Im laufenden Stadtratswahlkampf kursieren zwei Argumente, die einer Prüfung nicht standhalten:.
Erstens: Es gebe kein Recht, in Zürich zu wohnen. Zweitens: Der Staat soll sich auf die Versorgung sozial Schwacher beschränken.
Der Rest sei Sache des Markts, dem man Regulierungen aus dem Weg räumen müsse.
Wer in Zürich eine Wohnung sucht, kennt das Inserat: Drei Zimmer in Altstetten, vierter Stock ohne Lift, Küche aus den Neunzigern, 3’200 Franken pro Monat.
Fünfzig Bewerbungen, Inserat nach zwölf Stunden offline.
Das ist kein Extrem. Das ist Markt. Hinter den Preisen stehen Entscheidungen: Politische, planerische, wirtschaftliche.
Das Modell „Staat nur für Arme“ erzeugt ein Zweiklassensystem: Gemeinnützige Wohnungen als Residualsegment, während der freie Markt die Mittelschicht schröpft.
Das erste Argument ist juristisch korrekt, verschweigt aber das Gegenstück. Es gibt sehr wohl ein Recht, in Zürich Rendite zu machen.
Pensionskassen und institutionelle Investoren können jederzeit kaufen, sanieren, aufwerten.
Dieses Recht ist geschützt, gefördert, zum Teil steuerlich begünstigt und wird erfolgreich praktiziert.
Artikel 41 der Bundesverfassung formuliert einen klaren politischen Auftrag an Bund, Kantone und Gemeinden: Bezahlbares Wohnen ist kein Gunstbeweis, sondern Staatsziel.
Zürich funktioniert, weil Lehrerinnen, Pflegefachleute, Polizisten und Busfahrer in der Nähe ihres Arbeitsplatzes wohnen können. Zügeln sie weg, steigen Pendelzeiten, sinken Lebensqualität, Steuersubstrat und Kaufkraft.
Irgendwann funktioniert die Stadt selbst nicht mehr. Es geht nicht um Sozialpolitik, sondern um Stadtlogistik.
Das zweite Argument, weniger Regulierung und mehr Markt, klingt pragmatisch.
Zürich hat in den letzten zwanzig Jahren viel gebaut. Die Mieten sind dennoch gestiegen, weil der Markt baut, was Rendite bringt: Teure Wohnungen.
Aber eben nicht, was Zürich jetzt braucht. Deregulierung verbessert primär die Konditionen für Entwickler. Bezahlbarer Wohnraum entsteht so strukturell nicht.
Dazu kommt Repricing: Fonds und Pensionskassen kaufen Bestand, sanieren, ersetzen und setzen die Miete neu an.
Ersatzneubauten und Gesamtsanierungen sind heute ein zentraler Treiber für Leerkündigungen. Weniger Regulierung beschleunigt diesen Mechanismus.
Rund 92 Prozent der Zürcher Bevölkerung wohnen zur Miete – seit Generationen ist Zürich strukturell eine Mieterstadt.
Der Markt fokussiert strukturell nicht auf diese Mehrheit, sondern auf die zahlungskräftige Nachfrage. Das ist seine Funktionslogik.
Die Gegenlogik dazu hat Stadtratskandidat Tobias Langenegger von der regierenden SP in einem detaillierten Wohnmanifest publiziert:
Boden der Spekulation entziehen, indem die Stadt systematisch kauft und im Baurecht abgibt, nicht verkauft.
Gemeinnützige Bauträger bei Planung und Bewilligung priorisieren. Zweckentfremdeten Wohnraum wie Airbnbs und Business-Apartments konsequent in reguläre Nutzung zurückführen.
Leerkündigungen systematisch erfassen und prüfen.

Bei Auf- und Umzonungen einen maximalen Anteil bezahlbarer Wohnungen einfordern, damit leistungsfreie Planungsgewinne nicht privatisiert werden.
Dazu: Ein Wohnraum-Kompetenzzentrum, Taskforces gegen Verdrängung und für Wohnraumerschliessung, konsequente Durchsetzung des Mietrechts sowie Prüfung von Housing Bonds und Vorgaben für kostengünstige Bauweisen.
Ergänzt wird das durch ein Angebot an ältere Hauseigentümer, ihre Liegenschaften zu fairem Preis an die Stadt abzugeben – im Gegenzug für attraktive Alterswohnungen.
