Die Medienbranche rotiert wie eine Schachpartie kurz vor dem Schachmatt. Figuren werden nicht mehr aufgebaut, sondern nur noch strategisch verschoben.
Wie Persoenlich.com als Erste berichtete, wird Michèle Binswanger ab September das Team des „Nebelspalter“ verstärken.
Polit-Mann Dominik Feusi springt zur NZZ ab, Tagi-Autorin Binswanger rein.
Beim Nebelspalter ist es mehr als ein Personalwechsel. Es ist ein kalkulierter Schritt. Feusis Lohn verschwindet von der Payroll.
Dafür kommt Binswanger: Erfahrung, Schärfe, Reichweite. Kein Ersatz, sondern ein Upgrade.

Der Nebelspalter steht unter Druck. 70 Aktionäre hin oder her – am Ende zählen Klicks, Abos, Einfluss.
Nach fünf Jahren Daueranlauf will Gründer und Chef Markus Somm den Turnaround geschafft haben. Schwarze Zahlen, heisst es – zumindest nach aussen.
Endlich raus aus der Verlustzone, endlich ein Signal an die Aktionäre, dass sich das Durchhalten gelohnt hat.
Das Projekt wollte ein Gegenpol sein zur linken Medienlandschaft. Doch Gegenpole kosten. Und sie tragen sich nicht von allein.
Der Plan von Somm, so macht es den Anschein: Weniger Bauch, mehr Biss. Investigativ statt ironisch.
Kein Stilwechsel aus Überzeugung, sondern aus Notwendigkeit.
Damit könnte ihm ein Coup gelungen sein. Mit Binswanger holt er sich eine Journalistin, die nicht nur schreibt, sondern trifft.
Sie setzt Themen, statt diese zu kommentieren.
Und Feusi? Der zieht weiter zur alten Tante NZZ, zur letzten Bastion der Stabilität. Ein vermeintlich ruhiger Zug, wie ihn viele wählen.
Doch auch dort beginnt es zu wackeln.
Wie zuletzt publik wurde, gerät die Spitze des Verlags unter Druck. CEO Felix Graf steht in der Kritik, Stimmen werden lauter – auch aus den eigenen Reihen.
Es zeigt sich einmal mehr: Die Schweizer Medienlandschaft ist ein Haifischbecken. Zwischen NZZ, Nebelspalter und dem Tages-Anzeiger geht es längst ums nackte Überleben.
Redaktionen werden zu Spielfeldern, Journalisten zu Figuren – und jeder Zug entscheidet über Sichtbarkeit oder Verschwinden.
Auf Lügenpresse wie NZZ und Tagesanzeiger kann ich gerne verzichten. Wer darauf nicht verzichten will, hat ja noch ÄssÄrrÄff
Von Vorteil wäre auch, wenn der richtige Springer käme, nämlich Axel Springer.
Dieser Verlag hätte die Kraft einen Gegenpol zu grünwokefdp-MSM zu stemmen.
Bei den Zeitungen geht es ab wie damals bei den Banken. Vermutlich dreht auch die Lohnspirale nach oben.
Kommt so wie bei den Banken, nämlich nicht gut.
Tagi und NZZ wollen die Schweiz der EU verkaufen. Daher kommt jeden Tag mindestens ein Artikel gegen die SVP.
Der Nebelspalter will das nicht. Daher möchte ich, dass der Nebelspalter überlebt.
Vor allem der Tagesanzeiger hat sich zu einem stark linken Sprachrohr der Sozialisten, Kommunisten und der Grünen verwandelt. Bürgerliche Leserbriefe online werden zu 95% gar nicht publiziert. Auch bei den Berichten ist eine starke Aversion gegen die SVP spürbar, während linke Politik in den Himmel gelobt werden. Kritik dort ist sehr verhalten. Eine extrem unangenehme Entwicklung. Von Objektivität und Neutralität ist jedenfalls nichts zu spüren.
„Sie setzt Themen, statt diese zu kommentieren.“
Das Gegenteil von Lukas Hässig 🤭
Genau. Ähnlich wie Bettina Weber von der Sonntagszeitung. Als Autorin schreibt sie oft über gesellschaftspolitische Themen. Ob Binswanger oder Weber, beide Journalistinnen setzen Themen, die oft auch von Linken tabuisiert werden.
Ein ziemlicher Sprung nach rechts für Frau Binswanger. Interessant.
Der klare Strukturbruch ist folgender: Binswanger wechselt nach über 20 Jahren beim „Tages-Anzeiger“ zum politisch klar rechtsbürgerlich positionierten „Nebelspalter“.
