Der Rettungseinsatz nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana wird als Erfolg dargestellt, insbesondere mit Verweis auf internationale Solidarität und rasche Verlegungen.
Diese Darstellung greift zu kurz. Ein genehmigter, nationaler Spezialplan für Brandkatastrophen – das Swiss Burn Concept – existierte und wurde nicht aktiviert.
Das berichtete der Tages-Anzeiger diese Woche.
Welche Auswirkungen dies auf Einsatzführung, Verlegungsstrategie, Kapazitätsnutzung und Zeitachsen hatte, ist bis heute unklar.
Schwerst-Brandverletzte benötigen hoch spezialisierte chirurgische Versorgung und eine oft monatelange intensivmedizinische Betreuung.
Der reine Nachweis von Hospitalisation ist kein Qualitätskriterium. Massgeblich ist die durchdachte Mobilisierung nationaler Ressourcen – nicht eine grössere Zahl an Reservebetten und mehr Personal.
Entscheidend ist die Fähigkeit, die Versorgung in der Erstphase auf kürzesten Distanzen und in schnellstmöglicher Weise, gestützt auf eine professionelle Triage, sicherzustellen.
Und so Patienten schnell in der Schweiz am richtigen Ort zu platzieren. So lässt sich vermeiden, dass Schweizer Patienten lange im Ausland weiterbehandelt werden müssen.
Sogar dann, wenn entsprechende Ressourcen im Inland grundsätzlich vorhanden wären.
Die ersten 48 Stunden dienen als Orientierungsfenster. Sie sind kein starres Dogma, wie Crans-Montana zeigt.
Die Rettungsorganisation muss so funktionieren, dass Verlegungen – früher oder später – so erfolgen, wie man das im Voraus geplant hat.
Die Schweiz stützt sich bei schweren Brandereignissen auf zwei Hauptzentren: das Universitätsspital Lausanne (CHUV) und das Universitäts-Spital Zürich (USZ, Kinderspital).
Diese Konzentration überzeugt nicht. Weitere Universitäts- und grössere Kantonsspitäler verfügen über genug Personal, Infrastruktur und Können, um langfristig mehrere Brandverletzte aufs Mal zu versorgen.
Die Kapazitäten sind vorhanden; sie werden zwar punktuell genutzt, das zeigte auch Crans-Montana. Aber sie sind nicht ins Rettungskonzept eingebunden.
Das tragische Ereignis legt nahe, dass die in der Schweiz vorhandenen Kapazitäten nicht optimal ausgeschöpft wurden.
Stärkstes Indiz ist, dass sofort europäische Hilfe benötigt wurde. Das spricht nicht fürs Swiss Burn Concept, sondern für notfallmässige Improvisation.
Dass bei Brandkatastrophen dieser Grössenordnung Hilfe von überall willkommen ist, ist klar. Sie sollte ergänzen – die Primärorganisation und Verantwortung müssen in der Schweiz liegen.
Im Fall von Crans-Montana waren es 116 Verletzte, wobei mehr als 35 Patienten das Spital nach wenigen Tagen verlassen konnten.
Wie viele tatsächlich schwerstbrandverletzt waren, bleibt bis jetzt im Dunkeln. Auch das spricht nicht fürs nationale Brandkatastrophen-Konzept.
Der Koordinierte Sanitätsdienst (KSD) verabschiedete dieses 2013. Es sah für Ereignisse mit mehr als fünf Brandverletzten eine kantonsübergreifende Steuerung vor.
Als Crans-Montana passierte, wurde das Konzept nicht einmal ausgelöst.
Die damalige Armeechefin Viola Amherd hatte das KSD ins Bundesamt für Bevölkerungsschutz (BABS) überführt und später in Katamed umbenannt.
Die Neuausrichtung stiess auf Kritik. Bewährtes Einsatzwissen und bestehende Konzepte würden nicht übernommen. Lieber begann man wieder bei Null.
Hier liegt der eigentliche Skandal im Skandal: Ein gültiges, genehmigtes Spezialkonzept wurde de facto ausser Kraft gesetzt, weil sich eine Neustrukturierung im Aufbau befand.
Obwohl diese neue Struktur noch nicht funktionsfähig war. Erprobtes darf man erst dann abbauen, wenn das Neue nachweislich belastbar, einsatzfähig und getestet ist.
