Die linke Hand unserer Behörden weiss nicht, was die Rechte tut. Und das Stimm-Volk schaut unwissend und gutgläubig zu.
Es gibt viele Beispiele, doch das Beispiel der Flughafenpolitik hat schon schmerzhafte Dimensionen unserer sogenannten Demokratie erreicht.
Letzten Herbst hat Bundesbern den Sachplan Infrastruktur Luftfahrt (SIL) verabschiedet. Trotz massiver Proteste schon im Vorentwurf steht da, dass die Abdeckung der Nachfrage nach Flügen oberste Priorität habe.
Bevölkerungs- und Umweltschutz sind nur soweit zu berücksichtigen, solange der Flughafenbetrieb nicht eingeschränkt wird und es wirtschaftlich tragbar sei.
Gegen den SIL besteht kein Rechtsmittel, erst gegen seine Umsetzung.
Mit der Offenlegung des ergänzten Betriebsreglementes des Flughafens besteht nun ein Rechtsmittel. Hier wird verlangt, dass die seit Jahren „ergaunerten“ Betriebserweiterungen als Besitzstand betoniert werden sollen.
Für den Flughafen, und zu Lasten der Anwohner, sollen die Lärmgrenzwerte heraufgesetzt werden.
Und schliesslich wartet die rechte Hand nicht, bis die Linke die übergeordneten Gesetze ratifiziert hat.
Die Geschichte zeigt, dass seit Jahrzehnten auch das rechte Auge nicht sieht, was das Linke sehen sollte: In den 19 Jahren, seit damaliger Einführung, wurde der Zürcher Fluglärm Index (ZFI) sechsmal eingehalten.
Darin ist die maximale Anzahl Anwohner festgehalten, die durch Fluglärm belästigt wird.
Seit mindestens sechs Jahren weist der Flughafen selber aus, dass die Lärmschutzverordnung nicht eingehalten wird. Pflichtgemäss werden auch Massnahmen benannt.
Doch diese weisen nur Kapazitäts- und damit Lärmerhöhungen aus. Seit Jahren die gleichen Massnahmen, ohne dass weder das rechte noch das linke Auge bemerkt, dass alles Augenwischerei ist.
Seit 20 Jahren besteht ein Zürcher Flughafengesetz, das sieben Stunden Nachtruhe verlangt und gegebenenfalls Massnahmen fordert. Neuerdings haben einige entdeckt, dass das Flughafengesetz quasi illegal sei, weil es das Bundesrecht durchkreuzt.
Dann gibt es noch den SIL, der früher schon Flüge nach 23.30 Uhr nur ausnahmsweise zulässt. Es gibt Statistiken, wonach nach 23.30 Uhr diese Ausnahme monatlich rund zehnmal missbraucht wird.
Zudem wird ein sogenannter Verspätungsabbau bis 23.30 Uhr zugelassen. Der gesellschaftsfähige Eidgenosse versteht unter „Verspätung“ schon per Definition einen Ausnahmefall.
Der Flughafen beansprucht aber täglich sechs bis siebenmal diesen Ausnahmefall.
ZFI, Flughafengesetz, Lärmschutzverordnung und SIL werden ignoriert. Was ist seitens der Zürcher Regierung seit Jahrzehnten korrigierend passiert?
Nichts.
Doch: Mit der Verdichtung und den neuen Stadtteilen Stettbach und Glattpark wurde das Elend der Anwohner zusätzlich verstärkt.
Man beachte noch, dass Stadt und Kanton zu 38 Prozent Eigner des Zürcher Flughafens sind, der Kanton sogar mit Vetorecht.
Trotzdem: Kapitulation auf der ganzen Linie, notfalls Lobpreisen der versagenden Politik.
Und jetzt? Die Revision der Lärmschutzverordnung steht erst bevor. Die parlamentarische Beratungskommission für Lärmbekämpfung empfiehlt tiefere Lärmgrenzwerte.
Das Bundesamt für Umwelt schweigt. Trotzdem, ohne Rücksicht auf die übergeordnete Lärmschutzverordnung, wird das Betriebsreglement angegangen.
Das Luftfahrtgesetz ist ebenfalls noch nicht revidiert, und die Ratifizierung durch Deutschland ist seit 2014 sistiert.
Zudem ist die Bürgerinitiative „Flughafen Nachtruhe Initiative“ zustande gekommen. Die Initiative wurde im April 2024 durch die Staatskanzlei gut geheissen.
Jetzt, 2 Jahre später, beraten Regierung und Kantonsrat über die Abstimmung. Diese Verzögerungstaktik funktioniert immer (siehe Eigenmietwert, Einwanderung, 13. AHV-Rente, SRG-Halbierung), warum nicht auch hier?
Und doch, man debattiert ungeachtet davon über das untergeordnete Betriebsreglement. „Gring ache und durre“.
Vorsorglich beantragen Flughafen und Regierung, vertreten im Verwaltungsrat der Flughafen Zürich AG, dass die aufschiebende Wirkung im Falle einer Opposition entfallen soll.
