Zum Beispiel das Collegium Novum Zürich. Es setzt sich für die Uraufführung von vielleicht zu Recht vergessener Komponisten ein.
Sein Vorläufer wurde von Paul Sacher gegründe, der bis zu seinem Tod (1999) zu den reichsten Menschen weltweit gehörte (13 Milliarden Franken).
Die GLP, AL und SP wollen in einer Motion die Subventionen fast aller Kulturinstitutionen der Stadt Zürich massiv anheben.
Die abtretende Stadtpräsidentin Corine Mauch übergibt dabei das Füllhorn an ihren Nachfolger Raphael Golta (beide SP).
Das Collegium erhält bereits 477’000 Franken von der Stadt. Der Betrag entspricht 60 Prozent des Gesamtertrags.
Nun sollen die Musiker zusätzliche 280’000 Franken kriegen. Inskünftig stammen dann 7 von 10 Franken Erlös von den Steuerzahlern.
Weil viele Kulturhäuser ihren Mitarbeitern aus Sicht der Stadt „keine angemessene Vergütung entrichten“, übernimmt das das reiche Zürich:
Total subventioniert die Stadt die Künstler mit zusätzlichen 4,7 Millionen Franken im Jahr.
Ein krasses Beispiel ist dabei das Kino Xenix. Bereits heute beträgt der Subventionsgrad der Cinémas auf dem Zürcher Kanzleiareal rekordverdächtige 81 Prozent.
Das Kino empfiehlt sich für Leute mit Platzangst. Nur jeder vierte Platz ist im Schnitt belegt.
Zu den 670’000 sollen neu zusätzliche 125’000 Franken dazukommen. Das Xenix erwirtschaftet aus eigener Kraft gerade mal 440 Franken pro Tag.
Vielleicht ist der Vergleich etwas unpassend, aber das ZüriWC beim Hauptbahnhof Zürich hat einen grösseren Umsatz, obwohl der Eintritt dort nur 1.50 Franken beträgt.
Die Motionäre von Links im Gemeinderat hoffen, dass ihre Forderung „Signalwirkung“ für die ganze Schweiz hat.
Der neuerliche Geldregen könnte aber auch dazu führen, dass aus ehrenamtlichen Mitarbeitern Lohnempfänger werden. Beispielhaft dafür stehen die Schweizer Jugendfilmtage.
„Helfer*innen gesucht!“, bat man letztes Jahr. „Als Helfer*in erhältst du einen Festivalpass, Getränke und ein einmaliges Erlebnis“.
Ehrenamt statt Säule 3, das galt bisher. In Zukunft sollen die Honorare um den Faktor 8 erhöht werden.
Nicht in die Überlegungen der Motionäre ist die Frage eingesickert, ob man steigende Löhne mit dem Publikumsandrang verknüpfen könnte.
Den Spitzenplatz bei den Subventionen geht jedes Jahr an das Theater am Neumarkt. 83 Prozent beträgt der Subventionsgrad, 5 von 6 Franken bei den Einnahmen stammen von der öffentlichen Hand.
Bald stehen die Steuerzahler für 6 von 7 Franken ein. Die unbeliebten Künstler erhalten dann 676’000 Franken zusätzlich an Subventionen.
Wenn die Säle schon im Winter leer bleiben…
Ich bin so froh, dass ich vor Jahren schon diese Stadt verlassen habe in Richtung SZ.
Das finde ich gut. Wo sollen denn diese untalentierten Leute ihr Brot verdienen, es können ja nicht noch mehr in die Regierung, da sind ja alles schon Leute dieses Schlags.
Ach so, klar: Früher nannte man es Sozialhilfe, heute reicht ein Pinselstrich auf einer alten Palette und zack Kulturschaffender. Ein Rebranding, das sogar Marketingagenturen neidisch macht.
Wenn die Kinos leer sind und die Theatersäle verwaist, ist klar: Die Lösung kann nur sein, noch mehr Geld reinzuschaufeln. Innovation? Publikum? Ach was – Hauptsache, die Subventionsstatistik glänzt.
