entsprechenden Weisungen. Bis zu einem halben Steuerprozent – bei jetzigen Zinsniveau – ist die Rede.
Nachdem die bisherigen Beteiligungen in den Gemeinden auf null abgeschrieben worden sind, wird die jetzt beschlossene Finanzspritze dem Spital als neues Eigenkapital zur Verfügung gestellt.
Hoffnungen auf Dividenden sind illusorisch. Auch sind die Anteile de facto unverkäuflich.
Was bleibt, sind die Schulden. Die nächste Generation von Politikern und Steuerzahlenden können sich dann darum kümmern.


Es war schon vor 10 Jahren klar, dass entweder Uster oder Wetzikon geschlossen werden muss. Männedorf kämpft auch ums überleben. Die Medizin hat sich verändert, es braucht nicht mehr so viele Spitalbetten. Corona hat hier die Strukturbereinigung nur gebremst.
Welches geschlossen wird ist m eigentlich nicht so wichtig, die Spitäler sind mit dem Zug keine 5 Minuten auseinander.
Dieser Entscheid hier wird gar nichts bringen. In 5 Jahren steht man am gleichen Ort.
Sehr geehrte herr Gantner vielen Dank für Ihre Recherche Sie haben (auch früher( Recht znd keine Angst, Mut zu machen (auch Herr René Zeyer Betreiber von http://www.zackbum.ch und Korrespondete von Nzz weltwoche (Kuba und Lichtenstwin) mit viel Sacheissen und Homur (was ist das un der Schweonz 😀 ironisch gemeint (Herr René Zeyer ist (keider( der einzige der dadurch kann (Also Humor UND wissen(extra groß geschrieben bitte weiter so Hans Gerhard
Jetzt wird es eine unleserliche Zumutung. Wäre Sie blutsverwandt, würde ich mir die Mühe machen. So aber, empfinde ich es ehrlich gesagt als eine Art Belästigung.
Meinen Sie, etwas zu sagen zu haben, sagen Sie es so, dass man versteht was gemeint ist. Mit gewöhnlichem Satzbau, gewöhnlich geschriebenen Wörter….
Alles andere bringt inzwischen entweder Arroganz, Ignoranz oder ein sehr desolater Zustand des Sprachzentrums zum Ausdruck.
Diese Region wird aber doch allmählich zur Belastung. Man will nicht mehr richtig Land wie Tösstal oder Weinland sein, schön chillig bei den Brands in Zürich arbeiten, gefälligst alles, was es da gibt auch haben, in der Region selber aber nichts mehr wirtschaften/bewirtschaften. Geht halt nicht auf. Schliesst halt der Spital.
Diese strukturgewandelten Regionen, kalt und technokratisch, weder Fisch noch Vogel, haben sich in eine dumme Situation gebracht. Entweder/Oder. Beides geht nicht. Ausser man bezahlt es selber.
Die Gläubiger haben am meisten verloren. 70% von dem was auf das Konto sollte, ist verloren. Aber die Gläubiger haben keine Fehler gemacht. Warum jetzt genau diese Betroffenen auf ihre Bezahlung verzichten sollen, ist für mich rational nicht begründbar. Auf dem Buckel der Gläubiger soll saniert werden. Kein gutes Omen. Amen.
Die Gläubiger können gerne versuchen, ein Spital, das es nicht braucht, zum Erfolg zu führen.
Zusammen mit einer Bauruine und einem Gebäude, welches man nicht umnutzen darf.
So werden die Gemeinden noch etwas bezahlen. Und in 5-10 Jahren ist der Laden dann endgültig pleite.
Unser Land zeigt immer mehr Zerfallserscheinungen. Dienstleistungen im Bereich Service Public (bspw. Post und ÖV) und Gesundheitswesen funktionieren immer schlechter, Angebote werden abgebaut, die Kosten dafür steigen. Wo es früher mindestens eine schwarze Null oder sogar Gewinne gab, sieht man heute die Defizite wachsen. Die Leute, welche angeblich so viel Verantwortung tragen, dass sie sich selber immer mehr am Topf bedient haben, schieben die Verantwortung auf den Steuerzahler, welcher so dumm ist, sie zu übernehmen. Ähnliches in den Alpen: Bergbahnen werden von Steuerzahler gerettet.
@Déjà-Vu
Bürger heisst nur Bürgen 😉 für Schulden mehr braucht es keine Steuerzahler … interessant an Wetzikon ist: 26’917 Einwohner. Der Ausländeranteil in Wetzikon beträgt etwa 29,3 %, bezogen auf den Stand vom 31. Dezember 2024. Dies ist der Anteil der Einwohner ohne Schweizer Bürgerrecht.
Es mag sein, dass es heute nicht mehr so viele Spitalbetten braucht. Komisch dabei ist, dass wir eine derart extreme Zuwanderung hatten, welche das teilweise kompensieren müsste. Gleichzeitig gehen die Leistungen zurück bei immer höheren Kosten.
Das Problem liegt tiefer: Seit der Einführung des Krankenkassen-Obligatoriums ist das Gesundheitswesen zu einem Selbstbedienungsladen geworden. Von Politiker, welche oft im VR von Krankenkassen sitzen, über Pharma, Medtech und Fachpersonen mit Spitzensalären haben alle abgesahnt. Das Resultat sehen wir nun grossflächig.
Der Super-GAU naht!
Der Verwaltungsrat der GZO Wetzikon hätte mit dem Neubau gar nie beginnen dürfen. Es fehlte vor 10 Jahren minimalst 60% der CHF 170 Mio. Klar war damals, entweder Uster oder Wetzikon ist zu schliessen.
Damals hofften die Wetziker, das in „Schieflage“ stehende Spital Uster werde dicht gemacht. Sie lehnten eine „Zusammenarbeit“ ab. Jetzt muss das GZO Wetzikon minimalisiert werden, als Filial-Betrieb von Uster. Selber „Schuld“!!
Uster – Männedorf – Zollikerberg bilden eine Spitalregion. Dank veränderter Medizin braucht es weniger Spitalbetten.
Realitätsverweigerung.
Höchst gefährlich wie die Wirtschaftlichkeit-Diskussion ideologisch erfolgreich radikal erstickt wird.
Der Stimmbürger hat immer recht. Jedenfalls die Mehrheit der Abstimmenden.
Wenn ich in meinem Umfeld schaue, kann ich den Entscheid dieser Mehrheit gut nachvollziehen: Leute in Pension haben erschreckend viele Ärzte- und Behandlungstermine. Nicht weil sie sie krank sind, sonst alle möglichen Vorsorgeuntersuchungen und Checkups machen. Zudem geht man wegen jedem Zipperlein auch zum Arzt. Der rät einem meistens zu Nachuntersuchungen und Zusatzbehandlungen. Das ergibt locker 30 und mehr Termine pro Jahr.
Ein Spital um die Ecke zu haben, ist diesen Leuten wichtig. Die Kosten sind ihnen egal!
Boomers always win!
Jeder Finanzchef weiss , wann eine
170 Mio. Anleihe ausläuft, dass er sich frühzeitig neu finanzieren müsste und dass er für eine neue Refinanzierung halt auch gute Geschäftszahlen braucht. Sonst wird es schwierig.
Ich weiss nicht was für finanzielle Koryphäen und Lokalpolitiker an diesen Spitälern am Werk sind. Das sind Basics und dort fängt es überall schon mal an. Bei einem sauberen Budget und Controlling weiss ich genau ob k d wann ich in der Verlustzone bin und und und.
Nun zahlt wieder der Steuerzahler weiter in ein Fass ohne Boden.