Die Goldküsten-Gemeinde ohne Seeanstoss kommt nicht aus den Schlagzeilen.
Im November sorgte die wuchtige Ablehnung eines 5-Millionen Kredits für einen Asylneubau neben einem Schulhaus und mitten im Wohnquartier für Aufregung.
Jetzt bereitet ein Kreditantrag für eine neue 65 Prozent-Stelle zur Förderung von Lese- und Schreibfähigkeiten für Gesprächsstoff.
Kostenpunkt: Jährlich 90’000 Franken. Der Tages-Anzeiger berichtet von einem kritisch eingestellten Zürcher Lehrerverband, der vor kommunalem Aktivismus warne.
Auch finanz- und steuerpolitisch ist Zumikon auf dem Radar: Mit 71 Prozent ist das Dorf derzeit die steuergünstigste Gemeinde im Kanton.
Dazu kommen Depotzahlungen für zukünftige Grundstückgewinnsteuern von fast 40 Millionen per Ende 2025 versus einem aktuellen Budgetwert von 13 Millionen.
Alles auf einer grundsoliden Bilanz mit einem Cash-Bestand in der Grössenordnung von 100 Millionen.
Schulden: Null.
Ein neues Gemeinschaftszentrum, die Sanierung der Tiefgarage und die Neugestaltung des Dorfplatzes, bei denen Verzögerungen teilweise absehbar sind, sind bereits jetzt mehr als finanziert.
Steuern auf Vorrat, vor allem in dieser Dimension, sind nicht erlaubt. Ausser es liegt ein formeller Beschluss für eine sogenannte finanzpolitische Reserve vor.
In Hinblick auf den Steuerfuss für 2027 zuckt der von Stefan Bührer (FDP) präsidierte Gemeinderat mit einer Mini-Reduktion um ein Steuerfuss-Prozent auf 70 Prozent.
Dabei wäre das Potential in Richtung 65 Prozent vorhanden, und zwar nachhaltig. Nur schon der Zwischenstand der Jahresrechnung 2026 verdeutlicht die komfortable Ausgangslage.
Anstelle eines Kleinstdefizits von 0,3 Millionen wird derzeit mit einem Überschuss von rund 5,6 Millionen gerechnet.
Knapp 6 Millionen besser.
Rein rechnerisch wären das rund 9 Steuerfuss-Prozente. Diese Zahl muss um die mutmasslich zusätzliche künftige Ablieferung in den Kantonalen Finanzhaushalt korrigiert werden.
Dennoch bleiben einige Steuerfuss-Prozente für eine weitere mögliche Senkung übrig.
Was der Stand der laufenden Rechnung 2026 betrifft, herrscht bei der Kommunikation grosse Zurückhaltung.
In der Weisung an die Gemeindeversammlung wird nur von „einem positiven Jahresabschluss“ geschrieben.
Erst ein Blick in die aktualisierte Finanzplanung bis 2030 offenbart, dass in der Prognose für 2026 mit einem erneuten Überschuss und einem positiven Cash-flow im einstelligen Millionenbereich zu rechnen ist.
Auf Anfrage teilt die Gemeinde mit:
„Die genannte Hochrechnung gibt somit den Wissensstand per Mitte Jahr wieder und kann/wird sich bis zur Gemeindeversammlung bzw. bis zum Jahresende noch entsprechend ändern.“
Aus diesem Grund werde auf die Nennung einer konkreten Zahl verzichtet. Und abschliessend:
„Die Hochrechnung ist jedoch, wie Sie festgestellt haben, im Finanzplan ersichtlich, in die Planung miteingeflossen und wird auch an der Budget-Gemeindeversammlung offen kommuniziert.“
Wären die Vorzeichen diametral entgegengesetzt, würden mutmasslich alle Lampen tiefrot aufleuchten und detailliert darüber informiert werden.
Beim beantragten Steuerfuss dürfte die Zurückhaltung der Exekutive auch damit begründet sein, dass sie nicht selbst die politische brisante Schallmauer von 70 Prozent nach unten durchbrechen will.
Das sollen gefälligst die Parteien und am Schluss die Gemeindeversammlung vollziehen. Denn in der kantonalen Politlandschaft wird im kommenden Wahljahr das Steuerthema für enormen Gesprächsstoff sorgen.
Die Schere zwischen den Gemeinden öffnet sich rasant weiter. Hier die Kleingemeinden wie Bachs und Maschwanden mit dem derzeitigen Maximalsteuerfuss von 128 Prozent.
Dann die beiden Superstädte Zürich (119 Prozent) und Winterthur (125 Prozent) mit anhaltenden Defiziten und wachsenden Schuldenbergen.
Vieles davon ist mit überdurchschnittlich viel Personal und einem Strauss von kostspieligen politischen Schwerpunkten hausgemacht.
Und dann die Sub-80-Prozent-Gemeinden wie Zumikon, Zollikon, Küsnacht, Erlenbach, Herrliberg, Kilchberg, Rüschlikon, Thalwil, Uitikon, Neerach und Winkel.
Schliesslich der Kanton, der mit seinem Zwischenbericht gerade verkündet hat, dass für 2026 wohl mit einem Überschuss von rund 500 Millionen zu rechnen ist.
Über 850 Millionen besser als budgetiert, was rund 10 Steuerfuss-Prozente ausmacht. Tax runter, so die Losung der Stunde. Subito.


Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
die reichen gemeinden machen das, was die reichen kantone schon machen:
geld verpulfern, weniger gewinn, weniger abliefern.
wieso nicht?
solange die chronisch schwachen gemeinden, kantone sich nicht
anstrengen zum sparen.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Schön für die Zumiker.