Die schleichend angeeigneten Betriebserweiterungen des Flughafens werden vom zuständigen Bundesrat Rösti als Besitzstand deklariert.
Das beabsichtigte, neue Betriebsreglement wird den Anwohnern entschieden mehr Lärm und Gesundheitsschäden bescheren. Es sind im Osten Messstationen eingerichtet, die jetzt schon bis nach 23 Uhr im Zweiminutentakt über 80 dB(A) täglich ausweisen.
Bei 76 dB(A) werden Mofas eingezogen. 3 dB(A) mehr entsprechen dem Doppelten an empfundenem Lärm. Nach neuem Betriebsreglement: „Gring ache und durre“.
Aber was sagt der rechte Mundwinkel, während das linke Ohr schläft: Die Sicherheit am Flughafen muss unbedingt mit Entflechtungen der Flugrouten und durch Verhinderung der Kreuzungspunkte verbessert werden.
Nüchtern betrachtet: 2012 war der Flughafen gemäss Sicherheitsbericht sicher. Seither lässt man, dem steigenden Verkehrsaufkommen folgend, Flugzeuge zeitlich aufeinander los, sodass die Sicherheit nicht mehr genügt.
Statt endlich dem Verkehrsaufkommen Grenzen zu setzen, werden die Anwohner noch mehr belastet.
Immer wieder wird von der wirtschaftlichen Bedeutung des Flughafens gequasselt. Der Swissair-Crash, zahlreiche Vulkan-Ausbrüche und auch die Corona-Krise liessen die Zürcher Wirtschaft nicht einbrechen.
Zürich-Kloten ist zum Spielball von Betriebs-Ökomikern geworden, die den Flughafen seit jeher über die physikalischen und gesetzlichen Grenzen hinaus ausweiten. Und die Politik macht mit:
Im SIL wird zugegeben, dass die Langstreckenflüge nicht ausgelastet seien und deshalb mit Zubringerflügen nachgeholfen werden müsse.
Mitunter fliegen wir nachts deutsche Passagiere nach Zürich. Gleichzeitig sperrt Deutschland den Luftraum zu Lasten der Anwohner.
Wo ist die Rechte, währenddem die Linke das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet hat?
Das Beispiel zeigt nur eines von vielen, wie unsere Milizpolitik herumwurstelt. Dagegen sind die Management-Irrtümer der Paradeplatz-Anlieger und der Migros Pipiwasser.
Kann mir jemand erklären, weshalb ein Einkaufszentrum ein Pistenkreuz braucht?
Die scheinen wirklich Eier zu haben. Ungewöhnlich für Schweizer!
Endlich geht’s mal wieder aufwärts nach der Rezession.
Beim Flughafen wohnen und sich über Lärm beklagen. Finde den Fehler.
Mit dem Nachtflugverbot über süddeutschem Gebiet wurden 2003 die Ostanflüge provisorisch eingeführt und der Bevölkerung im Osten während den sensiblen Randstunden massiv mehr Lärm zugemutet.
…der Flughafen ZRH darf alles, selbst Gesetzloses, dazu die höchsten Parkplatzkosten der Welt. Obendrauf noch die höchsten Gebühren… Und natürlich Kerosin nicht versteuert…
Gewinne Privatisiert – Verluste 306° Verteilt
ähh..du bisch i dä Emergency checklist…
Deutsche Arbeitnehmer gegen Ueberflugs Rechte ausspielen und Neu Verhandeln…
Inklusive der 66’000 deutschen Grenzgänger.
Finde den Beitrag unnötig. War selber viele Jahre lang in Opfikon-Glattbrugg/Kloten zuhause und arbeitete auch eine Weile neben der Abflugpiste, bis wir rausgepreist wurden. Die Dezibel und der Dreckausstoss nahmen über Zeit ab und wurden nicht nur unter Inkaufnahme der sehr tiefen Steuern absolut erträglich. Wenn es denn etwas zu mäkeln gibt, dann ist es die Verkehrszunahme in der ganzen Region. Ein anhaltendes Durchgangsgefahre mit viel Lärm und Dreck, das sich mittlerweile mit der Zürcher Sihlporte messen kann.
In dem Artikel geht es erkennbar um andere als die angeführten Befindlichkeiten.
Wichtig ist doch, dass ganz viele Passagiere am ZRH umsteigen, ohne geht es nicht. Das ist genauso wichtig, wie ein hohes Bevölkerungswachstum. Sonst VERARMEN WIR ALLE SOFORT!
der Banker durch Verschuldung (Kredit) entstehen und sich die quartalsweisen Schuldzinsen immer weiter dazu addieren.
Die Schulden steigen imner schneller und damit letztlich die Verarmung auch.
Ist ja verständlich, allerdings bringt der Airport auch viele Arbeitsplätze, unter anderem Billigstlöhner die mitten in der Nacht von Deutschland her im Sammelbus hingekarrt werden um die Flugzeuge reinigen.
Dazu haben die Zürcher eine Möglichkeit unweit vom Wohnort in die Welt hinaus fliegen zu können.
