Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schwang sich im Wirtschaftsraum Nr. 1 des Landes zur grossen Konkurrentin der UBS auf.
CS-Untergang sei Dank. Der Staatsbank fliessen seit 3 Jahren Milliarden im hohen zweistelligen Bereich zu, ohne dass ihre Leute dafür einen Finger krumm machen müssen.
Das viele Geld scheint die Zürcher Kantonalbanker überheblich zu machen. Jedenfalls behandelten sie einen Geschäftsmann wie einen Sträfling.
Dieser nutzte ein Privatkonto seit Urzeiten für seine ZKB-Kreditkarte. Monat für Monat füllte er es, sodass die Bank den offenen Kartenbetrag abbuchen konnte.
Ende März vergass er zum ersten Mal seit Urzeiten die nötige Vorab-Überweisung. „Sie ist mir schlicht durch die Lappen gegangen“, sagt der Mann.
Die Reaktion der Kantonalbank sei dann heftig ausgefallen. „Sie drückten mich auf die Knie.“
Sein Ärger richtet sich weniger gegen den Minussaldo auf die knapp 1’900 Franken, die er der Bank schuldet.
„Es sind zwar 10,75 Prozent Sollzins, aber was soll’s, das hätte ich wissen können.“
Auch die kurze Frist bis Mitte April, die ihm die Bank für den Ausgleich des Minussaldos gewährt, stört ihn nicht.
Alles Ok.
Nicht einverstanden ist er hingegen mit einer Massnahme, die er als eine Art Vergeltungsaktion empfindet.
„Ihre Kreditkarte(n) und allfällige Zusatzkarten wurden temporär gesperrt“, schreibt die Bank in ihrem Brief vom 25. März.
Und fordert, dass der Kunde sei Konto „für mindestens 3 Monate auf Guthabenbasis“ halte und „monatliche Lohneingänge“ auf dieses stattfänden.
Ob das dann genügt, behält sich die ZKB vor: „Sobald die erwähnten Anforderungen erfüllt sind, dürfen Sie sich gerne bei uns melden. Wir prüfen dann die Entsperrung Ihrer Karte.“
Gnädige Herren des Zürcher Platzhirsches.
„Die ZKB kommentiert mögliche ehemalige oder existierende Kundenbeziehungen nicht“, sagt ein Sprecher.
„Generell gilt: Bei einem Kontoüberzug (Minussaldo auf dem Konto) kommt ein Sollzins zur Anwendung, dies ist branchenüblich.“
„Das Vorgehen in Bezug auf eine allfällige temporäre oder dauerhafte Sperrung der Kreditkarte, sowie deren Entsperrung hängt von weiteren Faktoren und einer individuellen Prüfung ab.“
Die Zürcher Kantonalbank zeigt einmal mehr, wofür Staatsnähe wirklich gut ist: oben Milliarden einsammeln begünstigt durch den Kollaps der Credit Suisse und unten Kleinkunden wegen Bagatellen exekutieren. Ein Mini-Minus genügt, und schon wird die Karte gesperrt, als hätte man den Bankraub persönlich begangen
Nicht zu vergessen:
TOO BIG TO FAIL.
Ja im Ernstfall betrifft dies ja nur den Steuerzahler. Das ist ja die Mehrheit.
Diese Bank braucht keine Kunden, sie braucht nur noch Fälle. „Bank für alle“, eher ein Amt mit IBAN: unfehlbar nach oben, gnadenlos nach unten. Wer hier nicht perfekt funktioniert, wird aussortiert Service ist keine Dienstleistung mehr, sondern eine Disziplinarmassnahme.
Ui, wird jetzt jede gesperrte Karte auf IP thematisiert? Oder nur, wenn es sich mit einem ZKB-Bashing kombinieren lässt?
Es gibt sowieso bessere Alternativen für KK als die ZKB. Mir hatten sie vor etlichen Jahren auch mitgeteilt, dass ich für eine KK ein Konto mit regelmässigen Lohngutschriften benötige. Seit da habe ich die KK bei Corner, wo das kein Thema war (und auch der Service insgesamt besser war).