Zürich beweist einmal mehr: Kultur muss nicht erfolgreich sein sie muss nur teuer genug sein, damit niemand mehr nach Erfolg fragt.
Man könnte meinen, Kultur solle Menschen erreichen. In Zürich reicht’s offenbar, wenn sie das Konto erreicht. Wer braucht Zuschauer, wenn man Steuerzahler hat, die zuverlässig zahlen ob sie wollen oder nicht.
Ich gehe gerne in Küsnacht ins Dorftheater.
Die Stadt nennt es Förderung. Kritiker nennen es Lebenserhaltung. Und die Künstler? Die nennen es vermutlich „endlich mal ein Publikum, das nicht wegläuft“.
Während Tausende UBS‑ und CS‑Angestellte um ihre Jobs bangen, verteilt die Politik weiterhin grosszügig Steuergeld, als gäbe es keine Realität ausserhalb der eigenen Komfortzone. Man gewinnt den Eindruck, gewisse Parteien hätten sich so sehr an staatlich gepolsterte Lösungen gewöhnt, dass sie gar nicht mehr merken, wer diese Polster eigentlich bezahlt.
Die einen verlieren ihre Existenzgrundlage, die anderen verteilen munter weiter Subventionen, als wäre wirtschaftliche Verantwortung ein optionales Hobby. Es wirkt fast, als sei der Staat zur Hängematte geworden nur leider nicht für jene, die gerade tatsächlich fallen.
Die meisten dieser „Künstler“ bewegen sich fachlich auf dem Niveau von Laienschauspielern in Dorftheatern.
Einfach ohne den Charme.
Was hast du schon erreicht oder gemacht? Ausser auf IP zu kommentieren.
Beeindruckend, wie du es schaffst, so wenig Substanz in so viele Worte zu packen. Wenn du dieselbe Energie in echte Leistungen stecken würdest, müsstest du meine nicht hinterfragen.
Ich habe gerade ein Bild gemalt. Wollen sie es mal anschauen kommen?
Subventionen gibt’s erst, wenn das Werk mindestens drei Expertengremien verwirrt und einen davon nachhaltig verstört hat.
Das Rebranding ist beeindruckend: Früher galt man als sozial angeschlagen, heute genügt ein kreativer Titel und schon wird man zum staatlich geförderten „Kulturschaffenden“, der Anspruch auf immer neue Millionen erhebt.
Man darf doch seine eigenen Wähler nicht vergessen. Da sind die Steuergelder der Finanzbranche und der Besserverdiener für solche Umverteilungen hoch willkommen.
Ich finde, diese überrissenen Subventionen gehen zu weit. Die sieben fetten Jahre werden zu Ende gehen. Rufen Sie zum Thema auf IP das Interview mit Filippo Leutenegger auf (21.03.2026, „Die roten Zahlen werden kommen“).
Frau Mauch hat ihre Wähler unterstützt. Genau so wie die Mitarbeiter in der Verwaltung und die Lehrer. Die Strategie hat funktioniert. Das kulturelle Leben in der Stadt Zürich ist vor 20 Jahren ‚verstorben‘.
Die Konstruktion deiner Argumentation ist bemerkenswert: Sie kombiniert die Unschärfe eines Horoskops mit der Präzision eines nassen Kartons. Kein Wunder, dass am Ende nur ein dramatischer Satz übrig bleibt, der mit dem Rest nichts zu tun hat.
Also entweder für 18.- einmal ins Kino oder 12x go schiffe am HB. Das sind schwere Entscheide.
„Garantiertes Grundeinkommen“.
Hast du ja bereits als „Kulturschaffender“ zusätzlich zu den Benefits vom Amt.
Im Theater am Neumarkt läuft das Stück „Schwule Lehrer“. Werbung für das epochale Werk heute im Rendevous am Mittag zur besten Sendezeit. Wie versprach doch Rösti vor der Abstimmung über die SRF Zwangsgebühr: SRF wird neutral. Wann berichtet SRF über mein Stück, „vom Versuch eines Hetero, Chef der Propagandaabteilung der SRF zu werden“ zur besten Sendezeit?
Darf ich da auch noch mit meiner Partnerin mitspielen?
Eine Todsünde!