Bei Crans-Montana befand sich das System im Aufbau. Der Rettungseinsatz gelang dank externer, spontaner Unterstützung und günstiger Umstände: Das Wetter erlaubte viele Lufttransporte.
Unabhängig davon bleibt die Qualität des Einsatzes – abgesehen von den Verlegungen – unklar.
Gleichzeitig plant Katamed Szenarien wie konventionelle Anschläge mit über 1’000 Verletzten, darunter unzählige Schwerst- und Schwerst-Brandverletzte, die primär regional versorgt werden.
Man geht offensichtlich von grösseren Schweizer Versorgungskapazitäten aus. Der Anspruch steht im Widerspruch zur Realität, wie sich diese in Crans-Montana gezeigt hat.
Wenn eine Tragödie mit 116 Betroffenen, davon eine grössere Zahl leicht und mittelschwer Verletzter, die nationalen Strukturen an ihre Grenzen bringt, stellt sich die Frage, wie realistisch die propagierten Grossszenarien sind.
Die Einsatz-, Verteilungs- und Verlegungsstrategien erscheinen zwangsläufig spekulativ.
Die Schweiz hatte Glück, dass externe Hilfe sofort verfügbar war. Entscheidend bleibt die Frage: War der Einsatz gut – oder kamen die Rettungs-Verantwortlichen glimpflich davon?
Das Wallis hat dieses Konzept bestimmt nicht einmal gekannt. Würde mich nicht überraschen.
Die Untersuchung gehört an einen Drittkanton ausgelagert. Wallis untersucht die Fehler vom Wallis – das geht gar nicht.
Das spricht nicht unbedingt gegen den Wallis, sondern gegen die Schweiz
Die typische Schweizer Selbstüberschätzung
Wer denkt es geht nicht mehr schlimmer kennt das Wallis noch nicht.
Im Wallis geht es schlimmer immer immer wieder noch schlimmer.
Sie haben wie die ex Credit Suisse nichts ausgelassen.
So ein Skandal wäre in einem normalen Kanton (Deutschschweiz) nicht möglich.
Sorry bevor man einen Kommentar verfasst, sollte man den Text lesen und noch wichtiger verstehen. Das ist nicht wirklich ein Problem des Wallis. Aber was solls, Hauptsache sie haben einmal mehr Ihren persönlichen Frust gegen das Wallis ablassen können. Könnte es nicht sein, dass Sie sich sonst hinterfragen sollten? Ich wünsche Ihnen alles Gute und vor allem viel Zufriedenheit in Ihrem Leben…
Die Erfahrung zeigt: Nationale und staatliche Konzepte, Programme, Masterpläne usw., ausgeklügelt von Beamten, Politikern, Kommissionen, Experten, sind reine Steuergeldverschwendung.
Die Liste dieser Zombieprojekte ist um ein Beispiel länger.
Vor allem wenn diese dann nicht einmal zum Einsatz kommen
Hat man auch beim Too-Big-To-Fail Plan gesehen.
Ich frage für eine Freundin!
Die hat ihm die Hose genäht, doch er kommt sie nicht mehr abholen.
Sie wollte probieren lassen, ob die Eier noch herein passen?
Tschugger
Für gewöhnlich kümmert sich die Walliser Kantonspolizei um beschauliche Nichtigkeiten. Bis ein unfassbarer Mordversuch die kriminalistische Energie der Polizsten Bax und Pirmin weckt. Dabei deckt das Duo lokale Seilschaften auf und legt sich mit dunklen Mächten an.
Ich habe mich auch schon gefragt, wie gut es mit unseren Kapazitäten steht, wenn schon bei 100 Verletzten das Ausland einbezogen werden muss. Bei der Anzahl Spitäler sollte mehr möglich sein, vielleicht ist es aber auch nur falsche Planung.
Jedenfalls frage ich mich, was man bei einem richtig grossen Unglück machen würde.
Die Schweiz ist einfach nicht mehr das, was sie einmal war, überall ist man überfordert, wo früher noch endlos Ressourcen zur Verfügung standen.
Auf den Punkt! Zu viele mit limitierten Fähigkeitsausweisen und/oder Partikularinteressen sitzen an entscheidenden Positionen und machen alles kaputt. Schweiz über hunderte Jahre erfolgreich aufgemacht wird im letzten Jahrzehnt demontiert auf allen Ebenen
Schönwetterkapitäne.
In der Schweiz bekommen Leute zu Führungsposten nicht nach ihren Fähigkeiten, sondern nach Beziehungen, Quoten usw.