Das Drittelsziel, also 33 Prozent gemeinnützige Mietwohnungen bis 2050, hat die Zürcher Bevölkerung längst beschlossen. Morgen Sonntag entscheiden die Stimmberechtigten, wer dieses Ziel umsetzt und ob es schneller erreicht wird.
Es braucht keinen freieren Markt dazu. Es braucht politischen Willen – und einen Gesamt-Stadtrat, der ihn hat.
Es braucht einem Mietzins Deckel. Bei einer 4.5 Zimmer Wohnung in der Stadt könnte dieser zwischen 2‘000 CHF und 2“400 CHF liegen.
In Genf funktioniert der massive Eingriff in den Markt auch. Die Vermieter haben sowieso schon genügend Geld und auf eine faire Rendite auf ihre Investition können sie verzichten.
Es ist ein Menschenrecht günstig in der Stadt zu wohnen.
Nein, es ist kein Menschenrecht billig in der Stadt zu wohnen.
Was für ein Quatsch.
Es ist ein Menschenrecht körperlich unversehrt zu bleiben und zu tödlichen Experimenten gezwungen zu werden…. das wärs doch gewesen!
Nein es weder ein Geburts- noch Menschenrecht in der Stadt Zurich zu wohnen. Auch will man sicher in Zürich nicht nur noch irgendwelche Pattaya Sozialfälle. Logisch für die Klientel bietet die Stadt Napfkuchen ab 21 Uhr morgens bis tief in die Nacht Zerstreuung. Das kann aber nicht der Sinn dieser Stadt sein.
Wohne freistehend auf dem Land zahle inkl. einem Objekt in den Bergen knapp die Hälfte und bin in 50 Min. in Zürich
Dein Menschenrecht: Weiterhin dumm zu bleiben!!
Du hast einen IQ einer Schmeissfliege!
Jaja da muss ich lachen, Mietzinsdeckel 🙂 du willst eine neue Wohnung die nichts kostet und einen Vermieter der dir neue goldene Wasserhähne einsetzt. 21/2Zimmerwohnng Kanton Aargau 450000fr., Stadt Zürich 900000fr., wenn ich mehr Geld investieren muss, so musst du logischerweise mehr Geld in Form von Miete Zahlen. Kurz du zahlst die Verzinsung meines Geldes. Jetzt redest du vom Sozialismus, also Mietzinsdeckel, was passiert? Ich investiere doch mein Geld einfach im Kanton Aargau. Die Folge wird sein der Wohnungsbestand in Zürich veraltert und es werden keine neuen Wohnungen gebaut.
Das Traurige ist, dass die Linken das was du hier als Satire schreibst, effektiv glauben und vertreten.
Dabei ist es ganz einfach: Asylanten und kriminelle Ausländer raus und wie haben
-> genug Wohnraum, um diesen günstig anbieten zu können
-> das Problem der überfüllten Züge und Strassen gelöst
-> wieder die Möglichkeit, uns ohne angst in öffentlichen Raum zu bewegen
Und kommt jetzt nicht wieder mit Fachkräften und AHV. Dieses Klientel trägt nichts, aber auch gar nichts dazu bei – im Gegenteil!
In einer Europäischen Hauptstadt gesehen: 3Zimmer, 65m2, 4 Stock mit Lift, gute Bausubstanz, sehr gute Lage, möbiliert, CHF 800.-/Monat inklusive Nebenkosten, Internet, Fernsehen.
So hoche Preise wie in der Schweiz gibt es nur an Orten mit vielen Menschen/Fläche, wie London, New York, Hong Kong, etc. Sonst dürfte eher das erste Beispiel normal sein. Viele Schweizer Firmen gehen jetzt in diese Region.
Aber wo ist das genau??
Tirana, Pristina, Sofia??
4. Stock ohne Lift für 3’200.– ist kein Inserat, das ist ein Reality-Check. Und 50 Bewerbungen zeigen, wie tief Zürich gefallen ist. Die politischen Rezepte? Kosmetik auf einem Kadaver.
3’200.– für vier Stockwerke Elend. 50 Bewerbungen. Und Lösungen, die aussehen wie Hoffnung, aber funktionieren wie Ablenkung.
3’200.– für vier Stockwerke Leere. 50 Bewerbungen. Und Politik, die so tut, als wäre das reparierbar.