Klar, Cornèr Bank bekannt für ihre legendäre Grosszügigkeit bei Karten ohne Einkommensnachweis. Fast schon ein Märchenbuch wert 😄…
@Privatier: Ob Corner als grosszügig gilt oder nicht, ist mir vollkommen egal. Mir ist guter Service wichtiger als ein paar Franken zu sparen. Ich musste in den letzten 19 Jahren keinen Einkommensnachweis erbringen. Die Leistungen von Karte und App haben in dieser Zeit meinen Anforderungen stets genügt. Den Kundendienst habe ich als besser empfunden als bei anderen Banken (z.B. gesperrte Transaktion bei Online-Shopping am Sonntagmorgen um 6 Uhr innert wenigen Minuten durch charmante Tessinerin freigegeben).
Das Problem mit solch aufgebauschten, skandalisierten Einzelfällen (… nicht nur dieser) ist doch die Informationsasymmetrie: Wir hören nur die eine, durch Hässig „aufgepfefferte“, clickoptimierte Seite. Die Bank ist an das Bankkundengeheimnis gebunden. Häufig haben diese Kunden noch anderweitig „Dreck am Stecken“, was die prima Vista geharnischte Massnahme unverhältnismässig erscheinen lässt. Wie sagten schon die alten Römer: Audiatur et altera pars!
Die alten Römer im Sinn von Ü70?
Diese Mischung aus Spekulation und moralischer Überheblichkeit ersetzt offenbar jede Faktenbasis Hauptsache, man kann sich auf die „richtige“ Seite schlagen.
Ich weiss wieso ich keine ZKB,UBS und Raiffeisenbank mehr in meinem Zahlenbereich einbinde! Und das schon seit Jahren. Es gibt besseres und Kundenfreundlicheres.
@Osservatore: in Reaktion auf „Audiatur et altera pars“ würde ich für diese Bank eher feststellen „Adulator propriis commodis tantum suadet“. Langfristig bleibt diese Haltung „perniciosus“.
Man kann Banken wechseln. Man sollte aber immer auch auf seine eigene Bonität achten.
Du kannst Banken wechseln, so oft du willst aber wenn die Bonität einmal im Keller wohnt, ändert ein Tapetenwechsel halt nichts an der Adresse.
Beeindruckend, wie schnell die Zürcher Kantonalbank aus einem langjährigen, zahlenden Kunden einen Bittsteller macht. Stabil ist hier nur die Arroganz.
„10,75 % Zins kassieren und beim kleinsten Fehler die Karte sperren. Die Zürcher Kantonalbank zeigt damit vor allem eines: Grösse beim Verdienen, Kleingeist beim Umgang mit Kunden.
Das machen alle Banken so. Bis vor Kurzem waren es 14.9%. Immer 0.1% vor der Wuchergrenze!
Ein einmaliges Versehen reicht, und die Zürcher Kantonalbank reagiert mit Sanktionen, die man eher bei notorischen Schuldnern erwartet. Wer so mit treuen Kunden umgeht, hat jedes Mass verloren.
Ob UBS oder ZKB spielt keine Rolle, da kann man sich gleich mit der Mafia ins Bett legen.
Den götterm der ZKB muss dann die Füsse lecken und den allerwersten Küssem das Sie Schuldner der Kunden sein dürfen….
Hier bräuchte es dringend gesetzliche Regeln, wer im Massengeschäft Aktiv sein will sollte eine gesetzliche Pflicht haben Kunden zu bedienen Punkt Ende aus und sonst sollten diese Banken von der SNB angeschnitten sein und auf reiner Guthabenbasis Ihrer Kunden wirtschaften!
Wer Volksvermögen verwendet zum wirtschaften schuldet dem Volk Dienstleistung.