Durch Crans-Montana stellt sich jetzt -der breiten Öffentlichkeit- dar, dass viele Kantone NULL Kontrollen durchführen. Dass Wallis-Verhältnisse überall sind.
Dass Gegenstände in Treppenhäusern nichts verloren haben. Besonders ganze Schuhgestelle.
Bestenfalls lernt die Schweiz aus Crans-Montana dass periodische Kontrollen notwendig sind.
Um Crans-Montana zu verhindern war nicht High-Tech notwendig.
Was haben Schuhgestelle in Treppenhäusern mit großflächiger Verlegung von PU Schuam an der Decke zu tun? Ich kann mich nicht erinnern, dass schon mal Menschen bei einem Schuh-Regal-Brand gestorben sind. Mir erscheint es so als würden hier spießige Vorliebe für sterile Treppenhäuser mit Brandschutz begründet, ohne dass es dafür eine sachliche Grundlage gibt. Ein Treppenhaus muss nicht 100% frei von Brandlasten sein, genauso wie ein Haus auch nicht unbrennbar sein muss. Kleinere Brände kann man beherrschen.
@Schuhe gehören… Sie brauchen dringend Nachhilfe: Es geht um brennbares Material im Treppenhaus, aber ebenso wichtig ist der hindernisfreie Zugang der Feuerwehr zu den Wohnungen. Jeder verantwortungsvolle Vermieter/Verwaltung macht die Bewohner darauf aufmerksam.
Kennen wir doch alles schon, war vor 6 Jahren das gleiche Spiel.
Damals durfte man dann von Gesundheitsdirektor A.P.Schnegg (SVP) und Gesundheitsdirektorin N.Rickli (SVP) hören, das ungeimpfte auf eine Spitalbehandlung vezichten sollen.
sollte man evtl. auch darüber nachdenken, warum die stolzen Fluglinien so schnell die Opfer ausser Landes brachten?
SRF hat die Flugdaten der beteiligten Rettungsorganisationen aus der Luft ausgewertet. Darunter die Rega, Air Zermatt, Air-Glaciers sowie weitere Helikopter und Flugzeuge aus Italien, Luxemburg, Frankreich und Rumänien. Ihre Spuren zeigen, wie schnell und effizient die Rettung über die Luft verlief.
echt spitze die Helvetier! zumindest im Verschleiern von Verbrechen.
So weit, so gut. Was aber, hätte schlechtes Wetter geherrscht? Die meisten Helis wären am Boden geblieben. Und der lange Weg von Crans-Montana ins Tal ist für Ambulanzen auch nicht ohne.
NB: Die Medien suggerieren, dass es sich bei allen Opfern um Verbrennungsverletzte handelt, was aber nicht stimmt. Ebenso gab es Verletzte ohne Verbrennungen (Rauchgasvergiftungen, Verletzungen vom Panikrun). Von dem hört bzw. liest man nichts. Macht die Katastrophe aber auch nicht besser.
Keine Obduktionen, jetzt in Hauruck Übung. Ein existenter Katastrophenplan für Brandkatastrophen wurde nicht aktiviert. Letztendlich wurde dieser inoffiziell sogar ausser Kraft gesetzt weil etwas umstrukturiert wird, und es gibt letztendlich überhaupt keinen Katastrophenschutzplan aktuell. Das ist ja Wahnsinn!!!
Wie üblich oft der gleiche Quatsch in den Kommentaren zu lesen.
Was soll man anderes erwarten?
Ihr solltet zuerst an euch selber arbeiten, bevor ihr über andere urteilt.
Zuerst kleiner Hinweis für die kein Französisch verstehen: Fondue=Käsesuppe, Raclette=geschnittener Käse in Scheiben.
An die allwissenden Fondue-Esser eine ganz einfache Frage:
Was soll ich von einem Stimmvolk halten, das durch eine durchschnittliche Stimmbeteiligung unter 50% glänzt?
Beim Nörgeln und der Besserwisserei ist die Beteiligung 100%.
Aha, und woher wissen Sie ob diese von Ihnen als Nörgler/Besserwisser bezeichneten Kommentarschreiber nicht zur Wählerschaft gehören?! Ein wenig besserwisserisch von Ihnen 🤣
@Aha, Wählerschaft
Sie Dummkopf, wenn Sie mich kennen würden, dann würden Sie wissen, dass ich immer mit der grossen Keule herumschlage, aber vorbereitet.