„Das ist kein Markt. Das ist ein Nachruf.“
Ich habe den Kanton ZH verlassen, je nach Beruf verdient man überall gleichviel. Dauernd Stau, egal wo du hin gehst. Teure Wohnung, bin jetzt im eigenen Reihenhaus(2014), kosten max. 800fr. Monat. Bin am Abend nicht der einzige Schweizer im Tram oder Bus. Weil es so gut läuft konnte ich mit dem gesparten Geld noch zwei Renditeobjekte kaufen. Ach ja gratis parkieren kann ich hier überall und ich muss keine 5fr. Pro Stunde zahlen. Ähm was soll jetzt an Zürich cool sein? Der Znüni am Paradeplatz Restaurant, Sandwich plus Cola 14fr.?
Eine rührende Märchengeschichte aus 1001 Nacht!
„Zwei Renditeobjekte“..
Wohl eher soziale Hängematte, wie bei der Mehrheit der Schreiblinge hier..
@Jusuf, selbsternannter Krypto Milliardär nein eben nicht, ich konnte mein Reihenhaus 2014 für 600000fr. Kaufen als sie in Zürich schon über 900000fr. waren. 21/2 Zimmerwohnung Kanton Aargau 295000 (2019) und in Bulle 310000fr. (2023)Gekauft. Mein Haus ist jetzt über eine Mio. Wert und bekommt nächstes Jahr ein Baby, kurz ich kaufe mir mit dem Mehrwert noch etwas.
Als bald ausgesteuerter zahle ich in der Agglomeration von Zürich 1200.- für eine 1 – Zimmerwohnung.
Es gibt noch ein Argument:
MEI umsetzen!
Genau und bei einer überaltender Gesellschaft und schrumpfender Erwerbsbevölkerung bei ungenügendem Reproduzierungsgrad der Schweizer laufen wir auch dann mit 200 in die Wand einfach eine andere…..es wär so schön wenn die Dinge so einfach wären wie die Stammtischpolemiker gerne verbeiten
Gibts den Lead (hah) auch ohne unnötige Anglizismen?
sorry, aber das interessiert mich einen ….
wer so blöd ist und sich für sowas bewirbt,
kann man nicht mehr helfen ….
Unsere Wirtschaft, v.a. der 3. Sektor, welcher in städtischen Gebieten vorherrscht, aber auch die Verwaltung, werden sich zunehmend überlegen müssen, ob sie nicht besser – unter voller Ausschöpfung der heute verfügbaren Kommunikationstechnologien – ihre Investitionen in Arbeitsplätze und Wohnraum dezentralisieren würden. Zahlreiche Gemeinden z.B. im Jura bieten die Flächen, die Infrastruktur und einen wunderschönen Erholungsraum zu attraktiven Preisen.
„Es gebe kein Recht, in Zürich zu wohnen.“ Diese Aussage ist falsch. Sie gilt indes nur für Personen, welche die letzten 2 Jahre in Zürich gemeldet waren und ein Unterstützungsgesuch beim Sozialamt der Stadt Zürich einreichen. Dann ist Zürich zuständig für das Obdach, das übrigens auch ein Zimmer oder ein Hotel sein darf, bis eine Stadtwohnung zur Verfügung steht. Ergibt sich aus Art. 12 BV und dem Zuständigkeitsgesetz bzw. den SKOS-Richtlinien.
„Es gebe kein Recht, in Zürich zu wohnen.“ Diese Aussage ist falsch. Sie gilt indes nur für Personen, welche die letzten 2 Jahre in Zürich gemeldet waren und ein Unterstützungsgesuch beim Sozialamt der Stadt Zürich einreichen. Dann ist Zürich zuständig für das Obdach, das übrigens auch ein Zimmer oder ein Hotel sein darf, bis eine Stadtwohnung zur Verfügung steht. Ergibt sich aus Art. 12 BV und dem Zuständigkeitsgesetz bzw. den SKOS-Richtlinien.
Gibt es immer noch Leute die freiwillig in Zürich wohnen wollen? Mein Beileid.
Es hat genügend Wohnungen.
Auf dem Land wird alles zubetoniert!
Weil die CH massiv übervölkert ist (Kann 5 Mio. ernähren, in der CH leben aber 5 Mio. CHer und 4 Mio. (eingebürgerte) Einwanderer), besteht ein Bevölkerungs-Überschuss.