Ich kann es nicht glauben, Bundesbern entscheidet das erste mal richtig was Infrastruktur & Fliegen angeht!
Unglaublich!
Klar gibt es Wegelagerer und auch die Schweiz hat Karens.
Aber diese werden hoffentlich kein zu hohen Stellenwert eingeräumt.
Die Ewiggestrigen dürfen nichts blockieren weil noch nichts wirklich entschieden ist?
Gut so.
Für die Karens der Schweiz natürlich wieder ein Grund herumzuheulen, wie jede Entscheidung jeder Person die nicht sie selbst sind 😆.
Verlogene Politik in Reinform! Dem Autofahrer den Liter Most auf möglichst 4 Stutz raufschrauben, Begründung: KLIMA ZIELE UND-NEUTRALITÄT! Mit künftig 50 Mio. Passagieren / Jahr haben sie wiederum kein Problem! Finde den Fehler.
Mittelstandsgejammer
Das Passagieraufkommen steht und fällt mit dem Hunger der hiesigen Geschäftswelt nach importierten Arbeiterskraft.
Entfernt die Schweiz die Ausbeutung der Ausländer kommen sie nicht, dann können die Einwohner rund um den Flughafen besser und länger schlafen.
Herr Rolf Hunkeler erkennt und versucht die Symptome zu bekämpfen anstattt mit der Diagnose den Wurzel des Problems anzupacken: die Wirtschaft der Schweiz.
Typisch schweizerisch.
Schaffen Sie IWF in Davos aus, schaffen Sie Nestle, UBS, ABB, Glencore, Roche, Novartis, MSC und LafargeHolcim aus, dann kehrt die Ruhe wieder ein.
aha! also schon wieder Geld und Macht die treibenden Motive?
schlimm, schlimm, wenn Gier das Hirn frisst.
Herr Hunkeler, von Luftfahrt, speziell betreffend Sicherheit, haben Sie anscheinend keine Ahnung. Und wenn ich mir Ihr Konterfei anschaue weiss ich, dass Sie in die Flughafenregion gezogen oder hier aufgewachsen sind, als bereits Jets der ersten (massiv lauteren) Generation in Kloten verkehrten. Und ich vermute, dass Sie aus wirtschaftlichen Gründen in der Gegend leben. Und auch Sie profitieren vom Flughafen massiv, sowohl wirtschaftlich als auch verkehrstechnisch. Ein Tipp: Ziehen Sie ins Appenzellerland oder in den Jura, aber verschonen Sie uns mit Ihren grün-sektiererischen Neidansichten.
Sei still harder 🤣
Nur die Zeiten ändern sich, die Menschen nicht.
Rolf Hunkeler, so hiess doch der legendäre Elektrotechnik Lehrer der Technischen Berufsschule Zürich. Vom Foto her könnte es passen, wäre aber ein älteres Foto.
Herr Hunkeler, sind sie es wirklich? 😎
Also echt jetzt ! Lärmschutz?@Kloten ?
FYI/PS.
Da war ich doch kürzlich in Kloten am (g) übernachten in einem ruhigen Hotel (mit BBC/Fox/CNN/GCTV). Plötzlich: Laute Knalle, wieder und wieder, Fenster auf: Polizisten auf der Strasse, scharfe Westen, grosse Schutzschilder, VerkehrsStau, brennender Nachthimmel, wilde Menschemengen. Wilde Schreie !!!
Anschlag ? NEIN: HOCKEY Match …
Let’s close that airport, because it bothers my sleeping with open windows!
Die Starts der grossen Langstreckenflieger ab 22 Uhr hört die halbe Schweiz, auch hier in downtown Zürich.
Nebst den Transfer-Passagieren sind diese voll mit Herr und Frau Bünzli in der Holzklasse, weil Ferien in der Ferne doch mehr am Stammtisch hergeben als Appenzell. (Gilt auch für die fluglärmgeplagten Süddeutschen, die ab ZRH in die Ferien fliegen.)
Die einen stören die Kuhglocken, uns die Rega im Anflug auf das Unispital und Euch der Fluglärm. Augen auf bei der Wohnungswahl
Schonmal bedacht wie unglaublich praktisch es ist nah am Zürcher Flughafen zu wohnen? Fliege jede zweite Woche geschäftlich inter- oder kontinental; 15min & ich bin in der Lounge oder wieder zuhause. Der Fluglärm im Umland stört nicht. Daher bitte weiter ausbauen – es gibt Europaweit wenig bessere Flughäfen.
Wer in den letzten 70 Jahren in die Flughafenregion gezogen ist, hat kein Recht auf Beschwerde. Er wusste um den Fluglärm und es scheint, dass der Fluglärm die Leute nicht daran hindert, in die Region zu ziehen.
Fluglärm sind wir, die jährlich mehrmals in die Ferne fliegen und froh sind, wenn abends um 2330h der wetterbedingt verspätete Sao Paulo oder Singapur Flug mit uns an Board doch noch abfliegen darf. Und wer sich über Lärm beschwert, darf auch das Auto, Tram oder die Bahn nicht nutzen, denn auch sie verursachen Lärm.