Bis 2028 will der gelbe Riese 100 Millionen Franken in die Modernisierung seiner Filialen und neue Formate stecken.
Doch was der Konzern als Zukunft verkauft, erweist sich in der Praxis als Sackgasse.
Die Realität hat die PR-Träume eingeholt: Der Plan, die Poststellen unter anderem in Finanz-Boutiquen zu verwandeln, ist gescheitert.
Für die Migros Bank und die Hypo Lenzburg (HBL) blieb es beim kurzen Gastspiel: Sie haben ihre Zelte in den Filialen still und leise wieder abgebaut.
Wer will schon seine 3a-Vorsorge oder eine Hypothek zwischen Zalando-Retouren, Münzrollen-Zählerei und CoffeeB-Degustationen besprechen?
Die HBL gibt auf Anfrage offen zu: Die Abschlüsse blieben weit hinter den Erwartungen zurück.
Wo Banken abziehen, figurieren nun Krankenkassen und Mietkautions-Anbieter als Restposten. Statt Beratung regiert das Abgrasen für den schnellen Abschluss.
Die Schalterhalle verkommt zum Policen-Basar. Die Post-Spitze träumt weiter von „Begegnungsorten“ und „Verweilzonen“.
Wer wissen will, wie viel die neuen Formate im Vorzeigeobjekt der Zürcher Sihlpost wirklich bringen, beisst auf Granit. Die Post nennt keine detaillierten Frequenzzahlen.
Stattdessen flüchtet sich der Konzern in die PR-Floskel, der „klassische Schalter“ erfreue sich „anhaltender Beliebtheit“.
Der Laufkunde will wohl nur eins: unfrankierte Pakete aufgeben, Einzahlungen tätigen und so schnell wie möglich wieder raus.

Unter dem Label „Präsenz in den Filialen“ versucht der gelbe Riese dennoch weiter neue Partner zu finden – doch ein Blick ins Buchungstool entlarvt das Angebot: Die Kalender leuchten durchgehend giftgrün.
Gähnende Leere statt Partneransturm. Die Nachfrage nach diesem „Erlebnis“ ist so inexistent wie die Logik hinter dem 100-Millionen-Umbau.
Während Millionen unter anderem in Videoschalter und schicke Partnerzonen fliessen, bleibt die Post bei den Öffnungszeiten im letzten Jahrhundert hängen. Um 18:30 Uhr ist in der Regel bei eigenen Filialen Schalterschluss.
Exakt dann, wenn das Heer der Pendler im Mittelland aus dem Zug steigt. Das Wort „Kundenzentrierung“ dient im Jahresbericht wohl nur als Füllmaterial.
Statt Reform-Mut bei der Abend-Öffnung gibt es die plumpe Preiserhöhung. Die Post bittet die Pendler zur Kasse für einen Service Public, den sie wegen der starren Schalterstunden gar nicht nutzen können.
Das ist keine Kundenzentrierung, das ist eine Gebühr für verschlossene Türen.
Während die Post in Wassen (UR) noch die Idylle pflegt („Immer Zeit für ein Schwätzchen“), stehen die Pendler nach Arbeitsschluss vor verschlossenen Schaltern.
Am Ende bleibt ein 100 Millionen Franken teures Projekt, das sich hinter Filial-Kosmetik versteckt, aber die Lebensrealität der Menschen schlicht ignoriert.

Vielleicht ist das Ziel auch nicht der Erfolg, sondern das Ziel ist Geld auszugeben und so zu tun, als würde man etwas machen, weil man in Tat und Wahrheit die Digitalisierung forcieren und keine postalische Alternative mehr anbieten will.
Man sieht das auch daran, dass die Post keinerlei Anstrengungen unternimmt, die Briefpost zu bewerben, attraktiv zu halten und sich als analoge Alternative zur digitalen Totalüberwachung zu machen. Die haben gar kein Interesse daran, dass die Post attraktiv und erfolgreich ist.
Die Post-Gewerkschafter wollen kurze Arbeitszeiten. Der Kunde ist egal, die Post hat ja faktisch ein Monopol.
100 Millionen für den Poststellen-Mumpitz und 1 Million für den CEO. 🤭😂
Ein Hoch auf die Poststelle im Volg! Täglich von 6.30 – 20.00 offen. Natürlich decken diese nicht komplett alle DL ab, aber doch etwa 90%.
Service bis 21:00 Uhr? Wer soll das bezahlen?
Dann müsste ein Brief mindestens 2 Franken kosten und diese wäre sicher auch nicht recht.
In der Wirtschaft nutzen CEOs das Konzept „Strategisches Handeln“: d.h. kundennutzen-fokussiert und bewusst Vorgehen.
Aus der Biologie kennt man die „Übersprungshandlung“: ein unbewusstes, situativ unpassendes Verhalten. Z.B. Gähnen in einem Meeting.
Unglaublich aber wahr.
Die Post wird momentan biologisch geführt.
Oeffnungszeiten bis 21 h würden die Verluste für die Post noch
erhöhen. Welcher Pendler will um 20h noch auf die Post ?
Unsere lokale Filiale verkauft jetzt unter anderem Schmuck von einer lokalen Designerin. Kein Witz!
Warum nicht?
Derart entstehen „Verweilzonen“, nur die kann und will die „arbeitende“ Bevölkerung eher selten nutzen.
Ich nutze gerne die Post im Volg oder in der Apotheke.
Ja, bei uns ist’s seit Jahren genau so, wie beschrieben: jedes Jahr kriegt die Postfiliale ein Facelifting. 1x im Jahr muss man sich neu orientieren, weil alles von links nach rechts, oder rechts nach links oder sonstwie rumgeräumt wird.
Eines ist bei all der Betriebsamkeit aber immer von vornherein klar: der Postservice wird nicht besser
Bei der Sihlpost war ich kürzlich nur um zu sehen was der Umbau bringt und wie die Abläufe funktionieren. Mein Resumé ist nicht positiv.
Schließt und zerschlagt diesen Saftladen endlich! Und überlasst den Privaten das Geschäft. Die Post ist eine Katastrophe! Nur noch meiden diesen Laden…
Das Konzept mit dem Gemischtwarenladen erschloss sich mir noch nie.
Schön wäre es, wenn die Post in ihrem Kerngeschäft kompetent wäre.
Da wäre die Kundschaft schon zufrieden.
Warum sich die Post, entstanden 1998 aus der PTT, neben der ehemaligen Telekommunikationssparte (nun Swisscom) nun auch noch mit Post Mobile verzettelt, ist auch so ein Rätsel…
Wenn man schon die eigenen Produkte nicht im Griff hat, dann sollte man sich da verbessern – und nicht das Heil in noch mehr Komplexität suchen.
Ja aber die Wohlfühloase ist in der Post wichtig. Wenn nur ein Schalter offen ist, ein Kunde hat ein Problem mit einer Versicherung die er via Post abschliessen will, es warten 12 Personen für Einzahlungen und Paketaufgabe. Dan ist es doch wichtig dass man Sitzen kann und sich wohlfühlt und nicht explodiert.