Die Zeiten, wo die Finanzinstitute ihre Kunden als Kunden behandelt haben, sind leider vorbei. Man wird, selbst wenn man schon Jahrzehnte Kunde ist, als Bitsteller behandelt. Definitiv ein Hohn die Aussage: Wir begleiten Sie in allen Lebensbereichen umfassend und kompetent. Gilt wohl heute nur noch für Kunden mit Assets > 1 Million. Insbesondere viele der Kantonalbanken, die ja eigentlich den Bürgern des Kantons gehören, haben vergessen, was eigentlich ihr Auftrag ist. Sie führen sich wie die UBS auf und rennen den Ultrareichen und Expats hinterher. Shame on you!
Naja warum macht er eine Kreditkarte bei der ZKB und überweist immer seine genutzten Beträge? Soll er eine Kreditkarte bei seiner Bank machen wo der Lohn hinfliesst. Dieser Kunde ist absolut unattraktiv für eine Bank und somit zurecht nicht erwünscht.
Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
Genau. Ziemlich ärgerlich… für die Bank.
echt jetzt? Hochmut kommt vor dem Fall…
Bank wechseln!!!
Das ist die einzige Sprache, die sie verstehen.
Ein „Geschäftsmann“, welcher eine Kreditkarte praktisch auf „pre-paid“ Modus betreibt und auch sonst mit der Bank keine Geschäftsbeziehungen hat scheint mir auch keines grossen Federlesens Wert zu sein. Da braucht es keine übertriebene Freundlichkeit. Als ZKB würde ich den auch gerne loswerden.
Wo liegt das Problem? Eine neue Kreditkarte wird Jedem, Bonität vorausgesetzt, hinterhergeworfen.
Oder gibt es etwa noch andere Gründe? Wenn er wirklich ein so langjähriger, guter Kunde wäre und es wirklich ein einmaliges Versehen gewesen ist, warum reagiert die Bank so… gereizt?
Dieser „Geschäftsmann“ führt bei der ZKB lediglich ein Durchlaufkonto, d.h. von einem langjährigen GUTEN KUNDEN zu sprechen ist eine Frechheit. Ich vermute, dass die ZKB die billigste Kreditkarten-Variante anbietet. Ausser Aufwand ist aber hier für die ZKB nichts gegeben. Und nun hat sie auch noch den Mehraufwand für Mahnungen, etc.
Deshalb lieber Geschäftsmann, bitte führe Dein Konto respektive Deine Kreditkarte bei der Bank wo Du auch Deine anderen Bankgeschäft hast!
Ich habe nur noch 3 Bankverbindungen:
EEK Bern, DC Bank Bern und Revolut.
Alles bestens.
Das ist doch gerade der Sinn einer Kreditkarte, dass man mal im Minus sein kann.
Die Reaktion der ZKB ist völlig unpassend und überzogen. Ich würde mich nach Alternativen umsehen.
Ziemlich ärgerlich….für die Bank.
Wurde auf Grafschaftsebene befohlen von einer Gräfin.
Als ich in Zürich gearbeitet habe, habe ich diese Bank getestet (Konto ohne negative Zahl, also immer positiv). Nur zwei mögliche Feststellunge = völlige Unmenschlichkeit des Personals, daher irreversibler Abscheu für diese Bank.
Parallel zur Schweiz sind Konten bei der UBI von Brescia und bei der Banca Popolare von Südtirol viel interessanter (dazu völlig mit menschlichem Gesicht geblieben).
Ich wollte als Ausserkantonaler fremder Fötzel bei der ZKB ein Konto eröffnen.
Die eingegangenen Formulare habe ich rasch ausgefüllt und zurückgeschickt. Dann sollte ich mich mit amtlichem Ausweis in einer ZKB-Filiale präsentieren.
Ich schrieb zurück, dass mir dies zu viel Aufwand verursache und durfte dann auf die hiesige Kantonalbank.
Nach diesem Marathon teilt mir die ZKB ohne Begründung mit, dass sie die Kontoeröffnung ablehnt. Nachfragen waren erfolglos.
M.E. eine absolut unbrauchbare Saubande!