Torsten Friedrich kam, sah, und verlor. Der Lidl-Manager ist nach einem Jahr schon wieder Geschichte als Denner-Chef.
Grund sind die Alten. Die sahen bei der Migros-Billig-Tochter ihre Felle davonschwimmen. Friedrich hatte kurzen Prozess mit ihnen gemacht.
Zuerst musste Einkaufs-Boss Sascha Göbels gehen, dann traf es Finanzboss Adrian Bodmer.

Selbst die gemeinsame Herkunft – Friedrich stammt aus Deutschland – half nicht. Getränkechef Markus Schröder fiel beim Bigboss schnell in Ungnade.
McKinsey- und Aldi-Stallgeruch hin oder her.
Die drei Manager waren alle noch vom Vorgänger von Friedrich gekürt worden: Mario Irminger. Der Migros-Oberboss, der selber bis zu seiner Kür im 2023 auf dem Denner-Chefstuhl gesessen war.
Jetzt schlug dieser zurück. Friedrich, tschüss.
„Es rumorte im Kader“, sagt ein Migros-Kenner. „Die alten Denner-Manager beschwerten sich über Friedrichs Führung.“
Am Donnerstag musste der Denner-Boss sein Büro räumen. Per sofort draussen; einen Ersatz gibts nicht, es übernimmt vorübergehend ein Bisheriger.
Denner leidet unter Tabak- und Wein-Abhängigkeit. Die Gesundheitswelle trifft die Milliarden-Tochter des Orangen Riesen.

Ebenso die Billigstrategie der Mutter. Die will im „Supermarkt“-Geschäft mit Aldi und Co. mithalten.
Dafür verspricht sie Tiefstpreise querbeet. Doch ein Blick in die Jahresabschlüsse von Genossenschaften zeigt: Die Margen im Kerngeschäft sind gestiegen, nicht gesunken.
Dabei wäre aufgrund der vielen Rabatte eine Verengung der Margen zu erwarten gewesen.
In der Aare nahm die Bruttogewinn-Marge von 30 auf 34,5 Prozent zu, also um 4,5 Prozentpunkte, das sind eindrückliche 15 Prozent.
In Basel sind es ebenfalls 4,5 Prozentpunkte mehr, dort ging die Reise von 32,5 auf 37 Prozent Marge hoch.
Und in Zürich, der lange grössten Genossenschaft im Dutti-Reich, kams 2025 – dem ersten Jahr des Preisbrechens – gar zu 5 Prozentpunkten Ausweitung:
Von 31 auf 36 Prozent.
Die Zahlen ergeben sich aus der Differenz zwischen „Nettoerlös aus Lieferungen und Leistungen“ und „Material- und Dienstleistungsaufwand“ als zentrale Positionen in der Erfolgsrechnung.
„Aufgrund des Wegfalls der Fachmärkte ist ein 1:1-Vergleich der Zahlen von 2025 mit dem Vorjahr grundsätzlich nicht möglich – das gilt bei allen Positionen der Erfolgsrechnung“, sagt eine Migros-Zürich-Sprecherin.
„Die Anpassungen führen im Wesentlichen in folgenden Erfolgsrechnungspositionen zu Verschiebungen gegenüber dem Vorjahr: Waren- und Dienstleistungsaufwand, Werbe- sowie übriger betrieblicher Aufwand.“
Nimmt man die Konzernrechnung, also die Ergebnisse des Migros Genossenschafts Bunds, so zeigt sich dort eine leichte Margenverschlechterung über die ganze Schweiz von 37,8 auf 37,2 Prozent.
In absoluten Franken macht das 177 Millionen aus. So viel hätte die Migros 2025 ihren Kunden als Preisnachlass „geschenkt“ – gut ein Drittel der versprochenen 500 Millionen durch die „Tiefpreisstrategie“.
Ingesamt fragt sich: Gibt die Migros ihren Kunden wirklich günstigere Preise im Umfang von einer halben Milliarde Franken im Jahr weiter? Oder ist ein grosser Teil des Versprechens Marketing-Show?



Klingt, als hätte Denner statt eines Machtkampfs einfach ein Klassentreffen der Egos veranstaltet. Nur dass am Ende nicht der Beste gewinnt, sondern der, der am längsten beleidigt schmollen kann.
Den Denner brauche ich nur für die Rasierklingen und Wein.
Wenn bei Denner so weiter „geführt“ wird, braucht’s bald keinen CEO mehr, sondern einen Kindergartenpädagogen. Am besten einen mit Erfahrung im Umgang mit überreifen Alphamännchen.
Die Migros-„Manager“ bleiben weiterhin unter sich.
Oder den Konkursverwalter.
