In der braven Welt der Schweizer Physiotherapie fliegen die Fetzen.
Was jahrelang hinter Verbandstüren, in Tarifkommissionen und Fachgremien diskutiert wurde, eskaliert.
Auf LinkedIn, in Fachmedien und auf dem Bundesplatz wird um die Zukunft der Physiotherapie gestritten.
Mittendrin: der Berufsverband Physioswiss. Der hat eine neue Tarifstruktur ausgearbeitet.
Physiotherapie habe sich verändert, die Patienten seien komplexer geworden, der administrative Aufwand grösser – so Physioswiss.
Kaum hatte er die neue Tarifstruktur eingereicht, formierte sich Widerstand.
Gegner: Die grossen Physio-Player. Allen voran Ketten wie die Migros-Tochter Medbase oder die Physiozentrum-Gruppe.
Auch sie haben ihre Lobby: SwissODP.
„Umsatzeinbruch“ malen sie an die Wand.
Im Gegenteil, kontern Kritiker: Die Grossen hätten im alten System mit hoher Therapie-Taktung und standardisierten Prozessen maximal profitiert.
Wie verbissen gekämpft wird, zeigt eine Schlammschlacht im Netz.
Als eine Medbase-Mitarbeiterin in einem Gastbeitrag vor massiver Mehrarbeit bei gleichem Lohn warnte, folgte die Quittung prompt mit einer anonymer, knallharter Zerlegung ihrer Zahlen.
Physioswiss liess sich nicht zweimal bitten. Der Verband, der das neue Gesetz unbedingt will, stellte, auf dem Bundesplatz eine um 30 Prozent verkürzte Physio-Liege auf:
Sinnbild für chronische Unterfinanzierung der gesamten Branche. „100 Prozent geben. 70 Prozent bekommen“ der Slogan.
Aus einer trockenen Tarifreform ist ein politischer Flächenbrand geworden. Verbände gegen Verbände. Grosspraxen gegen Einzelpraxen.
Tarifexperten gegen Unternehmer. LinkedIn gegen LinkedIn.
Es geht um Marktanteile, Geschäftsmodelle und die Frage, wer die Physiotherapie der Zukunft prägen wird.

Physio ist hoffnungslos überbewertet. Aber wirtschaftlich hochrentabel. Billige Therapeuten holt man im Ausland und lässt sie im Akkord Auas abarbeiten. Die KK zahlt ja jeden Mist.
Aktuell sicher nebst „Pflege durch Angehörige“ eines der besten Geschäftsmodelle.
Werde da selbst bei beiden Modellen nächstes Jahr mit einem ausländischen Unternehmen als Partner einsteigen. Geld verdienen mal einfach.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Gähn 🥱.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
der Witz ist, dass bei dem neuen Tarif viele von den „billigen“ Therapeuten wieder ins Ausland gehen werden.
Dort verdienen die Physiotherapeuten nun effektiv mehr.
Pläne sind schon gemacht.
Neben Pflegepersonal noch ein selbstgemachte Baustelle.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Vor allem sollen Ärzte wie Physios sich darauf besinnen, dass die Physiotherapie eine überwiegend kuratierende Aufgabe hat,an welcher die Patienten wesentlich mitwirken müssen. Besonders in den urbanen Zentren, auch befeuert durch die grossen Physio-Ketten, ist die Therapie zu einer von der Krankenkasse bezahlten Wellness-Massage gegen diffuse Bobolis verkommen. Dies generiert ein Überangebot an physiotherapeutischen Dienstleistungen, was die Ertragslage qualifizierter Praxen torpediert.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Der Tarif wurde seit 1997 erst in 2022 das erste mal vorläufig angepasst. Nun sollte 2025 die neue, entgültige Version endlich ausgehandelt werden. Seit 1997 ist viel passiert. u.a. ist die Physitherapie ein Fachhochschulabschluss und keine Wald und Wiesen Fangopackungs-Zertifikat mehr.
Physioswiss hat dies mit den Krankenkassen „ausgehandelt“, dabei 2 mal die Deadline verlängert und schliesslich über 1 Jahr später einen Tarif präsentiert, der mindestens 10% weniger Umsatz generiert, und ab dem 1.1.2027 gültig ist.
Wie würden sie reagieren auf die Aussicht auf 10-30% weniger Lohn?
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Dem kann ich nur Zustimmen. Es geht schlicht und einfach um einen Teuerungsausgleich. Gruss vom Physio!
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Teuerungsausgleich gab es auch nie. Sagen Sie mal eine Handwerker, er soll zu Tarifen aus den 90ern arbeiten.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Praktisch alle Probleme im Gesundheitsbereich entstehen durch den Zwang eine Krankenversicherung abschliessen zu müssen. Die gigantische Menge an Gelder die da verteilt werden ziehen die verschiedensten Abzocker an.
Wenn jeder sich selbst entscheiden könnte, ob und welche Krankenversicherung er abschliesst, würden wieder ökonomisch und gesundheitlich sinnvolle Behandlungen durchgeführt.
Und jeder würde zusätzlich viel Geld sparen.
Weiterhin behaupte ich, dass auch Corona nicht statt gefunden hätte !
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Aha, und wenn jemand krank wird, also richtig krank mit langen und teuren Therapien und Medikamenten? Die wenigsten hätten das Geld „eigenverantwortlich“ zur Seite gelegt. Auch längst nicht alle von denen, die das grossmäulig propagieren. Was dann? Krepieren lassen? Oder soll dann doch wieder der Steuerzahler einspringen?
Im Gesundheitswesen gibt es viel Verbesserungsbedarf und auch Potential für sinn- und wirkungsvolle Massnahmen. Die Abschaffung der obligat. Versicherung ist keine davon.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
– Physio braucht mittlerweile fast jeder. Weil viele auch zu bequem sind, etwas selbst zu tun. zB Stretching, Aufwärmen vor Belastung oder nur schon etwas Bewegung
– Physio Therapeuten gibt es mittlerweile sehr viele. Ein paar Kurse zur Verwirklichung von „etwas Gutem“ – et voilà.
– Warum sollen den Leute, die solche Behandlungen wollen nicht auch mehr dafür zahlen? Das verstehe ich nicht wirklich.
Gleiche Bilder gehören meistens zum gleichen Kommentator.
Die Physio-Branche will sich „Millionen schnappen“? Wieviele denn? Recherche wo? Sicher nicht so viele Millionen, wie sich die Bauern durch Mercosur-Erpressung schnappen wollen, nämlich 800 Millionen. Wieder so ein Fall, wo die im Parlament grotesk übervertretene Bauernlobby sich masslos an Steuergeld bereichern will. Zur Erinnerung: Die Landwirtschaft trägt 0.7% zum BIP bei.