Laut Medienberichten floss Geld in undurchsichtige Kanäle, „wodurch die Nachverfolgung der Finanzströme erschwert wird“, schrieb die NZZ diese Woche mit Bezug auf einen Fedpol-Bericht.
Hätte das mutmassliche Finanzkonstrukt der Morettis schon viel früher gestoppt werden können, wenn die UBS als Nachfolgerin der CS und die Walliser Kantonalbank nicht erst nach der Katastrophe mit 41 Todesopfern ihren Verdacht gemeldet hätten
Inzwischen ermittelt sogar die französische Finanzpolizei, wie die SonntagsZeitung soeben meldet. Die Untersuchungen des Geldfluss rund um die Todesbar-Betreiber von Crans-Montana weiten sich also schnell aus.
Der Fall des „Le Constellation“ zeigt, mit welcher Leichtigkeit sich Kontrollinstanzen unterlaufen lassen.
Es dürfte die perfekte Bluff-Strategie gewesen sein: Ein Imperium aus Schulden so gewaltig erscheinen zu lassen, dass niemand an dessen Stabilität zweifelte.
Doch wie konnten die Banken angesichts fehlender wirtschaftlicher Tragbarkeit derart hohe Kredite gewähren?
Womöglich bildete auch ein hypothekarisch unbelasteter (und unkontrollierter) Immobilienerwerb aus unrechtmässigen Quellen das Fundament, um die Immobilie später als Sicherheit für ein expandierendes Kreditkonstrukt zu nutzen.
Dass im Grundbuch zu Beginn kein Grundpfandrecht auftaucht, heisst nicht, dass keine Drittgelder fliessen – es macht Herkunft und Geldgeber lediglich unsichtbar.
Bezahlt mit Liquidität unbekannter Herkunft oder via mutmasslicher (Schein-)Privatdarlehen. Was nach diskretem Reichtum klingt, nährt den Verdacht auf systematische Geldwäscherei.
Für Geldwäscher bleibt der Immobilienmarkt attraktiv, da hier überdurchschnittlich viel Kapital mit wenigen Transaktionen platziert werden kann. Das Fedpol warnte bereits früh vor dieser „grundsätzlichen Attraktivität“.
Waren die Akteure letztlich doch keine kühlen Strategen, sondern Amateure, die beim Versuch, die Schlupflöcher des Immobilienmarktes zu nutzen, über ihre eigenen Füsse stolperten?
Beim „Le Constellation“ richtet sich der Fokus wohl auch daher auf die Banken. Ohne sie läuft nichts; jede Summe landet letztlich auf einem Konto.
Während der normale Retailkunde für bestimmte Transaktionen private Details konsequent offenlegen muss, herrschte beim involvierten Duo offenbar vornehme Zurückhaltung.
Dabei bleibt die Herkunftsprüfung eine zwingende Pflicht. Immer. Ohne Ausnahme.
Wurde aber tatsächlich geprüft, oder reichte ein kurzes Nicken über den Tresen der Bar „Le Constel“?
Lokale Banken sind politisch vernetzt und oft grosszügig bei Promis und Berg-Autokraten. Leukerbad, Bellwald: Banken lieferten schon oft den Treibstoff für den lokalen Filz.
Umfangreicher ist der Fall, wenn weitere involvierte Banken ihren Sitz im Ausland haben – ein Umstand, der die Geldwäschereirisiken nochmals erheblich erhöht.
Methoden zur Prüfung komplexer Finanzströme sind dennoch vorhanden; entscheidend bleibt jedoch der Wille, auch dort genau hinzusehen, wo lukrative Geschäfte winken.
Für die Banken stimmte zwar die Werthaltigkeit der Sicherheit, während die Mittelherkunft womöglich im Unklaren blieb.
In Crans-Montana wich die Kontrollpflicht einer lukrativen Blindheit. Nicht nur der Umfang des Falls wächst – das Umfeld auch. Steueramt next?

Mögen die Angestellten von der CS auf dem Arbeitsmarkt für die ganze Skandale aufs härteste abgestraft werden. Mitgegangen mitgefangen. From Top to the Bottom 😃👍.
@Junior Loomit-Pattaya,
du propagierst also Kollektivstrafen? In welchem Jahrhundert lebst du eigentlich?
@Mart: 15. Jahrhundert
@Junior Loomit-Pattaya
das erklärt alles.
Sind Sie so oder wollen Sie nur ein wenig provozieren?
Wegen einem letztlich unbedeutenden Barbesitzer-Ehepaar von einem Finanzkonstrukt zu reden ist völlig lächerlich.
Das mit den „Geldwäschereigesetzen“ ist sowieso völlig daneben, denn die, zu gesetzlichem Zahlungsmittel bestimmten Währungen sind nicht Geld, sondern Kredit (Schulden!). Gold und Silber sind das Geld, nicht aber betrügerische Währungen, die durch ein Schuldenschneeballsystem entstehen.
Schweizer Franken, Dollar, Euro etc. sind nicht Geld sondern schuldenbasierte Währungen (Kredit, nicht mit Geld gedeckt).
Die Geldwäscherei-Gesetzgebung ist daher komplett ungültig.
Wow, da hat offenbar ein CS‘ler kommentiert 😂
Moretti wäre der ideale Nachfolger von Ermotti.
Er hat alle Eigenschaften, welche heute von einem modernen Banker gefordert werden.
Nur weil man beide Namen mit denselben Buchstaben bilden kann, haben sie die gleichen Eigenschaften?
Im Compliance und Risk arbeiten halt meistens die Juristen ohne Anwaltspatent.
Ob Moretti oder Benko, es ist zwar nicht dieselbe Grössenordnung, nicht unbedingt dieselben Players aber dieselbe Logik und ein ähnliches Business Modell.
“Was taten involvierte Banken”? 🙈🙊🙉 Schweizerische Kernkompetenz wenn’s um viel Geld geht.
Wer ist eigentlich zu Schaden gekommen? Um wieviel geht es? Sonst ist es eigentlich egal wer diese Immobilien finanzierte. Dieser ganze Artikel ist für mich nichts aussagend. Ein paar Puzzle-Stücke. That’s it.