Wahrscheinlich, im Gegensatz zu Ihnen und anderen, beträgt meine Wahl- und Stimmbeteiligung bisher 100%. Ich jammere nicht nur, sondern ich beteilige mich auch an Lösungen.
Weitere Frage:
Haben Sie seit dem Sie das Wahl- und Stimmrecht haben an allen Wahlen und Abstimmungen in diesem Land teilgenommen?
Weitere Frage Antwort: wo wählen Sie denn, in Zürich? Dann herzlichen Glückwunsch, schlürfen Sie dann auch Käsesuppe zusammen mit Käsenscheiben garniertes Brot, sozusagen ein Raclfondu, während Sie die (grosse) Keule schwingen. Für Lösungen müssen erstmal die Probleme identifiziert und die Ursachen analysiert werden. Und besser noch wäre Prävention vor allem man vor lauter Problemen nicht mehr hinterherkommt.
Nun, als braver Wähler & Stimmbürger mitverantworten Sie demfall halt auch die Einsetzung von unbefähigten, politischen Karrierehengsten und -stuten, und hierüber indirekt auch jedes nachgelagerte Behördenversagen.
Viele im Land wählen und stimmen seit Jahren nur noch mit den Füssen – was glauben Sie, was das über Pappnasen wie Sie wohl aussagt?
Oder die untätigen Täter der Gemeinde machen sich verantwortlich für die
40 Toten
und Verletzten
Warum wusste das Tourismusbüro von CransMontana alles
Warum wusste aber die Gemeinde nichts wenn alle alles
wussten
??????
Diese Bar brannte 11 Jahre nie
Diese Gemeinde kontrollierte
11 Jahre nie
??????
Und tötet 40 Menschen
??????
Hat man sich nicht schon bei Corona NICHT an den Pandemieplan gehalten (Sicherheitverbundsübung 2014, „Unbekanntes Virus aus dem asiatischen Raum“)? Das Krisenmanagement war katastrophal, obschon die Medien anderer Meinung waren. BR Berset: „Wir haben alles im Griff“ und BAG-Koch: „Wir beobachten die Entwicklung“. Von Sofortmassnahmen keine Spur sondern warten und den „Handlungsspielraum“ dem Virus überlassen. Und dann die Kakophonie von Bundesrat, BAG und dem „Expertenteam“. Wer hatte den Lead? Ein Glanzstück unserer Landesregierung! Eine Aufarbeitung hat bis dato nicht stattgefunden.
Aber, aber. Was soll das. Der allgemeine Konsens ist:
Nicht mehr über den Jahrhundertskandal vor vier Jahren sprechen und schreiben. Schwamm drüber und vergessen, zu peinlich die Geschichte für die Mehrheit, die sich die Brühe reinzog für eine Bratwurst.
Ob das auch hier nicht publiziert wird?
Hauptsache es sind viele Leute an Strategien und angeblichen Verbesserungen auf Kosten der Steuerzahler beschäftigt. Viele Treffen und Sitzungen bringen anscheinend ausser Ausgaben nicht viel. Das zieht sich bis in den Bundesrat hinauf.
Fassen wir „das Swiss Burn Concept“ zusammen: hoffen, vertuschen und verdunkeln.
Obduktionen? Nö.
Verlegen? Ins Ausland.
Beweise sichern? Haha!
Alles egal, ist auch niemand schuldig.
Alles und jeder versagt nur.
Ist das der Schweizer plan gegen Tourismus und Expats?
Wie ein 4. Welt land wirken?
Das Wallis-Konzept: Filz, Crash, Burn.
Randnotiz: Frau Amherd, die dafür zuständige Bundesrätin, stammt auch aus dem Wallis.
Ja, wir müssen dem Ausland für diesen Solidareinsatz sehr dankbar sein. Dass dieser nötig wurde, zeigt, dass unsere nationalen Möglichkeiten für Brandverletzte relativ gering sind. Und was wäre im Kriegsfall ? Dann wird es aus sein mit Auslandhilfe. Auch hier, grosser Nachholbedarf, ganz offensichtlich.
Das einzige Raubtier, welches in der Schweiz nicht wieder angesiedelt und unter Schutz gestellt werden musste, ist der Papiertiger.
Man muss hoffen, dass die Abschussquote für Papiertiger zukünftig deutlich erhöht wird.