Das ist der einzige wirklich objektiv markante „Shift“, der sich aktuell feststellen lässt – allerdings ist das ein Jobwechsel, kein inhaltlicher Positionswechsel, der aus ihren bisherigen Texten zwingend ableitbar wäre. Ob sie sich damit ideologisch neu ausrichtet oder eher ein anderes publizistisches Umfeld sucht, ist offen.
Schön wäre es wenn der Linkslastige Tagesanzeiger nicht überleben würde.
Wer streicht als Erster die Sonntagsausgabe: Blick, Tagi oder NZZ? Die andern werden sofort folgen. Hier gibts Einsparpotenzial, das der Nebelspalter nicht hat. Frau Binswanger sieht beim Mainstream-Tagi offensichtlich keine Perspektiven, ein Wechsel zur Weltwoche wäre jedoch naheliegender gewesen. Kommt vielleicht später.
Interessant dabei ist ja wie viele Leser und Konsumenten nicht von diesen Produkten lösen können, obwohl diese schon seit Jahren, verglichen mit ihren Möglichkeiten und Ressourcen, sehr schlechte Arbeit und sehr oft, oder sogar überwiegend, fake news und Propaganda produzieren machen. Sie driften auch immer mehr ins Entertainment ab, während der Journalismus in den Hintergrund tritt oder gar nicht mehr präsent ist.
Es gäbe genügend Auswahl an anderen Medien, aber dort will kaum jemand was dafür zahlen.
Ist halt so. Der Schweizer probiert nicht gerne Neues aus, Innovation machen Ausländer.
Welches Haus klopft damit als erstes an? Vorteil Nebelspalter – Binswanger bringt diesbezügliche Erfahrungen mit.
Super!
Von einer „Zäsur“ oder klaren politischen Neupositionierung kann man anhand der bekannten Fakten bei Michèle Binswanger nicht eindeutig sprechen. Was sich aber sagen lässt bei ihr:
– Ihre Themenwahl wurde in Teilen des Publikums zunehmend als „konfliktorientiert“ und kulturkampfnah gelesen
– Das hat ihre öffentliche Wahrnehmung politisch aufgeladen
– Der Wechsel zum „Nebelspalter“ verstärkt diesen Eindruck im Nachhinein, beweist aber keine inhaltliche Kehrtwende.
Ich drücke der Frau Binswanger die Daumen. Ich bemerkte immer sehr schnell, wenn ich einen ihrer Artikel gelesen hatte, dass sie die Autorin war. Da musste ich nicht nachschauen wer den Artikel geschrieben hat. Brillant die Dame. Wir brauchen mehr Binswangers in der Medienlandschaft.
Jetzt muss ich mir dann einmal ein Probeabo des Nebelspalters antun um zu schauen ob es sich lohnen könnte diese Zeitschrift zu abonnieren.
Doofe Frage: Und worin besteht die Existenzberechtigung wie auch die zukünftige Rolle von IP in diesem Haifischweiher?
Als japanischer Kugelfisch die Haie piesaken oder als Fischereiaufseher für geordnete Verhältnisse im Teich sorgen.
Herr Hässig. Warum nicht nochmals den Weg in die Sklaverei wagen und den Laden (inkl. uns GenussleserInnen) verkaufen?
IP ist das einzige unabhängige medium das wirklichen investigativ journalismus betreib und hat schon einige lokalkönige vom thron gestossen. Danke Lukas für deine arbeit mach weiter so und decke den filz auf
„Erfahrung, Schärfe, Reichweite“. Reichweite wird sie beim Nebi keine haben und die Hoffnung von Somm mit Binswanger ein Zugpferd zu haben wird bald schwinden. Binswanger in etwa 16 Monaten „es war eine spannende Zeit und ein Superteam ich verl…..“, der übliche Sermon.
Chuck Norris ist auch nach seinem Tod immer sichtbar und wird nie verschwinden.
Upgrade!
Frau Binswanger braucht einen festen Job und Feusi geht zur NZZ, weil sie besser bezahlt.
So einfach ist diese Rochade. In 5 Jahren braucht es nur noch wenige Journalisten, weil KI den Mainstream ersetzen wird. Mehr als 50 % der Journalisten werden ihre Jobs verlieren.
Ich bin überzeugt, dass KI mit den ensprechenden Prompts eine Zeitung vollständig ohne Journalisten erzeugen kann.
Dabei wäre die KI sogar noch objektiver und müsste keine Artikel abschreiben.
Oder es lässt sich gleich jeder eine Zeitung passend zum eignen Meinungsbild erstellen. Das wäre dann wirklich Fortschritt.