Friedrich kam, sah und wurde von der Migros-Altherrenriege rückwärts wieder hinauskomplimentiert. Ein Machtkampf, der weniger nach Strategie klingt und mehr nach beleidigtem Stammtisch.
Bei Denner haben sich die Schweizer Manager mal gegen die Kultur
des Deutschen ex. Lidl -Chef Thorsten Friedrich durchgesetzt. Finde
ich gut.
Bei Denner haben sich die Schweizer Manager tatsächlich mal gegen die Kultur des deutschen Ex‑Lidl‑Chefs Thorsten Friedrich durchgesetzt. Bravo.
Wenn die Migros‑Manager das auch nur einmal hinkriegen würden, müsste man ihnen ja fast gratulieren aber gut, Wunder gehören bekanntlich nicht zum Kerngeschäft.
Nunja vielleicht auch das Gegenteil, scheint mir recht kontraproduktiv hier mit der Diskussion Schweiz vs Deutsch zu starten und was besser sein soll, es sollte um die Sache gehen, es gibt auch einige Schweizer Beispiele: Philippe Bruggisser bei Swissair und Urs Rohner bei CS, Jörg Kündig bei der 100 Millionen Wetzikon Spitalruine, der Baselbieter Jörg Blunschi bei Migros (Tegut Disaster), um ein paar Beispiele zu nennen…
Es haben sich nicht „die“ (Mehrzahl) Schweizer Manager durchgesetzt. Es hat sich Irminger durchgesetzt. Und es ist fraglich ob das ein Manager ist oder ein Alphatierchen bei der Fellpflege.
@spychiger. Super Mario Irminger macht einen tollen Job bei
der Migros. Wenn Discount dann kaufe ich bei Denner.
Lidl und Aldi brauche ich nicht.
Wir kaufen aus Prinzip alles im günstigen Ausland ein, da grenznah.
In der Hochpreisinsel Schweiz lassen wir uns nicht abzocken.
Jetzt mit günstigem Euro Wechselkurs noch lukrativer und die Mwst von 20% wird auch noch rückerstattet, was will man mehr.
Wir kaufen aus Prinzip nur im günstigen Ausland ein, da grenznah.
ich auch
Machen wir auch seit Jahren auch so, dank günstigem Euro jetzt noch attraktiver und die Mwst von 20% wird auch noch rückerstattet, was will man mehr?
Einfach Ruhe bewahren, wenn in Deutschland bald der Spannungsfall
ausgerufen wird von der kriegstüchtigen, Verschuldungs.- und Aufrüstungs-Regierung von Friedrich Merz, wird in Deutschland schon bald noch neues Chefpersonal für Denner frei werden (sofern sie von der deutschen Regierung vor dem neuerlich geplanten Krieg gegen Russland noch eine Ausreisebewilligung bekommen werden).
Ich streamline meinen cash flow und kaufe im Ausland ein
Du solltest auch im Ausland wohnen.
@ Frank N. Stein – Mit dem Im-Ausland-Wohnen schläge der Manager dem überhitzen Bodenmarkt der Schweiz, sprich überteuerten Wohnen, zusätzlich ein Schnippchen. Allerdings sind kaufkraftbereiningt die Lebensmittelkosten in Deutschland nicht billiger. Aber die Salate sind schwerer, substanzieller und der Einkauf ist dann trotzdem ein Gewinn.
Und die stetig steigenden Benzinkosten?
E-Fahrzeug und eigene Photovoltaik, aber netter Versuch.
Danke für den Hinweis, habe noch Ferienwohnung am Gardasee…
Ich bin ein Migros-Kind. Jahrzehntelang bekam man dort beste Qualität zu gutem Preis.
Das ist jetzt vorbei. Am Kar-Donnerstag gekaufte Bohnen gelangten sofort in den Kühlschrank und waren am Ostermontag verrottet. Gleiche Erlebnisse mit Früchten und anderem Gemüse. Die gute nicht homogenisierte Milch gibt es nicht mehr. Head & Shoulders Shampoo gibt es seit Monaten nicht mehr. Auch andere Regale sind leer.
Im Tourismus-Kanton Graubünden sind die Migros-Geschäfte weniger lang offen als im Kanton Zürich. Die Angestellten arbeiten auf Teufel komm raus. Und die Chefs vertun 600 Millionen.
Ich habe zu Coop gewechselt – bei der Supercard schaut einfach mehr raus als bei Cumulus und die Mitarbeiter im Coop in meinem Quartier grüssen immer sehr freundlich.
Die Qualität von Gemüse und Früchte ist auch bei Coop nicht besser. Meistens in 1-2 Tagen verschimmelt, wenn nicht schon im Laden schimmelnd. Und Fleisch würde ich dort sowieso keins kaufen.
Coop baut einen Laden fast 1 Jahr lang um, und man kauft aus zusammengepfärchten Rollregalen (siehe hier in Pfäffikon SZ im Seedamm-Center).