Der Arbeits-Markt funktioniert nicht. Er wird mittels der Importierei von Arbeits-Markt-Verzerrern, Einwanderern, seit Anfang der 60er ausgehebelt. Ziel des Feudalisten-Kapitalisten ist, die Lohnschere zu seinen Gunsten offen zu halten.
Ich freue mich auf den Tag, an dem es in Europa knallt und die CH keine Lebensmittel mehr für Einwanderer importieren kann.
Ja das mit den Lebensmitteln…können wir nun in Echtzeit mitverfolgen In Katar und Dubai wird das Essen rar. Bei uns könnte es genauso laufen.
Schon erstaunlich, wenn es darum geht Veloparkplätze zu bauen die niemand nachfragt, Busspuren zu vervierfachen, 30er Zonen auszuweiten, dann klappt das im durchgewokten Tsüri in Weltrekordtempo. Bei Wohnraum halten sie sich an Ursula Koch: „Tsüri ist gebaut“.
Neuen bezahlbaren Wohnraum bauen in Zürich mit ihren Bauvorschriften und hohen Mieter-Ansprüchen ist wohl unmöglich. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Bauen. Ein ehemaliger Professor für Wirtschaft sagte: Wenn viele Baukräne stehen, dann müsse man sich auf eine mega Krise vorbreiten und zwar auf eine langdauernde
REZESSION – HYPERINFLATION – DEPRESSION …
Realsatire: Linksgrün herrscht in der Stadt ZH seit 36 Jahren und der Typ vom Mieterverband beklagt angebliche Deregulierung. Dabei haben seine Genossen unzählige Wohnbauprojekte verzögert oder ganz verhindert. Die geplanten Wohnungen wären zu teuer, dabei weiss doch jeder, dass – wie bei Autos – neu eben teurer ist als alt. Darum gibt es nie neue, ‚günstige‘ Wohnungen. Erst recht nicht, wenn die Stadt selber noch mit Käufen die Preise nach oben treibt und dabei kräftig Grundstückgewinnsteuern einkassiert. Und wer bezahlt? Am Ende natürlich die normalen, nicht subventionierten Mieter.
Feusis sozialistisches Wunschdenken.
Die Schweiz, das Alpen Monaco: Ich weiss, warum ich ausgewandert bin.
Alle wollen Party machen. In Zürich, dort ist es am lustigsten. Man will nicht um 2 Uhr Morgens mit Alkohol im Blut nach Uster heinfahren müssen, oder um Mitternacht in den letzten vollen Zug. Ja, die meisten wollen das nicht. Aber sie müssen! Oder sie dürfen eben nicht mehr das Leben überkonsumieren wollen. In Rüti und Wil hats noch genug Platz. Die Leute die so Schlange stehen, verstehen nicht, dass sie wegziehen müssen. Es gibt kein Grundrecht auf Luxus. Selber schuld.
3200 Franken für 4. Stock ohne Lift in Zürich-Altstetten – weil man glaubt, in einem „Trendquartier“ zu wohnen. Wie naiv kann man sein? Einfach mal am Samstag ohne aufs Handy zu schauen durch Altstetten laufen und 15 Minuten am Lindenplatz stehen. Dann erledigt sich die Trendquartier-Illusion schnell. Trendy bleiben Seeufer und die sonnigen Hügel über der Stadt – nicht Altstetten.
Echtes verdichten erlauben, keine höhenbeschränkungen, maximale Ausnutzung, keine Einsprache bzw extrem limtierte Einsprachen, dann wird es der Markt regulieren weil früher oder später ein überangebot entsteht. Solange wir künstlich verknappen muss sich niemand wundern, man will eine Stadt sein aber hat ein Baureglement eines Dorfes
Also Grundsätzlich besteht NiederlassungFreiheit das heisst jeder hat das Recht überall zu wohnen….auch in Zürich.
Der „freie“ Markt hat noch nie funktioniert oder überhaupt existiert. Jeder Markt war und ist mehr oder weniger reglementiert. Schon weil seine Teilnehmer nicht alle gleichwertig sind oder die selben Möglichkeiten haben. Die dadurch entstehenden Ungleichgewichte führen zu Ungerechtigkeiten, und falsch verteilten Ressourcen, die sich bei immer weniger konzentrieren. Dafür braucht man eben Regulierungen, damit die mächtigen Markteilnehmer nicht den Markt missbrauchen.