Was machen die alle falsch. Inzwischen ist Lidl die bessere Wahl: Gemüse regional und frisch, hält eine Woche locker, Markenartikel günstig.
Und der Laden ist nicht 1 Jahr lang um 70% reduziert. Wahnsinn echt…Migros meide ich sowieso und im Denner niemals.
Kann dir als ausgesteuerter, die Caritas-Lebensmittel und Kleider Läden wärmstens empfehlen, zur Not auch den Pfuus-Bus von Pfarrer Sieber.
D Manager und CH Manager? Das kommt nicht gut! Resultat: Der Profi wird entlassen, die CHer wursteln weiter! Bis zum nächsten 💥.
Die Denner Filiale in Zumikon könnte einen Glow up benötigen. Da ist der Aldi in der selben Gemeinde um einiges moderner.
Die Macht der alten „weissen“ Männer.
Dazu die kulturellen Unterschiede, ein schwacher Migros Lenker- eine toxische Mischung.
Oder Freundelwirtschaft in Reinkultur.
Irminger ist ja heute bei ch-Media flockig unterwegs.
Denner steht vor einer sehr schwieriegen Zukunft. Das Denner Sortiment ist immer identischer mit Migros. M-Industrie produzierte Artikel im Denner. Die Platzhirsche sind Lidl, Aldi und nicht wenige deuschte Konzerne (Edeka, Kaufland, Penny, Netto, Norma, Rewe, DM, Rossmann usw) erhoffen sich das Glück in der „Reichen Schweiz“. Comeback Carrefour? Stichwort: Ladenfläche?
Was kommt nun?: Neues Konzept:“Migros mit Denner Produkten“,
Shop im Shop System, Mehr Franchisepartner:“Denner Partner“/“Denner Express“ oder Denner ganz auflösen und mehr Migros Fililalen an der diesen Standorten?
Also mit den billigen Weinen von Denner ist es so eine Sache, zum Teil recht billig eingekauft. Was da alles in die Regale kommt?!
Die nächsten Wochen hat Irminger keine Zeit für seinen Migros-Job, er weibelt an der Seite von BR Jans verzweifelt und vehement für ein NEIN zur 10 Mio Initiative….
Ich bin Geschäftsmann und spare die Steuern wo es geht. Shoppen in DE. Keine MWST. In CH nur noch Steuerverschwendung, Asyl- und Sozialwahnsinn. Macht mit. Weg mit diesen Polit-Clowns die wir für Steuerverschwendung anstellen. Weg mit diesen „Managern“ für Lebensmittel. Geldüberfluss weg und wir bekommen mehr Vernunft in der Schweiz!
Nach dem heutigen Interview des des Migros – Chefs auf 20 Minuten habe ich genug von der Migros. Mein moderater Kommentar wurde nicht veröffentlicht. Es geht bei der Nachhaltigkeitsinitiative nicht um gut oder schlecht, es geht um Wirtschaftsinteressen, um Kampf oben gegen unten, und die Interessen der vermeintlichen Retter des ‚globalen Südens‘. Die sollen hier gerettet werden. Krank.
Der Dollar ist seit Trumps 2. Amtsbeginn um 20% gesunken, und auch der Euro sank, aber die Schweizer Preise sind immer noch gleich hoch. Klar geht da deren Marge hoch.
Timmy, der Buckelwal ist endlich in Freiheit !
Ich freue mich sehr für den Walfisch.
Als Pensionist habe ich Zeit und Lust, von unten herauf („bottom-up“) die Vorgänge bei den grossen Lebensmitteldetaillisten zu beobachten (ohne Aldi und Lidl).
Was sich in letzter Zeit bei Denner in Bezug auf die Preispolitik beim Wein abgespielt hat, geht auf keine Kuhhaut.
Unter Irmiger wurde guter, aber alternder Wein gnadenlos abgestossen: Zuerst Aktion 25% oder 50% und dann 50% der 50%, also 75%.
Neu herrschte eine eine völlig chaotische Preispolitik bei allem: Zuerst 25, dann 30, zum Teil 50, und dann Rücknahme auf 30 und neuesterdings 25, am letzten Tag nur teilweise 50%, teils ab 17.00 Uhr, teils erst ab 18.00 Uhr. Beim Wein wurde ein Carton mit 25%, die Einzelflasche aber mit 30% angeboten. Auch die Zigarrenpreise sind wirr.
Chaos total. Und das Personal ist über die irren Umettikettierungen verzweifelt. Weiss auch nicht mehr, was mit verderblichen, nicht verkauften, ablaufenden Produkten geschieht.
Es ist Zeit, dass das Preischaos beendet wird. Bei Migros herrschen mittlerweile klarere Verhältnisse.